und auch die hiesigen Dörsenkreise -eigen im Hinblick auf die wieder einseyende Schwache am Rentenmarkt keine Neigung. Aktien abzugeben DesondercS Interesse wandte sich dem Farben- und Slckiromarkte zu, wo durchweg Kurserhö^un- gen von I bis 2 v. H. feftzustellen waren. Don Bankaktien erhielt sich für ReichSbankanteile dre Bachfrage, während im übrigen dieser Markt sehr vernachlässigt lieat. Sher schwächer veranlagt waren dagegen Kunstseideaktien, die bis zu 1 v. H nachgaben Montanwerte lagen säst geschäft-los. Der Umsatz am Aktienmarkt war verschiedentlich etwas lebhafter.
Am Rentenmarkt herrschte für achtprozen- t,ge Doldpfandbriefe recht schwache Tendenz, so daß selbst auf ermäßigter KurSbasiS kaum Auf- nahmeneiaung bestand. Auch Liguidationspfand- briefe gaben etwas nach, während Reichsschuld- buchforderungen knapp oehanptet blieben. Don deutschen Anleihen waren Altbesitz gesucht. Am Markte der Jndustrieobligationen bestand einiges Interesse für Farbenbonds, die etwa 1 v. H gewannen. Am ÄuSlandrentenmarkt fanden einige Umsätze in Rumänen bei wenig veränderten Kur- sen statt.
Devisenmarkt Berlin - Jranffurt a. M.
aung sei, zum anderen, weil das Kupferkartell nicht mehr dieselbe Bedeutung habe. Wie noch vor wenigen Monaten. Beachtung fanden dagegen Gerüchte von Berhand- lungen über den Berkaus eine- Aktienpakete« der Bereinigten Stahlwerke nach Frankreich. SS ist kaum glaubhaft, daß die Gerüchte in dieser Form wenigstens den Tatsachen entsprechen. Man host t aber auf eine Stellungnahme der Verwaltung in der am 24. d. M. In Berlin stattsindenden Auf- sichtSratssihung. Die Montanpapiere waren jedenfalls fast auf ihrem höchsten Kursstand gehalten, im Gegensatz zu den übrigen Marktgebieten, auf denen noch Derluste von 2 bis 3 Prozent einge- treten waren. Am Pfandbriefmarkt neigte die Tendenz ebenfalls eher weiter zur Schwäche,
Wobei die Unsicherheit über die Durchführungsbestimmungen des Osthil ezefctzcS retardierend wirkte. 8prozentige Goldp'andbriefe gaben erneut um etwa 0,5 Prozent nach. Don heimischen Anleihen fielen Altbesitz durch schwache Haltung auf und wurden etwa 1,25 Proz. niedriger al« gestern genannt.
Lchwcincmarkt in h^rünberg
— Grünberg, 19. Bov. Zum heutigen Kleinen Gallusrnarkt waren 18 Läufer und 560 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten sechs Wochen alte Ferkel 7 bi« 8 Mark, sechs bis acht Wochen alte 9 bis 11 Mk.. acht bis 13 Wochen alle 12 bis 15 Mark. Läufer 20 bis 22 Mk. Tendenz: gut, es verblieb geringer Lieberstand.
SJl.-'fpott
Handball im Lahn-Oünsberg-Gau
Balser BfB Geismar Mohr 1846 Geist Gehrhardt Schorrkops
19C0 1846 MTB.
Behren Slrcmmel Schmitt Rothermel Schüler MTB 1846 MTB
Da sich diese Aufstellung sehr gut bewährt hat. darf mit einem guten Abschneiden gerechnet werden.
Aus dem Amisver-kündlgungsdlatt.
• Das Amtsverkündigungsblatt Br. 80 vom 17. Aovernber enthält: Stand der Maul- und Klauenseuche in Hessen. — Feldbereini- gung Annerod. — Staalsprafung der SchulamtS- anwarter. — Staatsbürgerliche Bildun's.agung.
Taten für LamSlag 21 Hovemde,
1768: Der Theologe Friedrich Lchleiermawer in Breslau geb. — 1811: Der Dichter Heinrich von Kleist am Dannsee bei Potsdam gest.
Büchertisch.
Oie Tabellen nach der Vorrunde.
Verl.
ist
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Jugcnb.
dieser Klasse
Banknoten
Bezirksklasse.
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Nachdruck verboten.
8. Fortsetzung
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Bezirk I. Launsbach Waldgirmes Rodheim Garbenheim Kinzenbach Wißmar Erda
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Gruppe I.
Dorlar Garbenteich Launsbach Garbenheim Rodheim
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Kesselbach Londorf Staufenberg
Bezirk II. Lollar Ruttershausen Londorf II Allendorf II Nordeck Lollar II Allertshausen
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Bezirk III.
Albach I Hausen I Burkhardsfelden Beuern Steinbach Hausen II Albach II
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3
Londorf Allendorf Atzbach Garbenteich Staufenberg Dorlar Wieseck
Die Künstlerin stieg in das auf sie wartende Auto. Drinnen faß ein Mann, der leidenschaftlich
Reichsbankdiskont 8 v. £).. Lombard,invfuß Berlin schwach.
Letzte Nachrichten.
Oie Regierungsbildung in Hessen.
Darmstadt. 20. Roo. (TU.) Rach Informationen aus Zentrumskreifen ist die Jtage der Regierungsbildung in helfe« zur Zeit so zu beurteilen, daßdasheffifcheZentrum ohne direkten Einfluß der Reichsparteileitung allein und selbständig oorgehen wird, da im Reich augenblicklich die hessische Frage al» nicht vordringlich betrachtet wird. L» gewinnt immer mehr den Anschein, daß das hessische Zentrum eine Regierung der Rationalsozlallsten ober der Rationalsoziallsten einschließlich der Rechtsparteien tolerieren wird, wenn sich die gegenwärtige Regierung als geschästssührenbe» Kabinett in Rücksicht auf ben IDiberftanb ber Rationalsozialisten nicht halten kann, roa» nach bet Meinung au« nationalsozialistischen Kreisen anzunehmen ist. Dorf scheint man mit ber Absicht, gegebenen- falls ble Rationalsoziattsten ble probe auf, Lxempel machen zu lassen, burchau» elnoerflanben zu fein, unb Ist auch nicht abgeneigt, burch eine eotL Reu - mahl in Hessen ben Beweis zu erbringen, bah ble Erfolge ber Rationalsoziallsten noch nicht an ber Grenze b e e Möglichen angekommen sinb.
Der zur Zeit sich noch im Amt besinbliche hessische Minister bes Innern, L e u s ch n e r, wirb, wie bie TU. von zuverlässiger Seite hört, in eine Stellung beim Internationalen Arbeitsamt In Genf berufen werben.
Pk,e.
7
7
3
3 0
Pkte.
4
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Augen.
Sie war tief müde: müde wie einer ist. der in seinen Kräften ganz ausgegeben und nun daS Bedürfnis nach absoluter Ruhe hat.
1
2
1
2
1
Spielvereinigung 1900 (hießen.
1900 — Universität.
Der derzeitige Tabellenstand nach der burd)ge|pleiten Vorrunde ist folgender:
Gauklasse.
Berlin. 20.»Bov. (WTB. Funkspruch.) Schon in den gestrigen Bachmittagsstunden hatten die Kurse auf Grund der Borgänge bei der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz stärkere Abschwächung erfahren. Die Tendenz war auch heute zunächst noch weiter f ch w a ch. Es herrschte Zurückhaltung. da sich nicht übersehen lieh, wie das Publikum auf diesen neuen BankAusammenbruch reagieren würde. Als sich dann aber zeigte, daß auf der niedrigeren Kursbasls neue- Angebot nicht vorlag, sah sich die Spekulation zu Deckungen veranlaßt. Beben dem Antrag an die BIZ. auf Untersuchung Der deu.schen Zahlungsfähigkeit war politisch die Auflösung deS Wirtschaftsbeiratesvon Bedeutung: denn jetzt endlich wird eine Entscheidung In bet Frage der Reparationen und des Wirtschafts- Programms der Regierung fallen müssen. Die heute gemeldete Kupferpreisermäßigung von 7.5 auf 7 Dollarbonds fand wenig Beachtung, einmal well es eine der Marktlage nach finkende Dewe-
Dcr III. Bezirk ist wohl, der Spielstarke der vier l Mannschaften nach zu urteilen, der ausgeglichenste. Um den ersten Platz in der Nachrunde wird der ganz entschieden sein, obwohl Mannschaft zu
— Vom Hondweben auf einfachen Apparaten. Ein Beitrag zur Praxis der Gegenwart. Don Mia unb Walter Kircher. 3., erw. Auflage. Mit 65 Abb. I. T.. 31 Wedmustern unb 16 Tafeln. IV und 67 Selten 8* Kart. 4,50 Mk. Verlag von B. G. Teubner, Leipzig, Berlin 1931 (453.) — Das Handweben erfreut sich leit einigen Jahren großer Beliebtheit in Schule unb Hau» Da» vorliegende Heft hat bei allen Weblustiaen viel Anklang gefunden — Beweis dafür Ift da» rasche Erscheinen der 3. Auflage, die entsprechend der fortschreitenden Entwicklung erweitert wurde, fo daß nun die Herstellung von Schmuck- unb Gebrauchsstücken in verschiedenen Techniken auf ein unb vier- schuftigen Apparaten gelehrt wird. L» fei auf bie leichtoerständlichen Erklärungen ber oerfchiedenen Techniken, ble genaue Beschreibung be» Material», bie klaren Webanweisungen für alte In Frage kommenden Webtechniken hingewiesen.
die Spitze erobert. Die nächsten Mannschaften waren sich meistens gleichwertig unb kämpften mit wechselndem Erfolg.
ihre Hände an feine Lippen zog.
»Herrlich warst du, Angela! Du hattest ganz große, etile, klassische Linie."
„Du warst zufrieden?"
„Restlos!"
Sie lächelte, lehnte sich zurück unb schloß
Ueberroschungen brachten . vi
Mannschaften: es waren bies die Garbentetcher, die viel von ihrer früheren Kampfkraft eingebüßt haben, während die Allendorfer Mannschaft stark nach vorn gekommen ist und für ben Meister Londorf eine gefährliche Konkurrenz bedeutet
Wessen Kind bin ich?
Vornan von Jr. Lehne.
(Urheberschutz durch E. Ackermann, Romanzentrale Stuttgart.)
Er sprach kein Wort mehr: er hielt nur ihre Hand in ber feinen, bi- man am Ziel angelangt war.
Sie ftanb noch immer mit bemfelben weltfernen Ausdruck in den Augen, als ihr die Zofe da- Hauskleid überstreifte, das in weichen Falten an ihrer vollendet gewachsenen Gestalt nieberflel.
Es war immer noch schwer für sie, sich nach einem solchen Abend wieder in die Wirklichkeit zurückzufinden.
Sie spielte ja nicht nur, sondern sie war ble Helbln — sie fühlte so lief, fo echt, so schmerzlich leidenschaftlich — sie weinte wirkliche Tränen au- schmerzhaft eigenem Erleben — und das war eS, was sie zu einer ganz seltenen, ganz großen Künstlerin machte, die das Publikum unwiderstehlich in ihren Dann zog. wo sie auch auftrat.
3m Eßzimmer wartete der Mann auf sie. Er küßte ihre ebelgcformten blassen Hände.
„Bach diesem Abend bist du der erklärte Liebling deS Publikums geworden!"
„Ob ich den Kontrakt, den man mir bietet, unterschreibe?" Fragend sah sie ihn an.
Zögernd meinte er: „Möchtest du dich wirklich binden? Ich denke, wenn bu als Gast —“
Bin schmerzliches Lächeln glitt um ben feinen 'Mund ber Frau.
„Immer nur Gast! Bist tiu noch immer so unruhig, Sascha? Ich. muh gestehen, ich werbe müde unb sehne mich nach Ruhe. Meinen Höhepunkt habe ich erreicht — langsam geht es abwärts — in einigen Jahren bin ich fünfzig — unb bu. mein Freunb, nicht zwei Jahre mehr, bann sinb bie sechs Jahrzehnte vollendet — ist eS ba nicht Zeit, seßhaft zu werben — ?" Traurig sagte sie das.
Del Ihren Worten zuckte es über sein charakteristisches Gesicht: wie in körperlichem Schmerz zogen sich seine Augenbrauen zusammen. Sie sah eS: in leichter, beruhigender Liebkosung strichen ihre feinen Finger über seine hohe SHirn. über die daS Haar noch in dichter, dunkler Fülle fiel, unb in lebhaft jugendlichem Feuer leuchteten bie braunen, schwärmerischen Augen.
Bach kurzem Hebcrteaen sagte er: „Wenn bir viel baran liegt, Angela. Ich bin einverstanden. Die Stadt ist mir sympathisch, und wir haben ein reiches Feld künstlerischer (Betätigung."
Erleichtert atmete sie auf: sie schilderte ihm die Dorzüge eine» seßhafteren Leben« — „unb — wir sinb enbllch einmal nach Jahren toiebet in Deutschland —" fügte sie leise hinzu.
Groß sah er sie an.
ist e« ba« —? Heimweh?"
Sie neigte mit einem schmerzlichen Lächeln ben Kopf.
„Schon lange!"
„Unb ich meinte, die Schweiz sei dir eine zweite Heimat geworden! Du hörtest unsere Sprache, lebtest dabei im freiesten Lande der Welt — unb wir gehörten uns — nur unS —“
„5hi fürchtest Erinnerungen?"
Die leise DesorgniS in seiner Stimme war ihr nicht entaangen.
„Ja, Angela, wenn bu fragst —I Wir hatten abgeschlossen, wollten nie toieber zurück. Bur uns unb ber Kunst wollten wir leben! ES scheint mir nun, baß bas — — bereust bu etwa. Angela, baß bu bein Leben an ba« meine geleitet hast?" fragte er in rasch entfachter Desorgnls.
Da stand sie auf, trat hinter ihn und legte ihren weichen Arm um seinen Hals.
„Wie kommst bu daraus, Sascha? Bein, nicht eine Minute! Du hast mir soviel gegeben, wie kaum ein anderer Mann einer Frau geben kann! Mein Leben war ein Geben in Schönheit und Harmonie! 5hirch dich bin ich zur Künstlerin gereift! Du hast mir bie Wunber ber Welt gezeigt! Zu einer Höhe hast bu mich geführt, bie ich ohne dich nie erreicht hätte. Unb mein Geben war reich burch bich, wie selten eines Menschen Geben — unb bennoch —", wie ein Hauch fielen diese beiden letzten Worte von ihren Lippen, unb wehmütig sah sie vor sich hin. Er hatte sie überhört.
In seinen Augen leuchtete eS freubig auf. Er drückte feine Glppen gegen bie schmale Frauen- hanb, ble kosenb über fein Gesicht fuhr.
„Meine Angela, mein Weib! 5hi warst Aufheben?" Wieviel heiße Zärtlichkeit lag im Ton feiner Stimme, „— unb bu — — bu warst mein Halt in biefer kalten Welt — — bu haft mich verstauben, weil wir auf ben gleichen Ton gestimmt waren, bu hattest öa« gleiche Streben, begegnetest dem gleichen Zweifel unb bem gleichen Widerstand! Es war Schicksalsbestimmung, daß wir unS den Weg zur Höhe frei machten."
„Aber schwer ist eS. wenn ble Gedanken kommen!" bemerkte sie leise, .man Ist mit den Eltern, mit der Heimat doch mit tausend feinen, unzerreißbaren Fäden verknüpft — man wußte es nur nicht, bah fie noch da waren —.*
und nun bu wieder in Deutschland bist, ziehen diese Fäden so an dir, dah du sie spürst —" Tastend kamen die Worte, und scharf sah er die Frau an, über deren weißes Gesicht bi« unter das Haar eine purpurne Röte lief.
(Fortsetzung folgt)
Die ßigamannfdjaft der Spieloereinigung 1900, voraussichtlich in ber Aufstellung mit einigen Junioren aus ber Lehrmannschaft, tritt bereits morgen, Samstag nachmittag, gegen eine Fußballmannschaft der Universität zu einem Freundschaftsspiel an. lieber bie Spielstärke der Studenten ist kaum etwas zu sagen, da die Mannschaft erst zu Beginn des Wintersemesters aufgestellt wurde. In der Mannschaft der Studenten werden einige 1900er vertreten jein, bie allerdings in Gießern das erstemal an die Oeffentlich- feit treten. Die Spiele, die bisher zwischen der Uni- versität und den 1900ern ausgetragen wurden, brach, ten immer spannende Kämpfe mit wechselndem Erfolg ber einen ober anderen Elf. Die Blauweihen werden die Begegnung nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfen, wenn das Spiel nicht eine Ueber- raschung bringen soll. Die Junioren aus der Lehrmannschaft werden Gelegenheit haben, zu beweisen, ob sie der Liga eingereiht werden können. Man er- wartet ein Spiel, das fair ausgetragen wird, wie es bei den Spielen zwischen Universität und 1900 stets üblich war. — Am Totensonntag sind sämtliche Mannschaften spielfrei.
Handball der Stadtmannschast.
Die Stadtmannschaft spielt am morgigen Samstag, einer Einladung der Stadt Butzbach folgend, in Dutzbach gegen die dortige Stadtmannfchaft, die sich aus Spielern des Polizeisportvereins und des Turnvereins zusammenseht. Die Hiesigen werden voraussichtlich wie Im letzten Spiel gegen Wetzlar antreten mit: __
Gemütlich plaudernd saß man beisammen — c« war so nett im Schatten des großen Daumes — im schönsten Sonntagssrieden!
„Wie schön es doch bei uns ist!" sagte Inga, „ach, Mama, es wird so schwer, wenn ich daran denke, daß wir in vier Wochen nicht mehr hier sein werden! Muß eS denn fein? Ich mag gar nicht gern fort!" .
„Ja, mein Kind, es muh fein. Du sollst etwas von der Welt sehen! Man freut sich in Dresden schon auf unS! Meine Freundin, die Baronin Brandeck. hat fo viel Interesse für dich! Durch sie wirst du viel Zerstreuung haben! Sie ist fo lebenslustig, und ihre Gesellschaften zeigen alle eine originelle Aufmachung — bei Ihr langweilt man sich nie!"
„Hat deine Freundin einen Sohn, QHamaT fragte Hanno.
„Du weist doch, Hanno! Der junge Baron Drandeck ist sehr elegant! Und beliebt bei den Damen!"
„Diese Dadebekanntschast vom vorigen Jahre weiter zu pflegen, scheint bir sehr angenehm, Mama."
„Diese Bekanntschast ist schon mehrere Jahre alt, Hanno!" betonte ble Gräfin, „ich wünschte wohl, bu hättest ble Herrschaften tennengelernt. Mich freut eS, bah wir baburch in Dresden gleich so netten Anschluß haben."
Inga hatte aus bie Unterhaltung von Mutter unb Bruder geachtet und mit einem Male stieg In ihr die Ahnung aus, man wolle fie verheiraten! Hatte man vielleicht schon hinter ihrem Rücken über sie verfügt? Daher auch der Mutter rege Korrespondenz mit der Baronin, die bie Eltern vor ein paar Jahren in Kissingen kennengelernt hatten! Oh. sie bähte jetzt schon ben „Jungen, eleganten“ Baron Dranbeck. obwohl sie ibn noch gar nicht kannte. Aber sie lieh nicht so ohne weiteres über sich verfügen — eher lief sie bavon, bachte sie troyia. eine Ehe ohne Liebe schloß sie nicht. Doch wie ein schwerer Schatten legte eS sich auf ihre Fröhlichkeit. Sie wurde unwillkürlich stiller. Und Ebba konnte fich beute auch nicht so unbefangen geben. Hanno- Augen, die beharrlich auf ihr ruhten, störten fie. unb in einem unbestimmten Gefühl vermied sie. diesen herhschen Augen zu begegnen
Man hatte zu Abend gegessen.
Der junge Pfarrer, der den Flügel meisterhaft beherrschte, spielte auf Wunsch ber Gräfin Beethoven. Die Damen waren mit ihm in ben Musik-
faal gegangen, währenb ber Graf unb Hanno bei einem Glase Pfirsichbowle auf ber Terrasse saßen.
Tiefe Dämmerung herrschte in bem stimmungsvollen Raume, ber nur von ber Klavierlampe schwach erhellt wurde: alle Gegenstände ver- schwainmen in undeutlichen Umrissen, nichts lenkte von der Macht ber Töne ab, bie bie Zuhörer In ihren Zauber einspannen. Inga lag in einem großen Sessel. Sie konnte ben jungen Geistlichen, besten kluges, burchgeistigtes Gesicht von bet Klavierlampe schars beleuchtet würbe, unbemerkt beobachten.
Das Herz würbe ihr weit. Sie war ihm so gut — er erfüllte ihre ganzen Gedanken, unb wenn sie ihn nicht heiraten bürste — einen anderen nahm sie nicht! Mochte bie Mama auch Pläne mit ihr haben, wie sie wollte — fie würbe sich nicht fügen!
Ebba ftanb an bem breiten offenen Fenster, bas nach der Terrasse ging. Wie ber Flügel unter Christels Händen fang unb klang! Ach. bas war boch etwas anbere« als daheim bas ziemlich abgespielte Klavier! Sie fühlte förmlich feine Freude, hier schwelgen zu können: mit solcher Inbrunst hatte sie ihn noch nie spielen hören!
„Wunbervoll!" hauchte bie Gräfin, bie mit balbgeschlosfenen Augen im Sessel lehnte, ganz Dem Zauber von Christels Spiel hingegeben.
„Unb — wunbervoll!" flüsterte eS neben Ebba, die plötzlich zufammenzuckte: eine heiße Hand hatte sich aus die ihre gelegt — es war Hanno, der hinter dem Fenster stand, so dicht, daß ihre Schultern sich streiften unb sie einen Schritt weiter zurück in ben Saal trat, erschrockene Abwehr auf bem schönen Gesicht.
„Wunbervoll!" sagte Hanno nochmals. „Ihr Drüber ist ein Künstler, besten Sviel sogar mich, ben Unmusikalischen, angezogen hat."
Sie wandte chm das Gesicht zu. froh über das Lob. daS er dem geliebten Bruder spendete. Doch alS fie in feine Augen blickte, wußte fie, daß er eS nicht so gemeint, und daS, waS sie ihm hatte antworten wollen, blieb ungesagt: kein Wort wollte über ihre Lippen.
Bang trat fie vom Fenster weg zu Inga, sich über die Freundin neigend.
Schwer klopfte ihr daS Herz in der Brust.
6.
Der Jubel des Publikums na£m kein Ende.
Wieder und wieder mußte sich ber Bvrhang heben: stürmisch begehrte man bie unvergleichliche Iphigenie Immer noch einmal zu sehen, an der alle» vollendet war, Erscheinung. Sprache, Spiel. Man stand unter dem Eindruck eine- seltenen Erlebens und wollte dafür Dankbarkeit zeigen.
Geduldig h-rrte b geisterte Jugend cmBühnen- auSgang. winkte der Gefeierten zu unb war beglückt, al« ein freundlicher, etwas abwesender Blick au« ben strahlenben, großen blauen Augen der schlanken Blondine über sie glitt
Auch hier hat fich ... ..
sichrer herausaeschält. Als nächste folgt die beftän- bige Mannschaft von Ruttershausen. Gut hielten sich bie jeweiligen 2. Mannschaften von Londorf und Allendorf während sich die beiden Neulinge Nordeck und Allertshausen noch nicht so zur Geltung bringen
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Deuilld-Lellerrelch, i 1OO Eckivllng
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35.68
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Ungatilchf Noien .......
—
—


