Ausgabe 
22.5.1931
 
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Tragödie im Eis.

Die Wetterlage

15h

ben ist/ die gegen derartige Kürzungen spre­chenden berechtigten Bedenken vorzutragen. Der Reichsbund der höheren 'Beamten bittet daher, seine Devtreter entweder allein oder zu­sammen mit den Vertretern der übrigen Be­amtenspitzenorganisationen zu diesem Zweck emp­fangen zu wollen.

Brotpreis und Roggenmarkt

ReichsernährungSminister Dr. Schiele über die Brotversorgung.

Die Franzosen sind drauf und dran, ihrem Militär die Friebensuniformen zurück­zugeben. Wenn auch bisher bindende Beschlüsse durch die Regierung noch nicht gefaßt worden sind, weil sie es für zweckmäßig hält, die zur Verfügung stehenden Gelder in Festungsbauten hineinzustecken, so sieht es doch so aus, als ob der französische Soldat sehr bald wieder in seinem bunten Rock der Vorkriegszeit in die Erscheinung treten wird. Der Kampf um die alte Uniform entbrannte sehr bald nach der Be­endigung des Krieges. Damals sah sich die Heeresverwaltung genötigt, wenigstens ein kleines Entgegenkommen zu zeigen und das farbige Käppi wieder einzuführen. Die Kriegsuniform blieb, aber auch die Sehnsucht nach dem blauen Waffenrock und der roten Hose. Kürzlich hat das Kriegsministerium eine Ausstellung von Uniform- stücken aller Art veranstaltet, um festzustellen, ob die breiten Massen noch immer an der Friedensuniform hängen. Das Ergebnis war verblüffend. Zu Tausenden liefen im Ministerium Eingaben ein, die die Rückkehr zur Vorkriegs­uniformierung forderten. And fragen wir uns

Die schiedsgerichtliche Regelung von Konflikten.

England und Frankreich unterzeichnen die Gcneralakic.

Genf, 21. Mai. (TA.) 3m Völkerbundsrat fand heute die feierliche Bekanntgabe der A n - terzeichnung der Generalakte des Völkerbundes über die allgemeine schieds­gerichtliche Regelung internationa­ler Konflikte durch Frankreich und England* statt. Der französische und englische Außenmini­ster benutzten die Gelegenheit, um die General­akte als ein bedeutungsvolles 3nstrument des Friedens zu erklären. Die Generalakte sieht eine schiedsgerichtliche Regelung aller politischen und rechtlichen Konflikte vor und bestimmt hierbei, daß in dem Artikel 28 politische Konflikte auf der Grundlage des Rechtes zu lösen seien. Eine amt­liche Stellungnahme der deutschen Regierung zu der Generalakte liegt noch nicht vor. jedoch wird in maßgebenden deutschen Kreisen die Auf­fassung vertreten, daß die Anterzeichnung der Generalakte für Deutschland untragbar und gefährlich sei. Diese Generalakte fordert eine neue Bestätigung der Deutschland auferlegten Tri» butverträge. da die Generalakte die internatio­nalen Verträge als die Rechtsgrundlage politischer 3nteressenkonflikte anerkennt und somit auf der Grundlage der Generalakte einen internationalen Konflikt Deutschlands mit einem anderen Staat zwangsläufig nach den bestehenden internationalen Verträgen behandell würde. Don deutscher Seite wird daher gefordert, daß die schiedsgerichtliche Entscheidung eines internationalen Konflikts nur auf der Grundlage der Gerechtigkeit, der Billig­keit und der Gleichberechtigung aller Staaten er­folgen müsse. Deutschland hat sich seit 3ahren weitgehend für den Ausbau des SHiedsgerichts» gedankens eingesetzt und bereits mit den meisten Nachbarstaaten Schiedsgerichtsverträge abgeschlos- fen, muh jedoch die Generalakte ablehnen, weil darin eine unleugbare Festlegung auf die inter­nationalen Verträge als der Rechtsgrundlage für die Regelung politischer Konflikte vorgenommen wird.

0Wolkenlos.® neuer ® naib oedeciti ® wolkig. ® oedetki »Regen

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Wettervoraussage.

Eine Rinne tiefen Drucks erstreckte sich heute morgen von der atlantischen Störung ostwärts quer über Deutschland bis nach Polen hin mit seinem Kern über dem deutschen Ostseeküstengebiet. In ihr herrscht meist unfreundliches und zum Teil auch regnerisches Wetter. Aussichten auf eine Besserung ind zur Zeit nicht vorhanden, denn mit dem Vor­dringen des westlichen Tiefs gelangen erneut die über den britischen Inseln lagernden Niederschläge nach dem Festlande. Wenn auch später die ver­breiteten Regenfälle Nachlassen werden, so ist im Bereich der Ozeanluft noch mit vereinzelten Nieder- schlägen zu rechnen, und der Witterungscharakter bleibt wechselhaft.

Aussichten für Samstag: Dunstig und bewölkt mit zeitweisen Niederschlägen, mäßig warm.

Aussichten für Sonntag: Noch kein be­ständiges Wetter in Aussicht.

Lufttemperaturen am 21. Mai: mittags 18,6 Grad Celsius, abends 13,6 Grad; am 22. Mai: morgens 10,4 Grad. Maximum 19,5, Minimum 7,8 Grad.

Kabinettskrisis in Belgien

Die Militärkredite. Jashar tritt zurück.

Brüssel, 21. Mui. (TU.) Das Kabinett 3 a s p a r, das am 19. Mai umgeb'.ldet worden war, hat heute seinen Rücktritt erklärt. Die Veranlassung für den Rücktritt des umgeb'ldeten belgischen Kabinetts war eine stürmische Ausein­andersetzung über den Grenzverteidi­gungskredit in der Kammer. Als der Ab­schnitt des Haushaltsplanes, der 220 Millionen Franken für die Grenzverteidigung vorsieht, be­sprochen wurde, erllärten sich der Ministerpräsi­dent 3aspar und der Kriegsminister de Drv- q u e v i l l e, die beide der katholischen Partei an* gehören, mit dem Abänderungsan'.rag der Katho­liken und Flamen einverstanden, der den Verteidi­gungskredit auf 17 5 Millionen herab- setzt. Der liberale Abgeordnete Deveze, un­terstützt von mehreren anderen Liberalen, griff darauf den Abänderungsantrag scharf an. 3m selben Augenblick schrieb der neue liberale Mi­nister DovesseseinRücktrittsgesuchauf einen Zettel auf und gab d ieses dem 3ustizm.nister. ^arvuf verlieh Bovesse den Sitzungssaal unter jangmchaltendem Beifall der Opposition, die un» aufhörlichRücktritt" schrie. Die Kammer ver­warf darauf mit 90 gegen 77 Stimmen bei zwei Enthaltungen einen sozialistischen Antrag, wonach die Abstimmung über die Militäickredite vertagt werden sollte. Die Sozialisten, die flämischen Ra» tionaliften und ein katholischer Flame stimmten für die Vertagung.

Aus aller Welt.

Erwerbslosenausschreilungen in Essen.

3n Essen kam es zu Crwerbslosenausschreitun- gen. Rach der Auflösung eines Demonstrattons- zuges von etwa 350 Personen am Republikplatz versammelte sich eine größere Menge E:we biloser vor dem Rathaus. Sie wurden durch Po­lizeibeamte zersttsut. Hierbei wurde ein Wacht­meister aus einer Gruppe von sieben Beamten von Demonstranten abgedrängt und an der Marktkirche von hinten überfallen und miß­handelt. Seitengewehr und Gummiknüppel wurden ihm en triften. Die einschreitenden Beam­ten wurden mit Steinen und Flaschen beworfen. Ein Beamter erhielt einen Messerstich in den Rücken. Der verletzte Beamte feuerte sechs Schüsse auf seine Angreifer ab und zwar die ersten als" Schreckschüsse, die anderen scharf. Dem Beamten wurde beim Schießen gegen die Hand geschlagen, so daß ein Schuß eine andere Richtung nahm und in die Schaufensterscheibe eines Schlächterladens drang. Dabei wurde der Sohn des Inhabers am Kopf verletzt. Ein Mann erhielt einen Oberschenkelschuft, einem an­deren drang eine Kugel in den Unterschenkel, Sechs Personen wurden festnenornrnen.

Line historische Erinnerung.

Während der Taufrede des Reichskanzlers bei der Taufe des Panzerschiffes Deutschland" setzte sich bekanntlich vor Be­endigung der Rede das Panzerschiff durch falsch verstandene Kommandos in Bewegung und glitt v o r z e i t i g i n s Wasser, so daß der Deichs- kanzler seine Rede nicht vollständig zu Ende fuhren konnte und sie abrundete, um dem Reichs­präsidenten noch das Wort für den Taufspruch zu überlassen. An ein ähnliches Vorkommnis fei erinnert: Am 28. September 1883 fand die feier­liche Enthüllung des Denkmals auf dem Riederwald statt und das Fußartillerie- Regiment Generalfeldzeugmeister in Mainz sollte dabei die Saluts abfeuern. Rach einem sorg­fältig, vorbereiteten Programm sollte das vom linken Rheinufer bei Dingen aus in dem Augen­blick geschehen, wo die Verhüllung der am Sockel des Denkmals angebrachten großen Reliefs nach eingeholter Genehmigung Kaiser Wilhelms I. fallen würde. Ein nicht vor­auszusehender Zwischenfall führte hierbei jedoch eine Aenderung herbei. Während nämlich der Kaiser noch in längerer Rede auf die Ansprache des Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Rassau.

m das nächste Erntejahr hinübergenommen wird. Darüber hinaus hat sich die Regierung bekanntlich noch eine Reserve in Auslandsroggen in Rotterdam gesichert.

Der Minister gab sodann einen Aeberblick über die auf eine B r o t pre i s sen k ung gerichteten Maßnahmen. Er betonte hierbei die Erhöhung der Roggenausmahlungsquote von 60 auf 70 Pro­zent, des Weizenzolles um 50 Mk. je Tonne und die Einflußnahme auf die Preisbildung für Wei­zen- und Roggenmehl. Er erklärte weiter, daß eine Lockerung des Brotgesetzes, z.B. die Aufhebung des Deimischungszwanges von 30 Prozent Roggenmehl für die Herstellung von Wei- zengroßbrot bereits für die nächste Zeit in Aussicht genommen sei. 3m Anschluß an die Erörterung der Brotpreisfrage machte der Minister einige Ausführungen zum Reichser» nährungsindex, insbesondere im Hinblick auf den Anteil des Brotes am Index. 3ns- gefamt betrachtet fei der Index gegenwärtig niedriger als jemals feit dem 1. 3a- n u a r 19 2 5. 3n Anbetracht der dauernden Rückwärtsbewegung der Mehziffern für wesent­liche Lebensmittelgruppen, die von der heimischen Landwirtschaft erzeugt werden, z. B. für Fleisch, Fleischwaren, Fische, Eier, Milch und Milchcrzeug- nisse und den daraus resultierenden reichlichen Er­sparnissen sei die Brotpreiserhöhung, die eine Steigerung dieser Mehziffer von 93,7 im 3anuar auf jetzt 96,8 zur Folge hatte, von nur untergeord­neter Bedeutung. Trotz dieser Steigerung liegt nämlich der 3ndex für Brot und Mehl noch immer niedriger als in den 3ahren 1927 bis 1930. Daß die Auswirkung keine sehr starke sei, zeige sich am besten darin, daß der Gesamtindex für die Ernährung vom 3anuar 1931 bis Anfang Mai von 88,9 auf 86,7 zurückgegangen fei.

Graf Eulenburg, antwortete, erhob sich plötz­lich ein Wirbelsturm, der mit elemen­tarer Gewalt die Hülle zerriß und die zerfetzten Tücher in die Luft entführte. Der Kommandeur des Arttllerie-Regiments, Oberstleutnant De- rendt, hielt diesen Moment für den pro- grammäßig gegebenen und gab das Kommando zum Salut. 3n den Donner der Geschütze mischten sich die Böllerschüsse, die auf den Schiffen und rings um die Riederwaldhöhe abgegeben wurden. Der ununterbrochen zur Höhe rollende Donner der Geschütze und Böller nötigte den greifen Kaiser, seine Stimme mehr und mehr zu verstärken, um sich der Festversammlung ver­ständlich zu machen.

Schweres Booteunglüd auf der Mosel.

Ein schweres Bootsunglück ereignete sich auf der Mosel in der Nähe der Bullayer Brücke. Als e i n beladener Sandkahn, auf dem sich drei Personen, ein Vater mit seinen beiden Söhnen, be­fanden, einem entgegenkommenden Moseldampfer allsweichen wollte, faßte der Kahn Wasser und sank. Die drei Personen sprangen ins Wasser und versuchten schwimmend das Ufer zu erreichen, wobei der Vater seinem elfjährigen Sohn, der nicht schwimmen konnte, behilflich war. Während Der ältere Sohn mit Mühe und Not das Ufer er-

Berlin, 21. Mai. (CNB.) Infolge der heftigen Diskussionen, die der Brotpreis, namentlich in Berlin, in letzter Zeit verursacht hatte, hat der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Dr. h. c. Schiele zu dem gesamten Fragenkomplex des Brotpreises und der Brotversorgung grundsätz­lich Stellung genommen. Der Minister führte u. a. aus, daß das Ministerium für Ernährung und Land­wirtschaft nach der letzten Gesetzgebung verpflichtet sei, einerseits einer Brotpreiserhöhung entgegen*, anderseits auf einen einiger­maßen rentablen Roggenpreis für d i e Landwirtschaft hinzuwirken. Im Durch­schnitt der Monate Oktober 1930 bis März 1931 betrug der Brotpreis 37,94 Rpf. je Kilogramm, im April 1931 37,79 Rpf. und am 6. Mai, dem letzten Erhebungsstichtag 38,8 Rpf. Zur Beurteilung der Frage, ob der Durchschnittspreis vom Oktober 1930 bis März 1931 überschritten worden ist, bleibt noch der zweite in den Monat Mai fallende Erhebungs- stichtag abzuwarten. Als die Möglichkeit einer Brotpreiserhöhung durch das Anziehen der Roggen- und Roggenmehlpreife ge­geben war, wurde die Abgabe von Roggen zu 93er* fütterungszwecken aus den Beständen der Deutschen Getreidehandels-Gesellschaft eingestellt; irgend­welche Befürchtungen bezüglich einer Versorgungs­kalamität mit Roagen brauchten aber nicht gehegt zu werden, da nach den statistischen Erhebungen des Deutschen Landwirtschaffsrates am 15. April 1931 in Händen der Landwirtschaft noch 1,3 Millionen Tonnen Roggen vorhanden waren, nach den Erfahrungen der letzten drei Jahre aber der Verbrauch an Roggen bis zum Schluß des Erntejahres monatlich durchschnittlich nur 312 000 Tonnen beträgt, so daß unter Berücksichtigung der Vorräte der Deutschen Getreidehandels-Gesellschast und der Mühlen und Bäcker noch ein Bestand von etwa 300000 Tonnen als Reserve

reichte, verließen dem Vater plötzlich die Kräfte, so daß er mit seinem Sohn in den Fluten versank.

(Ein Sittlichkeitskrieg in Prag.

3nPrag hatte der böhmisch« Landespräsident Dr. K u p a t das gemeinsame Uebernachten von nicht mit einander verehelichten Personen ver­schiedenen Geschlechts in Z e l t e n und Wochen­endhäusern verboten. Daraufhin waren solche Unterkünfte in her -Umgebung von Prag wiederholt von Gendarmen durchsucht und mehrere hundert Personen verhaftet worden. Die Wandervereine der ganzen Republik Tramp genannt veranstalten jetzt P r o t e st - Versammlungen. An der Protestversamm­lung in Prag nahmen ungefähr 25 000 Menschen teil. Es kam zu Zusammen st ößen zwischen der sehr erregten Masse und der Polizei, die mit Steinen beworfen und beschimpft wurde. Als be­rittene Polizei auf dem Wenzelsplatz mit blankem Säbel vorging, wurde sie mit einem wahren Steinhagel überschüttet. Zahlre chr Fen­sterscheiben der Häuser auf dem Wenzelsplatz und der umliegenden Straften gingen in Trümmer. Es fielen mehrere Schüsse. Die Polizei nimmt an, daft sich kommunistische Elemente der Bewegung bemächtigten und ihr einxn revolutio­nären Charakter zu geben versuchten.

Evangelische Reichstagung der Deutschnalionalen.

Der GvangelischeReichsausschuft der Deutschnationalen Vollspartei veranstal et am 28. Mai in der alten Lutherstadt Worms eine Tagung, bei der über dieReligiöse Grundlage der vaterländischen Rechtsbewegung" gesprochen wird. Abends findet eine Oeffentliche Volksver­sammlung statt, in welcher Präses, D. Koch, M. d. R., der Vorsitzende der westfälischen Pro- vinzialshnode, Frau Oberin D. v, Tilling, M. d. R., und Reichstagsabgeordneter Dr. W i - der (StuttgartI über religiöse, kirchliche und po­litische Fragen sprechen werden.

Schrecklicher Tod eines dreijährigen Kindes.

In Potsdam kam die dreijährige Tochter Gisela des Gastwirts G e r l a ch in schrecklicher Weise zu Tode. Das Kind, das in der Küche spielte, fiel in einen zum Abkühlen aufge ft eilten Kessel mit heißer Fleischbrühe und er­litt so schwere Verbrühungen, daß es in der Nacht im Städtischen Krankenhaus ft a r b.

Moderne Goldsucher.

Das HebeschiffDeclaimer" hat den englischen Hafen Sunderland mit geheimer Bestimmung ver­lassen. Runmehr hat der Reeder erllärt, daft die Expedition die Hebung der Goldvorräte will, die sich an Bord des 1916 in der Rordsee untergegangenen holländischen DampfersTu­ba n t i a" befinden. DieTubantia" hatte einen 'Betrag von20MillionenMark in Gold an Bord, der in einer Ladung Hollän­der k ä s e versteckt war und der angeblich von der deutschen Regierung zur Hebung des deutschen Kredites n a ch S ü da m e r i k a bestimmt war. Sollte die Expedition erfolgreich verlaufen, so wird auch endlich die Frage ge- llärt werden, ob dieTubantia", die in einen Tiefe von etwa 40 Meter liegt, durch ein UBoot oder durch eine Mine versenkt worden ift. Das Hebeschiff wird vorläufig bis o. 3uni in See bleiben.

Landnöten.

Am Pfingssamstagabend wird auf der Richt­stätte im der Golzheimer Heide zu Düsseldorf, an der Stelle, wo er vor acht Jahren erschossen wurde, für S ch l a g e t e r und hundert­einundvierzig andere tote Helden des Ruhrkampfes ein Denkmal geweiht werden zur Erinnerung an jene furchtbare Zeit, wo der französische Militaris* mus mit den Bajonetten die Kriegskontributionen einzutreiben und gleichzeitig eine Sprengung des Deutschen Reiches zu erzwingen versucht«. Die Nach- kriegsjahre mit der Füll« stärkster Eindrücke, mit der ununterbrochenen Folge schwerer seelischer Er* schütterungen haben uns bisher noch nicht die Zeit besinnlicher Ruhe gegeben. Wir leben so rasch, daß alles, was damals geschah, uns schon ein Menschen­alter weit entrückt zu sein scheint, fast als wäre «s schon Geschichte geworden, und doch ist es in Wahr­heit noch lebendigste Wirklichkeit, ist es nur ein Bild aus dem deutschen Drama der Gegenwart, aus dem wir auch heute noch viel lernen können. Lernen vor allem, was jene hundertvierzig Namenlose ge­zeigt haben, wie man in treuer Pflichterfüllung schweigend für fein Vaterland, wenn es sein muß, auch zu sterben weiß. Für sie alle, für alle die Tausende, die seit der Revolution, im Baltikum, in Oberschlesien, im Ruhrkampf, in den Aufständen ihre Liebe zur Heimat mit dem Tode bezahlten, ist Albert Leo Schlageter das Symbol geworden, die Gestalt, die in sich die besten und schönsten Eigen* schäften des Deutschen verkörpert Entschlossenyeit, Mannesmut, Tapferkeit und Treue.

Er ist, daß muß man doch einmal brutal aus- sprechen, ermorbe-t worden. Der Prozeß, der gegen ihn gefühvt wurde, war eine Farce. Das Todesurteil stand fest, ehe die Verhandlungen begannen. Die Franzosen wollten einmal ein Exempel statuieren. Sie wollten Rache an einem dieser gefährlichen Idealisten, unter deren un­sichtbarem Wirken das ganze Gebäude des fran­zösischen Militarismus ins Wanken zu kommen drohte. So führten sie eine juristische Komödie auf, die in den äufteren Formen einem Straf­verfahren entsprach, die Angeklagten aber in ihrer Verteidigung so beschränkte, daft jeder Ver­such einer Rechtfertigung von vornherein aus­sichtslos blieb. Schlageter, der Mann, der an der Front gefochten hatte, der mit seiner Kompanie Riga von den Bolschewisten eroberte, der in Oberschlesien mit dem von ihm selbst zusammen­gesetzten Geschütz die Eroberung des Annabergs entschied, war in ihren Augen nur ein Ver­brecher. Für den Idealismus, der sich hier auf­bäumte gegen das seinem Vaterland geschehene Unrecht, hatten sie kein Verständnis. Dis zu dem Augenblick seines Todes. Erst als alles vorüber war, hat auch der französische Anllagevertteter widerwillig zugeben müssen, daß er doch kein Landsknecht war, sondern ein deutscher und von edelster Vaterlandsliebe erfüllter Mensch. So wird er in uns und in unseren Kindern wetter­leben, -als Verkörperung einer Generation, die mit ihrem Leib vier 3ahre lang die Grenzen deckte und es als selbstverständliche Pflichterfül­lung empfand, den Kampf gegen den glücklicheren Feind auch im eigenen Lande fortzusetzen. Und der Gedenkstein soll ein Wallfahrtsort für uns und unsere Kinder werden, als Erinnerungs­zeichen an die schlimmste Zeit des deutschen Riederbruchs, aber auch als Gewähr dec Hoff­nung auf eine bessere Zukunft.

Professor Alfred Wegener.

Die letzte Aufnahme des nach Wochen der Un­gewißheit im Eise tot aufgefundenen Professors Dr. 21 l f red Wegener, des Führers der deutschen Grönlandexpedition, der seit November v. I. vermißt wurde. Dem ausgezeichneten Gelehrten war das gleiche Los beschieden wie so vielen Nordlandfahrern und Forschern vor ihm. Das von ihm begonnene Werk wird vom Brüher des Verstorbenen, Dr. Kurt Wegener, weitergeführt. Er ist bereits nach Grönland unterwegs, um die Leitung der Expedition zu übernehmen. Reichspräsident und Reichskanzler haben der Witwe des Verstorbenen in herzlichen Worten ihre Teilnahme zum Ausdruck gebracht.

nach dem Grund, dann darf wohl darauf hin­gewiesen werden, daft auch der Durchschnitts­franzose den Krieg nicht liebt und er durch die horizontblaue Kleidung seiner Soldaten nicht dauernd an die finsteren Zeiten des Weltkrieges erinnert werden will. Daneben spielt natürlich die Eitelkeit des Mannes und die Liebe der Frauen für bunte Farben eine ausschlaggebende Rolle.

Das gleiche läftt sich übrigens auch von an­deren Rationen behaupten, die wenigstens teil* weise und aus traditionellen Gründen die Frie­denspracht bei ihren Regimentern wieder ein­geführt häben. Die Engländer haben ebenso wie die Skandinavier ihre Paradetruppen, Spanier und Italiener haben die bunte Uniform nicht ganz verdammt, die Rumänen kehren im Sturmschritt zu leuchtenden Farben für die Truppen der Residenz zurück, ja sogar in Rußland griffen kürzlich auf ein Gerücht über eine Aenderung der Bekleidungsvorschristen die Rotarmisten zu der grünen Litewka der Zarenzeit, well sie ihnen besser gefällt als die eintönige Tracht, in der sie stecken. Rur Deutsch­land bleibt beim Feldgrau, wenn auch hier und dort einige Aenderungen an der Kriegsuniform vorgenommen worden sind, die dem Waffenrock etwas mehr Schwung und Lebhaftigkeit gegeben haben. Aber auf das Blau und Rot, das Gelb und Grün werden wir nicht mehr zurückgreifen, einmal fehlt es uns am nötigen Geld, zum an- 'deren haben wir an wichtigere Dinge zu den­ken. Die Tradition der Truppe lebt nicht in ihrem Kleid, sondern in ihrem Geist und ihrer Wehrhaftigkeit weiter. Das beides zu pflegen, ift wertvoller als die prunkende Uniform un­serer Vorkriegsarmee.

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