Ausgabe 
22.10.1931
 
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Donnerstag, 22. Oktober 1931

181. Jahrgang

Hr. 247 Erstes Statt

GietzeimAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Pntd und Verlag: vrühl'lche llniversilätr-vuch. und Sleinörudcrcl H. Lange in Sietzen. Schristleitung und Seschäst-ft-lle: Schulittaße r.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" ., mehr.

Chefredakteur:

Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen.

Erscheint täglich,autzei Sonntags und Feiertag».

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Die Illustrierte Biehener Familienblätter

Heimat im Bild Die Scholle.

Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger­lohn, auch bei Nichter­scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt.

Hernsorechanschliisse unterSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Sietzen.

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Die Einsetzung des Wirtschasisbeirais.

Am kommenden Donnerstag erste Sitzung unter Dorsih des Reichspräsidenten.

Am 29. Oktober soll der Wirtschaftsbeirat zu­sammentreten, nachdem inzwischen die durch Ar­beitnehmer und Arbeitgeber beauftragten Vertre­ter der Oeffentlichkeit mitgeteilt worden sind. Die wichtigen Aufgaben, die dem Wirtschaftsausschuß überwiesen sind, könnten an sich wohl dazu bei­tragen, die parteipolitischen Gegen­sätze zu entgiften, auch wenn die em? oder andere Partei dabei nicht ganz auf ihre Rech­nung kommt. Der Wirtschaftsausschuß soll die Pläne ausarbeiten, von denen sich der Kanzler eine Tleberwindung der Wirtschaftskrise verspricht. Die Reichsregierung denkt offenbar daran, daß eine Auflockerung der Preise sich durch bestimmte Maßnahmen erzielen lasse, obschon die Preisbildung volkswirtschaftlich am Schluhdes Produktionsprozesses steht. Auch Kar­tellpreise sind schließlich die Preise des Endergeb­nisses des Produktionsprozesses, woraus ohne wei­teres folgt, daß der Hebel zu einer wirklichen Preispolitik nur bei den Produktrons- k o st e n angeseht werden kann.

. Wenn wir die Sofien der deutschen Prodution aus- qliedern so stoßen wir zunächst einmal auf tue öffentliche Last, die auch heute trotz der Ein­schrumpfung der Produktion noch.gerade so hoch ist wie in den Zeiten der sogenannten Hoch­konjunktur. Es ist aber noch nicht die Rede davon gewesen diesen Teil der Produktionskosten zu senken, denn soweit in den einzelnen Notverordnungen Be­stimmungen über die Finanzpolitik enthalten waren, kamen sie mehr oder weniger auf eine Umschich - tunq nicht aber auf eine Senkung hin­aus. So entspricht der Abbau der Verwaltungskosten finanztechnisch nur dem Ausfall an Steuereinnah­men der durch die Einschrumpfung der Produktion bedingt ist, während die Steuerlast an sich also im ganzen unverändert bleibt. Es ist sicher damit zu rechnen, daß im Wirtschaftsbeirat die Reichs- regierung aufgefordert wird, durch eineji Umbau der Finanz- und Steuergesetzgebung eine Entlastung der Wirtschaft herbeizuführen, die sich unmittelbar auch im Preisfpiegel answirken- muß.

Tiber die Verhandlungen des Wirtschasts- beiratS werden sich nach der Ankündigung des Reichskanzlers auch mit dem Tarifrecht be­schäftigen, was sich nur so ausdeuten läßt, daß auch die Deichsregierung davon überzeugt ist, die Löhne und Gehälter beweglicher gestalten zu müssen. Hier ergeben sich Gegensätze, die sich nur schwer werden überbrücken lassen. Es geht ganz in Ordnung, daß die Gewerkschaften in den Wirtschaftsbeirat jene Führer entsandt ha­ben die als die Träger der gewerkschaftlichen Lohnpolitik gelten. Run aber haben sich die Gewerkschaften aller Richtungen darauf sest- gelegt, unter keinen Umständen am Tarisrecht rütteln zu lassen. Das ist sicher auch dem Reichs­kanzler bekannt, gaiiz abgesehen davon, daß per Teil seiner Reichstagsrede, der sich mit den Ausgaben des Wirtschaftsbeirates beschäftigt, im Einvernehmen mit dem Reichsarbeitsminister überlegt und überprüft worden ist. Daß dem Reichskanzler lohnpolitische Maßnahmen unver­meidlich scheinen, das ist auch aus seiner An­spielung auf die zerschlagene Arbeitsgemeinschaft zu folgern. Reichsregierung und Wirtschaft sind sich also in der Sache einigermaßen näherge­kommen, ob es gelingen wird, die Gewerkschaften zu sich herüberzuziehen, istz das große Problem.

Hindenburgs Rus.

Berlin, 21.Oft (MTV.) Amtlich. 3n dem bekannten Briefwechsel zwischen Reichspräsident und Reichskanzler vom 13. Oktober war die Schaf­fung eines wirtfchaftsbeirales vor- gesehen worden, der in eingehender Beratung zu einer Lösung lebenswichtiger Fragen hinsichtlich der Gestaltung der deutschen Wirtschaft s- und Sozialpolitik gelangen soll. Entsprechend den in dem Briefwechsel festgelegten Ausgaben dieses Wirtschaftsbeirates und der Art feiner Zusammen, fehung, hat der Herr Reichspräsident nun­mehr aus Vorschlag der Reichsregierung folgende Persönlichkeiten zu Mitgliedern des Wirtschaftsbeirates ernannt:

Geheimer Kommerzienrat Dr.-3ng. h. c. Ernst von Borsig, Fabrikbesitzer in Verlin-Tegel; Dr. Brandes, Präsident des Deutschen Landwirt- fchastsrales, Königsberg; Reichskanzler a.D. Gehei­mer Oberregierungsrat Dr. Cuno, Vorsitzender des Vorstandes der hc> ag, Hamburg; Gewerkschafts- fekretär Wilhelm Eggert, Berlin; Gewerk- fchaftsführer Peter Graßmann, Berlin; Mau­rer und Zimmermeister Robert Groß, Königs­berg 1. Pr.; Kaufmann Dr. jur., Dr. ing. h.c.Ber n- fjarö Grund, Präsident der Handelskammer Breslau; Kaufmann Dr. jur. Albert Häckels- berget, Oeflingen in Baden; Papierfobrikant Georg haindl, Augsburg; Wagenbaumeister Wilhelm Hecker, Präsident der Handwerks­kammer, Düsseldorf; Hofbesitzer Dr. holtmeier Lienen Kreis Tecklenburg-Westfalen; Gefchaftsfuh- rer des'Deutschen Gewerkschastsbundes Dr. Joseph Jahn, Berlin; Kaufmann Louis Körner, Berlin; Rittergutsbesitzer von Oppen, Präsident der Landwirtschaftskammer Brandenburg, Dannen- walde; Bernhard Otte, Vorsitzender des Ge- famtverbandcs der Lhriftlichen Gewerkschaften

Deutschlands, Berlin; Direktor Dr. rer. pol. h. c. Pferdmenges, Köln; Bäckermeister Ernst Pslugmacher, Magdeburg; Direktor der Com­merz- und Privatbank Friedrich Reinhart, Lharloltenburg; Max Rösfiger, Vorstandsmit­glied des Gewerkschastsbundes der Angestellten, Ber­lin-Zehlendorf; Dr. jur. Schmitt, Generaldirektor der Allianz und Stuttgarter Verein AG., Berlin; Dr. jur. h. c. Hermann Schmitz, Vorstands­mitglied der J.-G.-Farbenindustrie AG., Berlin; Dr. jur. Dr. ing. h. c. Paul Silverberg, Indu­strieller, Köln; Otto Suhr, Vorstandsmitglied des Allgemeinen Freien Angestelltenbundes, Berlin; Generaldirektor Dr. ing. Dr. phil. h. c. Albert vöglet, Dortmund; Fabrikdirektor Willy ÖUtte, Dresden.

wie sich aus der Zusammensetzung des wirl- schastsbeirales ergibt, ist daraus Bedacht genommen, möglichst alle Kreise der den schen volks- wirtschaft und alle Landesleile zu berück­sichtigen. Line Erweiterung der Mitgliederzahl wurde die Aktionssähigkeit des Beirates gesährden. Indu­strie, Landwirtschaft, handel, Handwerk und Klein­gewerbe, Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind durch Persönlichkeiten vertreten, die Gewähr dafür bieten, daß die großen gemeinsamen Interessen der gesam­ten Volkswirtschaft und auch die Interessen der ein­zelnen Berussstände und Wirtschaftsgebiete gleich­wertig und mit gleichem Rachdruck vertreten werden.

Der Herr Reichspräsident hat gleichzeitig mit der Ernennung die Mitglieder zu der ersten ge­meinsamen Sitzung des wirtschastsbeirates und der Reichsregierung, an der auch Reichsbantpräsident Dr. Luther und Generaldirektor der Reichsbahn Dr. Dorpmüller teilnehmen werden, auf D on- nerstag, den 29. Oktober, 11 Uhr in fein Haus eingeladen. Diese Eröffnungssitzung wird unter dem Vorsitz des Herrn Reichspräsidenten stattsinden.

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Dem Wirtschaftsbeirat der Reichsregierung kommt nach Auffassung amtlicher Kreise ganz be­sondere Bedeutung zu. Das geht schon aus der Tatsache hervor, daß der Reichspräsident nicht nur die Ernennungen selbst vollzogen hat, sondern auch die Einladung zu der ersten Sitzung selbst ergehen läßt, die unter seinem per­sönlichen Vorsitz stattfindet. An diesen Sit­zungen wird natürlich auch das Reichskabinett selbst teilnehmen. Kabinettsberatungen unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten sind außerordent­lich selten. Solche Beratungen, die etwa mit dem in Parallele zu stellen sind, was man früher als Kronrat bezeichnete, haben in den letzten Jahren nur einmal zu Beginn der Tätigkeit des ersten Kabinetts Brüning und davor im Zusammenhänge mit der Konferenz von ßoeueno stattgefunden. 3n unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß der Kanzler mit einer sachlich gut fundier- ten Initiative in die Verhandlungen hin­eingehen und sie auch während der Dauer der Beratingen nicht aus der Hand geben will. An sich hätten sowohl der Reichspräsident als auch das Kabinett gewünscht, daß der Wirkschastsbeirat so k l e i n w i e m ö g li ch g e h a l t e n wird. Eine geringere Mitgliederzahl war aber schon deshalb nicht möglich, weil die Mannigfaltigkeit d e r P r o b l e m e , die auf eine Lösung drängen, die Heranziehung von Vertretern der v e r s ch i e - denen Wirtschaftszweige und Be­rufsstände notwendig machten. Der Aus­gleich wird ja darin gefunden werden, daß man die praktische Arbeit gleich nach den ersten Sit­zungen in besonderen Fachausschüssen verhandelt, die der Vollkonserenz entsprechende Vorschläge zu machen haben. In politischen und wirtschaftlichen Kreisen erwartet man, daß der Wirtschaftsbeirat dem Reichskabinett für die Lö­sung der großen wirtschaftlichen und sozialen Pro­bleme die Unterstützung bringt, die die Interessen des deutschen Volkes erfordern. Die Autorität des Reichspräsidenten steht hinter diesen Verhand­lungen, und man muß in ihr die beste Gewähr für einen Erfolg sehen, die es in Deutschland über­haupt gibt.

Echo der presse.

Berlin, 22. Ott. (SU.) Zu der Ernennung der Mitglieder des Wirtschaftsbeirates nehmen nur wenige Berliner Zeitungen Stellung. Die D A Z." sagt, die Auswahl gebe Gewähr dafür, das dasjenige, was in den Besprechungen zum Beschluß erhoben werde, auch den gebüh- renden Widerhall draußen im Land finde. DerVorwärts" meint, daß so zahl­reiche Mitglieder derRationalen Op­position" dem Beirat angehörten, sei staats­politisch bedenklich und wenig verheißungsvoll. DasBerliner Tageblatt" bemängelt, daß man unter den ernannten Mitgliedern nicht einen in teressenmäßig nicht gebun­denen Sachverständigen finde. Der T a g" schreibt, die überwältigende Mehrheit dieses aus Spihenvertreternanerkannter" Or­ganisationen entnommenen Gremiums stehe einer nationalwirtschaftlichen Lösung ab­lehnend gegenüber. Daraus ergebe sich schon, wie beschränkt die Wirkungsmöglichkeiten des

Wirtschaftsbeirates sein würden. DieGer­mania" sagt, dieser Beirat werde seine Mission nur erfüllen können, wenn alle seine Mitglieder sich für das Ganze unserer Wirt­schaft verantwortlich fühlen, ohne daß dadurch das besondere Vertrauensverhältnis zu den hinter ihnen stehenden großen Wirtschafts­gruppen beeinträchtigt zu werden brauche.

Süddeutschland und die Reichsreform.

Getzler fordertNefervatrechte" für die drei süddeutschen Länder.

B e r l i n , 21. Oft. (TU.) Der Vorsitzende des Sun* des für eine Erneuerung des Reiches (Lutherbund), Reichsminister a.D. Dr. Geßler, hielt im Demo­kratischen Klub einen Vortrag über das Thema Reichsreform", und zwar besonders vom süd­deutschen Standpunkt aus. Ueber die bisher in der Oeffentlichkeit bekanntgcwordenen Entwürfe hinaus hält Geßler die Sicherung der Son­der st ellungSüddeutschlands durchüber-

-3 er! in, 21. Oft. (ERD.) Reichsminister Tre­viranus behandelte in einem Rundfunkvortrag das Problem der Erwerbslosensiedlung, das in der letzten Rotverordnung niedergelegt worden ist. Der Minister sagte, daß beim Ansehen in diese städtischen Randsiedlungen in erster Linie langfristige E rwerbslose, kinder­reiche Erwerbslose und solche bevorzugt werden sollen, die gewisse Erfahrungen in Schrebergärten yder in der Land­wirtschaft gesammelt haben. Man denke im allgemeinen an die Zuteilung von Landflächen in Gröhe von einem Viertel- bis zwei Morgen. Für Landpachtzins und Hausmiete dürfe man von einem Erwerbslosen ober Kurzarbeiter nicht mehr als monatlich 15 Mark erwarten. Die Unterstützungen aus der Krisenfürsorge, der Wohlfahrtsfürsorge oder der Arbeitslosen- Versicherung sollen bis Ende nächsten Jah­res in alter Höhe vorgesehen werden, um bis zum Beginn zusätzlicher Rahrung aus der eigenen Scholle eine gewisse Einlaufs - frist zu überwinden. Das Reich habe nicht die Absicht, jedem Siedler sofort ein fertiges Haus hinzustellen, sondern es wolle langsristig künd­bare niedrig verzinsliche Darlehen in Höhe von etwa 1800 bis 2500 Mark geben. Für die Be°

Reuyork, 21. Oft. (WTB.) -Associated Preß" bringt solgende eigene Meldung aus Washington über die Stellungnahme Washing­tons zu den bevorstehenden Besprechungen mit Laval' Die amerikanische Regierung stellt sich als Th:ma zu den kemmenden Besprechungen zwi­schen Laval und Hoover die umfassende Berichtigungderverwlckelten Welt­wirtschaftslage vor, einschließlicy einer eventuellen Schuldenrevision und einer einschneidenden st ungsein schränk ung,

allerdings ohne eine Garantie Amer i -

kas für die politische Sicherheit Frankreichs. Sollte Laval tatsächlich einen derartigen Schritt Vorschlägen, so wird das hier

eine Überraschung Hervorrufen. Hier ist pie Auffassung vorherrschend, daß das Problem der

S ch u l d e n r e v i s i o n im Vordergründe der Besprechungen stehen muß. Von jeher haben die Vereinigten Staaten darauf gedrängt, daß die

Zahlungsfähigkeit" bei der internatio­nalen Schuldentragung als Maßstab zu gelten hat. Ferner haben die Vereinigten Staaten schon immer d i e ungeheuren Rüstungsaus- gaben als einen verschärfenden Faktor für die Weltdepression angesehen. Unter einem solchen wirtschaftlichen Gesichtswinkel wird auch das ge­samte Rüstungsproblem von Hoover betrachtet werden. Da Frankreich große Summen f ü r s e i n e n R ü st u n g s e t a k v e r w e n d e t wird Hoover Laval von der unmittelbaren und gewaltigen Wirkung zu überzeugen versuchen, die ein derartiges Gebaren nach Ansicht Ameri­kas ausdieWeltzahlungsbilanz haben muß. , ,

Die Frage eines Sicherheitspaktes mit (Frank­reich muß in eine ganz o i) t* c r e Kate­gorie eingereiht werden. 2n einigen Meldungen ist angedeutet worden, die französischen Staats­männer trügen sich mit der Absicht, vorzuschla­gen, daß die Vereinigten Staaten sich entweder verpflichteten, Frankreich im FaNe. eines Kne-

verfassungsmäßige Sicherheiten" für erforderlich, und zwar auf Grund einer sorgfältigen historischen Un­tersuchung über die staatliche Entwicklung Süddeutsch­lands wo man sich seit Weimar in der Minderheit fühle.'Zn Bayern, Württemberg und B a - d e n habe die 120jährige Eigenstaatlichkeit e i n ganz b e ft i m m t e s staatliches Lebens­gefühl erzeugt, das im Volke tief verankert fei und in der Abwehr jeder Zentralisie­rung sei man sich in den drei Staaten einig. Preußen finde sich mit der Statik ab in ber Er­wartung, daß ihm die Dynamik günstig verlaufen werde, Bayern beharre aus der Statik, weil es die Dynamik als ungünstig fürchte. Die ganze Reichsreformfrage werde im übrigen zusehrvom partikularen Standpunkt und zu wenig vom gesamtdeutschen Standpunkt behandelt. Tat­sächlich sei sie eine Existenzfrage des Ger­manentums in Europa. Von der Durchführung der Reichsreform mit Gewalt müsse dringend abgeraten werden. Höpker-Aschoffs Vorschlag habe im Süden ein sehr bedenkliches Echo ausgelöst. Wenn man aber zu einer Verständigung kommen wolle, müsse man es wagen, das WortR e s e r v a t r e ch t e" auszu­sprechen.

schaffung von Land solle auf keinen Fall bares Geld ausgegeben werden. Man rechne auch mit eigenen Mitteln der Siedler mit Hilfe, durch Verwandte und mit fremden Geldern. Der Besitzer solle grundsätzlich die Kaufanwar' schäft nach etwa zweijähriger ordnungsmäß .er Bewirtschaftung erhalten, wobei eine Rente und Tilgung vorgesehen werde. Jeder Erwerbslose habe somit die Möglichkeit, für die Zukunft mit dem sicheren Erwerb seiner Stelle zu rechnen. Der Selbsthilfe und dem Erfindungs­geist der einzelnen Kolonisten solle möglichst weiter Spielraum gegeben werden. Dazu seien eine Aenderung der baupolizeilichen Bestimmungen und überhaupt die Ab­schaffung bureaukratischcr Hemmun­gen erforderlich. Leider habe man damit zu rech­nen, daß die strukturelle Arbeitslosigkeit sämt­licher Kulturstaaten noch eine lange Zeit an dauern werde. Es solle kein Mittel unver­sucht bleiben, den seelisch niedergedrückten Er­werbslosen Zu helfen. Das berechtige zu dem Wagnis, in größter finanzieller Bedrängnis Mil­lionen von Steuergeldern für das Problem der Heimsiedlung von Zchntausenden von Erwerbs­losen zu verwenden.

ges Hilfe zu leisten oder aber wenigstens im Falle einer Kriegsdrohung mit Frankreich in Bera­tungen einzutreten. Cs besteht jedoch keinerlei Absicht, sich in einen derartigenVor- schlag e i n z u l a s s e n. Die Vereinigten Staa­ten haben Konsultativverträge überden Fer­nen 0 st e n abgeschlossen, wo für sie Sonde r- i n t e r e s s e n bestehen. Die Beziehungen mit Europa haben sie von jeher in eine andere Klasse eingereiht, und sie beabsichtigen, dies auch weiterhin zu tun.

Heute Laval in Reuyork gelandet.

(Hrotzaniges EmPfanqSproaramm.

Paris, 21. Ott. (TU. Funkspruch.) Die An­kunft derIle de France" in Reuyork ist für Donnerstagvormittag um 4 Llhr vorge­sehen. Ministerpräsident Laval wird das Schiff um 8 Ahr verlassen. Der offizielle Empfang des französischen Ministerpräsidenten wird an Aus­maß alles bisher Dagewesene übersteigen. Im Rainen Hoovers wird Staatssekretär S t i m s o n den Ministerpräsidenten empfangen und ihn zu­nächst über den Broadway nach dem Reu Yorker Rathaus begleiten, wo die offi­zielle Begrüßung durch die Stadt Reuyork statt- sindet. Militärische Formationen wer­den vom Hafen bis zum Rathaus Spalier bil­den, während etwa 400 Automobile den Ehrenzug abschließen. Am 11 Ahr erfolgt die Abfahrt nach Washington. Um 18 Uhr stattet La­val dem Präsidenten einen Besuch ab. Und um 20 Uhr sindet im Weißen Haus ein großes Essen statt. In den frühen Rachmittagstunden des Frei­tags beginnen bann die eigentlichen Besprechun­gen mit Präsident Hoover.

Oer Go.dstrom aus Amerika.

Paris, 21.Ott. (WTB.) Für diese Woche sind weitere Goldsendungen aus Amerika angekündigt. In Cherbourg wurden von derEuropa" 380 Gold»

Die Kleinsiedlung von Erwerbslosen.

Reichsminister Treviranus erläutert die Ziele der Reichsregierung.

Amerika lehnt jede politische Garantie für Irankreich ab.

Gchuldenrevision und Rüstungsbeschränkung sollen im Mittelpunkt der Besprechungen vou Washington stehen.