Zeitungsschau.
Die Jt ö t n i f d) e 3 e i t u n g“ l»rcibt in ihrer legten Umschau über d e notwendigen innerpvlitt- schen Folgerungen au- der letzten Ärdi« u. a:
Jetzt beginnt für un- erst d i e eigentliche Liquidation des Kriege«. Wir haben un« in den vergangenen zehn Jahren einer groben Illusion hingegeben Wir hatten den Krieg verloren und glaubten doch, un« eine allgemein gesteigerte Lebenshaltung, gröbere Ausgaben und Aufwendungen leisten zu können als vor dem Krieg. Dieser Täuschung haben sich sowohl die einze.nen hingegeben. wie auch das össentliche Leben von ihr beherrscht wurde. Gewisse Schein» erlolae. die aber aus dem Zufluft fremder Mittel beruhten, haben den Glauben an den Erfolg durch die Organisation des Massenhaften gesteigert und des Tertrouen in die Selbsthilfe der einzelnen verantwortung-bewußt handelnden Pcrlönlichkett erdrückt Dieser Glaube an die Organisation des Massenhaften hat ge- führt: Unten, bet den Schichten der Arbeitnehmer, zu einer Leistung«Verwischung durch gleichmäßige Grsolgsbedingungcn. die sowohl über ' tigen wie den Untüchtigen unterschiedslos verhängt wurden, zu einem staatlichen Versorgungsfi) st em. dessen Ideal war. den Menschen von der Wiege bis zum Begräbnis in Versicherungsmahnahmen einzugliedern. Gewiß war in diesem System auch eine berechtigte Sorge für den Schwachen und Hilflosen, aber es lähmte darüber hinaus den vorwärtsstrebenden Willen des Tüchtigen und schwächte den Willen zur Verantwortung Da» ist sein schwerer Fehler. Oben, un m und bei den leiten
den Stellen, führte dieser Glaube an die Organisation des Massenhaften zu den Tiefen» gebildcn der Truste.Konzerne.Ver» bände, der umfassenden Organisationen, sowohl des Kapitols wie der Masse, die ihre Macht durch repräsentative Gebäude kundgaben. Wir sehen sie mit Staunen aufsteigen. Gin ausgeklügeltes Hetz von Bindungen, private wie st :} diese Gebilde Veglcmen-
TeglemenMenmgen oben Din- dungslysteme der Preise, der Verkaufsbedingungen, der Erzeugung. Bindungssysteme der Löhne, der Arbeitsbedingungen, der Arbeitsannahme unb
I IMIN UN gen. die alle überwiegend keinen Schutzcharnkier mehr tragen, sondern die reine Machrausslüsse waren. Sin enthüllendes Schlaglicht auf dieses System wirft die Antwort, die ein deutscher Wirtschaft-Vertreter einmal einem Franzosen gegeben Hai Dieser äus seine Beängstigung über die atembeklemmende Konstruktion der deutschen Vachkriegswirtschaft, ör fragte den Deutschen: ..Sie haben ein riesiges und imponierendes Gebäude in Ihren großen Werken und Verbänden geschassen. Aber was soll geschehen, wenn ^bre Generation, die der Führer und Schöpfer, einmal ausstirbt und wenn Ihre Sohne der Leitung nicht gewachsen sind? Sie dann nicht-einen Zusammen
bruch?" Daraus antwortete der deutsche Wirtschaftler. „Untere Organisation ist so vorzüglich, daß in- dann von seiber läuft" Diese ileberschatzung der Organisation und diese Unterschätzung der menschlichen Führung-notwendig- feiten enthüllt in einem Wort den fundamentalen Irrtum eine- System-, do- heute zusam- menzubrechen droht.
Es ist nicht so. als ob dieser Wirtschaftler den typischen Q-ebanfengong unterer Wirllchast-- schaftsführer wieder gegeben hätte. Gerade den Besten unter ihnen hat die Frage deS Vach- wuchfes. die befchnittenen Ausstiegsmöglichkeiten, die Vernichtung der vielen kleinen und mittleren selbständigen Sristenzen. die den Zufainmenschlüs- sen zum Opser sielen, schlaslole Vächte vereitel. Aber sie haben den übermäßigen Tendenzen einer Staats- und Wirtschaftspolitik nicht widerstehen können, die eirtmal durch verkehrte Lohnbindungen eine weitgehende Mechanisierung auch dort erzwang, wo menschliche Arbeitskraft unnötig brachgelegt wurde, die zum andern durch ein verwickeltes und erdrückendes Steuersystem, durch ein überbautes Verwaltung-Wesen die kleinen und mittleren selbständigen Existenzen vernichtet und sie Aum Zusammenschluß entweder in Konzernen und Trusts oben oder in Massen-
Vom Wesen der Liebe.
Don Paula Messer-Platz f.
(AuS einer nachgelassenen Schrift.)
Genie de- Herzens ist die Gabe, die Welt vom Nebeneinander, von ihren Grenzen zu erlösen, so daß das Ich zum All wird, und daS All zum Ich. Ihm erscheint die« al- da- einzig wirkliche und wichtige Geschehen in der Welt, ja, ihm kommt dies in manchen tiefsten Augenblicken vor al- die einzige Ursache der Welt. Solche Menschen vermögen eS. ganz ichlos und doch ganz ich» durchslutet zu sein, in der höchsten Steigerung ihre» Ich ihr Jchsein zu verneinen. Mehr noch: verneinen ist immer doch ein Wissen um das Ich, wenn auch ein auSstreichendes. Solche Menschen aber besitzen, al« besäßen sie nicht. Wenn sie einen Stein betrachten, so betrachten sie wie ein Stein betrachten würde: wenn sie einen Vogel fingen hören, so hören sie zu wie alle ankteren Vögel, und wenn sie aus eine« Menschen Stirne lesen, so versetzen sie sich nicht in den Anderen, sondern sie sind der Andere. Sie sind alle« und nichts. Sie sind der Mensch au« dem Parodie« und au« dem Märchen, der die Stimme der Tiere versteht und die Sprache der Pflanzen, und für den es nicht« gibt am Menschen, da« ihm nicht von dessen Geheimnissen und Tiefen berichten würde. Kinder und Genies haben immer wieder etwas von solchem Umstoßen aller Fremdheit. oller Grenzen, von solcher Allverbundenheit und Einheit. Sie wundern sich über nichts, aber alle« ist ihnen wunderbar und irgendwie anziehend und geschwisterlich.
Ander« der vom ersten Tag an alte und ich- behastete Mensch, der Philister, er wundert sich über nicht«, doch er hält sich über alle« auf. und alles hält ihn auf; selbst da« Leben bringt ihn nicht weiter als bi« zum Sterben. Dem Genie der Liebe dagegen ist Sterben nur ein Versuch, dennoch das zu finden, wa« c« lebend nicht finden konnte: den obersten Liebeswert.
Liebe al« solche Allverbundenheit. Liebe al« soziale« Gefühl, al« seelisch-geistiges Erleben, kann überall wirksam sein: sei e« al« große», liebendes Umfassen aller Geschöpfe, ja aller Dinge der Welt, al« jener amor univerealis,
Organisationen unten drängte. Die Vichtung des ganzen Systems hat diele Entwicklung erzwungen. S.e sindet ihren deutlichsten Ausdruck in der Ucberorganifation der Wirtschaft und in dem Ueberbau der Verwaltung, insbesondere der kom- muna'.en.
Zwischen den Mühlsteinen .Oben** und .Unten" ist der Mittelstand systematisch zerrieben worden Den alten hatte die Inflation geschluckt. Die größeren Betriebe konnten sich damals verteidigen, der Arbeiter sand einigermaßen Schutz im Zusammenschluß der Massenorganisation; der aus sich selbst gestellte Heine und mittlere Selbständige kam unter die Näder Vach diesem Untergang suchte sich ein neuer Mittelstand zu bilden Wo er hochkommen wollte, bekam er Keulenschläge auf den Kopf. Der aufstrebende Angestellte versank in der Mecham- fierung der Betriebe Die Arbeiterverficherun- gen suchten ihn in ihren Bereich hineinzuziehen. wo er gegen erhöhten Beitrag geringere Leistungen erhält Zuletzt wurde ihm bei der Krisen- steuer eine drückende Sonderlast aufgebürbet. Der kleine und mittlere Selbständige erstickte im Gteuerwirrwarr oder In den Vetzen der Arbeit«- binbung. Wie ander« sähe die heutige Krise aus. wenn mir einen Mittelstand im alten Sinne hätten. der einen großen Teil ihrer Auswirkung auffangen könnte, wie in Frankreich, Dänemark oder den nordischen Staaten! Heute hoben wir do« Ergebnis seiner Vernichtung. Die großen Wirtschost-gebilde sind zu wenig krifenan- passungSsöhig irotz Subventionen. Der Bankenführer. der der treibende Geist dieser Zusammenschlüsse war. der in weit über hundert Aussicht«- räten der durch seine Initiative geschaffenen und geförderten Niesengebilde saß, ist zufommenge- brochen. Au« den Trümmern diese- Zusammen- bruch» heißt e« jetzt, alle Kräfte zusammenreißen, um die Folgen zu bändigen. Dte Rieseneinrich- tungen des Versorgungsstaate« wanken, weil ihnen der Boden unter den Füßen wegsackt E« wird ungeheure Anstrengung kosten, um sie so weit zu erhalten, daß wenigsten- den Dedürstigsten Hilfe gewährt werden kann.
Für die nächsten Jahre werden wir bestimmt auf viele« Verzicht leisten müssen, was un« bisher al« wertvolle Errungenschast erschien. Die
neue und verteuerte Schuldenlast wird eine ZwangsauSfudr bedingen, bi« wir einmal wieder durch eigene Kapitalbildung un« Boden unter den Füßen geschaffen hoben. Daß unter einem solchen Zwang die starre Lohn- und Preispolitik der letzten Vergangenheit endgültig ein Lindina geworden ist. muß nun auch ihren hartnäckigsten Verteidigern klar werden. So bitter es ist, es wird in Zukunft heißen Absatz um jeden Prei«. Arbeit um jeden Preis. So imposant der Aufbau de» sozialen VersoraungSgebäude« von außen erscheint, es hat heute do» wirtschastliche Fundament ve Horen. Wir müssen froh sein, wenn wir es in feinem Grundriß erhalten können, um den Bedürftigsten über die schlimme Zeit binmegAubelfen Da» Flickwerk, da» die letzte große Votverordnung hier im einzelnen versuchte. wird durch die gründliche organische Re- form ersetzt werden müssen. Die Mittel sind äußerst knapp geworden, wo« noch ausgebracht werden kann, verlangt eine sorgfältigere Verteilung Dasselbe gilt für die anderen Gebiete untere» öffentlichen und privaten Leben«. Die Ansätze. we.che die Verwaltungsinflation in-befondere bei den Gemeinden bekämpfen wollten. müffen jetzt zu wirklichen Reform- m a ß n a h m e ii au«gebaut werden Können wir uns die kostspieligen Kuriositäten untere» Neich«ausbau» jetzt noch leisten? Hier muß eine zwar behutsame, aber trotzdem feite Hand gründlich und schnell Aenderung schassen. Können wir bei aller Notwendigkeit, unsere Landwirtschaft zu erhalten, die Agrarsubventionen der bis- betigen Getreidepolitik weiter aufbringen? Sie verteuern dem Arbeiter da» Brot und erhöhen damit den Preis de» industriellen Erzeugnisse«. Sind hier nicht bessere Wege möglich? Wo man hinsiebt, stehen diese Fragen auf. die nun unter dem würgenden Griff der Vot kein Ausweichen mehr erlauben, lieber der neuen Wirtschaftspolitik wird stehen müssen: We g s a l l a l l e r kü n st- lichen Stützen und staatlichen Beeinslullung. wenn eS sich nicht um den unentbehrlichen Schutz der nackten Eristenz handelt, Förderung und freie Bahn allen, die in jelbstverantwoetlichem Ringen sich eine eigene teste Grundlage ihres Leben« und Wirtschaften« schaffen wollen.
der in seiner DollverwirNichung einen Franziskus zum Heiligen werden ließ, und der in seiner Teilverwirllichung durch den alltäglichen, begrenzten Menschen dessen Güte, dessen Sinn für Brüderlichkeit ausmacht Ober sei c«. daß Liebe eine Fülle deS Seelisch-Geistigen enthält al« hingehende« Umfallen eine» einzelnen Menschen Wo sie all jene Gefühle von Aufschwung. CebenöbereidKrung und tiefem Aus- gewühltsein auSlöst. all jene Erlebnisse de» erhöhten Können« und Leisten«, be« schöpserischen Vermögen« und der Steigerung der ganzen Persönlichkeit; alle jene heroischen jttäfte der Hingabe, be« Opfermutes unb bet Jchvergessen- heit. die gerabequ in ber LiebeSfähigkeit be« Menschen wurzeln. ES gibt fein größere« Un- ?ilüd für einen Menschen, al« nicht lieben zu önnen. Erst Liebe, sei e« zu einer Dache ober zu einem Menschen, zu einer Aufgabe, zu einem Beruf ober zu irgend etwas, erst Liebe macht aus dem palliv Dahinlebenden einen aktiven Schöpferischen, erst Liebe macht au« dem Geschöpf einen Menschen Ja. die Behauptung darf gewagt werden wer irgend etwa» wahrhaft, mit allen seinen Kräften liebt, der steht immer über bem Durchschnitt, weil er am Anfang ber großen Jch-Lo«gelöstheit steht ...
97 Tonnen — unsere Lebensration an Speis und Trank.
Wieviel ißt unb trinkt der Mensch während eine« 70 Jahre währenden Leben«? Die ungeheuren Mengen, die bei einer derartigen Schätzung heran«kommen, werden in einer englischen Zeitschrist berechnet. Danach vertilgt schätzung-weite ein gesunder Mann während dieser Lebenszeit 14 Tonnen an Brot und anderen Vahrungsmit- teln. die au« Getreide hergestellt sind. Dieser Berechnung wird die Erfahrungstatsache zugrundegelegt. baß die durchschnittliche Brotmenge, die wir un« täglich einverleiben, etwa l1/? Pfund beträgt. Dabei muß man zugleich in Anrechnung bringen, daß während be« ersten und der letzten 10 Lebensjahre der Brotverbrauch geringer ist Würde diese« ..Lebensbrot" in einem einzigen Laib gebacken werden tömten, so würbe dieses Riesen
OJL-'fpoit
Das 58. Sauimnsest der ßefienlurner in Mrbmg.
Würdige Gestaltung und eindrucksvoller Verlauf in ernster Zeit.
Sonberbericht be« „Gießener Anzeiger-".
Die alte Hesfenstadt Marburg, die schon be« öfteren bie Hellenturner in ihren Mauern ausgenommen hat. hotte da- 58. Gauturnsest durchaus ähren übernommen. In dieser trüben Zeit sollte und wollte diese Deranstaltung kein rauschende- Fest sein, sondern eine ernste Feier im Geiste Jahn«. Ohne den üblichen .Festbetrieb" nahm da- Gauturnen seinen Verlaus, und Marburg- Turnerfchast hat mit der Art der Gestaltung einen neuen Weg gezeigt, wie man deutsche Turnfeste durchführen soll.
Schon die E r ö f s n u n g - s e i e r am Samstagabend auf bem Markte lieft verspüren, baß bie D. T. mehr ist, al« nur ein Verband für Leibesübungen. In den Anfprachen, die Studien- rat Dr Stier, der Vorsitzende ber Marburger Turnerschaft, unb der Gauvertreter, Fabrikant A. Pfeiffer (Wetzlar) an eine noch Tausenden zählende Festgemeinde richteten, wurde da« in wertvollen Gedanken gesagt. Bürgermeister Voß dankte der Turnerschuft dafür, daß sie seit Jahn den Gedanken an Freiheit und Einheit des Vaterlandes weitergetragen habe bl« in unsere Zeit. Feierlich brausten die ernsten Thöre ber Marburger Sängerschaft über den weiten Platz. Mit bem Deutschlandlied gab bie Festgemeinde bem Vaterland da« Gelöbnis der Treue
Im Dchloßparktheater konnte man dann einen ersten Einblick in die turnerische Arbeit gewinnen. Die Gaubesten bewarben sich an den verschiede
nen Geräten um den schlichten Titel eine« Dou- mclfter« Darbietungen au« neuzeitlichem 33er- ein«turnen, vom T.- u. Spv. Marburg und vom Ak. Tbd. Marburg au-gesührt, ergänzten da« Programm be« Abend«.
Mit einer schlichten Morgenfeier im Stadion fand die Arbeit des Sonntag- ihre Einleitung. Sinnvoll fprach der Geistliche, ein alter Turnerfchafter, über da« tiefere Wesen wahren Turner tum«, bevor die Wetturner sich riegenweise ihren Kampsrichtern stellten und sich im Mehrkampse um den schlichten Gichenkranz bewarben. Frische« turnerisd-es Leben und (Streben erfüllte bald den Festplatz Dte Turner hatten einen Zwölfkampf au« volkstümlichen Hebungen und Geräteübungen zu bestehen. Mit bewundernswerter Ruhe leitete ber Führer des Hesfenturner, Gauoberturnwort Will (Gießen), die Kampfhandlungen, unterstützt vom TumauSschuß und von mehr als 100 Kampfrichtern. Bi« zum Mittag war da« Sinzelwettumen bei bestem Wetter programmäßig durchgeführt.
Auch am Vachmiltag half der Wettergott zunächst dazu, daß sich der Werbe umzug der Turnergäste durch dte Stadt, der Stafsellaus der Bezirk«- und da« Turnen der etwa 40 Derein«- riegen eindrucksvoll in den Sinn de« Festverlaufeinfügen konnten. Vur die Diegerehrung fand eine Störung durch bie Witterung Al« bie 500 Turner zu den allgemeinen Freiübungen ausmarschiert
brat einen Raum von 1200 Kublksuß einnehmen. Die Gemüsemengen. die man während eine« ganzen Leben« verspeist, übertreffen an Größe die wildesten Träume eine« Vegetarier«. DaS kann man sich z. B. an unserem Kartoffelverbrauch klar machen. Rechnet man 60 Jahre lang täglich nur ein Pfund Kartoffeln auf den Einzelnen, fo ergibt da« schon zwei Tonnen. An Rüben verspeist man eine Menge, bie, in Gestalt einer einzigem ungeheuren Rübe auSgebrückt. die doppelte Größe eines Esel« haben würde, unb bie Salatblätter würden au-reichen, um einen Teppich über den ganzen Boden eine« Haufe« von 12 Zimmern zu liefern. Die Fleifchratlon ist ebenfalls beträchtlich. Wenn man sich, um eine Vorstellung zu geben, nur auf da« Rindfleisch befchränkt, fo muß man im Auge behalten, daß ein Ochse, der 950 Pfund wiegt, im Durchschnitt 500 Pfund Fleifch und 180 Pfund Knochen aufweist. Gesteht man nun dem Menschen für 60 Jahre täglich ein Pfund Fleisch zu, wobei ber geringere Fleischverbrauch in den ersten unb den letzten Lebensjahren in Anschlag gebracht wird, so müßte man zur Ernährung eine« Menschen einen Phantasieochsen haben, ber 18 Tonnen schwer ist und etwa 15 Fuß in ber Höhe mißt Vach dem Fleisch kommt die Fischration; sie wird in ber englischen Zeitschrist zu 5 Tonnen berechnet, und dazu kommen noch etwa 10 000 Eier, die man Im Lauf eine« Leden« zu sich nimmt. Schwierig ist e«, die Zucker- und Salzration be« Einzelnen abAU- schätzen. Beziffert man diese im Jahr mit 150 Pfund Zucker unb 25 Pfund Salz, so ergibt sich, wieder auf 60 Jahre gerechnet, eine Gesamtmenge von 9000 Pfund Zucker und 1500 Psund Salz. Voch schwieriger gestaltet sich die Schätzung der Flüssigkeiten, die wir In unterer Lebenszeit die Kehle fjinabrinnen lassen. Vimmt man an, daß wir täglich, im Sommer und Winter l*/j Liter trinken, so ergeben sich tn 70 Jahren etwa 37 000 Liter Um diese Flüssigkeit unterzubringen, bedurfte e« eine« Gefäße«, da« mehr al« 250OmaI so groß ist als ein normaler Eimer. Da« Gewicht betrüge etwa 42,75 Tonnen. Betrachtet man unsere Leben-rcttlon an Speise und Trank im ganzen, so ergibt sich allo, daß der Mensch durchschnittlich innerhalb von 70 Jahren an die 54 Tonnen fester und etwa 43 Tonnen flüssiger Vahrung zu sich
waren unb ber Toten gedacht batten, setzte ein Gewitterregen ein, ber zum plötzlichen Abbruch des Festes nötigte Die Arbeit des 5 .,ge» war aber geleistet es war für ben Gau unb feine Leitung, für die beutsche Turnerschaft, ein Tag des Erfolges.
Dir Ergebnisse
Aus ber un« vorllegenben SIeger 1 iste geben wir den nachstehenden Auszug
Mristerschaftskämpse.
Barren: I Sieger (Cöaumeilter) A öfter«- pächer Tgm Marburg. 72 P. 2 Paul Götfch, T -u. Spv Marburg. 71 P 3 Walter Fink. T- u. Spv Marburg. 67 Punkte
Pferd l. Sieger iGaumellter) A Abrens, Tarn Marburg, 70 P 2 A Eoerspächer. Tgm. Viarburg. 64 Punkte
Reck 1. Sieger < Gaumeister) Walter Fnck, T - u Spv. Marburg. 66 Punkte
Körperschule 1 Sieger iGaumeisterl A Efterspächer. Tgm. 'Marburg. 68 P. 2 Paul G öl sch. T - u Spv Marburg. 67 P . 3. W Harb. Tb. 1860 Bad-Vauheim. 65 Punkte.
Die Mehrkämpfe
Oberstufe - Zwölfkampf (27 Teilnehmer. 22 Sieger» 1 i3.>rvnhcg Fritz Welter-Hau-, Tv Großen-Linben, 210 Punkte; 2 »brcnlleg P. Götfch. T-u. Spv. Marburg, 20». 3 Ehrensieg O. Tertor I. T-u Spv Viarburg. 200; I Sieger A. Eber«pächer. Tgm. Marburg. 194. 2 Hch Dechent. Tgm Friedberg, 193. 3 A Best. Tv Wetzlar, H. Lang, T.» u. Spv. Viarburg. 179. 5 Karl Lein- ttwber, Tv Treis a b.Lda.. 177. 7 Karl Würtz. Tv Krofdorf. 175; 8 WIN). Hofmann. Tv. Krofdorf. 173, 9 Karl Keßler, Tv Großen-Linben. 172; 10 Franz Reuschllng. Tv Heuchelheim. 171. 13. Albert Leun, Tv Großen-Linden. 164; 14 Heinr. Schaaf. Tv Trete a d L . 162 Punkte
Oberstufe - Zehnkampf (8 Teilnehmer, 7 Sieger»: I A Ähren«, Tgm Marburg. 172; 2 Walter Fink, T - u Spv Marburg, 168. 3 W. ßiegmann, Tv Alsfeld, 159, 4 Eduard Hetzer. Tv. Krofdorf. 149 Punkte.
M 111 e I st u f e - Zwölfkampf (36 Teilnehmer, 28 Sieger): 1 Karl Seipp. T,v. Großen- Llnden, v. Schwab. T.-u. Spv Butzbach, 206 . 2. L. Müller. T - u. Spv Griedel, 199. 3. Hi) Jung, Tv. Lützellinden, 196. 7. Alb Reeh, Tv. Krofdorf, 188; 9 O. Kern, Tv. 1846 Gießen. Rich. Itelten, Tv. 1893 Leihgestern. 184; 11 Karl Gehringer, Tv. Grünberg. 180; 12 Aug. Knort. Tv. -Dutenhofen, 178; 13. Will) Hofmann, Ttz. Hungen, Ernst Rinn, Tv. Krofdors. 175, 14 Gustav Rumpf. Tv. Gambach. 174. 18 11 Id) Lau», Tb. 1893 Leihgestern. 168, 20 Karl Hahn. Tv. Duteirhofen. G. Zelß, Tv. Gambach 163 Punkte
U n ter ft u f e - Zwölf kamps (216 Teilnehmer, 129 Sieger»; 1. Werner Lannenohl. Ttz H.-u- chelheim. 220. 2 Rich Tröller, Ttz. Lauter. 217; 3 Willi User. Tv. Liß, 212; 8 Vudw Herbert, Tv. 1846 Gießen. Otto Matthles. Tv »rünbera, 208 . 7. Adolf Selb. Ttz Krofdorf. 207. 9. Richard Dreier, Tv Lang-Gön». 205. 11 Kurt Fafter. Tv. Großen-Llnden. Aug Herzberaer, Ttz. Heuchel- iKlm. 202, 15. Fritz Hermann. Tv Lich 198, 17. Henn Link, ATV „Rhelnfranken" Gießen, Karl Reillchmidt, Ttz. Eberstadt, 195. 18 Karl Schöndorf. Tv. 1848 Gießen. 194. 20 Ernst Schäfer, Tv. Bautet, Hch. Rinn, Tv. Heuchelheim 192; 21. Han« Vogt. Ttz. 1846 Gießen, Kurt Dreicher, Tv. Klein-Linden, 191; 25. Mat Hardt, Ttz. 1846 Gle- Hn II ■ . 21 r i'1 '
Lotz. Tv 1846 Gießen. 186 . 27. Hch. Herb-rt Tv 1846 Gießen. R Bender, T - u* Spv Griedel. Ernst Engel. Tv. Grüningen. 185, 28 Erwin Katz Tv. Münzenberg, 184; 30 W Petry. Tv. Vauborn, Gg. Schwan. Mtv. Gießen 182 , 33. Karl Jung, 179 34 Rich Ritz, Mtv Gießen,
36. Alb. Jäger, Tv. Grüningen. Otto Tröller, Tv. Vüuicr, 176; 37 F Agel tb Dutenhofen, 175; 38. Rud Jung, Tv. Klein-Linden, 174, 39. Jak. Singel, Tv. Grüningen. Konr. Schaaf. Tv. Trei« an der Lumda, Hch Seipp, T - u. Spv. Großen-
Hch Muhl, Ttz Dutenhofen. 172, 41. Will) Hofmann, Tv Grüningen 171, 42 Karl Web r, Tv. Heudielhelm. Fr. Brück, Tv. 1846 Gießen. 170, 43. Otto Agel. Ttz Tulenhoten, 169; 44 Fr. Welker, Tv. Tutenhofen, Hch Vlckel. Tv. Drei« a d.
nimmt, im ganzen 97 Tonnen. Da« ist ungefähr da» 1550fache deS durchschnittlichen Körpergewicht«.
Zeitschriften.
— „Die Kun st", Augustheft 1931 (Verlag F. Bruckmann AG München.) (Im Abonnement monatlich 2,35 Mk) Die Maler der Romantik waren e». die der deutschen '
dem ein köstliche« Volksgut schenkten und die dem deutschen Wesen von jeher am nächsten standen So ist mit der Im Münchner Gla«palast vernichteten Rom antiker - Au« st ellung eine Lücke in die deutsd)en Kunst bestände gerissen worden, die um so schmerzlicher ist, da e« sich um die schönsten Hauptwerke der romanlllchen Malerei handelte Vomen wie Ludwig Richter, Moritz von Schwind, Schnorr von Earo!«seld, Eas- par David Friedrich, Joseph Anton Koch, Rott- monn, Rohden, Runge. Eorneliu« Veit. Schadow usw. lassen die ganze Größe de« Verluste« erkennen. Unter den verbrannten Gemälden befinden sich z. B. die wundervollen Wander- und Da- genbilber von Moritz von Schwind be« Knaben Wunderhorn, Ritter Kurt« Brautfahrt ufw., Bilder. die im wahren Sinne de« Worte« Volksgut geworden sind Dieser ganze Reichtum der romantischen Malerei brach in ein Vicht« zusammen. Da» Augusthest ist fast ausschließlich diesen verlorenen Meisterwerken, deren schönste in 31 vorzüglichen Abbildungen, darunter eine farbige, gezeigt werden, gewidmet Im wetteren Inhalt 5e« Hefte» finden wir illustrierte Beiträge über die Einrichtung der neuzeitlichen Wohnung, über kunstgewerbliche Metallarftetten, neue Tapeten, Keramik, Gartenkunst ufw.
Lochschulnackrichten.
— Der Lehrstuhl für spezielle Pathologie und Therapie an der Univerfttät Leipzig ist dem <l d. Professor und Oberarzt der Medizinischen Klinik^ Dr Rudols Schoen, angeboten worden. Der aus Kaiser-lautem gebürtige Internist studierte in Heidelberg, München und Straßburg und war viele Jahre Affistent bei Pros. Mora- witz in Würzburg und Leipzig.


