Ausgabe 
20.10.1931
 
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Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

SJlXfpOTt

Wirtschaft

Verteidigung

immer

Gestern bessere Auslandbörsen

Oie deutschen Börsen

eher noch schärfere Formen an,

aris verlautet,

, 19.

4,20 58,98 92,81 16,29 16,64

170,41

21,86 92,31 57,73

2,53 97,70 82,34 37,67 72,75

4,22

59,22

93,19

16,35

16,70

171,09

21,94

92,69

57,97

2,55

98,10

82,66

37,83

73,15

Letzte Nachrichten.

Regierungspräsident Gaffen wird SiedlungSkommiffar.

Berlin. 20. Okt. (LNB. Funkspruch.) voraus­sichtlich werden heute vormittag die Verhandlungen über die Neubesetzung des Siedlungskommissariates zum Abschluß kommen. Nachdem der frühere preußische Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff abgelehnt hat, ist mit dem Regierungspräsidenten Sassen Fühlung genommen worden, der dem Zentrum nahesteht und als ein außerordentlich tüch­tiger Beamter gilt. Er hat bereits zugesagt, und man rechnet nun damit, daß die Ernennung bald erfolgen wird. Der Siedlungskommissar wird zwar nicht Mitglied des Kabinetts sein, aber dem Reichskanzler direkt unter ft ehen, wie die Regelung auch für den Fall gedacht war, daß Reichsminister Trcviranus diese Ausgabe über­nommen hätte. Treviranus behält übrigens auch nach der Uebernahme des verkehrsminisleriums d i e Leitung der O ft Hilfe zunächst weiter.

Feste Tendenz in Frankfurt.

Frankfurt a. M., 19. Okt. Auch in der neuen Woche begann der Effektenfreiverkehr von Bureau zu Bureau ih recht fester Tendenz, nach­dem bereits am Samstag für Spezialwerte Kurs­gewinne zu verzeichnen waren. Da jedoch der Ordereingang bei den Danken außerordentlich ge­ring war, bewegte sich die Llmsahtätigkeit in sehr engen Grenzen. Auf einige Meinungskäufe, an­geblich für Berliner Rechnung, traten gegen den Samstag bei Spezialwerten, wie Siemens, J.°G.-Farben, Reichsbank u. a. Kurser- Höhungenvon3bis5 Prozent ein. Auch einig? Lokalpapiere, wie Metallgesellschaft und Scheideanftalt, waren gut gefragt, bei Besserun­gen um etwa 2 bis 3 Prozent. Anregende Mo­mente bildeten die feste Haltung der deut­schen Werte im Auslande im Zusammen­hang mit dem Erfolg des Kabinetts Brüning im Reichstage, ferner erhofft man von dem Besuche Lavals in Amerika eine allgemeine Besserung der Weltwirtschaftskrise. Am Markt der festverzins­lichen Papiere wurden Reichsschuldforderungen zirka 3 Prozent, Gold- und Liquidationspfand­briefe 0,5 bis 1 Prozent höher gesprochen.

Leichte Abschwächungen in Berlin.

Berlin, 20.Okt. (WTB. Funkspruch.) Bei der sich langsam verbreiternden Basis des Telephonver­kehrs versickert das Geschäft als solches so daß man den Eindruck einer Verringerung der Umsatztätigkeit bekommt. Außerdem fehlt es heute fast vollkommen an Anregungen, und die Kurse erfuhren daher bei relativ wenigen Abschlüssen leichte Abschwä­chungen. Vie Festigkeit der Auslandbörsen wirkte etwas tendenzstützend, und so ergaben sich m e i st Kursrückgänge von 1 bis 2 v. fj. gegen gestern. Weitere rege Nachfrage bestand nach Goldpfand-

i2lmeri!ant|d)e Noten.......

Belgtiche Noten.........

Dänilche Noten ...

Englische Not.'n.........

Franzölftche Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Tcutscl,.Oesterreich, 100 Schilling Rumänische Noten........

Schwedische Noten Schweizer Noten.........

Spanische Noten Ungarische Noten . .

An der Londoner Börse herrschte gestern vom Anfang bis zum Schluß ein freundlicher G r u n d t o n. Britische Staatspapiere lagen beson­ders fest.

Sowohl die Pariser Börse, als auch Am- sterda m waren gestern auf einen recht festen Ton gestimmt. Der Erfolg des Kabinetts Brüning, der sich erst gestern auswirkte, hinterließ einen gün­stigen Eindruck, ferner rechnet man damit, daß die Unterredungen zwischen Hoover und Laval praktische Ergebnisse zeitigen werden.

Im Wiener Freioerkehr war die Tendenz bei teilweisen Besserungen freundlicher.

Die Neuyorker Effektenbörse eröffnete im Ge­gensatz zu den europäischen Plätzen in schwächerer Haltung. Eisenbahnaktien waren stärker angeboten.

An den i n t e r n a t i o n a l e n D e v i s e n m ä r k- t e n lag im Vormittagsverkehr das englische Pfund gestern kaum verändert, mit 3,88t gegen den Dollar, gegen die anderen Devisen war es eine Kleinigkeit fester. Interessant ist, daß gestern, wieder eine N o - tiz für die Reichsmark aus Paris zu hören war, nämUch 595, die ungefähr der Parität

Gelbe Raucherzähne 's;

das Richtige für meine Zähne. Nach dreimalig. Gebrauch blendend weihe Zähne, trotzdem dieselben durch vieles Rauchen braun u. unschön wirrten. Ich werde nichts anderes mehr gebrauchen, als Thlorodont." Horst Berg. Man verlange nur die echte Chlorodont-Zahn» paste, Tube 54 Ps. u. 90 Pf., und weise jeden Ersatz dafür zurück,

dritte folgen ließ. Mit 3:0 wurden die Seiten gewechselt. Rach der Pause gingen die Wetzlarer mehr aus sich heraus, vermochten auch das Spiel fast während der ganzen zweiten Halbzeit offener zu halten, erzielten auch bereits in der 4. Minute ihr erstes, aber auch ihr einziges Tor. Der Kampf wogte hin und her, der Tormann der 1900er hatte nun öfters Gelegenheit, einzugreifen, hielt jedoch lein Heiligtum rein. Sein Gegenüber mußte da­gegen in der 40. Minute zum vierten M^le (Wil- helrni) den Ball passieren lassen.

Während bei den Gästen mit Ausnahme des guten Tormannes und des erwähnten Verteidi­gers niemand besonders hervorragte, zeigte bei den 1900cm Lippert wieder ein ansprechendes Spiel. Das Trio Heilmann-Lippert-Wilhelmi sand sich ganz gut zusammen. Best auf Links­außen konnte sich gegen den massiven Verteidiger nicht durchsetzen. Die Läuferreihe Glitsch, Langs­dorf, Henrich gut, Schneider und Jäckel in der

ligung zuverlässig. Schmidt im Tor wie außerordentlich sicher. Die 1900er müßten gegen einen technisch besseren Gegner ein erbau­licheres Spiel vorzuführen imstande sein. Es wurde reichlich viel hin und her geredet. Der Kampf wurde für ein Verbandsspiel fair ausge- iragen. Der Schiedsrichter aus Offenbach (Dill­

briefen, die sich gut behaupten konnten. Anscheinend suchen gehamsterte Geldbeträge auch weiterhin Anlage, nachdem die Gefahr einer Markentwertung durch die innerpolitische Entspan­nung behoben zu sein scheint. Auch bei den Spar­ta s s e n hat sich aus demselben Grunde in den letzten Tagen die Lage erheblich gebessert. Die Einzahlungen überwogen, und die Abhebungen haben wesentlich nachgelassen. lieber die gebesserte Devisenlage bei der Reichsbank läßt sich Positives noch nichts sagen, vor allem kann man die Weiter­entwicklung nicht voraussehen: im Augenblick sind jedoch die Devisenabhebungen bedeutend geringer ge­worden. Der Kampf zwischen Frankreich undAmerikaumdieGoldbestände nimmt

Spielvereinigung 1900 Gießen.

Spvg. 1900 SE. Wetzlar-Niedergirmes 4:1 (3:0).

Rach langer Zeit sah man auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe wieder einmal ein Derbands- spiel. Es entsprach in jeder Hinsicht den Erwar­tungen. Das Publikum folgte mit Spannung dem interessanten Kampf, der allerdings keine außer­ordentlichen Leistungen von einigen guten Ein­zelleistungen abgesehen brachte. Die m läng­ster Zeit reichlich unbeständigen Blauweißen be­mühten sich zwar anfänglich um Spielniveau lie­ßen sich schließlich aber doch das System der Gaste aufdrängen. Die Spielanlage litt bedenklich dar­unter und so war es nicht anders zu erwarten, als daß klare, zielbewußte Kombinationen sehr selten waren und nur einige Male vor dem Tor der Gäste entschlossen gehandelt wurde. Immer- hin reichte es für vier Tore, damit für den Sieg und zu den für die 1900er so dringend nötigen Punkten. Daß viele Gelegenheiten zum Torschuß unausgenüht blieben, versteht sich am Rande. Die Gäste waren kein zu unterschätzender Gegners sie waren eifrig und auf Erfolg bedacht. Der Sturm war jedoch sehr schwach und die Läuferreihe be­mühte sich vergeblich. Der beste Mann auf dem Platz war zweifellos der rechte Verteidiger der Gäste, der, so lange er nicht durch eine Ver­letzung gehandicapt war, den Blauweißen manche Gelegenheit zum Torschuß illusorisch machte.

Das Spiel begann bei ständiger, fühlbarer Ueberlegenheit der Plahbesitzer. Die Gäste ka­men nur zu einigen Durchbrüchen und gerieten erst gegen Halbzeit etwas in Fahrt. 2n der 20. -Minute flankte Best zu Lippert, jener gab ge­schickt zu Zeiler weiter und unhaltbar schoß Zel­ler zum ersten Treffer ein. Die Wetzlarer bemüh­ten sich um den Ausgleich, er blieb ihnen ver­sagt. In der 30. Minute fiel dagegen durch einen schönen Kopfball von Lippert das zweite Tor, dem kaum eine Minute später Wilhelmi das

* Der Großhandelsindex. Die vom Statistischen Reichsamt für den 14. Oktober be­rechnete Indexziffer der Großhandelspreise lag mit 106,7 um 0,6 v. H. niedriger, als in der Vor­woche. Dieser Rückgang ist fast ausschließlich auf Preisrückgänge für landwirtschaftliche Erzeug­nisse zurückzuführen. Die Indexziffern für die Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 97,4 (minus 1,6 v. H.), Kolonialwaren 95,1 (plus 1,8 v. H.), indu­strielle Rohstoffe und Halbwaren 99,4 (plus 0,1 v. H.) und industrielle Fertigwaren 133,5 (minus 0,1 d. S>.).

* Verlängerung der Zinsverbilli­gung für Getreideeinkäufe auf Ziel. Nach einer amtlichen Verlautbarung ist die vom Reich gewährte Zinsverbilligung für die zu Ge- treideeinkäusen in Anspruch genommenen Wechsel­kredite auf Geschäfte ausgedehnt worden, die bis zum 3. Nooemoer 1931 abgeschlossen und erfüllt sind. Dieselbe Maßnahme gilt für bis zum 3. No­vember 1931 diskontierte Wechsel, die als Bevor­schussung auf Lieferungsverträge gegeben wurden.

entspricht. Die letzte Notiz, am 3. September, lautete 604 und am 18. Juli 600. In London stellte sich die Reichsmark auf 16,65 gegen 16,574 am Samstag. In Amsterdam gab sie nach festem Be­ginn (58) später wieder etwas nach (57,65), doch war das Geschäft sehr gering. Gegen den Gulden stellte sich das Pfund gestern auf 9.57, gegen Paris auf 98,56, gegen Zürich auf 19,794. Der Dollar ging in Amsterdam auf die andauernden Goldverschisfun- gen etwas zurück.

An den Devisenmärkten waren auch am Nachmit­tag stärkere Veränderungen nicht zu beobachten. Das Pfund lag mit 3,88| gegen den Dollar gut behaup­tet. Die Reichsmark eröffnete in Neuyork mit 23,50 etwas fester, schwächte sich aber dann auf 23,45 ab. In Amsterdam ging die Reichsmark wieder auf ihren Samstagstand von 57,40 zurück, auch der Dollar war in Amsterdam mit 246,274 schwächer. Termindollars lagen im Angebot. In L o n do n schloß die Reichsmark unverändert mit 16,68, Holland mit 'S,56, Schweiz mit 19,79 und Paris mit 984.

Frankfurter Eiermarkt.

Frankfurt a. M., 19. Okt. 3m Frankfurter Eiergeschäft hielt auch in den letzten Tagen die freundlichere Grundstimmung an, wenn auch die Aufwärtsbewegung der Preise zum Stillstand ge­kommen ist. Die Zufuhren in frischen Eiern haben sich weiter merklich verringert, während auf der anderen Seite das Angebot von Kühlhauseiern mehr und mehr zunimmt, die indessen zu keinem befriedigenden Geschäft führten, da der ohnehin schon schwach einkaufende Konsum Frischeier be­vorzugt. Die Preise blieben allgemein gut gehal­ten, so daß man die augenblickliche Tendenz als gut stetig bezeichnen kann. Es notierten in Pfen­nig per Stück ab loco Frankfurt a. M.: Bulgaren 10,0010,50, Jugoslawen 9,7510,00, Rumänen 9,7510,00, Russen 8,009,00, Polen 9,009,50, Holländer 11,50-13,50, Dänen 11,50-13,50, Bayern 10,0010,50, Dt. Frischeier 11,0013,00, Kühlhauseier 10,0012,00, Mittel- und Schmutz­eier 7,508,50 Pfennig.

ständnisvollem Dortrag mit ansprechender Stimme zwei Volkslieder und fand verdienten starken Bei­fall. Herr Kuhnert wartete "mit zwei Dar­bietungen zur Violine auf, Paul Gerhard wies nach, daß er nicht nur ein tüchtiger Sports­mann, sondern auch ein guter Rezitator für hu­morvolle Gedichte ist. Reinhard Depperling wußte mit einem sinnigen Gedicht den Abend ein­zuleiten.

Um den DFB.-Pokal.

wie Westdeutschland verlor ...

Das noch ausstehende Vorrundenspiel um den Pokal des Deutschen Fußball-Bundes, das am Sonntag vor 10 000 Zuschauer in Breslau aus­getragen wurde, endete mit einer Riesenüber­raschung. Südostdeutschland konnte die west­deutsche Els, in der die Läuferreihe vollkommen ausfiel, klar mit 3:0 schlagen und sich damit für die Zwischenrunde qualifizieren, an der noch Süd- und Rqrddeutschland, sowie Berlin teilnehmen. Südostdeutschland zeigte während des ganzen Spiels eine abgerundete gute Leistung und siegte verdient. Besonders erfolgreich agierte der Sturm, der mit seinen Flachkombinationen der westdeut­schen Deckung zu arbeiten gab. Bei der westdeut­schen Elf wollte auch gar nichts glücken. Spielte der Schalker Sturm hilflos und zerfahren, so stand ihr die Läuferreihe in nichts nach. Einzig die Ver­teidigung mit dem Kasselaner Weber erfüllte zusammen mit dem Schalter Torhüter einiger­maßen die gestellten Erwartungen.

Schon in den ersten Spielminuten schälte sich eine Lleberlegenheit der Schlesier heraus, die immer wieder die gegnerische Läuferreihe überlief. 3n der 25. Minute kam der Südosten durch Ioppich zu seinem ersten Treffer. Zwölf Minuten später erhöhte derselbe Spieler auf 2:0 und wieder war es 3oppich, der kurz vor dem Wechsel zum dritten Male unhaltbar einsandte. Rach der Pause tauschte Kuzorra mit 3atzek, ohne daß dadurch der Sturm an Durchschlagskraft gewann. Die Schle­sier waren auch jetzt weiterhin überlegen, ohne aber das Ergebnis verbessern zu können. Die Ent­scheidungen des Danziger Schiedsrichters fanden nicht immer den ungeteilten Beifall

175 Meter Meisterscheibe: 1. Preis E. Gondner, 2. Preis H. Kummerow, 3. Preis H. Blum.

Die Ehrenscheibe 10 0 Meter erschoß H. Kum­merow und die Ehrenscheibe 17 5 Meter R. Barthelmes. Dereinsmeister wurde Ed. Gondner.

Leichtathletik-Saison 1931.

Das Fazit der Spielvereinigung 1900.

Die Leichtathletikabteilung vereinigte am Sams­tag Mitglieder und Gäste zu einer Siegesfeier. Die Feier stellte den gesellschaftlichen Abschluß der Saison dar und nahm einen harmonischen Ver­lauf. Der Trainer der Leichtathletik-Abteilung, Willy Schmidt, begrüßte die Teilnehmer und gab einen Rückblick auf die für die Leichtathletik- Abteilung so überaus erfolgreiche Saison 1931. Richt weniger als insgesamt 26 Veranstaltungen wurden von den Leichtathletinnen und Leichtathle­ten der Spielvereinigung 1900 bestritten. 84 erste, 86 zweite und 69 dritte Siege stellen das Ergebnis dar, auf das die Abteilung mit Recht stolz sein kann. Mit besonderer Genugtuung könne man, so führte der Redner aus, auf die Vertretung der Spielvereinigung 1900 durch den Marathonläu­fer Gerhard zurückblicken, der in verschiedenen klassischen Wettbewerben vorzüglich abschnitt und dem Ramen seines Vereins zu gutem Ruf weit über Gießens Mauern hinaus verhalf. 3n einem dreifachen schneidigen Hipp-Hipp-Hurra klangen die Worte aus. Der Vorsitzende des Vereins, Dr. G u y o t, gab ebenfalls seiner Freude über die Erfolge der Leichtathletik-Abteilung Ausdruck und gedachte besonders der Verdienste, die sich die Herren Georg R i ch t b e r g , Willy Schmidt und Hans Meyerhofs (3ugendabteilung) um den Verein erworben haben. 3m weiteren Ver­lauf des Abends trugen verschiedene Mitglieder durch gesangliche, musikalische und humoristische Vorträge zur Unterhaltung bei. Fräulein Linnh E tz e l m ü 11 e r sang überraschend sicher in ver-

daß die Bank von Frankreich am Donnerstag wahr­scheinlich eine neue Diskonterhöhung vornehmen will und damit die alte Relation vom Neuyorker Dis­kontsatz wiederherstellen wird. Die Gerüchte über eine angeblich bevorstehende Aufgabe des Goldstandards durch die Vereinigten Staaten wurden in Neuyorker Bankkreisen als vollkommen unbegründet bezeichnet. Auch Kanada ergriff besondere Maßnahmen, um die Stabilität seiner Währung zu sichern. Es habe zunächst mit sofortiger Wirkung die A u s f u h r v o n Goldmünzen und Goldbarren verbo- t e n. Die Bemühungen innerhalb der Maklerschaft, eine Verständigung zwischen den Telephonmaklern und den freien Maklern herzustellen, gehen weiter. Verschiedene Vorschläge wurden heute unterbreitet, so z. B. den Telephonverkehr nur an drei Tagen in der Woche abzuhalten, doch sind alle diese Fragen noch in der Schwebe. Demnächst soll eine Kommission ein­gesetzt werden, die sich mit den gesamten Fragen des Freiverkehrs befassen wird, diesbezügliche Schritte sollen beim Börsenoorstand bereits unternommen fein.

kreis) war gut.

VfB.-Gießen.

VfB. Ligareferoe Hermannstein I 0:2.

Die Zweite des VfB. konnte ihr Verbandsspiel nur mit 10 Mann bestreiten. Trotzdem war die Partie jederzeit offen und die VfDer muhten sich crst in der letzten Viertelstunde geschlagen beken­nen. Dis zur Halbzeit vermochte keiner der Geg­ner Erfolge zu erzielen. VfB. hatte verschiedent­lich Pech mit Schüssen. Die Aussichten auf die Meisterschaft sind durch diesen Spielverlust ge­ringer geworden.

Zugendspiele.

Die 1. Schülermannschaft weilte in Steinbach und vermochte gegen die dortige gleiche Mann­schaft 4:1 zu gewinnen. Die VfDer sind in dieser Saison dadurch benachteiligt, daß die jeweiligen Gegner körperlich den kleinen VfDern überlegen -sind. Das sonntägliche Spiel stand bei Halbzeit 0:1 verloren, aber mit anerkennenswertem Eifer kämpften die VfDer um den Sieg, den sie auch verdient an sich brachten.

Handball im Gan Hessen (D. T.)

To. v. 1846 I VfL. Wetzlar 1 8:3 (2:1).

Während der 1. Halbzeit sah es keineswegs nach einem hohen Siege der Einheimischen aus. Zwar konnten sie bald mit 2:0 in Führung gehen, doch leisteten die Domstädter hartnäckigen Wider­stand und konnten das Spiel durchaus offen ge­stalten. Dor der Pause kam der Gießener Sturm zu keiner einheitlichen Aktion, in erster Linie wohl bedingt durch die Umstellung. Außerdem spielte sich fast alles auf der rechten Seite ab. Links­außen und halblinks wurden, obwohl beide öfters freiftanben, kaum bedient. 3n der Hintermann­schaft klappte es dafür um so besser. Rach der Pause tarnen die 1846er langsam auf. Schönes Zusammenspiel erbrachte 6 Tore, denen die Wetz­larer nur 2, beid? durch Strafwürfe erzielt, ent­gegensetzen konnten. Das jederzeit anständige Spiel hatte in Weber, Polizei Butzbach, einen guten Leiter.

To. Wetzlar II 1900 II 3:5.

1900s zweite Mannschaft kehrte am vergange­nen Sonntag mit einem beachtlichen 5:3-Sieg aus Wetzlar zurück. Die Spielvereinigungsleute legten von Anfang an mächtig los und führten schon nach knapp fünf Minuten 2:0. Kurz vor Seiten­wechsel hatten die Turner jedoch den Dorsprung wieder aufgeholt, als den Gießenern gelang, ein drittes Tor anzul^ingen. 3n der zweiten Halbzeit wurde der Sieg durch zwei von Herbert verwandelte Strafwürfe sichergestellt. Wetzlar kam nur noch einmal zum Torerfolg.

Die 3ugend weilte ebenfalls beim Tv. Wetzlar zu Gast. Die 1900er waren den weitaus kräftigeren Turnerjugendlichen in keiner Weise gewachsen und verloren 15:2.

Abschießen

der Schützengesellschast 1926.

Bei dem am Sonntag abgehaltenen Abschießen auf dem Waldschießstand wurden folgende Preise errungen:

10 0 Meter Meisterscheibe: 1. Preis R. Barthelmes, 2. H. Kummerow, 3. E. Gondner, 4. H. Blum, 5. K-. Becker, 6. H. Götz, 7. F. Dewald, 8 E. Beyer, 9. H. Ruhl, 10. H. Schmitz, 11. Preis ch. Gebauer.

Büchertisch.

D. Heinrich Matthes: Theologische Propädeutik. Das Wesen des evangelischen Christentums in Glaube, Frömmigkeit und Lebens­gestaltung. Geh. 6 Mark, Leinen 7,50 Mark. (Van- denhoeck & Ruprecht, Göttingen.) 182. Es scheint, daß die Säkularisationsbewegung, die die Mensch- he>t aller Erdteile ergriffen hat, auch in denjenigen Gebieten, in denen die Konfessionsschule vorherrscht, den Ausbau dieses Faches immer dringender for­dern wird. Die Anfänge hierzu liegen schon in den Pädagogischen Akademien Preußens vor, in der Art, daß Theologische Propädeutik Lehrfach ist und in den Universitäten Jena und Leipzig ist die Ein­richtung getroffen, daß für die Studierenden der Pädagogik Vorlesungen der Professoren der theolo­gischen Fakultäten gehalten werden. In den Dienst des Ausbaues dieses neuen wissenschaftlichen Ge­bietes will sich vorliegende Schrift stellen. Sie möchte werben für den Gedanken des Aufeinanderange­wiesenseins nicht nur von Kirche und Schule, son­dern auch von theologischer Wissenschaft und päda­gogischer Wissenschaft, sowie für die Erkenntnis, daß nicht nur wie bisher Lebensströme von der päda­gogischen Wissenschaft in die theologische Wissenschaft fließen, sondern daß aud) umgekehrt Lebensströme von feiten der theologischen Wissenschaft durch die Philosophie, Psychologie und Pädagogik ausgenom­men werden. Die christozentrische Grundauffassung bedingte den Aufbau derart, daß die Lehre von Christus und von Gott an erster Stelle stehen, der Gottesglaube und die evangelische Ethik aber als die Wirkung der Christusoffenbarung zum Ausdruck kommen.

Arnim O. Huber:Auf wilden Pfa­den im neuen Kanad a". (Strecker & Schröder Verlag, Stuttgart.) 248. Ein Buch voll des ur- wüchsigen Lebens und voll eines befreienden ein­fachen Humors. Ein Buch, das sicherlich bei Er­wachsenen, wie auch bei Jugendlichen gleich viel Freude auszulösen vermag, der Phantasie weiten Spielraum läßt und zugleich Wissen vermittelt. Das alles aus der Hand und aus dem Herzen eines unvoreingenommenen jungen Mannes, der mit 19 Jahren im Bewußtsein seiner überschäumenden Le­benskraft seine pfälzische Heimat verläßt und über dem Teich eine neue Heimat sucht und findet. Das Buch breitet vor dem Leser ein abenteuerliches Le­ben aus, das intensiver nicht gedacht werden kann.' Als Farmer, als Trapper im kanadischen Busch, als Abenteurer und Fallensteller schlägt sich der Ver­fasser durch das Leben, er wohnt im Urwald allein und kämpft mit Tieren und Naturkräften um seins Behauptung: er gerät unter Vagabunden und Ver­brecher und bewahrt sich sein reines Herz, um schließ­lich wieder zurückzufinden zur Natur, die ihm oft­mals mehr zu geben vermochte als die Menschen. Seine Erlebnisse schildert er in einfachen Worten und doch mit einer frappierenden Klarheit. Immer wieder stößt man auf eine feine Art der Naturbe­trachtung, auf viel Tierliebe, die das Buch und den Verfasser sympathisch machen. Daß der Verfasser sein Buch mit selbstgezeichneten Bildern zu schmücken weiß, schließt den Kontakt vom Erzähler zum Leser. Das frische, lebendige, unproblematische Buch ist mehr als eine Reiseschilderung.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

* Das. Amtsverkündigungsblatt Rr. 71 vom 16. Oktober enthält: Falsche Reichs­banknoten. Die Erhebung einer Diersteuer in der Gemeinde Saasen. Die Eröffnung des ordentlichen Lehrganges 1931/32 an den landwirtschaftlichen Schulen. Das öffentliche Kraftdroschkenwesen. Dienstnachrichten.

19Cfiobtr

20. Oktober

Amlllche Noiieruna

Amiliche Notierung

Geld

»riet

Geld

»ries

Heliingior« .

8,54

8,56

8,49

8,51

Wien. . .

57,94

58,06

58,44

58,56

Prag . . .

12,47

12,49

12,47

12,49

Budapest . .

73,28

73,42

73.28

73,42

Sofia . . .

3,072

3,078

3,072

3.078

Holland . .

170,78

171,12

170,78

171,12

Oslo . . . . Kopenhagen

92,51

92,69

92,91

93,09

93,01

93,19

93,41

93,59

Stockholm

97,90

98,10

98,40

98,60

London. .

Buenos Aires

16,33

16,37

16,40

16.44

0,983

0,987

0,978

0,982

Neuyorl .

4,209

4,217

4,209

4,217

BrüIIcl. .

59,14

59,26

59,14

59,26

Italien. .

21,83

21,87

21,83

21,87

Varis . .

16,65

16,69

16,64

16,68

Schweiz .

82,52

82,68

82,52

82,68

Spanien .

37,81

37,89

37,66

37,74

Tanzig. .

82,62

82,78

82,92

83,08

Japan . .

2,076

2,080

2,076

2,080

Rio de Ian

0,257

0,259

0,252

0,254

Jugoslawien Lissabon .

7,473

14.89

7,487

14,91

7,473

14,89

7,487

14,91

Banknoten