Ausgabe 
21.10.1931
 
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Aus der provinzialhaupiffadt.

Gießen, den 21. Oktober 1931.

Knigge für Verschnupfte.

Don Dr. med. Albrecht Ohlendorf.

Jetzt ist die Saison der Erkältungen, Schnuofen und Lronchialkatarrhe. Darum ist es an der Zeit, sich einiges Wissenswerte über diese Erkrankung vor Augen zu führen, die so harmlos anfängt und leider oft die Quelle zu schweren oder chronischen Krank­heiten wird.

Man gehe beim Schnuofen viel spazieren, warm eingepackt natürlich besonders der -als muß ge­schützt sein und lüfte die Nase. Man wird sehen, wie schnell die frische Luft dem beginnenden Schnupfen den Garaus macht. Die Bakterien fühlen sich im Freien nicht so wohl, wie in einem gut ge­heizten, molligen Zimmer. Im Zimmer haben sie die besten Lebensbedingungen und vermehren sich un- ocstört. Man gehe mit dem Schnupfen auch nicht ins Kino, ins Theater, in das Kaffeehaus. Nur ein paar Tage dauert die Absperrung, aber wenn jeder sich selber disziplinierte, würde dieser ewige Kreis- lauf der Ansteckung sich allmählich auf ein Minimum beschränken.

Ebenso ist es-im Haushalt. Eine Hausangestellte, die mit einem Schnupfen oder einer Halsentzündung die Wohnung aufräumt, infiziert die ganze Familie. Eine kluge Hausfrau täte besser daran, Rücksicht zu üben und der Kranken für ein bis zwei Tage ihre Arbeit abzunehmen. Diese kluge Rücksicht macht sich bezahlt, sie beugt für die ganze Familie vor.

Wo werden die meisten Erkältungen übertragen? Welche Orte soll also der mit Schnupfen und Hals- entzündung Behaftete für ein paar Tage wenn irgend möglich meiden?

1. Kaufläden, 2. Bureaus, 3. die Elektrische und alle anderen öffentlichen Fahrzeuge, 4. Cafss, 5. Kino, Theater, Konzertsaal.

Was tut man, wenn man trotz allem doch nicht der Ansteckung entronnen und die Nase läuft, der Kopf dumpf und schwer ist? Nochmals an erster Stelle:

1. Viel frische Luft.

2. Die Zimmer alle paar Stunden lüften!

3. Anstatt Taschentücher die billigen Papiertaschen, tücher, die man nur einmal benutzt und dann sofort verbrennt oder in die Toilette wirft.

4. Keine Taschentücher Herumliegen lassen!

5. Nachts die Nasenöffnung mit einer guten Schnupfensalbe einfetten.

6. Sehr zu empfehlen folgendes alte Hausmittel: Man nehme einen Topf kochenden Wassers vom Herd, decke sofort ein Handtuch darüber und atme' selbst mit diesem Tuch bedeckt, wie der Photograph unter dem schwarzen Tuch seiner Kamera, dicht über den Topf gebeugt die heißen Dämpfe abwechselnd in jedes Nasenloch bei ge­schlossenem Mund so lange, wie man es aus­halten kann.

7. Man trage nicht zu dünne Strümpfe und hüte sich vor nassen Fußen. Man entledige sich mög­lichst schnell der nassen Strümpfe und Schuhe und mache das gilt für Damen Gebrauch von der Mode der hohen Ueberschuhe.

8. Vor ollem aber huste man niemanden an, man halte die Hand vor das Gesicht und gewöhne sich daran, sich abzuwenden, wenn man niest oder husten muß. Auch Küsse sind in diesem Stadium höchst unerwünscht.

9. Man beuge zeitig vor, daß die Crkällung nicht in die tieferen Luftwege absteigt. Man desinfi­ziere die Rachenhöhle mit Tabletten oder spüle sie gut, indem man irgend etwas, ein Pfeffer- Minzplätzchen oder irgendeinen Hustenbonbon, lutscht, schon bevor das erste Kratzen auftritt.

Und zum Schluß noch einmal: Wer Schnupfen oder Mandelentzündung hat, der diszipliniere sich! Jeder nehme Rücksicht auf seine Umwelt, und er wird sich selber nützen und dazu beitragen, eine Erkran- kung auf ein Mindestmaß zurückzusühren, die zum großen Teil durch Gedankenlosigkeit eine Plage der Menschheit ist!

Or. med Fritz Schaad in Lich t-

In den Morgenstunden des gestrigen Tages entschlief nach längerem Leiden plötzlich der prak­tische Arzt Dr. S ch a a d in Lich im 65. Lebens­jahre. Schaad entstammte einer alten hessischen Lehrerfamilie, war selbst geborener Oberhesse, hatte die Gymnasien in Laubach und Büdingen besucht, dann in Gießen Medizin studiert und sich nach Abschluß seiner Studien vor nahezu 40 Jlahren in Lich als praktischer Arzt nieder­gelassen. Seine ausgedehnte Praxis sah den nimmermüden Schaffer, besonders zu der Zeit, als die Landpraxis noch mit dem Pferdefuhr­werk erledigt werden mußte, Tag und Rächt auf den Beinen. Er war schlicht, einfach und be­dürfnislos, kannte keine Standesunterschiede und verstand auch bei dem einfachen Mann aus dem Bolke den inneren Wert zu erkennen und zu schätzen. Ein vollständiges Bild der Persönlichkeit des Entschlafenen bekommt aber nur der, der ihn als Mensch und Arzt im Umgang mit Kranken kennenlernen durfte. Er, der äußerlich rauh schien, hatte doch ein weiches Gemüt und konnte am Krankenbett den richtigen Ton finden. Unter den Aerzten des Kreises Gießen war Schaad eine markante Erscheinung: voll Le­benskraft und Energie, unermüdlich in der Ar­beit, eine Kampfnatur und ein Tatmensch, zäh und rücksichtslos gegen sich selbst. Möge er jetzt ausruhen nach einem Leben, das Arbeit und Pflichterfüllung hieß, Arbeit für seine Mit­menschen, feine Kranken und seine ^amckie! Zunahme der Wohlfahriserwerbslosen

in Hessen

Im Bolksstaat Hessen ist nach den neuesten Er­mittlungen des Hessischen Landesstatistischen Am­tes die Zahl der von den Arbeitsämtern aner­kannten, bei den Bezirksfürsorgestellen gezählten Wohlfahrtserwerbslosen gegenüber dem Bor- Monat von 28 095 auf 28 989 am 30. September gestiegen. Bon dieser Zahl entfallen 17 561 allein aus öie fünf größeren Städte (gegenüber 17 048 im Dormonat). Zwar weisen fünf Landbezirke einen geringfügigen Rückgang auf, die Mehr­heit der Kreise erfuhr jedoch eine mehr oder weniger starke Zunahme in der Zahl der Wohl­fahrtserwerbslosen.

Bornotizen.

'TageskalenderfürMittwoch. Stadt- theater Gießen:Das große Welttheater", 20 bis 22 Uhr. Oberhessischer Kunstverein: Ausstellung Alte und neue Graphik", Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr. VHC.: Monatsoersammlung bei Mitglied Boller. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Im Geheimdienst".

Dein ist mein ganzes Herz" singt Richard Tauber zum Abschied von Deutschland auf der Kommando­brücke derBremen", die den Sänger nach Amerika führt. Links neben Tauber Kapitän Ziegenbein, der Kommandant derBremen", die Filmschauspielerin Lucy Doraine; Direktor Stadtländer vom Norddeutschen Lloyd; rechts: Generalintendant Tauber, der Vater des Sängers.

Oer Favag-prozeß.

Oie Vernehmung des Aufsichtsraisvorsihenden. Lteberaus vertrauensselig und //großzügig".

und an den Knien, er konnte aber, nachdem er In der Chirurgischen Klinik behandelt worden war, seine Reise fortsetzen. Der Wagen mußte von der Firma Neils & Kraft abgeschleppt werden. Auch dieses schwere Unglück zeigt wieder einmal, daß die von den Anliegern der Straße schon immer gewünschten Wegkreuzungs - und Geschwindigkeits­tafeln angebracht werden müssen. Handelt es sich doch hier um eine sehr unübersichtliche Wegkreuzung und einen besonders starken Autoverkehr.

0 Holzheim, 20. DEL Auf Anregung der fitelsfürforge findet hier ein orthopädischer Turnkursus statt, an dem 13 Schulmädchen und vier Knaben teilnehmen, die mehr ober weniger an Rückgratverkrümmung leiden. Der große Prozentsatz bei den Mädchen wird zum Teil auf das viele Tra­gen von Kleinkindern zurückgesührt. Am Sonntag wurde in unserer Kirche bei sehr reger Beteiligung das Erntedankfest gefeiert. Die Konfirmanden hatten den Altar mit Blumen und Früchten ge­schmückt. Die Gemeinde lauschte andächtig der Pre­digt, die im Ausdruck der Dankbarkeit gegen Gott gipfelte. Die Kollekte erbrachte fast 80 Mark, sie kommt den Ortsarmen und der Rheinischen Mission zugute. Vorher feierte die Filialgemeinde Dorf-Gill das Erntedankfest.

* Grohen-Buseck, 21. Oft. Heute sind es 100 Iahre her, daß unser Dorf von einem schweren Unglück heimgesucht wurde. In einem Haus brach Feuer aus, das rasch auf die anliegenden Häuser Übergriff, und da es an Wasser und Löschgeräten fehlte, wurden 41 Wohnhäuser mit Rebengebäuden ein Raubder Flammen. 43 Familien, bestehend aus 230 Köpfen, wurden obdachlos. Wenn man berücksichtigt, daß unser Dorf damals insgesamt nur 230 bewohnte Häuser und 1395 Einwohner

ItiHr wollen

Frankfurt a. M., 20. Oft. (WSR.) Die heu­tige Berhandlung im Favag-Prozeh wurde in der Hauptsache mit der Vernehmung des Auf­sichtsratsvorsitzenden Hoff ausgefüllt. Dabei er­gab sich, daß Hoff ganz unter dem Einfluß des Generaldirektors Dumcke stand, dem er absolutes Der trauen entgegenbrachte.

Die ganze Tätigkeit Hoffs bestand praktisch nur in demEntgegenbringen von Vertrauen", wo­für er die immerhin nette Summe von jährlich

20 000 Mark erhielt.

Bei dem Geschäft mit der Röchlingbank wurde ihm gesagt, daß es sich um ein außerordentlich schwieriges Geschäft gehandelt habe und daß deshalb größere Provisionen ausgezahlt werden müßten. Ohne die Sache genauer zu untersuchen, hat Hoff seine Zustimmung hierzu gegeben. Die hierauf bezügliche Urkunde hat er unterschrie­ben, ohnesieüberhaupt durchzulesen. Interessant ist die Aussage Hoffs, daß man ihm, als er den Aufsichtsratsvorsih übernahm, gesagt habe, als Aufsichtsratsvorsitzender in einer sol­chen Gesellschaft dürfe er nicht kleinlich sein und müife großzügig handeln können. Mit der wirtschaftlichen Bedeutung der Geschäfte hat der Vorsitzende den Aufsichtsrat nur in außer­gewöhnlichen Fällen befaßt. Als Hoff über die Revisionstätigkeit in bezug auf die Finanzge­schäfte befragt wird, gibt er nur Antwort:Ich habe gedacht, sie hätten sich glatt abgewickelt." Hoff, der zunächst Kaufmann in der Textilwaren- branche gewesen ist, besaß keine Borbildung aktienrechtlicher Ratur. Er war zunächst stellver­tretender Aufsichtsratsvorsihender und wurde nach dem Tode des Aufsichtsratsvorsihenden Ro- ther als Borsihender gewählt, trotzdem eigentlich ein Vertreter der Deutschen Dank für diesen Posten vorgesehen war.Man hat mich einfach gewählt infolge der Rivalität, die zwischen den Danken herrschte." Aus den zahlreichen Fragen, die an Hoff von der Verteidigung, der Staats­anwaltschaft unb dem Sachverständigen Professor Dr. K a l v e r a m, der u. a. auch auf die Falsch­buchungen zu sprechen kam, gestellt wurden, geht deutlich hervor.

daß sich der Aufsichtsrat und besonders hoff blindlings auf die Erklärungen des Allgewaltigen Dumcke verliehen. Rur so ist es zu verstehen, daß der Aufsichtsrat von den Machenschaften

der Finanzabteilung nicht das geringste erfuhr, daß ihm über diese Geschäfte niemals Bücher vorgelegl worden waren, und daß infolgedessen auch niemals eine Nachprüfung dieser Vorgänge

auf Grund der Verträge und Akten erfolgte.

Hoff hat sich keinerlei Rechenschaft über den wirtschaftlichen Sinn dieser Geschäfte gegeben und niemals auch nur entfernt daran gedacht, daß das eigentliche Motiv der Sonder- trans aktionen das Selbstinteresse der Direktoren war.

In der Aachmittagssihung kam der Fall Continentale Hotel A. G. in Wiesbaden zur Sprache. Diese Gesellschaft hatte von der Favag einen Kredit von 1.1 Mill. Mk. erhalten. Hiervon ließ die Gehag auf den Ramen der He­lios zwei Hypotheken eintragen. Eine dieser Hypotheken von 600 000 Mk. war nur mit 250 000 Mk. valorisiert, so daß sich ein Damnum von 350 000 Mk. ergab. Die Hypothek, die we­der bei der Helios, noch bei der Fa­vag verbucht war, wurde zur Sicherheit für ein Lombarddarlehen seitens der Helios an die Vereinigte Leben abgetreten. Die Vereinigte Le­ben überwies den Betrag der Landes-Gewerbe- bank, wo er ebenfalls nicht verbuch t wurde. Bei der Favag wurde der Betrag auf dem VerschleierungskontoStädtische Girokasse Stuttgart" als Zahlung Vereinigte Le­ben gutgeschrieben.

Aus diesen Transaktionen bekamen Dumcke, Lecker und Mädje je 50 000 Mark Sonder­vergütung.

Mädje will die Herkunft des Geldes nicht ge­kannt haben. Es kam dann die Sprache auf die Fusion zwischen der Berlinischen Allgemeinen Versicherungsgesellschaft und d m Deutschen Lloyd. Bei dieser Transaktion wirkte Mädje mit. Es sind auch hier Sondervergütungen ver­teilt worden, und zwar zunächst 50 000 M k. Aktien an Mädje, Becker, Lindner, Schuhmacher und Du auf e. Die Zuteilung erfolgte durch mündliche Etteilung Dumckes, weilsich der Aufsichtsrat gefreut habe, daß hier ein so gutes Geschäft gemacht worden sei". Cs sind dann noch weitere 38 000 Mk. in bar verteilt worden.

Die weitere Verhandlung wurde dann auf Donnerstag vertagt.

Sparerbund und Volksrechtpar­tei (Ortsgruppe Gießen) veranstalten am mor­gigen Donnerstag, 20.15 Uhr, im Katholischen Vereinshaus eine öffentliche Versammlung. Land­tagsabgeordneter D a u s e r, Stuttgart, wird über Die Entrechtung der Sparer, Rentner und Be­amtenschaft" sprechen, Iustizrat Brink, Berlin, wird ebenfalls einen Vortrag halten. Näheres in der heutigen Anzeige.

Daten für 'iitnvodi, 21 Oktober

1805: Sieg der Engländer über die französisch spanische Flotte bei Trafalgar; Tod des englischen Admirals Nelson; 1833: der Chemiker Alfred Nobel, Stifter des Nobel-Preises, in Stockholm ge­boren.

* Straßensperrung, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil-Club C. V. (A. v. D.), Gießen: Die Provinzialstraße HungenIn­heide n ist vom 26. bis 28. Oktober für jeg­lichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über HungenRodheimTrais-Horloff oder Langs­dorfBellersheimTrais-Horlosf.

Forstpersonalie. Der Amtsvorstand des Forstamts Lampertheim, Forstrat Hermann G u t f l e i s ch , wurde in gleicher Diensteigenschaft an dgs Forstamt Butzbach versetzt.

** Grund st ücksverpachtungen der StadtGießen finden in der nächsten Woche vom Montag bis Donnerstag statt. Näheres in der heuti- gen Betanntmachung.

"DasErgebnisdesGießenerSchau- fensterwettbewerbs, der anläßlich der Gieße­ner Oktobertage von zahlreichen Gießener Geschäften veranstaltet wurde, ist nunmehr festgestellt. Im heuti­gen Anzeigenteil werden die Firmen bekanntgegeben, bei denen die Listen der Preisträger eingesehen wer­den können. Die Preise kommen vom Donnerstag ab im Bureau des Verkehrs- und Verschönerungsvereins zur Ausgabe. Interessenten seien auf die Anzeige besonders hingewiesen.

D i e Volkshochschule eröffnet chr dres- jähriges Wintersemester mit einer Feier am Samstag, 31. Oktober, im Großen Hörsaal der Universität. Die Kurse beginnen ab Montag, 2. Rovember. Der Arbeitsplan enthält wie man uns mitteilt wieder eine größere Anzahl Kurse aus den verschiedensten Lebensgebirten, so daß möglichst vielseitigem Interesse Rechnung

getragen wird. Auch die Sprachkurse, die sich recht großer Beliebtheit erfreuen, sind wieder aufgenoin.nen und sollen bei genügender Betei­ligung noch erweitert werden. Außerdem wird zum Singen im gemischten Chor wieder Gelegen­heit geboten. Es ist zu hoffen, daß durch rege Beteiligung die Volkshochschularbeit gestützt und gefördert wird. Besonders bemerkt sei, daß Ar­beitslose die Kurse und Veranstaltungen unent­geltlich besuchen können. Weitere Auskunft gibt das soeben erschienene Kursverzeichnis, das in# der Geschäftsstelle der Volkshochschule, Wolf­straße 23 pt, und in allen Buchhandlungen kosten­los erhältlich ist. Man beachte die heutige An­zeige.

* Vom Gerüst gestürzt. Gestern gegen 15.30 ilfjr ereignete sich am Ludwigsplay ein Unfall. Der mit Reparaturarbeiten auf einem Gerüst an einem Hause beschäftigte Weißbinder Harnisch von Wieseck stürzte, als er nach einem Eimer greifen wollte, der am Gerüst em- porgezogen wurde, aus der Höhe des ersten Stockwerkes auf die Straße und erlitt dabei einen Knöchelbruch und eine Ausrenkung des linken Fußes. Der Verunglückte wurde durch die Frei­willige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik gebracht.

Dberbeffen.

Landkreis Rieften.

£ Wieseck, 21. DEL Gestern kurz nach 17 Uhr ereignete sich auf der Marburger Straße, Ecke Lich­tenauer Weg, ein schweresAutounglück. Der Dreher Otto Sommerlab von hier tarn auf sei­nem Fahrrad aus der Richtung Lollar gefahren und wollte in den Lichtenauer Weg einbiegen. Im gleichen Augenblick Eam in derselben Fahrtrichtung ein Auto. Sommerlab wurde vom Auto er­faßt und noch ein Stück mitgeschleift, während das Auto durch das starke Abbremsen auf der linken Straßenseite zwei Bäume anfuhr und sich um­drehte. Der bedauernswerte Monn wurde am Hin- terfopf und am rechten Bein schwer verletzt und mußte nach Anlegen eines Notverbandes durch Dr. Katz (Wieseck) mit dem Sanitätsauto in die Chi- rurgische Klinik gebracht werden, wo er gestern abend noch seinen schweren Verletzungen erlegen ist. Der Kraftwagenführer, ein Frankfurter Ge­schäftsmann, erlitt ebenfalls Verletzungen am Kopf

daß Ihre Anzeigen

für fic iwerfeen f

Bitte geben Sie sie Irühzeitig auf, damit für eine wirkungs­volle, gute Anordnung des Satzes gesorgt werden kann

zählte, so kann man sich eine Vorstellung von der Gröhe des Schadens machen. In einer Extra­beilage desGiesser Anzeigeblatts" Rr. 43 vom 22. Oktober 1831 riefen angesehene Gießener Bür­ger zur Spendung von Gaben für die Geschädig­ten auf. Der Aufruf ist unterzeichnet von Bür­germeister Silbcreisen, Obereinnehmer Hoffmann, Rentamtmann Schneider, Advokat Dr. Heß, Rech­nungsrevisor Roth und Advokat P. Follenius.

4- Lauter, 20. Oft. Am Sonntagabend fand ein Fackelzug zu Ehren unseres scheidenden Leh­rers Bender statt. An dem Zuge beteiligten sich neben den Schülern und dem Schulvorstande auch die Vereine. Im Ramen der Gemeinde und des Schulvorstandes sprach Bürgermeister A f f dem Scheidenden den Dank für seine segensreiche Wirksamkeit aus. Dabei wies er auf das gute Verhältnis hin, das stets zwischen Gemeinde und Lehrer bestanden habe. Weiterhin sprachen noch ein Schüler im Ramen der Schulkinder und der Vorsitzende des Gesangvereins für die Wirksam­keit und Mitarbeit in Gesang-, Krieger- und Turnverein. Dazwischen sang der Gesangverein einige Chöre, und der Turnverein stellte im Schul­hofe Pyramiden. Sichtlich bewegt sprach Lehrer Dender seinen Dank für die dargebrachte Eh­rung aus. Die Feier, sowie ein geselliges Bei­sammensein legten Zeugnis davon ab, daß es Herr Bender verstanden hat, in seiner HVojabrigen Wirksamkeit in unserem Dorfe sich allgemeine Ach­tung und Wertschätzung zu erwerben, zum ande­ren sollte sie aber auch eine Anerkennung seiner erfolgreichen und segensreichen Tätigkeit als Leh­rer sein. Herr Dender, der auch seit meh­reren Iahren das Amt eines Vorsitzenden des Be- zirks-Lehrervcreins Grünberg bekleidete, über­nimmt eine Lehrerstelle in Lang-Göns.

Kreis Friedberg.

2$. Dad-Rauheim, 20. Oft. Zahlreiche Be­sucher hatten sich am Sonntagabend im Kurhaus zu dem Bunten Abend eingefunden, den die hiesige Sängerin Gretel Wittig und Oer oberhessische Heimatdichter Georg Heß (Leih­gestern) gemeinsam veranstalteten. Gretel Wit- t i g brachte mit ihrem klangvollen Mezzo-Sopran Lieder von Brahms und Marx fein empfunden zum Vortrag. Ellen W i n d i s ch deklamierte aus­drucksvoll das Brieglebsche Gedicht:Wo ist mein Vaterland?" Den heimatlichen und mundartlichen Teil des reichhaltigen Programms bestritt Georg Heß in gewohnter Meisterschaft.Stadt und Land, Hand in Hand" war das Motto seiner Vortragsfolge. Besonderen Anklang fand die äußerst malerische Szene aus dem oberh?ssischen Spinnstubenleben, zu der Georg Heß den vo ihm verfaßten Text sprach. Aus allem, was der Hei­matdichter zum Vortrag brachte, klang tiefemp­fundene Heimatliebe. Einige Volkstänze in Trach­ten beschlossen den genußreichen Abend, für den das Publikum allen Mitwirkenden mit lebhaftem Beifall dankte.

Kreis Büdingen.

* Dauemheim, 21. Ott. In der vergan­genen Rächt gegen 3 älhr brach in einer gro­ßen Scheune des Hofgutes Dauemheim (Pächter K i p p i n g) auf bisher noch unbekannte Weise Feuer aus. Die Scheune, die mit den Heuvorräten der letzten Ernte angefüllt war, brannte völlig nieder. -Auch einige landwirtschaftliche Maschinen fielen, da das Feuer rasch um sich griff, den Flammen zum Opfer. Die Feuerwehren von Dauemheim und Ridda waren schnell zur Stelle. Allerdings konnte man nur noch das Feuer auf seinen Herd beschränken. Erst gegen Morgen war die Gefahr beseitigt. Der entstandene Schaden ist beträchtlich.

Immer weiße Zähne as?s

schon über 16 Jahr« die Zahnoasie Chlorodont benutzen. Noch nie hat sie uns ent- täuschtl Wir hatten immer weitze Zähne und einen angenehmen Geschmack im Munde, umsomehr, da wir schon längere Zelt das Chlorodont-Mundwasser benutzen. Auch benutzt die ganze Kamille nur Chlorodont-Zahnbürsten."gez. C. Cyudoba,Fr... Man verlange nur die echte Chlorodont-Zahnpasie, Tube 64 Pf. und 90 Pf., und weise jeden Ersatz dafür zurück.