2umbd, 168; 47. Konr. Ttdumann, Tv. 1846 Gießen, 165; 48. Dich. Köhler, Lv. Freienseen, 164; 49. Karl Dingel, Tv. Grüningen, 163; 51. W. Menges, Tv. Lich, Alb. Römer, Tv. Heuchelheim, 161; 52. Wilh. Faber, Tv. 1893 Leihgestern, 160 Punkte.
Alters st ufe-Reunkampf Klasse 1 (35 bis 45 Jahre, 29 Teilnehmer, 22 Sieger): 1. Heinrich Keller, Tv. Burgsolms, 178 Punkte; 2. Hermann Reuser, Tv. 1846 Gießen, 147; 3. Heinrich Post, Tv. Alsfeld, 145; 4. Hermann Hofmann, Tv. Hungen, Willi Kehler, Tv. Lang- Göns, 142; 5. H. Dreut, T. u. Spv. Griedel, 141; 7. Otto Hofmann, Tv. Großen-Linden, Emil Wagner, Tv. Krofdorf, 138; 8. Karl Müller, Tv. 1846 Gießen, 135; 12. Wilhelm Volk, Tv. Grohen-Linden, 131; 13. Fritz Bolkmann, Tv. Heuchelheim, Friedrich Bellof, Tv. 1846 Gießen, 130; 17. Gustav Pfeiffer, Tv. 1846 Gießen, 121; — Klasse 2 (über 45 jahre, 14 Teilnehmer, 13 Sieger): 1. Heinrich Amend, Tv. Krofdorf, 159; 2. Georg Thierolf, Tgm. Friedberg, 156; 3. Kasp. Güler, Tv. Treis (Lumda), 146; 6. Fritz Wiegand, Tv. 1846 Gießen, 135; 9. Emil Marx, Tv. 1846 Gießen, 124 Punkte.
Fechten.
Florett (16 Teilnehmer): 1. Robert Schauß, Tv. Wetzlar (5 Siege, 26 Treffer); 2. Ludwig Gerhardt, Tv. 1846 Gießen (4 S., 27 Tr.); 3. Heinz Bersch, T. u. Spv. Marburg (4 S., 28 Tr.); 6. Ludwig Vaubel, Tv. 1846 Gießen (3 S., 28Tr.); 7. Walter Gerhardt, Tv. 1846 Gießen (2 S., 32 Tr.).
Bezirksstaffel 10 X 100 m.
1. V. Bez., 2:58,2 Min.; 2. I.Bez., 2:58,6 Min. Musterriegen.
Es wurden u. a. bewertet mit „sehr gut": Akad. Tbd. Marburg (Körperschule), 109 Punkte; Tv. 1860 Dad-Rauheim (Pferd), 107; Tv. Als- feld (Darren), 105; Tv. 1846 Gießen (Altersturner an zwei Barren), 102; Tv. Großen-Linden (Barren), 101; Tv. 1846 Gießen (Reck), 100‘/2; Tv. Münzenberg (Barren), 100. — Mit „aut": Tv. Homberg (Darren), 99; Tv. Heuchecheim (Darren), 971/«; Tv. Treis a. d. Lda. (Darren), 96; T. u. Spv. Griedel (Darren), 95Vs! T. u. Spv. Grohen-Duseck (Pferd), 94x/2; Tv. Hungen (Reck), 94V2: T. u. Spv. Butzbach (Barren), 94V2; Tv. Krofdorf (Darren), 93; T. u. Spv. Butzbach (Darren mit Federbrett), 92; Tv. Grüningen (Barren), 90V2; Mtv. Bad-Rauheim (Pferd-Barren), 841/2; Mw. Gießen (Darren), 751/2-
8. Nationale Iugendwetikämpfe in Darmstadt.
Glänzende Leistungen der 1900er. Luh (VfB.) stößt die Kugel 14,72 m.
Dei ben 8. Rationalen jugendwettkämpfen in Darmstadt, die auch in diesem jahre wieder die Elite der süddeutschen und zum Teil auch der reichsdeutschen jugendlichen Leichtathlethen auf dem Plan sah, vermochten die Jugendlichen der Spielvereinigung 1900 zwei außerordentliche Siege zu erringen. Die Spielvereinigung hatte eine kleine Expedition von sechs Mann entsandt (Wöh- renkämper, Koch II., Schlarb, Mooh, Daumstieger und Felsing), die die Farben ihres Dereins würdig vertraten.
3n den Sprinterwettbewerben war den 1900em allerdings kein erster Sieg beschießen. Lieber 200 Meter ging lediglich Daumstieger als vierter durch das Fiel. Einen um so höher zu wertenden Erfolg errang die Mannschaft Wöhvenkämper, Mootz und Daumstieger im 3x!000-Meter-Lauf, den die 1900er in der Feit von 8:50,6 vor DfD. Mannheim (8:52) und vor München 1860 (8:52,6) für sich entschieden. Sechs Mannschaften waren für diesen Wettbewerb am Start.
Erwähnenswert und besonders interessant ist die Tatsache, daß die 3xl000-Meter-Staffel von den jugendlichen der Spielvereinigung 1900 im nur geringfügig schlechterer Feit gelaufen wurde, als die 3X1000 Meter im Rahmen der 10. Rationalen ; leichtathletischen Wettkampfe, die am Sonntag
Eva am Strand
Vornan von Hermann Weick.
13. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Ich will es mir überlegen", gab Leupold widerstrebend zur Antwort.
Es war inzwischen ganz dunkel geworden. Am wolkenlosen Hammel erstrahlten die Sterne.
Bertram sagte plötzlich:
„Du mußt mich jetzt entschuldigen, Jörg, ich werde dort drüben erwartet."
In ihrer Rähe stand regungslos eine weibliche Gestalt. Sie trug einen hellgrauen Mantel und eine weihe Mühe.
„Diel Bergnügen!" sprach Leupold und ging heimwärts.
Dertram eilte auf Lotte Jason zu.
„Wie lieb von jhnen, daß Sie gekommen sind, Fräulein Lotte!"
„Ich hatte es doch versprochen!"
„Sind Sie zu Hause gut weggekommen?"
Lotte lachte übermütig auf.
„Einige Mühe hat es gekostet! Mama wollte, als sich gegen Abend meine Kopfschmerzen einstellten, unbedingt vom Konzert wegbleiben; ich redete ihr aber so lange zu, bis sie und Papa schließlich doch ins Kurhaus gingen. Offiziell liege ich also jetzt im Hotel mit schweren Kopfschmerzen zu Dett!"
„Lind inoffiziell gehen Sie gesund und munter mit mir spazieren!" erwiderte Dertram und preßte in überschwänglicher Freude Lottes Hand.
Seit Tagen trafen sie sich in aller Heimlichkeit, so oft sich eine Gelegenheit dazu bot. Lotte jason entwickelte ein erstaunliches Talent, für Minuten oder eine halbe Stunde sich den beobachtenden Dlicken ihrer Mutter zu entziehen. Mit immer stärkerer Gewalt zog es sie zu Paul Dertram.
Ein unbegreifliches Wunder dünkten sie diese Sommertage zu sein, in denen sie das Glück der Liebe Aum ersten Male erfuhr. Sie lebte nur noch in Gedanken an Paul Dertram; unablässig umkreiste ihn ihre Sehnsucht.
Run wanderten sie langsam, berauscht von ihrem Deisammensein, durch die träumende Rächt.
„Llnsagbar habe ich mich auf diese Stunde gefreut!" sagte Dertram.
„Der Rachmittag war so lange; ich konnte kaum erwarten, bis es Abend wurde", antwortete Lotte Jason leise.
jhre Stimmen klangen seltsam schwer, wie angefüllt von der Flut der Empfindungen, die fie beide durchrauschten. Run schwiegen sie; aber dieses Schweigen war für sie lauter als tönende Worte.
auf dem Trieb stattfanden. Die Differenz beträgt lediglich zwei Sekunden. (jugend06 Betzdorf gewann in Klasse ll bekanntlich die 3X1000 Meter in 8:48,2 Minuten.)
Ein weiteres großes Rennen lieferte Daumstieger über 1500 Meter. Unter 17 Bewerbern wurde er erster Sieger in der Feit'von 4:27. Beide Leistungen dürfen um so höher gewertet werden, als auch in Darmstadt die Aschenbahn durch den Regen nicht in der besten Verfassung war und die Läufer außerdem noch gegen Regen und Wind zu kämpfen hatten.
Felsing trat zum Dreikampf an und vermochte sich einen ehrenvollen vierten Platz zu erringen. Seine Leistungen (10 Meter in 12,0 Sek., Weitsprung 5,87 Meter und Kugelstoßen 12,59 Meter) dürfen als sehr gut bezeichnet werden.
Von den jugendlichen Leichtathleten, die der V f B. nach Darmstadt entsandte, vermochte lediglich Luh mit einer hervorragenden Leistung aufzuwarten. jrn Kugelstoßen belegte er hinter Waitzer („jahn", München) den zweiten Platz. Luh erreichte die für die jugendklasse A außerordentliche Leistung von 14,71 Meter, die von dem Sieger dieser Konkurrenz mit nur 12 Zentimeter überboten wurde. Luh übertraf damit seine sämtlichen bisherigen Leistungen um ein Wesentliches. Er stieß die Kugel in jedem der drei Würfe über 14 Meter. Dritter wurde Frank (Würzburg) mit 14,10 Meter.
Großer Auiopreis von Deutschland.
(Earraciola siegt vor Chiron.
Trotz der ungünstigen Witterung hatten sich am Sonntag Tausende von Fuschauern an der idealen
„Lotte!" sagte Bertram in die Stille hinein.
Lotte jasvn blieb stehen. Die wandte ihr Gesicht Bertram zu.
Er sah das beseligte Lächeln ihrer Füge, bas Strahlende ihrer Augen, das alles Dunkel ringsum zu erhellen schien, jn einer Erschütterung, die er bis dahin nicht an sich erlebt hatte, fühlte er die starke, reiche Liebe, die Lotte jasvn ihm entgegenbrachte.
„Lotte!" sprach er nochmals verlangend.
Da legte sie die Arme um seinen Hals; ihre Lippen kamen den seinen entgegen, jhr war, als bringe sie in diesem Augenblick ihr ganzes Sein dem Manne, den sie liebte, dar.
„jch habe dich unsagbar lieb!" sprach Bertram innig und preßte sie an sich.
3n ihren Worten war eine kaum verhüllte Glut:
„Dom ersten Tag ab, an dem ich dich sah, liebe ich dich! Du hast mich kaum gekannt, achtlos bist du an mir vorbeigegangen; aber immer habe ich an dich gedacht! jch habe mich manchmal selbst nicht mehr begriffen; heute weih ich, warum ich von dir nicht mehr lvskarn!"
Das Glück frohlockte in ihnen. Sie achteten nicht der Feit, die verstrich.
Wie erwachend schreckte Lotte jasvn plötzlich zusammen.
„jetzt muh ich nach Hause, sonst sind die Eltern noch vor mir zurück!"
jmmer wieder blieben sie unterwegs stehen und küßten sich; dann hasteten sie, um die dadurch verlorene Feit einzuhvlen, in größter Eile vorwärts.
Die starke Ergriffenheit, die sie vorher erfüllt hatte, war einer übermütigen Stimmung gewichen.
„jch bin froh, daß nun die Heimlichtuerei ein Ende hat!" sagte Dertram.
„Wir müssen nach wie vor sehr vorsichtig sein, Paul! Meine Mama darf fürs erste nichts merken!"
„Das wird sich kaum vermeiden lassen; morgen werde ich bei deinen Eltern antreten und sie feierlich um deine kleine Patschhand bitten!"
Lotte machte eine Geste der Abwehr.
„Das wirst du schön bleiben lassen, wenn du nicht Gefahr laufen willst, daß Mama unverzüglich abreist und ihre Tochter mitnimmt!“
-Warum abreisen? Gefalle ich deiner Mutter nicht?"
Lotte lachte.
„Allzuviel Gutes hat sie bis jetzt über dich nicht gerade geäußert ... was ich auch begreife!“
..Willst du gleich schweigen, sonst ...“
Da sie nicht gehorchen wollte, schloß er ihr den Mund mit Küssen.
Rennstrecke des Rürburgringes eingefunden, wo der große Preis von Deutschland für Automobile ausgefahren wurde. Wie zu ermatten war, wurde das Rennen zu einem mörderischen Zweikampf zwischen Mercedes-Benz und Bugatti, jn einem fabelhaften Rennen steuerte Rudolf Carracciola auf Mercedes-Benz die deutschen Farben zu einem begeistert gefeierten Sieg. Von den gemeldeten 47 Wagen hatten sich insgesamt 32 am Start eingesunden.
Verein Rudersport Gießen in Limburg erfolgreich.
Für den Lahn-Achter der Limburger Regatta am Sonntag waren Meldungen abgegeben vom Verein Rudersport Gießen, Ruderverein Bad Ems, Limburger Ruderklub und Ruderklub Hassia Gießen, jn den beiden Vorrennen fertigte in dem ersten Lauf der Verein Rudersport Gießen den Ruderverein Bad Ems mit etwa 3 Längen ab, während oer zweite Lauf vom Limburger Klub gegen Ruderklub „Hassia“ Gießen gewonnen wurde. Das Hauptrennen konnte der Rudersport in der Feit von 6:56,0 gegen den Limburger Klub mit 7:07,0 für sich entscheiden. Die Mannschaft fuhr in folgender Besetzung: Heinrich jmmel, Heinrich Fröhlich, Walter Deck, Heinrich Wagenbach, Hans Steinbach, Heinrich Seipp, Georg Haas, Kurt Münch. Steuer Heinrich Mühlich.
Daten für Dienstag, 21. Juli.
1848: der Philosoph und Asthettker johannes Dvckelt in Lipnik geboren; — 1858: der Mater Corinth in Tapiau geboren.
,.3m Ernst gesprochen, Pau?.', sprach Lotte dann, „Mama hat nun einmal den Plan, mit mit Dr. Kröger zu verheiraten ...“
„Mit diesem alten Knaben?" unterbrach Bertram sie aufgebracht. „Das ist doch eine blödsinnige jdee deiner Mutter, verzeihe den harten Ausdruck!"
„Sprich dich nur ruhig aus, Paul!"
„Warum hast du deiner Mutter nicht llipp und klar gesagt, wie du über diesen Heiratsplan denkst?"
„Weil wir sonst schon längst wieder in Groh- Kaldein sähen! Rur deinetwegen, Paül, nur um in deiner Rähe bleiben zu können, bin ich zum Schein auf die Wünsche meiner Mutter eingegangen. Ein Vergnügen war es nicht, das langweilige Gefasel Krögers Tag für Tag über sich ergehen lassen zu müssen!"
„Armer Kerl!"
„Arm? ..Sie warf sich in seine Arme. „Unermeßlich reich bin ich ja, jetzt, wo ich weiß, daß du mich liebst! Lind das sage ich dir: lange mache ich diese Komödie nicht mehr mit! Eines Tages Platze ich doch mit der Wahrheit heraus! Lind 'wenn Mama dann nicht will, wie ich will, so hrenne ich einfach durch!"
XV.
Aus Eva Willers Verhalten wurde Helbing nicht recht Flug. Fwar konnte er sich über mangelnde Freundlichkeit ihrerseits nicht beklagen, offen zeigte sie ihm, daß er ihr gefiel; dennoch liehen die Stunden ihres Beisammenseins in Helbing immer ein Gefühl deS Llnbefriedigtseins zurück.
Woran lag das?
jn den jähren seines Wirkens in fremden Ländern hatte sich ihm der Blick für fremde Menschen geschärft. Auch über Eva Willer war er bald im Bilde. Sie war eine sehr verwöhnte, etwas eigensinnige junge Dame, die es nicht anders wußte, als daß sie ganz nach ihren Wünschen und Launen leben konnte.
Unauffällig hatte er Eva nach ihrem Daheim, nach üjren Eltern ausgefragt. Es war ihm aufgefallen, dah sie nur sehr zurückhaltend von ihren Eltern sprach. Schämte sie sich der beiden Leute, die, nach ihrer kargen Schilderung, trotz ihrem großen Reichtum einfache, bescheidene Menschen geblieben waren?
Entsprang Evas kapriziöses, mondänes Wesen, das ihm in manchen Augenblicken nicht ganz echt erschien, dem Wunsche, um keinen Preis bürgerlich zu erscheinen?
Solche Fragen beschäftigten Stefan Helbing in wachsendem Maße. Manchmal verglich er. War Hanna nicht der wertvollere Mensch von beiden? Warum verblaßte deren Bild immer
günstige Wendung genommen. Man hofft, bte* Verhandlungen noch im Laufe des heutigen Tages zum Abschluß zu bringen, so daß begründete Aussicht besteht, daß die Dank bereits morgen wieder in Betrieb sein wird.
* Bankgeschäft Weiller Söhne, Frankfurt a. M., in Zahlungsschwierigkeiten. Das Bankgeschäft jakob jsaac Wei Her Söhne in Frankfurt a. M. ist durch die allgemeinen Verhältnisse in Zahlungsschwierigkeiten geraten und sieht sich genötigt, die Schalter ju schließen. Die Deutsche Treuhand-Aktiengesellschaft für Warenverkehr, die zur Zeit damit beschäftigt ist, den Status aufzustellen, hat die treuhänderische Beobachtung der Firma übernommen.
Frankfurter Eiermarkt.
Frankfurt a. M., 18. 3uli. jn den letzten Tagen war infolge der Geldmarktsituation ein Rachlassen der Kaufkraft zu beobachten. Die Händ- kEE’aben ben Beschluß gefaßt, vorläufig für die nächsten Tage nur Ware gegen Barzahlung in deutschem Gelde vom Auslande zu kaufen. Der Verkauf von Eiern ist gegenüber dem Vorjahre um runb 50 Prozent zurückgeblieben. Es notierten in Pfennig per Stück ab loco Frankfurt a. M.: bulgarische 8,5; jugoslawische 8,5; rumänische 8; russische 8 bis 7,5; holländische 8,25 bis 10" bä- nffche 8,5 bis 10; belgische 9,5 bis 10; bayerische 8 bis 8,5; deutsche Frischeier 8,25 bis 10 5; in- und ausländische Mittel- und Schumheier 6 25 bis 6,75.
Erweitertes (Schöffengericht Gießen.
* Gießen, 15: Juli. Ein Sekretär einer hessi. scheu Finanzkasse war zunächst beschuldigt, letztere dadurch geschädigt zu haben, daß er ihr ungedeckte Schecks auf die Beamtenbank zur Einlösung präsentierte und die Beträge, auf welche die Schecks lauteten, in Empfang nahm. Außerdem hatte er als Beamter der Kasse mehrere der Schecks, die er im amtlichen Gewahrsam hatte, vernichtet und andere gefälscht. Der Angeklagte war im wesentlichen geständig. Da die Vernichtung und Verfälschung der Schecks in der Absicht' geschah, sich einen Vermögensoorteil zu verschaffen, mußte, da das Gesetz in diesem Falle mildernde Umstände ausschließt, Zuchthausstrafe eintreten. Das Gericht erkannte demgemäß auf die Minimalstrafe von einem Jahr Zuchthaus und außerdem wegen Betrugs gegenüber feiner Finanzkasse auf eine Geldstrafe von 150 Mark; die Umwandlung der Zuchthaus- in Gefängnisstrafe wird befürwortet.
Wegen Untreue und Urkundenfälschung wurde ein kaufmännischer Angestellter zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach seinem umfassenden Geständnis hat er etwa 600 Mark nach und nach für seine Firma eingenommene Beträge für sich behalten und die hierauf bezüglichen Urkunden, z. B. Quittungen, gefälscht; außerdem hat er sich in zwei Fällen der einfachen Unterschlagung schuldig gemacht. Mit Rücksicht auf sein Geständnis und darauf, daß er wegen Eigentumsvergehens noch nicht vorbestraft war, bewilligt ihm das Gericht eine Bewährungsfrist von 5 Jahren unter der Bedingung, • daß er den Schaden in Monatsraten von je 25 Mk. ersetzt.
Zwei junge Leute, ein Bergmann und ein Heizer, waren des vollendeten Raubs in zwei Fällen angeflagt. Sie haben in der Nacht auf öffentlicher Landstraße zweimal des Wegs kommende Passanten überfallen und ihnen unter Drohungen, sowie Stockschlägen und Vorhalten eines Dolches verschiedene Gegenstände, wie Zigaretten, sowie Geld abgenommen. Die eingehende Verhandlung ergab nur bezüglich des einen Angeklagten, des Bergmanns, die Schuld. Dieser wurde wegen schweren Raubs, da dieser auf einer öffentlichen Straße und mit einer Waffe geschah, unter Annahme mildernder Umstände zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt. Der andere Angeklagte wurde freigesprochen.
mehr in ihm, und jenes Eva Willers gewann täglich an leuchtender, bannender Kraft?
Vielleicht war Eva doch im Grunde ein wertvoller Mensch! Vielleicht tojjr&e, wenn sie in die richtigen Hände geriet, eines Tages das Oberflächliche, Tändelnde von ihr abfallen ...
, Abwarten! dachte Stefan Helbing und freute sich trotz allem auf den Rachmittag, an dem er mit Eva wieder einen Spaziergang zu machen gedachte.---
Sie saßen auf der Alten Schanze; anmutige Bilder boten sich ringsum den Dlicken dar.
„Erzählen Sie mir von jhrer Tätigkeit in Südamerika!" bat Eva Willer.
Lleberrascht sah Helbing sie an. Ganz unvermittelt war dieser Wunsch laut geworden. Zweifel meldete sich bei ihm, ob Evas Ditte wirklichem jnteresfe entspringe oder nur eine ihrer Launen sei.
„Wollen Sie nicht?" fragte sie pikiert, da er zauderte.
„Wenn Sie sich für meine Erlebnisse interessieren, gerne!“
Helbing nahmen, während er berichtete, seine Erinnerungen mehr und mehr gefangen; die in Brasilien verbrachten jahre wurden wieder lebendig, Schönes und Schweres erstand in packenden, fort reih enden Worten.
Gespannt hörte Gvg Willer zu. Starke, männliche Kraft wehte ihr aus Helbings Worten entgegen; Bewunderung für diesen energischen, ziel- bewußten Mann, der so ganz anders als ihre bisherigen Männerideale war, regte sich wider Willen in ihr.
„Sie sind um das viele Interessante, das Sie erlebten, zu beneiden", sagte Eva, als Helbing seine Schilderung beendet hatte.
„jch weih nicht, ob Beneiden das rechte Wort dafür ist; mancher würde sich für die Strapazen, die wir drüben durchmachten, bebauten!“
Sie sah ihm mit kurzem, fragendem Blick in das gebräunte Gesicht.
„Warum suchen Sie die Strapazen? Warum wollen Sie, kaum dah Sie sich in der Heimat wieder eingelebt haben, abermals fort?“
Er lachte.
„Das fragen mich viele! jch könnte mich auf Abenteurerblut hinausreden, das gäbe mir sogar eine romantische Gloriole; es würde aber ganz und gar nicht stimmen, ich bin nämlich alles andere als ein Abenteurer! Was ich brauche, ist ein großes, freies Arbeitsfeld, nicht die Enge, die Begrenztheit, in der man sich hier auf Schritt und Tritt befindet, jch muß mich in meiner Olt* beit aus leb en können, muh freier Herr in meiner Arbeit sein; das war in Brasilien der Fall, ich hoffe, es auch in Ostafrika zu finden!“
(Fortsetzung folgt.)
Wirtschafi.
Zuschläge für Steuerrülksiände.
Berlin, 20.3ulL (TU.) Amtlich wird mit- geteilt: 3n den letzten zwei Wochen sind die Steuereingängeaußerordentlichstark zurückgegangen. Das ist eih unerträglicher Zustand, der den ganzen Verwaltungsapparat auf die Dauer lahmlegen würde. Deshalb ist pünktliche Steuerzahlung dringend erforderlich. Um dieses Ziel zu erreichen und den ordnungsmäßigen Eingang der Steuern des Reichs, der Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände zu gewährleisten, ist am Montag eine Verordnung über Zuschläge für Steuerrückstände erlassen worden. Diese Verordnung enthält im wesentlichen die gleichen Bestimmungen, wie sie im Dezember 1923 die zweite Steuernotverordnung getroffen halte. Die wichtigste der Bestimmungen lautet dahin, dah für rückständige Beträge an Einkommensteuer, Körperschaftssteuer, Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, Umsatzsteuer, Grundsteuer, Gewerbesteuer oder Hauszinssteuer für die Zeit vom 1. August 1931 ab Verzugszuschläge In höhe von 5 v. h. halbmonatlich erhoben werden. Eine Erhebung von Verzugszuschlägen findet jedoch insoweit nicht statt, als die Steuerbehörde für die rückständige Steuern Stundung bewilligt hat. G e - ffunbete Steuern sind, sofern nicht zinslose Stundung bewilligt ist, mit jährlich 5 bis 12 v. h. (je nach der besonderen Lage des einzelnen Falles) zu verzinsen. Für die sogenannten Aufschubzinsen (insbesondere bei Zöllen) beträgt der Zinssatz in Zukunft 10 v. h. jährlich. Doch bleibt es für Beträge, die vor der Verkündung der neuen Verordnung aufgeschoben worden sind, bei dem bisherigen Zinsfuh. Bei denjenigen Steuern, bei denen nicht die neuen Vorschriften über Verzugszuschläge Platz greisen (z. B. bei den Verbrauchssteuern) wer
den bei nicht rechtzeitiger (unbefugterweise unterlassener) Zahlung Verzugszinsen erhoben, die für die Zeit vom 1. August 1931 ab zwei v. h. monatlich betragen.
Ruhiger Verkehr bei Banken und Sparkassen.
Rach den in Berlin vorliegenden Rachrichten hat sich gestern bei den Groh- und Privatbanken in der Provinz der Verkehr ruhig und glatt abgewickelt. Ein Andrang an den Kassen ist nirgends erfolgt, und die jnanspruch- nahme der Banken kann auch nach der weiteren, gestern eingetretenen Auflockerung des Zahlungsverkehrs als normal angesehen werden. Bei den Sparkassen, die bekanntlich in der Zeit vom 20. bis 23. juli bis zu 20 Mark auszahlen dürfen, ist die Lage ebenfalls recht ruhig.
e
* Die Bücher bei Rordwvlle beschlagnahmt. Von der justizpressestelle in Bremen wird mitgeteilt: Das ganze Buchungsmaterial der Rordwvlle nebst Unterlagen wird beschlagnahmt und der Deutschen Treuhand-A.°G. zur Verfügung gestellt, die es ihrerseits, soweit es zur Fortführung der Rordwolle erforderlich, der Rordwolle aushändigt.
* Vorübergehender Scha lterschluh bei der Schröder-Dank in Bremen. WTD.-Handelsdienst meldet: Die Dank j. F. Schröder. Kommanditgesellschaft auf Aktien, Bremen, teilt uns mit: „Die allgemein bekannte schwere Wirtschaftskrise, die sich in jüngster Zeit besonders verschärft hat, hat sich auf unser Unternehmen so ausgewirkt, dah wir und gezwungen sehen, unsere Kassen für diese W-vche zu schließen. Wir sind in ernste Verhandlungen mit bremischen und auswärtigen Wirtschaftskreifen zur Durchführung einer Stützungsaktion eingetreten.“ Rach einer Meldung von heute früh haben die Stützungsverhandlungen für die Schrvder-Dank eine


