füllen, wenn gleichzeitig die Preise, sowohl der Produktion als auch der Konsumtion, beim ersten Erzeuger wie beim letzten Verbraucher, in Industrie, Handel und Landwirtschaft eine Senkung erfahren. Die.Erstarrung von Bindungen im Wirtschaftsleben wird noch weniger tragbar sein als bisher. Eine Auflockerung wird sich nicht mehr vermeiden lassen. — „Der Deutsche", das Blatt der Christlichen Gewerkschaften, sieht in dem Stillhalteabkommen die BrückefüreineendgültigeRegelung. Es handele sich daraum, neues Vertrauen zu schaffen, damit nach Ablauf der Stillhaltung und ohne innerdeutsche Zwangsmaßnahmen der internationale Zahlungsverkehr normal funktioniere.
Oie Tribute als Wurzel -es Llebels.
Skeptische Beurteilung auf der Rechten.
Die „DAZ." (Volkspartei) betont, daß in der Form eines feierlichen und öffentlichen Appells an die verantwortlichen Regierungen die These ausgenommen worden sei, daß das Problem der Tribute sich in außerordentlichem Maße als Element der Störung erwiesen hat. Das Blatt ist nach den bitteren Erfahrunaen der Vergangenheit außerordentlich skeptisch, nb der Appell an die Regierungen tatsächlich politische Auswirkungen haben werde. Auf die engstirnige Machtpolitik einzelner Staaten werde es kaum (Sintynicf machen, wenn in dem Bericht dargelegt werde, in welchem Umfange die finanzielle Erkrankung Deutschlands auf die anderen Länder zurückwirke. Ob man bereits berechtigt sei, von einer .Atempause bis zum Februar" zu sprechen, bleibe abzuwarten. Das praktische Ergebnis von Basel heiße zusammengefaht eigentlich nur: .Hilf dir selbst, dann können wir dir vielleicht auch helfen." — Die .Deutsche Tageszeitung" (Landbund) nennt die Be- fcheinigung der Kreditunfähigkeit eines Landes wie Deutschland, das noch immer über einen gewaltigen Prvduktionsapparat und Hilfsmittel verschiedenster Art verfüge, traurig genug. Gerade das aber zeige, daß eben diese deutsche .Kredit- unwürdigkeit" im Grunde politische Wurzeln hübe und insofern eben durchaus künst- lich sei. In Zukunft aber werde Deutschland immer wieder auf die politischen Tribute als auf den Hauptstörungsfaktor der Weltwirtschaft Hinweisen müssen. — Im .Lokalanzeiger" (Hugenberg) heißt es, wer sich nicht vvHustellen vermöge, daß Frankreich binnen sechs Monaten auf seine Vernichtungspolitik gegen Deutschland verzichten und allgemeines Weltvertrauen herbeiführen werde, der könne den offiziellen Schlußfolgerungen des Berichtes nur mit allergrößter Skepsis gegenüberstehen. Wer den Bericht nüchtern erwäge, könne nur herauslesen: .Habt ihr Deutschen kein Vertrauen ip die Einsicht der fremden Staatsmänner, dann habt ihr doch das Mittel, euch selbst zu helfen. Allerdings auf andere Weise, als das bisher in Deutschland versucht wird. Richt durch geduldiges Händefalten, sondern durch den Angriff auf die Wirtschaft der ander en.“ — Die .Deutsche Zeitung" (dtschnatl.) überschreibt ihren Artikel .Reue Galgenfrist". Die deutschen Vertreter hätten Schritt für Schritt den neuen Forderungen nachgegeben und damit zwar wiederum eine kurze Atempause, aber keine greifbaren Ergebnisse erzielt. Die zugestandene Freigabe der ausländischen Markguthaben bedeute eine neue Belastung.
Bank- und Wirischafiskreise sind unbefriedigt.
Versteifung am Tiskonlmarkt.
Berlin, 20. Aug. (ERB. Eigene Meldung.) In Dank- und Wirtschaftskreisen erblickt man in dem Baseler Stillhalteabkommen ein Kompro- miß, das die deutsche Wirtschaft keineswegs befriedigen könne. Der geringe Teil der Hoffnungen, der in Bafel erfüllt worden sei, habe noch erhebliche Einschränkungen erfahren. Angesichts der in Basel getroffenen Abmachungen, wonach den ausländischen Danken, die Markguthaben in Deutschland besitzen, zugestanden worden ist, ein Viertel dieser Beträge sofort und den Rest nach und nach innerhalb von sechs Monaten abzuziehen, sei bereits eine Versteifung am Diskontmarkt eingetreten. Es werde befürchtet, daß der Wirtschaft erhebliche Gelder, die sie notwendig zum Arbeiten braucht, verloren gingen. Gespannt sieht man in Dank- und Wirtschaftskreisen den Zins- Vereinbarungen von Dafel entgegen, da bisher über die Höhe der Sätze nichts bekanntgegeben wurde.
Or.Melchior über die Arbeiten in Basel.
Basel, 19. Aug. (CNB.) Der deutsche Sachverständige Dr. Melchior erklärte über die Arbeiten der Sachverständigen in Basel: Die Tätigkeit der Experten in Basel war unparteiisch und hat sich in einer Atmosphäre aufrichtiger Herzlichkeit abgespielt. Zum ersten Male ist es gelungen, ein Sanderproblem in den Rahmen eines Gesamtproblems hinüberzuleiten. Die Arbeiten wurden uns dadurch erleichtert, daß wir uns alle sehr gut kannten und uns gegenseitig volles Vertrauen entgegenbrachten. Ganz besondere Anerkennung verdient die Haltung M or e a u s, des ehemaligen Gouverneurs der Bank von Frankreich, der die Arbeiten sehr erleichtert hat. Die ganzen Besprechungen von kaum drei bis vier Tagen genügten, um den Grundriß unseres Berichts au entwerfen und den Weg zu zeigen, zu dem sich alle Länder orientieren müssen.
Oas Mindestmaß.
Die Meinung der „Baseler Nachrichten".
D a f e 1, 19. Aug. (TU. Funkspruch.) Die schweizerische Presse beschäftigt sich bis jetzt nur wenig mit dem Abschluß der Daseler Finanzverhandlungen. Die „Baseler Rachrichten" stellen fest, daß das Ergebnis nicht mehr sei als das Mindestmaß dessen, was man nach Lage der Dinge erwarten konnte, die Stillhaltung der beim Ausbruch der akuten Finanzkrise Mitte des vorigen Monats in Deutschland noch verbliebenen kurzfristigen Auslandsgelder. Dieses Mindestmaß hohe unter allen Umständen herauslommen müssen, denn eine weitere Rückziehung deutscher Auslandsgelder wäre für Deutschland mit nicht wieder gutzumachenden Folgen verbunden gewesen. Gegen oiese hätte es sich zur Wehr setzen müssen und Mittel dazu hätte ein Auslandsmora torium gegeben. Mit der Einigung in der Sttllhaltefrage sei den ersten
Aanlmch uni) Amerika haben nun bas Work
Restlose Streichung der internationalen Schulden muß der nächste Schritt sein.
Was sagt man in Paris zum Baseler Bericht?
Die Radikalen fordern eine Politik der Vernunft. — Der „Figaro" hetzt.
pari», 20.Aug. (WTB. Funkspruch.) Zu dem Ausgang dec Baseler Verhandlungen schreibt das Organ des radikalen Parteiführers Daladier, „L a Republique", die Bewilligung mittel- und lang- riftiger Kredite an Deutschland und die Mobilisierung kurzfristiger Kredite find nur Behelf- nifse, die das Aeberstehen schwieriger Zeiten erleichtern können, die aber die Lage nicht wieder festigen und auch nicht eine Garantie gegen neue gefährliche Drohungen sein werden. Das Problem ist ein organisches, es betrifft gleichzeitig den poungplan, also die Reparationen und die interalliierten Schulden. Und die europäische Solidarität, also die europäische Wirtschaftsunion und die Abrüstung. Aus Washington kann und muß die einzige Lösung für das Schuldenproblem kommen. Die einjährige Vertagung dieser Schulden hat bereits günstige Rückwirkungen gehabt, ohne den Gläubigerstaaten Abbruch zu tun. Das wird zweifellos ein Anfporn dafür fein, die einzige vernünftige und endgültige Lösung in Aussicht zu nehmen, nämlich re st lose Streichung sämtlicher Schulden. 3tn übrigen hat, was die europäische Einigung und die Abrüstung betrifft, hauptsächlich Frankreich das Wort, wird Ministerpräsident Laval, wenn er nach Berlin geht, weiterhin erklären: „Die Frage ist nicht aktuell"? 3n diesem Falle wird genau wie nach Locarno oder wie der vorzeitigen Rheinlandräumung die Gelegenheit nicht ergriffen werden und dann wäre es mit den Möglichkeiten für eine Annäherung, also eine Beruhigung in Deutschland und in Europa aus.
3n einer Zusammenfassung der in Berliner Kreien gebrachten Auffassung über den Ausgang der Baseler Konferenz erklärt die Agentur havas, daß man hieraus die Schlußfolgerungen ziehen muffe, daß die ausländischen Gläubiger Deutschland« im nächsten 3ahre vor die Alternative ge- tellt seien, entweder aus die Reparationen oder aus die Rückzahlung der kurz - i riftigen Kredite zu verzichten. — Der „Figaro" sieht In dem Ausgang der Baseler Kon- |
ferenz eine Lehre für die Gläubigerstaaten, wenn die ausländischen Geldgeber, so betont das Blatt, über die Möglichkeiten, wieder zu ihrem Geld zu gelangen, noch 3llusionen gehabt hätten, so würden sie durch das Ergebnis der Baseler Konferenz gründlich gehellt worden fein. Trotzdem dächten die englischen und amerikanischen Geldgeber jetzt daran, auch die französischen Reserven in das bodenlose Faß zu tragen, das der deutsche Finanzmarkt darstelle.
Amerika.
Gefährliche Auswirkungen der inner* polilifchen Lage.
Washington, 19.Aug. (WTB.) 3m Staats- departernent wurde die Baseler Resolution des Bankierausschusses mit großem 3nteresse diskutiert. Da der volle Text noch nicht vorlag, lehnte man eine amtliche Aeuherung ab. Dagegen wird in Kreisen der Republikaner der Vermutung Ausdruck gegeben, daß die Empfehlungen dieses Ausschusses hier sehr ernsthaft beachtet und nicht mehr wie in früheren 3ahren als ganz undiskutabel abgelehnt werden dürften. Allerdings sei die innerpotilifdje Lage wegen der wirtschaftlichen Depression und besonders wegen der kommenden Wahlkampagne so delikat, bafe öie Regierung es taum wagen könne, sich vor den Wahlen im nächsten Rooember Noch weiter zu exponieren, wie sie es durch den hoover-plan bereits getan hat. 3nsbeson- dere besteht die Befürchtung, daß, wie von demokratischer Seite bereits gestern angekündigt wurde, die Opposition gegen eine zu enge Verknüpfung mit europäischen F i- nanjfragen künftig von der Demokratischen Partei anstatt von konservativer republikanischer Seite kommen werde, da die Demokraten es vermeiden wollen, daß die Republikaner Hoovers Mitarbeit an der Weltsanierung als Verdienst der Republikanischen Partei ausschlachten. — Senator Borah erklärte, daß es Zeifverschwendung sei, eine Schuldenannullierung vorzuschlagen, „wenn man nicht Europa von den Sklavenketten der Friedensverträge und Rüstungen befreie, die feinen Untergang herbeiführten". Borat) fuhr fort, daß er für eine Schutdenannullie- rung fei, daß tiefe aber feiner Ansicht nach von einem wirklichen polilifchen und wirtschaftlichen Wiederaufbauprogramm für Europa begleitet sein müsse.
Kabineiisknsis in Ungarn.
Oie Regierung Bethlen tritt zurück. — Außenpolitischer Kurswechsel?
daß Zwangsversteigerungen überhaupt un» terbleiben sollen, solange keine durchgreifend» Besserung der Wirkschaftslage eingetreten ist, oder zunächst alle Versteigerungstermine um ein« bestimmte Frist hinausgeschvben werden.
Bredt übernimmt die Leitung der Wirtschastspartei.
Berlin, 19. Aug. (BDZ.) Der Reichs, ausschuß der Wirtschaftsparter, dem neben der Reichstagsfraktion auch die Vertreter der Landesparlamente an gehören, ist für den 8. September nach Berlin ein berufen worden. Am 7. September wird die ReichS- tagssraktion der Wirtschaftspartei ihre Beratungen zu den politischen Fragen zu End« führen. Die vom Fraktionsvorfitzenden Mollath angekündiate Sitzung ist dadurch überflüssig geworden, daß nach dem Schluß der gestrigen Sitzung der Parteivorsitzende Drewitz dem stell- vcrlretenden Parieivorsitzenden Professor Dr. Bredt die Führung der Parteigeschäfte bis auf weiteres übertragen hat.
Aus aller Welk. -
Heimkehr des „Graf Zeppelin" von der Lnglandfahrk.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist, von seiner Englandfahrt heimkommend, Donnerstag um 6.35 Uhr bei strömendem Regen gelandet. Reichlichrr Wasserballast, im entscheidenden Augenblick abgegeben, ermöglichte eine glatt« Landung. Die Schweizerfahrt ist wegen deS ungünstigen Wetters — über dem Bodensee herrscht Föhnsttmmung und es regnet in Strömen weiter — a b g e s e tz t worden. Der Rückflug deS Luftschiffes von England führte über Ostend«, Brüssel und Aachen nach Köln.
Eiserne» Ehejubiläum im Westerwald.
In Hilgert bei Montabaur können die Eheleute Klauer am 19. August das seltene Fest der eisernen Hochzeit begehen. Der Iubilar ist 91, die Iubilarin 86 Iayre alt.
Flugzeugabstürze während des Gewitters.
Während des heftigen G e w i t t e r s, das sich am Mittwochnachmittag über Paris entlud, war gerade ein Militärflugzeug aus Dijon über der Stadt angelangt, in dem sich ein Hauptmann und ein Sergeant befanden. Als das Flugzeug von Gewitterböen hin- und hergeworfen wurde, entschloß sich der Sergeant zum A b f p r u n g. Sein Fallschirm entfaltete sich ordnungsmäßig, aber er landete so unglücklich auf einer Mauer, daß er beide Beine brach und in bedenklichem Zustande ins Krankenhaus übergeführt werden mußte. Das von dem Hauptmann weitergesteuerte Flugzeug stürzte kurz darauf über der Dorstadt Neuilly in einen Garten ab. Der Führer wurde schwer verletzt in ein Hospital übergeführt. — Auch aus Jstres wird ein Flugzeugunglück gemeldet. Eine von einem Sergeanten geführte Maschine, in der sich auch ein Marineaspirant befand, st reifte eine Pappel und stürzte ab. Während der Aspirant auf der Stelle tot war, erlitt der Sergeant schwere Verletzungen und wurde in bedenklichem Zustande ins Krankenhaus eingeliefert.
B u d a p e st, 19. Aug. Im gestrigen Ministerrat hat sich die Regierung eingehend mit der allgemeinen Lage beschäftigt und ist zum Entschluß gekommen, mit Rücksicht auf die veränderten Verhältnisse ihre Demission zu geben. Infolge dieses Entschlusses ist Ministerpräsident GrafBethlen beim Reichsverweser in Audienz erschienen und hat die Demission des Kabinetts angeboten. Der Reichsoerweser hat die Demission zur Kenntnis genommen und gleichzeitig auf Antrag des Grafen Bethlen benähe- maligen Finanzminister T e 1 e s z k i und den Minister des Aeußeren Grafen Julius Karolyi zur Audienz gebeten, die noch im Laufe des Vormittags in der Königsburg erschienen. Graf Julius Karolyi hatte Besprechungen mit verschiedenen Politikern. Wie es heißt, wird sich das neue Kabinett voraussichtlich nur auf die beiden bisherigen Regie- rungsparteien stützen. Eine Einbeziehung der bisherigen Opposition ist nicht beabsichtigt.
*
Der plötzliche Regierungswechsel in Ungarn dürfte politischen Kreisen nicht ganz unerwartet gekommen sein. Gerade in den letzten Tagen haben sich jene Kräfte, die für eine außenpolitische Reuorientierung eintreten, immer stärker hervorgewagt. Es ist ganz offen ausgesprochen worden, daß Ungarn von der Gnade der stärksten europäischen Finanzmacht.
also Frankreich, abhängig ist und daß es in diesen krittschen Zeiten ein Ding der Unmöglichkeit sei, weiterhin mit jenem Staat zusammenzuarbeiten, der auf dem Balkan als Gegenspieler Frankreichs auf tritt. Graf Bethlen zeichnet nun aber für den italienischen Kurs Ungarns verantwortlich, ihm ist denn auch wiederholt zu verstehen gegeben worden, daß Ungarn keine ausrechende finanzielle Hilfe zu erwarten habe, wenn er weiterhin an der Spitze der Regierung bleibt. Auch der Reichsverweser hat eingesehen, daß Ungarn nur dann eine ausreichende französische Anleihe bekommen kann, wenn es sich von Italien loslöst uni> sich eine Regierung gibt, die schon durch ihre Zusammensetzung eine Garantie für eine französisch orientierte Polittk liefert. Der Rücktritt Dethlens ist eigentlich schon seit langem fällig, man woltte aber zunächst einmal die Zahlungsschwierigkeiten im Lande wieder beseitigen, die durch die Bankseiertage 1 entstanden waren. Das ist jetzt geschehen, der Weg für eine Regierungsneubildung ist also frei gemacht worden. Ob es Ungarn nun finanziell besser gehen wird, bleibt abzuwarten. Eins dürfte jedenfalls schon jetzt feststehen, daß jede Anleihe, die die Franzosen den Ungarn geben werden, an handfeste politische Bedingungen geknüpft ist.
Rvtwendigkeiten der Stunde Rech- I nung getragen, mehr allerdings nicht: | alles weitere bliebe noch offen. Der Kampf um einen langfristigen Kredit, um den Deutschland seit Iahr und Tag bemüht sei, könne von neuem beginnen.
Oer Eindruck in London.
Der Sturm gegen die Reparationen.
London, 20. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der Bericht des Daseler Sachverständigenausschusses wird von der gesamten Morgenpresse ausführlich wiedergegeben und von einigen Blättern redaktionell behandelt. „Financial Times" sagt: Der Bericht bringt die ganze Frage der Reparationen und Kriegsschulden aufs Tapet und zugleich die Frage der Beseittgung der anderen Hindernisse des Handels. Der Ausschuß sieht also in der Lage Deutschlands nur einen Teil des Weltproblems. Die Frage der Wiederherstellung des Verkehrs des Geldes und der Waren ist auf die Dauer viel wichtiger als die der kurzfristigen Kredite an Deutschland, wenn auch die Sicherung ihrer Fortdauer für weitere sechs Monate wahrscheinlich ist. — Der „Daily Telegraph" sagt, die Anregung der Bankiers, daß Deutschland keine internationalen Zahlungen zu leisten haben solle, habe in finanziellen und diplomatischen Kreisen «ine Sensation hervorgerufen, zumal die Danken gemerkt hätten, daß die deutschen Zahlungen di« finan- zielle Stabilität Deutschlands beeindrückten. De- sonders wichttg sei. daß die amerikanischen Dankiers an diesem Driese hervorragend beteiligt seien.
Oer Etatsausgleich in England.
ß o n b o n, 20. Aug. Wie verlautet, wurde im Kabinett über den Entwurf eines Programms zur Etatsausgleichung Uebereinftimmung er- zielt. Heber die Erhebung eines allgemeinen Finanzzolls wurde noch feia
Beschluß gefaßt. Die Beschlüsse des Kabinetts, das den Bericht des Wirtschaftsausschusses überprüft hat, stimmen nicht ganz mit den Vorschlägen dieses Ausschusses überein. Macdonald und Snowden werden heute vormittag den Führern der Konservativen und Liberalen diese Vorschläge zur Stellungnahme unterbreiten. Diese Vorschläge werden auch Vertretern der Arbeiterparte vorgelegt werden.
Wünsche des Handwerks.
Hypothekenzinfen. - Zwangsversteigerungen
Berlin, 18. Aug. (TU.) Der gegenwärtig hohe Stand des Reichsbankdiskonts hat für alle diejenigen Darlehnsnehmer, welche für langfristig aufgenommene Kredite, insbesondere für Hypothekenkredite, einen nach dem Reichsbank- fatz zu berechnenden Zinsfuß vereinbart haben, eine starke Erhöhung ihrer Zinsverpflichtungen zur Folge. Zu drn hiervon betroffenen gehören auch zahlreiche Handwerker, welche derartige Darlehen als Anlagekapital oder zum Zwecke des Grundstücks- e r w e r ö s ausgenommen haben. Aus diesem Zusammenhang heraus hat der Reichsverband des deutschen Handwerks den Reichs- Wirtschaftsminister dringend gebeten, daß derartigen unerträglichen Zinserhöhungen für langfristige und Hypothekarkredite, die sich aus der Bindung an die Reichsbanksähe ergeben, ein Ende bereitet wird und auch die gemäß der Verordnung vom 20. Iuli vorgesehenen Verzugszuschläge baldmöglichst auf ein erträgliches Maß herabgesetzt werden. Die grundstücksbesihen- den Handwerker sind gegenwärtig durch die Gefahr bedroht, daß bei etwa bereits angesetzlen Zwangsversteigerungsterminen die Grundstücke wegen der gegenwärtigen Geld- und Wirtschaftskrise nur zu sehr gedrückten Preisen verkauft werden können und das Vermögen des Schuldners infolgedessen auch zum Schaden der Gläubiger verschleudert wird. Der Aeichsverband hat die Forderung erhoben.
Oie Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Der Warmluftvorschub des neuen Atlanttktiefs ging im Laufe des gestrigen Tages sehr rasch von statten, so daß sich in der letzten Nacht infolge des schnellen und starken Temperaturumschwungs kräftige Gewitter bildeten die auch unseren Bezirk überquerten und innerhalb weniger Minuten annähernd 20 mm Niederschlag brachten..Der Kern der Störung befand sich heute morgen über den britischen Inseln und hat sich noch etwas vertieft. Infolgedessen ist dort die Luftbewegung ziemlich lebhaft geworden, was eine schnelle Weiterentwicklung zur Folge haben dürste. Somit wird unser Wetter weiter durch feucht- milde Ozeanluft bestimmt, d. h. es treten bei stärkerer Bewölkung noch öfters Niederschläge auf, und die Temperaturen behalten zunächst ihre hohen Werte bei. Durch den Zustrom kühlerer Luft an der Rück- feite setzt bann wieder Abkühlung ein, wobei die Niederschläge mehr in Schauer übergehen und von Gewitterstörungen begleitet sein werden.
VorhersagefürFreitag: WechselhafteS Wetter mit Riederschlägen, teilweis« begleitet von Gewitterstörungen, noch mild, südwestliche Wind«.
Vorhersage für Samstag. Weiterhin unbeständig und etwas kühler, zeitweise Regenschauer oder Gewitterstörungen.
ßufttemperaturen am 19. August: mittags 17,4 Grad Celsius, abends 18,4 Grad; am 20. August: morgens 17,4 Grad. Maximum 20 Grad, Minimum 12,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. August: abends 16,8 Grad: am 20. August: morgens 15,6 Grad Celsius. — Niederschläge 23,7 mm.— Sonnenscheindauer 4 Stunden,


