Deutsche Kulturpolitik im Ausland
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aus deu Vorzugsaktien der Deutschen Reichsbahn- gesellschaft, die in der Finanzpolitik der letzten
Kirche werde wie in den großen Zeiten Urchristentums und der Reformation.
verschüttet vorfanden. Cs ist anzunehmen, daß die beiden unter der Lawine den Tod gefunden haben. Am Kreuzeck bei Garmisch ist der Starnberger Skifahrer Baur unter eine Lawine geraten und erstickt.
Eine französische Miliiärabteilung in eine Gchneelawine geraten.
Eine Abteilung französischer Alpenjäger bestehend aus zwei Offizieren und elf Mann führte am Montag in den Bergen von M o u r i e n n e in der Nähe von Lyon militärische Hebungen aus, wobei sie von einer Schneclawine erfaßt und in einen Abgrund gestürzt wurde. Durch die sofortige Hilfeleistung anderer Soldaten gelang es, die elf Mann und einen Offizier mit mehr oder weniger schweren Verletzungen zu bergen. Ein Unteroffizier trug so schwere Verletzungen davon, daß er wenige Augenblicke nach seiner Bergung starb.
Kaiscr-Withelm-Gesellschaft und des Hauptausschusses der Rotgemeinschaft deutscher Wissenschaft. Einen sehr wertvollen Lieberblick über die Entwicklung der deutschen AuslanDs- schulen vor und nach dem Kriege gibt Dr. Het- tich. Direktor der deutschen Oberrealschule in Mailand, und zwar auch getrennt nach einzelnen Ländern. Wir begreifen jetzt erst recht, daß die Aus- landsschule eine kulturelle Einrichtung ersten Ranges darstellt.
Ein ähnlich interessantes Material mit wertvollen Erläuterungen gibt Direktor Veck, Vorstandsmitglied des Genfer Weltstudentenwerkes und Geschäftsleiter der Deutschen Akademischen Auslandsstelle. München, über das Auslände r st u d i u m im Ausland und in Deutschland. Es ergibt sich, daß Deutschland einen Stillstand, ja fast einen Rückgang des Besuches von ausländischen Studierenden aufzuweisen hat, während Frankreich einen dauernden Zugang verzeichnet; so steht Paris mit über 7000 ausländischen Studenten an der Spitze aller Hochschulen und ganz Frankreich mit 14 700 fremden Studenten an der Spitze aller Länder. Wie wenig vor und nach dem Kriege deutsche bildende K u n st draußen in der Welt Geltung hatte, das wird uns zum erstenmal mit erschreckender Deutlichkeit klar durch die Betrachtung von Professor Dr. Schäfer, dem früheren Direktor des Wallraf- Richartz- und des Kunstgewerbemuseums in Köln, über die Weltgeltung deutscher bildender Kunst. Richt nur, daß die großen Galerien und Museen des Auslandes sogutwiegar keineDeut- sche Malerei und Plastik aufweisen, auch der ganze internationale Kun st handel hat sich nie um deutsche Kunst bemüht, mit Ausnahme des Gebiets der Wohnungskunst. Auch das deutsche Buch im Ausland ist noch weit entfernt von der Wiedererlangung des Borkriegsabsatzes, wie Dr. Löwis of Menar, der jüngst verstorbene verdienstvolle Leiter 5er Ausländsabteilung des Börsenvereins der deutschen Buchhändler zeigt. Gemeinschaft im deutschen Volkstum ist Recht, Aufgabe und Pflicht zugleich. Vornehmste Aufgabe deutscher Kulturpolitik wird es daher sein, die seelische Einheit des deutschen Volkstums in Der Welt zu erhalten und zu pflegen, die freie Entfaltung seiner Kräfte zu schützen und zu sichern.
Zollpolitik und Agrarkrisis.
Minister Cnrtius erläutert den deutschen Standpunkt.
Genf, 20. Jan. (WTB.) Die Europakonferenz setzte heute nachmittag die Wirtschaftsberatungen fort. Außenminister Dr. C u r t i u s betonte, daß es keine einheitliche Lösung für die bestehenden Schwierigkeiten gebe. Für Deutschland sei festzustellen, daß die Empfehlungen der Weltwirtschaftskonferenz bezüglich des notwendigen Abbaues der Zollsätze bei Jndustriezollen sowohl auf dem Wege zweiseitiger Verhandlungen, z. B. des deutsch- französischen Handelsvertrags, wie auch auf autonomen Wege durchaus zur Geltung gebracht seien. Anders läge es auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Zolle. Die deutsche wie manche andere europäische Regierung sei durch den radikalen Llmschwung der Marktverhältnisse hier zu Zollmahnahmen ge- Mungen worden, um überhaupt die nackte Existenz ihrer eigenen Landwirtschaft zu erhalten. Die Gründ:dieser für uns unvermeidbaren Politik der Zollerhöhungen lägen nicht in der Landwirtschaft der einzelnen europäischen Länder oder von Gesamteuropa, sondern sie seien in der Produktionssteigerung und -Verbilligung wichtiger außereuropäischer Staaten zu suchen. ,
Es käme hinzu, daß Deutschland mit einseitigen Zahlungen belastet sei, die den normalen Ablauf der wirtschaftlichen und finanziellen Vorgänge zu stören geeignet seien. Wenn Deutschland seine Zahlungen erfüllen wolle, müsse es die Ausfuhr steigern und die Einfuhr verringern, und es gebe für eine planmäßige Verringerung der Einfuhr kein anderes Mittel
als die Entwicklung der einheimischen, in erster Linie der landwirtschaftlichen Produktion und die möglichste Aernhallung entbehrlicher Güter.
Dem Wunsche Eoliins. daß die vor kurzem 16* g schl s.ne internationale Zuckerkonvention als Vorbild auch für andere landwirtschaftliche Prrduktionsgeb'ele dienen möge, könne sich trotz der in den anders gearteten Verhältnissen liegenden Schwierigkeiten Dr. Curtius nur anschließen. Deutschland als Staat, dessen Landwirtschaft unter der Kurzfristigkeit und der Zinslast der gegebenen Kredite leide, fei an der Organisierung des Agrarkredits in stärkstem Maße interessiert, wie nach seiner Meinung es überhaupt Aufgabe des Ausschusses sei, sich mit den Problemen des Kredit- und Kapitalmarktes im allgemeinen zu befassen. Schließlich sei Deutschland zu den von England und Holland vorgeschlagenen Verhandlungen bereit. Ein Erfolg dieser Verhandlungen, den auch er wünsche, sei zugleich die Voraussetzung für das 3nfrafttreten der Genfer Handelskonvention.
ben an den Sinn und Wert ihres Lebens geben. Oberkonsistvrialart D. Meckel warnte vor zu weitgehender "Neutralität der Kirche in den großen Lebensfragen Der Zeit. Die Evangelische Kirche erfülle dann ihren missionarischen Beruf, wenn alle ihre Glieder erfüllt seien von der Gewißheit einer göttlichen Mission, wenn sie wieder missionarische
Jahre eine große 'Rolle gespielt haben. Es sind verschiedentlich größere Posten an Vorzugsaktien verkauft worden, so daß heute das Reich wohl nur über 280 bis 300 Millionen an Vorzugsaktien verfügt. Reben Den Vorzugsaktien sind noch weitere Posten Der verschiedenartigsten Wertpapiere im Reichsbesih. Schließlich sind auch die Darlehensansprüche des Reic' Aktivposten einzusetzen, obwohl ihre Amortisation nicht völlig zu übersehen ist.
Ist die wirtschaftliche Vernunft auf dem Marsch?
Ein englischer Bankier für Streichung der Kriegsschulden.
London, 20. 3an. (WTB.) Bei der Iahreever- sammlung der Barclays Bank nah'm der Vorsitzende Goodenough Stellung gegen das Ueber- handnehmcn des Z o l l p r o t e t t i o n i s- mus und wandte sich dann dem 6 r i e g s s ch u l - dcnprobtem zu. Sowohl die vereinigten Staaten wie andere Länder könnten durch eine Streichung der Kriegsschulden nur gewinnen. Beim augenblicklichen Stand der Dinge werde Deutschland, um seine Zahlungsverpflichtungen erfüllen zu können, genötigt, seine Industrie in einem derartigen Ausmaß zu rafionaii- sieren, daß es zwangsläufig und in steigendem Maße in immer stärkeren Wettbewerb gegen alle an der industriellen Produktion interessierten Länder treten müße. Den Interessen der Welt sei besser damit gedient, wenn Deutschtandvon seiner Schul- denlast befreit werden würde und so in die Loge käme, nichtnurseineeigenen Waren zu exportieren, sondern auch Fertigwaren aus dem Auslande wiede'r in größerem Umfange einzuführen.
Kirche und Arbeitslosigkeit.
Berlin, 20. 3an. (ERB.) Eine für Die Evangelische Kirche Der Reichshauptstadt bedeutsame ÄunDgebung fand auf Einladung des ©e- neralsuperintendenten von Berlin, D. Karow, im Saalbau Friedrichshain statt. Generalsuperintendent D, Karow führte in einer programmatischen Rede u. a. aus: Die Massenarbeitslosigkeit unserer Tage sei eine Dvlks- not, an der die Kirche nicht vvrüber- aehen dürfe. Die könne zwar nicht das stili> stehende Wirtschaftsleben in Gang sehen; aber sie könne einen für die Volksgemeinschaft wesentlichen Dienst leisten, nämlich den Menschen, deren Leben durch das Schicksal der Arbeitslosigkeit erschüttert sei, wieder einen ® I a u -
Rervenschlcrne starb, nahm das Jahrhundert schon auf jedem Gebiet den harten Schritt des Realismus an.
Die deutsche Rot im Inland mag es vielen als unnötig erscheinen lassen, heute überhaupt noch an umfaßende kulturelle Auslandsarbeit zu denken und gar Geldaufwendungen für sie zu machen. Wer so denkt, weiß freilich nicht, welche ungeheure BedeutuiM auch rein wirtschaftlich Der Kulturpolitik einer Ration im Ausland zukommt, er weiß vor allem nicht, wie teuer wir Deutschen im Verlauf des Weltkrieges alle Hinterlassungen und falschen Einsparungen Der Vorkriegszeit bezahlen mutzten und wie notwendig es erst recht heute ist, daß Deutschland eine gute und richtige Kulturpolitik im Ausland treibt. Cs ist deshalb ein besonderes Verdienst der Süddeutschen Monatshefte (München), daß sie in ihrem neuesten Heft „Deutsche Kulturpolitik im Ausland" dieses Thema durch hervorragende Sachkenner umfassend behandeln. Schon der Cinlei- tungsaufsah über die geistigen Grundlagen kultureller Aaslandsarbeit von Dr. Thierfelder von der Deutschen Akademie ist hochbedeutsam, weil er in großen, klaren Linien den ungeheuren kulturellen Einfluß Frankreichs einst und jetzt auf alle Zivilisierten Völker zeigt und zum Schluß die Frage aufwirft, wer Frankreich in dem kommenden Zeitalter Der Vergeistigung und Verinnerlichung in dieser Rolle ablösen wird, ob England, Amerika oder Deutschland. Roch ist sich eine zu geringe Zahl von Reichsdeutschen darüber im klaren, daß nur etwa zwei Drittel der Deutschen im Reiche leben, während rund 30 Millionen Deutschsprechende außerhalb der Grenzen unter fremder Staatshoheit stehen. Die Weltbedeutung der deutschen Sprache ist eine Entdeckung der Nachkriegszeit, die mit dem Erwachen des deutschen Zusammengehörigkeitsgefühls in der ganzen Welt zusammenhängt. Deutsche Kulturarbeit im Ausland ist Werbearbeit für die deutsche Sprache. Richt weil' sie die Formvollendung des Französischen besitzt, nicht weil sie für Den täglichen Gebrauch so leicht zu erlernen ist toi» das Englische, sondern weil sie allein einen wesentlichen Teil des geistigen Besitzes erschließt, Der Gemeingut Der Mens chheit geworden ist. Damit ist das Wesentliche des Problems umrissen. Wick' nun amtliche deutsche Politik und Kulturpolitik vor und nach dem Kriege Hand in Hand gingen — oder auch nicht —, zeigt Prof. Dr. Konen (Bonn), Mitglied des Präsidiums der
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Ferner Ruf.
Von Hanü Kafka.
Frank kam Mitte August in Der deutschen Kleinstadt an, wo er eine etwas entlegene Wohnung fand; sie hatte einem uralten Geheimrat gehört, Der vor kurzem auf feinem Sommerurlaub verstorben war. Er mietete sie, weil sie altväterlich eingerichtet und von einer unendlichen Stille erfüllt war. Das entsprach seiner Stimmung in dieser Zeit. Er wollte keine Menschen sehen, et verwand noch lange nicht den Verlust sein geliebteften Wesens; er hatte Arbeit vor, nichts als irrsinnige und alles betäubende Arbeit. Mit ihr war auch die ganze Zeit bis zum Anfang des Monats September angefüllt; kaum daß er zum Essen und zu einem kurzen Abendspaziergang das Haus verließ. Und er fühlte sich Dabei fast wohl. Manchmal hörte er noch etwas in feinem Innern, ein Fragment loDernDer Sehn- suchtsmeloDie, aber was immer es war, er Drängte es weg und ließ sich zu nichts verleiten. Frauen, die ihm auf Der Straße entgegenkamen, sah er kaum. Und sah er sie dennoch an, machten sie ihm gegen seinen Willen ein wenig mehr zu schaffen; so flüchtete er geradezu in sein gespenstisch stilles Zuhause zurück. Dort fühlte er sich am sichersten.
Dort passierte es einmal im Septemberanfang, daß eine schrille Telephonglocke die Stille zerstörte. Frank verwunderte sich. Er hatte bis dahin über- Haupt nicht gewußt, daß es in dieser Wohnung aus dem vorigen Jahrhundert ein Telephon gab. Nach langem Suchen fand er es in einem Winkel zwischen zwei wurmstichigen Schränken. Er hob den Hörer ab, wobei er ein paar Spinngewebe zerriß, und rief: „Halloh?" Und zurück kam eine weibliche Stimme. Frank zitterte, als er sie vernahm. Er kannte sie nicht, aber es war ihm gleiche als ginge sie ihn zutiefst an. Ihr Klang war von bedenklicher Süße. Die Phantasie verband diesen Klang mit einem jungen Weib von ganz besonderer Art; mit etwas Fernem, Fremdem und unendlich Lockendem. Uebrigens führte er mit ihr gar kein Gespräch. Er rief, wie gesagt, „Halloh?" und bekam zur Ant-
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Achim von Arnim.
Zu seinem 100. Todestage.
Von Alfred Wolfenfiein.
Der so berühmte und so wenig bekannte A r - n i m gehört zu Den bezeichnendsten Vertretern Der romantischen Bewegung, Die ihrerseits so charakteristisch für Die Deutsche Dichterische Veranlagung überhaupt ist. Bei Arnim sinD allerdings Die Elemente Der Romantik schon in Auflösung begriffen. WährenD Die erste Generation ihre schwärmerische Erhebung über Die Wirklichkeit zu einer folgerichtigen unD festen Weltanschauung ausbildete. überantwortete sich Die zweite Romantikergeneration einem hemmungslosen Fluh Der Gefühle, Der fast einer Flucht gleichkam. Arnim. Dieser in Der äußeren Erscheinung männlich anmutenDe Mensch, war in seinem Schaffen recht weich, kinDlich, unbeherrscht, nämlich von Der Empfindung beherrscht. Seine Frau Bettina, Die im „Briestoechsel mit einem Kinde" Goethe verherrlichte, hatte einige Mühe mit ihrem eigenen so unklassischen Dichter. Dennoch ist es nicht richtig, von Arnim nur auf Dem Umwege über andere zu sprechen, wenn auch sein einflußreichstes Werk zusammen mit Clemens Brentano geschaffen wurde: „Des Knaben Wund er Horn". Die 1806 erschei.'.ende Sammlung deutscher Volkslieder mit Dem reitenben, das Horn schwingenden Knaben auf Der Titelseite hat durch ihr Zurückgreifen in Den ursprünglichen Quellen Der Dichtung eine Rousseauische Tat in Der Lyrik vollbracht, sie hat Den Llnterschied zwischen Bildungspoeste und Volkspoesie zu beseitigen begonnen unD auf Die natürliche Entwicklung Der Lyrik des Jahrhunderts einen besonderen Einfluß ausgeübt.
3n Arnims eigenem Schaffen kreuzte sich eine klare Sprachbegabung mit verwickeltem Seelenüberschwang. Seine Zeitgeno fen sprechen eingehender von seiner Person als von seinem Werk. Er ist männlich schön, von müdem Feuer, sagt Eichendorsf. Er hatte Gröhe ohne Grobheit, fern Gespräch fesselte die Jünglinge wie Die Greise, Die Anfänger oder die Veteranen, sagt Varnha- gen. Dabei ist Der Umfang seines Schaffens gar nicht unbeträchtlich, die „Sämtlichen Werke", die Bettlna später mit Wilhelm Grimm herausgab.
Oer Besitz des Reiches.
Berlin, 3. Jan. Das Reich leidet zur Zeit zwar an schweren finanziellen Sorgen, aber gleichzeitig steht ihm ein recht wertvoller Besitz zur Verfügung. Allein an Grund und Boden werden vom Reich mehr als 125 000 Hektar verwaltet und wenn man dazu noch Den ® r u n D - besitz Der Deutschen Reichsbahn hinzurechnen wollte, so würde sich eine Gesamtfläche von 325 000 Hektar ergeben. Der Hauptanteil des unmittelbaren Reichsbesihes entfällt mit mehr als 80 000 Hektar in Den Verwaltungsbereich Des Reichswehrmini st eriums, wobei es sich fast ausschließlich ryn Truppenübungsplätze handelt. Auch eine eigene Forst- verwaltung, Der etwa 13000 Hektar unterstehen, ist in Die Reichsverwaltung eingegliedert, soll aber neuerdings nach Vorschlägen aus Dem Reichsrat mit Den Länderfor st Verwaltungen zusammen gelegt werden. Ein weiterer Aktivposten Des Reiches ist seine Beteiligung an Den 2 2 Gesellschaften, Die in Den Vereinigten Industrieunternehmungen AG. (Viag) zusammengeschlossen sind. Hierzu gehören Die wertvollen Vereinigten Aluminiumwerke, Das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk, Die MittelDeutschen Stickstofswerke und andere Gesellschaften. Der Wertpapierbesitz Des Reiches besteht in Der Hauptsache
Sie Deutsche Stoatspartei in Hessen.
Darmstadt, 20. Jan. (WER.) In einer LandesvorstanDssihung Der Deutschen Staatspar- tei in Hessen wurden in Anwesenheit von zwei Mitgliedern des Reichsparteivorstandes, Frau Dr. Lüders und Landtagsabgeordneten Nuschke. politische und organisatorische Fragen behandelt. Die Verhandlungen waren von Dem einmütigen Willen zu tatkräftiger Zusammenarbeit getragen. Im' Zusammenhang mit Der klärenden Besprechung über das Verhältnis der Staatspartei zur Demokratischen Vereinigung teilte der hessische Parteiführer, Landtagsabgeordneter Schreiber, mit, daß er nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen sich zur Mitarbeit in Der Demokratisch-staatsparteilichen Arbeitsgemeinschaft bereiterklärt habe. Der Reichsparteileitung wurden genau formulierte Anregungen ^nd Wünsche unterbreitet, Die sich auf Die Aufgabe^' und Die Arbeit Der nächsten Zukunft beziehen.
Aus öfter Welt.
Der Prozeß
gegen den Goldmacher Tausend.
München, 20. Jan. (WTB.) Im Prozeß gegen Den Goldmacher Tausend wurde heute die Grün- düng der Studiengesellschäft Tausends erörtert. Der Vorsitzende stellte aus den Akten fest, daß die Summe der für die Studiengesellschaft ein gezahlten Beträge zuletzt etwa 820 000 Mark betragen habe, was Tausend zugibt. Er gibt weiter zu, auf Grund der Satzungen einen Betrag von 25 Proz. der Mitgliederbeiträge erhalten zu haben. Er habe zunächst 150 000 Mark und fpater noch einmal 100 000 Mark bekommen, zusammen also eine Viertelmillion. Zunächst sei in feinem Prioatlabo- ratorium in Freiberg in Sachsen gearbeitet, aber auch in Wien und Frankfurt a. M. seien Experimente vor Sachverständigen oorgeführt worden. Der Zweck dieser Versuche sei gewesen, zu beweisen, daß die wissenschaftliche Theorie über die Umwandlung von Metallen auf falschen Grundlagen beruhe. Dann beruft sich Tausend auf die Experimente im Münchener Hauptmünzamt, von Denen das erste kurz nach seiner Verhaftung, das zweite im Oktober 1929 ftattfanb. Trotz der schärfsten Kontrolle und der genauen Prüfung des Ausbangs- materials habe er einen außerordentlichen Erfolg gehabt. Taufend beschwert sich darüber, daß der Sachverständige entgegen der damals auch von ihm unterzeichneten Erklärung später a n ° ders ausgesagt habe. Die Anwesenden seien damals davon überzeugt gewesen, daß der Versuch gelungen fei. Er habe geplant, durch Vergebung kleiner Apparate den vielen Arbeitslosen Gelegenheit zu geben, durch Goldfabrikation in der Wohnung sich eine Existenz zu schaffen. Er sei aber an der Ausführung dieses Planes durch feine Ver-' Haftung verhindert worden.
Der Film „1914“.
Richard Oswalds „gegen Die Kriegsschuldlüge" gerichteter Film „1914", „die letzten Tage vor Dem Weltbrandist im Berliner Tauentzienpalast zum ersten Male vorgeführt worden. Der Film, Der aufzeigt, wie Die Völker Europas in Den Weltkrieg „hineingestolpert" sind, beginnt mit Der Mordtat von Sarajevo und endet mit Der Ermordung von Iaures. Er spielt, abgesehen von Dem Schauplatz des Verbrechens vorn 28. Juli, in Den Hauptstädten Berlin, Petersburg,» Wien, Paris, London unD Belgrad, hat aber feinen Schwerpunkt durchaus in Den Petersburger Szenen. in Denen Der Widerstand des Zaren und seine schließliche TIebrrwinDung durch Sassonows unehrliche Politik und durch Den Kriegswillen des Großfürsten Nikolai und des Generalstabschefs eingehend und wirksam dargestellt wird. Diese Szenen bilden auch technisch Den Höhepunkt deö Films.
wort „Halloh?" Er rief nun: „Wer ist Denn Dort", und bekam zur Antwort: „Ich bin es! Gut! Auf Wiedersehen!" Damit schnappte das Telephon ab.
„Ach was", dachte er, und „Falsch verbunden." Und ging an seine Arbeit. Aber vierundzwanzig Stunden lang verlockte es ihn, sich diese Stimme wieder vorzustellen. Erfolgreich rang er es endlich nieder. Genau nach oierundzwanzig Stunden, also wieder um 16 Uhr, läutete das Telephon zum zweiten Male. „Halloh?" rief er, und es folgten genau dieselben Worte wie tags zuvor: „Ich bin es! Gut! Auf Wiedersehen!"
Dies zweite Erlebnis machte ihm nun zu schaffen. Er schlief nicht während der nächsten langen 'Nacht. Er war verliebt in eine Stimme und er wußte genau, daß sie am nächsten Tag genau um 16 Uhr ihn wieder rufen würde. Das geschah. Nicht nur am nächsten Tag, sondern auch an jedem weiteren des ganzen Monats September, immer um die gleiche Zeit, auf die Sekunde pünktlich. Er arbeitete nichts in diesem Monat, er liebte. Und wie alle Liebenden drängte er vorerst nicht. Er wartete ab, ohne zu fragen. Nie hörte er etwas anderes als dieselben Worte. Und er hoffte still und geduldig, daß die Geliebte ihm einmal mehr gewahren würde. Eines Tages aber, als der September schon um war, ohne daß sich irgend etwas geändert hätte, erlitt er beim Abschnappen des Telephons einen Anfall von Liebesraserei. Nach einiger Weile, sowie er eben sich etwas erholt hatte, ging er zum ersten Mal in dieser Wohnung selber zum Telephon und verlangte das Amt. Er fragte, mit welcher Nummer er zuletzt verbunden worden war. Er erhielt nicht nur die Nummer, sondern auch die genaue Adresse. Nun hielt er es für unnötige Verzögerung, noch zu telephonieren. Er eilte die Treppen herunter, nahm ein Auto und fauste durch die Straßen. Die angegebene Adresse war nicht allzu weit entfernt.
Eine winzige kleine verschrumpelte Alte öffnete ihm die Türe. Er fragte nach der Dame, die vor einer Stunde seine Nummer angerufen hatte. „Ich rufe da täglich an", sagte die Hundertjährige. „Dw Herr Geheimrat ist doch feit dem ersten September von seinem Urlaub zuruck, nicht wahr? Er läßt mir nämlich durch die Bank eine kleine Rente auszahlen; das ist sehr schön von ihm. Ich habe dabei ab Gegenleistung nichts anderes zu tun, als ihn tag« l'ch um 16 Uhr telephonisch aus feinem Mittagsschläfchen aufällwecken."
machen eine Bibliothek von Jean Paulischer Breite aus. Brentano urteilt, Daß Arnim fleißig sei, Daß er es ernst meine, Daß vielleicht Eein Deutscher so wie er von Poesie Durchdrungen sei, aber Daß er „leichtsinnig arbeite"? Dies gilt wohl in erster Linie von Bau und Form oder richtiger von Formlosigkeit seiner Arbeit. Es ist so, Daß Die Anfänge aller Werke sehr interessant, sehr kraftvoll sinD. Aus len „Kr o nenwäch ter n" hätte einer unserer be^en historischen Romane werden können, wenn Diese groß angelegte Auseinandersetzung zwischen nationalen und allgemein menschlichen Problemen nicht so bald in eine ausschweifende Phantastik, in spukhafte und grillenhafte Willkür überginge, — eDen o wie Der Roman „Die Päpstin Johanna". Bezeichnend für Die romantische Verwebung von Wirklichkeit und Kunst ist Das Motiv in Dem Schauspielerroman „Hallins Lieb es le ben", wo Der Held mit fetn-r Geliebten in „Maria Stuart" auf tritt: Da er sie für untreu halt, erDolcht er sich als Mortimer wirklich.
Weit lebendiger steht der zusammengedrängte Bau seiner Novellen Da. „De r tolle Inv a- l i D e", Die Geschichte von Dem Veteranen, Der sich auf Dem Inselsort Ratonneau vor Marseille zum König erklärt, ist eine straffe Erzählung, Deren Fabel er, wie ost Kleist unD Büchner, Der Gegenwart, einem Zeitungsbericht entnommen hat. Arnims schwungvolle Psychologie hat ihre Höhepunkte in Szenen wie jener, wo die Frau des Invaliden, Die ihren Mann zuvor als vonr Teufel besessen beim Kommandanten verklagt hat, in Liebe bei feinen Kanonen nieb’rfniet, als er nun tatsächlich ein Teufel wird und die Welt um sich herum in Grund und Boden schießt. Humor hat Die Novelle „Fürst Ganzgott und Sänge r H a l b g o t t", eine komische Abwandlung des Schillerworts, daß Der Sänger mit Dem Fürsten gehen solle: er geht statt Des Fürsten in dessen Residenz und spielt dort mit dem Theaterstern auf Der Brust Die Rolle Des Serenissimus.
Arnims Charme und Ernst machen ihn zu einer Der liebenswertesten Gestalten Der romantischen Bewegung; unD wichtig, auch für heute, ist fein Bestreben, Den Einzelfall ins Hintergründige und Geschichtliche einzuordnen. Als er ein halbes Jahr nach der Iulirevvlutlon fünfzigjährig an einem
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Drei Kinder I'lsburg im Ki rend die Eltei nnem Brau heben Iah und vier Jahre der Küche liege, bucht. Als die SW* Hemke Küchenherd f,än langen. Die nen Erfolg.
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