SJl.-jpOTt
Schüter^Wett' und Schauturnen im Turnverein 1846 Gießen.
An Stelle des sonst üblichen AbturnenS hatte der Tv. 1846 in diesem Jahre alS Auftakt zu seinem 85. Stiftungsfest die Iugend- Abtellungen am vergangenen Sonntag zu einem Wett- und Schauturnen in seiner Halle versammelt. 3n sieben Liegen kämpften über 124 Jungen, Mädel und Ougendturner in gemischten Mehrkämpfen um den Sieg. In der Halle, aus dem Turnhof und dem OswalLSgarten, wo die Läufe und ein Fußballspiel durchgeführt wurden, herrschte frohe- und muntere- Treiben, dem eine größere Anzahl aufmerksamer Zuschauer mit sichtlichem Interesse beiwohnte. Alle Kämpfe wickelten sich dank der guten Vorbereitung flott ab und verliefen ohne jeglichen Unfall.
Für den Nachmittag war ein großes B ü h - nenschauturnen der Schülerabteilungen an- geseht. Die al- Zuschauerraum dienende Halle war bis auf den letzten Platz beseht, als von recht- 92 Mädel in schmuckem blauen Turnanzug und von links 85 Jungen durch den Saal auf die geschmackvoll hergcrlchtcte Bühne marschierten. Ein Zwiegespräch zwischen einer kleinen Turnerin und einem kleinen Turner, in dem sie ihrer Freude und Lust am Turnen und ihre Dankbarkeit für den Turnvater Jahn zum Ausdruck brachten, leitete die reichhaltige Vorführungsfolge ein. Dann zogen freudestrahlende, begeisterte Jungen und Mädel in buntem Wechsel über die Bühne, zeigten das immer eindrucksvolle Bild von Massenfreiübungen, hübsche Hebungen an den Schwebekanten, Geräteturnen an Barren, Pferd und Reck. Stab-, Keulen- und Körperschul- übungen, ein viel Heiterkeit hervorrufendes Spiel mit Sack und Medizinball, ein wirkungsvolles Stockschlagen und reizende DolkStän'e. Ctne Liege Iugendturner schloß mit mutigen Sprüngen über das hochgestellte Pferd. Alle Vorführungen fanden den Beifall der begeisterten Zuschauer. Der 1. Sprecher des Vereins, Bureaudirektor Erle, dankte in einer kurzen Ansprache für die allseitige starke Teilnahme an der Veranstaltung, wies auf die Ausgaben hin, die sich der Turnverein mit seiner Arbeit an der Jugend gestellt hat und dankte vor allem dem unermüdlichen Leiter der Schülerabteilungen, Oberturnwart Erb, und seinen Helfern für die große Arbeit, die sie ständig mit sichtbarem Erfolge leisteten. Zum Abschluß schritt der Oberturnwart zur Siegerverkündigung. 94 von den 124 Teilnehmern konnten mit einer Urkunde ausgezeichnet werden. Nachstehend seien jeweils die 10 ersten Siegerinnen und Sieger genannt:
S ch ü 1 e r i n n e n - O b c r ft u f c (Achtkampf -, 24 Teilnehmer, 21 Sieger): 1. Annemarie Kröck, 138 Punkte: 2. Erika Wiegand, 136 P.: 3. Margot D-nderoth, 134 P: 4. Else Komps, 130 P.: 5. Emmi Ellermeier. 129 P.: 6. Gertrud Funke, 127 P: 7. Hedwig Schneider und Gustel Balser, 124 P-: 8- Nt'^h Wintterlin und Else Georg, 119 P.: 9. Gretel Gümbel, 118 P.: 10. Liselotte Walldorf, 117 P.
Schüleripnen-Unter stufe (Sechskampf: 31 Teilnehmer, 20 Sieger): 1. Margot Köhlinger, 104 Punkte: 2 Anneliese Georg, 96 P.: 3. Edith Goß, 95 P.: 4. Ella Schmidt, 94 P.: 5. Anni Gümbel und Christa Schreiner, 92 P: 6. Hilde Feußer, Nita Hahn, Hilde König, Frieda Lahn und Ilse Leiberling 89 P.; 7. Margot Gilbert, 87 D-: 8. Erna Habermehl, 83 P.: 9. Christel Herbert, 84 P.: 10. Liese! Link und Herta Lössel, 83 P
Schüler-Ober st ufe (Neunkampf; 28Teilnehmer, 20 Sieger): 1. Helmut Fleischmann. 154 Punkte: 2. Heinz Köhlinger, 151 P-: 3. Wal- ler Schäfer, 149 P-: 4. Werner Wiegand, 143 P.:
Wenn Menschen anseinandeegehn
Vornan von I. Schneider.Foerfil.
Urheberrechtsschutz Verlag O. Mei st er, Werdau.
19 Fortsetzung. Nachdruck verboten.
.Mache ihr den Vorschlag, daß sie heim nach der Tanja kommt."
.Ich teil! sie nicht dort toiffen, Vater."
Öin erstaunter Blick. „Besser ist sie nirgends aufgehoben, mein Sohn."
Szengeryi atmete mühsam. „Sie wird mit Guido Horvath zusammen fein.“
-21ch. deshalb?" Der Professor blieb vollkommen ernst. „Hier In Wien gibt es ohne Zweifel auch viele solche Horvaths. Wenn du nicht so viel Vertrauen in deine Frau sehest, mein Junge, t»afj sie dir Treue hält, auch wenn sie mit andern Männern zusammen ist, dann tust du mir leid und RoSmarie auch."
Eine heiße Welle fuhr in Szengeryis Wangen uno mochte sie auslohen. Er schwieg beschämt. Aber statt seine Unruhe loS zu werden, mehrte sie sich nur noch und wuchs mit jeder Minute.
RoSmarie empfing den Vater mit einem Leuchten im Gesicht. Man merkte kaum, daß ihr Glück eine Trübung erfahren hatte. Nur so oft Szen- gertji ihr eine Liebkosung erweisen wollte, wich sie vor ihm zurück.
.Warum machst du ihm da- Gehen so schwer?" mahnte Török, als sie für ein paar Minuten allem blieben. .Vergiß nicht, Kind: Es ist schon mancher fortgegangen, der nicht wiederkam."
Sie sah ihn aus ruhigen Augen an. .Es ist 2&er aud? schon mancher wiedergekommen, Vater der hat nicht mehr gesunden, wa- er verlassen hatte.
RoSmarie". warnte Török, .ich will nicht Vossen, daß hinter diesen Worten eine Zweideutig- leit versteckt liegt." u
.Gewiß nicht. Ich habe e- so gemeint, wie e- gefagt war."
Cfta« würdest du sagen. Kind, wenn ich mich BelaS Expedition anschtteßen würde?"
Sie hob die Schultern. .Du würdest dich jedenfalls so wenig beeinflussen lassen wie er"
Sie behielt recht. Schon am Abend war e« beschlossene Tatsache, daß der Prosessor an der Arife teilnahm. RoSmarie sprach mit keinem Wort dagegen. Sie' hatte sich abaefunden.
Der Tag der Abreise ruckte immer näher. ES gab tausenderlei zu ordnen und zu erledigen. Müde, abgehetzt, mißgestimmt, nervös kam S>cn- gertjl am Mittag nach Hauje, ah rasch <trüge Bissen und rannte dann wieder 'ort Nur fc-e übende bifit er frei für fein junges Weib. Gr
5. Walter Döpfer, 137 P-: 6. Hermann Schatz, 136 P-: 7. Hans Habicht 132 P.: 8. Reinhard Klotz, 126 P-: 9- Erich Henkel. 122 P.: 10. Walter Rahn und Rudolf Bellof 118 P.
Schüler-Hnter stufe (Siebenkampf; 33 Teilnehmer, 26 Sieger): 1. Gottfried Winter- hoff, 114 Punkte: 2 Erich Wagner. 109 P.: 3. Zritzkarl Iughardt, 105 P-: 4 Karl Sehrt. 101 P: 5- Helmut Hengst, 97 P.: 6. Kurt Fuch- und Karl Seim, 9b P-: 7. Helmut Bellof und Friedrich Bausch. 95 P.: 8. Robert Bouffier. 94 P-: 9. Kurt Neuser. 93 P: 10. Walter Berg und Karl August Winterhoff, 91 P.
Iugentur ner (Neuniampf: 8 Teilnehmer, 7 Sieger): 1. Hans Happet 170 Punkte: 2. Karl Luh, 148 P-: 3. Erwin Horehseck, 132 P.: 4 Otto Kompf, 130 P-: 5. Heinz Schäfer. 129 P.: 6. Emst Decker, 122 P.: 7- Clemens Bäcker, 118 P.
Großen-Linden-Heuche heim-Krofdorf
Der Gerälewettkampf in Grohen-cinden.
Zu dem am Sonntag in der Turnhalle zu (9ro- ßen-Linden stattfindenden Gerätewettkampf zwischen den Turnvereinen Heuchelheim, Krofdorf und Gro- ßen-Linden, haben die einzelnen Vereine jetzt die endgültige Teilnehmerlifte abgegeben. Hieraus ist zu ersehen, daß jede Mannschaft in der stärksten Aufstellung antreten wird. Es turnen die Jugend- turner, Altersturner und aktiven Turner je eine Kürübung am Pferd, Barren und Reck, während die Turnerinnen nur eine Kürübung am Pferd und Barren zu turnen haben. Außerdem turnt je eine Turnerin und je em Turner eine Kürfreiübung. Heuchelheim und Krofdorf haben ihre Hauptstärke bei den Turnerinnen und Altersturnern. Großen- Linden muß durch seine aktiven Turner ausgleichen. Der Kampf ist auf jeden Fall offen. Die Oberleitung ist dem Oaumännerturnroart Martin Textor (Marburg) übertragen worden, da ©auoberturn- wart Will einen Gerätewettkampf in Bad-Nauheim zu leiten hat.
e
Bor dem Gerätewettkampf Krofdorf, Heuchelheim und Großen-Linden empfängt die 1. Elf des Tv. Großen-Linden die 2. des Polizei- fPortvereinS Butzbach. Großen-Linden muh oen Linksaußen ersetzen: man hofft aber, daß die Mannschaft mehr Siegeswillen und Kampfgeist als am vergangenen Sonntag aufbringt, damit nicht das Spiel und damit die letzte Aussicht auf den zweiten Tabellenplatz verloren geht.
Handball im Gau Hessen (D.T.)
To. Dornholzhausen I — To. Lang-Göns I 2:0 (0.0).
Am Sonntag trafen sich die 1. Mannschaften der Turnvereine Dornholzhausen und Lang-Göns zu einem Freundschaftsspiel in Lang-Göns. In der ersten Halbzeit waren beide Mannschaften gleichwertig, nach dem Wechsel kamen die Gäste auf, er- Zielten den Führungstreffer und erhöhten, trotzdem nun auch die Platzbesitzer wesentlich besser wurden, auf 2:0. — To. Dornholzhausen II — To. Lang- Göns II 0:0; Dornholzhausen Schüler — Lang-Göns Schüler 1:1 (l.-y.
Tv. Allendorf (Lahn) I — Tv. Kirchgöns I 4:5.
Die Mannschaft des Turnvereins Allendorf konnte sich auf dem grasbewachsenen Platze des Gastgebers nicht zurechtfinden und kam erst in den letzten Miauten, nachdem Kirchgöns lange Zeit mit 5:1 geführt hatte, noch zu drei Treffern. Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf entsprochen. — Tv. Allendorf Iu- genb — To. Kirchgöns II 4:3.
Handball im La^n-Dünsbera Gau
Arn vergangenen Sonntag standen sich in der Bezirksklasse folgende Mannschaften gegenüber:
To. Waldgirmes I — To. Garbenhelm I 2:2 (1:0).
Der Ausgang des Kampfes entsprach dem Spielverlauf. Die Gegner waren sich gleichwertig und entwickelte ihr seine ganzen Reisepläne und weihte sie in all die großen und kleinen Schwierigkeiten des Unternehmend ein.
Wenn er dann sah, wie abwesend ihr Blick über ihn hinwegging, schwieg er. Ihre Gedanken waren weit von ihm. Sie hatte schon Abschied von ihm genommen, ehe er noch fort war.
So kam der letzte Tag des Beisammenseins. Török nahm am Nachmittag die Hände der Tochter zwischen die feinen und bat: „Kind, fei noch einmal gut zu ihm!"
»Bin ich es denn nicht, Vater? Hat er sich bei dir beklagt?"
»Nein. Aber er trägt so schwer daran. Wenn eiß Mensch sich in solche Gefahren begibt, wie dein Mann, sollte man noch einmal alle Liebe über ihn ausströmen lassen, deren man fähig ist."
Gin Lächeln zitterte um ihren Mund. „Ich weiß, daß er jedes Recht an mu) hat. Er kann es sich ruhig nehmen. Aber selber geben — das kann ich nicht mehr. Daß er sich In Gefahr begibt, muß er selbst verantworten. Ich habe es nicht gewollt. Es ist fein freier Entschluß. Er will berühmt fein." Ein leiser Spott schwang in den letzten Worten mit
Es wurde ein schweigsam stiller Abschied, den die drei Menschen zusammen feierten. Szengeryi war von qualvollen Ahnungen durchschauert, die ihm zuweilen die Kehle wie mit Seilen verschnürten, RoSmarie war ganz hinter kühle, ruhige Gelassenheit verschanzt, und Török war wehmütig, da ule beiden in solcher Weise voneinander schieden.
Er suchte zu vermitteln und sprach für die Wände. Die Tochter hörte über ihn hinweg. Als sie das Zimmer verließ, folgte ihr Szengeryi. Töröks Blick blieb an der Türe haften, die sich hinter den beiden geschlossen hatte.
Nach einer Weile kam der Doktor allein zurück, bleich im Gesicht, mit veränderten Zügen und einem unruhigen Stimmen in den 2Lugcn.
Dem Professor fiel eine neue Sorge auf die Brust: „Was ist gewesen?"
Szengeryi atmete hörbar. .Ich habe sie gebeten, mich bis Kristiania zu begleiten. Sie will nicht Wir hätten noch acht Tage zusammen sein können. Sie sagt sie habe keine Zeit."
»Du muht da- Kind zur Ruhe kommen lassen, Dela. In diesem Punkte kann ich RoSmarie nur beipfllchten. Wenn man sich schon trennen muh, dann so rasch als möglich. Jede- HinauSziehen verlängert die Quat"
Szengeryi mußte ihm recht geben. Er horchte na<b dem Flur, und als alles so unheimlich ruhig blieb, rannte er hinaus. Török hörte, wie er in bc® Zimmer nebenan trat. Dann wurde Belas bettelnde Stimme bis herüber vernehmbar. Nicht ein einziges Mal erklang die der jungen Frau. Szengervi mochte vollkommen vergessen haben, daß nur eine dünne Wand sie von dem Prv-
kämpsten hart um die Punkte. Die erste Halbzeit brachte nur einen Treffer für den Gastgeber: gleich nach der Pause kam Waldgirmes durch einen Fehler der gegnerischen Hintermannschaft zum zweiten Erfolg. dem aber die nunmehr druckvoller spielenden Platzbesiger den Ausgleich entgegensetzten.
To. Lrda I — Io. Kinzenbach I 0:0.
Das Spiel war ein harter Kampf zweier gleichwertiger Mannschaften. Das Treffen endete torlos. Den Crdaern fehlte die Durchschlagskraft im Sturm, die Kinzenbacher waren nicht ausdauernd genug.
To. Steinbach I — To. Beuern I 1:5 (0:4).
Der überaus kleine Platz verhinderte die volle Ent. foltung der Mannschaften. Die Steinbacher spielten während der zweiten Halbzeit reichlich hart. Beuern war während der ersten «pielhälfte klar überlegen und sicherte sich einen großen Dorsprung, der auch in der ausgeglichenen zweiten Spielhälfte nicht mehr aufgeholt werden konnte.
To. Hausen I — To. «Ibach II 11:2 (5:1).
Die Platzbesiger waren jederzeit überlegen und errangen einen auch in dieser Höhe verdienten Sieg. Das Spiel der Iugendmannschasten von Garbenheim und Garbenteich endete mit 2:4 Toren.
Großkampftag
auf dem Sportplatz 1900.
Arn kommenden Sonntag finden auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe einige Spiele statt, die erhöhtes Interesse für sich in Anspruch nehmen dürften. Für den Nachmittag hat die 1. Jugend- Mannschaft 1900 die 1. Jugend von Eintracht Frankfurt zu Gast. Anschließend spielt 1930 Liga gegen die Liga des Wetzlarer Sportverein-. Den Abschluß bildet ein Handballverbandsspiel gegen den hiesigen Turnverein 1846.
$. C Teutonia Steinberg.
Garbenleich I — Watzenborn-Steinberg I 0:6 (0:2).
Am Sonntag trug die 1. Mannschaft des FE. Teu- tonia Watzenborn-Steinberg ein Verbandsspiel gegen die gleiche Mannschaft des Sportvereins Garbenteich in Garbenteich aus. Dom Anstoß ab entwickelte sich ein flottes Spiel. Beide Mcumschaften fpiellen jedoch in der ersten Viertelstunde reichlich nervös. In der 18. Minute erzielte Steinbergs Mittelstürmer den ersten Treffer. Garbenteich ließ sich nicht verblüffen, kämpfte unoerdrosien weiter, aber nach kurzer Zeit konnte der Linksaußen der Teutonen zum zweiten Tor einsenden. Nach dem Wechsel lief Steinberg aber immer mehr auf und konnte bis zum Abpfiff das Ergebnis auf 5:0 erhöhen.
Der Preis für den Rhönsegelflug- Wettbewerb 1931.
Der Zuspruch des vom Reichsverkehrsministr- rium als Preis zum Rhön-Segelflug-Wcttbewerb 1931 gestifteten Motorflugzeugs war vom Preisgericht des Wettbewerbs zurück^estettt worden, da kein Bewerber die Bedingungen der Ausschreibung voll erfüllt hatte und daher wegen Zuerteilung des Preises erst die Zustimmung des Stifters ein- geholt werden mußte. Der Preis ist nunmehr dem Württembergischen Luftfahrt-Verband für feine hervorragende Gesamtleistung im 12. Rhön-Wettbewerb und in Anerkennung feiner sonstigen Verdienste um die Verbreitung des deutschen Segel- flugS zugesprochen worden.
Kurze Sportnotizen.
Erstmalig wird am Samstag in Düsseldorf ein Zweistunden-Mannschasts'chwimmen durchgeführt, das nach Sechstageart mit vier großen Wertungsspurts ausgestattet ist.
Die Westdeutsche Fußballmannschaft für den am kommenden Sonntag in Düsseldorf stattfindenden Repräfentativkampf gegen Ostholland mußte erneut geändert werden. Da der Schalker Mittelstürmer Kuzorra von feinem Verein für ein DerbandSspiel dringend benötigt wird, sollen Hochgesang (Fortuna Düsseldorf) oder Homan (Benrath) den Angriff führen.
fefsor trennte, denn feine Rede wurde immer lauter, immer dringlicher, jede- Wort war zu verstehen.
„Rosmarie, ich bitte djch gar nicht, mir treu -u fein, während ich fort bin, weil ich fürchte, ich könnte dich dadurch beleidigen. Du wirst es als die gleiche Selbstverständlichkeit betrachten wie ich selbst. Hast du mich gehört, mein Liebes?"
Jede Antwort unterblieb.
„Ich verspreche dir ..." Szengeryis Stimme brach ab und Hub von neuem an: „Ich verspreche dir, daß ich niemals vergessen werde, was ich dir schuldig bin: Die gleiche Treue, wie ich sie von dir erwarte."
Schweigen.
„LoSmarie, nur auf dieses Eine gib mir Antwort. Darf ich auf Nachricht von dir hoffen? Wirst du mich wissen lassen, wo du bist und wie es um dein Befinden steht?"
„Wenn es dich interessiert, kann ich es ja tun."
Török krampfte sich das Herz zusammen, als er nun die Stimme der Tochter vernahm.
„Wofür sollte ich sonst mehr Interesse haben als für deine Briefe?" kam Szengeryis Frage.
Dann ein Aufschrei!
Der Professor stürzte zur Tür.
Drüben auf dem Boden kniete Szengeryi und hielt feine Frau im Arm, deren totbleicheS Gesicht gegen feine Schulter gefallen war.
„Vater, einen Arzt!"
„Rübe. Bela! Nur Ruhe! Es ist sicher nur eine Ohnmacht." Er griff mit zitternden Händen nach einem Flacon auf LoSmarie- Toilettetisch und rieb ihr die Schlägen. Szengeryi hob sich mit der geliebten Last auf den Armen vom Teppich auf und bettete sie in die Kissen.
Niemals, selbst in den liebeseligsten Wochen vor und nach ihrer Hochzeit hatte er solch leidenschaftliche Worte für sein Weib gesunden, wie jetzt, wo er über die reglose Gestalt hingeneigt stand.
Lo-marie- Mund, der ihm einst so verheißend gelacht hatte, war zu einer harten Linie aufeinander gepreßt. Szengeryi vergaß die Gegenwart des Schwiegervaters und überströmte daS bleiche Gesicht mit einer Flut von Küssen, horchte mit verzerrtem Gesicht auf den leiten Schlag ihre- Herzens, der in schleppender Langsamkeit an sein lauschende- Ohr drang, und hob dann mit eiserner Entschlossenheit da- Gesicht emvor.
„Vater, ich bleibe! Uebemimm du die Leitung der Erpedition?"
„Bela, du weißt nicht, wa- du sprichst."
„3d) weiß e-."
..Nein! Du hast unterschrieben. Der Vertrag ist bindend. Deine ganze Zukunft ist untergraben. wenn du wortbrüchig wirst."
„Ich werde in- Ausland gehen und mir dort eine neue Eristenz gründen."
Kirche und Schule.
Oekanaiskonferenz zu Gießen.
Sine Konferenz der evangelischen Geistlichen des Dekanats Gießen am Dien-tag im Markus- faal wurde von Pfarrer L t a u b a ch. Watzenborn-Steinberg mit Schriftwort und Gebet eröffnet Dekan Guß mann. Kirchberg, begrüßte die Teilnehmer. Herr Schäfer. Darmstadt, hielt einen Vortrag über die Evangelische Sterbevorsorge Auch die Devaheim - Angelegenheit wurde ausführlich erörtert. Pfarrer Staubach machte Vorschläge über die KonfirmationSord- nung in Landgemeinden. Bibel, Katechismus, Konfessionskunde und Kirchengeschichte feien zu berücksichtigen: eine gar wiederholte „Prüfung" wurde verworfen- Eine rege Aussprache schloß sich an.
Tagung der hessischen Inneren Mission.
)( Frankfurt a. M.. 20. Oft Der Hessische Landesverein für Innere Mission und der Landesverband für Innere Mission in Hessen hieften am Montag in Frankfurt ihre Mitgliederversammlung ab. Die Versammlung war aus allen Teilen Hessen- gut besucht. Pfarrer Grein (Arheilgen) hielt eine kurze Andacht, Pfarrer Wagner l Darmstadt), der Vorsitzende des Landesvereins, begrüßte die Teilnehmer. Direktor Röhricht l Darmstadt) erstattete sodann den Jahresbericht, der eine reiche und gefennete Tätigkeit der Inneren Mission auswieS. 49 VolkSmissionswochen und vier Ar- beiterschulungSwochen wurden gehalten: 84 Kinder kamen zu Erholungskuren in Familien. Die Arbeit der evangel. Versicherung-zentrale bat ftch gut entwickelt. Sowohl beim Diakonissenhaus Elisabethen st ist, als auch beim Hessischen Diakonieverein konnte ein erfreulicher Zugang an Schwestern festgestellt werden In den beiden Herbergen zur Heimat in Gießen und Friedberg bzw. in Darmstadt fanden 33 336 bzw. 19 030 Übernachtungen statt. Bon den Dekanat-erz lehung-verci- n e n wurden 1080 Zöglinge betreut. Leider muhte toeaen der auch in den Anstalten der Inneren Mission fühlbaren schweren wirtschaftlichen Lage manche notwendige Arbeit unterbleiben. Man plant, die leerstehende Anstalt in Jugenheim (Rheinhessen) mit pflegebedürftigen Schwachsinnigen zu belegen. Der Bericht betonte besonder- den Willem durchgubalten und in der Liebe-arbeit nicht zu erlahmen. Nach dem Vortrag des Rechnungsberichtes für 1931 und des Voranschlags für 1932 fanden die satzung-gemäßen Wahlen statt. Die au-scheidenden Mitglieder wurden wieder- gewählt: an Stelle von Kirchenrat Röschen und Bibliothekar Weber wurden Dekan B e r n - deck und Studienrat K n ö p p neugewählt.
Unmittelbar anschließend fand eine Mitgliederversammlung d e« Oberh es fischen Verein« f ü r I n n e r e M i s s i o n statt. Auch hier wurden die sahungSgemäß ansscheidenden Vorstandsmitglieder w'edergewäblt. für den au« Oberhessen verzogenen Pfarrer Waldeck wurde Pfarrer Kahn (Lich) neugewählt.
Nachmittags sprach dann D.rektor Röhricht (Darmstadt) über .die Krisis in der deutschen Inneren Mifs-on". In der a-schlie'' <mden Aussprache wurden alle in Betracht kommenden Fragen e‘ncr eingehenden Besprechung unterzogen. Ucbcrall wurde der Wille kund, mit allen Kräften cHc schwierige Lage zu überwinden.
Taten für Rrcitflfl 23. Cftober
Sonnenaufgang 6.02 Uhr, Sonnenuntergang 17 16 Uhr. — Mondaufgang 16.25 Uhr, Monduntergang 3.21 Uhr.
1801: der Komponist Albert Lortzing in Berlin geboren: — 1805: der Dichter Adalbert Stifter in Ober- plan geboren: — 1844: der Maler Wilhelm Leibi in Köln geboren.
„Bela!" Torök zwang die erregten Männer- hände, die Rosmarie- Gesicht umklammert hielten. herab und nahm sie zwischen die seinen. „Man muß in jeder Lebenslage die Vernunst obenan stehen lassen, mein Sohn! Diese Nervenkrise —
Drauheß schellte die Klingel durch da« Hau«. Dann kam eine Stimmt von der Diele her. die Szengeryis Blut au- allen Adem zum Herzen riß.
„Horvath! — Vater, ich kann ihn nicht sehen 1"
„Hast du ihm irgendwelche Vorwürfe zu machen?" Töröks Augen lagen in strengem Forschen in denen de- jungen Manne«.
„Nein."
„Dann hat er ein Recht, begrüßt zu werden. Bis du dich etwa- gefaßt hast, will ich ihn empfangen."
Horvath stand im Flur und reichte dem Mädchen Hut und Mantel, als Töröks Hand sich ihm entgegenstreckte und der Professor ihm von der Unpäßlichkeit der Tochter berichtete.
Der Künstler erschrak. „Rosmarie ist krank? Nervenzusammenbruch?"
Szengeryi drückte die Lippen aufeinander. Was die Stimme da draußen sprach, war ein einziger Vorwurs für ihn. Er vermochte sich kaum zu beherrschen, nicht nach dem Flur zu rennen und dem andern in- Gesicht zu schreien:
„Hast du vielleicht geglaubt, ich sei schon fort? Kannst du nicht einmal warten, bis ich Wien den Rücken gekehrt habe? — Aber ich geh ja nicht! Ich bleibe ja!"
Er lacyte wie ein Irrer. Rosmarie« Augen schraken au« der Betäubung hoch und hefteten sich verständnislos auf ihn. „Warum lachst du?"
„Mein Liebe«!" ör sah. wie sie sich schmal machte, al« fürchte sie sich vor seiner Liebkosung. Ihr Arm fand kaum die Kraft, sich aufzu- stützen.
..Ich dachte, du seist schon fort Hast du den Anschluß versäumt?"
Er vergaß, daß er bleiben wollte, und riß die Uhr heran« „Noch eine Stunde. Du sollst ruhen, mein Liebe«!" mahnte er, al« sie versuchte. einen Schritt in« Zimmer zu tun. E« ging.
„3d) bin ganz wohl", sagte sie gleichmütig, taumelte und griff nach dem Rand de« Tische«, bevor fein Arm sie zu stützen vermochte.
Szengeryi überhörte da« Klopsen an der Türe, und so kam e« daß Horvath gerade In dem Augenblick in« Zimmer trat, al« die junge Frau ihr gelöste« Haar in Ordnung brachte. Der junge Gatte sah, wie ein dunkle« Rot blitzartig über ihre Wangen rannte und wie diese auflohten, al« stünden sie im Feuer.
(Fortsetzung folgt)


