Oie erste Notverordnung für Hessen
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lassen werden.
könnte es i bild zur S
Allgemeine Kürzung der Beamtengehälter ab 1500 Mark um 5 Prozent. - Aufrückungs. sperre für ein Jahr. - Keine Vorauszahlung mehr. - Kürzung der Nebenverdienste.
auSgebildet hat. Wir sehen auf der einen Seite Amerika und Frankreich im Golde schwimmen und auf der arideren Seite fast alle übrigen Länder an einem Gold- mangel kranken. Dieser Zustand hat zu einet schweren Störung der Wirtschaft in den einzelnen Staaten und zu einer Gefährdung des internationalen Warenaustausches gesührt. Wenn nicht alles täuscht, haben die internationalen Notenbanken schon die Fühlung miteinander ausgenommen, um eine Lösung des Goldproblems zu finden. Eile aber tut Not, wenn weiterer, unübersehbarer Schaden verhindert werden soll.
Denn selbstverständlich werden alle Wirtschaftszentren durch die Aufhebung der britischen Goldwährung und die Schließung der Londoner Börse in Mitleidenschaft gezogen. ES war eine Notwendigkeit, daß auch die deutschen Börsen, dem Beispiel anderer Länder folgend, vorläufig die Notierungen aussetzten« An und für sich hätten schon rein stimmungsmähig die Londoner Vorgänge zu scharfen Wertrückgängen geführt, dann aber wäre auch durch Ausland Verkäufe eüw Senkung deS KursmveauS
zum Teil auf die Ruhegehälter anzu- rechnen. Bei jedem Beamten, der einen Nebenverdienst von mehr als 5 00 Mk.
Siner schon oft erhobenen Forderung, Nebenvergütungen sür Staatsbeamte auS eineröffentlichen Tätigkeit nach Möglichkeit zu unterbinden, wird ebenso Rechnung getragen wie der Forderung, Ruhegehaltsempfängern, die noch Beschäftigung
it Einkommen ausüben, dieses Einkommen
jährlich bezieht, wird der 500 Wk. übersteigend« Betrag deS NebeneinkommenS zur Halste an den staatlichen Dienstbezügcn abgezogen. SS wird also ». B. einem Beamten, der ein Nebencinkommen von 1200 Wk. hat, die Hälfte von 1200 Mk. minuS 500 Mk. -- 350 Mk. von seinen Bezügen einbehalten. Boi RuhcgchaltSempsängcrn, tut noch ein Arbeitseinkommen haben, toirö die Pension gekürzt, wenn da« Arbeitseinkommen 2 0 0 0 M k. ü b e r st e i g t und außerdem Pension und Arbeitseinkommen höher sind al - der frühere Gehalt Ln diesem Falle wird der den früheren Gehalt übersteigende Betrag ebensallS um die Hälfte gekürzt. Hat demnach ein Beamter mit einem früheren Diensteinkommcn von 5000 Mk. und einem Ruhegehalt von 4000 Mk. noch ein Arbeitseinkommen bis zu 2000 Mk. jährlich, lo wird die Pension nicht gekürzt, obwohl da- frühere Diensteinkommen überschritten wird. Beträgt vas Arbeitseinkommen aber mehr al- 2000 TH., z. B. 3000 Mk.. so wird die Pension um 500 Mk. gekürzt. denn die- ist die Halste deS da- frühere Diensteinkommen übersteigenden Betrags. Aehn- liche Bestimmungen werden fürdieBeamten der Gemeinden und Gemeindeverbänbe er-
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Dr. Fnedr. Wich. Lange. Deranttvortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lana«: für Feuilleton Dr.H.THyriot,' für den übrigen letl Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Fille^ sämtlich in Gießen.
Alm zu verhindern, daß sich der Goldbestand der Bank von England weiter in so bedrohlichem Maße verringert, griff das Institut nun mit den bekannten Maßnahmen ein, die als ganz außergewöhnlich in der Geschichte Englands angesehen werden müssen. Durch die Außerkraftsetzung des Mechanismus der ioternakionalen Wechselkurse und durch die Erhöhung des Diskonts wird nun eine Verknappung
des Pfundangebots im Auslonde erstrebt. Gleichzeitig werden mit Frankreich und Amerika Verhandlungen geführt, um eine Stützungsaktion für die englische Währung ein- zuleiten. Es darf nicht übersehen werden, daß selbst Frankreich, das heute der größte Gläubiger Englands ist, ein großes Interesse daran hat, einen stärkeren Verfall des Pfundes unter allen Umständen zu verhindern. Die Notmaßnahmen bedeuten natürlich keine endgültige Lösung, sondern können nur vorübergehend aus der ärgsten Bedrängnis heraushelfen. England muß sich entscheiden, welchen Weg zur Sanierung es gehen will. Rein theoretisch den Versuch machen, nach deutschem Dor- ! e l b st h i l f e zu greifen. Daß dieses Mit-
Das 14-Millionen-Oefizit.
(Lin von drei Millionen muß durch eine zweite Notverordnung bei der Schule eingespart werden.
Darmftabt, 21 Sept. (WSN.) In einer Presse- besprechung, zu der Staatspräsident Adelung, Finanzminister Airnberger und die zuständigen Mi- niftcrialrefcrcnten erschienen waren, gab der Finanz- Minister ein längeres ExposL über die Notwendigkeiten, die zu den bevorstehenden d r e i h e s s i s ch e n Notverordnungen gezwungen haben. Die hessische Regierung wird in den nächsten lagen eine erfte Notverordnung erlassen, die im wesentlichen folgende Punkte enthält:
Oie Gehaltskürzung.
Weitere Abzüge sür Unverheiratete und Kinderlose.
An erster Stelle ist eine allgemeine G e - Haltskürzung unter Freilassung eines Betrages von 1500 Mark vorgesehen. Die Kürzung des 1500 Mark übersteigenden Gehalts beträgt 5 Prozent, so daß eine ft art soziale Staffelung da- durch entsteht. Bei 1600 Mark Gehalt beträgt die Kürzung demnach nur 0,3, bei 2000 Mark 1,25, bei 3000 Mark 2,5, bei 5000 Mark 3,8, bei 10 000 Mark bereits 4,25 Prozent. Damit folgt Hessen dem, was bereits in andern Ländern (z. B. Baden) geschehen ober noch beabsichtigt ist. Für die unoerheira- teten Beamten wird zu dem vorerwähnten Satz noch eine weitere Kürzung von 5 Prozent und bei den verheirateten Beamten ohne Ain- d e r eine weitere Kürzung von 3 Prozent eintreten, eine Maßnahme, die ebenfalls bereits in andern Ländern getroffen worden ist.
Für die Bezüge der Anwärter usw.. I deren Vergütungen bereits früher in einem stärkeren Ausmaß herabgesetzt worden sind, als dies nach den bisherigen allgemeinen Kürzungsvorschriften der Fall gewesen wäre, bleiben die seitherigen Echutzbestimmungen auch sür die neue Kürzung ausrechterhalten, so daß sie nur insoweit von der Kürzung ersaht werden, als die Kürzung höher ist al- die Herabsetzung der Vergütung. Gin großer Teil der Anwärter wird mithin jetzt nicht oder nur teilweise betroffen. Von der Kürzung bleiben die Polizeibeamten bis zum Hauptmann einschließlich befreit.
Oie Austückungssperre.
Vorläufig bleiben die Einzelgehalte unberührt
Als zweiter Punkt ist die vom Reich beabsichtigte und von Preußen bereits übernommene Stillhaltungsmahnahme (Sperre für das Aufrücken in höhere Gehaltsstufen) mit der Milderung vorgesehen, daß in Hessen das Weiterrücken im Gehalt usw. statt um Atoci Jahre nur um ein Jahr hinausges ch o - den wird. Die Regierung hatte erwogen, eine dieser Stillhaltung entsprechende weitereKür- zung den Beamten aufzuerlegen, d l e Einzelgehalte beziehen, oder die bereits in der obersten Stufe ihr er Besoldungsgruppe eingereiht sind. Die Regierung behält sich die Nachprüfung dieser Frage vor, sobald die entsprechenden Vorschriften des Reichs erlassen sind, und wird dann mit andern Ländern über ein gemeinsames Vorgehen unterhandeln. Auch von dieser Etillhaltungsmaßnahme ist d ie P o l i z e i in dieser Notverordnung ausgenommen.
Statt pränumerando künftig postnumerando.
Erlcichlerungen für die -Ueberleilungszeit.
Drittens wird angeordnet, daß die Bezüge der Beamten usw. künstig nicht mehr monatlich im voraus, sondern am Monatsende bezahlt werden. Die Auszahlungstermine sollen monatlich um drei bis vier Tage verschoben werden so daß in der Al e b e r l e i t u n g s z e i t die Zahlungstermine nicht mehr als 34 Tage aus- einanderliegen. Auf die Dauer ihres Dienstverhältnisses geht dadurch den Beamten nichts verloren. Alm Schwierigkeiten bei der
Und die Zentralbehörden?
Darmstadt, 20. Sept. Wie man hört, soll die am 1. Mai durch Pensionierung des StaatS- rats B l o ck im Hessischen Ministerium für KultuS und Dildungswesen freigewordene Stelle eine« Staatsrates demnächst wieder besetzt werden. Angesichts der außerordentlichenFinanz- schwierigkeiten des Staates und der eben bekannt gewordenen rigorosen Sparmaßnahmen fragt man sich, ob die Neubesetzung dieses Staatsratspostens durch sachliche Notwendigkeiten geboten ist. ob es nicht vielmehr ratsamer wäre, den strengen S p a r w i 11 e n, den man gegenüber den unteren Stellen an den Tag legt, auch in der Zentralverwaltung zu befunden, selbst wenn dabei einige Alnbeguemlichkeiten in Kauf genommen werden muffen.
tcl die englische Wirtschaft auf eine schwere Probe stellen und die Krise in zahlreichen anderen europäischen Ländern noch verschärfen würden, ist so aut wie sicher. Auch London wird sich darüber im Klaren sein und infolgedessen wohl mehr Neigung haben, durch Inanspruchnahme auswärtiger Hilfe aus der augenblicklichen Kalamität herauszukommen. Bei der Beurteilung der englischen Nöte darf ja niemals vergeßen werden, daß das Weltreich trotz der Währungsschwierigkeiten noch über ein gewaltiges Vermögen oerfügt, und infolgedessen auch für weitere Kredite feinen Gläubigern gut ist. Gerade der schnelle Verbrauch der letzten amerikanisch-französischen Anleihe hat aber gezeigt, daß es mit einer reinen Finanzhilfe, selbst wenn sie die Milliardengrenze übersteigt, allein nicht getan ist.
Das Vorgehen der Dank von England hat es ganz offensichtlich werden lassen, daß das W ä h - rungsshstem der ganzen Welt in Ain* or dnung geraten ist und daß ohne eine durchgreifende Revision weitere Zusammenbrüche unvermeidlich sind. Schuld daran trägt die Gold- verte t l u n g . die sich m den letzten Jahren her*
zweit en Notverordnung durchgeführt wenden sollen. Bisher sind jedoch bestimmte Punkte die- fer Maßnahmen, die vor allem a u f dem 0 e • biete ber Schule liegen, noch nicht beschlossen worben.
Die mit dieser Notverordnung der hessischen De- amtenschast auserlegten Opfer, die auch aus die Wirtschaft und damit auf die gesamte Bevölkerung zurückwirken, müssen getragen werden, weil der Staat in der heutigen Wirtschast-not keine neuen Einnahmequellen mehr erschließen kann und de-halb seine Ausgaben entsprechend der Verringerung seine» Einnahmen senken muß. Auch eine durchgreifende Aenderung des inneren Finanzausgleich- ist so lange nicht möglich, als die Gemeinden von den Wohlfahrtslasten erdrückt werden. Die Regierung läßt sich dabei von dem Gedanken leiten, daß ein größerer Personalabbau gerade von jüngeren Leuten jetzt weniger zu rechtfertigen wäre als eine allgemeine Kürzung der Bezüge, weil sonst die ohnehin au erwartende Steigerung der Arbeitslosigkeit noch größer würde. Der Minister erklärte zum Schluß, daß es für die Beamtenschaft besser sei, daß sie ein verrinaerteS Einkommen sicher am Zahlungstermin erhalten, als daß man jetzt von Sparmaßnahmen absehe und damit bei jedem Kassentermin sehen müsse, woher man Geld bekommen könnte. Eine zweite Notverordnung, die für die kommende Woche zu erwarten sei, werde Maßnahmen für bte Gemeinden enthalten.
Mietzahlung zu vermeiden, ist in Au-sicht genommen, noch besondere Erleichterungen cinlrc- ten au lassen, die dazu führen, daß die Maßnahme erst im folgenden Rechnungsjahr vollständig durch» geführt wird. Der Minister wieS darauf hin, daß, wenn man diefe Maßnahme nicht eingeführt hätte, ein weiterer Betrag von fünf Millionen Mark hätte eingefpart werden müssen. So werde man durch ein einmaliges Opfer ein günstigeres Ergebnis erzielen, weil bann bie Beamten im nächsten Jahr ein höhere- Gehalt weiterbeziehen.
Oi« Rebeneinkommen von Beamten und Pensionären.
Erdbeben in der City. I
Don unserem ^.-Berichterstatter.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten; ' London, 21. September 1931.
Ja, feit gestern bebt hier die Erde, e» grollt in der liefe, in den stolzen Gemächern der Gefchäfts- Häuser und Banken fällt der Kalk von den Wänden. Der Goldstandard ist nicht mehr. Mac- donald kam aus Chequers, hielt gestern uin vier Uhr eine Kabinettsfigung ab und die gesamte Presse bringt heute früh neben der Todesanzeige „Gold- standard R. i. p. die notwendigen, der Lage entsprechenden mehr ober minder entschlossenen Betrachtungen: die Nekrologe des Goldpfundes. Es war einmal!
Was nun? Wie war das möglich? Ifts die Katastrophe? Isi s bie Ergänzung und Folge ber Marineunruhen? Soll man schon jetzt die Klagelieder Ieremiä anstimmen? Soll man sich freuen? Die Menschen hier tun weder das eine noch das andere. Sie versuchen zunächst einmal zu erkennen, was denn eigentlich geschehen i st. Es ist gar nicht so leicht, das zu erkennen, oie versuchen, sich über sich selbst klar zu werden, um einen Standpunkt, eine Haltung wiederzugewinnen, von der aus man einen vorsichtigen Blick in Kommendes wagen könnte Wenn man denn alles in allem betrachtet und besieht, bann sehen wir seltsamerweise, daß England sich über den Verlust des Goldstandards gar nicht so sehr entsetzt wie über die Schmach, daß man diesen Entschluß unter den Kanonen Frankreichs, unter den Augen ber gesamten Welt hat fasten müffen. Das ist es, was den Engländer wurmt. Es ist ein Schlag für bas nationale Selbstgefühl. Er wirb nie vergessen werden. Wehe dem, der ihn verursachte!
Sachlich aber sind manche, ja vielleicht bie meisten keineswegs in einer Panikstimmung. Denn bie Zweckmäßigkeit ber Ausrechterhaltung beS Golbstandarbs gehört zu ben u m ft r i t t en ft en Problemen der englischen Wirtschaftspolitik. Das englische Pfund wurde im Winter 1924 25 st a b i- I lifiert unb damit um 10 Prozent feinem internationalen Werte nach erhöht. Diefe Stabili- fierung war die unmittelbare Folge deS eng- lifch-amerikanifchen Schu.ldcnab- kommens, das ber nachmalige Premierminister Stanley D a l b w i n nicht lange davor abgeschlossen hatte. Die« Abkommen verpflichtete England. seine Schuld an bie USA. in Höhe von etwa 20 Milliarden Mark ober eine Milliarde Pfund in etwa 60 Jahresraten zurückzuzahlen, bie jährlich burchschrittlich etwa Den Betrag von 600 bis 700 Millionen Mark erreichen. Den objektiven Druck bieser Zahlung erleichterte bie Stabilisierung um 10 Prozent ober ein Zehntel.
Baldwin ist bieseS Abkommens wegen heftig bekämpft worben. Er habe, sagte man, das Problem ber Lchuldenstreichung bamit unnötig erschwert. Er habe vor Amerika kapituliert. Es ist ganz sicher, daß auS dieser Tributlast, die schon vor dem Dawesplan von England übernommen wurde, schließlich die völlig verfehlte Reparations- Politik Englands entstanden ist. Von da ab erwachte Englands Interesse an einer sogenannten aktiven Reparationspolitik. Es wurdeTri- but-Interessent. Schon damals wurde auf bie fchweren Fehler in ber Rechnung hingewiesen. Die Stabilisierung des Pfundes, die zwecks Ersparnis von Devisen für Amerika vorgenommen worden war, erhöhte zunächst b i e englische Kaufkraft auch um volle zehn Prozent und senkte die englische Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmärkte um ben gleichen Betrag, benn ber Arbeiterreallohn folgte ber Steigerung der Kaufkraft automatisch unb konnte aus vielen Grünben nicht herabgesetzt werben.
Wersen wir einen Blick auf bie äußere Erscheinung dieser Lage! Sie ist großartig und beängstigend zugleich! Der englische Dolkshaushalt gestattete sich eine E i n s u h r zum inneren Verbrauch von durchschnittlich 22 Milliarden Mark unb darüber bis zum Ausbruch der Weltkrisis. Von diesen 22 Milliarden zahlte man durchschnittlich nur 14 bis 15 "Milliarden in Gestalt von Warenausfuhr, so daß ein Rest von 7 bi- 8 Milliarden Mark jährlich durch Beträge bezahlt werden mußte, die von der Zahlungsbilanz als sogenannte „unsichtbare" Ausfuhr aufgefübrt werden. Der Zinsertrag aus Kapitalanlagen im Auslande deckte aber diesen Betrag keineswegs, er ist auf etwa 4 bis 5 Milliarden Mark an- Ausetzen. Der Rest von 3 Milliarden wurde durch Erträge des Frachtgeschäftes, durch Einnahmen au- Spesen usw. gedeckt. Diese Einnahmequellen brachten bis zum Krisenausbruch jährlich 4 bis 5 Milliarden Mark, so daß die englische Zahlungsbilanz im Gegensatz zur Handelsbilanz mit 1 bis 2 Milliarden Mark jährlich aktiv war. Während aber die Zinseinnahmen ein relativ s e st e s Einnahmefundament bildeten, erwies sich der zweite Faktor der englischen Dolkseinnahmen als unsicher. Frachten, Exporte, Spesen, Kommissionen: man braucht nicht zu rechnen, um zu begreifen. daß die englische Zahlungsbilanz bei fortdauernder Schrumpfung aller Wirtschaftswerte kaum noch aktiv fein kann. Das wäre an sich nicht bedenllich, aber in diesem Falle ist die Lage deswegen gesährlich, weil die ungeheure Passivttät der Handelsbilanz hinzukommt. Die Lage wurde noch dadurch verschärft, daß durch die Erllärung von Moratorien für Auslandzahlungen in Mitteleuropa, in den füöameri- kanischen Staaten und in Australien auch die ungeheueren Kapitalanlagen Englands im Ausland illiquid wurden.
Erscheint täglich.außer Sonntags und Feiertags.
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zernfprechanfchliiffe nn t e rSamme luumm er 22o I. Anschrift für Drahtnach- richten: Inniger riehen.
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General-Anzeiger für Oberheffen
vruck und Verlag: vrühl'sche Universttülr-Vuch' und Steinörudcrci R. Lange in Sießen. 5chriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstraße t.
Nr 221 Erster Blatt 181. Jahrgang Dienstag, 22. September (051
Eichener Anzeiger
Die vorgeschlagenen Maßnahmen bringen in der zweiten Hälfte des laufenden Rechnungsjahres, für das eine Mindereinnahme von 13,8 Mill. Mark errechnet wird, noch eine Ersparnis von 4,5 Millionen Mark, während im folgenden Rech- nungsjahre daraus eine Ersparnis von über 6% Millionen Mark zu erwarten ist. Leider reicht auch dieser weitgehende, im Interesse der Beamtenschaft sehr zu bedauernde Eingriff n i ch t a u s, um das im Rechnungsjahr 1931 zu erwartende Defizit zu beseitigen. Allein bei den Reichsüber- weifungs steuern ist mit einem Ausfall von 9 Mill. Mk. zu rechnen, bei den Landes st euern um etwa 4 Mill. Mark, bei den Holzei n nahmen von 800 000 Mark. Alle diefe Ausfälle sind erst im neuen Rechnungsjahr entstanden und konnten bei Aufstellung des Staatsooranfchlags nicht berücksichtigt werden. Insgesamt fehlen also auf der Einnahmenseite nahezu 14 Millionen Mk., die in der zweiten Hälfte des Rechnungsjahres durch Kürzung der Ausgabenfeite gedeckt werden mußten.
Keine Einnahmequellen mehr.
Ein Personalabbau vermieden.
Außer den oben erwähnten 4,5 Millionen Mark stehen hierzu dieEinfparungeninfolgeder Kürzung der Beamtenbezüge auf Grund der zweiten Notverordnung der Reichsregierung zur Verfügung, die im ganzen im laufenden Rechnungs- fahr mit etwa 3,5 bis 4 Millionen Mark anzunehmen find. Don diesem Betrag ist allerdings, wenn die Erwerbslosen in den Gemeinden einen gewissen Prozentsatz übersteigen, ein gewisser Betrag an bie Gemeinden abzuführen. Das würde für Hessen einen Betrag von 2 Millionen Mark ausmachen. Dazu kommt weiter die auf Grund einer bevor- tehenden Reichsregelung zu erwartende P e n - ionskürzung von 80 auf 75 Prozent les Gehalts, woraus im nächsten halben Jahr 500 000 Mark zu errechnen sind. Trotzdem die s a ch - lichen Ausgaben bereits im Staatsvoranschlag stark beschnitten worden sind, wurde nochmals eine Drosselung von etwa 2 Millionen Mark vorgenommen, ein Betrag, der namentlich DemHandelundGewerbe entzogen wird. Nach all diesen Entlastungen bleibt immer noch ein Fehlbetrag von etwa 3 Millionen Mark. Wegen der Deckung dieses Betrags stehen weitere Maßnahmen bevor, die in einer


