Ausgabe 
21.10.1931
 
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Die praktische Hausfrau.

Den Ofen bis zum nächsten Morgen warm zu holten. Um Glut in Zimmeröfen bis zum nächsten Morgen zu erhalten, lege man abends zwei bis drei in doppeltes, ganz durchfeuchtetes Zei- tungspopicr fest eingeschlagene Briketts auf die letzte Glut der Defen. Dann schraube man den Ofen fest zu. 21m nächsten Morgen hat man genügend Glut, um sofort nachlegen zu können.

Entfernen von Kaffeeflecken. Kaffee­flecke sollen sofort entfernt werden, da sie später hart- nackig sind. Aus allen Stoffen verschwinden Kaffee- flecke durch Betupfen mit Glyzerin und Wasser zu gleichen Teilen oder auch mit reinem Glyzerin. Sehr gut ist auch Eigelb, mit Fleckenwasser zu dünner Flüssigkeit verrührt, auf den Fleck gestrichen und mit warmem Wasser nachzuwaschen oder eine Kochsalz­lösung.

F e n st e r k i t t. Einen sehr guten und wasserfesten FensterkiU kann man sich selbst herstellen, wenn man einen Teil Kreide und einen Teil Bleiweiß mit Lein- Ölfirnis untereinander mischt und zu einem Teig knetet. Um die Masse geschmeidig zu machen, kann man etwas Terpentinöl zusetzen.

Honig als Heilmittel. Honig ist ein aus­gezeichnetes Mittel bei Erkältungskrankheiten. So- oold man die Krankheit nahen suhlt, gibt man in eine Tasse heißen Tee einen Eßlöffel voll Honig, rührt tüchtig um und trinkt morgens und abends eine Tasse davon. Daß Honig als Nährmittel besonders zu empfehlen ist, ist wohl bekannt.

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Verwendung gebrauchter Teeblät - t e r. Gebrauchte Teeblätter kann man noch zu ver­schiedenen Zwecken benutzen. Wenn man sie sammelt, mit etwas abgekochtem Wasser übergießt und durch, siebt, so ergibt der Sud ein gutes Färbemittel für Gardinen, die man damit vom hellsten Elfenbein bis zu tiefem Ocker tönen kann. Auch eignen sich feuchte Teeblätter vorzüglich zum Abreiben von Teppichen, deren Staub sie annehmen.

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Vernichtung des Holzwurmes. Der Holzwurm in Möbeln läßt sich leicht mit Terpentinöl vernichten, indem man es tropfenweise von den Löckern aus, denen das Mehl kommt aufsaugen läßt. Dieses OU hat die Eigenschaft, sich bis in die tiefsten Gänge zu ziehen und die Larven zu töten. Das Holz- mehl muß vor dem Einführen des Terpentins ent­fernt werden.

Beseitigung von Risse nan den Wän­den. Die L^iffe werden durch einen Gipsbrei, der statt mit Wasser mit <§fsi^ angerühri wird, gefüllt. Der Gips erhärtet durch den Essig nicht so leicht und läßt sich besser verarbeiten. Man streicht den Brei mit einem Spachtel oder Messer in die Ritzen der Wände. Um auch Kacheln im Badezimmer auszu­bessern und zu befestigen, ist solcher Gipsbrei sehr gut.

Messingleuchter von Stearinflecken zu reinigen. Der Leuchter wird auf den warmen Ofen oder Herd gestellt, damit das Stearin abläuft. Auch kann man ihn mit möglichst heißem Wasser waschen, direkt bevor man it^n putzt. Jedes Abkratzen des Stearins unterlasse man, um der glatten Fläche des Metalls nicht zu schaden

Reis-Gedächtnisfeier und -Ausstellung in Gelnhausen.

WSV. Gelnhausen. 23. Oft. 2lm 26. d. M. find es 70 Jahre, daß Philipp R.e i s, ein Sohn der Stadt Gelnhausen, zum ersten Male das von ihm erfundene Telephon im Physikalischen Verein in Framfurt a. M. mit Erfolg vorsührte. Der Geschichtsvcrein Gelnhausen begeht diesen Tag durch eine Fner und eine Gedächtnis­ausstellung von persönlichen Erinnerungs­stücken. Modellen, Bildnissen. Abhandlungen u. a. Das Reichspostmuseum in Berlin und dasDeutsche Museum in München haben Gegenstände und Bücher zu der Ausstellung gegeben.

Vismarüs englische Zugendbraui

Von Or. Stephan Kekule von Stradonih.

Durch den Berliner Autogramm-Handel gelan­gen setzt die zwsli eigenhändigen Jugendbriefe des .Eisernen Kanzlers" aus den Jahren 1833 bis 1850 an seinen KorpSbrudcr laus derHan- novera" zu Göttingen) Gustav Scharlach zum Verkaufe, die man aus einer auszugsweisen Ver­öffentlichung vom Jahre 1912 schon kannte, und in denen der nachmalige Begründer des Deutschen Reiche- in überraschender Weise flirtend, schwer verliebt und verlobt mit einer bildschönen und vornehmen jungen Britin erscheint. Der Umstand, daß diese Briese nunmehr der Oefsentlichkeit im Wortlaut zugänglich sind, gestattet eine Vachprü­fung : er Episode.

Am 13. September 1837 schreibt Bismarck an Scharlach u. a.; .... zeige Dir nur vorläufig an, daß ich versprochen bin und gleich Dir in den heiligen Stand usw. zu treten gedenke, und zwar mit einer jungen Britin von blondem Haar und seltener Schönheit, die bis dato noch kein Wort Deutsch versiebt. Ich reise im Augenblick mit der Familie nach der? Schweiz, und werde sie in Mai­land verlassen, um in Deine Arme, und von da in die meiner Eltern zu eilen, die ich seit säst zwei Jahren nicht gesehen. Wahrscheinlich bist Du schon verheiratet, so^st muht Du mit mir nach England, um mich springen zu sehen, welcher actus im Frühjahr vor sich gehen wird."

Allein in einem Bries vom 9. September 1845 au« Knicphof an den Jugendfreund muß DiSmarck folgendes Bekenntnis einflechten: ..Bis Aachen kennst du. glaube ich, meine Schicksale. Dort er« öfnelen sich mit durch das Wohlwollen einsluh- reicher Leute in Berlin sehr günstige Aussichten sur da-, wa- man eine glänzende Karriere nennt; unb vielleicht hätte der Ehrgeiz, der damals mein Sötte war, noch länger und für immer mein Steuer gesührt. wenn nicht eine bildschöne Eng­länderin mich verleitet hätte, den Cour- zu än­dern, und sechs Monate ohne den geringsten Ur­laub auf ausländischen Meeren in ihrem Kiel­wasser zu fahren. Ich nöthigte sie endlich tum Beilegen, he strich die Flagge, doch nach zwei­monatlichem Besitz ward mir die Prise von einem einarmigen Obristen mit fünfzig Jahren, vier Plcrden und 15 000 rl. Revenuen wieder abge- iagt Am, am Beutel, krank am Herzen, kehrte ich nach Pommern heim."

Reichswehr-Appell zur Winterhilfe

Reichswehrsoldaten fahren in Berlin auf Wagen durch die Straßen und machen durch Trompeten- fignale die Bewohner auf ihr Kommen aufmerksam. Freiwillige Helfer, zum großen Teil Schüler und Schülerinnen, gehen dann in die Wohnungen und sammeln die Kleider und Lebensrnittel, die Gebe­freudige ihren notleidenden Mitmenschen zur Verfügung stellen wollen.

6intoriinbe des Konflikts nm die Mandschurei.

Riesige Bevölkerungszunahme in Japan. Oie Auswanderung unterbunden. Oie Industrialisierung stockt. - Zwang zur Expansion aus dem asiatischen Festland.

Von unserem L.-Berichterstatter.

(Vachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Tokio, Oktober 1931.

Vach dem Kriege war allgemein die Auf­fassung verbreitet, daß jetzt eine Zeit des Bevölkerungsrückganges in der Welt einsehen würde, oder daß doch zumindest die Beoölkerungsvermehrung nicht mehr so sprung­haft vor sich gehen würde wie vor dem Kriege. Diese Anschauung erstreckte sich auch auf die asiatischen Länder, also auch auf China und Japan. Die letzten Bevölkerungsstatistiken zeigen jedoch, daß diese Annahme auf einem Irrtum beruhte und daß in ganz Asien auch wei­ter ein Anschwellen der Bevölke­rungszunahme zu verzeichnen ist. Bemer­kenswerterweise ist diese von allen asiatischen Ländern noch mit am stärksten in Japan, einem Lande, in dem die europäische Hygiene und die europäische medizinische Wissenschaft dafür gesorgt haben, daß Seuchen nicht derartige Aus­fälle schaffen, wie im übrigen Asien Japan, das 1920 erst rund 55 Millionen Einwohner hatte, hatte 1930, wie die erst jetzt bekannt ge­wordenen Ziffern der Volkszählung ergeben haben, eine Bevölkerung von rund 6 4 Millionen Einwohnern hat also in den letzten zehn Jahren einen Bevölkerungs­zuwachs von rund 7,4 Millionen zu verzeichnen, eine Zunahme, die ganz außerordentlich groß ist.

Japan ist auf diese Fruchtbarkeit seiner Be­völkerung mit Recht außerordentlich stolz, weil sie ein Beweis für die Kraft und die Gesundheit des Volkes ist. Aller­dings mischt sich in diesen Stolz auch eine ge­wisse Besorgnis, da ja die starke Zunahme der Bevölkerung die schon vor dem Kriege aktuelle Frage immer brennender werden läßt, wie denn nun für öie Ernährung und d i e wirt­schaftliche Betätigung dieser Volks- massen gesorgt werden soll. Ist doch Japan

schon jetzt weitgehendü b e r b e s i e d e l t" und gibt es doch auf den japanischen Inseln kaum überhaupt noch unerschlossenes oder unbebautes Land, so daß es praktisch für Japan zur Lösung dieser Frage nur zwei Möglichkeiten gibt: ent­weder Öie Industrialisierung des Lan­des oder die Auswanderung größerer Volksmassen.

Daß das letztere feine Schwierigkeiten hat. ist ja bekannt. Fast alle angelsächsischen Staaten haben für die japanische Einwanderung bestimmte Gesetze erlassen, die diese in sehr engen Schranken halten und so einen wirklichen Abfluß der Bevölkerung verhindern. Weder nach den Vereinigten Staaten noch nach Kanada, Veu- seeland oder Australien dürfen Japaner in größe­ren Mengen einwandern. Auch die südamerikani­schen Staaten beginnen, der bisher geduldeten japanischen Einwanderung einen Riegel vorzu­schieben. Dazu kommt, daß der Japaner im Grunde genommen ungern auswandert. Die eigentümlichen klimatischen Verhältnisse seines Heimatlandes findet er ja auch nur ver­einzelt am Pazifik wieder und stößt dort, wo das der Fall ist, in China und in Malai- Asien zudem noch meist auf bereits stark besiedelte Räume, die niemals Ziel der Auswanderung großer Bevölkerungsmassen sein können.

Der Japaner muß also versuchen, schlecht und recht sein Brot in seinem Heimatlande zu verdienen und die Regierung sieht sich denn auch gezwungen, hierfür zu sorgen. Das Mittel, mit dem man glaubt, dieser Probleme Herr wer­den zu können, wird denn auch schon seit einigen Jahren vor dem Kriege befolgt, die Indu­strialisierung Japans kann als das Pro­dukt einer zielbewuhten Politik gelten, die dar­auf abzielte, durch auswärtigen Handel das zu 1 erwerben, was der japanische Boden der 2e-

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jeroinnen und den japanischen Ein-

-end zurückzudrängen. Der industrielle ationalismus macht überdies auch In China Schule

-ucrung vorenthielt. Diese japanischen Bemü­hungen lind, da- muß jeder anerkennen, trotz aller Wirtschaftskrisen unb aller Hemmnisse, die sich der Errichtung einer Industrie in einem an Kapital und Rohstoffen armen Lande entgegen« stellten, außerordentlich erfolgreich gewesen. Japan ist vor allem eines der führenden Tertilländer der Welt geworden, ob­wohl es z. B. die Baumwolle im Lande selbst kaum anbauen kann.

Allerdings hat diese Wirtschaftspolitik, wie sich das besonders jetzt in der Zeit der Welt­krise zeigt, auch ihre Schattenseiten. Denn ßockt der Absay über See ober kommt e- z. B auf dem größten Markte Japans, auf dem chinesischen tu größeren llnruhen, so werden die japanische Handelsbilanz und auch die japanische Zahlungs­bilanz allmählich so passiv, daß das ganze Wirt­schaftsgebäude in seinen Grundfesten erschüttert zu werden droht. Unb die große Frage ist, was bann werben soll unb wie bann ein Ausweg zu finben ist. Denn behält die BevölkerungS- zunahme chr bisheriges Tempo bei. so ,st abzusehen, wann der Großteil der japanischen Bevöllerung auf Gedeih und Verderb mit dem Absatz der japanischen Jndustrieprodukte ver­bunden ist.

Dieser Druck, den die Beoolkerungszunahme au»- übt, und der mehr und mehr auch in jedem japa­nischen Einzelhaushalt spürbar wird, war bekannt­lich mit d i e Haupturfache für die japa­nische Expansion nach dem Fe st lande h i n und für die japanischen Unternehmungen t n der Mandschurei. Gibt es doch in Japan eine imperialistische Schule, die Kolonien für Japan für unentbehrlich halt und daneben die Sicherung von Absatzmärkten um jeden Preis für die Haupt­aufgabe der javanischen Außenpolitik hält. Das Zu­sammengehen der Japaner mit den Engländern in China und der Gegen atz zwischen Japanern auf der einen Seite und Rus en und Amerikanern auf der anderen erklärt sich ja zwanglos aus dieser Einstel­lung, da ohne die Erhaltung der javanischen Inter­essen in China, die merkwürdigerweise den englischen vielfach parallel laufen, die Dinge sehr schnell zur Krise treiben können.

Gerade diese japanische Polittk ist aber bekanntlich in den letzten Jahren auf immer größere Schwierig- feiten gestoßen. China, das jahrelang von '.Bürger- kriegen zerrissen war und dessen wirtschaftliche Ent­wicklung weit hinter der der Japaner zurückgeblieben war, ist Heu zutage nicht nur wieder politisch ge­eint, sondern auch auf dem Wege, sich zu indu - Jt r i a I i (i e r e n. Ja, bas wieder geeinigte China hat sogar das Bedürfnis, Gebiete, die heute von den Japanern besetzt sind, wie z. B. die Mandschurei, und die als japanisches Kolonialgebiet gelten können.

und führt zu immer wieder aufflammenden Boykott- beroegungen gegen japanische Waren und bedroht bamit ben japanischen Lebensnerv.

Man versteht baher bie lebhafte Sorge die diese Dinge den Japanern und den übrigen Anwohnern des Pazifik in immer steigendem Maße machen Denn es kann bei einem so stolzen und lebenskräftigen Volke wie den Japanern als ausgeschlofjen gelten, daß dieses Volk die ständige Verschlechterung feines Lebensstandards stillschweigend hinnehmen wird unb daß man sich in Japan mit den gegebenen Realitäten abfindet. Nicht umsonst ist ja Japan ei n e der größten Kriegsmächte der Welt unb Aroar sowohl zur «ee wie auf dem Lande Die Ge­fahr, daß sich die hier angesammelten Gewalten eines Tages explosiv entladen und au einem Kriege führ n, liegt somit auf der Hand. Aber gegen wen m rb dieser Krieg geführt werden? Wird er g c g i n China gehen, mit dem Ziel, dieses große Reich in wirtschaftlicher Abhängigkeit von Japan zu erhalten, ober wirb er gegen bie anderen Mächte des Pazifik gehen, die der japanischen Ein­wanderung Schranken entgegengesetzt haben Diese Frage, bie, je mehr die Zeit fortschreitet, auch um jo brennender wirb, weil ja auch mit jedem Jahr der Bevölkerungsdruck in Japan größer wird, verbi- jedenfalls unsere stärkste Beachtung, unb man rotrl nicht umhin können auch den jetzt so aktuell ge­wordenen mandschurischen Konflikt unter diesem Gesichtspunkt zu sehen. Gewiß, dieser Konflikt kann noch einmal friedlich beigelegt werden Aber er ist eben wie ein Gewitter, das einem Orkan vor-

Aus anderen Vachrichten weiß man, bah Bis­marck in Aachen bie Bekanntschaft des Herzogs und der Herzogin von C l e v e l a n d und ihrer hinreißend liebenswürdige Vichte" Miß Russell gemacht hatte und nachher der Familie nach Wies­baden nachgereist ist.

Aufschlußreich für die Frage, wer dieBraut" aus jenen Jugendtagen gewesen ist, ist ein Brief Bismarcks vom 3. Juli 1851 aus Frankfurt am Main an seine Gemahlin Johanna, geb. von P u 11 k a m e r , die er 1847 geheiratet hatte. Er schreibt:Vorgestern war ich zu Mittag in Wies­baden bei Dewitz, und habe mir mit einem Ge­misch von Wehmuth und altkluger Weisheit die Stätten früherer Tyorheit angesehen... Wo unb wie mögen Isabella Loraine unb Miß Russell jetzt leben; wie viele sind begraben, mit denen ich damals liebelte, becherte und würfelte, wie hat meine Weltanschauung doch in den vierzehn Jahren seitdem so viele Verwandlungen durch­gemacht."

Es handelt sich um William Henry Duke o f Cleveland (1766 biS 1842) und seine zweite Gemahlin Elizabeth, geb. Russell, die der Her­zog in seiner zweiten Ehe 1813 geheiratet hatte. Sie hatte zwei RichtenMisses Russell"! Die eine starb jung und unvermählt infolge eines Un­falles Ihr Vorname ist nicht zu ermitteln. Die andere. Miß Laura Russell, geb. 1817, wurde am 17. August 1844 die Gemahlin von George Augu- stuS Constantin Earl (Graf) Mularave. späte­rem Marguis o s Vormanby, bekam von die­sem vier Söhne und drei Töchter unb ist am 26. Januar 1885 gestorben. Junge Damen desVa- menS Isabella Loraine gab es im Bekannten­ober ZrcundeSkreNe beS herzoglichen Ehepaares von Cleveland zwei. Von biefen scheidet eine hier gleich auS: Isabella Elizabeth Loraine, die schon am 20. Vovember 1828 die Gattin deS Rev. John Dell, Vikars von Rothwell, geworden war. Die andere ist: Isabella Judith Maria L o r a i n e - S m i t h, die am 10. September 1840 dem Richard Lee Devan auf DrixworthHall die Hand für daS Leben reichte. Das ist also die .Isabella Loraine" deS BiSmarck-Briefes. von 1851. Nebenbei bemerkt sind die Loraine eine Baronet- (feit 1664) Familie, die ihre Stamm­reihe bis in die Zeiten Wilhelms deS Eroberer- zurückverfolgen kann. War sie die .Flamme" Bis­marcks? Die Miß Russell" deS Bismarck-Brie­fes von 1851 hieß mit Vornamen Laura, das ist gewiß. Danach ist sie mit der späteren Gräfin

Mularave. noch späteren Marchioneß of Vor­manby, perfonengleich. Sie ist also die andere Dame, die man als ehemalige Jugendliebe Bis­marcks zur Auswahl hat.

DaS Wunderbare ist nur, daß die Beschrei­bung deseinarmigen Obristen mit 50 Jahren, vier Pferden und 15 000 rL Revenuen" weder auf den erwähnten Richard Lee Devan noch auf den Earl Mularave, späteren MarquiS of Vormanby paßt Weder Richard Lee Devan noch der Earl Mulgrave, später Marquis of Vormanby, sind jemalsObrifi", noch weniger einarmig gewe­sen. Dieser Tatsache gegenüber gibt es nur zwei Annahmen.' Entweder die Djsmarcksche Schilde­rung des endgültig begünstigten VcbenbuhlerS ist eine humorvolle, übertreibende Zuspitzung, oder die damalige Devorzugung des reichen .einarmi­gen Obristen von fünfzig Jahren" ist auch noch wieder rückgängig gemacht und schließlich 18-.3 oder 1844 ein Dritter zum Ehegatten erkoren worden. Del beiden Annahmen können sowohl Isabella Loraine-Smith, als auch Laura Russell die BiS- marck-Flamme gewesen fein, und über die Frage: welche von beiden?" gewinnt man immer noch keine größere Klarheit. Dei dieser älnklarheit ist eS seit 1912, seil ich mich zum ersten Male mit dieser Frage beschäftigt habe, auch bis zur Ge­genwart geblieben. Weder haben Erkundigun­gen, die ich damals bei englischen LordS einiu- ziehen versucht habe, zum Ziele geführt, noch hat seitdem Prosejsor Dr. Erich MarckS. der Ver­fasser des viel aufgelegten Duches .Bismarck- Jugend", bestimmte Anhaltspunkte gefunden.

Unb doch meine ich heute, nachdem ich mich in den Stil und Ton der Driefe DiSmarckS au- jungen Jahren und namentlich deS jungen Ehe­mannes an feine Gattin (feit 1347) Johanna von Puttkammer genauer eingelesen habe, daß der Wortlaut seine- Schreibens an diese vielleicht einen Rückschluß gestattet.Wo unb wie mögen Isabella Loraine unb Miß Russell jetzt leben", so schreibt er. Dieser Wortlaut beweist zunächst, bah seine junge Frau bieses Jugenderlebni- burch ihn selbst schon kannte. Warum schreibt er aber gerate .Isabella Loraine" unb .Miß Russell" ? Warum schreibt et nicht beibc Male gleichmäßig: entweder .Miß Lora'.ne" unb .Miß Rüssel , ober .Isabella Loraine' und Laura Russell"? Die Antwort liegt nahe: weil ihm der durch ben Gebrauch vertraut gewesene Vorname .Isabella" » näher lag, al- bet Vorname deS .Miß Russell": Laura, ben er zwar gekannt, aber niemals al- |

Anrebe gebraucht hat. Doch will ich biefe Heber« Icgung keine-sall- als einen eindeutigen .Be­weis" angesehen wissen!

3eiffd>riften.

Die Münchener MonatSschrist .D i e Ä u n t- (Verlag F. Bruckmann-AG.. München) führt uni in ihrem reichbebilberten unb mit Kunstbeilagen geschmückten Rovemberhest zuerst burch die Ersatz- auSstellung für den durch Feuer vernichteten Mün­chener GlaSpalast. die in tapferen« Lebenswillen bekundendem Entschluß sofort in Angriff genom­men wurde, nachdem die erste Bestürzung übet daS GlaSpalastunglück abgeebbt war. In bie neue Ausstellung hat man manche- von dem, wa- man au- den Flammen de- Gla-palaste- herau-rist oder auS dem Brandschutt auögrub. neuerdings ausgestellt. Mit diesen erhaltenen Kunstgütem verbinden sich unzählige Reue zu einer Ausstel­lung. die durch ihre Fülle unbedingt überrascht. In dem Teil WoynungSkunst sehen wir ben Ent­wurf eine- neuen Wohnraumes in farbiger Dar­stellung, ferner Anregungen unb Beispiele für neue- Wohnen in alten Sjäufcrn. kunstvolle Me­tallarbeiten unb Gläser unb trefflich« neue Bei­spiele schwedischer Wohnungskultur.

.Hessen land . MonatSschrist für Lan- deS» unb DolkSkunbe, Kunst unb Literatur Hes­sen-. In Verbindung mit Fachberatern heraul­gegeben von Dr. C Hitzeroth Verlag V 1 Glwert in Marburg. Wissen Sie schon, daß fr Hessen einmal eine Vegerin getauft worben itf Davon erzählt uni bet kürzlich verstorbene -S» schichtsforscher Georg Malbfelb in seinen Ge­schichten aus dem Leben de- Großvater- der Brü­der Grimm. Kennen Sie die alten Fuhrmannl- straßen in Hessen unb haben Sie ein Bild bei früheren Verkehr- auf diesen Straßen? D. Lieberi (Kassel) legt un» barüber eine kulturhistorische Skizze auS alten Fuhrmann!tagen vor. Eine an« bete Reise eine Dilbung-reise be- Landgrafen Otto von Hessen 1611 nach England und ben Viederlanden beschreibt un- Philipp Losch. Er weist babei auf die alte Familiensage im Hause Hessen-Kassel hin, daß der erstgeborene Prinz niemals zur Regierung kommen sollte, die auch auf diesen Prinzen zutreffe, der nur ein Alter von 23 Jahren erreicht hat und dessen Tod bil auf ben heutigen Tag nicht aufgeklärt sei. Die Mitteilungen be- Vereins für hessische Geschichte unb Landeskunde find diesmal besonder- aul- führUch.

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