Ausgabe 
22.4.1931
 
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Oer Gießener Voranschlag für 1931.

Cs ist ein betrübliches Kapitel der Gießener Kommunalgeschichte, das sich in dem st ä d t i - schen Haushaltsvoranschlag für 1931 vor den Augen der Bürgerschaft entrollt. Zwar hat sich die Schluhsumme des künftigen Haushalts- Plaues gegen das Borjahr um rund 500 0Ö0 Mk. ermäßigt, da der neue Voranschlag mit Z 351 646 Mark gegen 7 872 592 Mark abschließt. Qlbcr man darf dabei nicht übersehen, daß diese Minderung bei der Vermögensrechnung in Erschei­nung tritt (für das neue Haushaltsjahr 894 731 Mark gegen 1 442 275 Mark im Vorjahr), wäh­rend die Betriebsrechnung für 1931 eine geringe Steigerung auf weist (6 456 914 Mark gegen 6 430 317 Mark im Vorjahre). Aus dieser Ge­staltung des Zahlenbildes ist ersichtlich, daß die Schaffung neuer Werte für unser Gemeinwesen auch im neuen Rechnungsjahre nahezu stillgelegt fein wird, eine Entwicklung, die für unsere hei­mische Wirtschaft wenig erfreulich ist.

Kleber die Einzelheiten des neuen Haushalts­planes an dieser Stelle ausführlicher zu sprechen und Vorschläge zur Umgestaltung oder Erweite­rung nach dieser oder jener Richtung hin zu machen, erscheint uns heute überflüssig angesichts der Tatsache, daß der Voranschlag als ein Pro - dukt der kommunalen Rotverhält- n i s s e unserer Zeit erst nach wochenlangen Be­ratungen der Stadtverwaltung und des Finanz­ausschusses des Stadtrats zustande gebracht tource und jetzt schon so gut wie endgültig ist, obwohl ihn der Stadtrat erst am nächsten Freitag formell verabschieden soll. Wir wollen uns darauf be- schränken, einige Hauptgesichtspunkte in den Mit­telpunkt der Betrachtungen zu stellen. Hierbei ist besonders mit Bedauern zu erwähnen, daß es der Stadtverwaltung und dem Finanzausschuß trotz eifrigster Bemühungen nicht gelungen ist. einen Voranschlag vorzulegen, bei dem die Aus­gaben durch die Einnahmen Deckung finden. Zum ersten Wale in unserer Stadt liegt ein Haushalts­entwurf mit einem ungedeckten Fehlbe­trag vor. dessen Höhe sich auf die erhebliche Summe von 304 000 Mark beläuft. Es wäre ver­fehlt, für diese Sachlage die Stadtverwaltung oder den Finanzausschuß des Stadtrats verant­wortlich machen zu wollen. Die Schuld liegt viel­mehr an den unheilvollen Verhältnissen, die durch die Finanzpolitik des Reiches für die Kommunen eingetreten sind und die ab- Auänöem außerhalb der Machtverhältnisse der Kommunalverwaltungen liegt. Der Fehlbetrag soll zunächst durch einen ileberb rüdungS- f r e b i t zu Lasten der Dermögensrechnung ge­deckt werden, der bei der Wiederkehr günstigerer Verhältnisse aus Betriebsmitteln zurückerstattet werden soll. Man wird also jetzt den Weg gehen, den wir im Dezember v. 3. bei den damaligen Haushaltsschwierigkeiten bereits vorschlugen: der Unterschied ist jetzt nur der, daß mittlerweile die kommunalen Finanzverhältnisse noch schwieriger geworden sind, als sie sich damals barboten. Man muß sich natürlich barüber klar sein, daß ein solcher Kredit mit neuen Be­lastungen für bie Stadt in Gestalt von Zins- Verpflichtungen usw. verbunden ist, aber annehm­barer erscheint dieser Weg immer noch als eine weitere und in ihrem Ausmaß außerordentlich hohe Heranziehung der Dürgersteuer, Getränke­steuer oder der Werktarife, wie dies in manchen anderen Kommunen geschehen soll. Für dieGegen- trart kommt es jedenfalls darauf nn, im Bereiche der kommunalen Finanzpolitik eine Entwicklung zu verhüten, die geeignet wäre, den Lebens- . ftanbarb der Bürger und das Wirtschaftsleben noch weiter herunterzudrücken. Wir möchten ba- l her. trotz aller finanztechnischen Bedenken gegen einen äleberbrückungskredit, der Ansicht zustim- 7 men. daß die jetzt vorgesehene Lösung der Dek- kungsfrage als die annehmbarere zu betrachten ist.

Ein weiteres schmerzliches Merkmal des neuen Voranschlages ist, wie die Stadtverwaltung in ihrem Expose zum Haushaltsentwurf mit Recht hervorgehoben hat, die gewaltige Steige­rung der Wohlfahrtslasten. Selbstver­ständlich liegt es u; s fern, wie wir schon wieder­holt zum Ausdruck gebracht haben. gegen die . Hilfeleistung der Stadt an bie infolge der allge­meinen Wirtschaftsnot schwer bedrängten Mit­bürger etwas einzuwenden. Aber vom Stand­punkt der kommunalen Finanzwirtschaft aus muh mit ernster Sorge bie Forberung erhoben werben, bah nun endlich wirksame Maßnahmen Geltung erlangen, die einer weiteren Entwicklung auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege in der bisherigen Richtung einen wirksamen Riegel vorschieben.

Diese Forderung richtet sich an die Reichs- gesehgebung und an die Länder. Sie wird in unserem Falle zur Genüge begründet durch bie Tatsache, baß die Aufwendungen für die Gieße­ner Wohlfahrtspflege gegenüber den Ansätzen des vorjährigen Voranschlages um 475 313 Mark ge­stiegen sind, nämlich von 869 629 Mark im Rech­nungsjahr 1930 auf 1 344 942 Mark für das Rechnungsjahr 1931. Wie die Stadtverwaltung in ihren Bemerkungen zum neuen Voranschlag (Ar. 83 desGießener Anzeigers" vom 16. April) mit Rachdruck hervorhebt, und wie wir in unserem ArtikelKommunalfinanzen und steigende Für­sorgelast" in Rr. 62 desGießener Anzeigers" vom 14. März ebenfalls schon aussührten, ist es angesichts der ganzen Entwicklung der öffentlichen Finanzwirtschaft heute dringender als je zuvor, daß das Reich und die Länder an den Lasten der Fürsorge für die Wohl­fahrtserwerbslosen beteiligt werden. Der in unserem Artikel in Rr. 62 besprochene und auch von der S adtverwaltung vertretene Vorschlag des Deutschen Städtetages an bie Reichsregierung sei heute noch einmal mit allem Emst und Rach- druck unterstützt, denn die dort vorgeschlagerve Regelung entspricht nicht nur den Erfordernissen der Gerechtigkeit, sondern sie liegt auch im w o h l- verstandenen Interesse des Reiches, dem alle Saniemngsmahnahmen zu Gunsten seiner Finanzen nichts helfen werden, wenn dabei die kommunale Finanzwirtschaft zusammenbricht. Die Beteiligung deS Reiches und der Länder an den Fürsorgelasten für die Wohlfahrtserwerbslosen ist von solcher Dringlichkeit, daß ihre Verwirk­lichung nicht bis zum Wieberzusammentritt bes Reichstages im Herbst aufgeschoben werden kann. Die Rotverordnungsma s ch ine möge auch hierin recht schnell in Gang gesetzt werden, ehe es zu spät ist.

Die Stadtverwaltung und der Finanzausschuß haben sich in anerkennenswerter Weise bemüht, im neuen Haushalt die Ausgaben inschärs- ster Weise zu drosseln. Man ist babei so­gar vor Abstrichen nicht zurückgeschreckt, die ganz außerordentlich empfindlich sind und unter nor­malen Verhältnissen nicht zu vertreten wären. Weiter als jetzt geschehen, wird man nun nicht mehr gehen können. Als ein Beispiel für die Strenge der Sparmaßnahmen weist die Stadt­verwaltung auf die Abstriche beim Stadt- tfje a t e r hin, dessen Zuschuß auf 50000 Mark herabgesetzt worden ist. Dem Theaterdezernat wurde dabei die Verpflichtung auferlegt, m i t dieser Zuschußleistung unter allen Umständen auszukommen. Wcr die An­forderungen an ein gut geleitetes Theater kennt und ein solches Kunstinstitut wollen und müssen w'.r uns unter allen Umständen erhalten wird zugeben, daß es sich bei der jetzigen Beschränkung des Zuschusses, der sich bisher alljährlich auf rund 90 000 Mark belief, unb bei der harten Verpflichtung für das Theaterdezernat um eine sehr drückende Maßnahme handelt. Unter diesen Umständen wird es der Intendanz des Theaters natürlich außerordentlich schwer werden, die bis­herige Linie der Leistungen unserer Bühne ein­zuhalten. Wir dürfen aber wohl bie Ueber- zeugung haben, baß ber Intendant Dr. Prasch von sich aus alles tun wirb, um einen Abstieg unserer Bühne von bem bisherigen Riveau zu vermeiden, vielmehr auch unter den einschneidend veränderten Finanzverhältnissen bie gute k ü n st- lerische Produktivität des Theaters wie bisher der Bürgerschaft zu bieten. Ein sehr we­sentlicher Faktor für das Gelingen dieser schweren Aufgabe wird das Publikum selbst sein. Mehr als je zuvor kommt es jetzt darauf an, daß die Bürgerschaft für i h r Theater nicht nur den Standpunkt des Wünschens und Forderns, sondern auch den des Opferns einnimmt, des Ovferns nach ber Richtung hin, baß sie dem Theater fortlaufend ihre praktische Mithilfe in Gestalt von reger Beteiligung am Abonnement und in eifriger Pro­pagierung unserer Bühne erblickt. Eine solche praktische Mitarbeit an der Erhaltung unseres Theaters darf auch lein Strohfeuer sein, das schnell aufflammt unb bald wieder erlischt, sondern sie muh eine Erscheinung von Dauer darstellen, selbst unter den gegenwärtigen un­günstigen Zeitverhältnissen. Die Bürgerschaft muß sich darüber klar sein, daß sie bei einer solchen Haltung gegenüber dem Stadttheater nicht etwa der Stadtverwaltung, der Intendanz oder dem Theaterpersonal zuliebe etwas tut, sondern bah sie sich selbst mit ber Erhaltung ihrer Bühne und mit ber Wahrung des bisherigen Riveaus dieses bedeutsamen Gießener Kulturfaktors den besten Dienst erweist.

Ein kurzes Wort sei zum Schluh noch über die

kommunale Besteuerung gesagt, soweit sie im Rahmen des Voranschlages Reues bringt. Wer sich bie Tragweite und Den starken sach­lichen Gehalt der Ausführungen der Stadt­verwaltung zum neuen Voranschlag in der rech­ten Weise vergegenwärtigt, wirb zugeben müssen, dah die von der Stadtverwaltung unb dem Finanzausschuß ins Auge gefaßte Regelung der kommunalen Besteuerung unter den gegenwär­tigen Verhältnissen als annehmbar an­zusehen ist, weil eben eine andere günstigere L ö s u n g s m ö g l ich ke i t zur Zeit nicht besteht. Die Inanspruchnähme der Bürgerschaft

in dieser Hinsicht ist noch erheblich hinter bem Stand zurückgeblieben, den man in anderen Ge­meinden vielfach eingenommen hat. Unter diesem Gesichtspunkt muß man auch die lOOProzentige Erhöhung der Dürgersteuer, die erhöhte Dier- steuer und die Beibehaltung der Getränkesteuer betrachten. Für unser Gemeinwesen ist es jeden­falls besser, der jetzt vorgeschlagenen Regelung zuzustimmen, als es wieder darauf ankommen zu lassen, dah erneut ein Staatskommis­sar in diktatorischer Weise das entscheidende Machtwort zu sprechen hätte.

Wirtschaft.

Völlige Stillegung bei Bamag-Meguin in Buhbach?

Butzbach, 21.April. Wie WTB.'Handelsdienst erfährt, ist die Stadtverwaltung von Butzbach ener­gisch bestrebt, durch Verhandlungen mit den zustän­digen Stellen die völlige Stillegung der Firma Bamag-Meguin zu verhindern. Insbesondere ist die Erhaltung der Abteilung Eisen­bahnbedarf (Schwellen und Weichenbau) ins Auge gefaßt. Die Stadtverwaltung führt zusammen mit Vertretern der Firma Bamag-Meguin, Berlin, bei den zuständigen Behörden entsprechende Verhand­lungen, die jedoch infolge der schlechten Wirtschafts­lage und insbesondere wegen der ungünstigen Be­triebsverhältnisse des hiesigen Werks sich recht schwie. rig gestalten.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 22. April. Tendenz schwächer, im Verlause erholt. Die heutige.se eröffnete to?gcn des gestrigen schwachen Schlusses in Reuyork in abgeschwächter Haltung, nachdem noch an der gestrigen Abendbörse weitere Be­festigungen zu verzeichnen waren. Die Speku­lation bekundete stärkere Zurückhaltung, da von außen her keine Käufe Vorgelegen haben und auch das Ergebnis des Volksbegehrens ver­stimmte. Bei sehr geringer ilmfaht'itigfeit lagen die ersten Dotierungen durchschnittlich 2 P r o - zent schwächer. Starke Kurseinbußen hatten am ©leftromarlt AEG. und Siemens, die bis 3.5 Prozent nachgaben, Schlickert lagen relativ behauptet. Deutsche Linoleum und Karstadt lagen mit je 3.5 Proz. stärker im Angebot. Von Kunst­seidewerten gaben Aku 1,5 und Demberg 2,5 Prozent nach. I.-G.-Farben setzten 2 Proz. unb Deutsche Erdöl 1,5 Proz. niedriger ein. Voll­kommen geschäftslos lag der Montanmarkt, die Kurse wurden ebenfalls bis 2,5 Proz. schwächer taxiert Bankaktien eröffneten bei kleinem Ge­schäft bis 0,75 Prvz. abgeschwächt, während Schiff- sahrtswerte behauptet blieben. Fernes gaben noch Holzmann und Zellstoff Aschaffenburg bis 1,75 Prozent nach. Fester eröffneten nur Wayß & Freytag mit plus 1 Proz. Auch nach den ersten Kursen hielt die Abgabeneigung eher an, besonders Demberg verloren erneut 2 Prozent. Tas Geschäft kam fast vollständig zum Stillstand. Von Renten lagen Altbesitz 0,13 Proz. niedriger. Der Psandbriefmarkt lag ruhig und kaum ver­ändert. Im Verlause konnte sich die Stimmung wieder merklich bessern. Die Kulisse schritt zu Rückdeckungen, so daß nicht nur die ersten Kurse wieder erreicht, sondern teilweise bis 2 Prozent überschritten wurden. Däs Geschäft konnte sich leicht beleben. Dem­berg holten einen Teil ihres Verlustes wieder zurück. Am Geldmarkt trat eine weitere Erleich­terung ein, so daß der Satz auf 3.5 Proz. er­mäßigt tourte. Am Devisenmarkt konnte sich die Mark nach den Abschwächungen von gestern wie­der etwas befestigen. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1998, gegen Pfund 20,4075, London gegen Reuyork 4,8592, gegm Paris 124 30, gegen Mailand 92,80, gegen Madrid 48,90, gegen Schweiz 25,2290, gegen Holland 12,10.

Berliner Börse.

Derlin, 22. Apr'l. Richt das durchgekommene Volksbegehren, sondern in der Hauptsache das sehr schwache Reuyork von gestern bewirkte im heutigen Verkehr eine sehr unsichere Stim­mung, die zu Beginn der offiziellen Börse eine ziemlich schwache Tendenz zeitigte. Kunst­seidewerte verloren auf schlechte Absahrneldungen 6 Prozent, da die Ausführungen in den heutigen Generalversammlungen, die zuversichtlicher lau­teten, noch nicht bekannt waren. Ein weiteres verstimmendes Moment war die anhaltende Baisse am Metallmarkt: auch daß die Kunstseidever­

handlungen sich nun doch voraussichtlich lang­wieriger gestalten würden als man annahm, trug zur Zurückhaltung der Kulisse bei und hatte Kursrückgänge von 2 bis 3 Prozent zur Folge. Hamburg-Süd, Hirschkupser, Bemberg. Schultheiß, Karstadt, Svenska, Berger und Sie­mens tagen bis 4 Prozent, Rheinische Braun­kohlen 4 Prozent niedriger und Kaliwerte bis 6,75 Prozent gedrückt. Durch feste Haltung fielen Elektro Schlesien mit plus 3 Prozent und Schan- tung mit plus 2,5 Prozent auf. Anleihen eher abbröckelnd, Ausländer ruhig, Pfandbriefe kaum verändert. Die Geldfähe erhielten sich auf der Dortagshöhe. Im Verlaufe erfuhren die Kurse weitere kleinere Abschwächungen. Später traten, vom Kalimarkt ausgehend, an dem die Besserungen bis 4 Prozent betrugen, allgemeine Erholungen ein, da die Spekulation sich durch Käufe mehrerer Großbanken zu Deckun­gen veranlaßt sah.

Frankfurter Getreidebörse.

F r a n f f u r ta. M, 22. April. Es wurden no­tiert: Weiten 307,50; Roggen 217 bis 220; Ha­fer, iirländischer, 212,50 bis 215; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 43,50 bis 44,50; Roggen­mehl 30 bis 32; Weizenkleie 12,50; Roggenkleie 13,25 bis 13,50. Tendenz: Stetig.

Berliner Produktenmarkt.

Berlin, 21. April. Die durch die Drotpreis- erhohung geschaffene Situation und das bevor­stehende Wiedcrz^lsammentreten des Reichskabi­netts verursachten am heutigen Produktenmarkte stärkere älnsicherheit, so dah im handelsrechtlichen Lieferungsgeschäft verschiedentlich Realisationen erfolgten. Weizen setzte 1 bis 2 Mark, Roggen in allen Sichten 2 Mark niedriger ein, auch Hafer war bis um 2 Mark abgeschwächt. Am Promptmarkte hielt sich die ülmsahtätigkeit, an­gesichts der vorsichtigen Kauftaktik der Mühlen, in engen Grenzen. Das Weizenangebot trat etwas mehr in Erscheinung, während Roggen von der ersten Hand, infolge der Feldarbeiten, keines­wegs reichlicher angeboten wird. Den wenig ver­änderten Forderungen standen 1 bis 2 Mark niedrigere Gebote gegenüber. Das Weizenmehl- geschäft stagniert fast völlig, auch für Roggen­mehl sind die Käufer heute etwas zurückhaltender; die Forderungen lauten unverändert. Die Gebote für Hafer sind im Anschluß an den Rückgang der Lieserungspreise ermäßigt. Gerste liegt ruhig, aber stetig. Es notierten (1000 Kilo): Weizen, märkischer, 283 bis 230 (fest), Mai 302,50 bis 302, Juli 300, September 252,75; Roggen, märkischer 194 bis 196 (fest), Mai 205 bis 205,25, Juli 200,50, September 189 bis 189,50 (Geld); Brau­gerste 245 bis 252 (fest), Futter- und Industrie­gerste 230 bis 244; Hafer, märkischer 181 bis 188 (fest), Mal 193 bis 197,25, Juli 203,50. (100 Kilo): Weizenmehl 34,75 bis 40,50 (stetig); Rog- genmchl 26,80 bis 29 (stetig); Weizenklcie 13,25 bis 13,50 (fest); Roggenkleie 13,75 bis 14,25 (fest); Viktoriaerbsen 24 bis 29; kleine Speise­erbsen 23 bis 27; Futtererbsen 19 bis 21; Pelusch­ken 25 bis 30; Alckerbohnen 19 bis 21; Wicken 23 bis 26; Lupinen, blaue 13,50 bis 15,50; Lupinen, gelbe 22 bis 26; Serradelle, neue 66 bis 70; Rapskuchen 9,80 bis 10,20; Leinkuchen 14,10 bis 14,30; Trockenschnitzel 7,80 bis 8; Sojaschrot 14,20 bis 14,90; Kartoffelflocken 15,50 bis 16.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 28 vom 17. April enthält: Rechnung der Kreiskasfe für das Rechnungsjahr 1927. Ab­änderung der Ausführungsverordnung zum Fi- schereigeseh. Tarif für die Benutzung der Ab­deckerei in Garbenteich. Die Gewährung von Ruhegehalten an Hebammen. Feldbereinigung in Großen-Duseck.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 o. H.. Lombardzinsfuß 6 o. H.

firantfurt a. m.

ZJfriin

Schluß- für«

1-Uhr- flurd

Schluß- kure

Ansa. g« 4?ur4

Datum

21.4

22-4.

21.4.

22.4.

6% Deutsche Neichsaruelhe

ton 1927 .........

84,75

84,75

7% Deutsche Reichranleihe

von 1929 .......

100

-__

100

leuiftfie Anl.-Slblöl^Schuld mit

58,4

6,45

58,1

58

6,47

58,13

6,4

Seifll. ohne Ansios^Rechtr . .

8% Hel«. ©olUftaat von 1929

(rüdtahlb. 102%)......

95,25

95,5

Cbftbcflcn Trooini Anleihe mit

Öuelof^Sfditen......

56,5

Seutichf Komm. SamtnelabL

Anleihe Serie 1 ....

57

_

57

6% Rtanlf. Hnv.-Bank Goldpse

XIII unlünvbar bis 1034 . . .

101,5

7% ftian(|. Hop^Bank Goldpse

üntünDbor bis 1932 .....

95,75

-

-__

<Vi% Rbciniiche Hyp^Bank

2tqu. Golvpse.........

92,3

_

6% l'r. Lonbetpsandbries anstatt.

Biondbriese Si. IO......

100,5

_

100,5

_

8% l!r LandeSpianobriesanstolt,

Komm^Lbl. R. 90......

7% l't Landesvianvbriescmstalt,

'Slonbttriele tH tl......

A.E.Ä. abg. Borrriegtz-Obligatko-

96,5

96,5

nen, rückzahlbar 1932 ....

-

4% Ceftenetd)i|d)r Goldrente . .

_

_

23,75

23,7

4,20% Ocsterreichllche Silberrente

2,4

2,4

4% Oellerreichiiche Einheitliche

Rente ........

_

_

4% Ungarische Goldrente ....

19,4

4% Ungarische Siaalsrente v. 1910

16,4

16,7

_

«/»% oe«nl. von 1913

16,9

---

l% Ungarische Shonentenle . . .

_

4% Türlische Zollanleihe von 1911

4% Türlische Bagdadbahn-Anl

4,3

_

Serie 1..... .

4,4

4% oeSgl. Serie 11.......

4,4

_

4,45

4,45

6% Rumänische vereinh. Rente

von 1903 ......

8,5

8,4

iyt% Rumänische vereinh Rente

von 1918 ..........

15,25

15,25

15,4

4% Rumänische vereinh. Rente .

6,95

6,95

6,9

lyranhurt a. JJt. 1

Berlin

Schluß-! lurd |

1-Uhr- JTur8

Schluß-, lurd

Ansang« Aur<

Datum

21.4.

22.4

21.4.

22 4

Hamvurg-Amerika Palet . . tzamburg-Südam. Dampsschtss

. 7

65

64,75

64,4

64,13

. 8

118,4

115

Hanta Dampsschist ....

10

86,5

87,25

Rorvdeuticher Lloyd ....

. t

66

65,9

65,75

65,5

Allgemeine DeutscheEreditanki.

10

Barmer Bankverein . . .

1(

Berliner Handelrgeiellschasl .

12

124,5

124,5

123,25

Commerz- und Privai-Bank.

11

119

118,25

118,75

118,5

Darmstädter unb Nationalbank Deutsche Bank und

12

139,5

139

138

DiLconto-GeseUschast, . . .

10

108,25

107,75

103,4

108

Dresdner Bank......

10

108,4

107,5

108.4

107,5

Retchsbank........

12

169

169,25

168,25

AEG...........

. 8

111,5

109,75

111.4

109,5

Bergmann........

. 9

92,25

90

(Siehr. LleserungSgeleUIchaft.

10

135,5

134,5

Licht unb Straft......

10

127

124,5

126,5

125

stellen & Guilleaume . . . Gesellschatl für Elektrische

l¥i

90

89,25

87,75

Unternehmungen ....

Hamburger ElektrizitStr-Werte

10

130

129

128

10

illbeinilche Elektrizität . . .

. 9

121

118,5

Schlciiiche Elektrizität. . . .

10

Schlickert L Eo..... .

11

141

140,5

141

139,9

Siemens & Halske.....

16

176,25

180

176,75

Iraneiaolo........

. 6

Labmeyer & Co.......

10

130

128,5

Buverus.........

. 5

55,5

_

55,25

55,13

Deutsche ErdSI......

. 6

77,5

76

77,13

76,25

Essener Steinkohle.....

. 8

Gelsenkirchener......

. 8

83

83

81,5

Hatvcner.

. 0

73

72

Hoesch Eilen........

ev.

68,13

67,75

Oilc Bergbau.......

Hlöducnuerle .......

10

. 7

70

184

71,25

183

68,75

Köln-Nenetsen..... «

7

74,5

Mannesmunn-RShre« . ; .

. 7

76,75

78,13

76

Mansselder Bergbau ....

. 7

37

37,5

37

Cbcrldilcl. Eilende bars . . .

. 6

Oberschles. KokSwerke....

. 7

80,25

Bbönir Bergbau .....

6V,

63,25

62,75

62

Rheinische Braunkohlen . .

10

183

182,5

177,5

Rbeinsiahl . . ......

. 6

84,75

83

84,5

82,4

Rtebeck Montan ......

7,2

Israniiuri a. Dl.

Berlin

Ech.- hir<

1-uhr- K r<

Schluß« turs

Ansang- Kur«-

Datum

21.4.

22.4.

21.4

22.4.

Bereinigte Stahlwerke .

58

57,9

56,5

Liavi Minen . . .

e

6*1,

31,5

31

Paliwerke Ascherrieben .

10

179

170

163,25

Kaliwerke Westeregeln .

e

e

10

168

172,5

166,5

Kaliwerke Salzdetfurth .

16

253

254,5

256,4

250,5

I. G. Farben-Inbustri« .

12

150,75

148.4

150,4

148,4

Dynamit Nobel ....

. 6

Echeideantiali.....

. 9

132,5

133

Goldschmidt .....

. 6

49J5j

50

MütgerSwerke.....

. 6

57

56,25

57,13

56,25

MeiallgeteUIchaft. . . .

. 8

74,5

75

*

Dhiltvv Holzmann . . .

. 7

103

101,25

104

101,25

Zementwerk Heidelberg

10

81

öemeniwerk Karlstadt. .

M

e

10

Öan8 & nreviag . . .

. 8

33,5

34,25

34,5

Schultheis Payenhoser .

16

175

172,5

ckiwerkr.......

12

-

VIku........

18

89

87,5

89,5

87,25

Bemberg.......

fitllftoff Waldbos . . .

14

102,5

103

59

-31/,

-

102,75

101,25

Hellstost Aschaffenburg .

12

82

80,75

Charlottenburger Wasser

e

. 8

Dessauer Gas.....

. 9

137,25

136,5

Daimler Motoren . . .

. 0

33

32,25

32,65

32

Deutsche Linoleum . .

96,25

93,25

95,75

94

Maichinenbau A.»G. . .

. 0

Rai. Automobll . . . .

. 0

Orensietn & Koppel . .

. 6

51,75

50,25

Leonharv Tietz ....

10

118,5

117,5

116

SvenSka . . . .

287

284,5

287,5

ssrankkurter Maschinen .

. 4

17,5

17,4

Gripner ......

. 6

39

38,13

Heoligenskaedk ....

. 0

flungban«......

Lechwerke.......

e

*

. 6

. «

Mainkrastwerke Höchst a. M..

. 8

67,5

Dllag........

10

Gebr. Roeder.....

10

*

-

Loigi L Haesfner . . .

Süddeutsche Zucker . .

*

. 9

10

129

128,25

Van/nolen.

Berlin, 21. April

Geld

Bries

Amerikanllche Noten.....

4,181

4,201

Belgische Noten .......

58,13

58,37

Tauiiche Noten .......

111,97

112,41

Eng'ische Noten........

20,34

20,42

strnnzötische Noten.......

16,375

16,435

Holländische Noten.......

168,16

168,84

Iinitentsche Noten........

22.02

22,10

Norwegische Noten.......

111,93

112,37

Deuttch-Oesierreich, A 100 Schilling

58,83

59.07

Rumänische Noten.......

2,482

2,502

Schwedische Noten.......

112,08

112,52

Schweizer Noten........

80,60

80,92

Spanische Noten........

41,32

41,48

T'chechoilowakische Noten....

12.385

12.445

Ungarische Noten .....

73,03

73,33

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. ZU.

21 Aprti

22. April

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

»riet

Geld

Brie,

Amtt.» Rokk.

168,51

168,85

168,47

168,81

Bum.-Aires

1.400

1,404

1,376

1.380

Brss.-Antw.

58,32

58,44

58,32

58,44

Kbriftiania.

112,22

112,44

112,22

112,44

Kopenhagen

112,23

112,45

112,21

112,43

Stockltolm

112,35

112,57

112.36

112.58

HcliingtorS. Hta llctt . . .

10,556

21,975

10,576

22,015

10,558

21,975

10,578

22,015

London. . .

20,387

20,427

20.387

20,427

Neunork . -

4,1960

4,2040

4.1955

4,2035

'l<ari5. . . .

16,40

16,44

16,40

16,44

Schwel; ..

80,80

80,96

80,81

80,97

Sva -ien . .

41,44

41,52

41,61

41.69

Japan . . .

2.073

2,077

2,073

2,077

«Mio de Ian. Wien in D.»

0,300

0,302

0,293

0,295

59,11

Ceft. adgetk

58,985

59,105

58,99

Prag . . .

12,426

12.446

12,426

12,446

Bet irad . .

7,378

7.392

7,378

7,392

Biioup'-t. .

73.15

73,29

73,14

73.28

Bulgarien

3,039

3.045

3,040

3,046

Lissabon

18,84

18,88

18.86

18,90

Dancig . .

81,52

81,68

81.48

81.64

Konst urin.

1,784

1,799

1.784

1 .789

Silben

5.44

5,45

5,435

5.443

daiiaoa

4.194

4.202

4,193

4.201

Uru uav .

2.817

2,823

2,797

2,803

Cairo . . .

20,91

20,95

20,91

20,95