Ausgabe 
21.8.1931
 
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die jetzigen Schwierigkeiten liegen, ebenso wisse i komme. Es bestehe daher dieS der SachwerständigenauSschuh. Es sei daher städtischen Angestellten Zeitvergeudung, unter den gegenwärtigen europäi- 'Löhne und Gehakt

Löhne und Gehälter erhalten werden.

Ser nächste Schritt: die Revision der Kriegsschulden

OaS Slaatsdepartemcntsträubt sich. -DeeWahlkampfwirst seine Schatten voraus

zu jenen typischen Erscheinungen unserer politisch bewegten Zeit, die plötzlich hochkommen aus einem Richts, wie ein Meteor über den politischen Him­mel huschen und dann wieder in einem ewigen Dunkel verschwinden.

angesichts der drohenden Katastrophe zeigen. Man wisse genau, wo di« wa hren Ursachen für

schen Verhältnissen den Vorschlag einer Schulden- streichung zu machen.

Washington halt sich zurück.

Vorläufig keine neue Initiative Amerika» fcu erwarten.

Neuyork, 20. Aug. (TU.) Die Blätter bestätigen nach eingehender Fühlungnahme mit den Regie- rungskreisen, daß der gegenwärtige Zeitpunkt für denkbar ungeeignet gehalten wird, die Schuldenrevifion anzuschneiden. Die Schwie­rigkeiten der inneren Lage. Insbesondere die Mt« beltslosennot, sowie die Tatsache, dah der Kongreh noch nicht einmal da» Mora­torium ratifiziert Hal. bladen der Verwal­tung die Hände. Bereile seht schon wird von einer weiteren einjährigen Verlängerung des h o o o e r m o r a t o r i u m s als Ausweg gesprochen, um dadurch den Innerpolitischen Schwie­rigkeiten zu begegnen und Hoovers für 1932 be­vorstehenden Wahlkampf nicht zu beeinflussen. Es wird erneut darauf hlngewlesen, dah w i g g l n ohne offizielle Vollmachten gehandelt habe. Unlerstaatssekrelär L a ft l e geht sogar soweit, zu erklären, dah er nicht einmal den offiziellen Text de, Laylon-Verichte» anfordern werd«.

Chicago in Zinanzschwierigleiten.

Oer neue französische Botschafter in Berlin.

Bedeutet Francois Poncet einen neuen Kurs? Als Mann der Rechten will sich der Bot« schaster mit der deutschen Rechten ausfprechen. - Das Ziel: Ausgleich und Verständigung.

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Chefredakteur:

Dr. Friede. Wllh. Lang». Verantwortlich für TolthN Dr. Fr. wilh. Lange: für Feuilleton l)r H.IHyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für de» Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Diehen.

Ehlkago, 20. Aug. (ERB.) Der Bürgermeister von Ehikago erklärte heute, dah der Magi st rat seinen Betrieb einstellen müsse, wenn man ihm nicht auf dem Wege der Gesetzgebung zur Hilfe die Gefahr, dah die 20 000 am 1. September keine

Der Mann und fein Programm.

Sine interessante Unterredung.

Berlin, 20. Aua. (XII.) DerHannoversche Courier" veröffentlicht einen Artikel seine- Pa­riser Berichterstatters, der angeblich die Auf- assung der dem neuen französischen Botschafter in Berlin, FrancoiS Poncet, nahestehenden Kreise wiedergibt. in Wirklichkeit aber auf einer per­sönlichen Rücksprache mit dem bisherigen Ülntcrstaatssekretär zu beruhen scheint. Die in dem Artikel nicht genannte Persönlichkeit er- ftärle dem Berichterstatter u. <l, dah der Ernen­nung FrancoiS PvncetS zum Botschafter in Ber­lin eine besondere Bedeutung zukomme, da eS ich hier um eine Persönlichkeit handele, die seit drei Jahren der intim st e Mitarbei­ter und Berater der Ministerpräsi­denten zunächst X a r d i« u S und später LavalS gewesen sei. Wenn Laval sich ent- chlossen habe, auf seine Mitarbeit im Kabinett zu verzichten, lo zeige dieS sein« feste Absicht, mit Deutschland zu einem modus vivendi zu kommen. Aber auch für Fran­co.S Poncet selbst bedeute die Annahme dcS Botschafterpostens ein nicht gering«- Opfer, er müsse seine politische Laufbahn m einem Augen­blick unterbrechen, wo er daS höchst« Ziel zum Dreisen nahe vor sich seh«. ES wäre vielleicht nur eine Frage kürzester Zeit gewesen, biS er m beispiellos jungen Jahren bi« Leitung eine- Kabinetts hätte Übernehmen tön- nen. Darauf habe er vorläufig verzichtet, weil er die Aufgabe, bi« seiner in Berlin harre, für noch wichtiger halte.

Er gehe nicht noch Deutschland al» ein beliebiger Diplomat, sondern al, ein politischer Führer, der ein ganze, Programm verkörpere. Die, Programm heiheApalse- rnenl", «urglelchondverständigung. Er sei stet, ein Mann der Rechten ge- wesen, und gerade mit den Parteien derRechteninDeutschland wolle er sich aussprechen, klar und offen, mit real!stl-

Borahs Bedingung für eine Schuldenstreichung.

Die Abrüstung Europas.

Bois« (Idaho). 20. Aug. (WXD.) Senator D o r a h führte in seinen gestrigen Erklärungen zum Schulden- und Abrüstungsproblem noch fol­gendes über die Voraussetzungen auS, un­ter denen er einer Streichung der Kriegs- schulden zustimmen werde, solange die Frie- densverträg« nicht revidiert seien, werde man sich leider biS an die Zähne bewaffnen, so lange aber die Rüstungen fortdauerten, fei eine Erholung der Wirtschaft nicht mög- l i ch. Sobald Europa bereit sei, seinen Dollern diese Fessel abzustreifen, und ihnen die Möglichkeit zur Erholung zu geben, werde eS sich lohnen, die Reuregelung der Schuldenfrage als Xeil eine» Programm- in Erwägung zu ziehen. Man habe sieben Milliarden Dollar europäi­scher Schulden gestrichen auf die Ver­sicherung der Bankiers und der Finanzsachverstän­digen hin. dah Europas Erholung sofort etn- sehen werde. Seitdem habe sich die Lage ver­schlimmert, und wenn man w e 11 e re sieben Milliarden streiche, so werde dieS Europa nicht retten, falls nicht die anderen Vorausset­zungen erfüllt seien. Wenn daS nächste Jahr lediglich für eine Erörterung von Mora­torien imt> Schulden vergeudet werden sollte, würde man damit nur seine Unfähigkeit

Oie Ernennung.

Vorläufig nur auf fechS Monate.

Pari,. 30. Aug. (WTB.) Der vom Minifterrat zum französischen Botschafter in Ber- l i n ernannte Unterstaatssekretär Francois Poncet hat dem Ministerpräsidenten seine De­mission al, Unterstaatssekretär überreicht, die ange­nommen wurde. Das Ernennungsdekret ewähnt. daß die (Ernennung von Francois Poncet zum Botschafter in Berlin eine zeitlich befristete ist, denn nach der französischen Verfassung können A b g e o r to­ne te nur für die Dauer von sechs Monaten mit einer auswärtigen Mission betraut werden. Man glaubt jedoch, dah Poncet sich endgültig der diplo­matischen Laufbahn widmen wird und daher binnen kurzem sein Abgeordnetenmantoat zur Verfügung st eil en wird.

DerWaioralsHochverräler

Untere Zeit lebt seriell, und schnell schwindet unS aus dem Dedächtnis. waS uns vor noch gar nicht so langer Zeit al- bedeutsam und wichtig im Laute der Dinge erschien. Wenn wir heute hören, dah in Kowno der Hochverrat-Prozeß gegen den früheren litauischen Ministerpräsiden­ten und Außenminister WoldemaraS seinen Anfang genommen hat, so wird eS unter unS manche geben, die sich nur noch ganz dunkel und verschwommen der Rolle erinnern, die dieser Mann einst in feinem Heimatstaate und in dessen Beziehungen zu Deutschland spielte. Sr war eS ja, der als einer der ersten fanatisch und rück­sichtslos daran arbeitete, daS Deutschtum Im Memellande seiner ihm durch daS Me- melftatut garantierten Rechte zu berauben und dieses deutsch« Land zu einer reineji litauischen Provinz zu machen. Gerade unter seinem Re­gime nahmen die Ausweisungen Deutschgesinn­ter auS dem Memelgebiet ein unerträgliche- May an. und seine Initiative war mit allen Mitteln dahin tätig, da- memelländische Parlament völ­lig au-zuschalten und an betten Stelle die Will­kür litauischer Gewalthaber zu fetzen. Heute muy sich Woldemara- vor dem litauischen Gericht we­gen Hochverrat- verantworten. Unb boch war er noch vor zwei Jahren Litauen- allmäch­tiger Diktator, bet im Lanbe schaltete und waltete, wie eS ihm gefiel, der auch wenig da­nach fragte, ob da-, was er tat. dem Staatspräsi-- denten ober ber Regierung genehm war.

Dor etwa sieben ober acht Jahren tauchte Wol­demara- au- einem bi- dahin stillen Gelehrien- bufein er war Professor an ber Kownoer Hoch­schule in ber bretteren Oeffentlichkeil auf. nach­dem er zunächst feinen Ramen ütauifiert hatte. Er verstand es. sich bald in der Regierungspartei, ber Xautininfai. eine führende Stellung zu sichern. Hab al- im Dezember 1926 jener eigenartige Mi­litärputsch, bei bem unzufriedene Leutnants bw Hauptrolle spielten, vorübergerauscht war, berief man ihn. den glänzenden Poseur, an die Spitze der Regierung. Seine Haupteigenschaft ist stets ein« krankhafte Eitelkeit gewesen, die sich in einer Selbstüberschätzung des eigenen Könnens und Ver­mögen- au-lprach. und die auch schließlich der An­last zu seinem Sturze geworden ist. Er glaubte, ßitauen gegen die Staaten auSspielen zu können. Deutschland versprach er in der Memellandfrage stet- alle- und hielt nicht-. Den Oststaaten gegen­über spielte er den lleberheblichen. der nur for­derte und nie geben wollte. So häuften sich die austenpvlitischen Misterfolg«. ilnb alS bann im Herbst 1929 auf der Genfer Xagung de- Völker­bünde- auch Briand seine übersteigerten Forde­rungen gegen Polen mit ein paar drastischen Rede­wendungen beiseite schob. alS ferner der Streit mit Deutschland wegen des WemelgedietS Formen an­nahm. die selbst In Kowno Bedenken wachriefen, sah man sich schließlich in der eigenen Dariei de- überall Wattgesetzten veranlaßt, ihn fallen zu las­sen. Er muhte au« der Regierung ausscheiden.

Haussuchung im Karl-Liebknecht-Haus.

Die kommunistische Zersetzungü-Zentrale.

Berlin, 20. Aug (XU) Der Polizeipräsident teilt mit: ,Dom 9. bi- einschließlich 20. August war da- sogenannte Karl-Liebknecht- HauS am Bülowplah, in dem sich die kom­munistischen ParteibureauS befinden, zur Ver­hütung gesetzwidriger Ansammlungen in der Um­gebung polizeilich besetzt. Eine umfassende Durchsuchung aller Räume deS Hause- hat u m - fangreiches Beweismaterial dafür er­bracht, bah sich in dem Hause die Zentrale für ZersehungSarbeit in Schutzpoli­zei und Reichswehr befand. Es wurden Unmengen vSn ZerfehungSmaterial und verbote­nen Broschüren gefunden, die für di« Strafver­fahren wegen Hochverrats von besondever Be­deutung sind. Semcr ttmrbe festgestellt, dah ein grober Xeil der illegalen sogenannten Zellen Häuserblocks ober De trie bSzei- tungen, die sich durch ihren besonderen sehe­rischen Eyarakter auSzeichnen, im Karl-Liebknecht- HauS hergestellt worden sind. In einem besonderen Koffer wurde eine umfangreiche Do­kumentensammlung gefunden, deren Ur­sprung noch auszuklären ift/5

Das Karl-Liebknecht-Hau- wurde kurz nach Mitternacht von ber Polizei f reigegeben. Sofort fanden sich eine Anzahl Angestellter bet .Roten Fahne" sowie mehrere kommunistische Ab­geordnete ein und nahmen vom Karl-Liebknecht- HauS wieder Besitz. DaS HauS, da- bis 24 Ubt völlig im Dunkel lag, wurde sofort überall er­leuchtet. Di« Mitternacht war der Dulowplatz scharf abgesperri. Polizeischeinwerfer beleuchteten die im Dunkeln gegenüberliegenden Häuser und auch die Dächer, und die 'Bürgerfteige um daS Karl-Liebknecht-HauS durften nicht betreten wer­den. Der »kleine Belagerungszustands ber um da- Karl-Liebknecht-Hau- und auf dem Dülowplatz besteht, wirb weiter aufrecht­erhalten.

Erich."»' lügl'ch.aotzer Bowetag, unb Feiertag*

Beiteeei:

DU Illustriert, Bietzen« r Familien blätto ßeimal im Bild Die Scholle

Rowati-Btjugspreti;

2.20 B.'chsmart und 80 Beichepfennig für Träger» lohn, auch bei Kichter» Beine« einzeln er Kummer« folgt Here» Gewalt. Zerifprechaifchlllß«

enteiSammelnummer2251. Inschrift für Drahtnach­richten Anzeigeriefcei.

polllchecktonto:

Kr«nkfuN o» Mal« 11688.

Reichsreform

durch Notverordnung? Höpker-Ajchoff ichlägt Zusammenlegung ber Ministerien vonPreutzcn und demRcich vor.

D e r l i n , 20. Aug. (XU.) Der preußische Fi- nanzmmister Dr. Höpker-Aschofs ver­öffentlicht im ..Deutschen Volk-Wirt" den Ent­wurf zur Reichsreform, der nach den De- schiüssen der Länderkonferenz von einigen ihrer Mitarbeiter auSgearbeitet worden ist. Höpkcr-Aschoff macht im Anschluß daran Vor­schläge. die daS Verhältnis Preußen- Reich unmittelbar aut Lösung bringen sollen. Der entscheideride Anstoß Aur ReichSrefvrm könne, wie er u. a. erklärt, durch folgend« Maßnahmen gegeben werden:

1. Ter preußische Innenminister wird gleichzeitig Reichsinnenmini ft er. Da- Reich übernimmt die Polizeiverwaltung und die Gemeindeaufsicht in Preußen. Die- kann durch Rotverordnung verfügt werden, toexr der Artikel 48 in Rotzeiten dem Reichs­präsidenten daS Recht gibt, nicht nur die Be­fugnisse deS Reichsgesetzgebers und deS Landes- gefetzgebcrs aufzuheoen, sondern auchbie Lan­de s v e r w a l t u n g an sich zu nehmen. Da daS verfassungsändernde Gesetz Monate erfordern würde und ein sofortiges Handeln geboten ist, sind die Voraussetzungen deS Artikels 48 für eine vorläufige Regelung bis zur Verabschie­dung deS vcrfassungSändernden Reichsgesetzes ge­geben.

2. Der ReichSjustizminister übernimmt die Betreuung der preußischen Ju­stizverwaltung. Auch die- kann durch Rot- t>erorbnung verfügt werden in der Form, daß

Scheinbar zog sich WoldemaraS jetzt wieder in feine stille Gelehrtenftube zurück. Aber hinter ben Kulissen arbeitete er mit doppeltem Eifer daran die Scharte auszuwetzen. Ein Meister in der Propaganda für sich selbst, erfahren in allen Rankünen politischer Machenschaften, geschickt, sich in Szene zu setzen und auf die Massen zu wirken, gelang es ihm auch bald, wieder eine starke Anhängerschaft hinter sich zu sammeln, zumal bei der Jugend, bei der er alle Minen der Hetze gegen die Regierung springen ließ. AlS er dann eines XageS in einer Versammlung der Regierungspartei sogar stür­misch gefeiert und von der jubelnden Jugend auf ben Schultern durch den Saal getragen wurde, da wurde die Regierung doch bedenklich. Staats­präsident Smetvna zwar wagte nichts gegen ihn zu unternehmen. Aber während eines wohl nur zu diesem Zweck angetretenen Urlaub» Smetana» ließ der Stadtkommandant von Kowno im Juli 1930 WoldemaraS verhaften. Sr wurde nach dem Dorfe Platellen im Kreise Krottingen an ber memelländisch-litauischen Grenze gebracht und dort unter ständige, polizeiliche Beaufsichtigung gestellt. Riemand kümmerte sich sonst mehr um ihn. er geriet in Vergessenheit.

Aber WoldemaraS müßte nicht ber ehrgeizige Rankunler gewesen (ein, wenn er sich in sein Schicksal gefügt hätte. Es gelang ihm, aus seiner Verbannung heraus mit der Geistlichkeit, die der Regierung abhold war, und mit mili­tärischen Kreisen Verbindungen anzu­knüpfen. Die Anllage. gegen die er sich jetzt zu verantworte^ hat. wirft ihm sogar vor, dah em von ihm gesckmffener Geheimbund die Re­gierung habe gewaltsam stürzen sollen, und zwar durch einen neuen Militärputsch in Kowno, der am 17. Juli in Szene gesetzt werden sollte. Zu gleicher Zeit sollte Staatspräsident Srnewna im Ostfeebad Polangen bei Memel, wo er sich zu einer Festlichkeit angesagt hatte, von Offizieren der Garnison Memel festgenommen werden. In Polangen wollte dann auch WoldemaraS auf- tauchen und von hier aus seinen SiegeSzug nach Kowno antreten, um dort an der Spitze einer neuen Regierung wieder den Diktator zu spielen. Der ganze Plan soll durch einen Mitverschwore­nen verraten worden sein. Und die Regierung griff nun rechtzeitig zu und beförderte Herrn WoldemaraS in die sicheren Mauern deS Ge­fängnisses. bevor sein Plan Xatsache werden konnte. Der gegen ihn angestrengte Prozeß hat sicherlich das Ziel, ihn möglichst enbgülhg kalt­zustellen. WoldemaraS dürfte damit, selbst wenn et freigesprochen werden sollte, von der poli­tischen Bühne verschwinden. Wehr ein poli­tischer Abenteurer als ein Staatsmann, zählt er

scheu Zielen und ohne Phrasen wolle er sich an tote nationalen Deutschen wenden.

Seine ganze Vergangenheit fei auf einen deutsch- französifchen Ausgleich gerichtet gewesen. Seine Sympachien sür Deutschland habe er auch wäh­rend deS Kriege- nicht vergessen. Er sei al» Offizier an die Frort gegangen, aber selbst im Felde habe ibn nicht die Erinnerung an sein« deutschen Bekannten vetlasien. Riemal» habe er auf einen Deutschen geschossen. ®r habe feinen Dienst verrichtet, wie e» feine Pflicht war und seine Befehle mit dem 6tod in der Hand erteilt, aber niemals das Geweht gegen einen deutschen Soldaten erhoben Auch tn dem haßerfüllten Durcheinander der Rachkriegszeit sei et seiner Gesinnung und seinem Streben nach ..Apaisement" treu geblieben. Er sei so u. a. mit der besten Absicht nach Düsseldorf gegangen, wo er nicht Leiter der Micum, sondern Direktor

ei ne -Pressebureau - gewesen sei. um noch Möglichkeit in beruhigendem Ginne zu wirken. Unzählige Ausweisungen habe er dort verhindert. AIS die sranzösischen Militärbehörden un An­schluß an die Schlageteraffäre den Belagerungs­zustand verhängen wollten, sei er mit Stsolg dagegen gewesen und habe sogar Befehle zu Erschießungen rückgängig machen kön­nen. Mit um so bitterer Kränkung habe er des­halb die Angriffe empfunden, die gerade in den Zeitungen deS RuhraebieteS gegen ihn gerichtet worden feien. Er gehe mit den besten Ab­sichten nach Berlin, trotz der großen Opfer, die er deswegen bringen müsse Sr liebe daS deutsche Volk und achte es. Sr verlasse PariS mit dem festen Vorsatz, die Ausgaben, die er auf seinem neuen Posten tn Angriff nehmen wolle, auch fortAuführen unb wenn möglich z u einem befriedigenden Abschluß zu bringen.

die ReichStegierung di« Leitung der Justiz­verwaltung für das Land Preußen auSübt.

3. Die preuhifcheGteuerverwaltung geht auf daS Reich über. Dieser Ueber- «kann auf Grund der Reichsabgabenordnung einen preußischen Antrag ohne weiteres herbeigeführt werden.

Der Reichsinnenminister und der Reichsjustiz­minister würden alsdann, so erklärt Hopker- Aschoff u. a. weiter, glei chzeitia Mit­glieder deS preußischen Kabinetts sein und ber preuhifche Ministerpräii- dent mühte als Vizepräsident in daS Reichskabinett e t n t r e ten. DaS ReichS- arbeilsministerium könnte die Aufgaben des preu- hischen Wohlfahrtsministeriums, das Wirtschafts- Ministerium die Ausgaben de» preuhischen Handelsministeriums ohne Berufsschulwesen, Dergverwaltung und Betreuung der preuhischen Gesellschaften, das ReichSemährungsministerium die Ausgaben deS preuhischen Landwirt fchaftS- ministcrlums ohne Berufsschulwesen und Verwal­tung der Domänen und Forsten übernehmen.

Oie Berliner Kommunalbeamten gegen den Gehaltsabbau.

Berlin, 20 Aug. (TU.) Der Gesamtoorstand der Bezirksgruppe Berlin des Verbandes der Äommu« nalbcamten unb Angestellten Preußens E. D. nahm eine Entschließung an in der u. a. gesagt wird, daß es sich bei dem Dorgeyen ber preußischen Regierung gegenüber ben Kommunalbeamten ber Stabt Berlin um einen Eingriff in ein schwebenbes Verfahren hanbele. Es fei ein in ber Geschichte wohl einzig dastehender Vorgang, baß bie Wohl. faf)rt5unterftüßungen von Erwerbslosen gegen bie Gehälter von Beamten ausgespielt würben. Beson- bers beanftanbet wirb, daß bie E i n z e 1 g e h ä k t e r ber höch sten st ä b t i s ch e n Beamten (Bür- aermeifter, Stab träte usw), bie in ber gleichen De- soldungsorbuung nach gleichen Grundsätzen wie bie aller übrigen Beamten festgesetzt seien, unange­tastet blieben.

Generalanzeiger für Oberhessen .

Drud Hirt Verlag: BrifrlW Uitotrlitäts-Bntfr tnrt Steilbniderri R. Lange ti «eße*. SchnftlettARg mrt SefchSstsltelle: Schnlltraß« T.

Nr 194 Erster Blatt 181 Jahrgang ßreitag, 21. August 1951

GietzenerAnzeiger