Ausgabe 
23.6.1931
 
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Abendsporisest aus dem ilniverWssporlM.

Sportler, Turner, Soldaten und Studenten in der Kampfbahn.

QInt morgigen Mittwochabend steigt auf dem Llniversitätssportplah eine Veranstaltung, die das erhöhte Interesse der Gießener Sportbegeisterten mit Recht für sich in Anspruch nehmen dürfte. Das Abendsportfest, das in der gleichen Form schon im vergangenen Jahre abgchalten wurde, hat einen besonderen Reiz darin, daß es durch­weg Leichtathleten sind, die aus den hiesigen Or- aanisationen heraus in den Wettstreit treten. Mehr oder weniger sind die Kämpfer alle gut be­kannt, man kennt ihre Leistungen und ihre Schwächen, und kann sich in groben Umrissen ein Bild von dem zu erwartenden Sport und den zu erwartenden Leistungen machen.

In den Wettstreit treten die Vereine Spiel­vereinigung 1900, der Verein für Bewegungs­spiele 08. der hiesige Männerturnverein. die Leichtathleten des Reichswehrbataillons und die Studenten der Universität. Der Turnverein 1846 hat leider im letzten Augenblick seine Zusage zur Beteiligung zurückgezogen, so daß sich der Wett­kampf zwischen den fünf genannten Organisationen abspielen wird. Auf Grund der Meldungen (Mel- dungsschlutz war der 20. Iuni) läßt sich aber schon jetzt sagen, daß der Match zu einem Dreikampf werden wird, bei dem die Universität, die Reichswehr und die Spielvereinigung 1900 um die Palme des ersten Siegers ringen werden. Der Verein für Bewegungsspiele geht auch zu diesem Kampf schwer benachteiligt in die Dahn, denn einige der Leistungsfähigsten des Vereins star­ten entweder für die Reichswehr oder aber für die Universität, da sie ihrer beruflichen Posi­tion entsprechend diesen Organisationen eher ver­pflichtet erscheinen.

Die Ausschreibung verzeichnet folgende Kon­kurrenzen: 100 Meter, 3000 Meter, 4 X 100 Me­ter. Schwedenstaffel, 3 X 1000 Meter; außerdem Hochsprung. Weitsprung, Stabhochsprung. Kugel­stoßen, Diskuswerfen und Speerwerfen. Als Kampfrichter fungieren die Sportstudenten des Instituts für Leibesübungen, denen je ein Ob­mann aus den beteiligten Vereinen beigegeben ist.

Die Meldungen zu den einzelnen Konkurrenzen geben für den Kundigen ein interessantes Bild. Für die 100 hat die Universität ein schlagkräf­tiges Aufgebot: W. Müller, Eltracher, Mehner. Die übrigen Konkurrenten dürften nichts oder nur wenig gleichwerttges entgegenzusetzen haben. Becker (Mtv.) immerhin beachtenswert. Ueber 3000 Meter laufen Schaaf und Gerhard (1900) als Favoriten, denen der Sieg kaum streitig zu machen sein wird. Die Universität stellt Hartmann und Kraft. Ob sie sich behaupten können, erscheint zum mindesten sehr fraglich Die Reichswehr ist durch Reitz und Heise vertreten. Dom VfB. liegen Ra- mensnennungen bisher nicht vor. In der 4X100- Meter-Staffel hat die Universität in den Studen­ten Eltracher, Eltracher, Mehner, Mül er eine kaum zu überwindende Mannschaft zur Stelle. Di« Sportler, die Turner und die Soldaten werden sich nur schwer behaupten können. Ein scharfer Kampf steht in der 3xl000-Meter-Staffel bevor. Die Spielvereinigung hat in Glagow, Daum­stieger und Depperling eine zuverlässige Mann­

schaft zur Verfügung, die Reichswehr stellt Poeh, Günther und Büttner. Die Universität hat auch hier Kraftreserve (Stepp, Daupel. Eschenröder), aber trotzdem dürften die 1900er in Front zu er­warten sein. Da in der Schwedenstaffel Eltracher für die Universität die 400 Meter läuft, (außer­dem sind Mehner und Müller mit von der Partie), wird für die anderen Konkurrenten nicht allzuviel zu erben sein.

Heftige Kämpfe werden sich auch in den Sprung- und Wurfkonkurrenzen entwickele Für Kugelstoßen und Diskus sind die beiden Reichs­weh rsoldaten Mohl und Gugel als 1. Sieger gut. Schäfer (1900) hat sicherlich dann ein Wort mit» zureden, wenn er seine frühere Form wieder er­reicht hat. Tüchtige Mehrkämpfer stellt hier der Mtv. in Malkomesius und Rothermel. Im Stab­hochsprung dominiert Steines (Reichswehr). In Iung (1900) erwächst ihm allerdings ein Gegner. Sonst dürfte ihm aber wohl niemand den Sieg streitig machen. Für das Speerwerfen haben die Turner Rothermel, Malkomesius und Linden- struth gemeldet, Dietz und Gruber werfen für die Reichswehr, Frey (Universität) hat die 50-Meter- Grenze schon überworfen; Bachmann wird für die Spielvereinigung diese Konkurrenz bestreiten. Ob Hopfenmüller, der wohl der aussichtsreichste Mann für den ersten Platz sein dürfte, für die Spielvereinigung 1900, oder für die Universität starten wird, ist noch nicht entschieden. Die 1900er verlieren in ihm, falls er für die Universität ge­wertet wird, eine starke Waffe. Für Hochsprung und Weitsprung sind zu nennen: Weil undGrünig (Universität), Iakob (Reichswehr), Rothermel, Malkomesius (Mtv.), Weil sprang bereits 1,80 Meter und hat damit die besten Aussichten, wenn er mit einer ähnlichen Leistung aufwartet.

Den schwersten Stand werden bei all den Kämpfen di« beiden Turner Rothermel und Malkomesius haben, die als tüchtige Mehrkämpfer für ihren Verein die größte Anzahl an Konkur­renzen bestreiten sollen. Inwieweit sie sich gegen die starken Gegner, die spezieller trainiert sind, durchsetzen können, bleibt sehr abzuwarten, ins­besondere deshalb, weil doch die Austragung der einzelnen Wettbewerbe in sehr kurzen zeitlichen Zwischenräumen erfolgen muß, wenn das Pro­gramm pünktlich durchgeführt werden soll. Die meisten Aussichten auf die beste Gesamtwertung muß man auf Grund der Meldungen der Uni­versität zusprechen. Trotzdem werden d'.e Studenten den Sieg auch nicht im Handgalopp erringen können, denn die Soldaten in erster Linie dürfen nicht unterschätzt werden, und das gute Läufer- material der 1900er ist ein Faktor, der in Rech­nung gestellt sein will. So viel steht aber fest, daß am morgigen Abend guter Sport geboten werden wird. Die Wetttämpfe beginnen (entgegen der Veröffentlichung auf den Plakaten) erst um 18.45 Uhr, da verschiedene Wetttäinpfer beruflich bis zu diesem Zeitpunkt gebunden sind. Um 16 Uhr tragen die Fußballmannschaften der Universität Gießen und der Technischen Hoch­schule Darmstadt ein Gesellschaftsspiel aus, bei dem die Darmstädter in Front erwartet werden.

Wirtschaft.

Oie Arbeiismarkilage in Hessen und Hessen-Nassau.

Nachlassen der Aufnahmefähigkeit.

Ueber die Arbeitsmarktlage in Hessen- und t Hessen-Rassau berichtet das Land esarbeits­amt Hessen, Frankfurt a.M.: Die Auf­nahmefähigkeit des Arbeitsmarktes hat während der Derichtszeit merklich nachge­lassen. Rach den Berichten der Arbeitsämter dürfte mit einer erheblichen weiteren Entlastung im Laufe dieses Sommers kaum mehr zu rechnen sein. In sechs von acht­zehn Arbeitsamtsbezirken ist die Arbeitsuchenden­ziffer bereits wieder leicht gestiegen. Die Stag- ' Nation erstreckt sich auf alle- Berufsgruppen, ein­schließlich des Baugewerbes; die Portefeuille- Industrie und das Bekleidungsgewerbe weisen sogar infolge von Saisoneinflüssen eine aus­gesprochene rückläufige Tendenz auf; die Zahl der Arbeitsuchenden ist in diesen Gruppen um 5,4 bzw. 6,9 Prozent gestiegen. Am 15. Iuni waren bei den Arbeitsämtern insgesamt 2 5 4 1 4 6 Arbeitsuchende gemeldet, davon waren 41 752 Frauen; gegenüber einem Bestand von 255 406 (41 593 Frauen) am Anfang des Monats ist ihre Zahl also nur unbedeutend, um 1260 oder 0,5 Prozent zurückgegangen, und zwar nahmen

die Männer um 1419 ab, während die Frauen um 159 stiegen. Anspruch auf die Hauptunter- stühung in der Arbeitslosenversicherung hatten am 15. Iuni 85 641 (Abnahme gegen den Stand vom 1. Iuni 5354), auf Krisenunterstühung 51 307 (Zunahme 751) Personen. Die Abnahme der Hauptunterstützungsempfänger in der Ar­beitslosenversicherung ist zu einem großen Teil auf die Erschöpfung des Änterstützungsanspruchs zurückzuführen. Bei Rotstandsarbeiten, die aus Mitteln der Reichsanstalt gefördert werden, wur­den Ende Mai 2115 frühere Hauptunterstühungs- empfänger und 207 Wohlfahrtserwerbslose be­schäftigt.

Interessengemeinschaft im Bankgewerbe

Berlin, 22.Juni. (CNB.) Die zwischen den Firmen S. Bleichröder, Berlin, und G e b r. A r n h o l d, Dresden-Berlin, zum gemeinsamen Ausbau des Auslandgeschäfts gepflogenen Verhandlungen haben die Zweckmäßigkeit einer engen Zusammenarbeit auch im I n - lande ergeben. Ein diesbezügliches Abkommen ist, wie WTB.-Handelsdienst erfährt, heute mit Wir­kung vom 1. Juli 1931 ab unterzeichnet worden. Unter voller Aufrechterhaltung der Selbständigkeit beider Firmen treten Herr Dr. Paul v. Schwabach sen. in die Firma Gehr. Arnhold und die Herren

Konsul Adolf Arnhold-Dresden und Hans Arnhold- Berlin in die Firma S. Bleichröder als persönlich haftende Gesellschafter ein. Die seit vielen Jahren bestehende Jnteressennahme des Hauses S. M. Roth­schild-Wien an der Firma S. Bleiströder bleibt auch für die Folge bestehen. *

* Vor dem Abschluß eines deutschen Kunstseidesyndikates. Die Bemberg AG., die J.-G.-Farbenindustrie und die Friedrich Suttner AG. in Pirna haben grundsätzliche Vereinbarungen über die Bildung eines deutschen Kunstseidesyndika­tes abgeschlossen. Das Syndikat soll gleichzeitig mit dem in Bildung begriffenen internationalen Vis- cosesyndikat für den deutschen Markt in Kraft tre­ten, d. h. in einigen Monaten.

*E m a g" Elektrizitäts-AG., Frank­furt a. M. Das abgelaufene Geschäftsjahr stand unter dem Einfluß des ungewöhnlich scharfen Kon­junkturrückganges. Die Gewinn- und Verlustrech­nung zeigt einen Bruttogewinn von 1,81 Millionen Mark (einschließlich 2658 Mark Vortrag); Unkosten beliefen sich auf 1,21 (1,54), Löhne auf 0,54 (0,76) Millionen Mark, sodaß ein Reingewinn von 57 849 Mark (102 478) verbleibt. Die Verwaltung beantragt, der für den 24. Juni einberufenen GD. vorzuschla- gen hieraus 3000 Mark dem Reservefonds zuzufuh- ren'und den Rest von 54 849 Mark für Abschrei­bungen auf die Warenvorräte zu verwenden (i. 23. 9 v. H. Div.).

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 23. Iuni. Tendenz: ner­vös. An der heutigen Effektenbörse war die Ten­denz stark nervös. Rach der starken Auf­wärtsbewegung von gestern machte sich heute eine ruhigere Beurteilung der Situation be­merkbar, da man die Stellungnahme Frank- re i ch s zu dem Vorschlag Hoovers abwartet. Die Grundstimmung war weiter fest, doch war brr der Kulisse in Anbetracht des nahenden Ultimos eine gewisse Zurückhaltung zu beobachten. An­regung erhielt die Börse von der weiteren Be­festigung der Mark, ferner von den durchweg festen Auslandsbörsen. Weiteren Käufen des Publikums vom In- und Auslande standen Ab­gaben der Spekulation zwecks Ge­winnsicherung gegenüber, so daß die Kurs­gestaltung gegen die abgeschwächte Abendbörse sehr uneinheitlich war. Das Geschäft erfuhr je­doch gegen gestern eine wesentliche Einengung. Bis zu 2,5 Prozent fester lagen Elettrckwerte. Chemienebenwerte und Kaliattien. Am Zell­stoffmarkt zogen Aschaffenburg 4,75 Prozent an, während Waldhof 1 Prozent nachgaben. Die Zahl der Abschwächungen war ebenfalls groß, doch seien nur die wichtigsten erwähnt. Rheinische Braunkohlen minus 3,5 Prozent, Deutsche Lino­leum minus 3 Prozent, A.-G. für Derkehrswe- sen minus 3 Prozent, Wayh & Freytag minus 2 Prozent, Aku minus 1,5 Prozent. I.-G.-Far- ben eröffneten gut behauptet.' Bank- und Schif­fahrtswerte nur wenig verändert.^ Am Anleihe­markt konnten deutsche und ausländische Werte leicht anziehen. Der Pfandbriefmarkt lag sehr still und nur wenig verändert. Reichsschuldbuch­forderungen gaben zirka 0,5 Prozent nach. Auch im Verlaufe war keine einheitliche Tendenz fest­zustellen, und die Kurse schwankten unsicher nach beiden Seiten. Zeitweise drückten G e w i n n m i t- nahmen in etwas größerem Aus­maße auf die Kurse, wobei besonders I.-G.- Farben und einige Spezialwerte in Mitleiden­schaft gezogen wurden. Am Geldmartt war Ta­gesgeld mit 6 Prozent unverändert. Am De­visenmarkt erfuhr die Reichsmark eine Be­festigung. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2095, gegen Pfund 20,4875. Das englische Pfund lag international fest. London gegen Reuyork 4,8675, gegen Paris 124,29, gegen Mailand 92,93, Madrid auf Kreditverhandlungen mit Frank­reich auf 49,50 befestigt. London gegen Schweiz 25,0950, gegen Holland 12,0913.

Berliner Börse.

Berlin, 23. Juni. (WTB. Drahtbericht.) Nach­dem an der gestrigen Abendbörse auf die Hausse an der Mittagbörse bereits eine gewisse Reaktion feft-- zustellen war, nannte man heute vormittag wieder etwas festere Kurse, da man glaubt, daß die Besserungen sich heute sortfetzen würden, und vor allem die Festigkeit der Reichsmark an­regte. An der Vorbörse und zu Beginn des offiziellen Verkehrs wurde es kursmäßig etwas schwächer, wäh­rend die Grundtendenz weiter zuversichtlich blieb. Die Bankenkundschaft hatte die stark erhöhten Kurse zu Gewinnmitnahmen benutzt auch aus dem Auslande lagen einige (imitierte Verkaufsorders vor. Die ersten Kurse zagten Rückgänge von 3 bis 5 v. H., doch waren auch verschiedene Besserungen zu beob­achten. Die Spekulation hielt sich ziemlich zurück, da man erst die Entscheidung Frankreichs, die heute fallen wird, abwarten will. Man glaubt jedoch, daß der Vorschlag Hoovers in feiner ursprüng­lichen Form ohne Einschränkungen angenommen

wird, zumal nach neuesten Washingtoner Meldungen kein Zweifel besteht, daß von Amerika Kon. Zessionen nicht gemacht werden. Von gün- ftigen Momenten wäre die Hausse an sämtlichen internationalen Börsenplätzen zu erwähnen, beson- ders in Reuyork, wo deutsche Werte leb- haft gefragt wurden und Aoung - und Dawesanleihe beträchtliche Kursge­winne erzielten. Das Geschäft war wesentlich ruhiger, als gestern. Reben verschiedenen Plus-Plus- Zeichen' nannte man auch Minus-Minus-Zeichen. Laurahütte, Chemische Heiden, Goldschmidt, Elek­trische Licht & Kraft, Lahmayer, Aschaffenburger Zellstoff, Eisenbahnverkehrsmittel und Braubank konnten bis 5 v. H. anziehen. Neubesitz lagen 0,30 v. H. schwächer. Pfandbriefe waren eher gefragt. Der Geldmarkt blieb bei unveränderten Sätzen weiter angespannt. Am Devisenmarkt hat sich die Reichs­mark weiter befestigen können. Nachfrage und Angebot dürften sich auch heute wohl aus- gleichen. Im Verlaufe wurde es zunächst etwas schwächer, später aber auf fefte Auslandmel- düngen wieder fester. Gegen 12.45 Uhr konnten sich die im Verlaufe erzielten Gewinne nicht immer behaupten. Die Kurse zeigten auf dem An­fangsniveau zeitweise Widerstandsfähigkeit. Nur Karstadt, Elektrische Licht & Kraft' und Rheinische Braunkohlen minus 2,5 v. H. unter A-nstuig.

Notverordnung und Tabaksteuer.

Kleinstpackungen für Zigaretten.

Die Durchführungsverordnung zur Notverordnung

über die Aenderung des Tabaksteuergesetzes ist nun­mehr erschienen. Danach werden mit Wirkung ab

1. Juli 1931 folgende Zigaretten-Preislagen, Packun-

gen und Steuersätze festgesetzt:

Banderole

Zigarettenpxeislage

Packung

2% Pf.

4, 10, 20, 50

30 v. H.

3%

3, 6, 9, 12

30

4

5, 10, 25, 50

31

5

5, 10, 25, 50

34

6

10, 25

35

8

10, 25

38

10

10, 25

40

Das Reichsfinanzministerium verfolgt mit dieser Umänderung der Tabaksteuersätze und Neueinfüh- rung von Packungsgrößen den Zweck, die Fabrikation von Konsumzigaretten zu erleichtern, um die Stagna­tion im Zigarettenverbrauch zu überwinden und dem Konsum einen neuen Impuls zu geben. Letzten Endes soll die Steuer der gesunkenen Kaufkraft der Bevölkerung angepaßt werden, da nur so der Steuerertrag aus der Zigarette gehoben werden kann. Aus dem gleichen Bestreben heraus wird der Einzelverkauf im wesentlichen wieder zugelassen, auch werden statt 9 Stück Zigaretten zu 40 und 50 Pf. wieder 10 Zigaretten erhältlich sein. Die Zigaretten- inbuftrie wird nach Vornahme der notwendigen Um­stellungen dem Konsum dadurch einen weiteren Im- puls zu geben suchen, daß sie kleine Packungen zu 3, 4 und 5 Stück in den entsprechenden Preisklassen einführt.

Kunst und Wissenschaft.

Darmstädter Theaterausschuß gegen Hartung.

WSR. D a r m ft a fr t, 20. Iuni. In einer längeren Sitzung des städtischen Th-eaterausschus- ses haben sich die Ausschußmitglieder mit über­wiegender Mehrheit ohne Widerspruch gegen die Wahl Hartungs zum Generalintendan­ten ausgesprochen. Oberbürgermeister Mueller wurde lebhafte Zustimmung zu seiner Stellung­nahme ausgesprochen. 3m städtischen Theater­ausschuh sind sämtliche Fraktionen des Stadttats vertreten.

Letzte Nachrichten.

Noch kein Beschluß des französischen Ministerrais.

Paris, 23.Juni. (MTB. Drahtbericht.) heute vormittag fand im Elysee unter dem Vorsitz des Präsidenten Doumer ein Mini st errat statt, in dem der Vorschlag Hoovers auf einjährige Zahlungsaussehung geprüft wurde. Rach dem offi­ziellen (Kommunique erstattete Außenminister 23 r i a n b Bericht über die Bedingungen, unter denen die französische Regierung mit diesem Vor­schlag befaßt wurde. Finanzminister F t a n d i n und Budgetminister p i e t r i sprachen über die Fol­gen, die die Durchführung der amerikanischen Anregung auf die französischen Finanzen haben würde. Die Diskussion über dieses Thema wird im Laufe eines Ministerrats morgen vormittag fortgesetzt werden. Dabei wird auch der Text der Antwort festgelegk werden, die dem Präsidenten Hoover zugeftellt werden soll.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7 V.H., Lombardzinsfuß 8 v. H.

.vrumiut j .ui.

2Jtrh

Sapuß- lurd

l'Uhr. Ärr#

Schluß­kur»

Anfang- Kur»

Datum

22.6.

23.6

22.6.

23.6.

6% Deuyche iKeidH'anteihe d. 192.

81

79,75

7% Deutsche ReichSanlcihe B.1929

95

94,65

5Ä% Douug-Anlcche von 1930 .

69

69

Deutsche Anl^Ablös^Schuld mit

AuSlos.»Rechten.......

52,13

52,75

52

52,13

Deögl. ohne Auslos.-Rcchte . .

5,6

5,65

5,8

5,5

8% Hess. Volkostaat von 1929 irttckzahlb. 102%)......

87,5

-

88,5

Oberhejsen Provinz-Anleihe mH

Auölos.-Rechten.......

Deutsche Komm. Sammelabl.

Anleihe Serie 1.......

50

50

W

8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse

15 unkündbar bis 1935 ....

98

__

7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1936 Serie 16 .

96

_

-

__

4'/2% Franks. Hyp.-Bank Liqu.- Psandbriese.........

89

_

4/,% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.

Goldpse...........

_

_

_

8% Pr. LandeSpsandbriesanstalt, Psandbriese R. 19......

100

___

100

_

7% Pr. Landespsandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 10......

96

4% Oesterreichische Goldrente . . 4,20% Oesterreichische Silberrente

19,65

-

1,4

4% Ungarische Goldrentc . . . .

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

17

16,7

16,8

14

14

4'/r% desgl. von 1913 ....

5% abgcst. Goldmexikaner von 99

14,5

7,25

4% Türkische Zollanieihe von 1911

2,3

2,4

2,4

4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I...........

2,5

2,25

2,6

4% deSgl. Serie II.......

5%Rumcin. vereinh. Mente 0.1903

2,25

2,3

2,3

2,45

7,25

7

4'/r%Ruman.vereinh.Nentev.l91S 4% Rumänische vereinh. Rente

14

14

14.5

5,7

5,85

2y*% l. Wnatoltcr......

14

13,65

14,2

vrani'ur a. 1.

Denm

Echluß- lurs

t-ilhr- KurS

Schluß- lurd

Anfang- flurd

Datum

22.6.

23.6.

22.6.

23.6.

Hamvurg-Ainertta Pale. . .

. >

49,5

49,9

50

48,9

Hamburg-Südam. Dampfschisf

. 0

109,5

108,25

Hansa Dampfschiff ...

Norddeutscher Lloyd ....

. 0

81,25

81

. 6

51

50,9

51

49,25

A.G. für Verkehrswesen Akt.

50,5

48,5

51,5

Berliner Handelsgesellschaft .

8

104

106

106.25

Commerz, und Privat-Bank .

7

103,25

103,25

103,5

103,5

Darmstädter und Nationalbank

Deutsche Bank und

8

113

112

113

112,5

DiSconto-Gesellschast. . .

6

102

102

102,25

102,25

Dresdner Bank......

6

102,25

102,5

102,25

102,5

Reichsbank........

12

136,5

136,75

139

136,25

A.E.G...........

. 7

95

96

97,25

95

Bergmann........

. 9

73

Elektr. LieferungSgesellschaft.

10

108

112

109

Licht und Straft......

10

108.5

111,5

114

Felten & Guilleaume.... Gesellschaft für Elektrische

6'/-

73,75

72,5

72,75

71

Unternehmungen ....

9

101,5

105

105,9

104

Rheinische Elektrizität . . .

. 9

110

Schuckert & Go.......

11

122

122,25

126

123

Siemens & Halske.....

14

152

151,75

156,75

152,65

Lahmeyer L Co.......

12

110

104,75

109,5

Buderus.........

. 4

43,5

39,5

Deutsche Erdöl......

. 6

68,5

69

70,75

68,5

71,5

Gelsenkirchener......

. 8

70

72

74

Harpener.........

. 0

60,5

61

60,5

Hoejch Eilen........

. 6

59

$1(e Bergbau.......

Klöckncrwerke......

10

. 6

150

55,75

151,5

56,75

147

52,75

Köln-Neuessen.......

61

65,5

62,5

ManneSmann-Röhren . . .

66

65,5

70

66,5

ManLfelder Bergbau ....

. c

31

33,5

32

32.75

Lberschles. Kokswerke . . .

. 8

68,5

66.65

Phönix Bergbau......

Rheinische Braunkohlen. . .

4V,

46,5

46,5

50,25

47,65

10

157,5

161

164,5

161

Rheinstahl........

. 6

74

73,25

77

72

iaiii ur. a. DI.

^Berlin

Schluß- kurö

1-Uhr- Kurs

Schiuß- tur»

Anfang- Kurs

Datum

22.6.

23.6.

22.6.

23.6.

Rieberl Montan......7,2

Vereinigte Stahlwerke .... 4

Otavl Minen......16/,

Kaliwerke Aschersleben ... 10

Kaliwerke Westeregeln ... 10

Kaliwerke Salzdetfurth ... 16

I. G. Färben-Industrie ... 18

Verein, chem. Industrie Frank- surl a. M...........

Scheideanstalt.......10

Goldschmidt.........0

Rütgerswerke ........5

Metallgesellschaft.......5

Philipp Holzmann......8

Zementwerk Heidelberg. ... 7

Eementwerk Karlstadt.....7

Wayb & Freytag......0

Schultheis Padenhofer ... 15

Aku (Allgemeine Kunstseide) C

Bemberg......... 0

Zellstoff Waldhos.....12

Zellstoff Aschaffenburg ... 6

Dessauer Gaö........9

Daimler Motoren......0

Deutsche Linoleum.....6

Lrenstein & Koppel.....0

Leonhard Tietz.......8

Svenska .........15

Chade............

Frankfurter Maschinen . . . . o

Grinner..........0

Mcnnkraftwerkc Höchst a.M.. . 6

Süddeutscher Zucker .... 10

46

21,25 121 133

191

135

47,5

123,75

39,5

44,5 60

79^5

28

72,5

90

74,5

65,5

27,25 68

92,5 223 232

28,5

110

45,75

22,75

122

132

192

135

49,5

123,5

61

26

71

85,75

73,5

70,25

26

63

10,75

110,5

48,75

21

126,5

136 195

139

38 44

60

81,5

=

137,5 76

74,5 60,25 124,5 27,75

42

92

227

234

10 27

45,75

21,9

124

132

192

135

44,75

59

80

133

72

88

71,5

74

121

27

62,5

41,75

90

227

109,5

Banknoten.

Berlin, 22. Juni |

Geld

Dries

Amerikanische Noten.......

4,22

4,24

Belgische Noten.........

58,48

112,48

58,72

Dänische Noten.........

112,92

Englische Noten.........

20,488

20,568

Französische Noten........

16,505

169,41

16,565

Holländische Noten........

170,09

Italienische Noten........

22,08

22.16

Norwegische Noten........

112,58

113,02

Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten........

59,00

2,485

59,24

2,505

Schwedische Noten........

112,83

113,27

Schweizer Noten.........

81,67

81,99

Spanische Noten.........

39,67

39.83

Ungarische Noten........

73,30

73,60

Devisenmarkt Berlin --Frankfurt a. M.

22.3unl

23 Iuni

Amtliche Geld

Notierung Uriel

Amtliche Geld

Notierung Dries

Helsingsor» .

10,593

10,613

10,583

10,603

Wien. . . .

59,23

59,25

59.09

59,21

Prag . . .

12,468

12,488

12.453

12,473

Budapest. .

73,48

73,62

73,43

73,57

Sofia . . .

3,047

3,053

3,044

3,050

Holland . .

169,40

169,74

169,28

169,62

Oslo....

112,69

112,91

112.66

112,88

Kopenhagen.

112,73

112,95

112,67

112,89

Stockholm .

112.83

113,06

112.79

113,01

London. . .

20,475

20,515

20,466

20,506

Buenos Airei

1,312

1,316

1,332

1,336

Neuyork . .

4,2085

4,2165

4.205

4,213

Brüssel. . .

58,55

58,67

58,55

58,67

Italien. . .

22,035

22,075

22,025

22,065

Pari» . . .

16,475

16,515

16,464

16,504

Schweiz . .

81,63

81,79

81,55

81,71

Spanien . .

40.16

40.24

41,46

41,54

Danzig. . .

81,87

82,03

81,80

81,96

Japan . . .

2,081

2,085

2,081

2,085

Rio de Ian..

0,313

0,315

0,322

0.324

Jugoslawien.

7,455

7,469

7,438

7,452

Lissabon . .

18,62

18,66

18,61

18,65