Ausgabe 
19.12.1931
 
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Hält

Oie Entwicklung der Borsigwerke - ein Stück deutscher Wirtschaftsgeschichte

Wenig günstige Aussichten in Basel

Oer Sonderausschuß wird vermutlich zu keinen radikalen Vorschlägen kommen.

stand darstelle.

Das Soovermoratorium vom Repräsentantenhaus angenommen.

Washington, 18. Dn- (ÖIB. Funkspruch.) Das Repräseotonleahau» nahm bas hoo- Dermoralorlum ra M 3 1 7 gegen 100 Stimmen mit dem vom Finanzausschuß angenommenen Zusatz, der sich gegen Streichung oder Herab­setzung der Kriegsschulden richtet, an.

Der ^imes"-Korrespondenl In Washington will erfahren Haden, Daß Staatssekretär S t i m s o n gestern vor dem Finanzausschuß des Repräsentanten­hauses einevertraulichcErktärungübcr die Aussichten in Zentraleuropa ab­gegeben habe, die er als höchst beunruhigend bezeichnet hätte. Ernste Ereignlsie könnten unter Umständen in den allernächsten lagen erwartet wer­den. Präsident Hoover hol gestern einigen witglie- dcrn des Finanzausschusses des Repräsentanten- Hauses bei einem Frühstück verschiedenes mitgeteilt, was aber nicht bekanntgeworden ist, da die Teil­nehmer zum Stillschweigen verpflichtet wurden. Es heißt ober, daß der Präsident die Welt­lage in den düstersten Farben gemalt und bemerkt habe, die vereinigten Staaten könnten sich den Schwierigkeiten der Weltlage nicht entziehen.

Oie Regierungsfrage in Hessen.

die RrrUP. da» zwaliiiün-sitspräch mit dem Zentrum für beendet >

Aus aller Well.

Starker Rückgang des Fremdenverkehrs.

3m dritten Vierteljahr 1931 zeigt der Fremden» verkehr in Deutfch'and gegenüber der gleichen Dor» jahrezeit einen Rückgang um rund ein Viertel (24,7 v.-). Die Beteiligung der Aus« länder am Fremdenverkehr Ift in noch stärkerem Maste fast u m 3 0 v. h gesunken, darunter die Zahl der Reisenden aus den Bereinigten Staa­ten um 41,4 p f). Diese Feststellungen beziehen sich auf 12 der mächtigsten Frernkenverkehrsorte Deutsch­lands. Mit Rücksicht auf die besondere wirtschaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrs ffür die deuttche Zahlungsbilanz u|ro) sollen die Erhebungen fünfte In wesentlich erweitertem Umfange durchgeführr werden

Keine Nachricht von Elli veinhorn

Elli Beinhorn, die zur Fortsetzung ihres Fluge« nach Oslosien von Bagdad abgeflogen war. wird vermißt Seit ihrem Abflug sind keias Rachrichten von ihr eingegangen.

Der Lhikagoer Verbrecherkönig Diamond ermordet.

Jack Diamond ist in seinem Landhaus« wäh­rend eines Belage» erschossen wor­den. da- anläßlich seine- Freispruch- in einem Entsührungsprozcß stattsand. Plötzlich erschienen zwei Unbekannte im Zimmer und eröffneten das Feucr aus Diamond au- Maschinenpistolen. Dia­mond erhielt viele Treffer in den Stopf, in- Ge­nick und In den ganzen Stör per D i e T ü t« t entkamen unerkannt in einem Kraftwagen. Die Polizei. Me erst am Freitag früh benachrich- tttgt wurde, nahm sofort die Untersuchung auf und verhörte zunächst Frau Diamond, eine früher« Revuetänzerin, die an dem Delage teilgenommen halte, sowie die übrigen Döste. e>ie Polizei und der Arzt, der den Tod sestgestellt £atte, erhielten gleich nach der Mordtat mysteriöse Telephon- anrufc. Jack Diamond war ein berüchtigter ame­rikanischer Älkoholschmuggler und neben 2TI Sa* pone der bekannteste Derbrecherkö- nig der Lhikagoer Unterwelt. Auf ihn

Eine enbgütiige Lösung sek auf der Konferenz nicht zu erwarten, man werde sich vielmehr auf ein Provisorium für d i e Dauer der Kri­se n z e i t beschränken. Einige AdendbläUer stellen ' " ' "'"erpoung.

Kommt eine Preissenkung bei der Reichspost?

Um die Verwendung der Notverordnung-» Ersparnisse.

Berlin. 18.Dez. (MTB.) Der Arbeit«, ausschust de- V e r w a l t u n g S r a t S der Reich-post beschäftigte sich mit den auch bei der NeichSpost auf Grund der Vierten Notverord­nung zu erwartenden finanziellen Ein­sparungen. Die Frage, ob die NeichSpost diese Grfpamifie ebenso wie die entsprecheni.cn Summen früherer Notverordnungen an dasNeichab- zu fuhren hat oder ob sie die Ersparnisse der Vierten Notverordnung für ihre Zwecke verwenden kann, ist von ausschlaggebender Bedeutung dafür, ob und inwieweit die Neich«- post in der Lage ift, Debührenherabset- z ungen vorzunehmen. Der Arbe t au schuft hat sich h ernach auf den Standpunkt gestellt, daft die durch Die neuen Lohn- und Gehaltskürzungen bei der NeichSpost ersparten Mittel der NeichS- post verbleiben müssen und demnach über den bereit- jetzt von der NeichSpost dem Neich zur Verfügung gestellten 3ah:e«b.trag von rund 240 Millionen Mark hinaus eine weitere Ablieferung im Hinblick auf die finanzielle Lage der NeichSpost und auf dringende Belange der Wirtschaft nicht stattfinden Darf. Der Ar- beitsausfchuft be'chloft ferner, daft die ® fvarnifse vor allem zurCrmäbigungderGebühren in dem allgemeinen, auch von der Wietscha.t ver­langten Nahmen, ferner zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit der NeichSpost und zur Vermeidung sozialer Härten im ArbeitSVerhä'.tniS der Be chä tiglen verwendet werden sollen.

Dieser Vefchluh deS ArbeitSau-schusfeS muh zunächst der Vollsitzung deS VerwaltunaSrateS unterbreitet werden, die voraussichtlich Anlang Januar -usammentreten wird. Wenn der Ver- waltung-rat den Beschlüssen beitritt, so hat no<t) Die NeichSreaierung ihre Zustimmung zu geben, daß die NeichSpost die eingesparten De- träge In diesem Sinne verwendet, anstatt sie der NeichSkassc zuzuführen. Die Ersparnisse werden im günstigsten Falle aus 120 Millionen Mark beziffert. In Aussicht genommen ift die Senkung der Fernsprechgebühren

Aufammenfaffen: Der Sonderausschuß hat festgestellt, daft es mehr als fraglich sei, ob aus dem deutschen Reichshaueyalt die Tributzahlungen bei der ilnlös- barfett der Arbeitslosenfrage hcrausgewirtschastet werden können. Aus der Deutschen Reichs­bahn hingegen sei das möglich, vorausgesetzt* daß die wirtschaftliche fionjunltur wieder aufwärts geht. Damit ist auch die Richtung, die das Gutach­ten nehmen wird, gewiesen. Der Sonderausschuß wird, wenn er das aussprechen sollte, sich vermutlich für eine ein st wellige Unterbrechung der Tributzahlungen einsetzen, nicht aber für eine gänzliche Streichung. Frankreich erhält durch Inaussichtstellung der Mög­lichkeit einer Wiederaufnahme der ungeschützten Zahlungen also eine gewisse Genugtuung.

Anleihen und Reparationen.

England begründet feinen Priorrtätsanspruch.

Paris, 19. Dez. (WTv. Funkspruch.) DosEcho de Paris" meint den bereits gestern gemeldeten In­halt der englischen Rote In ver Reparation»- und Schuldenfrage durch folgende fünf Punkte kenn­zeichnen zu können: 1. Die Bezahlung der Re- gierungsjchulden, d.h. der Reparationen und der internationalen Schulden, sei die Haupt- ursoche der Weltwirtschaftskrise. 2. Der Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft würde den Zusammenbruch der europäischen Wirt- schast zur Folge hoben: man müsse deshalb die deutsche Wirtschaft retten und darum die Rück­zahlung der kurzfristigen Handels­schulden möglichst bald erleichtern. 3 Die von England an Deutschland gewährten A n - leihen hätten In größtem Ausmaße dazu beige­tragen. Deutschland wieder hochzubringen, und e s In d i e Lage versetzt, von 1924 bis 1930 die Reparationen ju zahlen. 4. Dle kommende Revision der Reparationen dürse weder unbe­stimmt noch provisorisch, sondern sie habe endgültig zu sein. Reu ist Punkt 5, der besagt: Da die Priorität der m t e r i e l l e n E.n I s ch ä d i - gungen für Pensionen niemals zugeta'sen sei, Hobe Frankreich, wenn alle Schulden kompensiert je len, ebensowenig das Recht. nochelnenRetlo- überschuß zu verlangen. wie die anderen Gläu- biger Deutschlands, die die Reparationen hauptsäch­lich zur Deckung ihrer pensionsausgoben erhallen.

Frankreich macht Propaganda für ein Provisorium.

Parts, 18. Dez. (Hl.) In hiesigen politischen Kreisen heißt es, daß London auf eine rasche neft- opung des Ortes und des Zeitpunktes der R c glerungslonferenx dränge und daß man Mitte Januar dafür in Aussicht genommen Hobe.

Niemand wird die Nachricht daß dos fast hundert Jahre alle Unternehmen der 21. Borsig G. m. b.h. In Tegel bei Berlin seine Zahlungen eingestellt hat, ohne Bewegung lesen. Glttchgültig, unter welchem Gcsichtspunll man diesen Borgana betrachtet, In jedem Falle ist diese Zahlungseinstellung ein Zeichen dafür, daß wir uns inmitten eines Z u - sammenbruches der deutschen Wirt, ichoft befinden. Der Zusammenbruch der Firma Borsig stellt nur einen Fall aus einer ganzen Kelle von Zahlungseinstellungen bar, die die deutsche Industrie erschüttert haben.

Die Firma Borsig ist einer der stolzesten Berliner Betriebe, der vor einigen Jahren die Feier des neunzigjährigen Bestehens begehen konnte. Im Lause der Jahre halte sich aber dos Borsig-Werk zu einem Konzern erweitert, dem nicht nur die Borsig G. m. b. H. in Ttod, sondern augerdem die Borsig-Werke AG. in Dbetschlesien und die Borsig Lokonivtiv Werke, die mit der AEG. gemeinsam betrieben werden, anaehörten. Glück- licherweise betrifft die Zahlungseinstellung nur bas Berliner Werk.

Der Gründer der Firma, Johann Friedrich August Borsig, wurde 1804 geboren. Sein Baler war da- male preußischer Kürassier und arbeitete dann als Zimmerpolier in Breslau. Auch August sollte Zim­mermann werden. Er machte eine Lehrzeit durch, ging als HonDwerksbursche auf die Wanderschaft, kam nach Berlin und sattelle hier um. Nun wurde er Maschinenbauer, lernte noch einmal und fand nach Beendigung der Lehrzeit eine Anstellung mit einem Iahresgchalt von 300 Talern und einer sehr bescheidenen Gewinnbeteiligung. Diese Gewinnbe­teiligung bot Ihm aher die Möglichkeit, ein Kapital zu sparen, mit Dem er sich selbständig machen konnte. Er hatte 11000 Toler, als er im Jahre 1837 im Berliner Norden, vor dem Oranienburger Tor In der Thausfeestrage, eine kleine Maschinenfabrik gründete.Fabrik" war eigentlich nicht der richtige Ausdruck für den Betrieb, den August Borsig nun eröffnete. Zunächst wurden die Maschinen In ein paar schnellaufgc stellten Bretterbuden untergebracht. Zu einem mechanischen Gebläse langte es nicht, und so mußten zwei Blasebälge oushelfen, die von Sol­daten aus der benachbarten Kaserne des 2. Garde- reg ment» betrieben wurden. Wenn der Zapfenstreich ertönte, mußten die Soldaten eiligst davonlaufen, und dann blieb dem Fabrikbesitzer weiter nichts übrig, als selbst den Blasebalg zu treten. Auch eine Dompfmaschine konnte sich Borsig zunächst nicht leiften; er ersetzte sie durch ein sog.Roßwerk", näm- sich durch zwei Gäule, die alle zwei Stunden einander ablösten und damit Die Mosch.nen In Gong hielten. 50 Arbeiter waren damals bei Borsig beschäftigt: sie arbeiteten In einer Eisengießerei, sie fertigten auch allerlei Maschinen an. Aber zehn Jahre später beschäftigte Borsig 1200 Arbeiter.

Wie August Borsig du- gemacht hat? Nun, e- war die Zeit, in derdieerstenEisenbah- nen in Deutschland gebaut wurden. Sie stamm- tqn aus England und wurden sogar von eng­lischen Lokomotivführern geführt. Neben dem deutschen Heizer, der die schwere Arbeit verrich­tete, sah man damal- immer einen Engländer, mit einem Zylinder auf dem Kops, der da- viel bestaunte Dampfroß bediente. Die deutschen Handwerker versuchten bald, da- englische Wun­

der nachzumachen: aber die Schlotter verstanden nicht- von der Maschine, und e- wird sogar be­richtet, daß men im Diehhau- zu 'Berlin eine undichte Lokomotive, aus der der Dampf entwich, mit Quarkkäse dicht machen wollte. Nur an weni­gen Stellen Deutschlands gelang eS, brauchbare Lokomotiven zu bauen. Am 24. 3uli 1841 machte bte erste Lokomotive, die aus Vorsigs Werkstätten kam, auf der Strecke DerlinAn­halt ihre Probefahrt. Sie begann mit einem Zwischenfall, well die Kolben zunächst nicht lau­fen wollten. Aber Im Ganzen war sie doch sehr gut, und im Jahre 1843 konnte Dorsig schon ein Wettrennen mit englischen Lokomotiven wagen. Dorsia- Maschinen leisteten mehr und lieien schneller.

AlS August Dorsig im Jahre 1854 starb, hm- terlieft et ein bedeutendes Werk. Der Fünfzig­jährige, der seine Laufbahn als Zimmermann und Molch.nensch.osfer begonnen hatte, hatte schlieftlich alle Lokomotiven für die preußischen Eisenbahnen geliefert. Er hatte im Jahre 1844 ein große« Eisenwerk in Moabit dazugelaust, um sich vom Dezug ausländischen E senS sre.zumachen, und drei Jahre daraus erwarb er von der Pxeuhischen Seehandlung die Maschinenfabrik in der Kirch­straße in Moabit. 3m Jahre 1853 waren -um erstenmal Lokomotiven an das Au - land ge­liefert worden, wo sie die englischen zu ver­drängen begannen. Die ersten Lokomotiven, die in- Ausland gingen, liefen auf der Bahnstrecke zwischen Warschau und Wien. 3m nächsten Jahr­zehnt folgten große "Bestellungen aus Nuhland. Borsig war damals die größte Lokomotivfabrik der ganzen Welt. 3m Sommer 1841 hatte die Loko» motive Nr. 1 die Werkstätten verlassen. Nr. 103 war im 3ahte 1846 fertiggestellt, 3lr. 1000 im Jahre 1858 und Nr. 10 000 im 3ahre 1918. Den größten Triumph erlebten Borsigs Erben, als im 3ahre 1903 sogar 45 Lokomotiven für 3n- dien bestellt wurden. Selbst dort konnte man also die Engländer auS dem Felde schlagen!

Nach August BorsigS Tod übernahm sein ein­ziger Schn Albert die Führung der Geschäfte. Er erwarb durch Erbschaft drei große Kohlen­gruben In Obrrschlesien. Die Maschinenfabrik be­lieferte vor allem die Eisenbahnen, stellte aber auch Schiffsmaschinen und (SifentonftruitIonen für den Hoch- und Tiefbau her. Außerdem wurden Docks gebaut und große, festst^ende Dampf­maschinen hergestelll. Die Wasserwerke vieler Städte wurden von Borsig mit Pumpmafchinen versehen, für die Marine wurden Torpedos und Seeminen angefertigt. Albert Dorsig hatte drei Söhne, Arnow, Ernst und Konrad. Arnold kam bei einem Grubenunglück um, Ernst und Konrad stehen noch heute an der Spitze deS Unterneh­mens. Als Ernst von Dorsig 1929 seinen 60. Ge­burtstag feierte, wies man noch stolz darauf filn, daß Borsig« Unternehmen trotz Krieg und chlechten Zeiten 15 000 Arbeitnehmer bekräf­tigte. 3etzt ist, nach der Trennung vom größten Teil des oberschlesischen Bestandes, nur noch von einer Belegschaft von 3700 Köpfen die Nede, und auch für diesen Arbeiterstamm ist eS leider sehr fraglich, ob er weiter beschäftigt werden kann.

Oie Auswirkungen des englischen Schutzzolls.

London lehnt Verhandlungen mit Teutschland ab

London, 18. Dez. (TU.) Der deutsche Botschafter, Frhr. o. Neurath, begab sich am Freitagabend ins Foreian Office, um den englischen Außenmin.ster über die Haltung der deutschen Regierung hinfichtlich der Zwischen England und Deutschland gepflogenen Zolloerhandlungen zu unterrichten, die auf Grund des deutsch-englischen Handelsvertrages von deutscher Seite angeregt und eingeleitet worden waren. Der deutsche Botschafter brachte bte Ent­täuschung Darüber zum Ausdruck, daß die englische Reg.erung in der Fortführung der Ver­handlungen keinen nützlichen Zweck erblicke, obwohl sie voll das Recht zu mündlichen Besprechung gen angesichts der Tatsache anerkannt habe, daß der deutsche Handel durch die neuen Zollmah­nahmen nachteilig beeinflußt werde. Die deutsche Regierung werde sich Ihre weitere Stellungnahme zu der von England ringe- schlagenen Zollpolitik vorbehalten und zur ge­gebenen Zeit aus ihren jetzigen Borschlag zurück- kommen. Die Engländer hatten In ihrer Antwort den deutfchen Anspruch durchaus anerkannt, aber gleichzeitig mitteilen lassen, daß derart ge Verhand­lungen wenig Zweck haben würden, da die englische Regierung entschlossen fei, an den jetzt beschlossenen Zöllen sestzuhal- t e n. Sie erklärte weiter, daß es sich ja n u,r um eine vorläufige Maßnahme handele und daß der endgültige Z o 11 t a r I f erjt später festgesetzt würde. Angesichts dieser Lage Hai die deutsche Re­gierung davon abgesehen, auf ihrem formalen Recht zu bestehen. Deutschland muß sich aber natürlich freie Ha n d Vorbehalten. Die dritte eng­lische Zollverordnung, die am Donnerstag­abend bekannt geworden ift. betrifft wiederum eine sehr große Anzahl deutscher Waren, nachdem die beiden ersten Derordnurgen bereits Ausfuhren im Werte von 170 bis 180 Mil­lionen Mark erfaßt hatten. Das sind etwa 15 o. H. der deutschen Gesamtausfuhr nach England. Die Erwägungen der deutschen Regie- rung über Schritte, die angesichts dieser Verhältnisse zu tun sind, sind noch nicht abgeschlossen.

Darmstadt, 18. Dez. 3m ..Hessenhammer- fchreibt der Fraktionsführer Der NSDAP, im Landtag in einer längeren Betrachtung ..Zur Po­litischen Lage In Hessen" u. a.; Das Zentrum hatte wieder einmal das Schicksal des hessischen Volkes in der Hand. Da« Ergebnis liegt nun Der: öle zwölf national soziallsti- schen Forderungen, die für jede chrifU'.ch- natlonalc Partei von vornherein diskutabel fein mußten, wurden vom Zentrum mit Ver­brämung abge lehnt. Die Antwort des ZentrumS ist deutlich darauf abgefteHt, unS Na­tionalsozialisten an den Verhandlungs­tisch zu bringen. Das Zentrum glaubte habet vielleicht, auf diese Welfe die nationalsozialisti­schen Forderungen abwürgen zu können. Die NSDAP. Dau Hrtten, also die verantwortliche Führung Der Partei, hat au- diesem Grunde eine sofortige Beantwortung diese« BriefeS unterlassen. Zu gegebener Zeit wird jedoch die Landtags'raktion der NSDAP, mit aller Deutlichkeit Stellung nehmen. - Wir haben dem Zentrum die Hand geboten Daß ei d i e dargebotene Hand ausgeschla- gen hat. darf man nicht unS zur Schuld an­rechnen. Wir haben die Verantwortung gekuckt und hätten sie gern getragen, auch wenn das , noch so schwer ift nach einer zwölfjährigen Miß­wirtschaft Der We rnarer Koalition-Parteien. Nie­mand. Der objektiv Die Dinge betrachtet, kann leugnen, daß wir mit ehrlichstem Wollen und nach besten Kräften nach einer Lösung Der Ne- gierungssrage gesucht haben. Da- b?welfen auch deutlich unsere zwölf Forderungen, die sich ledig­lich von volklichen und staatspolltllchen Gesichts­punkten, nicht aber von parteimäßigen liebte« legungcn leiten ließen. Wenn trotz allem eint Einigung nicht zustande kam und das Zentrum vorhandene Möglichkeiten, zu einer Negierung »u kommen, bewußt sabotierte, dann muß Ihm Kit diese Handlunnsweile. die das Volk nicht mehr versteht, die geschichtliche Verantwortung bleiben.

zeit beschranken. Einige nbenc mit großer Befriedigung fest, daß D ausjchuß in Bafel Den französischen Standpunkt billige. Dor allem erkenne er an. daft Deutschland die ungeschützten Iah- reszahlungen leisten könne und daß die deutsche Finanzkrise nur einen vorübergehenden Zu-

Basel, 18. Dez. (TU.) Die Berichte, Die Die beiDcn Unterausschüsse für Statistik und für Den Deutschen Reichshaushalt Der Vollversamm­lung des Sonderausschusses erstattet haben, lassen erkennen. Daß es unmöglich Ift, entsprechen!) Dem Wunsch Frankreichs Die ganze Prüfung der Lage Deutschlands und der Geldkrise mit einem kurzen Bericht abzutun und alles andere in Den verschiede­nen Anhängern zu Dem Gutachten zu verstecken. Die Berichte über Die Verschuldung, Den Reichshaushalt und Die Deutsche Reich-bahn bilden einen i n - tegrierenDen BestanDteii Des Gutach­tens unD um eine ausführliche Darlegung Dieser Drei Fragenbereiche, zudem als viertes noch Die Reichsbanr gehört, kommt Der Sonderausschuß nicht herum Dies entspricht auch Der englischen Auffas­sung unD Der Der Neutralen. Das Tatsachenmaterial spricht eine so Deutliche Sprache, Daß Die Havas- agentur es nicht wagt, Den französischen Lesern ge­naue Einzelheiten Davon zu unterbreiten.

Ein befonDerer Kampf hat sich in Dem Unter­ausschuß für die Deutsche Reichsbahn abgespielt, Io Daß zur Ueberpriifung Der von ver­schiedenen «eiten uorgebradjten Beweisgründe noch Der englische SachverstänDige, General Mance, au» London herbeigerusen werden mußte. Franzö- sischerseits versucht man die Lage der Deutschen Reichsbahn im Vergleich zu den Bahnen der ande- ren Länder als besonders günstig hinzuftel- len und will unter Beweis stellen, daß die Reichs- bahn auch am schnellsten bei einem Anziehen der Konjunktur wieder mit Gewinn a b I d) n e i den wurde. Mil anderen Worten, man versucht nachzuweisen, daß die Reichsbahn die ungeschützte Jahresrate von 660 Millionen aufbringen könnte, wenn auch nicht im Augenblick, so doch für die Zu­kunft.

Die jüngsten auch in der Schweiz verbreiteten und aus französischer Quelle stammenden Berechnungen über den Saldo, der sich aus der deutschen Außen­handelsbilanz nach Abzug der für dle lang- und kurzsristige Verschuldung zu zahlenden Zinsen ergibt, stimmen mit der Wirklichkeit nicht überein. Die französische Berechnung übersieht ganz die be­stehende deutsche Verpflichtung, so schnell wie mög­lich die kurzfristigen Kredite, Darunter auch die in Amerika zuruckzuzahlen, ferner Die Un­gewißheit, ob überhaupt für Das nächste Jahr noch bei den immer höher steigenden Zollmauern und der fortschreitenden Deflation Der erwartete Ausfuhr­überschuß von 2 Milliarden für 1932 noch verbleibt. 3m Sonderausschuß ist auch von einer solchen Kalkulation nirgends die Rede ae- wesen. Minister C o l i j n hat im Gegenteil in sei­nem Referat über die Einwirkungen der Repara­tionen auf die Wirtschaftskrise auselnanbergelettt, daß das Wetterbesteden einer Forderung nach Re­parationen volkswirtschaftlich gesehen niemals Die Krise zum Ende kommen läßt. Die Vollversammlung hat diesen Bericht angenommen, sich also auch die Schlußfolgerung zu einen gemacht

Das Ergebnis Der bisherigen VerhanDlungen des Sonderausschusies kann man etwa wie folgt

im Orts- und FenwertLhr, drs Drucksache»- und Paketportos, sowie der Nundfunk- gebühren. Line Ermäßigung des Briefportos kommt nicht in Frage Die Herabsetzunaen vn- nen aber srüheftens im Februar in Kraft treten.

Verhandlungen über Senkung der ElektrizüälStarise.

Berlin, 18. Dez. lDTB.) In Der Frage Der Tarifsenkung verhandelte heute der Reichskomm siar für Preisüberwachung mit den Vertretern Der öffentlichen und privaten Elektrizi­tätswerke. Bei den Besprechungen zeigte sich allgemein die Bereitwilligkeit, alle jetzt ein- tretenden Ersparnisse im Rahmen des wirtschaftlich und finanziell Vertretbaren dem letz­ten Konsumenten z u g u t e z u b r i n g e n. Die wetteren Maßnahmen sollen sich noch den be­sonderen örtlichen Verhältnissen richten: Die werden von dem R e i ch s ko m m i f s a r überwacht werden.

Senkung der KleinhandelSpieise für Kohle.

Berlin, 18. Dez. (WTB.) Der Äeichskom- mtffar für Preisüberwachung hat die Senkung der durch Händlerkartelie festgesetzten Klein­handelspreise für Steinkohle. Braunkohle. Preß­kohle und Koks verfügt.« Die Drkanntmachuna sieht vor. daß die Verbände des Kobleneinzel- handcls biS zum 1. Januar 1 932 neue Preisbeschlüsse zu satten haben. Die neu sestzusetzenden Preise müKen der Senkung der Preise der Kohlenshndikat« und der Frachten voll Rechnung tragen und dürfen nur Handelsspannen enthalten, deren Vetrag um 15 Prozent gegenüber der bisherigen gesenkt Ist. Auch Zuschläge, die etwa für bestimmte Arten der Lieferung oder für zusätzlich? Leistungen sestgesetzt werden, sind um 15 Prozent zu senken

Sollten sich die Verbände des Kohleneinzel» hairdelS die festgesetzten Kleinverkausspreise nicht dieser Anordnung entsprechend senken, so sollen die Verpflichtungen aus den Kartellverträgen fort, und der ein.zelne> Kohlenhändler ist alsdann in feiner Preisftellung frei.

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