die jetzigen Schwierigkeiten liegen, ebenso wisse i komme. Es bestehe daher dieS der SachwerständigenauSschuh. Es sei daher städtischen Angestellten Zeitvergeudung, unter den gegenwärtigen europäi- 'Löhne und Gehakt
Löhne und Gehälter erhalten werden.
Ser nächste Schritt: die Revision der Kriegsschulden
OaS Slaatsdepartemcntsträubt sich. -DeeWahlkampfwirst seine Schatten voraus
zu jenen typischen Erscheinungen unserer politisch bewegten Zeit, die plötzlich hochkommen aus einem Richts, wie ein Meteor über den politischen Himmel huschen und dann wieder in einem ewigen Dunkel verschwinden.
angesichts der drohenden Katastrophe zeigen. Man wisse genau, wo di« wa hren Ursachen für
schen Verhältnissen den Vorschlag einer Schulden- streichung zu machen.
Washington halt sich zurück.
Vorläufig keine neue Initiative Amerika» ■fcu erwarten.
Neuyork, 20. Aug. (TU.) Die Blätter bestätigen nach eingehender Fühlungnahme mit den Regie- rungskreisen, daß der gegenwärtige Zeitpunkt für denkbar ungeeignet gehalten wird, die Schuldenrevifion anzuschneiden. Die Schwierigkeiten der inneren Lage. Insbesondere die Mt« beltslosennot, sowie die Tatsache, dah der Kongreh noch nicht einmal da» Moratorium ratifiziert Hal. bladen der Verwaltung die Hände. Bereile seht schon wird von einer weiteren einjährigen Verlängerung des h o o o e r m o r a t o r i u m s als Ausweg gesprochen, um dadurch den Innerpolitischen Schwierigkeiten zu begegnen und Hoovers für 1932 bevorstehenden Wahlkampf nicht zu beeinflussen. Es wird erneut darauf hlngewlesen, dah w i g g l n ohne offizielle Vollmachten gehandelt habe. Unlerstaatssekrelär L a ft l e geht sogar soweit, zu erklären, dah er nicht einmal den offiziellen Text de, Laylon-Verichte» anfordern werd«.
Chicago in Zinanzschwierigleiten.
Oer neue französische Botschafter in Berlin.
Bedeutet Francois Poncet einen neuen Kurs? — Als Mann der Rechten will sich der Bot« schaster mit der deutschen Rechten ausfprechen. - Das Ziel: Ausgleich und Verständigung.
pm Nachmittag vorher. Preis für l mm HStze
gx Anzeigen von 27 mro rede örtlich 8, auswärts
10 Neichspfennig; für Ne- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichrpfennig, Platzvorschrift 20',. mehr.
Chefredakteur:
Dr. Friede. Wllh. Lang». Verantwortlich für TolthN Dr. Fr. wilh. Lange: für Feuilleton l)r H.IHyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für de» Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Diehen.
Ehlkago, 20. Aug. (ERB.) Der Bürgermeister von Ehikago erklärte heute, dah der Magi st rat seinen Betrieb einstellen müsse, wenn man ihm nicht auf dem Wege der Gesetzgebung zur Hilfe die Gefahr, dah die 20 000 am 1. September keine
Der Mann und fein Programm.
Sine interessante Unterredung.
Berlin, 20. Aua. (XII.) Der „Hannoversche Courier" veröffentlicht einen Artikel seine- Pariser Berichterstatters, der angeblich die Auf- assung der dem neuen französischen Botschafter in Berlin, FrancoiS Poncet, nahestehenden Kreise wiedergibt. in Wirklichkeit aber auf einer persönlichen Rücksprache mit dem bisherigen Ülntcrstaatssekretär zu beruhen scheint. Die in dem Artikel nicht genannte Persönlichkeit er- ftärle dem Berichterstatter u. <l, dah der Ernennung FrancoiS PvncetS zum Botschafter in Berlin eine besondere Bedeutung zukomme, da eS ich hier um eine Persönlichkeit handele, die seit drei Jahren der intim st e Mitarbeiter und Berater der Ministerpräsidenten — zunächst X a r d i« u S und später LavalS — gewesen sei. Wenn Laval sich ent- chlossen habe, auf seine Mitarbeit im Kabinett zu verzichten, lo zeige dieS sein« feste Absicht, mit Deutschland zu einem modus vivendi zu kommen. Aber auch für Franco.S Poncet selbst bedeute die Annahme dcS Botschafterpostens ein nicht gering«- Opfer, er müsse seine politische Laufbahn m einem Augenblick unterbrechen, wo er daS höchst« Ziel zum Dreisen nahe vor sich seh«. ES wäre vielleicht nur eine Frage kürzester Zeit gewesen, biS er — m beispiellos jungen Jahren — bi« Leitung eine- Kabinetts hätte Übernehmen tön- nen. Darauf habe er vorläufig verzichtet, weil er die Aufgabe, bi« seiner in Berlin harre, für noch wichtiger halte.
Er gehe nicht noch Deutschland al» ein beliebiger Diplomat, sondern al, ein politischer Führer, der ein ganze, Programm verkörpere. Die, Programm heihe „Apalse- rnenl", «urglelchondverständigung. Er sei stet, ein Mann der Rechten ge- wesen, und gerade mit den Parteien derRechteninDeutschland wolle er sich aussprechen, klar und offen, mit real!stl-
Borahs Bedingung für eine Schuldenstreichung.
Die Abrüstung Europas.
Bois« (Idaho). 20. Aug. (WXD.) Senator D o r a h führte in seinen gestrigen Erklärungen zum Schulden- und Abrüstungsproblem noch folgendes über die Voraussetzungen auS, unter denen er einer Streichung der Kriegs- schulden zustimmen werde, solange die Frie- densverträg« nicht revidiert seien, werde man sich leider biS an die Zähne bewaffnen, so lange aber die Rüstungen fortdauerten, fei eine Erholung der Wirtschaft nicht mög- l i ch. Sobald Europa bereit sei, seinen Dollern diese Fessel abzustreifen, und ihnen die Möglichkeit zur Erholung zu geben, werde eS sich lohnen, die Reuregelung der Schuldenfrage als Xeil eine» Programm- in Erwägung zu ziehen. Man habe sieben Milliarden Dollar europäischer Schulden gestrichen auf die Versicherung der Bankiers und der Finanzsachverständigen hin. dah Europas Erholung sofort etn- sehen werde. Seitdem habe sich die Lage verschlimmert, und wenn man w e 11 e re sieben Milliarden streiche, so werde dieS Europa nicht retten, falls nicht die anderen Voraussetzungen erfüllt seien. Wenn daS nächste Jahr lediglich für eine Erörterung von Moratorien imt> Schulden vergeudet werden sollte, würde man damit nur seine Unfähigkeit
Oie Ernennung.
Vorläufig nur auf fechS Monate.
Pari,. 30. Aug. (WTB.) Der vom Minifterrat zum französischen Botschafter in Ber- l i n ernannte Unterstaatssekretär Francois Poncet hat dem Ministerpräsidenten seine Demission al, Unterstaatssekretär überreicht, die angenommen wurde. Das Ernennungsdekret ewähnt. daß die (Ernennung von Francois Poncet zum Botschafter in Berlin eine zeitlich befristete ist, denn nach der französischen Verfassung können A b g e o r tone te nur für die Dauer von sechs Monaten mit einer auswärtigen Mission betraut werden. Man glaubt jedoch, dah Poncet sich endgültig der diplomatischen Laufbahn widmen wird und daher binnen kurzem sein Abgeordnetenmantoat zur Verfügung st eil en wird.
DerWaioralsHochverräler
Untere Zeit lebt seriell, und schnell schwindet unS aus dem Dedächtnis. waS uns vor noch gar nicht so langer Zeit al- bedeutsam und wichtig im Laute der Dinge erschien. Wenn wir heute hören, dah in Kowno der Hochverrat-Prozeß gegen den früheren litauischen Ministerpräsidenten und Außenminister WoldemaraS seinen Anfang genommen hat, so wird eS unter unS manche geben, die sich nur noch ganz dunkel und verschwommen der Rolle erinnern, die dieser Mann einst in feinem Heimatstaate und in dessen Beziehungen zu Deutschland spielte. Sr war eS ja, der als einer der ersten fanatisch und rücksichtslos daran arbeitete, daS Deutschtum Im Memellande seiner ihm durch daS Me- melftatut garantierten Rechte zu berauben und dieses deutsch« Land zu einer reineji litauischen Provinz zu machen. Gerade unter seinem Regime nahmen die Ausweisungen Deutschgesinnter auS dem Memelgebiet ein unerträgliche- May an. und seine Initiative war mit allen Mitteln dahin tätig, da- memelländische Parlament völlig au-zuschalten und an betten Stelle die Willkür litauischer Gewalthaber zu fetzen. Heute muy sich Woldemara- vor dem litauischen Gericht wegen Hochverrat- verantworten. Unb boch war er noch vor zwei Jahren Litauen- allmächtiger Diktator, bet im Lanbe schaltete und waltete, wie eS ihm gefiel, der auch wenig danach fragte, ob da-, was er tat. dem Staatspräsi-- denten ober ber Regierung genehm war.
Dor etwa sieben ober acht Jahren tauchte Woldemara- au- einem bi- dahin stillen Gelehrien- bufein — er war Professor an ber Kownoer Hochschule — in ber bretteren Oeffentlichkeil auf. nachdem er zunächst feinen Ramen ütauifiert hatte. Er verstand es. sich bald in der Regierungspartei, ber Xautininfai. eine führende Stellung zu sichern. Hab al- im Dezember 1926 jener eigenartige Militärputsch, bei bem unzufriedene Leutnants bw Hauptrolle spielten, vorübergerauscht war, berief man ihn. den glänzenden Poseur, an die Spitze der Regierung. Seine Haupteigenschaft ist stets ein« krankhafte Eitelkeit gewesen, die sich in einer Selbstüberschätzung des eigenen Könnens und Vermögen- au-lprach. und die auch schließlich der Anlast zu seinem Sturze geworden ist. Er glaubte, ßitauen gegen die Staaten auSspielen zu können. Deutschland versprach er in der Memellandfrage stet- alle- und hielt nicht-. Den Oststaaten gegenüber spielte er den lleberheblichen. der nur forderte und nie geben wollte. So häuften sich die austenpvlitischen Misterfolg«. ilnb alS bann im Herbst 1929 auf der Genfer Xagung de- Völkerbünde- auch Briand seine übersteigerten Forderungen gegen Polen mit ein paar drastischen Redewendungen beiseite schob. alS ferner der Streit mit Deutschland wegen des WemelgedietS Formen annahm. die selbst In Kowno Bedenken wachriefen, sah man sich schließlich in der eigenen Dariei de- überall Wattgesetzten veranlaßt, ihn fallen zu lassen. Er muhte au« der Regierung ausscheiden.
Haussuchung im Karl-Liebknecht-Haus.
Die kommunistische Zersetzungü-Zentrale.
Berlin, 20. Aug (XU) Der Polizeipräsident teilt mit: ,Dom 9. bi- einschließlich 20. August war da- sogenannte Karl-Liebknecht- HauS am Bülowplah, in dem sich die kommunistischen ParteibureauS befinden, zur Verhütung gesetzwidriger Ansammlungen in der Umgebung polizeilich besetzt. Eine umfassende Durchsuchung aller Räume deS Hause- hat u m - fangreiches Beweismaterial dafür erbracht, bah sich in dem Hause die Zentrale für ZersehungSarbeit in Schutzpolizei und Reichswehr befand. Es wurden Unmengen vSn ZerfehungSmaterial und verbotenen Broschüren gefunden, die für di« Strafverfahren wegen Hochverrats von besondever Bedeutung sind. Semcr ttmrbe festgestellt, dah ein grober Xeil der illegalen sogenannten Zellen — Häuserblocks — ober De trie bSzei- tungen, die sich durch ihren besonderen seherischen Eyarakter auSzeichnen, im Karl-Liebknecht- HauS hergestellt worden sind. In einem besonderen Koffer wurde eine umfangreiche Dokumentensammlung gefunden, deren Ursprung noch auszuklären ift/5
Das Karl-Liebknecht-Hau- wurde kurz nach Mitternacht von ber Polizei f reigegeben. Sofort fanden sich eine Anzahl Angestellter bet .Roten Fahne" sowie mehrere kommunistische Abgeordnete ein und nahmen vom Karl-Liebknecht- HauS wieder Besitz. DaS HauS, da- bis 24 Ubt völlig im Dunkel lag, wurde sofort überall erleuchtet. Di« Mitternacht war der Dulowplatz scharf abgesperri. Polizeischeinwerfer beleuchteten die im Dunkeln gegenüberliegenden Häuser und auch die Dächer, und die 'Bürgerfteige um daS Karl-Liebknecht-HauS durften nicht betreten werden. Der »kleine Belagerungszustands ber um da- Karl-Liebknecht-Hau- und auf dem Dülowplatz besteht, wirb weiter aufrechterhalten.
Erich."»' lügl'ch.aotzer Bowetag, unb Feiertag*
Beiteeei:
DU Illustriert, Bietzen« r Familien blätto ßeimal im Bild Die Scholle
Rowati-Btjugspreti;
2.20 B.'chsmart und 80 Beichepfennig für Träger» lohn, auch bei Kichter» Beine« einzeln er Kummer« folgt hü Here» Gewalt. Zerifprechaifchlllß«
enteiSammelnummer2251. Inschrift für Drahtnachrichten Anzeiger •iefcei.
polllchecktonto:
Kr«nkfuN o» Mal« 11688.
Reichsreform
durch Notverordnung? Höpker-Ajchoff ichlägt Zusammenlegung ber Ministerien vonPreutzcn und demRcich vor.
D e r l i n , 20. Aug. (XU.) Der preußische Fi- nanzmmister Dr. Höpker-Aschofs veröffentlicht im ..Deutschen Volk-Wirt" den Entwurf zur Reichsreform, der nach den De- schiüssen der Länderkonferenz von einigen ihrer Mitarbeiter auSgearbeitet worden ist. Höpkcr-Aschoff macht im Anschluß daran Vorschläge. die daS Verhältnis Preußen- Reich unmittelbar aut Lösung bringen sollen. Der entscheideride Anstoß Aur ReichSrefvrm könne, wie er u. a. erklärt, durch folgend« Maßnahmen gegeben werden:
1. Ter preußische Innenminister wird gleichzeitig Reichsinnenmini ft er. Da- Reich übernimmt die Polizeiverwaltung und die Gemeindeaufsicht in Preußen. Die- kann durch Rotverordnung verfügt werden, toexr der Artikel 48 in Rotzeiten dem Reichspräsidenten daS Recht gibt, nicht nur die Befugnisse deS Reichsgesetzgebers und deS Landes- gefetzgebcrs aufzuheoen, sondern auchbie Lande s v e r w a l t u n g an sich zu nehmen. Da daS verfassungsändernde Gesetz Monate erfordern würde und ein sofortiges Handeln geboten ist, sind die Voraussetzungen deS Artikels 48 für eine vorläufige Regelung bis zur Verabschiedung deS vcrfassungSändernden Reichsgesetzes gegeben.
2. Der ReichSjustizminister übernimmt die Betreuung der preußischen Justizverwaltung. Auch die- kann durch Rot- t>erorbnung verfügt werden in der Form, daß
Scheinbar zog sich WoldemaraS jetzt wieder in feine stille Gelehrtenftube zurück. Aber hinter ben Kulissen arbeitete er mit doppeltem Eifer daran die Scharte auszuwetzen. Ein Meister in der Propaganda für sich selbst, erfahren in allen Rankünen politischer Machenschaften, geschickt, sich in Szene zu setzen und auf die Massen zu wirken, gelang es ihm auch bald, wieder eine starke Anhängerschaft hinter sich zu sammeln, zumal bei der Jugend, bei der er alle Minen der Hetze gegen die Regierung springen ließ. AlS er dann eines XageS in einer Versammlung der Regierungspartei sogar stürmisch gefeiert und von der jubelnden Jugend auf ben Schultern durch den Saal getragen wurde, da wurde die Regierung doch bedenklich. Staatspräsident Smetvna zwar wagte nichts gegen ihn zu unternehmen. Aber während eines wohl nur zu diesem Zweck angetretenen Urlaub» Smetana» ließ der Stadtkommandant von Kowno im Juli 1930 WoldemaraS verhaften. Sr wurde nach dem Dorfe Platellen im Kreise Krottingen an ber memelländisch-litauischen Grenze gebracht und dort unter ständige, polizeiliche Beaufsichtigung gestellt. Riemand kümmerte sich sonst mehr um ihn. er geriet in Vergessenheit.
Aber WoldemaraS müßte nicht ber ehrgeizige Rankunler gewesen (ein, wenn er sich in sein Schicksal gefügt hätte. Es gelang ihm, aus seiner Verbannung heraus mit der Geistlichkeit, die der Regierung abhold war, und mit militärischen Kreisen Verbindungen anzuknüpfen. Die Anllage. gegen die er sich jetzt zu verantworte^ hat. wirft ihm sogar vor, dah em von ihm gesckmffener Geheimbund die Regierung habe gewaltsam stürzen sollen, und zwar durch einen neuen Militärputsch in Kowno, der am 17. Juli in Szene gesetzt werden sollte. Zu gleicher Zeit sollte Staatspräsident Srnewna im Ostfeebad Polangen bei Memel, wo er sich zu einer Festlichkeit angesagt hatte, von Offizieren der Garnison Memel festgenommen werden. In Polangen wollte dann auch WoldemaraS auf- tauchen und von hier aus seinen SiegeSzug nach Kowno antreten, um dort an der Spitze einer neuen Regierung wieder den Diktator zu spielen. Der ganze Plan soll durch einen Mitverschworenen verraten worden sein. Und die Regierung griff nun rechtzeitig zu und beförderte Herrn WoldemaraS in die sicheren Mauern deS Gefängnisses. bevor sein Plan Xatsache werden konnte. Der gegen ihn angestrengte Prozeß hat sicherlich das Ziel, ihn möglichst enbgülhg kaltzustellen. WoldemaraS dürfte damit, selbst wenn et freigesprochen werden sollte, von der politischen Bühne verschwinden. Wehr ein politischer Abenteurer als ein Staatsmann, zählt er
scheu Zielen und ohne Phrasen wolle er sich an tote nationalen Deutschen wenden.
Seine ganze Vergangenheit fei auf einen deutsch- französifchen Ausgleich gerichtet gewesen. Seine Sympachien sür Deutschland habe er auch während deS Kriege- nicht vergessen. Er sei al» Offizier an die Frort gegangen, aber selbst im Felde habe ibn nicht die Erinnerung an sein« deutschen Bekannten vetlasien. Riemal» habe er auf einen Deutschen geschossen. ®r habe feinen Dienst verrichtet, wie e» feine Pflicht war und seine Befehle mit dem 6tod in der Hand erteilt, aber niemals das Geweht gegen einen deutschen Soldaten erhoben Auch tn dem haßerfüllten Durcheinander der Rachkriegszeit sei et seiner Gesinnung und seinem Streben nach ..Apaisement" treu geblieben. Er sei so u. a. mit der besten Absicht nach Düsseldorf gegangen, wo er nicht Leiter der Micum, sondern Direktor
ei ne -Pressebureau - gewesen sei. um noch Möglichkeit in beruhigendem Ginne zu wirken. Unzählige Ausweisungen habe er dort verhindert. AIS die sranzösischen Militärbehörden un Anschluß an die Schlageteraffäre den Belagerungszustand verhängen wollten, sei er mit Stsolg dagegen gewesen und habe sogar Befehle zu Erschießungen rückgängig machen können. Mit um so bitterer Kränkung habe er deshalb die Angriffe empfunden, die gerade in den Zeitungen deS RuhraebieteS gegen ihn gerichtet worden feien. Er gehe mit den besten Absichten nach Berlin, trotz der großen Opfer, die er deswegen bringen müsse Sr liebe daS deutsche Volk und achte es. Sr verlasse PariS mit dem festen Vorsatz, die Ausgaben, die er auf seinem neuen Posten tn Angriff nehmen wolle, auch fortAuführen unb wenn möglich z u einem befriedigenden Abschluß zu bringen.
die ReichStegierung di« Leitung der Justizverwaltung für das Land Preußen auSübt.
3. Die preuhifcheGteuerverwaltung geht auf daS Reich über. Dieser Ueber- «kann auf Grund der Reichsabgabenordnung einen preußischen Antrag ohne weiteres herbeigeführt werden.
Der Reichsinnenminister und der Reichsjustizminister würden alsdann, so erklärt Hopker- Aschoff u. a. weiter, glei chzeitia Mitglieder deS preußischen Kabinetts sein und ber preuhifche Ministerpräii- dent mühte als Vizepräsident in daS Reichskabinett e t n t r e ten. DaS ReichS- arbeilsministerium könnte die Aufgaben des preu- hischen Wohlfahrtsministeriums, das Wirtschafts- Ministerium die Ausgaben de» preuhischen Handelsministeriums ohne Berufsschulwesen, Dergverwaltung und Betreuung der preuhischen Gesellschaften, das ReichSemährungsministerium die Ausgaben deS preuhischen Landwirt fchaftS- ministcrlums ohne Berufsschulwesen und Verwaltung der Domänen und Forsten übernehmen.
Oie Berliner Kommunalbeamten gegen den Gehaltsabbau.
Berlin, 20 Aug. (TU.) Der Gesamtoorstand der Bezirksgruppe Berlin des Verbandes der Äommu« nalbcamten unb Angestellten Preußens E. D. nahm eine Entschließung an in der u. a. gesagt wird, daß es sich bei dem Dorgeyen ber preußischen Regierung gegenüber ben Kommunalbeamten ber Stabt Berlin um einen Eingriff in ein schwebenbes Verfahren hanbele. Es fei ein in ber Geschichte wohl einzig dastehender Vorgang, baß bie Wohl. faf)rt5unterftüßungen von Erwerbslosen gegen bie Gehälter von Beamten ausgespielt würben. Beson- bers beanftanbet wirb, daß bie E i n z e 1 g e h ä k t e r ber höch sten st ä b t i s ch e n Beamten (Bür- aermeifter, Stab träte usw), bie in ber gleichen De- soldungsorbuung nach gleichen Grundsätzen wie bie aller übrigen Beamten festgesetzt seien, unangetastet blieben.
Generalanzeiger für Oberhessen .
Drud Hirt Verlag: BrifrlW Uitotrlitäts-Bntfr tnrt Steilbniderri R. Lange ti «eße*. SchnftlettARg mrt SefchSstsltelle: Schnlltraß« T.
Nr 194 Erster Blatt 181 Jahrgang ßreitag, 21. August 1951
GietzenerAnzeiger


