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Aus der Prvvinzialhauptstadt.

Dtehen. den 20. 2luguft 1831.

Wind über Stoppeln.

Das wogende Getreidefeld sank unter dem Schnitt des scharfen Stahl«. Tenn banden fleifitgc Hände die Garben. Ueberall standen m langen, geraden Leihen die Fruchthausen Aber nur kurze Zeit. Gs kamen die Leiterwagen und fuhren den Segen in die Scheune. Tie Setixr leeren sich. Mäuse und Hamster halten die Nachernte.

Fast all« leuchtenden Feldblumen flachen. Nur aus den Wiesen blühen sie noch, «berauch chre Zeit Ift bald gekommen Ter -werte Gra-schnitt wird die Herrlichkeit vernichten Tre Sonne tauscht uns noch mit ihrer Wärme, aber nur. wenn nicht trübt Regenwolken am Himmel dahinsegen. Tie Nächt« werden kühl, und frühmorgens liegen schon dichte Nebel über den Talgrunden. Ter Sommer nimmt Abschied. Bald werden sich die Schwalben aus den Teiephonleitunaen sammeln, um in wärmere Länder zu flehen An den Hecken winken schon rölliche Hagebutten, und aus dem dunklen Laube der Brombeeren glänzen die schwarzen Früchte.

Kalt schauen uns die kahlen Stoppelfelder an. Wo einst wogende Saaten sich leis« im Winde bewegten, da gähnt die Leere. Nur kurze, barte Reste starren un« entgegen. Aber überall drängt schon neue- Leben hervor. Niedrig wachsendes ilnfraut. oder auch junger Klee, haben nun Luft und Licht und können sich entfalten. Ein Bild de- Lebens. Aus den gelben Stoppeln quillt frische- Grün nach. Tie überströmende Kraft der jungen Pflanzen wird bald die allen Reste über­wuchert haben.

Erhebt sich ein stärkerer Wind, bann jauchzen die Knaben und holen ihre Trachen hervor. Nun schweben sie oben am Himmel. Wie sie vom Winde hin und her geschaukelt werden! Ueberall stehen Knaben und Mädchen und schauen zu. Auch man­cher Erwachsene bleibt stehen und gönnt den großen Vögeln einen Blick, vielleicht nicht ohne Rührung der eigenen Jugendzeit gedenkend. Ter Sommer nicht Abschied.

In den HauSgärten aber stehen die Rosen in der zweiten Blüte, Tahlien und Astern leuchten in allen Farben. Ist e- nicht wie ein Ausgleich: Traußen da- sterbende Feld, im Garten noch einmal ein letztes Aufglühen aller Blumen?

Wenn sich der Wind gelegt hat, die Sonne aber mit unverminderter Kraft vom Himmel strahlt, dann fliegen die Svmmerfäden durch die Lust, umfangen dich und legen sich fest an deine Kleider, spinnen sich ein in dein Haar. E- sind die ersten Zeichen des scheidenden Sommer-. Wir schauen gedankenvoll den weißen Fäden nach, erinnern uns noch einmal an die paar schönen Sommertage, die un- da- Regenjahr 1931 schenkte, und gleiten sachte in die Abschied-stimmung.

Es ist worden kühl und spät, Nebel auf der Wiese weidet, durch die öden Haine weht Heimweh: alle- flieht und scheidet.

(Genau.) W.

Veränderungen im Solo-Personal des (Siebener GtadttheaterS.

Aus dem Siadttheaterbureau wird uns geschrieben:

In Ergänzung unserer 'TRitteihmgen über den Wechsel des Personals und über die Abschlüsse sämtlicher mit Ablauf der vergangenen Spiel­zeit hier ausgeschiedenen Mitglieder weisen wir darauf hin, daß von den bisherigen Solokräften die folgenden auch im kommenden Winter dem Gießener Stadttheater verpflichtet werden konn­ten: Von den Tarnen: Beatrice Doering, Maria Koch, Luise Schubert-Jüngling. Agarhe Walther-Lederer und Elisabeth D i e l a n d e r. Don den Herren- Karl Druck, Peter Fassott. Jochen Hader, Heinrich Hub, Paul Nieren, Raimund Schelcher, Karl To Id . Anton Wahlen. An neuen Mit­gliedern wurden bisher von der Intendanz ver­pflichtet: Edith Berger vom Deutschen Theater in Brünn als 1. jugendliche Salondame, Albert I a n s ch e k von den Münchener Kammerspielen und den Salzburger Festspielen alS 1. jugend­licher Bonvivanl, Walter Michel vom Düssel­dorfer Schauspielhaus als Liebhaber und Gert Geiger von den Heidelberger Freilichtspielen auf dem Haarlah alS Ehargenspieler. Don den neuengagierten Mitgliedern stammt Walter M i - chel aus unserer Provinz Oberhessen; er ist der Sohn des KreisdirektorS in Lauterbach.

Taten für Donnerstag, 2V August.

1153: der Kirchenlehrer Bernhard von Clairvaux in Clairvaux gestorben; 1827: der belgische Schriftsteller Charles de Coster in München geboren; 1914: Papst Pius X. in Rom gestorben; 1917: der Chemiker Adolf von Beyer in München ge­storben

(Siebener Wochenmarktpreise.

Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butrer 140 bis 150 Pfennig das Pfund, Matte 30 bis 35, Wirsing 8 biS 10, Weißkraut 8 bis 10. Rot­kraut 10 btS 12, Gelbe Rüben 8 bis 10; Rote Rüben 10 biS 15, Spinat 20 bis 25, Römttchkvhl 8 bi» 10. Bohnen 15 bis 25. Unter-Kohlrabi 5 bi« 6. Erbsen 15 bis 20. Tomaten 15 bis 20. Zwiebeln 10 bis 12, Kürbis 5 bis 6, Pilze 20 biS 25. Kartoffeln 31 . bi« 4. Frühäpfel 12 bis 15. Falläpfel 4 bis 5, Dirnen 10 bis 20. Dörrobst 30 bi« 35, Heidelbeeren 20 bis 25. Pflaumen 10 bi« 15. Zwetschen 15 bis 20. Mirabellen 30 bis 35, Reineclauden 15 biS 20, Pfirsiche 40 bis 60; S: Helbeeren 30 bi» 35. Honig 40 bis 50. junge

ne 90 bis HO. Suppenhühner 90 bis 100;

: (zehn Stück, 60 bis 140. Tauben 50 bis ZO Pfennig daS Stück. Sier 9 bis 10, Blumenkohl 30 biS ZO, Salat 5 bis 10, ©alatgurfen 10 bis 20, Einmachgurken 2 biS 4, Endivien 10 bis 15, Ober- Kohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 biS 15, Sellerie 10 bis 15; Radieschen 10 bis 15 Df. dos Bündel; Kartoffeln 3 bis 3,50 Mark der Zentner.

Borrrotizen.

Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Alraune".

LU. Berufung Herr Dr. Friedrich Mau­rer. außerplanmäßiger außerordentlicher Pro- srfsor an unserer Universität, hat einen Ruf au die ordentliche Professur für deutsche Sprache Und Literatur in der Philosophischen Fakultät der Universität Erlangen erhalten.

" Sitzung deS ProvinzialauSschus- [«. Am Sams'ag. 22. August 1931. 8.30 Uhr. jrndet im Sitzungssaal deS Regierungsgebaudes

vom Hundert

Kru.HUE.

weiblich

männlich

weiblich

männlich

Aller

bis

1,9

1

541 722

590 418 330

259 177 121

62 20

16,7

22,3

18,2

13,0

10,2

8,0 5,5 3,8

1,7 0,6

22,7

22,7

7,5

11,3

7,5

17,0

1,9

7,5

verfügbar, i 9933 und

12

12

4

6

4

9

1

4

HUT.

weiblich

10

92

46

34

31

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6

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2

4

2

18

21

25

30

35

40 ,,

45

50 ,,

55

60 über

Frage zur Zell unbestimmt ist.

Ende Juli waren 9895 Arbeitsuchende 1 gegenüber Mitte Juli 9464, Ende Juni

100,0 100,0

18 Jahre

21

25

30

35 ,

40

45

50

55

60

65

65

Alu-, männlich

5 163 584 783 607 386 299 258 230 136

74 26

3240 53

Steigende Arbeitslosigkeit in Oberheffen

Bericht des Arbeitsamts (Sieben für Monat Juli 1931.

vom Hundert weiblich

Zusammen 3551 255

zu Gießen. Landgraf-Philipp-Platz 3. eine öf­fentliche Sitzung des Provinzialauslchuttes der Provinz Oberhesfen mii folgender Tagesordnung statt: 1. Antrag der Stadt Butzbach auf Aus- fpruch der Enteignung von Gelände des Hermann Küchel in Butzbach; 2. Wasserversorgung Decken- bach-RüddingShaufen; hier: Klage des Otto Decker in Deckenbach gegen den Polizeibefehl des Kreisamts Alsfeld vom 10. Februar 1931; 3. Antrag des Kreisamts Gießen auf Unter­sagung der gewerbsmäßigen Besorgung frem­der Rechrsangelegenheiten und der bei Behörden wahrzunehmender Geschäfte durch Karl Stoppel in Gießen. 4. Kkstge des Karl Christ in Wieteck gegen den Bescheid des Kreisamte Gießen vom 22. 3uli 1931 wegen Vertagung der Erlaubnis zum Betrieb einer Schankw.rttchaft mit Drannt- wein aus schon! auf der Urfuhun. 5. Klage des

Die Arbeit-lostgkell in Oberhesfen ist wieder im Ansteigen begriffen. Trotzdem die Einbringung der Ernte zu dieser Zeit eine große Rolle spielt, zeigte sich die Landwirtschaft nur in geringem Grade aufnahmefähig. Auch in den übrigen Be­rufen flaute der Beschäftigungsgrad ab. 3m ver­gangenen Jahre muhten wir teftftdlcn, daß die vrNchreitenden Rationalisierungsmaß- nahmen der Wirtschaft ein Anlaß gab. Ar­beitskräfte, die in Dauerbeschäftigung standen, zu entlassen. 3n diesem Jahre kommen noch die Kredllschwierigkellen hinzu. Bis vor kurzem laS man auf den Arbeitsbescheinigungen der ent­lassenen Arbellslräfte .Wegen ArbeitSrnangel entlassen" als Entlastungsgrund. Heute lieft man chon schroft.WegenKredltmanaelent- lassen", daS besaat, daß zwar noch in dem einen oder anderen Beruf zur Zeit Aufträge vor­liegen. aber nicht au «geführt werden können, da es an dem nötigen Betriebskapital fehlt. Viel­leicht kommt nach Bereitstellung größerer Kredite auch wieder eine Belebung des Arbeitsmarktes in Frage, liebet die Gestaltung deS ArbeitS- markteS kann nichts vorausgesagt werden, da die

männlich 0,1 4,6

16,4

22,0

17,2

10,9

8,4 73

63

3,8

2,1 0,7

100,0

3,9

36,1

18,0

13,4

12,2

2,3

7,8

3,1

0,8

1,6

0,8

100,0

3uli v . 3. 6479. Aus den Mitteln der Reichs- anstalt wurden 3694 Personen unterstützt, gegen­über 4373 des Vormonats und 4798 des Vor­jahres. Krisen Unterstützung erhielten 3315 Per­sonen. gegenüber 2399 des Vormonats und 817 des Vorjahres. 3n Arbeit vermittelt wurden 603 Arbeitskräfte. Don ihrem früheren Arbeitgeber wurden 186 Personen zurückgerufen. An Zu­gängen waren 2801 Arbeitsuchende zu verzeichnen. Arlteit gefunben, bzw. sich nicht mehr beim Ar­beitsamt gemeldet, haben 2062 Derionen. Don einigem 3nteresse dürfte die Altersgliede­rung der am 15.3uli ermittelten Hauptunter- stützungsempfänger (in der Tabelle unter HUE gekennzeichnet» der Arbeitslosenversicherung und der Krisenfürsorge sein. Aus den nachfolgenden Zahlen ersieht man, daß die Altersgruppen von 21 bis 40 Iahren am stärksten beteiligt sind. Man muh hierbei berücksichtigen, daß nach der Notver­ordnung Unterstützungsempfänger unter 21 Jahre nur auf Grund der Bedürftigkeitsprüfung Unter­stützung erhalten. Die Altersgruppen bei der Krisensürsorge reichen mir vom 21. Lebensjahr bis über 65 Jahre, da ja nur solche Personen Krisenunterstützung erhalten tonnen, die daS 21. Lebensjahr überschritten haben. Hier treten die Altersgruppen 21 bis 45 Jahre besonders hervor.

Arbeitsmangel enllassen, ebenso haben verschie­dene Sägewerke kürzlich eingestellte Arbellskräste wieder zur Gntlassung gebracht. Da das Holz­gewerbe sehr von dem Daumarkt abhängt, kann vorerst von einer Besserung der Markttage nicht die Rede sein. Verfügbar waren 616 Holzarbeiter gegenüber 592 des Vormonats und 406 des Vor- iahte«.

Bekleidungsgewerbe.

Die Deschäfttgungsmöglichkellen in den Berufen des Bekleidungsgewerbes sind unverändert geblieben. Die Schuhfabriken halten zum größten Teil ihren Betrieb mit Kurzarbeit aufrecht. Ver­fügbar waren 286 Personen gegenüber 239 deS Vormonats und 223 des Vorjahres.

Baugewerbe.

Die Fluktuation war im BerichtSmonat sehr groß, doch ist e ine S n tl a stun g n ich t e in- getreten, da verschiedene (Baufirmen infolge Beendigungen der Au sbesierungs arbeiten Ar­beitskräfte entfalten haben. Gerade im Bau­gewerbe sind kurzfristige Defchäfttgungen zur Zett vorherrschend. Mit einem weiteren Sinken der Arbeitslosenziffer in dieser BerusSgruPpe wird wegen der vorgerückten 3ahreszsit nicht zu rechnen sein Verfügbar waren 1714 Bauarbeiter gegen­über 1711 des Vormonats und 1104 des Vor­jahres.

Gast- und Schankwirtfchaftsgewerbe.

Eine Belebung der Markttage ist nicht einge­treten. vielmehr haben gerade die Saifonbetriebe reichlich Entlassungen von Personal vorgenommen, da eine größere Anzahl von Kurgästen abgereift ist und andere sich nicht angemeldet haben. Bei den ©ntlaffungen hat eS sich hauptsächlich um Zimmer- und Küchenpersonal gehandelt. Wir zähl­ten am Ende der BerichtSzeit 67 Arbeitsuchende gegenüber 67 des Vormonats und 26 des Vor- zahres.

Verkehrsgewerbe.

Die Lage des Arbeitsmarktes h<tt eine leichte Besserung erfahren, die hauptsächlich auf das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsbahn zu­rückzuführen ist. Auf Grund dieses Programmes konnten wir 92 Zeitarbeiter in Arbeit vermitteln. Für die übrigen Angehörigen dieser BerusSgruPpe beftanben keine Unterbringungsmöglichkeiten. Ver­fügbar waren 382 Arbeittuchende gegenüber 437 des Vormonats und 186 des Vorjahres.

Lohnarbeit wechselnder Art.

Die Deschästigungsmöglichkeiten für Angehörige dieser Berufsgruppe sind sehr gering. Verschie­dentlich konnten Arbeitskräfte in der ßanöttnrt- schaft zu Erntearbeiten untergebracht werden. Weiter waren Arbeitsmöglichkciten durch Wieder­herstellung des Straßenoberbaues vorhanden. Dem ArbellSmarkt standen 2043 Arbeitsuchende zur Verfügung gegenüber 1076 des Vormonats und 1203 des Vorjahres.

Angestelltenberufe.

3m Derichtsmonat ift eine wesentliche Verände­rung in bieten Berufsgruppen nicht zu verzeich­nen. Stellenfuchend waren 848 Angestellte ge­genüber 841 des Vormonats und 527 des Vor­jahres.

Berufsberatung.

Die Abteilung Berufsberatung wurde hn 3uli 1931 von 58 Rattuchenden (26 Knaben und 32 Mädchen» in Anspruch genommen. Die Besucher hatten teils Vollsschul-. teils höhere Schul­bildung. Die Außenbezirkssprechftunden wurden im vergangenen Monat von insgesamt 20 Knaben und Mädchen besucht.

Kreisamts Friedberg aus Dienstenthebung des Polizeidieners Klein in Ockstadt. 6. Klage des Wilhelm Rüb in Wenings gegen den Bescheid des Kreisamts Büdingen vom 4. 3uni 1931 we­gen Versagung der Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein.

Deutsch-englischer Echüleraus- tausch. Dom hiesigen Realgymnastum wurde in diesem 3ahre ein Echüleraustaufch mit den höhe­ren Lehranstalten Bradfords (Dorkfhire) veran­staltet. Heute um 20 Uhr treffen die zwölf Gießener Austauschschüler nach fünfwöchigem Englandaufenthalt wieder hier ein zusammen mit ihren englischen Freunden, die nun als Gäste der Gießener Familien für den gleichen Zeitraum hier weilen werden.

** Westfälische Reichswehr in Gie­ßen. 9m Laufe des gestrigen Tages kam eine Kraft-

Aus den einzelnen Berufsgruppen ist folgende- zu berichten:

Land- und Forstwirtschaft.

Trotzdem die Emtearbeiten in vollem Gange sind, wurden von den Landwirten in diesem 3ahr verhältnismäßig wenigArbeitSkräftean- gefordert. Dies mag wohl einerseits darauf zurückzuführen fein, daß im nördlichen und öst­lichen Oberheffen durch fchlechte Witterungsver- hältnifse die Srntearbeil nur schleppend vor sich geht und die Arbeit mit den vorhandenen eigenen Kräften erledigt werden können. Andererseits aber hat sich in sehr starkem Maße bemerkbar gemacht, daß Unterstützte bei den Landwirten um Arbeit nachgefragt haben unb fo vorhandene Stellen be­setzten. Die Forstwirtschaft hat in verstärktem Maße Waldarbeiter zur Entlassung gebracht. Dem Vernehmen nach sollen sämtliche Forstämter an­gewiesen sein, die Waldarbeiter wegen Sperrung der nötigen Mittel zu entlassen. Sollte diese Maß­nahme restlos durchgesührt werden, fo würde es zu einer starken Belastung dieser BerusSgruPpe kommen Am Ende der BerichtSzeit standen 206 Arbeitsuchende gegenüber 213 des Vormonats und 193 des Vorjahres zur Verfügung.

Bergbau.

Die Arbeilsmarkttage ist weiterhin unein­heitlich. Verfügbar waren 314 Drrgarbei er gegenüber 334 des Vormonats und 154 des Vor­jahres.

Industrie der Steine und Erden.

Die erhoffte Besserung der Arbeits­markttage durch die Auftragserteilung der Re.chS- bahn ist nicht eingetreten. Sin großer Teil der Betriebe erledigte die erteilten Aufträge mit den vorhandenen Arbeitskräften. Verschiedene Steinbrüche, und zwar die im nördlichen Ober- Hessen gelegenen, haben wegen Arbeitsmangel Steinarbeiter entlassen. Sin Betrieb beabsichtigt, still zu legen. Zur Zeit werden noch Verhandlun­gen über Einführung von Kurzarbeit geführt, jedoch scheinen diese Verhandlun^n er­gebnislos zu verlausen, da in diesem Betrieb Kurzarbeit aus betriebstechnischen Gründen nicht durchführbar wäre. 3m Grünberger Bezirk wur­den zwei Steinbrüche ftillgelegt. Am Ende der BerichtSzeit zählten wir 618 Stetn­arbeiter gegenüber 826 des Vormonats und 886 des Vorjahres

Metallindustrie.

Die Marktlage in der Metallindustrie und dem Handwerk hat eine leichte Besserung er­fahren. Dies ist hauptsächlich auf kurzfristige De- schästigungsmöglichkeiten des Handwerks, insbe­sondere des Bauhandwerks, zurückzuführen. Die Fluktuation in dieser BerusSgruPpe, sowohl in der Industrie als auch im Handwerk ist besonders groß. Zur Zell stehen dem Arbeitsmarkt 1763 Metall­arbeiter zur Dersügung. gegenüber 1821 des Vor­monats und 1102 des Vorjahres.

Rahrungs- und Genuhmittelgewerde.

Die Arbeitsmarktlage im Nahrungs- und Ge» nuhmlltelgewerbe ift in unserem Bezirk hauptsäch­lich von der Lage der Tabakindustrie abhängig. Verhältnismäßig ist diese Industrie noch zu­friedenstellendbeschäftigt. Ein Te.rieb hat leider stillegen müssen. Dem Arbeitsmarkt standen 350 Tabakarbeiter zur Dersügung gegen­über 352 des Dormonats und 206 deS Dorjahres.

Holzgewerbe.

Die Markttage für das Holzgewerbe neigt wie­der zu einer Verschlechterung. Sine ober- hessische Möbelfabrik hat ihre Arbeitskräfte wegen

tahr|d)ühentompanic in Gießen an, die kurzen Auf» enthalt tn der Kaserne nahm. Die Truppe kam mit ihren Motorrädern vom Truppenübungsplatz ®ün. zingen und befand sich auf dem Wege zur Gat> nison Münzberg (Westfalens, in der die Kom­panie stationiert ist. Die Soldaten nahmen in der Kaserne Zwischcnquartier, tankten Betriebsstoff und setzten am gestrigen Tage noch die Fahrt bis Laasphe fort.

Unredlichkeiten b e i der 61 a b t d e » waltung. Die Gießener Stadtverwaltung ist vor kurzem Unredlichkeiten eines städtischen Angestellten auf die Spur gekommen. Die Untersuchung des Vor­falles wurde sofort in die Wege geleitet und ist zur Zeit noch im Gange. Der in Betracht kommende An­gestellte wurde entlassen jedoch nimmt das Ver­fahren gegen ihn seinen Fortgang. Rach dem bisher vorliegenden Ergebnis ber Untersuchung handelt e« sich um einen geringfügigen Betrag.

eeDer gedeckte Tif ch". Da» ..Hau« bet Handarbeit" tritt in diesen Tagen w.eder mit einer Ausstellung an die Öffentlichkeit, die von feiten der Gießener Hausfrauen starke Beachtung sinden dürfte und auch bereite gefunden hat. 3n dem zur Zeit unbenützten Raum der Astoria- Lichtfpiele, Selter-weg, wird unter dem Titel ..Der gedeckte Tisch" eine Schau gezeigt, die tat­sächlich sehr sehenswert ist. 3n geschmackvoll« Aufmachung wurden Tische gedeckt, wie sie füt den Rahmen des größeren ober kleineren Haus­halte muftcrgultiq fein können. So wirb untet anderem eine Festtafel gezeigt, die sehr repräsen­tativ wirkt; tnan findet den Eßtisch der fiamihe vor, den Kafseetisch für eine kleine Gesellschaft, den Kasfeetisch für die Familie, den stilvollen Tce- tifch, die Aufmachung für Wein unb Bowle ustv. Den Hintergrunb für die AuSstelluna bilden eine Reihe von Handarbeiten, die in geschickter An­ordnung dem Raum ein besonderes Gepräge geben unb dabei doch die Aufmerksamkeit deS Besuchers nicht weniaer auf sich riehen, als die Tische selbst. Die ausgestellten Handarbeiten dürfen mit Recht in geschmacklicher unb technischer Hinsicht mit we­nigen Ausnahmen als sehr gut bezeichnet werden. Mit viel Aufmerksamkeit wird man das ver­wandte Geschirr, die Gläser, Porzellane. Schalen, die Vasen, die Beleuchtungskörper und nicht zu­letzt auch die Möbel betrachten, die im Verein mit den Handarbeiten in jedem einzelnen Arran­gement zu einem harmonischenGan^nvereinigt siicd. Um die Ausstattung der Ausstellung waren neben dem eigentlichen Veranstalter, demHauS der Hand­arbeit", noch verschiedene andere Gießener Firmen bemüht. Porzellane. Gläser, Kristalle usw. stellte die Firma Lang & Wiederstein, sowie die Firma Dach zur Verfügung. DaS Möbel­haus Hahn gab geschmackvolle Möbel, den Blumenschmuck stellte das DlumenhauS Dietz. Außerdem steuerten die Br übe« Schmidt verschieben« Ausstattungsgegenstände, Haus- unb Küchengeräte bei. Die sehenswerte Ausstellung ist noch biS einschließlich SamStag, 22. August, von 15 bis 19 Uhr geöffnet.

* Bürgersteig an der Frankfurter Straße. Die Stadtverwaltung läßt gegenwär­tig ben Bürgersteig auf bet Oftfelte bet Frank­furter Straße zwischen Thaerstraße unb Aulweg biS zur Wirtschaft zur Linde Herrichten. Auf rund 400 Meter Straßenlänge wurde der Boden eingeebnet unb mit Kies bestreut, so bah sich jetzt der Fußgängerverkehr auf beiben Straßen­seiten abwickeln kann.

Oie Llnweiterschäden im vorderen Odenwald und CRieth

Gefamtschaden etwa 150 000 Mark.

Darmstadt, 19. Aug. (WSN.) Wer heute einen Gang durch das Unwettergebiet im Modau-Tal und Ried unternahm, stellte mit Bedauern fest, daß di« sonst nach jedem Unwetter eintretende Besserung der Wetterlage diesmal in dem schwer heimgesuchten Bezirk ausgeblichen ist. In den Morgenstunden des Mittwoch gingen noch immer starke Regengüsse nie­der, wodurch Die Aufraumungs- und Ausbesserungs­arbeiten an den Dämmen größtenteils erschwert ober sogar illusorisch gemacht wurden. Gegen Abend trat endlich eine Besserung der Wetterlage ein, und die Sonne warf ein paar Blicke auf die überschwemmte Gegend. Die gefährlichste Stelle ist noch immer der Dammbruch am Sandbach bei Eschollbrücken. Schon nach Morgengrauen begannen die Arbeiten der Ortsbevölkerung, der Schutzpolizei und der Techni­schen Nothilfe. In gemeinsamer Arbeit ging man daran, vor allem das linke Ufer gegenüber der ersten Bruchstelle zu befestigen. In den Ortschaften des Modautales, in Eberstadt, Niederramftadt, Nieder- modou ufw. ift man ebenfalls eifrig mit den Auf- räumungsarbeiten beschäftigt. Von den Bewohnern wird den Feuer, und Bachwehren, die in der ver­gangenen Nacht oft unter Einsatz ihres eigenen Le­bens Hob und Gut sowie das gefährdete Vieh retten konnten, hohe Anerkennung gezollt. Verstärkt durch die Regengüsse des frühen Morgens unb Vormit­tags, führte bie Modau am Mittwochvormittag noch immer riesige Wassermengen, bie aus dem Waschen- bachtale neue Zuflüsse erhalten, talwärts. Di» reihenben Fluten führen noch immer Fruchtgarben, ausgerissene Sträucher usw. mit sich. Erst gegen Abend war ein langsames Abklingen der höchsten Flutwelle festzustellen.

Am Mittwochnachmittag haben Beamte des Stute turbauamtes, des Ministeriums für Arbeit und Wirt­schaft sowie der Provinzialbirektor ben Arbeiten bete gewohnt. Von sachoerstänbiger Seite wer­ben bie durch bas gestrige Unwetter angerichteten Schöben an Den Uferböschungen, ben Brücken, ben ausgerissenen Straßen, zerstörten Gebäuben, ver­schlammten Feldern, niedergedrückten Wiesen usw, auf mindestens 150000 Mark geschätzt.

Antrag auf Fürsorge für di« Unwetter-Geschädigten.

Der Hessische Landbund hat soeben im Hessi­schen Landtag solgenden Antrag eingebracht:

3m vorderen Odenwald hat am 18. August d. 3. ein furchtbares Unwetter gehaust, das erheblichen Schaden landwirischaftlicher und anderer Natur verursacht hat. Wie beantragen: Der Landtag wolle beschließen, die Negierung zu ersuchen: 1. Den Schaden in den vom Unwetter heim»- gesuchten Gebieten des vorderen Obentoalbe# so­fort durch ihre Aemter festftellen zu lassen; 2. den Geschädigten durch Erlaß von Grund­steuer des Staates und der Gemeinden und durch sonstige steuerliche Erleichterungen entgegenzu­kommen; 3. in besonders schwer gelagerten Schadensfällen den Geschädigten durch Unter» ftützung aus öffentlichen Mitteln zu helfen.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Gemeinden.

Israelitische Religionsgefellschaft. Sabbatfeier den 22. August. Freitag abend 7.05 Uhr; Samstag vor­mittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8.20. Wochengottesdienst: morgens 6.30; abends 6.30 Uh^