Ausgabe 
21.11.1931
 
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bann einstimmigen Annahme des Berichts, den Bunbesmitgliebern einen Angriff auf den Staat, der sich dem Bericht unterworfen hat, unterlagt. In dem konkreten Fall Japan-China also würde China, wenn der Ratsbericht ihm günstig wäre und mit Ausnahme Japans einstimmig Annahme fände, gegen einen javanischen Angriff gesichert sein, vor- ausgesetzt daß Japan seiner Pflicht als Mitglied des Dölkerbunds nachkommen würde. Das Völkerbunds- ftatut sagt nun allerdings nichts darüber, wie sich der in Berichtsoerfahren des Rats obsiegende Teil ich Recht verschaffen soll anders als durch Waffen­gewalt. wozu in unserem Falle China außerstande ein dürfte. Der Völkerbund hat dazu kein Macht­mittel in der Hand, denn die in Artikel 16 des Sta­tuts vorgesehene Bundesexekution käme ja nur in Frage, wenn der im Prozeßverfahren unterlegene Teil, hier also Japan, zu den Waffen greift. Da Japan durch die Besetzung des strittigen Objekts nun aber schon dem Ausgang des Prozesses vor dem Völkerbundsrat vorgegrisfen hat und es ihm weiter unbenommen ist, sich gegen den etwaigen Angriff des siegreichen Pro^eßgegners zu wehren, jo müßte sich die Unmöglichkeit Herausstellen, den Bericht des Völkerbundsrats durchzusetzen, wenn nicht eine bislang unbeteiligte Macht ober Mächte­gruppe sich zum Einschreiten entschlösse. Das liefe indessen, da hierzu vermutlich machtpolitische Er­wägungen den Anlaß geben würden, auf eine in der Vorkriegspolitik mit Recht so beliebtebewaff­nete Intervention" alten Stils hinaus, die mit der Rechtssprechung des Völkerbundes und mit den in seinen Statuten vorgesehenen Maßnahmen zur Ver­hütung eines Krieges nichts mehr gemein hätte.

Werden so einmal an einem konkreten und höchst- aktuellen Beispiel die Möglichkeiten, die der Völker­bund zur Schlichtung von internationalen Streitig­keiten hochpolitischen Ranges zur Verfügung hat, bis zum letzten durchexerziert, so ergibt sich, wie schnell der Völkerbundsrat am Ende seines Lateins ist, wenn es sich auch nur bei einer der streitenden Parteien um eine Großmacht handelt und Inter­essen auf dem Spiel stehen, die wie hier bei China und Japan beide Staaten im Mark ihrer nationalen Existenz berühren. Und das volle Bewußtsein dieser Tatsache hat natürlich auch bewirkt, daß der Dölker- bimbsrat in Genf und nun in Paris sich emsig müht, durch seine Vermittlung den Streit gütlich beizulegen ober Verhandlungen der Parteien herbei­zuführen, ehe er gezwungen wirb durch Erstattung eines förmlichen Berichts in aller Öffentlichkeit Farbe zu bekennen, ohne hinreichende Möglichkeit zu haben, eine ihrer Kraft bewußte Großmacht wie Japan zur Anerkenntnis seiner Vorschläge zu zwin­gen. wenn ihm nicht die politische Situation zu Hilfe kommt. Diese prekäre Lage yat dem Rat ja auch schon den schlauen Gedanken eingegeben, unter Berufung auf den Kelloggpakt die Vereinigten Staaten, die bekanntlich nicht Mitglied des Völ­kerbundes find, zur Teilnahme an der Vermittlungs- aktion aufzufordern. Amerika hat die Einladung an- genommen, obwohl Japan aus feiner Abneigung gegen das Hinzuziehen des großen Rivalen am Pazifik kein Hehl machte und sogar formell der Ein- ladung an die Regierung von Washington wider­sprach. So hat der Völkerbund bei Amerika wenig­stens Deckung, wenn seine Mission, wofür sehr viel zu sprechen scheint, erfolglos bleiben müßte ober nach einem mühsam zustanbe gebrachten, zwar das Gesicht wahrenden, aber die Beteiligten unbefriedi­gend lassenden Kompromiß im Sande verlaufen würde.

Doch der Konflikt um die Mandschurei ist nicht nur ein Prüfstein für das Funktionieren der Orga­nisation des Völkerbundes, er hat auch eine eminent weltpolitische Seite und sie dürste hinter den Ku­lissen der Pariser Ratstagung ein gewichtiges Wort mitzusprechen haben. Der Staat, der neben Japan und China an jeder Machtverschiedung im Fernen Osten bas größte Interesse hat, ist bie Sowjet­union. Japan hat Moskau auch bereits zur Neu­tralität in bem lapanifch-chinesischen Konflikt auf­gefordert, denn es weiß, daß es dann mit einem wirtlichen Krieg rechnen muß, wenn Rußland in den Konflikt eingreift. Aber dazu dürfte solange kaum eine Befürchtung bestehen, wie Japan sich auf fein eigentliches Interessengebiet in der Mandschurei beschränkt, das ungefähr den Raum östlich des Nonnifluffes und der schon weiter oben genannten Bahn Port Arthur-Mukden-Taonan umspannt. Eine kritische Frage ist natürlich die ostchinesische Bahn WladiwostokCharbinAngantschi in japanischem Besitz, weil Javan damit den Russen, die zu ihrem pazifischen Hasen Wladiwostok jedoch eine eigene Bahn über TschitaChaborowsk besitzen, immerhin unbequem werden könnte. Aber ohne zwingenden Grund wird die Sowjetunion, in schwerem Kampf um ihren wirtschaftlichen Aufbau und ungeklärten Dezieyunaen zu allen Weltmächten, hier nicht vom Leder zieyen. Und Japan, dessen Interessen am Nonnifluß ihre natürliche Grenze gesunden haben, wird Hug genug fein, diesen Anlaß für ein Eingrei­fen der Russen nicht zu geben. In Paris scheinen sich nun zwei weitere Gruppen herauszukristallisie- rcn. Die beiden angelsächsischen Mächte England und die Bereinigten Staaten sind offenbar bestrebt, ohne sich indessen zu weit vorzuwagen, auf Japan einen gewissen Druck auszuüben, weil sie von einer Zurückdrängung der Chinesen aus der Man­dschurei Rückwirkungen auf ihre eigenen sehr um- fangreichen wirtschaftlichen Interessen in China be­fürchten. Sie befinden sich jedoch insofern in einem inneren Zwiespalt, als beide von einem Fcstlegen starker japanischer Kräfte in der Mandschurei und einem gewissen Gegensatz zu Rußland eine Erleid)- terung verspüren könnten. Japans starker in den natürlichen Verhältnissen begründeter Expansions­trieb wirb von den amerikanischen Philippinen, von Hinterindien und Australien nach Westen abgelenkt. Frankreich, das an sich an der machtpolitischen Entwicklung in Dftaficn weniger interessiert ist, ob­wohl es in Jndochina den Druck der brot- und arbeitsuchenden mongolischen Volker ebenfalls spürt, scheint Japans Widerstreben gegen die Einmischung des Völkerbundes nicht ungern zu sehen. Man sagt, daß gewisse Kreise des Quai d'Orsay mit der um das Prestige des Völkerbundes besorgten Politik Briands nicht ganz einverstanden seien. Ihnen käme ein stärkeres Engagement der beiden angelsächsischen Mächte in Dftaficn so kurz vor dem Zusammentritt der gefürchteten Abrüstungskonferenz nicht ungele- gen, weil sie davon von dem Druck befreit werben konnten, dem sie namentlich von Washington sich ausgesetzt sehen. So spielen in die Pariser Der- Handlungen des Dolkerbundsrats die verschiedensten Erwägungen hinein, die es gewiß machen, daß der Rat, wenn er doch noch zu einer offenen Stellung- nähme gezwungen werden wird, den Ausweg über eine wohl ausgewogene politische Formel finden wird. Deutschland, in dessen öffentlicher Mei- nung sich ungeachtet aller törichten Fehler der Vor- kriegspolitik schon wieder hier und da Stimmen geh tend machen, die einem energischen Auftreten in Genf und Paris das Wort reden, Deutschland hat nicht das geringste Interesse wieder die Rolle des Hans Dampf in allen Gasten zu spielen und sich

in diesem chinesisch-japanischen Konflikt ohne Not i mit, daß chinesische Panzerwag. in die vorderste Reihe bugsieren zu lasten. Deutsch- bahuzone bei Tschuntschau Dorrü land hat in Ostasien lediglich wirtschaftliche Inter-' ist ein japanischer Sanitäts >

len in die Eisen­

vorrücken. 3n Mukden

essen, es unterhält mit beiden beteiligten Mächten gute politische Beziehungen, die es nicht durch eine

ist ein japanischer Sanitätszug eingetroffen, der von zahlreichen klagenden und weinenden Japanerinnen erwartet wurde. Der Zug führte 19 Gefallene und über 80 Verwundete mit sich. Die japanischen Verluste in den jüngsten Kämpfen belaufen sich aus 89 Tote und 155 Verwundete.

Oie Vertreter der Landwirtschaft verlassen den Wirtschastsbeirat.

Beschwerde über die vorweggenommene Sonderregelung für den Osten. Initiative der Regierung und einheitliches Gesamtprogramm wird vermißt.

Höchstpensionen und penswnMzunMesetz

Debatte im Haushaltsausschuß des Reichstags.

unvorsichtige Stellungnahme aufs Spiel fetzen darf. Es kann mit gutem Gewissen die Rettung des Völ- kerbunds, der aus diesem Konflikt kaum ohne einige neue Schrammen herauskommen wirt), den andern überlasten.

DieLage auf dem mandschurischen Kriegsschauplatz.

London. 20. Rov. (WTB.) Die Streitkräfte des Generals Ma befinden sich nach Räumung deS Gebietes von Tsitsikar in vollem Rück- zugaufLeschan. einer 100 Kilometer entfernt liegenden Station an einer Zweiglinie der chine­sischen Ostbahn. Der Rückzug wird von Gene­ral Vuan gedeckt, dessen Truppen gestern ftüb noch in der Rähe von Tsitsikar Widerstand leisteten. Die Japaner beabsichtigen, auch die Stadt Tschuntschau. den letzten Stützpunkt in der Mandschurei, der noch in den Händen der Chinesen ist. qu besetzen. China trifft große Vor­bereitungen für einen Gegenangriff gegen die Japaner. In Tahuschan und Ryaoyang sollen Panzerwagen bereitgestellt worden sein. 5n Pe- ling und Mulden stehen Lokomotiven und Züge bereit, um die chinesischen Truvpen befördern zu können. Das japanische Krregsministerium teilt

Der javanische Kriegsminister teilte in einer Kabinetts,itzung u. a. mit, General Maischangschen Hube sich anscheinend 40 Kilometer nordöstlich von Tsitsikar zurückgezogen. Die japanischen Truppen würden in wenigen Tagen abberufen werden. Cr glaube nicht, daß Sowjetruh- land irgendeine Aktion unternehmen würde, oa die ostchinesische Dahn weder beschädigt, noch gefährdet fei.

Oer Ausweg für den Rat.

Entsendung einer Unterfuchungolommisfion nach der Mandschurei

Paris, 20. Rov. (WTB.) Dotfchafter Roshi- zawa stattete dem französischen Außenminister einen Besuch ab, bei dem er die japanische An­sicht über den Gedanken einer Unter- suchungSkommifsion entwickelte. Im An­schluß hieran traten die Rat-mitglieder ohne die Delegierten der beiden Parteien zu einer Be­sprechung zusammen. Man batte den Eindruck, alS ob sämtliche anwesenden Ratsmitglieder für diese Kommission seien, doch wurden Be­schlüsse nicht gefaßt. Staatssekretär vonDülow

Die Äeichsregferung erwidert.

Zum Inhalt des Briefe- wird in einer Aus­lassung der Reichsregierung betont, daß er von völlig falschen Voraussetzungen auS- geht. Wenn über mangelnde Initiative Der Reichsregierung in den Verhandlun­gen des WirtschastsbeirateS geklagt wird, so hat die ReichSrcgierung dauernd mit Rachdruck be­tont, daß ihre verfassungsmäßige Zuständigkeit, in eigener Entschließung einWirtfchaftS- prvgramm aufzustellen, durch die Arbeiten deS Wirtschaftsbeirates in keiner Weise be­rührt werden sollte, und daß eS sich daher in der Aussprache des WirtschastsbeirateS nur darum handele, d i e Auffassungen der maßgebendenWirtschaftskrelse fest­zustellen.

3m übrigen wird zugegeben, daß die neue Rot- Verordnung über die Äeugestaltung der deutschen Osthilfe durchaus einen Teil des gesamten Wirt­schaftsprogramms der Reichsregierung darstellt. Insofern hätte es auch die Reichsregierung gern gesehen, wenn diese Maßnahmen zusammen mit den für die nächste Zeit in Aussicht genom­menen weiteren wirtschaftspolitischen Maßnahmen hätten getroffen werden können. Da im vorliegen­den Falle aber entscheidende Fragen der bevor­stehenden Frühjahrsbestellung und da­mit die Sicherung der Ernährung deS deutschen Volkes auf dem Spiele standen, hatte die Heichsregierung geglaubt, den Reichs­präsidenten schon vor endgültiger Feststellung des übrigen Wirtschaftsprogramms diese Maß­nahmen zum Erlaß einer gesonderten Rotverord­nung Vorschlägen zu sollen. Ein solcher Schritt der Reichsregierung war gerade von den be­rufenen Ver tre tern der Landwirt­schaft deS deutschen Osten - mit sofor­tiger Wirkung verlangt worden. Die Haltung der drei landwirtschaftlichen Vertreter des Wirtschaftsbeirates erscheint daher nur um so unverständlicher, zumal ihnen vor Erlaß dieser Rotverordnung deren Inhalt mitgeteilt und von ihnen übereinstimmend ge­billigt worden war.

Schließlich wird amtlich noch betont, daß von einerSprengung" deS WirtschastsbeirateS durch das Fernbleiben der drei landwirtschaft­lichen Vertreter natürlich in keiner Weife die Rede sei. Die wertvollen Arbeiten der Ausschüsse seien gerade gestern zu Ende ge­führt worden, und es handelt sich jetzt lediglich noch darum, in einer abschließenden Sitzung der beiden Ausschüsse das Ergebnis in Leit- sähenfestzustellen.

die nach Abzug der Kürzungen noch eine Pension über 12 000 Alk. beziehen; mehr alS 14 300 Mk. betrage die Pension nicht.

Abg. M o r a t h (D. Vp.) erklärte sich damit einverstanden, daß der Regierungsentwurf eines Pensionskürzungsgesetzes zur Grundlage der Be­ratung im Haur-Halisausschuß gemacht werde und daß dann die Entscheidung im Plenum gesucht werde. Der Redner wandte sich dann gegen die Hetze bezüglich der sogenannten Doppelverdiener. Das hohe Gut des Rechts dürfe in einem Kultur­staat nicht durch billige, populäre Maßnahmen zerstört werden.

Abg. Laverrenz (Dn.) erklärt sich mit dem Vorschlag einverstanden. Der Redner warnte davor, die Beamten und Pensionäre völlig zur Verzweiflung zu treiben. Recht müsse Recht

Abg. Hartwig (Chr.-Soz.) erklärte, über dem Beamtenrecht stehe das Wohl der Gemein­schaft. Das mühten alle Staatsbürger ertragen lernen, und hiervon konnten auch die höheren Beamten und hohen Pensionäre keine Ausnahme verlangen. In dieser Rotzeit müsse jeder sein Opfer bringen.

Abg. Roßmann (Soz.) wandte sich gegen die Ansicht, daß die finanziellen Auswirkungen einer allgemeinen Pensionskürzung n-cht wesent­lich seien. Es handele sich doch nicht nur um Reichsbeamte, sondern um alle Beamten, auch die Angehörigen der Reichspost und der Reichsbahn.

Abg. Ersinn (Zentr.) war der Ansicht, daß auch im Interesse der Beamten mit den Aus­wüchsen der Pens onsgesetzgcbung aufgeräumt werden müsse, damit endlich die Beamten aus der vergifteten Atmosphäre herauskommen.

Berlin, 20.Rov. (CRB.) Wie wir erfahren, haben die drei landwirtschaftlichen Vertreter im Reichswirtschaftsbei- r a t dem Reichskanzler in einem Schreiben mit­geteilt, daß sie au- dem Beirat aus- scheiden. Es handelt sich dabei um den Prä­sidenten des Deutschen Landwirtschaftsrates Dr. Brandes, den Präsidenten der Brandenburgi­schen Landwirtschaftskammer v. Oppen und den Gutsbesitzer Dr. H o l t m e i e r, der den Bau­ernvereinen nahesteht. In dem Schreiben an den Reichskanzler wird u. a. erklärt. Leider müssen wir heute nach mehrwöchigen Verhandlungen fest­stellen, daß wir von einer Klärung der Grund- Probleme noch weit entfernt sind, nicht zu­letzt deshalb, weil die Reichsregierung es nach unserer Lieberzeugung an der erforderlichen Initiative in den Verhandlungen deS Wirt- fchaftsbeirates hat fehlen lassen. Aberdiefe Feststellung hätte uns allein nicht veranlassen kön­nen, von einer weiteren Mitarbeit in dem Wirt­schaftsbeirat abzusehen, wenn nicht durch den Erlaß der neuen Rotverordnung über die Osthilfe eine ganz neue Si­tuation geschaffen worden wäre, die wir nicht hinzunehmen vermögen. Es wäre u. E. Pflicht der Rei^sregierung e.ewesen, in 11 beiein- ftimmung mit dem Wir s caftdberat das g famte P^o.zramm der Wir schäftl- u Z> Fi anzsa ie.ung einheitlich zu beschließen, anstatt eine ein­zelne Maßnahme vorher herauszugrei­fen. Wir können solche Methoden durch unsere weitere Mitarbeit im Wirtschaftsbeirat nicht mit unserer Verantwortung decken, da kein Dauer in West- oder Süddeutschland es verstehen würde, daß die z. T. rücksichtslose Eintreibung der von ihm aufzubringenden Lasten f ortgebt, zu ftei- gcnden Zwangsversteigerungen führt, während gleichzeitig ein genereller Schutz für den Osten ausgesprochen wird.

Solange bei der Reichsregierung ein Gesamt- programmnicht erkennbar ist, solange an der Methode der Einzelmaßnahmen festgehalten wird, solange die wichtigsten und sofort durchführ­baren Maßnahmen wir erinnern nur an den Dutterzoll und die Drosselung entbehrlicher Ein­fuhren durch entsprechende Devisenbewir schastung immerwiederhinausgeschoben wer­den, vermögen wir uns auch von den Arbeiten des Wirtschaftsbeirates Linen durchschlagenden Erfolg zu versprechen. Wir werden deshalb den Arbeiten fernbleiben, bis sich die Regierung zu einer Ölen- berung dieser Methoden und zur Aufstel­lung eines klaren Programms zwecks Durchführung der zur Rettung der gesamten Land­wirtschaft erforderlichen Maßnahmen entschließt.

Derlin, 20. Rov. (DDZ.) Der Haushalts- ausschuh des Reichstags begann die Beratung der Anträge zur Pensionskürzung sowie über die Festsetzung einer Höchstpension und in Verbindung damit die ^Beratung des Regierungsentwurfes über Pensionskürzung, der allerdings durch Rot- verordnung inzwischen z. T. erledigt und überholt ist. Die Deutschnationalen waren durch den Abg. Laverrenz vertreten. Reichssinanzminister Diet­rich erklärte: Selbstverständlich sei es der Reichs­regierung erwünscht, wenn durch einen verfas­sungsmäßig zustandegekommenen Beschlußdes Reichstages alle Schwierigkeiten, die auf die­sem Gebiet bestehen, ausgeräumt werden könn­ten, was auch die begrüßenswerte Folge hätte, daß der ungeheuerlichen Agitation, die draußen im Lande unter vollkommen verzerrter Darstellung der Verhältnisse betrieben werde, der Boden ent­zogen würde. Gelinge es nicht, durch einen mit Zweidrittelmehrheit gefaßten Beschluß des Reichs­tage-, die Frage der hohen Pensionen und der Doppelverdiener zu regeln, dann müßte es bei der Regelung der Rotverordnung bleiben mit allen ihren Bedenken und Gefah­ren. Heute, nach einer zweimaligen Kürzung, be­zögen nur noch 579 Personen eine Pension von mehr als 12 000 Mk. Die allermeisten dieser Pen­sionen lägen aber zwischen 12 030 und 14 000 OHL Diese 579 Pensionen resultierten aus der alten und der neuen Wehrmacht, der Reichspost, der Reichsbahn und sämtlichen Reichsbehörden. Die ganz krassen Fälle seien restlos ausgeräumt, z. T. dadurch, daß die betreifcnöen Pensionäre freiwil­lig auf einen erheblichen Teil der Pension ver­zichtet haben. Von der alten Wehrmacht seien nach dem Stand vom 1. Juli 1932 noch 108 kom­mandierende Generale bzw. Admirale vorhanden,

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Anläßlich der 700. Wiederkehr deS Todestages der Heiligen Elisabeth wollte in Dri?en so­wohl der 3. Orden der Kapuziner alS auch eint Kongregation ein E l isa be t h-Spiel aus- fubren. Die Organisationen hatten bei der Dc-

fc stand ihm so fest, toi 6tW, er fand diese !

Der japanische Vertreter in Paris hat die Weisung erhalten, jeden Dorschlaa eines Waffen, ft i 11 ft a n b e s in Der Mandschurei abzulehnen, da ein solcher nur gemacht werden kannte, wenn eii K r i e g s ; u st a n d bestünde. Ferner würde er es den Chinesen ermöglichen, Streitkräfte von mehr als 200 000 Mann gegen 15 000 Japaner zusammen»» Ziehen und Japan verhindern sich gegrt Soldaten- und Räuberhorden zu ver- leidigen.

Ordnungserlaffe in Preußen.

stärkste Einschränkung brr Rede« urb Brr« sammlungöfrrißeit. - Waffrnvrrbot

für Jugendliche.

ait>D- (DDD. Amtlich.) Der Preu, ßcsche Minister des Innern hat einen RunderlaH und zwei Polizeiverordnungen zur Sicherung vot Ruhe und Ordnung herauSgegeberr, in denen tf u. a. heißt: Die bisherige Handhabung der Der» sammlungspolizei hat eS noch nicht verhindert können, daß in besorgniserregender Weise in de, Versammlungen der radikalen Parteien und Or­ganisationen zu Gewalttaten auf gef dert oder an gereift wird. Der Min ersucht daher die Polizeibehörden: unter An. egungstrengstenMaßstabeS Versamnv langen, in denen wenn auch nur In ver­schleierter Form zu Gewalttätigkeiten aufge­fordert oder angereizt wird, sofort auszu. losen. Versammlungen, bei denen, inSbesonder, nach derPerson deSRednerS. die Besorg, nrs solcher Vorstöße besteht, vorbeugend z, verbieten oder jedenfalls nur unter Aus- sHl"st solcher Redner zuzulassen. Die ent- acltliche oder unentgeltliche Abgabe vo, Waffen an Personen unter 20 Jahren ist ver­boten. In der Zeit von 17 bis 7 Uhr sind Ge- lande- und Ordnungsübungen und Vorbereitungen dazu sowie alle Märsche in ge­schlossener Ordnung unter freiem Himmel ver- boten- Ausgenommen von dem Verbot des § * find behördlich angeordnete Veranstaltungen und Märsche (AuSslüge) von Personen Im " L" £ a I *c r Polizciverordnung tritt nach Maus von sechs Monaten außer Kraft

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bat die Frag« deS Wasfenstillsta«de» neuerlich aufgeworsen. SS wird jetzt von der lichkeit gesprochen, daß der VölkerbundSrat a« Montaa oder Dienstag zur Annahme einer Entschließung gelangen werde, die die ge­genwärtigen Verhandlungen zum Abschluß ban­gen und alS Hauptpunkt die Sntsenduna einer älntersuchungSkornmission juJ Gegenstand haben werde.

Aus aller Well.

Der Reichskanzler spricht morgen im Rundfunk.

Reichskanzler Dr. Brüning wird am Sonntag um 20 Uhr im Berliner Rundfunk über d l e Winterhilfe sprechen. Die Ansprache wird auch auf den Frankfurter Sender übertragen.

Elisabeth-Feiern in Sübfirol verboten.

kahenellenbogen bleibt außer hast.

Die Strafkammer II des Berliner Landgerichtes I hat die Beschwerde der Staatsanwalt­schaft gegen den Beschluß des Untersuchungsrich­ters Katzenellenbogen gegen eine Sicher- heitsleiftung von 1 00000 Mark von der Untersuchungshaftzu verschonen, zuruckgewiesen. Sie ist aus Grund einer von dem Angeschuldigten und seiner Ehefrau am 19. x M- abgegebenen eides st ältlichen Versiche­rung und eingehenden Darstellung der Verteidi­gung der Ueberzeugung. daß der Angeschuldigte zur Zeit über irgendwelches nennenswerte Vermögen im In- ober Auslande nicht ver­fugen kann, und daß daher die Sicherheitsleistuno von 100 000 RM. in Verbindung mit der Ablie­ferung des Passes und der K o n t r o l le seines Berliner Aufenthaltes ausreicht, den an fit bestehenden Fluchtverdacht zu beseitigen.

Lergwerkskatastrophe In England.

In bem in der Nähe von Doncaster, Grafschaft Tork, gelegenen Bentley Kohlenbergw-rl ereignete sich ein schweres Explosionsungluck. 11 Bergleute wurden getötet und 40 verletzt Um Mitternacht stand bie Grube in Flammen.

Ein englisches 19000-Ionnen-Molorschiff durch Jeu« zerstört.

Aus dem im Trockendock von D-lsast liegende» 19 000 Tonnen großen LuffuSmotorschifI .Bermuda" brach Feuer auS. Ilm Mlttcma« stand daS ganze Schifs in Fiammen. Die gesamt» Feuerwehr von B:lfast nahm an den Li fdbartxit.l teil, die durch ständig aufeinanderfolgende» plosionen se^r erschwert wurden. Um 2 Uhr be­gann daS Schiff sich allmählich zu neigen. D» .Dermuda" hat ihre erste Fahrt 1928 unternoar­men. Während der Saison war sie für den Vev» kchr -wischen Reuyork und BermukmS bestimm^ während sie in der übrigen Zeit deS Jahres Welt­reisen unternahm. Am 17. Juni d. I. war sie be­reit» im Hafen von Hamilton iBermudaS) durtz ein große» Feuer schwer beschädigt worden un> nach vorläufiger Reparatur nach Belfast zurüs- gekchrt. Da» Schiff ist vollkommen zerstört, btc Schaden übersteigt eine Million Pfund Sterling

Explosion eines Gasolln-Iankschisses.

In San Francisco explodierte da» a« Pier liegende Gasolin-Tankfchiif .Charlie Wo»» son" aus unbekannter Ursache. Soweit bisher fei» steht, sind wenigstens fünf Personen getf- t e t und zehn verletzt worden. Man befürcht^ aber, daß sich im Maschinenraum noch wei­tere Opfer befinden.

Organisierter TNenschenraub In Ehlkago.

Dago Lawrence Mangano, ein Unterfuhr<1 Al C a p o n t s, der als dessen mutmaßlicher No> folger galt, ist mit fünf Gefährten in Chikoc« von der Polizei verhaftet worben unter der $<* schulbigung, Leiter einer Organisation zu fein, bie sich damit beschäftigte, wohlhaben l« Leute zu entführen, um ein Lösegelb y erpreßen. Nach Angaben ber Polizei waren in den letzten zwölf Monaten minbestens 100 Fäll« derartigen Menschenraubes zu verzeich­nen.

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