Ausgabe 
21.10.1931
 
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ausgaben rechtfertigen würde. Laval sei bereit, eia Abkommen vorzuschlagen, baß im J a 11 e eines Krieges, in den eines der beiden Laa- der verwickelt würde, keiner der beiden Vertrags­partner die Verwenda ng feiner Hilfs- mittel gegen den anderen gestatten würde. Die kcanzösische Auffassung gehe dahin, baß ein der­artiges Abkommen scharf umrifsen fein und mög­licherweise noch andere Machte als Unterzeich­ner einschlichen sollte. JaUs dann Frankreich oder die vereinigten Staaten oder eine andere Signatar­macht angegriffen werden sollte, würde keine dem Abkommen beigetretene neutrale Macht den Angreifer durch Lieferung von Munition ober andere Vorräte unterstützen. Das Haa­ger Gericht würde zu entscheiden haben, wer der Angreiser sei.Petit Parifien' erklärt, im Staats­departement halte man es nicht für unmöglich, baß die vereinigten Staaten auf gewisse Jl e u - tralitätsrechle im Kriegsfall verzich­ten, falls eine wirtschaftliche Blockade von anderen Mächten gegen einen Angrei­fer st a a l geschaffen werde, wesentliche Bedingung würde jedoch fein, baß die vereinigten Staaten sich nach Fühlungnahme mit den übrigen Mächten In voller Unabhängigkeit äußern und selber den Angreifer anerkannt und als solchen prokla­miert hätten. 3n diesem Rahmen könnte eine fran­zösisch-amerikanische Aussprache in Angriff genom­men werden.

Die Schulden- und Reparalionsfrage hat nach französischer Auffassung überhaupt nichts mit dem Sicherheitsproblem zu tun, kann also mit diesem auf keine weise in Zusammen­hang gebracht werden, wie gewisse amerika­nische Rachrichten zu Unrecht glauben machen könn­ten. Präsident Hoover Hal bereits angekündigl, dah er wegen der Lage Deutschlands und der Weltkrise eine Herabsetzung der Schulden plane. Der Vertreter Frankreichs würde jedem Vorschlag zustimmen, der Frankreich wenigstens teilweise einepositive Reparationsbilanz" be­läßt Zwecks Erleichterung der Regelung könnte man namentlich auf Sachlieferungen zurückgreifen, die dazu beitragen würden, die Arbeitslosigkeit in Deutschland und Frankreich durch Ausführung des von der Regierung bereits angenommenen Pro­gramms großer öffentlicher Arbeiten zu vermindern. Auf diese weise könnten die gegenwärtig in Deutsch­land festgelegten kurzfristigen Kredite leichter frei­gemacht werden. Die beiden Regierungen werden sicher gemeinsame Maßnahmen zum Schuhe der Goldwährung ins Auge fassen, die die uner­läßliche Grundlage jedes gesunden Währungssystems bleibt.

Washington

hüllt sich in Schweigen.

Die amcrikanifchePrcsfezumBcsuch Lavals

Ql c u t) o r f, 20. Oft. ($11.) Die amerikanischen Zeitungen find in einiger Derlegenheit, was sie ihren Lesern über die möglichen Ergebnisse deS Lavalbesuches erzählen sollen. Sie beschränken sich daher zumeist auf die Wiedergabe der Pa­riser Meldungen und der Berichte der an Bord derIle de France" befindlichen 25 französischen Berichterstatter. Die amerikanische Oessentlich- keit wird durch geschickte französische Propan ganda allmählich vorbereitet, daß die Washing­toner Aussprache keine unmittelbaren produktiven Ergebnisse zeitigen, son­dern lediglich denBoden vorbereiten" könne. Das amtliche Washington hüllt sich in Still­schweigen über die aus französischer Quelle stam­menden Rachrichten, wonach Hoover und Laval im Zusammenhang mit der Abrüstungsfrage un­verbindlich über eine Erweiterung deS Kelloggpaktes durch einen sog. Konsultativ­pakt sprechen und eine engere Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Amerika in finanzpoliti­schen Fragen anbahnen würden, während die Entscheidung über die weitere Behandlung der Kriegsschuldenfrage zurückgestellt werden sollte. Alle diese Meldungen bleiben vorläufig von amtlicher Seite unwidersprochen. Die amerikanische Finanzwelt ist indessen überzeugt, daß die beiden Staatsmänner die Frage, was nach Ablauf des Hoover-FeierjahreS geschehen solle, nicht umgehen könnten.

Frankreich beläßt

200 Billionen Dollar in Aeuyork

a r i « 20. Oft. (TU.)Agence Geonomique et Fmanctöre" meldet, daß die Bank von Frank- reich das Abkommen mit der Federal-Reserve- 32nLr<Lt.l,i8lerl bat. in dem sie sich verpslichtet. 200 Millionen Dollar auf dem Reuyorker a r k t z u belassen. Außerdem hat die Bank von «Frankreich seit langer Zeit wieder einmal

t 2" $ illionen Dollar amerika - ni s ch e Papiere gekauft. Es sei wahr­scheinlich daß sie diesen Kauf mit den in Amerika noM vorhandenen Geldmitteln bezahle, die ur- !Hr??alich zurückgezogen werden sollten. Was »m übrigen die Zurückziehung französischer Guthaben vom amerikanischen Geldmarkt anbe- langc, so ständen einige große Golbsen- dunaensüreineReihePariserGroß.

en bevor, die sich trotz der außerordentlich optimistischen Berichte der französischen Sachver­ständigen noch nicht völlig beruhigt

Verhandlungen über ein Hypoihekenmoraionum.

;n .20 Dl. (SU.) Hm Ditnslag fonb im Reichsiustizminifterium eine Besprechung der zustän­digen Referenten der Reichsregierung und der Van. berremerunaen statt, die sich mit den von verschiede- neu Organisationen des Hausbesitzes und auch der Aufwertungs Hyvoihekengläubiger eingebrachten An« u,ntl -^schlage "der einen Aufschub der 2lblofung Der im Januar fällig wer­denden Aufwertungshypotheken be- faßte. Man Ist in dieser Länderkcmserenz zu einem endgültigen Abschluß noch nicht gekommen, vielmehr haben sich die Berhandlunasteilnehmer darauf be- ((brantt, die verschiedenen Projekte durchzusprechen. Wie bekannt, wird neuerdings nicht nur eine ©tun- oung be r « u f ro tr I u n g n p o t h e f en * u m gesetzlichen Ztnsfatz um einige Monate p i s 3 u e I n e m Oa h r angeflrebt, sondern jetzt viel­fach auch ein Moratorium für i a 11 i a c

Japans Bedingungen für die Räumung der Mandschurei. China will los vom Vertrag von 1915. - Briand bemüht sich um direkte Verhandlungen unter neutralem Vorsitz.

Tokio, 20.Oft. (Reuter.) Es verlautet, daß die fünf wesentlichen Punkte, auf deren prinzipielle An- erkennung durch China Japan besteht, ehe die ja- panischen Truppen aus der Mandschurei zurückge- zogen werden, vertraulich Briand und dem ameri­kanischen Staatssekretär Stimson vorgelegt wurden.

l. Japan und Ehlna sollen ein gegenseitiges versprechen des Richtangriffes als Garantie der gegenseitigen territorialen Unoerlehlichkeit abgeben.

2. Alle Formen der anlijapanifchen Be­wegung einschließlich des Boykotts sind für immer e i n z u st e 11 e n.

3. Ls soll eine Zusicherung der Sicher­heit des japanischen Lebens und Eigentums gegeben werden.

4- Für die mit japanischem Gelde gebaute Eisen­bahn ist eine Zahlung zu leisten, und die be­stehenden Abkommen für Eisenbahn- bau in der Mandschurei sind anzuer­kennen.

5. Die bestehenden vertragsrechte einschließ­lich der Frage japanischer Landpachlungen in der Mandschurei sind anzuerkennen.

Wie verlautet, hat Briand den vier ersten der von Japan gestellten Bedingungen für eine Rau- mung der Mandschurei 3 u g e ft i m m t, aber die letzte Bedingung als 3 u f 0 m p [ i 3 i e r t bezeichnet und deshalb vorgeschlagen, sie dadurch zu ersetzen, daß China einfach die Erklärung abgibt, es werde alle seine Vertragsoerpflichtungen beobachten. Wenn dies geschieht, wird man an den Stern der Meinungsverschiedenheiten herange- kommen sein: denn die ganze Schwierigkeit besteht darin, daß China sich weigert, den Vertrag von 1915, in dem Japan verschiedene Vorrechte in der Mandschurei gewährt worden sind, anzuerkennen, und zwar mit der Begründung, daß der Vertrags­abschluß ihm aufgezwungen sei. Die Japaner sind angesichts dieser Situation der Meinung, der

Völkerbundsrat könne gar nichts anderes Vorschlä­gen, als direkte Verhandlungen. Man be­müht sich, eine Verständigung auf der Grundlage herbeizuführen, daß direkte japanisch chinesische Ver­handlungen über die äußerst verwickelten Grund- fragen unter neutralem Vorsitz ausgenom­men werden und die japanische Regierung sich ver­pflichtet, ihre Truppen bei der Aufnahme der Der- Handlungen endgültig z u r ü ck Z u z i e h e n. Die Weiterführung der Verhandlungen flößt insofern auf erhebliche Schwierigkeiten, als der japanische Bot­schafter fortgesetzt um neue Anweisungen seiner Re­gierung nachjucht und damit der Eindruck einer Verschleppung der Verhandlungen begründet erscheint. Auf chinesischer Seite zeigt man Bereit- Willigkeit, Japan Sicherheitsgarantien zu geben, die jedoch von der Regierung in Tokio bisher als un­genügend abgclcßnt wurden. Im allge- meinen besteht jedoch der Eindruck einer weiteren Entspannung der Lage.

Studentendemonstration gegen Japan.

Pari-, 20. Oft. (WTD. Agentur Indo Paci- fique.) In Banking haben etwa 20 000 Studenten vor dem Gebäude der nationalen e- gierung demonstriert. Sie haben der Regie­rung eine Denkschrift überreichen lassen. In dieser wird gefordert, daß die chinesische Regierung nicht direkt mit Japan verhandeln solle. Die Studenten verlangen die Aufstellung von Freiwilligenformationen. Die Regierung wird aufgefordert, endlich die n a 11 0 - nale Einigung Chinas durchzuführen. Die Rankinger Studenten wünschen ferner, daß d i e diplomatischen Beziehungen mit Sowjetrußland wieder ausgenommen wer­den. Die gleiche Forderung wird von einem Teil der chinesischen Presse vertreten. Die diploma­tischen Beziehungen zwischen China und Sowjet- rußland sind seit zwei Jahren infolge des Kon­fliktes wegen der oftchinesischen Eisenbahn unter­brochen.

Goldhypotheken gefordert. Im Reichsjustiz. Ministerium vertritt man die Auffassung, daß ange­sichts der zugespitzten Aapitalmarftlage eine Losung der Moratoriumsfrage gesunden werden muß. Zur Regelung des Zahlungsaufschubs für die Aufwer­tungshypotheken wird man wahrscheinlich nicht zum Erlaß einer Notverordnung schreiten, sondern sich auf die Herausgabe einer besonderen Durchführungsver- orbnung zum Hypothekenaufwertungsgesetz be- schränken.

Der neue SiedlungSkommiffar.

Dir Trierer Regtcrnngspräiident Lassen hat znacsagt

Berlin, 20. Oft. (LRV. Funfspruch.) wie schon kur; rnltgeleill wurde. Ist mit dem Regierungspräsi­denten Sassen Fühlung genommen worden, der dem Zentrum nahesteht und als ein außerordentlich tüch­tiger Beamter gilt. Er hat bereits zugesagt.

und man rechnet nun damit, daß die Ernennung bald erfolgen wird. Der Siedlungskommissar wird zwar nicht Mitglied des Kabinetts fein, aber dem Reichskanzler direkt unter st ehen, wie die Regelung auch für den Fall gedacht war, daß Reichsminister Treviranus diese Ausgabe über­nommen hätte. Treviranus behält übrigens auch nach der Uebernahme des Verkehrsministeriums d i e Leitung der OsthlIfe zunächst weiter.

Der gegenwärtige Trierer Regierungspräsident Dr. Sassen ist 1886 in Fischeln bei Krefeld ge­boren. Er studierte Jura und war bann beim ßanb- ratsamt Kempen Probejustitiar. Dann wurde er mit der Verwaltung des Landratsamts Krefeld beauftragt. 1922 war er Landrat von Krefeld und wurde bann Regierungspräsident von Trier. Er war der erste, der von den Franzosen aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen wurde. Dom 2-1. Januar 1923 bis zum 6. Oktober 1924 lebte er außerhalb des besetzten Gebietes. Während seiner Ausweisung versah er eine Ministerialdirektorstelle im preußischen Wohlfahrtsministerium.

Die Vorgänge in Braunschweig.

Bericht des Ltandortältcstcn an den Reichtzinnenminister

Berlin, 20. Oft (TU.) Reichsinnen- und Reichswehrminister ©tönet, der den Bericht der braunschweigischen Regierung über die Totgänge in Braunschweig anläßlich des SA-Treffen- noch abwartct, um seine endgültigen Entscheidungen zu treffen (vorläufig liegt nur eine fernmündliche Mitteilung von Erz. v. Boden, dem braunschweigifchen Gesandten in Berlin, vor), batte außerdem den Darnisonältesten der Reichswehr, Oberst Geyer, zur Berichterstat­tung aufgefordert, der pflichtgemäß und in Füh­lungnahme mit dem Schutzvolizeikommanbo die Borgänge beobachtet hat Der Bericht deS ®ar- ntlonälteten besagt, daß der Aufmarsch der Ra- tionalfDjialiften schon mehrere Tage vor dem 17. Oktober durch Zeitungsartikel. Plakate usw. eine gewisse gereizte Stimmung verur­

sacht habe, die u. a. dazu geführt habe, daß ihm ein Redakteur das falsche Gerücht von der Er­klärung des Belagerungszustandes zugetragen habe. Da jedoch die Polizei vollkommen Herr der Lage gewesen sei, sei eine militäri­sche Dorsorge besonderer Art nicht gegeben ge­wesen. Auch jetzt (17. Oktober) sei ein solches Dor­gehen nicht notwendig gewesen, obwohl bekannt­geworden war, daß auch die Gegner der Rationalsozialisten Zuzug von au-wärts bekom­men hatten und es bereits Schlägereien mit Verletzten gegeben habe.

Am Abend des 17. Oktober habe ein Fackel - zu g von 6000 Rationalsozialisten stattgefunden. Rjemand habe Bedenken gehabt, auch Frauen und Kinder dem Fackelzug zuschauen zu lassen. Zu ern st haften Zwischenfällen sei e S nirgends gekommen. Ich selbst, so berichtet der Standortalteste, war den ganzen Abend in der Stadt und kam erst näch Mitternacht nach Hause, und zwar ohne jeden Zwischenfall bemerkt zu haben. Heber die Ereignisse de- 18. (Sonntag) lagt der Bericht, daß sämtliche Beran st al- tungen außerordentlich diszipli­niert gewesen feien. Lediglich das lange War­ten und gelegentliche Ueberfälle auf Rational» sozialisten haben an einzelnen Stellen vorüber­gehende Spannung ausgelöst. Don her einen Seite, und zwar nicht von Rationalsozialisten, wurde das Pflaster aufgerissen, wogegen von der anderen Seite mit Stürmen auch auf Häuser geantwortet wurde, wobei eine Menge Fenster­scheiben zerschlagen wurde. Die Polizei war jedoch in jedem Augenblick Herr der Lage, so daß es nicht nötig war, von der Waffe Gebrauch zu machen. Mit großem Erfolge wurde ein Sprengwagen eingesetzt. Auch nachts war die Lage so, daß kein Bedenken bestand, auch Frauen und Kinder ausgehen zu lassen. Die verhältnismäßig hohe Zahl (zwei Tote und 60 Derletzte) erklärt sich aus der großen Teil­nahme an den Ereignissen und an der gereizten Stimmung der Bevölkerung.

Aus aller Well

Kritische Finanzlage der Stabt Kassel.

Der diesjährige Haushaltsplan konnte vor einigen Tagen noch als zufriedenstellend bezeichnet werden, wenn auch ein Defizit von 1 2 5 5000 M k. voraussichtlich zu erwarten war. Allerdings war die Kassenlage der Stadt kritisch, denn für den Rest des Rechnungsjahres müssen noch rund 1 800 000 Mark kurzfristige Verpflichtungen ab­gedeckt werden. Jetzt hat sich die Lage der Stadt aber katastrophal geändert. Nachdem noch am 30. September mit einer Reichshilfe für die Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge von 1 466 005 Mark gerechnet werden konnte, traf jetzt die Nachricht ein, daß die auf Kassel entfallende Reichshilfe u m 700 000 Mark geringer sein wirb, als ange­nommen würbe. An einen anberroeitigen Ersatz für diesen Ausfall kann nicht gedacht werden. Der zu erwartende Fehlbetrag erhöbt s i ch nunmehr durch den Ausfall von 700 000 Mark auf zwei Millionen Mark, der selbst bei radikalster Sparsamkeit nicht abgedeckt werden kann.

verbanbstag des Deutschen Postoerbandes.

Der Deutsche Postoerband, die älteste Reichsbeam- tenorganllation, die im vorigen Jahre auf ein 40- jähriges Bestehen zurückblicken konnte, veranstaltete ihren 44. Verb anbstag in Berlin. Der verbanbstag wurde von dem verbandstagsleiter, Postamtmann Curwy (Berlin) mit Begrußungsworten eröffnet. Rad) Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten hielt der 1. Verbandstagsoorsitzende, Oberpoftinspektor Schneider, einen Vortrag überDie Verbands- aufgaben in der Krisenzeif. Der Vortragende nahm gegen die Notverorbnungspolitik Stellung, die der Beamtenschaft, die sich immer wieder zur' Hilfe in Notzeiten bereit erklärt habe, Sonderiasten aufbürbe. Eine Aenderung ber beamtenrechtlichen Bestimmun­gen sei nur durch eine oerfassungänbernde Mehrheit im Parlament möglich Der Vortragende ging bann auf eine Anzahl von Fachfragen für bie obere Post- beamtenschast ein unb berührte ferner die Einftel- lung bes Deutschen Postoerbanbes zum Deutschen Beamtenbund. In der Nachmittagssitzung hielt brr dritte Verbandsoorsitzendk, Postamtmann L 0 0 ß einen Vortrag überDienstbetrieb unb Verbands- Politik". Eine lebhafte Aussprache schloß sich an. |

Die 11. Generalversammlung des katholischen Deutschen Frauenbundes beendet.

Am Montag wurde die 11. Generalversammlung des Katholischen Deutschen Frauenbundes abgeschlos­sen. In einer Versammlung der Reichsbausfrauen- Vereinigung verlas Anna Heidermanns-Köln den Ar- beitsdericht, dem zu entnehmen war, daß die Ber­einigung heute 150 000 Mitglieder zählt An- sckl.eßend berichtete Frau van Aubel-Berlin über Bedeutung und Ausgaben der Hausftau als Ver­braucherin in der heutigen Wirtschaft" Das Ergeb­nis der Tagung wurde in einer Entschließung zu- sammengefatzt, in der es u. a. heißt: Die Reichs- haussrauenoereinigung bekundet die Ueberzeugung, daß im gegenwärtigen Wirtschaitskampf des beut- schen Volkes auch bie deutsche Frau sich an die Seite des Mannes stellen müße, um in ge­meinsamer Arbeit Gefahr und y tr­ete n b u n g abzuwenden Die Organisation sicht in den jüngsten Sparmaßnahmen eine Gefähr- bung der Berufserziehung der künftigen Hausfrau. Den Abschluß der Generalversammlung bildete eine Wallfahrt nach Trebnitz zum Grab der Heiligen Hedwig.

Lin mißglückter Eisenbahnanschlag.

Bei dem Streckenwärter der Eisenbahnbrücke, die bet Komorn über bie Donau führt, erschien kurz vor Mitternacht ein Mann, der sich erkundigte, ob der Internationale Schnellzug Budapest Prag Verspätung hätte Als der Streckenwärter dann die Strecke abging, fand er auf der Drücke zwei auf den Gleisen liegende S t e i n b l ö ck e von etwa je 70 Kilo Gewicht. Durch Lichtsignale gelang es dem Wärter, den Schnellzug im letzten Augenblick zum Halten zu bringen. Die ungarischen und tschechischen Grenzwachen wurden von dem Dorfall benach­richtigt. Die tschechoslowakische Grenzwache hat bereits eine bestimmte Spur ausgenommen.

Ausbruchoersuch Scheringers.

Der frühere Reichswehrleutnant Scheringer, der von den Rationalsozialisten zu den Kommunisten übergegangen ist, hat einen Ausbruchsversuch au« dem Untersuchungsgefängnis in Moabit unternommen. Scheringer versuchte mit einer Radelfeile einen Gitterstab in seiner Zelle durchzufeilen, doch wurde der Ausbruchsversuch frühzeitig von einem Wärter bemerkt und Scherin­ger in einer besonderen sicheren Zelle unterge­bracht.

Ein Bobenfee-Dampfer rammt ein Fischerboot.

Auf der Höhe von Meersburg bei der Einfahrt in den Ueberlinger See jammte der KurSdampfer nach Uebcrlingen in dichtem Rebel ein Fischer­boot. Das Boot wurde in ber Mitte durch­geschnitten, und bie beiden Insassen, ber Friseur Heinrich Wenk und seine Tochter er-* tranken.

Gasexplosion In Paris.

In unmittelbarer Nähe des Eiffelturmes, wo Ar­beiter mit ber Ausbesserung von Gasleitungen be- schäftigt waren, ereianeie sich eine Gasexplosion, bei ber burd) eine 50 Meter hohe Stichflamme eine Kraftbroschke v e r b r a n n t wurde. Der Chauffeur konnte sich retten. Sämtliche Gasrohre in einem Umkreis von LOO Metern sollen zerstört worben fein. Mehrere Gasarbeiter haben schwere Branbwunben erlitten. Ein Arbeiter ber Telephon- Verwaltung, ber mit brr Ausbesserung einer unter­irdischen Leitung beschäftigt war, scheint durch feine offene Lampe das Unglück verschuldet zu haben Die­ser Arbeiter fielderExplosionz um Opfer.

Oie Wetterlage.

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Die Kaltluft an der Rückseite der nach Finn­land abziehenden Störung führte auch über Deutschland zu wechselhaftem Wetter mit Schauern. Gleichzeitig ist mit der Rordwestluft bet Hochdruck Im Westen auf daS Festland vor- gedrungen, so daß auch bei uns erneuter Boro- meteranftieg eingesetzt hat. Durch ihn wird wieder unser Wetter beeinflußt, wenn auch anfänglich die noch aufkommenben Sior-.ingsreste zeitweise Bewölkung unb einzelne Regen- ober Schnee- schauer verursachen. Die Temperaturen werden durch Kalkluft und Aufklaren nachts unter den Gefrierpunkt zurückgehen.

Aussichten für Donnerstage Rachi- frost. bewölkt mit Aufheiterung, keine ober nur vereinzelt leichte Schauer.

Aussichten für Freitag: Dorwiegend trockene» und mehr heitere« Wetter, leichter Rachtfrost.

Lufttemperaturen am 20. Oktober: mittags 9,2 Grad Celsius, abends 5,4 Grob, am 21. Oktober: mor- Sens 0,9 Grad Maximum 10,3 Grab, Minimum 0,1 trab. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Oktober: abends 6,8 ®rab; am 21. Oktober: mor- flens 4,8 Grad Celsius Niederschläge 1,4 mm . Sonnenschcindauer eine Stunde.