Ausgabe 
22.8.1931
 
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ö.Upor/

Wirtfchast

müssen.

S. f. K Lich.

Banknoten.

a. M.

von der Veröffentlichung der Verordnung über den Derrn ahlungszwang und den Getreideexport. Da auch die Mühlen infolge der wochenlang ge­übten Zurückhaltung ziemlich schwach versorgt sind und die alten Bestände zur Beige gehen, setzte sich besonders von dieser Seite eine regere Kauf­lust durch, die noch mit Unterstützung des Han­dels, der ebenfalls Deckungsbedürfnis bekun­dete, gefördert wurde und eben nur zu anziehend den Preisen befriedigt werden konnte.

halten. Lieber 1000 Meter sind Georg Müller (VsB. Gießen) und Jäger (Universität) zu nennen. Für den Dreikampf ist ebenfalls eine sehr starke Besetzung gemeldet. Für den Weit­sprung sind S ch r o t h (Homburg), Maul (Stadt- sporwerein) und die 1900er Hopfenmüller, Linsemann, Müller, Lipp unl> Maus als befähigte Springer bekannt. Für das Kugel­stoßen sind Hopfenmüller (1900), Luh (VfB.) und Loh (Tv. 1846) aussichtsreiche Be­werber. Zn der 4xl00-Meter-Staffel dürfte sich ein interessanter Kampf zwischen der Polizei Frankfurt, Stadlsportverein und Mtv. Gießen ent­wickeln.

In einem Freundschaftsspiel treffen sich am Sonn­tag in Lich die 1. Mannschaften von Steinbach und Lich. Ueber den Ausgang des Spieles ist kaum etwas zu sagen, da beide Gegner seit etwa zwei Jahren nicht mehr gegeneinander spielten. Die Jugend fährt nach Ettingshausen, wo sie auf die dortige Jugend trifft.

1. kreisoffene Leichtathletik-Wettkämpfe des Männer-Turnvereins.

350 Wettkämpfer am Start. - Landes- und Kreismeister ringen um den Sieg.

gen an den MeisterschaftSrennett In Berlin vor­züglich abgeschnitten haben. Es handelt sich btee um die Mannschaft der Mainz-Kafteler Ruder- gesellschaft, die nicht nur im Achter startet, son­dern auch den Preis des Herrn Staatspräsiden­ten bestreiten wird. Aber auch ganz hervor- ragende Mannschaften bringen in diesem Iahre die Gießener Vereine heraus, welche auch an diesem Lage ihr Können wieder unter Beweis stellen werden. Mannschaften aus Münster. Essen, Mülheim, Aeuwied. Mainz, Kreuznach. Offenbach. Frankfurt. Wetzlar. Marburg. Weil- bürg, Limburg, Bad Ems imd Siegburg werden das Programm vervollständigen und ausgezeich­neten Sport liefern.

Die Streitkräfte der Gießener Vereine sind in allen Dootsgattungen* vielversprechend. Es ist auch mit einem günstigen Abschneiden der Gieße­ner Mannschaften zu rechnen. Zum zweiten Male werden in diesem Jahre Damen-Ren- nen ausgetragen. Beide Reimen werden In Gig- Booten ,über zirka 1000 Meter gefahren. Ge­meldet zu diesen Rennen haben der Offenbacher Ruder-Verein 1874 und der Verein Rudersport Gießen 1913.

Die Zahl der eingelaufenen Meldungen macht die Austragung von etwa 30 Dorrennen erforder­lich, die am Samstag ab 14.30 Uf>f, und am Sonntag ab 8.30 Uhr ausgefahren werden. Die Hauptrennen beginnen am Sonntag ab 14 Uhr. 3m allgemeinen wird in diesem 3ahre erstmalig in Abständen von 10 Minuten gestartet. Die Re­gattaleitung wird für pünktliche Abwickelung sor­gen und unnötige Pausen vermeiden. Eine Laut­sprecheranlage wird das Publittirn genau über den.Verlauf der Rennen orientieren. Die Ein­trittspreise sind volkstümlich gehalten.

Am Weizenmarkt entwickelte sich ziemlich lebhaftes Geschäft, so daß für die Tonne Wei­zen hessischer, hessen-nassauischer und unterfräw- kischer Herkunst 250 Mk. erzielt wurden, was einem Preisgewinn von 15 Mk. gegen die Vor­woche gleichkommt.

Roggen hatte bei schwachem Angebot und besserer Rachfrage nach Roggenmehl festen Markt/ bei ebenfalls anziehenden Preisen. Stark anre­gend wirkte dabei die ebenfalls geschaffene Aus- fuhrmöglichkeit. Die Rvtterung stellte sich für die Lonne auf 215 Mk., also auf 10 Mark höher als in der vergangenen Woche.

Am Hafermarkt war die Haltung als schr fest zu bezeichnen. Reuhafer wurde noch nicht offeriert, während auch alter Hafer kaum an- geboten wird. Es konnte sich daher auch hier ein Preisgewinn von 10 Mk. per Tonne einstel­len, so daß in dieser Woche sich die Rvtterung für alten Hafer auf 200-205 Mk. stellt.

3n Braugerste ist das Geschäft immer noch unentwickelt. Die Brauereien sind im Einkauf in­folge des fortgesetzt unbefriedigenden Dierkon- sums recht zurückhaltend. Der Preis für Som­mergerste stellte sich paritätisch zu dem für Win­tergerste zuletzt gezahlten, nämlich auf 170 bis 175 Mk. die Tonne.

Am Mehlmarkt bestand sowohl für Wei­zen- als auch für Roggenmehl mehr Kaufnei- gung, zumal der Konsum nur schwach versorgt sein soll, so daß die Preise im Zusammenhang mit der festen Haltung des Rohprodukts werter hinaufgesetzt wurden. Man forderte für Weizen­mehl südd. Spezial 0, hergestellt nach den alten! Vorschriften aus 40 Prozent Auslandweizen und 60 Prozent 3nlandweizen 40,2540,75 Mk., desgl. Sondermahlung sog. inländisches Weizenmehl aus 100 Prozent deutschem Weizen 3636,75 Mk.. Weizenmehl Niederrhein., Spez. 0, hergestellt nach den Vorschriften wie bei südd. Mehl, 40,25 bis 40,50, desgl. Sondermahlunz 3636,50 Mk., für Rvggenmehl 0 bis 60proz. Ausmahlung 29,50 bis 31,00.

Futtermittel, wie Kleie und Rachmehle, waren ebenfalls etwas besser beachtet, so daß auch hier durchweg Preisbesserungen von 0,25 bis 0 50 Mk. eintraten. Es notierten Weizenkleie 10,00, Roggenkleie 9,75. Das Geschäft am Kar- toffelmarkt war sehr unbefriedigend, doch ist der Preis für Gelbfleischige mit 2,20 Mk. für den Zentner gut behauptet.

Die Olympische Staffel und die 4X100-Meter- Stasfel dürften die Mannschaften des Stadtspv., der Polizei oder die Bockenheimer als Sieger sehen.

Den vorliegenden Meldungen nach zu schlie­ßen sind bei dieser Veranstaltung Leistungen zu sehen, die in Gießen sehr selten gezeigt werden können. Den Wettkämpfen sieht man in Kreisen der Turner und Sportler mit begreiflichem 3nter- esse entgegen.

Handball im Gau Hessen (D.T.)

Zum zweiten Derbandsspiel auf eigenem Platze erwartet der Tv. Treis die erste Mannschaft des Tv. Münchholzhausen. Die Gäste sollen über eine sehr spielstarke Elf verfügen. Der Ausgang des Spieles ist offen. *

Klein-Lindens erste Handballmannschaft emp­fängt am Sonntag die erste des Tv. Münchholz­hausen zum fälligen Verbandsspiel. Der Ausgang des Spieles ist offen.

Gießener Herbst-Regatta.

Veste süddeutsche Klasse am Start.

Die diesjährige Herbst-Regatta des Vereins Rudersport, die ausgezeichnete Meldung aufzu­weisen hat, zeichnet sich durch die Beteiligung bester süddeutscher Mannschaften ganz besonders aus. Die Regatta, die am Sonntag, dem 30. August, zum Austrag kommt, erfreut sich einer ganz vorzüglichen Besetzung, die sportlich wert­volle Kämpfe verspricht. Befinden sich doch un­ter den 85 Booten mit etwa 450 Ruderern, die die Meldeliste verzeichnet, hervorragende Mann­schaften Süd- und Westdeutschlands. Das Gießener Publikum wird u. a. jene bevorzugten Mann­schaften zu sehen bekommen, die noch vor 14 Ta-

Für die kreisvffenen Leichtathlettk-Wettkämpfe, die der hiesige Männerturnverein zum ersten Male veranstaltet, liefen zahlreiche Meldungen ein. Leichtathleten und Sportler aus dem Lager der DT. und der DSD. werden sich auf dem Waldspvrtplah des VfB. ein Stelldichein geben. Don über 40 Vereinen sind Meldungen abgegeben .worden, an 1200 Einzelmeldungen liegen vor. (350 Wettkämpfer und Wettkämpferinnen treten auf den Plan.) Reben den hiesigen Vereinen, die sämtlich mit starkem Aufgebot teilnehmen, sind " es auch eine große Zahl auswärtiger Vereine, ins­besondere aus den Kreisen der Deutschen Turner­schaft, die ihre Besten entsenden. So erwartet man die Turner vom Stadtsportverein Frankfurt, aus Dad-Rauheim, Koblenz, Offenbach, Darmstadt usw. 3n der Oberstufe der Turner ist die Elite am Start. 40 Kampfrichter stehen zur Wertung der Leistungen zur Verfügung.

Bei einer vorschauenden Betrachtung der einzel­nen Wettbewerbe ergibt sich folgendes Bild:

In der

lumednnen-llnferflufe

wird sich ein großes Feld dem Starter stellen. Die Spielvereinigung 1900, der VfL. Wetzlar, VfB., Mtv. und 1846, sowie verschiedene auswärtige Ver­eine haben zahlreiche Meldungen abgegeben.

Das gleiche gilt für die ebenfalls sehr stark be­legten Wettkämpfe der Jugendliche beiderlei Ge­schlechts, die schon am Samstagnachmittag in die Schranken treten werden.

In der

lutnerinnen-Oberffufe

sind verschiedene sehr befähigte Turnerinnen gemel­det. Im 100-Meter-Lauf ist Frl. Becker vom Stadtsportoerein Frankfurt a. M. die Favoritin. Sie hat allerdings in Frl. Bickelhaupt (Mtv. Gie­ßen) eine Konkurrentin, die versuchen wird, ihr den Sieg streitig zu machen. Im Weitsprung ist es ebenfalls Fräulein Becker (Süddeutsche Landesmei­sterin und Meisterin im Mittelrheinkreis), die die besten Aussichten hat. Die gefährlichste Konkurrentin ist auch hier Frl. B i ck e l h a u p t. Außerdem Frl. Espach (beide Mtv. Gießen). Im Hochsprung hat Frl. B i ck e l h a u p t mit ihrer bisherigen besten Leistung von 1,52 Meter das Anrecht auf den ersten Platz. Außerdem: Frl. P. Richtberg (1900) und Frl. Röhmig (Mtv.). Im Kugelstoßen wird voraussichtlich Frl. Bormann vom Stadtsportverein Frankfurt die Siegerin stellen. Die Dereinskameradin Frl. T h e a t o ist ernsthafte Konkurrentin. Die Damen Frau Braun (Bad Homburg), Frl. Nickel (1900) und Frl. Luh (VfB.) sollten ein Wort mizureden haben. Im Speerwurf ist ebenfalls Frl. Bormann (Stadtsportoerein Frankfurt) an erster Stelle zu nennen. An zweiter Stelle Frl. Schuchhardt und Frl. Theato vom gleichen Verein. Frl. Holstein (1900), die Bezirksmeisterin in Hessen-Hannover, und Frl. Schmidt (Mtv.), die erstmals als Aktive startet, haben Aussichten auf gute Plätze. Im Drei- kampf ist abermals die talentierte Mtv.erin Bickel- Haupt die aussichtsreichste Bewerberin auf den er­sten Platz. Ferner: Frl. Decker und Frl. Richt- berg. In der 4X100-Meter-Staffel hat die Kreis­meisterschaftsstaffel des Mtv. (Esoach, Amend Röhmig, Bickelhaupt) große Mühe, sich ge­gen Stadtsportoerein Frankfurt zu behaupten.

Die Turner-Unterstufe

sieht ebenfalls viele Teilnehmer am Start. Für den 100-Meter-Lauf liegen allein 20 Meldungen vor. lieber 400 Meter dürfte Ploch (Mtv.) zusammen mit Döring (Frankfurt-Sachsen­hausen) und Werner (VfL. Wetzlar) die Spitze

Die Mittelstufe

weist ebenfalls durchweg eine sehr gute Be­setzung auf. lieber die 200 Meter hat Fernau (Mw ) in den 1900ern Schickedanz, Spaar und Schwab ernsthafte Konkurrenten. Ein in­teressantes Rennen dürfte sich über 800 Meter zwischen 3äger (liniversität) und Bepper­lt ng (1900) entwickeln. Ferner: Müller, Simon, Römer, Büttner (VfB). 3m Hochsprung dominieren Pfeffer (liniversität) und 3 a k o b (Bataillon). 3m Schleuderball sind Mohl und Gugel sowie der Bad-Rauheimer R o t h in Front zu erwarten.

Außerordentliche leichtathletische Leistungen dürften in den zahlreichen Wettbewerben der

Oberstufe

zu erwarten fein. 3n der 100-Meter-Konkur- renz trifft sich ein ausgesuchtes Feld. Fernau (Mw.), Simon und Grübling (Vorwärts Bockenheim) sind in der Turnerschaft Rainen von gutem Klang. Geist 1900 ist ebenfalls beteiligt. Das schwerste Rennen des Tages dürfte das über 800 Meter sein. Der Süddeutsche Meister und Kreismeister May (Bad-Rauheim) treffen auf den ehemaligen Kreismeister Rome Hk (Kob­lenz) und auf Wagner (Dockenheim). Dep- perling (1900), Simon und Büttner (VfB.) sind ebenfalls, wenn auch mit geringeren Aussichten, im Rennen. Für 1500 Meter sind es Romey k und Wagner, die neben Schaaf (1900) in erster Linie zu nennen sind.

Auch der 3000-Meter-Lauf weist eine her­vorragende Besetzung auf. Auf den Zwei- kampf zwischen dem süddeutschen Meister und Kreismeister F o r n o ff (Darmstadt) und Schaaf (1900) darf man besonders gespannt sein. Außer­dem stehen im Wettbewerb Gerhardt (1900), Kraft (Rheinfranken), Heyse (Bataillon), Reitz, Dörr und Hammesfahr (VfB.).

3m Weitsprung dominieren 3 ung (1900), Steines (VfB.) und Thoemes (Stadtspv.). Zum Hochsprung tritt mit Aussichten an der süddeutsche Sechskampfmeister zugleich der fünfte bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin. 3akobs vom Stadtsportverein. Dr. Möckel- mann (1846) und Anheies (Koblenz) dürsten sich um den zweiten Platz bemühen. 3m Stab­hochsprung stehen sichGlaab (Bockenheim) und Steines (VfB.) als schärfste Konkurrenten gegenüber.

Zum Kugelstoßen treten einige bekannte Grö­ßen an: Kilo (VfL. Wetzlar), Mohl, Gugel (VfB.) u. <l 3m Speerwerfen sollte der Kreis- meister Wiener (Dad-Rauheim) vor Spaar, Bachmann, Hopfenmüller (1900) vor Dietz (Ba­taillon) und Dothermel (Mtv.) als erster zu er­warten sein. 3m Diskuswerfen werden Kilo, Mobl und Gugel das Feld behaupten. Für den Dreikampf liegen viele Meldungen vor.

den Südbezirk des Gaues Hessen-Hannover an­langt) und in der Kombination den VfDern um einiges über ist. Zwar fehlt diesmal in der Mann­schaft der Borussen der Mittelläufer Diellier, es dürfte dem Verein aber nicht schwer fallen, gleich­wertigen Ersatz in das Feld zu stellen. Auf dem Posten des Halbrechten spielt Kammerl, ein Mann guter süddeutscher Klasse, dem die Läufer­reihe und die Verteidigung der Gießener einige Aufmerksamkeit wird widmen müssen.

Die Gießener spielen in folgender Aufstellung: Balser; Bingel. Kreß; Leutheuser, Knaus, Lehr- mund; Schmidt, Haupt, Därenfänger, Wlodarek und Fehling. Die Teilnahme des Mittelstürmers ist allerdings noch nicht endgültig sicher. Die Mannschaft, die in den bisherigen Gesellschafts­spielen recht ansprechende Leistungen gezeigt hat, sollte imstande fein, den Fuldaern eine gleich­wertige Partie zu liefern. Wenn man auch mit einem Sieg der Borussen mit einiger Sicherheit rechnen muh, so sollte die Mannschaft doch eifrig bemüht fein, eine gute Figur zu machen. Dem Er­gebnis sieht man mit besonderer Spannung ent­gegen.

Die Ligareserve hat auf dem Aniversltätssport- play die 1. Mannschaft von Rieder-Weisel zum Gegner, der hiermit eine alte Rückspielverpflich- tung erfüllt. Man gibt in diesem Gesellschafts­spiel den Hiesigen die besseren Aussichten. Die 1. Schülermannschaft hat die 1. Schülermannschaft von Lollar in Lollar als Gegner und sollte auch auf dem fremden Platz den Sieger stellen können.

Sportverein 1928 Garbenteich.

Am Sonntag fährt die 1. Mannschaft des Sport­vereins Garbenteich nach Lollar, um mit der 1 Mannschaft der Fußballabteilung des dortigen Turnvereins ein Gefellfchaftsrückspiel auszutragen. Das Vorspiel sah die Mannschaft aus Garbenteich als Sieger, das bevorstehende Spiel dürften aller­dings die Platzbesitzer für sich entscheiden, da die Mannschaft der Gäste voraussichtlich mit Ersak an­treten muß. Die neu zusammengestellte Jugend des Sportvereins Garbenteich spielt gegen die 1. Jugend der Spielvereinigung Leihgestern in Leihgestern und wird ebenfalls dem Gastgeber den Sieg überlassen

lasten.

Oie Arbeitsmarkttage im Reiche.

Rach dem Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 1. bis 15. August 1931 hat das Absinken des Beschäfttgungsgrades, das in der zweiten Hälfte 3uli eingesetzt hatte, in der ersten August- Hälfte ein etwas rascheres Tempo angenommen. Zwischen den beiden Sttchtagen vom 15. 3uli und 15. August 1931 ist die Zahl der Arbeitslosen um rund 148 000, in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um rund 129 000, gestiegen. Aus die Zeit vorn 1. bis 15. August entfallen von der Zu­nahme rund 114 000 (im Vorjahre rund 80 000). Rach den Zählungen der Arbeitsämter war am 15. August eine Arbeitslosenzahl von rund 4104 000 erreicht. 3n dieser Entwicklung dürf­ten neben der üblichen Verminderung in der Beschäftigung der Landwirtschaft Auswirkun­gen der Kreditkrise zur ©eltung kommen. 3n der Arbeitslosenversicherung hat die Entwicklung nunmehr eine steigende Richtung angenommen. Die Zahl der Hauptunterstühungsempfänger hat sich um rund 20 000 auf rund 1 225 000 erhöht. Die Belastung der Krisenfürsorge weist eine Zu­nahme um rund 29 000 auf. Am 15. August wur­den rund 1 056 000 Empfänger der Krisenunter- stühung gezählt.

Die Wirtschaftsgebiete wurden von der Zu­nahme der Arbeitslosigkeit zwar in verschiedenem Maße, doch ohne Ausnahme bettoffen. 3n der Landwirtschaft ist im allgemeinen die dies­jährige Arbeitsmarktlage gekennzeichnet durch eine starke Verwendung von Maschinen und durch das lebhafte unmittelbare Angebot wandernder, viel­fach berufsfremder Arbeiter. Der Arbeitsmarkt des Steinkohlenbergbaues hat sich wei­terhin ungünstig entwickelt. 3n den Braun- »ebieten war die Lage uneinheitlich. Die er Deschäfttgten im Baugewerb e hat überall abgenommen. Eine unverkennbare -Bet» schlechterung Der Lage ist auch in der metall­verarbeitenden 3ndustrie eingetreten. Einzelne Zweige des Bekleidungsgewerbes batten etwas besser zu tun. Ungünstiger ist das Bild, in der Spinnstoffindustrie.

Wochenbericht vom Frankfurter produkienmarkt.

Die Aufwärtsbewegung der Getteidepreise hat -sich auch in dieser Woche weiter fortgesetzt, wo­bei das anhaltende Regenwetter und daS mäßige,

Spielvereinigung 1900 Gießen.

Die Mannschaften der Spielvereiniyung 1900 sind bemüht, die noch ausstehenden Rückspiele gegen eine Reihe auswärtiger Mannschaften vor dem Eintritt in die Derbandsspiele hinter sich zu bringen. So findet z. B. am Sonntag bereits das Rückspiel gegen Alsfeld 06 in Alsfeld statt. Das Vorspiel ging be­kanntlich mit 4:2 für die Gießener auf eigenem Platz bei stark geschwächter Mannschaft verloren. Diesmal wird, aller Voraussicht nach, die Mannschaft der Dlauweißen komplett antreten können und so we­sentlich verstärkt in Alsfeld auf den Plan treten. Nach dem bisher wenig eindrucksvollen Auftreten der Ligamannschaft sollte man nun unbedingt einen Sieg erwarten dürfen, um so mehr als es endlich gilt, in Anbetracht der unmittelbar bevorstehenden Derbandsspiele gute Form zu beweisen.

Zweite, dritte und vierte Mannschaft haben am Sonntagnachmittag auf dem Sportplatz an der Lie- bigshöhe die zweite, dritte und vierte Mannschaft des Sportvereins Wetzlar zu Gast. Die hiesigen Mannschaften haben für einige verlorene Spiele Revanche zu nehmen. Bei einiger Anstrengung, bei dem nötigen Eifer und Siegeswillen, sollte die eine oder andere Mannschaft siegreich bleiben können. Eine bestimmte Voraussage ist allerdings nicht zu treffen. Auch die Jugend tritt mit drei Mannschaften bereits am Vormittag auf den Plan. Die Schüler­mannschaft steht im Lokalderby der Schülermann­schaft des VfB. gegenüber. Bei den ziemlich gleich­verteilten Kräften ist sicherlich ein spannender Kampf zu erwarten. Der Ausgang des Spieles ift offen. Die dritte Jugend spielt gegen die zweite Jugend des VfB.

VfB-Gießen.

Erstes Derbandsspiel gegen Borussia Fulda.

Das erste Verbandsspiel der Fußball-Saison 1931/32 stellt die Ligamannschaft des VfB. vor eine schwere Aufgabe. Die Grün-Weihen haben am morgigen Sonntag gegen die Borussen in Fulda anzutteten. Eine Leistungsprobe für die Hiesigen I Zugleich eine reizvolle Aufgabe. Die Gießener dürften bemüht sein, gegen die­sen Gegner ein ehrenvolles Ergebnis

herauszuholen, wenn auch die Aussichten

auf einen Sieg nicht völlig außerhalb

des Möglichen liegen sollte. Ein Sieg würde eine angenehme Ueberraschung und zugleich einen ein­drucksvollen Auftakt für die hiesigen DfBer in der diesjährigen Verbandsspielsaison bedeuten. Die Borussen stellen es ist hinlänglich be­kannt eine sehr gute Mannschaft, eine Mann­schaft, die in allen Teilen aufeinander eingespielt ist, technisch den besten Fußball spielt (soweit es

Gtäubiger-VersammlungderNordwolle I ß-

Bremen, 21.Aug. (ERB. Funkspruch.) Die' ' ~ ......r ~ ----

vom Konkursverwalter, Rechtsanwalt Dr. Heine­mann, einberufene nichtöffentliche Gläubigerver- fammlung der Norddeutschen Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei trat unter dem Vorsitz des Kon- kursrichters Dr. Höver zusammen. Zutritt haben nur Konkurs- und Massegläubiger, Aktionäre wer- den nicht zugelassen. Der Konkursverwalter gab einen ausführlichen Bericht über die Entwicklung der Lage. Nach der Eröffnungsbilanz im Konkurs­verfahren über das Vermögen der Nordwolle per 21.Juli betragen die freien Aktiven 38851 192 Mark., denen an ungesicherten Passiven 235 106 236 Mark gegenüberftehen.

Rach Verlesung des ersten Teiles des Berichtes des Konkursverwalters Dr. Heinemann erläuterte Direktor Melchior Schwoon von der Deutschen Treuhand-AG. Berlin den per 21. 3uli 1931 aus­gestellten Status der Rordwolle. Er führte aus, daß das Zahlenmaterial so zuverlässig wie nur irgend möglich aufgestellt sei, daß jedoch durch etwaige Transaktionen, die noch nicht in ihren Einzelheiten Mannt seien, jederzeit Ver­schiebungen des Dilanzbildes eintreten könn­ten. Die Arbeit sei außerdem sehr erschwert wor­den durch die vielen Finanzbuchungen!, die teilweise jedes geschäftlichen Warenvorganges ent­behrten und in offenkundigster irrefüh­render Absicht vorgenommen worden seien, um die Ergebnisse der Bilanz in günffigerem Sinne zu korrigieren. 3m zweiten Teil deS Berichts des Konkursverwalters bemerkte dieser zu dem Plan der Gründung einer neuen Rordwvlle-Gesell- schaft. daß in Aussicht genommen fei, das Waren­lager' in die neue Gesellschaft einzubringen. Der Wert dieses Warenlagers habe sich indessen noch nicht feststellen lassen. Die Höhe des Aktien­kapitals der neu zu gründenden Gesellschaft stehe ebenfalls noch nicht fest, ebenso in welcher Höhe der neuen Gesellschaft ein Kredit gewährt werden könne. Erforderlich für das Gelingen der Grün­dung sei eine Verständigung mit dem Reich, den Ländern und Gemeinden über steuerliche Er­leichterungen, um das neue Unternehmen nicht mit neuen untragbaren Ausgaben zu be-

20. August

21 .August

Amtliche

Dotierung

Amiltche Notierung

(Selb

Brief

Geld

25rier

Helsingsor» . Wien....

19,59

59,17

10,61

59,29

10,59

59,16

10,61

59,28

Prag . . .

Budapest. .

12,47

12,49

12,47

12,49

73.43

3,057

73,57

3,063

73,43

3,057

73,57

3,063

Holland . . Oslo ....

169,78

170,12

112,71

169,78

170,12

112,49

112,49

112,71

Kopenhagen.

112,49

112,71

112,49

512,71

Stockholm .

112,54

112,76

112,54

112,76

London. . .

20,45

20,49

20,451

20,491

Buenos Aires

1,173

4,209

1,177

1,173

1,177 4,217

Neupori . .

4,217

4.209

Brässel. . .

58,73

58,85

58,65

58,77

Italien. . .

22,05

22,09

22,03

22,07

Pari- . . .

16,495

16,535

16,495

16,535

Schweiz . .

81,86

82,02

81,86

82,02

Spanien . .

37,16

37,24

37,06

37,14

Danzig. . .

81,60

81,76

81,72

81,88

Japan . . .

2,078

2,082

2,078

2,082

Rw de Ian..

0,264

0,266

0,264

0,266

Jugoslawien.

Lissabon . .

7,393

7,407

7,413

7,427

18,55

18,59

18,55

18,59

Berlin, 21 .Auaust

Geil

»rle|

Amerikanische Noten .......

4,20

4,22

Belgische Noten.........

58,48

58,72

Dänische Noten .......

112,23

112,67

Englische Noten .........

20,395

20,475

siranzällsche Noten........

16,475

16,535

Holländische Noten........

169,36

170,04

Italienische Noten ........

21,96

22,04

Norwegische Noten........

112,23

112,67

Deutsch-Oesterreich, 4 100 Schilling

59,08

59,32

Rumänische Noten........

2,46

2,48

112.28

112,72

Schweizer Noten. ........

81,64

81,96

Spanische Noten. .......

36,67

36,83

Ungarische Noten........

72,85

73,15