Ausgabe 
23.11.1931
 
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Spartätigkeit geschaffen werden. Dementsprechend werde eine rigorose Erbschaftssteuer nur Geldhinter­lassenschaft erfassen.

Zürn Schluß entwickelte Dr. Wagner den Ge- danken eines Berufs st ändischen Staats- aufbaues. Die Beseitigung des Klassenkomps- gedankens sei nur durch den Aufbau eines ständi­schen Wirtschaftssystems mit scharfer Tren­nung von Wirtschaft und Staat möglich. Wichtigste Aufgabe sei fortgesetzte Rücksiedlung des tzeoölterungsüberschusses von der Stadt auf das Land, was allerdings Wiederher- stellung der landwirtschaftlichen Rentabilität dop aussetze. Wenn der bisherige Lebensraum des Dol- kes nicht mehr ausreiche, werde der Nationalsozia­lismus nicht davor zurückschrecken, neuen Raum, sei es auch mit Gewalt, zu schaffen. Den Stand«' k a m m e r n fei weitgehender Einfluß auch ^auf die Rechtspflege, die Steuerlastenverteilung, die Finanz- Wirtschaft und die Sozialpolitik einzuräumen. Deutschland werde einen autarken Wirt­schaftskörper mit dem Balkan, Skandinavien und vielleicht auch England bilden müssen. Diesem autarken Organismus würden seine geistigen und materiellen Reserven bald eine Ueberlegenheit ge­genüber anderen Autarkien geben können.

Die Kampfgemeinschaft revolutionärerAationalsozialiflen Eine Kundgebung der Ltto-Liraner-Gruppe

Berlin, 20. Nov. (TU.) Die Kampfgemeinsckaft revolutionärer Nationalsozialisten (Otto-Strasser. Gruppe) veranstaltete eine Kundgebung der Schwarzen Front", auf der Otto Straff s e r betonte, daß es sich bei derSchwarzen Front" um keine Organisation, sondern um eine Ar- beitrgemeinschaft von Gruppen handele, die lediglich in grundsätzlichen und taktischen, aber nicht in ideologischen Fragen übereinstimmten. Die Schwarze Front" steht auf antiparlamen- torischem Boden und kämpft für die wirt­schaftliche und soziale Befreiung des deutschen Dol- kes und gegen den Ultramontanismus. Die deutsche Not beruhe auf einer Krise der Wirtschaft, auf einer gesellschaftlichen, staatlichen, und auf der kulturellen, religiösen Krise. Die wirtschaftliche Krise drücke sich in der Unmöglichkeit des kapitalistischen Systems aus, die Ernährung, Bekleidung und Be­hausung des deutschen Volkes ficherzuftellen. Schon aus der Schrumpfung des Welthandels ergebe sich für Deutschland die Notwendigkeit, mit diesem System zu brechen. Mit dem Grundsatz von der Heiligkeit des Eigentums müsse gebrochen wer- den und die deutsche Form des Sozialismus, das Lehnerbe, Recht werden. Aus dem Klassen­staat müsse ein organischer Ständestaat geschaffen werden. Im Kampf für völkische Erneue­rung müsse jede internationale Reli­gion abgelehnt werden. DieSchwarze Front" kämpfe für den nationalistischen Staat, eine völkische Kultur und eine soziali­stische Wirtschaft: Sie wolle die Totalkrif« mit der Totalrevolution bekämpfen.

Der Christlich-soziale öolksdienst

Rücksprache beim Reichspräsidenten und Reichskanzler.

Berlin, 21. Rov. (DDZ.) Der erste Reicks- Vorsitzende des Christlich-sozialen VolkSdienstes 2lbg. SimpfenDörfer wurde v o m R e i ch s- präsidentcn empfangen. Simpfendörfer berichtete dem Reichspräsidenten über die Be­strebungen der Bolksdienstbewegung und trug die Auffassungen und Wünsche des Bolksdienstes zur augenblicklichen Lage vor. Insbesondere be­tonte er dabei die Dringlichkeit der Hilfe für die bäuerliche D e r e d e l u n g s w iri­sch a f t auch in Süddeutschland, sowie des Durch- gre.sens der Staatsgewalt gegen die politi­schen Morde und die G o t t l o s e n p r o - paganda. Der Reichspräsident zeigte lebhaftes Interesse für die Ausführungen Simpfendörfers und sagte den von ihm vor­getragenen Wünschen seine nachdrückliche Unter st ühung zu.

Im Anschluß an diesen Besuch sprachen Simpfendörfer und der zweite Reichsvorfitzende Hülser beim Reichsinnenminister, beim Reichs- arbeitsminister und gegen Abend beiinReichs- kanzler vor. Auch hier wurden von ihnen die Forderungen des Bolksdienstes vorgetragen und Erkundigungen über die nächsten Absichten der Regierung, besonders in der Außenpolitik, eingezogcn Die Reichstagsfraktion des Christlich-sozialen Bolksdienstes hielt am Sams­tag in Stuttgart eine Sitzung ab, in der Abg. Simpfendörfer über die Besprechungen beim Reichspräsidenten und bei der Reichsregierung Bericht erstattete.

Der Zungdentsche Orden fordert verstärkte Siedlung im Osten.

Berlin, 22.Rov. (TU.) In Berlin tagte da- Hochkapitel des Iungdeutschen OrDens, daS die jungdeutschen Landesführer aus dem ganzen Reiche und dem Freistaate Danzig umfaßt, unter dem Borsih des Hochmeisters Artur M a h r a u n. In einer Entschließung forderten die jungdeut­schen Füh7er unter Hinweis auf den schon er- fo g en Einsatz von 25 jungdeutschen Kolonnen des freiwilligen Arbeit-- d i e n st e s, daß die Gesetzesbestimmungen über den freiwilligen Arbeitsdienst in vollem Maße auch den Jugendlichen und den Wohl­fahrt s e r w e r b s l o s e n zugute kommen müßten Ferner sei ein viel st ä r k e r e r Ein­satz deS freiwilligen Arbeitsdienstes für die ländliche Siedlung erforderlich. Die jung- deutschen Führer begrüßten daS Bekenntnis deS neuen Reichsministe.s S ch l a n g e - Schöningen zur großzügigen inneren Kolonisa­tion des dünn bevölkerten deutschen Osten» Sie sei aber nut möglich, wenn daS Durcheinander der Instanzen im ländlichen HiedlungSwesen beseitigt und durch eine ein­heitliche zentrale Führung vom Reiche auS ersetzt werde.

Die Christlichen Geiverlschasten.

(Sine Rede bcö volksnationalen

Abg. Balinisch.

Hamm. 23. Rov. (TU.) Auf einer Äunb- gebung der christlichen Arbeiterschaft sprach der volkSnationale RrtchStagsabgeordnete D al­trusch über die Steilung der Christlichen Ge­werkschaften zur WirtschastS- und Sozialpolitik. Rach wie vor ständen die christlichen Gewerk­schaften zum christlichen und nationa­len Gedanken. Sie ständen aber auch zum Standpunkt einer wahren DolkSgemein-

Heue Verhandlungen über einen misisch-polnischen Mlangriffspaki.

Moskau, 2l.Rov. (WTB.) Litwinow soll den polnischen Gesandten P a t e k ernpsangen und ihm die Wiederaufnahme der Berhandlungen über den Richtangriffspakt voraeschlaacn haben. Bereits am 14. Oktober d. I- habe Lit­winow der polnischen Regierung vorgeschlagen, den Richtangriff spalt in der gleichen Fas­sung, in der der russisch-französische Pakt parafiert worden sei, zu unterzeichnen. Rußland sei dabei von der Annahme ausge­gangen, daß der Borschlag des bereits von Frankreich angenommenen Tex- t e s von polnischer Leite keine Einwendungen Hervorrufen werde. Die polnische Regierung habe jedoch erklärt, daß der russisch-französische Text des Paktes für Polen unannehmbar sei. Der Paktentwurf, der der polnischen Regierung 1926 von Rußland vorgeschlagen und durch pol­nische Korrekturen ergänzt worden sei, sei vor­zuziehen. Die heutige Erklärung Litwinows be­deute das Einverständnis Rußlands, die Ber­handlungen auf der Grundlage dieses Entwurfes wieder aufzunehmen. Die Anregung soll auf die Vermittlung des neuen französischen Bot­schafters d e 3 e a n zurückzuführen sein, der auf seiner Reise von Paris nach Moskau in Warschau Aufenthalt genommen hatte, um dort persönlich mit den Führern der polnischen Regierung zu verhandeln. Trotz des Meinungsaustausches zwi­schen Litwinow und Patek seien die Berhandlun­gen sehr schwierig, da die polnische Regierung auch Die baltischen LänDer als ihre Part­ner zu den Berhandlungen hinzuziehen wolle. Selbstverständlich werde die russische Regierung darauf nicht eingehen. Gut unterrichtete ausländische diplomatische Kreise glauben, daß die offizielle Wiederaufnahme der russisch-pol­nischen Aichtangriffsverhandlungen einen gewissen demonstrativen Charakter gegenüber denjenigen Ländern trage, zu denen die Bezie­hungen der Sowjetunion sich in der letzten Zeit a b g e k ü h l t haben.

Eine Gtudienkommiffion für die Mandschurei.

Paris, 21. Rov. (WTB.) In der heutigen öffentlichen Sitzung des Dölkerbundsrates ist be­schlossen worden, den japanischen Vor­schlag auf Einsetzung und Entsendung einer Untersuchungskommission, der auf all­gemeine grundsätzliche Billigung gestoßen ist, un­ter den Ratsmitgliedern näher zu prüfen, um festzustellen, ob eine den beiden Parteien Genug­tuung gebende Formel gefunden werden kann. Der japanische Delegierte V o s h i s a w a erklärte,

die Studienkommission könne natürlich nicht das Mandat erhalten, in die Verhandlungen zwischen beiden Parteien einzugreifen oder die militärischen Truppenbewegungen der einen oder anderen Par­tei zu überwachen. Iapans Zustimmung sei ab­hängig von einer Richtbeschränkung der Untersuchung auf die Mandschurei. Die Unter­suchung müsse vielmehr auf die gesamte antijapanische Tätigte it in ganz China ausgedehnt werden.

Rach Petit Parisien soll man beabsichtigen, die Studienkommission auS einem militärischen Sachverständigen (Franzosen), einem Iu - r i ft e n (Engländer- und einem mit den man­dschurischen Verhältnissen vertrauten Staats­mann (Amerikaner) zu bilden. Als militärischen Sachverständigen habe man anscheinend an Ge­neral Weygand gedacht, jedoch soll dieser ab- gelehnt haben, weil er als Vizepräsident des französischen obersten Kriegsrates notwendiger­weise beim Zusammentritt der allgemeinen Ab­rüstungskonferenz in Europa fein müsse. Man rechnet damit, daß die Enquete in der Man­dschurei drei bis vier Monate dauern werde. Der Amerikaner soll der Botschafter der Vereinigten Staaten in London, General Da­wes sein, der gegenwärtig als Beobachter an der Pariser Dölkerbundsratssitzung teilnimmt.

Beruhigende Erklärungen in Moskau.

Moskau, 21. Nov. (TU.) Der Staatssekretär im japanischen Außenministerium, Nagai, hat den sowjetrussischen Geschäftsträger im Auftrag der ja­panischen Regierung zur Uebermittlung an die Moskauer Regierung beruhigende 6 r Kö­rungen über die Absichten Japans in der Mandschurei abgegeben. Nagai betonte, daß den japanischen Truppenbefehlshabern ft r e n g- stens unterfagt worden fei, irgendetwas zu unternehmen, was als eine Schädigung der sowjetrussischen Interessen angesehen werden könnte. Beim Ueberschreiten der Ostbahn­linie sollte die besondere Aufmerksamkeit der japa­nischen Truppenführer darauf gerichtet werden, daß sowohl die Anlagen der Ost bahn, wie die sowjetrussischen Transporte keiner- lei Schaden erlitten. Schließlich teilte Nagai mit, daß die japanischen Truppen wieder aus Tsitsikar abziehen würden, sobald der neu­ernannte chinesische militärische Befehlshaber ein­getroffen fei und d i e Ordnung wiederher- g e st e 11 t habe. Nach seiner, Nagais Meinung, werde dies in etwa 4 bis 5 Tagen der Fall fein.

schäft, die eine friedliche Verständigung unter den verschiedenen Berufsständen anstrebe. Aus dem Streben nach sozialem und nationalem Wir­ken heraus seien die christlichen Gewerkschaften für Arbeitsgemeinschaften zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Wenn man, wie eS den Anschein habe, in reak­tionären Kreisen mit der Absicht umgehe, die Sozialversicherung in eine Art Zwangssparkasse umzuwandeln und ihr dadurch ihren wirklichen sozialen Charakter zu rauben, so werde sich der allergrößte Teil des deutschen Volkes, nicht nur die Arbeiterschaft, sol­chen Bestrebungen mit aller Entschiedenheit c n t - gegen st eilen.

Heute noch, wie von jeher, verlangten die christlichen Gewerkschaften einen nationalen und we hrhasten Staat. Es sei ein ge­radezu wahnwitziger Zustand, daß in Deutschland Meinungsverschiedenheiten mit Mord und Totschlag ausgetragen würden. Bei solchen Zuständen könne man fast von einem Bürger­kriege sprechen. Dringend notwendig sei, das deutsche Volk in außenpolitischen Fragen zu einer Einigung zusammenzubringen, damit es endlich aus der Sklaverei der Tributzah'ungen heraus- kvmme. Wenn die Arbeitgeber etwa versuchen sollten, die Grundrechte der Arbeiter anzutasten, so würde, das müsse mit aller Deut­lichkeit gesagt werden, sie die gesamte deutsche Arbeitnehmerschaft geschlossen gegen j ich haben. Die Regierung könne auf Grund der bestehenden Gesetze gegen öie Monopole. Trusts usw. vorgehen, und sie müsse das, um öie Preisbildung zu beeinflussen.

Aus dem Gklarek-prozeß.

Berlin, 20. Nov. (CNB.) Irn Sklarek-Prozeß erklärte der frühere Stadtkämmerer Dr. Lange als Zeuge u. a., über den Umfang von gefellfchaft lichen Beziehungen von Magiftratsbeamlen zu den Sklareks nicht gewußt haben. Mit den Sklareks fei er auf dem Preffeball zusammen gewesen: er fei jedoch von dem Stadtverordneten Rosenthal an den Tisch eingeladen worden, und er habe sich als dessen Gast gefühlt. An dieser Stelle wirft Willy Sklarek ein:Ich traf Sie im Dachgarten des Eden-Hotels. Max hat an dem Abend eine Zeche von etwa 650 Mark gemacht. Ich wurde aufgefordert, Ihrer Gat- t i n eine Spende z u machen und habe ihr später 500 Mark geschickt. Während wir dort saßen, hat Mar dort mit Ihnen in meiner Gegenwart fol­gende Worte gewechselt: .Diese Verträge sind ja für uns nur momentane Nachteile, wir können uns nur erholen, wenn der Monopoloertrag zu- ftanbelomm t." Dr. Lange, der sich an dieses Gespräch nicht mehr erinnern wollte, wurde von Willy Sklarek unterbrochen:Ich behaupte, daß Dr. Lange alles genau gewußt und privatim mit Mar gesprochen hat." Leo Sklarek erklärte, daß Max Sklarek die Karten zum Preffeball ü r Dr. Lange besorgt hätte, und daß die- er der Gast von Mox gewesen sei. Im übri­gen sei die Freundschaft zwischen den Herren vom Magistrat und den Sklareks so eng gewesen, daß Stadtrat Nydahl einmal geäußert hätte:Wenn von den Sklareks etwas verlangt wird, wird es i m Magiftrat e i n ft i m m i g angenommen." Der kommunistische Stadtrat Gäbel betonte, daß Schalldach dem Stadtkämmerer und dem Bürger­meister Dr. Scholz von den Betrügereien und Bi- lanv'älfcbungen Kirburgs Mitteilung ge­rn a d) l hätte. Don dem kommunistischen Stadtrat D e g e n e r wurde bestätigt, daß Lange zu den Verschlungen Kieburgs geäußert hätte: »Strich drunter und neues Leven".

Öie ersten Einfuhrzölle in England.

Zunächst Fertigwaren und Halbfabrikate betroffen.

ß o n b o n, 21. Nov. (WTB.) Kaum neun Stunben nach der königlichen Zustimmung zum Gesetz über die Be,chränkung der Einfuhr hat das Handelsamt in Uebeieinftimmung mit dem Schatzamt bereits öie erfte Verfügung veröffentlicht. Darin belegt es mit Wirkung vom 25. November eine große Anzahl von Fertig, und Halbfertigwaren mit einem Teilzoll von 50 v. H. ad valorem. Es handelt sich u. a. um folgende Artikel: Töpfer­waren Glaswaren, Metallmobel, Messer und Sche­ren, Rasiermesser und Rasierapparate, Werkzeug, Staubsauger, Rundfunkapparate, Schreibmaschinen, Fabrikate aus Wolle, Alpaka und Kaschmir, Gewebe, Plüsch, Flanelle, Decken, Schals Teppiche und Vor­leger, Strümpfe aus Seide und Kunstseide, ganz- und teilleinene Taschentücher, Handschuhe, Papier, Man- tcl, mit Ausnahme von wasserdichten Mänteln und Leder, und Gummimänteln, Männer- und Knaben- kleidung, Reifen für Motorräder, Absätze und Soh­len aus Gummi, Linoleum und andere Fußboden- dedeckung, Parfümerien und kosmetische Artikel so­wie Toilettenartikel.

Die Wirtschastsverhandlungen mit der Schweiz.

Zu r i ch, 22. Nov. (WTB.) Auf einer Tagung der Züricher Demokraten sprach Bundesrat S ch u 11 h e s überDie Schweiz in der Weltwirtschaftskrise". Auch die Schweiz sei von der Krise mit voller Wucht er- faßt worden. Der Grund liege in erster Linie im Rückgang der Schweizer Ausfuhr. An eine Losung der Krise durch eine europäische Zoll­union ober durch internationale Kartelle sei nicht zu denken. Alle Staaten zögenfichauffichfeldst zurück. Das Ausland werde verstehen dah die kleine Schweiz weder die Kraft noch die Möglichkeit habe, die gewaltigen Warenmengen aufrunehmen, die auf ihren Markt geworfen werden, lieber die deutsch- schweizerischen Verhandlungen erklärte Schulthes: Die Bestimmungen unserer Handelsver­träge, die die freie Einfuhr zulasten, müssen angesichts der heutigen außerordentlichen Lage ein- geschränkt werden. Durch das Mittel von Zöllen, Zollkontingenten oder von Einfuhrbeschränkungen muh der Warenüberschwemmung (Ein­halt geboten werden. Wir verhandeln zur Zeit mit einem Nachbarstaat. Wir dürfen uns nicht ver­hehlen, daß die weitere Entwicklung, wie sie sich all­gemein zeigt, uns nahelegt, die Bewegungsfreiheit zurückzunehmen.

Minister von Loebett f.

Berlin. 21. Rov. (TU.) Rach langer schwerer Krankheit starb am Samstagnachmittag in Bran­denburg an Der Havel Der frühere preußisch« Innenminister FrieDrich Wilhelm v. L o e b e l L Der Verstorbene war 1855 in Kloster Lenin ge­boren toorDen. Rach Dem Besuch Der Ritteraka- Dcmie in Brandenburg studierte er in Straßburg und Leipzig, wurde 1883 Regierungsassessor uno 1889 ßanorat des Kreises West-HaveUanD. 1888 trat er als Mitglied Der konservativen Fraktion in den Reichstag ein, aus Dem er aber 1900 wieder ausschied. 1934 wurde er zum Vortra­genden R a t in der Reichskanzlei er­nannt Bis zum Rücktritt des Fürsten Bülow stand er seit 1907 als Unterstaaatssekretär an der Spitze der Reichskanzlet Seit 1939 lebte er bis zu seiner Berufung zum preußischen Innen­minister (April 1914) zurückgezogen auf seinem ©ute Denken. 1917 trat er von dem Amt zurück und erhielt nunmehr Die Berufung zum Over-

Präsidenten von Brandenburg. Rach seinem AbschieD im Mai 1919 wurDe Loeoell zum Präsidenten Des Reichsbürgerrats gewählt und trat noch einmal 1925 durch Die Gründung des .Reichsblocks". Der sich Die Wahl Hindenburgs jum Reichspräsiden­ten zum Ziele gesetzt hatte, in Erscheinung.

General von Mudra gestorben.

Schwerin, 21-Rov. (TU.) SamStagnachmit- tag starb in Schwerin-ZippenDorf Der Armee­führer im Weltkriege, General Der Infanterie v. MuDra im 81 Lebensjahr. Bruno v. Mudra, Der am 1. April Dieses Iahres fein 80. Lebens­jahr vollendete, ist ein gebürtiger Schlesier. 1672 trat er als Leutnant in das GarDc-Pionier- Bataillow ein, mit Dem er bereits Den Krieg 1870 71 mitgemacht hatte. Leine ganze Laufbahn bis zum Generalleutnant verlief im Pionier- k o r p s. Als Generalleutnant wurde er 1909 ÄommanDcut Der 39. Division in Kolmar im El­saß. Im März 1911 erhielt er Das KommanDo über DaS 16 Armeekorps in Metz, Da» er bei AuSbruch Des Krieges ins Feld führte, und DaS auf Dem Vormarsch bei Longwy in Den be­gonnen unD bei Den Kämpfen um VerDun sich Lorbeeren errang. Vor Verdun wurde General v. Mudra später Führer der nach ihm benannten Armeegruppe, übernahm 1917 Den Ober­befehl über eine Armeeabteilung, später Den Oberbefehl über Die 8. Armee Im Osten, im Sommet 1918 über Die 1. Armee im Westen unD zuletzt über Die 17. Arme«. Seit KriegsenDe lebte General v. MuDra In äußerster Zurückgezogenheit in WieSbaDen, zum Schluß in Schwerin.

Louis Louchcur gestorben.

Paris, 22.Rov. (WTB.) Der Abgeordnete und frühere Minister Louis Loucheur ist heute nachmittag nach kurzer Krankheit gestorben. Lou­cheur fpicXte während des Krieges und in Der Rachkriegszeit eine bedeutende Rolle in der fran­zösischen Politik. 3m September 1914 war er von .Millerand mit der Organisierung Der französischen Kriegsindustrie betraut worden. Rach dem Waffenstillstand wurde er Wiederausbaumini st er. An Der Aus­arbeitung Der FrieDensDiktate war er einflußreich tätig, besonders an Deren wirtschaftlichen Bestim­mungen. Als Wiederaufbauminister hat Loucheur in Wiesbaden das bekannte A b k ommen mit Rathenau abgeschlossen. Loucheur gehörte dem französischen Kabinett in den folgenden Iahren als Handelsminister, al- Arbeitsminister und während Der französischen Inslationsperiode auch als Finanzminister an. Rach dem Siege De» Linkskartells im Iahre 1924 wurde Loucheur FührerderAadikalen Linken. Loucheur hat sich in den letzten Iahren um den deutsch- französischen Ausgleich bemüht, den er nur dann für Durchführbar hielt, wenn zuerst auf wirt­schaftlichem Gebiet eine Verständigung ge­schaffen würde, etwa in Der Weise, wie Der jüngst eingesetzte Deutsch-sranzö ische Wirtschaftsausschuß sie zu verwirklichen versucht. Auch als Vertreter des VölkerbunDes spielte Loucheur, der zu Den vertrauten Beratern BrianDS gehörte, eine Rolle. Mit Loucheur verschwinDet aus dem parlamen­tarischen Leben eine der repräsentativsten Er­scheinungen deS zeitgenössischen Frankreich.

Aus aller Wett.

Gedächtnisfeier für die Toten bei Weltkrieg».

Für Die Toten des Weltkrieg» veranstaltete Der Reichsbund Der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen Im Reichstag eine Weihcstunde, an Der Mitglieder desReichskabinetts, Angehörige des Reichs, tags und Vertreter der Behörden teilnahmen. An Der musikalischen Ausgestaltung Der Feier wirkte u. a. Der Gesangverein Der Berliner Buchdrucker und SchriftgießerT y p o g r a p h i a" mit. Der 1. Vor- sitzenDe Des ReichsbunDes. Christoph Psaendner, sagte in seiner GeDächtnisreDe: Trost für Die Hinter­bliebenen ist Der GeDanke, Daß Die, Die auszogen und nicht wieDerkamen für Das VaterlanD fielen, für Das beDrängtc Deutschland, für ihre Eltern Brüder und Kinder, fielen in Der großen Kameradschaft gemein- schaftlicher Pflichterfüllung Gerade Deshalb haben wir Die Pflicht, uns gegen eine falsch« Romantik zu wenDen. Kriege sinD Mcnschenwerk. Darum soll unser Glaube sein. Daß sie auch Durch Menschen überwun­den werden können. Uns alle mahnen unsere toten Helden, daß wir Den Lebenden Dienen unD Den Hin­terbliebenen Der Gefallenen mit allen unseren Kräften helfen sollen. So ehren wir unsere toten ÄameraDen am besten.

(Eine Deutsche Bereinigung berufstätiger Frauen.

Im Lyzeumsllub.in Berlin wurde Die Deutsch« Vereinigung berufstätiger Frauen als deutscher Zweig der internationalen Vereinigung berufs­tätiger Frauen (International Federation os Bu­sineß and Professional Woman) gegründet. Di« neue Vereinigung ist al» eine die Frauen Der verschiedensten Berufe zusammensassend« Organifation gedacht. Das Programm der deut­schen Vereinigung berufstätiger 'Frauen sieht u. a. vor. Pflege internationaler Beziehungen, Die An­lage eine- Archive» Der Frauenarbeit und Frauenberufe unter besonderer Berücksichtigung der Cr ahr. ngen anDe.-cr i. ä iDer. Aufklärung über weibliche OetiffÄintcreff«n,Ver­besserung der restlichen Stellung der F au, Re B- und BerVsb.ratu^g sow'.eA uSkuns.S- e r t c i l u n g in einschlägigen Beruf», ragen in enger Verbindung mit den dafür zuständigen be­hördlichen Stellen und privaten Organisationen, Arbeitsgemeinschaften und Fortbildungskurse und anderes. Zur Vorsitzenden wurde Landgerichts­rätin Dr. Marie Munk gewählt.

(Ein geheimnisvoller Mord.

In D u g g o w (Kreis Greifswald) ist am Vorabend des Totensonntags Die Ehefrau Thekla DeS Rittergutsbesitzers Haffo v. Hennig auf eigenartige Weise um» Leben gekommen. Beim Ueberschreiten eine» Waldwege» zur Abstattung eines DesucheS Der Familiengruft ertönte plötz­lich aus Dem Walde ein Schuß, durch den Die Ehefrau De» Gutsbesitzers im Rücken ge­troffen z u Boden sank. Die kriminal- polizeilich« Untersuchung ergab, daß der Schuß au» einem unbearbeiteten Karabiner (Modell 98) stammte, der kunstgerecht zwischen drei zu­sammen stehenden Baumstämmen an­gebracht war und dessen Mechanismus durch Zerreißen eine» übet den Weg ge­spannten Zwirn-faden» ausgelöst wurde. Die Frau des Rittergutsbesitzer» ist im Anklamer Krankenhaus an den Folgen der Ver­letzung gestorben. Die Kriminalpolizei ist noch mtt der Aufklärung dieses Mordes beschäftigt.

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5. Widersprich dem der Ämter.

6. Sei nicht allzu 1 warnen.

7. Lasse dick weder bam auf Gespräche treffen.

8. Sprich niemals ' 9 Sei, wenn uni) n Heuer unb aufmertfarr Eiliges fflefen treibt l ui) verleidet ihm sein

-chasse Abwechslt u.en kleinsten Dinger

3ür , 1. 5ei großzügig na. ijrau mindestens allwc ""leit mit nach Haus 2 Rede deiner Frau 3. Sei immer heiter. Hs wenn Der Mann i hause kommt.

< Nimm Rücksicht ci ki Kleinigkeiten.

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6 Gehe mindestens ei Fau gemeinsam aus wjflnugen ist die Fra> 1 suche nicht allzu i »<r deiner Frau Fam J Nimm keine Unter 1,..?kide dich auch Wch^und pflege dein |W- cel flut, gerecht

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