Ausgabe 
22.12.1931
 
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Nr. 290 Erstes Matt

M. Zahrgang

Dienstag. 22. vezemberlOZl

6r |d)e im i ö g Ii ch, ouhei Sonntogs und Feiertag».

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Die Illustrierte viehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle

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sietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhesfen

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Das Stuttgarter Alte Schloß in Flammen.

Große Teile -es Baues einem verheerenden Großfeuer zum Opfer gefallen. Schwierige Löscharbeit. Oer Brand wütet auch heute morgen noch weiter.

zumStillstand gekommen. Man hofft es dort eingrenzen und eine weitere Ausdehnung ver­hindern zu können. Dagegen ist um 18.15 Llhr der Südflügel ernstlich bedroht. Aber auch dort ist in der Rähe des großen runden Turmes eine Brandmauer vorhanden, von der man wirksame Hilfe erwartet.

Stuttgart, 21. Dez. (WTB.) Das Alte Schloß in Stuttgart steht seit Montag früh in Hellen Flam­men. Das Feuer ist im Nordostflügel des Schlosses ousgebrochen und wahrscheinlich schon vor eini­gen Tagen entstanden, aber erst jetzt richtig zum Ausbruch gekommen. Der große Nordostturm steht zur Feit völlig in Flammen. Es handelt sich dabei um den ältesten Teil des Sch'osses, den sog. Christoph-Teil mit Wassergraben Das Dach ist schon heruntergebrannt, und nur noch einige Balken er­heben sich phantastisch in die Höhe. Die Flam­men schlagen durch die Fen st er; gewaltige Rauchmassen ziehen jetzt über die Stadt. Verschie­dene Stockwerke sind bereits durch die einstürzenden Massen durchschlagen worden und ausgebrannt. Man vermutet, daß das Feuer in einem der doppelten Böden zum Ausbruch gekommen ist. Unter den vom Brand betroffenen Wohnungen befindet sich auch die des früheren Staatspräsidenten Blas.

während die Feuerwehr ihr Hauptaugenmerk darauf richtete, den Brandherd im zweiten und dritten Stockwerk zu beämpfen, entfachte sich im Dachstock des östlichen Flügels ein Feuer, dos von der Feuerwehr erst um 13 Uhr in fei­ner ganzen Gefährlichkeit erkannt wurde; da war es aber auch bereits zu spät. Als die Feuerwehr mit drei großen Leitern anrückte, um das Feuer vom Dachsiock aus zu bekämp­fen, stand dieser schon in einem einzigen Flammenmeer, so daß die Feuerwehr sich darauf beschränken mußte, das Ueberspringeu des Feuers auf den südlichen und den nörd­lichen Flügel zu verhindern.

Menschenleben sind nicht zu beklagen. Dagegen zogen sich etwa 20 Feuerwehrleute zum Teil sehr schwere Rauchvergiftungen zu. Die Bekämpfung des Feuers gestaltet sich sehr schwierig, do im Innern des Baues nur noch mit Rauchmasken vorgegangen werden kann, wcil der gesamte Ostflugel vollständig von Rauch durchzogen ist. Etwa um 13.33 Ühr stürzte im Mittelbau des östlichen Flügels der D a ch - stock in sich zusammen. Ein Kamin fiel mit großem Krach in den Hof auf eine Leiter der Feuerwehr, die nicht unerheblich beschädigt wurde. 2ln den Rettungsarbeiten beteiligte sich auch Reichswehr, die alsbald anrückte, um die im Schloß befindlichen Wohnungen und Kanzleien zu räumen. Auf dem Karlsplatz und dem Schloß- Platz verfolgt eine ungeheure Menschen­menge den Brand. Am Drandplatz sind Fi­nanzminister Dr. Dehlinger und Herzog Philipp Albrecht von Württemberg erschienen. Das Schloß ist Eigentum des Staates. 51m 14.30 älhr steht der ganze Ostflügel noch in Hellen Flammen. Das Feuer hat auch bereits auf die unteren Stockwerke übergegriffen.

ilm 15 ilfjr hatte das Feuer vom östlichen auf Den nördlichen Flügel übergegrif» je n . Der Verbindungsturm zwischen den beiden Flügeln ist vollkommen ausgebrannt. Inzwischen ist auch ein weiterer Teil des Dachstockes und auch die Decke des dritten Stockwerkes im Ost­flügel unter großem Getöse eingestürzt. Die einzelnen Stockwerke sind gleichfalls vom Feuer ersaht. Am Brandplatz haben sich unterdessen «uch Staatspräsident Dr. Bolz, Ober­bürgermeister Dr. Lautenschlager sowie die Beamten der zuständigen Ministerien eingefunden.

Den Zuschauern fast ganz Stuttgart ist jetzt am Brandplah bietet sich ein schauer­liches Bild. 3m Oskflüget ist jetzt auch das ganze Erdgeschoß von den Flam­men erfaßt. Riesige Rauchmengen wälzen sich über die Stadt. 3mmer wieder werden Feuerwehrleute mit Rauchvergiftungen fortge­tragen. Polizei und Reichswehr sind mit der Ausräumung der vom Feuer noch nicht erfaßten Flügel beschäftlgl. Aus den Wohnungen in den oberen Stockwerken des Ostflügels konnte nichts gerettet werden. Die Bewohner wurden vom Feuer völlig überrascht. Die schönen alten Teile des Schlosses sind mit dem Ostflügel dem Feuer bereits zum Opfer gefallen.

Der O st f l ü g e l de" Schlosses ist völlig ousgbrannt. Es ftujt nur noch die Außen- -mauer an der Rordseite. Das Feuer findet in den Holzwänden und in den mit Streu gefüll­te n Holzböden reiche Rührung. Die Arbeit 1er Feuerwehrleute wird durch die große Kälte sehr erschwert. Trotzdem hofft man, las Feuer an der Brandmauer, die sich etwa in ler Mitte des Rordslügels befindet, aufhalten zu Tonnen. Der Südflügel mit der Sch l - Kapelle und der Westflügel am Schiller- ^Zlatz, in dem sich die Altertumssammlung befin- lot, scheinen nicht mehr gefährdet zu lein. Die schönen Stuckdecken und Ge­mälde im Ostflügel sind vollständig ver­nichtet. Das Rote Kreuz hat im Westflügel eine Sanitätsstation eingerichtet. Bis setzt sind 30 Feuerwehrleute, die Rauchver­giftungen davongetragen haben, abtranspor- diert worden. 13 Feuerwehrleute mußten in die Krankenhäuser gebracht werden. Gegen Abend ist das Feuer im Rordflügel an der Brandmauer

Oie Geschichte des Alten Schlosses.

Stuttgarts schönster Profanbau aus alter Zeit.

Das Alte Schloß, einst der Sitz der Grafen von Württemberg, stammt mit feinem älte­sten Hauptbau, der heute zuerst ein Raub der Flam­men wurde, aus dem 12. Jahrhundert. Es wurde im Jahre 1286 mitsamt der Stadt von König Rudolf belagert und von Graf Eberhard dem Er­lauchten im 14 Jahrhundert erweitert, später von 1473 bis 1570 ausgebaut. A l s alte Wasser­burg ein trutziger und wehrhafter Bau war das Alte Schloß immer eine der größten Sehenswürdig­keiten der Stadt, der schön st e Stuttgarter Profanbau aus älterer Zeit An der unteren Seite des Schlosses stehen noch teilweise die alten Ringmauern. Früher war das Schloß von einem Graben umzogen, der 1775 ausgefüllt wurde.

In dem abgebrannten Flügel befand sich der Große Saal, der sogenannteTürnitz", der zu Ritterspielen und als Speisehalle diente. Darüber waren die Wohnräume der herzoglichen Familie. Besonders schön und berühmt ist auch d e r S ch l o ß- h o f mit dem von Meister Hofer stammenden Standbild des Herzogs Christoph im Barte, mit den arkadengeschmückten Umgängen und den Eck­türmen.

Basel. 22. Dez. (DJIB.) Das aus Melchior. Rist. Laylon und Beneduce bestehende R e d ak­tiv n sk o m i t e e. das den Schlußbericht des Beratenden Sonderausfchuffes der B3Z. anfertigt, hat von 21 Uhr bis 2Uhr gear­beitet. Der Teil des Berichtes, der über d i e Schlußfolgerungen handelt, ist fertig- gestellt worden. Ueber andere Teile des Berich­tes hat man sich noch nicht vollständig ge­einigt. Nachdem die Mitglieder des Redaktions­komitees die Sitzung verlassen halten, blieben die technischen Sachverständigen noch eine zeitlang bei­sammen, um gewisse technische Fragen Im Bericht zu besprechen. Am Dienstag werden sämtliche Mit­glieder des Ausschusses um 11 Uhr nochmals sich versammeln, um zu dem Stand der Arbeiten Stel­lung zu nehmen. Am Nachmittag wird dann das Re d a k t i o n s k o m i t e e wieder zusam­men t r e l e n. Ls ist noch nicht zu übersehen, wann die Schlußsitzung des Ausschusses slallsinden wird. Während am Abend im allgemei­nen eine optimistische Stimmung vorherrschte, hatte man »ach Schluß der Rachtsihung den Eindruck, daß wieder gewisse Schwierigkeiten a u f g e t a u ch t sind. Nachträglich verlautet, daß es in der Nachmillagssihung der elf Ausschuhmitglicder zu einem ziemlich heftigen Zusammen st oh zwischen L a y t o n (England) und R i st (Frank­reich) gekommen ist.

Es besteht jetzt offenbar Uebereinstimmung im Ausschuß, daß der Bericht keine konkreten B o r s ch l ä g e enthalten soll. Alle darüber bisher in einem Teil der Presse angestellten Vermutungen sind allem Anschein nach falsch gewesen. Nach dem

Die drei großen runden Turme, Strebepfeiler erbaut waren, stammen aus den Jah­ren 1572, 1578 und 1687. Der Erbauer des Schlosses in feinen späteren Teilen war der Stuttgarter Albrecht T r e t s ch. In dem großen Schloßkeller lagern die Weine der Herzoglichen Rentkammer. In dem Schloß selbst befinden sich zahlreiche Wohnun­gen und Kanzleien sowie das Altertumsmuseum. Es find unersetzliche Kun st- und Alter­tumswerte mit großen geschichtlichen Erinne­rungen durch den Brand vernichtet worden.

Oer Brand

hält die Nacht durch an.

Tie Stuttgarter Feuerwehr 21Stunden lang in Tätigkeit.

Stuttgart, 22. Dez. (WTB. Funkspruch.) Der Brand im Ostflügel des Alten Schlosses wütete die Rächt über fort. Mit vier Rohren bekämpft die Feuerwehr die immer wie­der aus den Fenstern schlagenden Flammen, die sich in den mit Spreu gefüllten Zwischenwänden fortfressen. Für den Südostturm gegen­über der Markthalle besteht immer noch große Gefahr. Hier hat die Feuer­wehr neue Fahrzeuge in Stellung gebracht, um mit nachhaltiger Energie dem zerstörenden Ele­ment ein weiteres Llmsichgreifen unmöglich zu machen. Die Stuttgarter Berufsfeuerwehr ist feit 21 Stunden ununterbrochen an der Brandstätte tätig. Während der Rächt wurden noch drei Feuerwehrleute wegen Rauch­vergiftung und starker Augenentzündung ins Krankenhaus geschafft. Man spricht von einem Sachschaden von 4 bis 6 Millionen Mark.

jetzigen Stande der Dinge dürfte der Bericht w e - der auf dieFrage der geschützten, noch auf die der ungeschützten Annuitäten eingehen. Er dürste auch keine Anregun­gen über dle Sachlieferungen und an­dere Linzelfragen enthalten. An der Fassung des Verichtstextes und an den einzelnen Formulie­rungen, in denen die Ergebnisse der Ausschußunter- suchung über die Zahlnngssähigkeit Deutschlands ihren Niederschlag finden soll, wird noch gearbeitet Man wird betonen, daß der Ausschuß aus den Antrag Deutschlands gemäß dem Zoungplan eine genaue Prüfung der Gesamtheit der deutschen Verhältnisse vorgenommen hat, daß der Eindruck, den mau von den beson­deren wirtschaftlichen Schwierigkei- t e n Deutschlands erhielt, ein überaus starker ist und deshalb die Regierungskonserenz auffordert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Der Ausschuß scheint seine Ausgabe so ausgefaßi zu haben, daß er lediglich eine Darstellung der Lage zu geben habe. Wie diese Darstellung im Einzelnen ausgefallen ist, muß abgewartet werden. Erst dann ist ein Urteil über die Arbeit des Aus­schusses möglich.

England hat wenig Hoffnung. Englische Blätter über die Schwierigkeiten in Basel.

2 o n ö o n 22. Dez. (ERB. Funkspruch. Eigene Meldung.) Die Baseler Berichterstatter verschie-

I dener Blätter heben übereinstimmend die u n - günstige Wirkung der Erörterungen des amerikanischen Kongresses und

Vor -er Schlußsitzung in Basel.

OaS Redaktioneikomitee stellt in einer Nachtsihung den Bericht fertig.

der letzten Rede Lavals auf den Sach­verständigenausschuß hervor.Morning Post" will von maßgebender Seite erfahren haben, daß die Meinungsverschiedenheiten innerha b des Aus­schusses einen ernsten Charakter ange­nommen hätten, wie in der Frage der ungeschützten Annuitäten und der kurzfristigen Kredite. Die franzcs.sche Delegat on habe neue Weisungen aus Paris erhalten, in der Prioritätsfrage nicht nachzugeben. Aehnlich äußert sich Daily Telegraph", der außerdem meldet, daß auf der Konferenz eine britische Anregung unformell erörtert worden se>. das Moratorium auf fünf Sabie auszudeh neu. E. stwri e häl­fen die Franzojen b.e.t. Anlegung widerspro­chen. 3m Gegensatz dazu hörtTimes", daß man sich gestern abend geeinigt habe. Aller­dings soll es sich dabei nicht um Zugeständnisse der verschiedenen Parteien handeln, sondern um Einschränkungen des Gebietes der Berichterstattung. »Financial Rews" sagt: 3n Dankkreisen betrachte man ein zwei­jähriges Moratorium der Reparationen und Kriegsschulden als die denkbar schlech­teste Lösung, weil dadurch jede Hoff­nung auf Erholung während dieser langen Periode zerstört werden würde.

Paris ist mit Laval zufrieden.

Ein Nachgeben steh« außer Frage.

Paris, 21. Dez. (TU.) Die Pariser Presse zeigt sich von der Rede Lavals außerordenlich be­friedigt. Der in solchen Fällen zweifellos halb­amtlicheTemps" hebt in seinem Leitartikel her­vor, die Stellung Frankreichs fei hier so klar um­rissen worden, daß für Mißverständnisse kein Platz bleibe. Durch die Ereignisse der letzten Monate sei Der französische Standpunkt nur bestärkt und die vorsichtige Haltung Frankreichs gerechtfer­tigt worden. In Basel habe es sich herausgestellt, daß die finanzielle Lage Deutschlands weniger verzweifelt sei, als man sie hingestellt habe, und daß man den do r - übergehenden Schwierigkeiten des Rei­ches mit ebenso vorübergehenden Maß­nahmen beikommen könne. Weiter wisse man, daß die Vereinigten Staaten einer Verlänge­rung des Hooverjahres oder einer neuen Behand­lung der Schuldenfrage nicht zu st im men wür­den. Durch diese Tatsachen sei die Hilfe, die man dem Reich angedeihen lassen könne, eng be­grenzt. Wenn man diese Feststellung mache, so liege darin keine grundsätzliche Ablehnung der Hilfe­leistung. Die Streichung oder Herabsetzung der Tri­bute bleibe jedoch solange unmöglich, als Amerika keine entsprechende Streichung oder Herabsetzung der Schulden vornehmen wolle. Wenn die überspannten Erwartungen der Deutschen jetzt einer Enttäuschung Platz machten, so hätten sie das der Haltung ihrer Nationalisten und der f ehlenden Opferbereitschaft Amerikas zu verdanken. Daß die Tribute den Privatschulden nicht zum Opfer gebracht werden könnten, verstehe sich von selbst. Niemand innerhalb oder außerhalb Europas könne an dem guten Willen und der Friedensliebe Frankreichs Zweifel hegen. Es fei jedoch klar, daß Frankreich seine Sicherheit nicht opfern werde.

Oie Arbeitslosigkeit in Frankreich.

Paris, 22. Dez. (WTB. Funkspruch.) 3m Populaire" stellt der sozialistische Abgeordnete Leon Blum fest, daß die Zahl der unter­stützten Arbeitslosen innerhalb der letzten Wochen von 104 030 auf 116 030 gestiegen sei, also um 12 v. H. 3m Vergleich zu Mitte Oktober habe sich also die Zahl der Erwerbslosen mehr als verdoppelt. Die Kammer nahm mit sämtlichen 450 abgegebenen Stimmen einen Gesetz­entwurf an, wonach die Einstellung aus- ländischer Arbeiter inStaatsbetrie- b e n oder vom Staate kontrollierten Betrieben 10 v.H. nicht übersteigen darf, während der Prozentsatz der zulässigen ausländischen Ar­beiter in Privatbetrieben je nach Bedarf durch Dekret festgesetzt wird. 3eder Ausländer, der nach Frankreich einreist, bedarf, um Arbeit suchen zu können, einer besonderen Geneh­migung.

Oie Einfuhrbeschränkung in der Schweiz.

Bern, 21. Dez. (WTB.) Mit 88 gegen 30 Stimmen hat der Rationalrat der bundesrätlichen Vorlage zugestimmt, durch die der Bundesrat er­mächtigt werden soll, zum Schuhe der in ihren Lebensbedingungen bedrohten nationalen Produktion und insbesondere zur Dekämp- fungderArbeitslosigkeit vorübergehend die Einfuhr bestimmter von ihm zu bezeichnender Waren zu beschränken oder von Bewilligun­gen abhängig zu machen, deren Bedingungen er festsetzt. 3n der Aussprache hat der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements das Wort er­griffen und in Begründung der Rotwendigkeit von Einfuhrbeschränkungen auch von der K ü n d i - gung des schweizerisch-deutschen Handelsvertrags gesprochen. Diese Kün­digung, sagte Bundesrat Schultheß, bedeute nicht den Zollkrieg, weitere Verhandlungen seien möglich.

Einjährige Prüfungszeit zur Aufnahme in die ASOAP.

München, 21. Dez. (TLl.) Adolf Hitler ver­öffentlicht imVölkischen Beobachter" folgende Verfügung:Die Erfahrungen in Hessen haben gezeigt, daß der beabsichtigte Eintritt in die REDAP. von Personen, die in der