Ausgabe 
23.11.1931
 
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~La Qgruna

Nachdruck verboten

Ohne Gewähr

20. November 1931

1. Ziehungslag

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110759

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298353

392179

381203

800 TL 178078 276000 319922

500 M. 169570

6000

3000

2000

1000

222460

51498 211081 280679 330964

233647

100616

211142

286420

331384

290168

103764 230187 291757

354884

346204 375181

46 Gewinn» au

48 Gewinn« iu 63993 104142

2 Gewinne tu

2 Gewinne ju

8 Gewinne iu 385282

10 Gewinne zu 213093 399217

22 Gewinne zu

259608 268740 280052

292922 300660 311952

362721 363465

Das Vertilgen der Blutlaus. Die Erhebung einer allgemeinen Wertzuwachssteuer in der Ge­meinde Holzheim. Feldbereinigung Annerod.

Landtagswahl und GiadLraisauflösung

MSV. Worms. 21. Rov. Die Bürger­meisterei hat im Hinblick auf das Ergebnis der Landtagswahl und die dabei zutage getre­tene Verschiebung des Stimmenverhältnisses an den Mini st er des Innern das Ersuchen ge­richtet, sich für eine Äenderung der be­stehenden Bestimmungen in dem Sinne, daft unter solchen Llmständen ein S t a d t r a t sich selb st auslösen kann, unverzüglich ein­setzen zu wollen.

Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II

3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen

Gcwinnauszug

r. Klasse 38. Preutzisch-Süddeutsche (264. Preuß.) Staats-Lotterie

Sonntet cp, d. 2Z - Mwembtr füll 6 Uhr

Gewinn« zu 3000 TL 220105 307724

4 Gewinn« zu 2000 TL

26 Gewinne zu 1000 TL 81471 92020 221666

Daten Mi-Montag 23. November

Sonnenaufgang 7.55 Uhr, Sonnenuntergang 16.27 Uhr. Mondaufgang 15.17 Uhr, Mondunter-

3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen

2 Gewinne zu 100000 TL 200731

4 Gewinn« zu 6000 TL 254688 395506

32 Gewinn« zu 800 TT. 35825 44536 52957 91658 258908 278598 287262 292719 302090 305894 320189 329863 357116 357138 391520 393302

70 Gewinne zu 500 TT. 4681 10571 29616 34793 47099 51359 60041 65763 80677 83535 83891 86890 89994 99700 109050 144921 148591 185579 197116 234569 245674 258566 259056 269765 260011 278683 296935 304377 315710 337322 368665 371238 390384 393323 396754

19748 29880 31135 36240

225966 236424 251152

285509 287259 291819

321829 323291 327275

35276

8718 82538 268069

5406 178837 194679

477 66698 75700 82622

258628 297769 338995

29980 113970 145858

2823 224565

10498 42919 62010 52421

131632 167850 224375

345060

Qwomenios. oneuer, onare dmccm.o woixig. orutcai eRtom w Schnee a Graupeln. - Neoei K Gewitter,® windstille.sehr «irnte» Os» nassiQC' Südsüdwest stürmischer tordwesl Oie Heue fliegen mit dem winde Pie Beiden Stationen stentnden Zal» <en gehen die Temperatur an. Pie Limen vereinten Orte mit gleicht^ tut Meeresniveau umoerechnet#» Luftdruck

Wettervoraussage.

Eine Umgestaltung der Wetterlage ist noch nicht ersichtlich. Nach wie vor lagert das ausgedehnte oft- liche Hoch bis über Zentraleuropa und in seinem Bereich kommt es zu verbreiteten Nebel- und Wol­kenbildungen. Unter seiner Vorherrschaft ist es dem Druckfall im Westen noch nicht möglich, Warmluft und Niederschläge auf das Festland vorzubringen.

^Aussichten für Dienstag: Neblig und wolkig, auch zeitweise aufheiternd, noch trocken, Tem­peraturen wenig verändert.

Aussichten für Mittwoch: Noch keine wesentliche Äenderung.

Lufttemperaturen. 2lm 22. November mittags 2,3 Grad Celsius, abends 1,3 Grad. Arn 23. November morgens 1,1 Grad. Maximum 4,0 Grad. Minimum 0,2 Grad. Sonnenschein- dauer eine achtel Stunde.

Erdtemperatu'ren in 10 Zentimeter Tiefe. Am 22. November abends 1,4 Grad. Am 23. November morgens 1,2 Grad.

gang 5.51 Uhr.

v-uu 912: Kaiser Otto !., der Gröhe geboren; - 1845: fSu* der Bildhauer Karl Begas in Berlin geboren.

sozialen Fragen notwendig sei. Bismarck habe sich darüber hinaus das Ziel gesteckt, Monarchie und Arbeiterschaft miteinander zu versöhnen. 3m 3ahre 1890 habe man einen weiteren Schritt ge­tan, die Arbeiterschuhgesetze erlassen und die Gewerbeaufsicht eingeführt. 3m 3ahre 1893 sei der DHV. gegründet worden, der sich in der Folge ebenfalls für die sozialen Belange der Angestelltenschaft eingesetzt habe: später wurde das Handelsgesetzbuch geschaffen, die Kaufmanns­gerichte ins Leben gerujui 0904), im (Zähre 1911 sei zum erstenmal der Gedanke der Angestellten­versicherung in greifbare Form gebracht, aber erst im 3ahre 1913 gesetzlich untermauert wor­den. Zu Beginn des Krieges sei in den Eini­gungsämtern der Vorläufer des Schlichtungs­wesens entstanden. Nach der Revolution habe die deutsche Sozialpolitik eine Ausweitung er- ahren, und schließlich wurde als etwas grund- ählich Neues die Arbeitslosenversicherung ge- chassen, die allerdings noch manchen Mangel in ich trage. Heute stehe die Sozialpolitik in ihrer Gesamtheit mitten in einer schweren Krise, ja, es ;ehe um ihre Existenz überhaupt. Sozialpolitik ei kein Luxus, sondern eine staatspolitische An­gelegenheit, deren Bedeutung nicht unterschätzt werden dürfe. Es gelte deshalb, die Sozialgesetz­gebung zu stützen und zu erhalten um des Staates willen. Die Krise, in der sich heute der Kapitalis­mus befinde, sei das Symptom einer bevorstehen­den Auflösung, die aber gleichzeitig den Wunsch nach neuer Bindung in sich trage. Die neuen Bin­dungen, die sich anbahnten, seien nationaler, christlicher und sozialer Natur. Die Schaffung neuen Wirtschaftsraumes werde erstrebt und sei ür die Zukunft von besonderer Bedeutung.

Zwischen Stadt und Land müsse wieder ein Aus­gleich geschaffen werden, der die gesamte Volks­wirtschaft auf eine gesundere Basis stelle. Bis­her habe das Bürgertum die Wirtschaft bestimmt, jetzt seien aber Anzeichen vorhanden, die darauf hindeuteten, dah die Angestellten und die Arbeiter in die Wirtschaft mit einzugreifen bereit wären und so zum Verwalter von Gemeineigentum wer­den würden. Der Vortrag wurde beifällig aus­genommen.

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Toten der Veitkriegr.

elllriegs veranstaltete der riegrbeschadigten, itrikgerhinterbiiebenen int de, an her Mitglieder - Angehörige des Reichs- i -Horden leilnahmen. An bet j nq der Feier wirkte u.a. Berliner Buchdrucker und aphia* mit Der l.Sor- Christoph Pfacndner rebe: Trost für die hinter- dah die, die autogen und ; Saterland fielen, für das r r ihre Eltern, Bruder und i en ^amerab^^^aft Semem- | m Gerade deshalb taW

irhenmcrL Darum soll unser , 2 Mengen üb»

* Gießen, 20. Nov. 3m April überfuhr ein Dreschmaschinenbesiher, der mit seinem Personen­kraftwagen die abschüssige, kurvenreiche und da­her unübersichtliche Hauptstraße in Unter- Schmitten durchfuhr, einen vierjährigen (Zun­gen, der dabei so schwer verletzt wurde, daß der Tod sofort eintrat. Der (Zunge, der zusammen mit anderen Kindern einem bei der Arbeit befind­lichen Schmiedemeister zugesehen hatte, wollte über die Straße nach der anderen Häuserseite laufen, wo ein umherziehender Spengler mit Kesselflicken beschäftigt war. Während ein anderer (Zunge die Straße noch unbehelligt überqueren konnte, wurde der kleinere kurz vor dem anderen Bürger­steig von dem linken Vorderrad des Kraftwagens erfaßt und überfahren. Der Führer des Kraft­wagens, der sich wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten hatte, bestritt jegliches Verschulden und behauptete, der 3unge sei plötzlich vor seinem Wagen aufgetaucht.

Zwecks Augenscheineinnahme fand die heutige Verhandlung des Schöffengerichts in Unter- Schmitten statt. Die umfangreiche Beweisauf­nahme und die an der Unfallstelle vorgenommenen Messungen ergaben, dah der Angeklagte bei ge­nügender Aufmerksamkeit den 3ungen viel früher hätte sehen und sein ganzes Verhalten dement­sprechend hätte einrichten müssen. ' Insbesondere wurde dem Angeklagten, der ortskundig ist und wußte, daft gerade an dieser Stelle viele Kinder herumstanden, der Vorwurf gemacht, daß er in Anbetracht der Gefährlichkeit dieser unübersicht­lichen Stelle nicht genügend Signal gegeben und die Fahrgeschwindigkeit nicht so gemindert habe, daß er seinen Wagen auf die kürzeste Entfernung hätte zum Stehen bringen können. Andererseits berücksichtigte das Gericht, daß es sich nicht um einen leichtsinnigen Fahrer handelte und dah ihm nicht allein die Schuld an dem Unfall zuAuschrei- ben war. Wegen fahrlässiger Tötung wurde er an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 1 Monat zu einer Geldstrafe von 200 Mark verurteilt.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 81 vom 20. November enthält: Mitgliederver­sammlung des Kreisrinderzuchtvereins Gießen.

Gegen die Prohibition in Finnland.

Der finnische Justizminister hat einen Vorschlag für die Neuregelung der Alkoholgesetz­gebung ausgearbeitet. Der Handel mit Spiri­tuosen soll danach unter gewissen Einschränkungen freigegeben werden. Um den Alkoholverbrauch im Lande zu überwachen, soll eine Kontroll­stelle mit diktatorischen Vollmachten eingesetzt werden. Eine Monopolaesellschaft soll den Handel, die Einfuhr und die Herstellung der Spirituosen Überwachen. Der Preis soll billiger sein als der für Schmugglersprit um den Spritschmuggel schnell zu unterbinden. Aus den Verkausseinnahmen soll die Hälfte dem Staat zufallen, die andere Hälfte für soziale Zwecke verwendet werden.

Milchkrieg In Irland.

Da sich die Einwohner von B e l f a st geweigert habem den mit Beginn der kalten Jahreszeit von den Milchlieferanten geforderten höheren Preis zu bezahlen, haben die Bauern von Ulster beschlossen, keine Milch mehr auf den Belfaster M a r k t zu bringen. Die Milch muß nun aus Schott­land herbeigeschafft werden. Die Transporte werden von Polizeimannschaften begleitet.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Dienstag, den 24. November.

Kirchberg. 20.30 Uhr: Lollar.

Donnerstag, den 26. November.

Kirchberg. 20.30 Uhr: Daubringen.

Katholische Gemeinden.

Mittwoch, den 25. November.

Hungen. 7.15 Uhr: Messe.

Oie Wetterlage.

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lr gestvlben. rS'Ä^^bnete » ift heute ean^ gestorben. Lou. 9 Kneges und in der enbe 'Jolle in der fm MberSUtvarer'L tganifierung der flöinbuftiie betraut iffenftiUftanb tourbe et ''üer. An der Aus- uate tvar er einflußreich wirtschaftlichen Aestiin- '^Minister hat Loucheur Mts Abkommen mit n. Loucheur gehörte dem den folgenden Jahren s Arbeitsminister und Jnilationsperiode auch Aach dem Siege des 1924 lvurde Loucheur len Linken. Loucheur 'ahren um den deutsch- mcht, den er nur dann nn zuerst aus toirt- eine Verständigung gr- t Deile, toie bei jüngst iche MrifchaftsaBchust M Auch als Arrtreter ! Loucheur, bet zu den andS gehörte, eine Rolle, det aus bem parlamen« er repräsentativsten Er- issischen Frankreich.

Aus der Provmzialhauptstadt.

Gießen, den 23. November 1931.

Wie schafft man eine glückliche Ehe?

Früher tauschten die Frauen Rezepte über Erd- beermarrnelade und ihre Ansicht darüber aus, daß es besser sei, etwas Valinne-Staubzucker beim Schla­gen der Sahne beizufügen. Auch sprachen sie, über den Gartenzaun hinweg, meistens von Kinderkrank­heiten, Dienstboten und Handarbeiten. Heule sprechen sie von der Ehe.

Früher unterhielten sie sich darüber, wie man die Motten aus dem Gehrock des Mannes fernhatten könne. Heule beraten sie, ob man die Seele des Mannes mit Kampfer ober Liebe behandeln soll, um die blonden und braunen zweibeinigen Motten ab­zuwehren.

Dabei ist es doch nicht schwer glücklich miteinander zu leben, wenn man den gesunden Menschenverstand walten läßt; wenn man die Gebote der Vernunft nicht nur lieft, sondern auch nach ihnen handelt.

Darum seien hier je zehn Gebote für Mann und Frau aufgcstellt. Ehepaare mögen sie sich, je nach Bedarf, täglich ober wöchentlich gegenseitig vorlesen.

Für die Frau:

1. Sei nicht launenhaft unb verschone deinen Wann bei seiner Heimkehr mit dem täglichen Aerger, den jeder Haushalt mit sich bringt.

2. Halte dein Haus sauber und behaglich.

3. Verliere nicht jede Anziehungskraft; vernach­lässige dich nicht.

4. Unterlasse die Versuche, die Aufmerksamkeit anderer Männer auf dich zu zickhen.

5. Widersprich dem Manne nicht in der Erziehung der Kinder.

6. Sei nicht allzu häufig mit deiner Mutter zu­sammen.

7 Lasse dich weder mit Fremden, noch mit Nach­barn auf Gespräche ein, die euer Privatleben be­treffen.

8. Sprich niemals Abfälliges über deinen Mann.

9. Sei, wenn und wann es irgendwie möglich ist, heiter und aufmerksam. Ein mürrisches oder gleich­gültiges Wesen treibt den Mann zu anderen Zieren unb verleidet ihm sein Heim. m v

10. Schaffe Abwechslung im Essen, im Reben, selbst in den kleinsten Dingen des Alltags.

Für den Mann:

1 Sei großzügig nach deinen Mitteln. Bringe der Frau mindestens allwöchentlich eine kleine Aufmerk­samkeit mit nach Haus.

2. Rede deiner Frau nie in den Haushalt drein.

3. Sei immer heiter. Nichts lähmt die Frau mehr, als wenn der Mann mürrisch und schweigsam nach Hause kommt.

4. Nimm Rücksicht auf deine Frau. Hilf ihr, selbst bei Kleinigkeiten.

5. Sei liebenswürdig und spare nicht mit einem Kuß beim Kommen und beim Gehen.

6. Gehe mindestens einmal in der Woche mit deiner Frau gemeinsam aus. Selbst für das bescheidenste Vergnügen ist die Frau dankbar.

7. Suche nicht allzu häufig den Verkehr mit deiner . ober deiner Frau Familie.

8. Nimm keine Untermieter im Hause auf

9. Kleide dich auch au Hause gut. Rasiere dich täglich und pflege dein Aeußeres.

10. Sei gut, gerecht und geduldig zu Weib und Kind. r01-

* Die Feier des Totensonntags wurde in unserer Stadt wieder in würdiger Weise gegangen. Bereits am Samstagnachmittag waren jie Friedhöse das Ziel von Hunderten von Mit- bürgern, die dort in Stille ihrer verstorbenen Angehörigen gedachten und deren Ruhestätte mit Kränzen und Blumen schmückten. Auch am gest- ngen Sonntag wurde in der gleichen Weise der Heimgegangenen gedacht. Auf dem Heldenfried­hof des Neuen Friedhofes fanden kurze Toten­gedenkfeiern des Zentralverbandes deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener, so­wie des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen statt, bei denen mit Worten herzlichen Gedenkens an die gefallenen Kameraden der Vorsitzende M ö l l vom Zentralverband und der Vorsitzende Wall­dorf vom Reichsbund Kränze niederlegten. Die Gottesdienste in unseren Kirchen waren stark besucht. Zur Erinnerung an unsere im Weltkriege gefallenen Brüder veranstaltete das Lichtspiel­haus Bahnhofstraße eine Vorführung des Films Der Weltkrieg", die außerordentlich stark be­sucht war. 3n eindringlicher Weise und streng an Hand der tatsächlichen Vorgänge wurde in diesem Filmstreifen gezeigt, wie gewaltig das Geschehen jener Zeit unb wie unendlich groß das Opfer un­serer Soldaten an allen Fronten des Krieges ge­wesen ist. Als Ausklang des stillen Tages fand am Abend eine musikalische Feier in der Stadt­kirche statt, bei der das Kammerorchester der Volkshochschule unter Leitung von Musiklehrer Franz Bauer jr., der Schülerkreis von Frau Heermann, Frau Elfriede Fischer (Cembalo), Landgerichtsrat Locher und Helmut Eger (Flöte), Helmut Bahersdorf (Solo­geige) und Stadtorganist Simon (Orgel) mit­wirkten. Den zahlreichen Besuchern dieser Veran­staltung wurde durch die feinsinnigen und künst­lerisch hochstehenden Darbietungen eine eindrucks­volle Weihestunde bereitet.

** Straßensperre. Das Polizeiamt teilt mit: Der Tiefenweg wird wegen Bauarbeiten bis 1. 3anuar für den Durchgangsverkehr für Fahrzeuge aller Art gesperrt. Umleitung erfolgt durch die Kleine Mühlgasse. Den Anliegern ist die An- und Abfahrt gestattet.

* E i n geheimnisvoller Telephon» anfchluß mit Unterstand. Der heutige Polizeibericht meldet: Nachdem durch das Tele- graphenamk Gießen am Montag, 16. November, vormittags Störungen in verschiedenen nach Butz­bach und Friedberg führenden Telephonleitungen bemerkt tr^en waren, wurden sofort Beamte des Telcgrapheaamtes mit dem Suchen nach der Störunge>,i....e beauftragt. Am Dienstagvormittag fand ein Beamter an der Straße Klein-Linden Großen-Linden, etwa in der Mitte des auf der rechten Straßenseite gelegenen Waldes, an einem Mast ein? unberechtigt angebrachte Leitung, be­stehend aus neun Kupferdrähten. Acht dieser feinen Drähte waren an die Fernsprechleitung angeschlossen und führten durch schwarzes Iso­lierband zu einem künstlichen Kabel vereinigt an der der Straße abgelehrten Seite des Mastes auf die Erde und von da etwas eingelegt nach einem kleinen Unterstand. Das Ende der Drähte war zu Oefen zum Anlegen an einen Hörapparat geformt. Der Unterstand befand sich etwa fünf Meter von dem Mast entfernt am Waldrande, war mit Reklameblechschildern vollständig aus­gelegt und abgedeckt und gerade so groß, dah ein Mann in liegender Lage sich darin aufhalten konnte Die Abdeckungsbleche waren noch mit Erde und Laub überworfen, so dah der Unter­stand kaum zu sehen war. 3n dem ilnterftanö wurde ein fast neuer Pionierspaten mit der Be­zeichnung C. K. W. W. E. vorgefunden. Drei der verwendeten Reklamebleche wurden an einem Anwesen in der Frankfurter Strafte entwendet. Die Herkunft der. übrigen Reklameschilder steht noch nicht fest. Es handelt sich um Schilder der Firmen Stock-Continental und Peters-Anion. Bei dem verwendeten Draht handelt es sich um Schwachstrom- oder Spulendraht von 0,55 Milli­meter Stärke, der mit grüner Seide umsponnen ist, und um Ankerdraht von 0,3 Millimeter Stärke, mit toeifter Daumwolleumwicklung. Alle Per­sonen, die im Interesse der Aufklärung sachdien­liche Angaben machen können, werden dringend ersucht, der Kriminalabteilung Gieften Nachricht zu geben.

* Heble Streiche sind in den letzten Ta­gen, wie uns aus unserem Leserkreise mitgeteilt wird, wiederholt hiesigen Geschäftsleuten und einer Professorenfamilie gespielt worden. 3m angeblichen Auftrage dieser Familie wurden die Geschäftsleute von einer weiblichen Person tele­phonisch angerufen und beauftragt, eine Waren­bestellung für die Familie sofort auszusühren. Auf diese Weise tauchten zum Schrecken der Hausfrau plötzlich Torten, Blumen, sogar eine grafte Badewanne und schlieftlich eine Klosett­schüssel in der Wohnung auf. Erst beim Er­scheinen der Geschäftsboten trat der Sachverhalt der falschen Bestellung zutage, jedoch waren die Geschäftsleute durch die vergebliche Mühewaltung die Geschädigten, während in der Prosessoren- familie begreiflicherweise Acrger und Aufregung über den Schabernack entstanden. Hoffentlich ge­lingt es, derHeldin" dieser üblen Streiche das Handwerk zu legen.

Der Deutschnationale Hand- lungsgehilfen-Derband, Ortsgruppe Gieften, oeianitaltcte am Donnerstag in seinem Vereinsheim einen öffentlichen Vortragsabend. Dr Kandeler, Frankfurt a.M., der Redner des Abends, sprach über das ThemaDie kaiser­liche soziale Botschafc vom 3ahre 1881 und führte u. a. aus, die deutsche Sozialpolitik könne in diesen Tagen auf eine 50jährige Wirksamkeit zurück­blicken. Das bedeute aber nicht, daft die Sozial­politik erst seit dieser Zeit überhaupt bestehe. Die Sozialpolitik habe vielmehr ihre Vorkämpfer schon weit früher gefunden, die bedeutendsten Träger der Gedanken seien W i ch e r n - Ham­burg und Bischof von K e 11 e l e r - Mainz ge­wesen. Bedeutsame Besprechungen feien von Bismarck und Lassalle geführt worden, der Ali-Reichskanzler sei der eigentliche Schöpfer der deutschen Sozialgesetzgebung gewesen Die er angestrebt und ins Leben gerufen habe auf Grund der Erkenntnis, daft zwischen der glanzvoll aul- blühenden 3ndustrie und der Arbeiterschaft im 3nteresse der Staatspolitik eine Bereinigung der

Erweitertes

Schöffengericht Gießen.

* Gießen, 18. Noo. Ein schon über 70 Jahre alter ausländischer Viehpfleger hatte sich an einem Mädchen unter 14 Jahren vergangen. Trotz Leug­nens wurde er durch die Beweisaufnahme über­führt. Das Gericht erkannte mit Rücksicht auf die Unbestrastheit und das hohe Alter des Angeklagten auf die gesetzliche Mindeststrafe von 6 Monaten Gefängnis und rechnete ihm 4 Wochen der Untersuchunashaft an.

Ein mehrfach wegen gleicher Delikte vorbestrafter auswärtiger Arbeiter erhielt eine Strafe von 1 Jahr Zuchthaus abzüglich 6 Wochen Unter­suchungshaft.

Ein Schuhmacher wurde wegen ähnlicher Delikte zu zusammen 1 Jahr Gefängnis verurteilt.

Ein Kaufmann wurde der fahrlässigen Tötung beschuldigt. Er fuhr mit seinem Auto wider einen Baum so daß ein im Fond seines Wagens sitzender älterer Mann herausfiel und an den erlittenen Verletzungen verstarb. Die Schuld des Angeklagten wurde darin gesehen, daß er in zu starker Geschwindigkeit und in einem zu weiten Bogen eine Kurve durchfuhr, so daß er nicht mehr die Straße zurückgewinen konnte. Die Beweisauf­nahme aeftaltete sich günstig für den Angeklagten; es ergav sich, daß der Bruch der Bremsstange die Hauptursache des Unfalls war. Das Gericht erkannte auf Freisprechung.

Zwei Arbeiter und die Ehefrau des einen wurden wegen Hehlerei im Sinne des § 259 StGB, zu 3 und 1 Woche und 3 Tagen Gefängnis verurteilt. Sie haben mehrfach aus Einbruchs­diebstählen herrührende Gegenstände an sich ge­bracht. Es wurde ihnen bedingter Strafaufschub gewährt und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Sie erkannten das Urteil sofort an.

Daten für Dienstao, 24. November.

Sonnenaufgang 7.56 Llhr, Sonnenuntergang 16.26 Hhr. Mondaufgang 15.35 ilftr, Mondunter- fiang 7.06 ilftr. , _ . .

1632: Der Philosoph Baruch Spinoza in Am­sterdam geboren.

LZornotizcn.

Tagest alei der für M on tag. Stadt- theater Gießen:Kalteisergeist", 19.45 bis 22 Uhr. Goethe-Bund: 20 Uhr, Neue Aula, Dichterabend Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Försterchristl".

- Aus dem S t a d t t h e a t e r b u r o wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, als 8. Vorstel­lung im Dienstag-Abonnement erste Wiederholung les KammerspielsMary und Lisa unter der Spielleitung des Intendanten und >n Anwesenheit öes Autors Sigmund Graff. Beginn: 20 Uhr, Ende. 22,15 Uhr. _ v . _ . .

Die Gefeilscht, für Erd- und Völ­kerkunde veranstaltet in Verbindung mit dem Verein für Luftfahrt am Dienstag, 24. Jio» wember 20.15 Uhr, in der Neuen Aula der Univer­sität einen Lichtbildervortrag. Hauptmann a. D. SBruns (Berlin) wird über seine Fahrt mit dem SLrSnK

zur Verfügung gestellt. Näheres ist aus der Anzeige vom Samstag ersichtlich. __

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