. u x>ugenO oirgt ernste Gefahren sur Vvt.t und W.rttchaft, und es ist wahrhaftig nicht weich- iiche Sentimentalität, wenn die Jugendpflege jedes annehmbare Mittel benutzt, um gegen diesen Notstand anzukämpfen. ,
Was geschieht nun in der Praxis? Da wer.en Kur>e für die berufliche Schulung, Fortbildung und Umschulung, z. D. in Stenographie. Schreiomaschine. Sprachen von Arbeitsämtern, Angeste ltenvcr anden u. a m. oft in Derbin- düng mit den Berufsschulen eingerichtet. Kostspieliger sind Wer^tättenturse für jugendliche Fachar eiter. Einen Sonderfall stellt die Um« Schulung für d ie Landarbeit dar. 3m Gemeinschaftsleben eines Lagers werden die jungen Leute an Landleben und Landarbeit gewöhnt. W rden sie in Aroeit vermittelt, so bleibt die Umschulungsstelle mit ihnen in peridn- lichcr Verbindung. Solche Versuche werden zur Zeit an verschiedenen Orten Preuhens durch- geführt. D e Ergebnisse sind überwiegend günstig und itof nen mancherlei Zukunftshoffnungen: p.an mäßigen Ersatz der ausländischen Wanderarbeiter, Aussiedlung Überzähliger G r o h st a d t e x i st e n ze n , neue Ko.onisierung des Ostens. Bedenkt man, das; im Jahre 1930 durch die Landes- arl.eitSämter schätzungsweise 15—18 000 Jugendliche aus der Stadl als Arbeitskräfte in die Landwirtschaft vermittelt worden sind, so tann man erme en welche Bedeutung c ne zweckmäßige Dorlchu.ung hierzu ha. en kann.
Bei anderen Bemühungen um die berufliche Schulung der erwerbslosen Jugend ist. i>er ar- beitsmarttpolitische Wert zweifelhafter. So besteht zwar z emlich allgemein die Neigung, erwerbslose Mädchen in Hauswirtschaft und Kinderpflege zu unterweisen, weil das ohne Zweifel für sie leoenswichtig ist. Da aber der Arbeitsmarkt mit stellenlosen Hausgehilfinnen überschwemmt ist, so hat dieser Unterricht im Sinne der Umschulung für einen Arbeitsplatz zur Zeit wenig Wert. Für viele der ungelernten Kräfte ergibt sich angesichts der ungewissen Zukunft unser r Bo sw i; schäft ie schwie ig Frage, zuwe . chenAr e Lern überhaupt man iw schulen soll. Neuerdings hat der Preußische Minister für Handel und Gewerbe angeregt, die Berufsschulpflicht für die erwerbslosen Jugendlichen unter 18 Jahren, soweit sie nicht sonst schon hinlänglich betreut werden, auf 18 bis 2 4 Wochen st unden auszudehnen. Auch hierbei spielt diese Frage eine Nolle. Noch ist nicht bekannt, inwieweit die Kommunen der Aufforderung folgen können. Soweit Berufsschulen vorhanden sind, würde bei Ausdehnung der Berufsschulpflicht wenigstens für drei Jahrgänge der arbeitslosen Jugend die heilsame Verpflichtung bestehen, täglich drei bis vier Stunden lang an einem ordnungsmäßigen Werkstatt- oder Klassenunterricht teilzunehmen.
Neben der beruflichen Schulung laufen Unter- richtskurse allgemein bildenderArt: Arbeitsgemeinschaften unter Leitung erwerbs'oser Lehrkräfte, Lehrgänge, die in Tagesheimen ftatt- fini>cn, oder die jungen Erwerbslosen werden zu sogenannten Freizeiten, d. h. für eine gewisse Anzahl von Wochen zu Volkshochschulkursen m 3nternaten vereinigt. Die jugendlichen Menschen sollen einmal für eine gewisse Zeit aus dem Elend ihrer Arbeitslosigkeit herausgeyoben werden und in einem jugendgemäßen Gemeinschaftsleben neue Widerstandskraft und Klarheit gegenüber den großen Fragen des Lebens gewinnen.
Ganz anderer Art ist jene wiederum künstliche Beschäftigung junger Leute, die je nach der Rechtsform, unter der sie sich vollzieht, als Pflicht-, Fürsorge- oder Notstandsarbeit bezeichnet wird. Dabei wird entweder der Bezug der Unterstützung von einer bestimmten Arbeitsleistung abhängig gemacht, oder es tritt entlohnte Arbeit an die Stelle der Unterstützung. 3n jedem Fall soll die Arbeit „gemeinnützig" sein sie muß außerhalb des Rahmens normaler Arbeit liegen, damit nicht andere Arbeitskräfte geschädigt werden, und sie soll nicht der Derufsfortbildung dienen. Da werden Parkanlagen gesäubert, Sportplätze angelegt, Oedland wird in Gartenland verwandelt, Hilfsdienst in Anstalten der Wohlfahrtspflege geleistet uff.
Auf freiwillige Beteiligung rechnet man selbstverständlich beiSpeisungenfürGrwerbs- lose oder in den Lese- und Aufenthaltsräumen, die öffentliche und private Stellen in den Städten bereithalten, und in frmen oft Kakao und Butterbrote verabfolgt werden. Von den Verbänden und Ortsausschüssen für Jugendpflege usw. werden Turnabende, Wanderungen, gelegentlich wohl Volkstanz- und Laienspiellehrgänge, ja Kinovor- führungen, Museumsbesuche und ähnliche Unternehmungen angeseht. Gewiß ist jede Form der Arbeitse ziehung für die beschäftigungslose Jugend wertvoller. Doch Werkstätten und Fachlehrkräfte stehen nicht überall zur Verfügung. Und besser als gar nichts ist das, was die verfügbaren Hilfskräfte bieten können. Wenn die arbeitslosen Jugendlichen nicht allen Glauben und allen Halt verlieren sollen, so muß ihnen eben irgendwie von Menschen, die für sie da sind, bewiesen werden, daß man sie als wertvolle Mitglieder der menschlichen Gesellschaft anerkennt.
Spielplan Der Frankfurter Theater.
Opernhaus. Sonntag, 22. Februar, 15.30 bis gegen 18 Uhr: Das Land des Lächelns. 19.30 bis 22.30 Uhr: Das Spielzeug Ihrer Majestät. Montag, 23., 19.30 bis 22.30 Uhr: Zar und Zimmermann. Dienstag, 24., 19.30 bis 22.15 Uhr: Fidelio. Mittwoch, 25., 19 bis gegen 22.30 Uhr: Viktoria und ihr Husar. Donnerstag, 26., 19 bis gegen 22.30 Uhr: Tannhäuser. Freitag, 27., 19 bis gegen 22.30 Uhr: Viktoria und ihr Husar. Samstag, 28., 19.30 bis 22.30 Uhr: Das Spielzeug Ihrer Majestät.
Schauspielhaus. Sonntag, 22. Februar, 11 bis 12.30 Uhr: Morgen eier: Goethes Mutter. 16 bis gegen 18 Uhr: Sturm im Wasserglas. 20 bis gegen 23 Uhr: Phaea. Montag, 23., 20 bis gegen 23 Uhr: Phaea. Dienstag, 24., 20 bis nach 22 Uhr: Gelegenheit macht Diebe. Mittwoch, 25., 20 bis gegen 22 Uhr: Clavigo. Donnerstag, 26., 20 bis gegen 22 Uhr: Sturm im Wasserglas. Freitag, 27., 20 bis nach 22.30 Uhr: Viel Lärm um nichts. Samstag, 28., 20 bis gegen 22 Uhr: Elavigo.
Taten für Lonnlag 22 Februar
1"32: George Washington, der Begründer der Unabhängigkeit Nordamerikas, in Westmoreland geboren, — 1788: der Philosoph Arthur Schopenhauer in Danzig geboren; — 1840: der Sozialist August Bebel in Köln a.NH. geboren, — 1857: der Physiker Heinrich Hertz in Hamburg geboren.
Odstbaum-Scvadl ngsvetampsung tut non
Ein Zweckverband in Giehen empfehlenswert
Mit dem herannahenden Früyling beginnt wieder die vermehrte Arbeit im Garten. Leider finden die Produtte des heimischen Gartenbaues, soweit sie auf den Markt kommen, vielfach noch nicht die Beachtung, die sie verdienen. Das aus ländische Obst und Gemüse, das von vielen Haus- frauen gekauft wird, ist dem Aussehen nach manchmal wohl schöner, aber in Wirklichkeit doch nicht besser.
Die Voraussetzung für nutzbringenden Gartenbau ist sorgsame Bekämpfung der Schädlinge. In Gießen liegen die Verhältnisse nach dieser Richtung hin noch nicht vorbildlich. Von einer gemeinsamen und organisierten Schädlingsbekämpfung, um die es sich ja in erster Linie handelt, ist hier nicht viel zu bemerken. Eine Schä>lingsbekämpfung hat aber nur dann Zweck, wenn sie organisiert und überall durchgeführt wird. Als nachahmenswertes Beispiel sollte man sich in dieser Hinsicht manche Dorfgemeinden und ländliche Gartenbau- vereine vor Augen galten, die Spritzen angeschafft haben und damit systematisch ihre Bäume behandeln. Zwar gibt es in Gießen auch einen Obstund Gartenbauverein, der aber eine Schädlingsbekämpfung im notwendigen Ausmaße nicht allein durchfuhren kann, zumal da ihm leider nicht alle Gartenbesitzer angeschlossen sind.
Bei einigem guten Willen dürfte es nicht allzu schwerfallen, die Gießener Gartenbesitzer und die Schrebergärtner zu
einem Zweckverband f ü r Schädlingsbekämpfung zusammen zuschließen. Die Stadtverwaltung müßte ,ia) daran m^hgeolich beteiligen. Unter der Anleitung des Kreis Obsb- bauinspektors unb in Zusammenarbeit mit dem Institut für Schädlingsbekämpfung an unserer Universität müßte sich auch hier eine systematische Schädlingsbekämpfung durchführen lassen. Für die Gartenbesitzer müßte es Ehrensache sein, sich einem solchen Zweckverband anzuschließen, bagiit die Be k ämpfung von Garten zu Garten und von Baum zu Daum systematisch borgenommen werden könnte. Die Unkosten für ein derartiges Verfahren würden unter diesen Umständen sehr gering fein. Die Arbeit könnte sehr gut von Arbeitslosen durchgeführr werden, möglichst von solchen, die einige Erfahrung im Gartenbau haben.
Die Stadtverwaltung und die Land- und Forstwirtschaftliche Deputation würden sich ein Verdienst erwerben, wenn sie die Bildung eines solchen Zweckverbandes für Schädliirgsbekämpfung in die Wege leiten würde. Vielleicht bilden diese Zeilen die Anregung für die Gründung uner solchen Organisation, deren Nutzen und volkswirtschaftliche Bedeutung wohl kaum anzuzweifeln ist. Mit dieser Arbeit sollte möglichst bald begonnen werden, da gerade die kommenden Wochen den geeigneten Zeitpunkt für eine wirksame Schädlingsbekämpfung darsbellen.
Aus öer Provtn^talbuuphlaOi
Gießen, den 21. Februar 1931.
Könnte man es nicht so machen?
Wenn Im Leben die Gegensätze aufeinanber- plotzen, wenn Meinungen und Gegenmeinungen durch die Luft schwirren, fällt manch s harte Wort. Oft ist es gar nicht so schlimm gemeint, aber in der Hitze des Kampfes entschlüpfte es vielleicht unbemerkt und gibt bann Anlaß zu weiteren Streitigkeiten, zu Feindschast. Sollen uns diese Zwisttgkcilen auch fernerhin die Tage vergällen? Das wäre schlimm.
Man darf seinen Zorn, seinen Hatz, nicht noch monatelang pflegen Gewiß hat jeder seine Feinde, seine Gegner. Man kann diesen ober jenen nicht leiden, „er ist uns nicht sympathisch". Ebenso stoßt unser Wesen wieder andere ab. unb so kommt es, daß sie sich uns feindlich gegenüber stellen. Hört man dann aber wirklich einmal die Gründe einer Feindschaft, so ist man sehr erstaunt über die winzige Nichtigkeit — die oft noch aus Mißverständnissen b.ruht —, die den Grund bildet, uns zu bekämpfen. Wir versuchen bann manchmal, den Irrtum aufzuklären, wollen gern wieder den Anschluß finden. Aber das abweisende Gesicht unseres Gegners läßt uns das Wort auf der Zunge ersterben. Es bleibt bei der Feindschaft.
So sind die Menschen. Die Paar Jahre, die wir in Frieden und Eintracht nebeneinander leben könnten, verbittern wir uns gegenseitig. Sollte eine Feindschaft überhaupt jahrelang dauern? Wie oft ist der Grund der damaligen Entzweiung längst vergessen. Wir müf.cn aus die Frage: „Warum können Sie den Herrn T. nicht leiden?" antworten: „Eigentlich weiß ich es selbst nicht. Da war früher einmal eine Auseinandersetzung, da sind wir hart aneinander- gestoßen. Seit dieser Zeit grüßen wir uns nicht mehr." Und so geht man stumm und ohne Gruß aneinander vorbei. Warum?
Wir kennen im geschäftlichen Leben die „Verjährung", im Rechtsleben die „Bewährungsfrist". Run möchte ich den Vorschlag machen, auch für die Feindschaft eine angemessene „ Frist" einzuführen.
Wir feiern unsere Hochzeiten, grüne, silberne unb goldene, immer nach gewissen Zeitabständen. Wir wünschen unfern Freunden und Bekannten Glück zu den jungen Erdenbürgern, die ihnen das Schicksal in die Wiege legt, wir tragen den schwarzen Anzug, wenn wir mit ihnen trauern. Wir feiern ein frohes Wiedersehen nach vielen Jahren, wir helfen unfern Bekannten die Abschiedsstunde leicht machen, wenn sie abreisen. Sollte man nicht auch eine gewisse Feier nach einer bestimmten Z it einrichten können, um Abschied von der Feindschaft zu nehmen? Wir haben einen Tag des Buches, einen Tag. der der Mutter geweiht ist, was hindert uns, einen Tag im Jahre zu bestimmen, an dem alte Feindschaften begraben werden?
Ständen diese Feiern in Aussicht, bann gäbe es gar viele Zerwürfnisse weniger; denn man müßte sich sagen: Es hat ja keinen Zweck, wegen dieser Kleinigkeit auseinander au geraten. In einem Jahre feiern wir doch wieder Versöhnung! Lassen wir also die Finger davon, verzeihen wir uns und bleiben die alten! —
Es war für uns Buben immer ein feierlicher Augenblick, wenn wir in den Lederstrumpf- gescyichten, oder später bei Karl May, lasen, wie nach dem blutigen Kampfe die Häuptlinge am Lagerfeuer zusammenfaßen unb bie Friedenspfeife rauchten. Zum Zeichen, daß nun auch die Feindschaft aushören sollte, wurde das Kriegsbeil in die Erde eingegraben. Das war gewiß ein schöner Brauch. Könnte man ihn nicht auch bei uns einführen,' und Wenns nur symbolisch wäre?
Wir haben Wichtigeres zu tun, als Worte unb Behauptungen, die dazu vielleicht noch in guter Meinung, schlimmstenfalls aber im Kampfeseifer gesagt würben, auf die Goldwaage zu legen und zu wägen. P.
A ue postautottme in Oberhessen.
Gestern fand in Butzbach eine Sitzung von Vertretern der Oberpostdirektion Darmstadt, der Stadt Butzbach, der benachbarten hessischen und preußischen Landgemeinden und der Autoverkehrsgesellschaft Freitag in Butzbach statt, bei der es sich um die Uebernahme der Freitagschen Auto- linien durch die Reichspost handelte. Das Ergebnis der Sitzung ist der Uebergang der Freitagschen Autooerkehrsgesellschaft an die Reichspost, die den Betrieb einschließlich der drei Wagen des bisherigen Privatunternehmens voraussichtlich von Mitte März ab übernehmen wird. Die bisherige Autolinie Butzbach—Dornholzhausen soll durch Hinzunahme der Orte Pohlgöns, Kirchg ms, Ebersgöns und Oberkleen erweitert und bis Hochelheim durch- geführt werden. Die Fahrten sollen täglich, auch
Sonntags, stattfinden und zugleich der Beförderung der Landpost dienen. Verbilligte Fahrten für Schüler und Arbeiter sind vorgesehen. Die interessierten Gemeinden übernehmen eine gewisse Garantieleistung.
Ein beh rzigenöwerter Appell des Konzertvereins.
Vom Konzertverein wirb uns geschrieben: Kr. Wo man hinhört, eine Stimme des Lobes, ja der Begeisterung, über bas letzte Konzert. Wer aber im Saal war, weiß, wie viele Plätze leergeblieben sind. Zeichen ber Zeit. Gewiß. Es ist kein Gelb da, obwohl Theater unb Kino' sich über ben Besuch nicht zu beklagen brauchen. Rein, es ist auch viel Indolenz babei. Unb dazu unser Todfeind: Radio. Es ist noch nicht lange tyet, ba erhob sich gegenüber ber Möglichkeit, bah wir unsere Orchesterkonzerte einstellen müßten, ein- mütiger Widerspruch. Heute aber stehen wir bei dem Mangel an Unterstützung durch baSmufikliebenbe Publikum vor einem von Jahr zu Jahr, ja von Konzert zu Konzert wachsenden Fehlbetrag. Es sjnb zu viel Konzerte, heißt es. Dabei verteilen sich bie zehn über bas ganze Winterhalbjahr, unb bas Theater spielt vier-, fünfmal in ber Woche. Auch sonst hat man manches ""szusetzen. Einwänbe sind wohlfeil wie die 'Brombe.ven, besser machen schwer. Wir haben so oft gebeten, bie Kritiker möchten in unsere Generalversammlungen kommen, uns überzeugen ober sich von uns überzeugen lassen. Balb wirb es auch bazu zu spät sein. Wir stehen unmittelbar vor zwei großen Ausführungen: dem „Messias" unb einem Mozartkonzert des Darmstädter Orchesters. Diese beiden Aufführungen werden entscheidend sein. Versagt das Publik u m wieder, so werden wir unsere Pflocke zurückzustecken gezwungen sein. Gießen aber wird auf den Ruhm, unter ben Mittelstäbten auch im Musikleben einen angesehenen Platz einzunehmen, verzichten müssen.
Oberhesfischer Kunstverein.
Die neue Kunstausstellung, die morgen im Turmhaus am Brandplatz eröffnet wird, bringt Werke von zwei Künstlern, die beide aus dem südlichen Deutschland stammen und eben erst das dreißigste Lebensjahr überschritten haben.
Der Kunstmaler Josef Steil), der mit einer großen Sammlung von Oelgemälden, Aquarellen unb Radierungen vertreten ist, hat in der Hauptsache durch unermüdliches Selbststudium und mühevolles Streben sich die Unterlagen für fein künstlerisches Können geschaffen. Eine Reihe von öffentlichen Sammlungen haben Arbeiten von ihm angekauft, z. B. Düsseldorf, Köln, Berlin, Nürnberg usw. 'Anläßlich der Rheinlandbefreiungsfeier wurde sein Bild „Eifellandschaft" mit der kleinen Hindenburg-Plakette ausgezeichnet unb vom Reichsminister für die besetzten Gebiete angetauft.
Der zweite Künstler, ber nur mit graphischen Arbeiten vertreten ist, Hermann Mayrhofer, lernte als junger Wandervogel die Natur kennen. Seine ersten Arbeiten stellte er bereits 1924 in Passau aus; eine weitere Reihe von Ausstellungen folgte in verschiedenen Städten Deutschlands, im Kunstverein unb im Glaspalast zu München. Die meisten Museen haben Blätter von ihm erworben. Als Graphiker bedient sich Mayrhofer nicht nur ber Aetzung unb ber Kaltnabelradierung, er wendet auch andere, ungewöhnliche unb nicht immer übliche Verfahren an. Er arbeitet zuweilen auf einer Metall- platte mit Kupfertiefdruckfarben, bisweilen auch mit Oelfarben, oder auch er zeichnet seine Landschaften mit lithographischer Tusche (verdünnt mit reinem Terpentin) direkt ober im Umdruckverfahren auf den Stein, von dem dann Abzüge in beliebiger Anzabl gemacht werden können. Immer aber ist bie Absicht deutlich, wie eine Pinselzeichnung, wie ein Oriainal zu wirken. Auf seinen Studienreisen an ben Rhein bis nach Holland hinein hat ihn neben ben Studien der Landschaft alles Darstellbare gereizt, ebenso Bewegungsskizzen. Seine bisherigen Leistungen unb Erfolge, die ihm an vielen deutschen Orten beschie- den waren, geben alle Veranlassung, ihm eine noch größere Bewertung als Künstler zu sichern.
Gietzcnei 2L chcnmnrktpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt bas Pfund: Kochbutter von 110 an; Butter 120 bis 130; Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 25 bis 30; Weißkraut 12 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 12 bis 15; rote Rüben 12 bis 15; Spinat 35 bis 40; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 40 bis 50; Feldsalat 100 bis 150; Tomaten 70 bis 80. Zwiebeln 10; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 30 bis 40; Kartoffeln 3,5 bis 4; Aepfel 30 bis 45; Birnen 20 bis 40; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 110; Suppenhühner 90 bis 110; Nüsse 50 bis 60; das Stück: Dauben 70 bis 80; Eier 11 bis 12; Blumenkohl 40 bis 70; Salat 25 bis 30; Endivien 20 bis 50: Ober-Kahlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 50 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,50 bis 3; Weißkraut 8 bis 10.
Bornotizen.
— Tageskalender für SamSkag. Stadttheatec: „Misanthrop", SchülervorsteUung von 15,45 bis 18,15 Uhr. — Bund „Königin Luise": Vortrag von Frau Ulrich (Kassel) über „Die Stellung der Frau zu Deutschlands Not", 20,15 Uhr, im Saale der „Stadt Lich". — DHV.. 20,30 Uhr, im Heim Lichtbildervortrag „Mit dem DHV. in die Schweiz". — Monatsversammlung des Geflügel- und Vogelzuchtvereins Gießen und Umgebung 1897 e V. bei Gastwirt Henkel (Wall- torstratze), 20.30 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße : „Rosenmontag". — Astoria-Lichtspiele: „Das letzte Fort" und „Seine Gefangene"
— lagesfalenber für Sonntag: Stadt- theater: „Leinen aus Irland", 18.30 bis 21.30 Uhr. — Oberbessischer Kunstverein: Ausstellung von 11 bis 13 Uhr. — Oeffentlicher Vortrag über Physiologie von Prof. Dr. B ü r f e r: „Die Funktionen des Nervensystems, 11.30 Uhr im Physiologischen Institut Friedrichstraße 24. — Sozialer Kursus: 14.30 Uhr im Martüssaal, Vortrag von Verwaltungsamtmann Keitzer: „Die öffentliche Fürsorge und ihre Ergänzung durch die Arbeit evangelischer Vereine", Referat von Direktor Menten „Wirtschaftslage und Arbeitslosenfrage". — Kundgebung des Reichs- banners. Reoner. Prof. Nölting (Frankfurt), Oberregierungsrat Ritzel unb ^Stadtschulrat Fischer, 14 Uhr, Oswaldsgarten. — Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, 20.15 Uhr, in ber Turnhalle am Oswaldsgarten, Protest-Kundgebung, Redner: Reich^tagsabgeordneter Rings-
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W.r können nur Not linOtrn, wenn auch Du uns hilfst! Städtische Nothilfe 1930.
11 .. - ---!'
Hausen (Offenbach). — Obst- und Gartenbauver« ein, 15 Uhr im Kaufmännischen Vereinshaus: Hauptversammlung, Vortrag von Garteninspektor Reh• n e 11 über „Rosen und ihre Pflege". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Rosenmontag", außerdem 11.15 Uhr: Kulturfilmveranstaltung „Das Paradies der Südsee". — Astoria-Lichtspiele: „Das letzte Fort" und „Seine Gefangene".
— Die Deutsche Staatspartei fordert ihre Mitglieder in einer Anzeige in unserem heutigen Blatte zur Teilnahme an ber Kundgebung des Reichsbanners am morgiaen Sonntagnachmittag auf Oswaldsgarten auf. (Siehe Anzeige.)
— Iungbeutscher Orden. — Volks- nationale Reichsvereinigung. Nächsten Dienstag abend im Caf4 Leib Vortrag von Dr. Ku e r m a n n. Der Redner wird sich, wie man uns schreibt, mit dem mehr und mehr heroortretenben Radikalismus von rechts unb links auseinandersetzen. Er wird barlegen, daß sowohl die „Diktatur des Proletariats" als auch die „Diktatur des Faschismus" Deutschland aus seiner Not nicht heraus- helfen. (Siehe heutige Anzeige.) ‘
— Der Goethe-Bund schreibt uns: Der Goethe-Bund hat zu seinem vierten Dichterabend den Dichter Edwin Erich Dwinger eingeladen. Dwinger hat eines der größten Geschehnisse der Weltgeschichte als Kriegsgefangener in Rußland miterlebt. Rach Verwundung, Gefangenschaft und endlosen Leiden im sibirischen Gefangenenlager gelang ihm die Flucht. Später wurde er von den „Weihen" auf gegriffen uiit) zwangsweise der Armee Koltschaks eingesügt, in Der die Elite des zaristischen Rußlands mit alliierten Truppen zusammen gegen den Bolschewismus vorging und ihn fast bis auf Moskau zurückdrängte. Der Dwinger-Abend dürfte ein bedeutendes literarisches Ereignis dieses Winters werden. (Siehe heuttge Anzeige.)
— Obst- unb Gartenbauverein G i e - ßen. Morgen, Sonntag, 15 Uhr, im Kaufmännischen Vereinshaus, Hauvtversammlung mit anschließendem Vortrag von Garteninspektor i.R. Reh- nelt (Gießen). (Siehe gestrige Anzeige.)
— Der Mieterverein e. 23., Gießen, hält am Dienstag, 24. Februar, seine biesjährige Jahreshauptversammlung im „Postkeller" ab. Dabei wird der Geschäftsführer des Lanbesverbandes Hessischer Mieterschutzvereine, Herrn Fuchs (Mainz), einen Vortrag halten über bie Lockerung des Mieterschutzes noch ber Notverorbnung vom 1. Dezember 193k (Siehe heutige Anzeige.)
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** Die Museen unb der Heidentum» sind am Sonntag zwischen 11 unb 13 Uhr bei gewöhnlichen Preisen geöffnet. Die Räume sind geheizt.
** Schutz' ben Pferden! Man beobachtet häufig, daß Fuhrleute vor ihren Pferden hergehen und gedankenlos die Peitsche durch die Luft schlagen, so daß das Peitschenriemenende bie Köpfe ber Pferde an Ohren, Augen usw. trifft. Gar manche einseitige ober doppelseitige Erblindung des Tieres ist darauf zurückzuführen, unb der Besitzer ist durch bas minderwertige Tier der Geschädigte — ganz abgesehen von der Tierquälerei. Die Pferbebesitzer sollten ihr Fahrpersonal streng anweisen, daß ber Peitschenriemen stets mit dem Peitschenstiel zusammen festgehalten wirb, solange ber Fuhrmann vor oder neben den Pferden hergeht, damit die Tiere durch ben bewegten Peitschenriemen nicht bauernb belästigt unb im Ziehen gestört werben. .
** Der n ä ch st e R i n b v i e h m a r k t (Nutzvieh, markt) in Gießen findet am Dienstag, 24. Februar, statt.
** Heute kein Vortrag von Frau Dr. B a c u m e r ! Der Allgemeine Deutsche Frauenverein und der Gießener Lehrerinnenverein geben im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß ber für heute »abend angesetzte Vortrag von Frau Dr Baeumer wegen dienstlicher Verhinderung ber Referentin nicht ftattfinbet. Er ist auf Samstag, 28. Februar, verlegt worden. (S»ehe Anzeige.)
** Handarbeits-Aus st ellung des Alice-Sch ul-Seminars. Man schreibt uns: Am Sonntag, 22. Februar, wird um 12 Uhr die Handarbeits-Ausstellung des Alice-Schul- Scminars bem Publikum geöffnet. Für die Aus- stiellung hat auch in diesem Ia'ire die Stadt der im Raum so beschränkten Alice-Schule die Räum« der städtischen Gemäldesammlung in der Senckenbergstraße zur Verfügung gestellt. Hier findet man ein buntes Bild aller Arten von Nadelarbeit und Bastelei, das anzusehen sich verlohnt. Wer die Zweckarbeit sucht, der findet Wäsche, Kleidung und Dinge der Wohnungsausstattung in einfachem, dauerhaftem Material in allerlei Erscheinungsformen und Austührungsarten und kalrn vielleicht manche Anregung für eigenes Arbeiten heimnehmen. Wer für phantasievolles Gestalten Interesse und Gefühl hat, der freut sich wohl an den Fabeltieren des Waldes aus Wur-
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Waren es meister S waüung ii Gemcinoeri Blumen gi öffnete die das Jahr
Kommis infjen criöi falion unb 3«garrenfa( restöenbe 2 bat zum S um Unterfi arbeit. $ei in kurzen । bes Tages Wcmeinben Me'mderai-- fobann ba ehre, unozwonz! meinde tä rungen ur N^wanzj ^urgermej U'cht Mögt wichtigstes » im 3q| $Un9 uni 'Un9 fiel germeister« Teilung, Mau b
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