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Regierung aus dem Jahre 1907, muhte auf einen unaufdringlicheren Ton bezüglich der Farbe abgestimmt werden, damit sie sich der Schlichtheit des Gewölbes anpahte. Durch die Niedrigerlegung des Lettners und Abnahme des darüber befindlichen großen Holzkruzifixes, hat man jetzt sofort bei Eintritt in das Gotteshaus einen ungehinderten Blick auf die prächtigen mittelalterlichen Buntglasfenster des Ostchores. Einer Auffrischung wurden auch fast sämtliche Skulpturen und Malereien des Ostchores unterzogen. Bon besonderer Bedeutung ist die gründliche Instandsetzung des kunsthisto.isch überaus wertoellen C isabe.h.chreins in der Sakristei. Die Kosten der gesamten Rcstau- rationsarbeiten, die auf 150 000 Mark geschäht werden, sind aus Mitteln des Patronatsbaufonds sowie der staatlichen Denkmalsp.lege bestritten worden. Am 19. November, dem 700. Todestag der Heiligen Elisabeth, wird die Kirche neu geweiht.
Obe-Hessen.
Lauvkreis (ließen.
z Rödgen, 18. Nov. Die Amtszeit unseres Bürgermeisters Magnet läuft in diesem Monat -u. Am Sonntag, dem 29. November, findet des- ;j.6 e u w a h l statt. Bier Kandidaten sind auf- .-fle'.ll tooc_.cn: Bürgerin i^'er Wagner, Ernst , e d e i, Ferdinand Schmidt und Philipp Decker.
g ,L. isrohen-Buseä, 18. Nov. Die von dem ! ei.g.n Geflügel- und Kaninchenzucht v e .. e i n im Saale des Ga.wir.s Wagner eranlal.ee lotaie Ausstellung erfreute nd) e n:- guten Besuch.s Ais Preisrichter waltete H. Jäger aus Ober-Hörgern. Die in 12ö Nummern zur Aufstellung gebrachten Enten, Tauben, Hühner und Kaninchen waren gutes, zum Teil sehr gutes Material. Es konnten
18 Ehrenpreise aus Stiftungen zur Berteilung gebracht werden. Der Kenner konnte feststellen, daß die Tiere der diesjährigen Ausstellung, verglichen mit denen der vorjährigen, zu einem erheblichen Teile von wesentlich besserer Qualität waren. Preise erhielten in der Abteilung Hühner: W. Melior den 1. (Nhodeländer), Hch. Pfeiffer den 2. (Plymouth), K. Arnold den 3. (schwarze Italiener), Hch. Münch den 4. (Wyandottes), W. Melior den 6 (Nhodeländer), W. Weiß den 7. (Nhodeländer Zwerge), W. Melior den 8. (Barnevelder), Alfr. Hahn den 10. (gelbe Italiener), K. Haas den 12. (gestr. Italiener), E. Scheid den 13. (schw. Wyandottes), H. Pfeiffer den 16. (gestr. Plymouth), Gg. Damm den 18. (Rheinländer): in der Abteilung Enten: Alfr. Hahn den 9. (Orpington): in der Abteilung Kaninchen: Aug. Adolf den 5., (Chinchilla), K. W- Wagner den 15. (Chinrex): in der Abteilung Tauben: K. W. Wagner den 11. (Strasser), Lehrer Jung den 14. (Schönheitsbrieftauben) und den 17. (Strasser).
+ Grünberg, 18. Nov. Seit Anfang dieser Woche befindet sich auf unseren Teichen im Brunne ntal ein Schwanenpaar Auf dem unteren Teich ist ein Unterkunftshäuschen für sie er- richtet worden Durch Vermittlung unseres Bürgermeisters sind sie aus Offenbach geschenkt hierher überlassen worden.
2£. Langd, 17. Nov. Bei der heutigen Treibjagd wurden 4 Rehe, 1 Fuchs, 30 Hasen und 1 Fasan zur Strecke gebracht. Der Hasen- bestand hat durch den naßkalten Sommer sehr gelitten.
Kreis Büdingen
△ Nidda, 18. Nov. Der Bund der Kaufmannsjugend im Deutschnationalen Hand- lungsgehilfenoerband veranstaltete hier einen Schaufensterwettbewerb. Die Beteiligung der hiesigen Geschäftshäuser an dem Wettstreit war gut. Es erhielten für Textilwaren K. Bechtold
Wirtschaft.
Gegen die hohenReichelb 3hng äiertarife
Berlin, 18. Nov. (SU.) Der DeutscheJn- dustrie- und Handelstag richtete an die Hauptverwaltung ver Deutschen Reichsbahngcsell- schaft und die zuständigen Stellen die Bitte, dem dringenden Bedürfnis der verfrachtenden Wirtschaft auf baldige fühlbare Senkung der Beförderungskosten durch eine allgemeine Senkung der Reichsbahngütertarife um 10 v. H. entgegenzukommen. In der ausführlichen Begründung wird darauf hingewiesen, daß die deutsche Wirtschaft vor der Notwendigkeit stehe, ihre Kosten und Preislage an die gesunkene Kaufkraft des In- und Auslandes an- zupassen. Betont wird ferner, daß einer Groß- yandelsrichtzahl für Oktober von durchschnittlich 107,1 eine Frachttarifrichtzahl ohne Derkehrssteuer von 141 gegenüberstehe.
Die gestrigen Dev fenmärlte unverändert.
An den internationalen Devisenmärkten war das Geschäft gestern ziemlich ruhig. Nennenswerte Veränderungen ergaben sich am Vormittag nicht, nur das englische Pfund schwächte sich wieder leicht ab und ging auf seinen vorgestrigen Stand von 3,78 gegen den Dollar zurück. Ein besonderer Grund für diese Abschwächung lag nicht vor. Gegen den Gulden stellte sich das Pfund auf 9,40, gegen Paris auf 96,25, gegen Zürich auf 19,42 und gegen die Mark auf 15,8950. Der Dollar lag unverändert, die Norddevisen behaupteten sich, Buenos tendierte schwächer und ging auf 37,50 in London zurück. Die Mark war gut b e h a u p t e t, sie notierte in Amsterdam 59,10, in Zürich 121,90.
Am Nachmittag ergaben sich kaum Veränderungen. Das englische Pfund behauptete sich auf seinem Stand von 3,7738 gegen den Dollar. Gegen den Gulden schloß es mit 9,39, gegen Zürich mit 19,42, gegen Paris mit 96,44 und gegen die Mark mit 15,8650. Der Dollar zog leicht an, auch die Mark konnte sich wieder etwas befestigen und schloß in Amsterdam mit 59,1750 und in Zürich mit 122,20. Die Norddevisen waren unverändert, Madrid schwächte sich mittags stärker ab, konnte sich aber dann wieder gut erholen. Buenos war knapp behauptet.
Oie gestrigen Auslandbörsen.
Die Londoner Börse war gestern bei schleppendem Geschäft unregelmäßig. Japanische Bonds lagen fester, da die Befürcht"ngen, daß Japan vom Goldstandard abgehen wolle, sich als grundlos erwiesen haben. Deutsche Anleihen konnten weiter im Kurse anziehen.
An der Pariser Börse hielt sich das Geschäft in engsten Grenzen, eine klare Tendenz vermochte sich nicht herauszubilden, doch waren die Kursveränderungen nur unbedeutend.
Die Brüfs eler Börse war nach widerstandsfähigem Beginn im Verlaufe schwächer, doch waren die Kursrückgänge nicht erheblich.
Die Grundstimmung an der Wiener Börse war bei unregelmäßiger Kursgestaltung freundlich.
Das Geschäft an der Amsterdamer Börse erfuhr bis zum Schluß keine Belebung, die Kurse bröckelten meist etwas ab. Deutsche Werte waren meist etwas fester, besonders die Reichsschuldbuch- foröerungen, doch schwächten sich 7prozentige R. W. E. und 6,5prozentige Der. Stahlobligatio- nen ab.
Zu Beginn der Neuhorker Börse zeigte sich auch gestern wieder stärkere Zurückhaltung, Kupferwerte waren stark gedrückt.
Schutzmaßnahmen für die dänische Währung.
Kopenhagen, 18. Nov. (WTB.) Der Handelsminister brachte in der heutigen Vormittags- sihung des Folketing eine Vorlage ein, die Maßnahmen zum Schutze der dänischen Währung vorsieht. Der Handelsminister wird darin ermächtigt, die Umwandlung der Auslandguthaben dänischer Exporteure in dänische Währung anzuordnen, sowie Vorschriften für die Einfuhr von Wertpapieren aus dem Auslande und dem Verkauf solcher Papiere für ausländische Rechnung, wie über die Ueberfüfjrung von Wertpapieren und Geld ins Ausland zu erlassen. Der Minister wird ferner ermächtigt, Angaben über das Vorhandensein ausländischer Valuten und Wertpapiere zu verlangen. Die llebertretung der Vorschriften soll mit Geldstrafen von 500 bis 50 000 Kronen, oder mit Gefängnis geahndet werden. Das Gesetz soll sofort in Kraft treten und bis Ende Februar nächsten Jahres gelten. Es wurde von beiden Häusern des Parlaments in allen drei Lesungen angenommen.
Oie Emieaussichien in Argentinien.
Buenos Aires, 18.Nov. (WTB.) Nach einem amtlichen Bericht sind die E r n t e a u s - sichten für Weizen und Leinsaat in der Provinz Buenos Aires gut. Es sind nur leichte Frostschäden zu verzeichnen. In der Provinz Santa Fe ist infolge zu starker Niederschläge gleichfalls verschiedentlich Schaden eingetreten, im allgemeinen ist die Ernte aber auch gut, ebenso in Cordoba, wo nur leichte Schäden gemeldet werden. In der Provinz Entrerios waren die Aussichten bisher gleichfalls gut. Jetzt machen sich aber starke Negenfälle ungünstig bemerkbar. In den Pampas hat der Weizen unter der Trockenheit und dem Frost gelitten. In den südlichen Gegenden rechnet man verschiedentlich mit einer völligen Mißernte.
Weiter befestigt.
Berlin, 19. Nov. (WTB. Funkspruch.) Nach der Feiertagsunterbrechung setzte der heutige Telephonverkehr etwa auf letzter Kursbasis ein. Das Geschäft war allerdings zunächst nur gering und wurde durch den schwachen Verlauf der gestrigen Ncuyorker Börse etwas gestört. Die politische Entwicklung wird als ungeklärt angesehen. Die deutsch-französischen Vorbereitungen für Einberufung des Expertenausschusses der BIZ. sind allerdings von wesentlicher Bedeutung und dürften gewisse Möglichkeiten für den Erfolg bieten, lieber die innerpolitische Entwicklung als Folge der Hessenwahlen läßt fick Positives noch nicht sagen. Man glaubt, mit einer Annäherung des Zentrums an die Nationalsozialisten und der SPD. an die KPD. rechnen zu müssen. Die militärischen Vorgänge in der Mandschurei verfolgt man weiterhin mit großem Interesse, und die letzten Notverordnungen der Regierung hinsichtlich der Ostfragen und der stärkeren Kontrolle der Erportdevisen werden lebhaft besprochen. Hauptsächlich hatte dann wohl auch dieses energische Durchgreifen der Reichsbank eine Befestigung der Kurse zur Folge. Der Höchststand vom Dienstag wurde meist wieder erreicht, von Spezial- werten sogar um 1 bis 2 v. H. überschritten. Als besonders fest sind Siemens auf neue Auslandaufträge und die übrigen Elektrowerte mit internationalen Beziehungen (Geffürel und Sicht & Kraft) zu nennen; aber auch Dessauer Gas lagen bemerkenswert fest. Von Bankaktien blieben Reichsdank und BHG. gesucht. Die übrigen Werte dieses Marktes waren vernachlässigt. Montanvapiere konnten ihre letzten Kurse gut behaupten; Kunstseidenwerte waren leicht gebessert, auch Kaliaktien eher gefragt Der Handel in festverzinslichen Werten bewegte sich in ruhigen Bahnen. 8-v. H.-Goldpfandbriefe waren eher angeboten und gaben durchschnittlich um 0,5 v. H. im Kurse nach. Qnbuftrieobligationen. kommunale Anleihen und Reichsanleihen waren Dagegen auf letzter Basis gehalten. Einiges Interesse zeigte sich für Reichsbahnvorzugsaktien.
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H.
17.November
19. November
Amtliche Noiicrung
Amtliche Notierung
«Weit»
Sritl
Gew
Briet
Heljingsor» . Wien. . . . Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . Oslo .... Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Nennork . Brüssel. .
Italien. . Paris . . Schweiz . Spanien . Danzig. . Japan . . Rio de Ian. Iugossawiea Lissabon
Neichsban
8,21 58.94
12,468
73,28
3,057
169,23
87,81
88,91
88,56 15,14
1,098 4,209
58,55
21,69
16,52
82,07
36,44
82,12
2,068 0,259
7,473
14,39
kbiskcmt 8
8,23 59,06
12,488
73,42
3,063
169,57 87,99 89,09
88,74
15,18 1,102
4,217
58,67 21,73
16,56 82,23 36.52
82,21 2,072 0,261
7,487 14,41
0. £)., Lcm
8,21 58,94
12,468
73,28
3,057
169,18
86,91
86,91
86,91
15,83
1,073
4,209
58,49
21,71
16,49
81,92
35,86
82,02
2,068 0,264
7,473
14,39
bardzlnsst.
8,23 59,06
12,488
73,42
3,063
169,52 87,09 87,09 87,09 15,87
1,077 4,217 58.61 21,75 16,53
82,08
35,94
82,18 2,072 0,266
7,487 14,41
ß 10 v. h
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 19. Nov. Auftrieb: 88 Rinder, 735 Kälber, 531 Schafe, 409 Schweine. Es mürben notiert: Kälber: beste Mast- unb Saugkälber 43 bis 46 Mark, mittlere Mast- unb Saugkälber 38 bis 42, geringe Kälber 32 bis 37; Sch afe : Mast- lämmer unb jüngere Masthämmel (Weibemaft) 23 bis 26, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel unb gut genährte Schafe 19 bis 22, fleischiges Schafvieh 15 bis 18; S ch w e i n e: vvllfleischige von etwa 240 bis 300 Pfunb Lebenbgewicht 46 bis 48, von etwa 200 bis 240 Pfunb 46 bis 48, von etwa 160 bis 200 Pfunb 44 bis 47, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 40 bis 44 Mark. — Marktverlauf: Kälber unb Schweine rege, Schafe ruhig, geräumt.
(Firma Willi Schäfer) den 1. Preis; H. B i • choff (Firma Karl Sorz) ben 2. unb 3. Preis; ür Kolonialwaren usw. K. Frey (Firma Karl
Häuser) ben 4. Preis; für Eisen-, Porzellanwaren usw. K. Haas (Firma F. Jost) ben 1. Preis; A. Äon r ab (Firma Hermann Roth) ben 2. Preis, ür Elektrogeräte K. Meibt (Rabiohaus Otto
Abt) einen 2. Preis.
Kreis Alsfeld.
II. A u s d e m O h m t a l, 18. Nov. In den letzten Tagen bemerkten Naturfreunde in dem unteren Ohmtal an vereinzelten Stellen den in allen Farben schillernden Eisvogel.
preuhen.
Kreis Wetzlar.
I Groß-Rechtenbach, 18.Nov. Am Montagabend sand im Gemeindefaal im neuen Schulhause die Prüfung von 20 neuen Mitgliedern der freiwilligen Sanitätskolonne vom Noten Kreuz des Amtes Rechtenbach statt. Lehrer Mefserschmidt begrüßte die Mitglieder. Anschließend fand durch den Kolonnenarzt, Dr. Watz, Hörnsheim, die Prüfung der neuen Sanitäter statt, die zur vollen Zufriedenheit ausfiel. Nach Beendigung der Prüfung gab Lehrer Mefserschmidt die Neuaufnahme in die Kolonne bekannt, die jetzt 45 Mitglieder zählt.
Büchertisch.
— Taschenkommentar des Bürgerlichen Gesetzbuches nebst Einführungsgesetz. Erläutert von Lanbgerichtsbirektor Dr. Soening u. ben Sanbgerichtsräten Basch unb Straßmann. (Stanb vom 1. Juli 1931.) 1762 Seiten, Dünnbruck- papier, Taschenformat. Verlag Otto Siebmann, Berlin W 57. Vorzugspreis bis 20. Februar 1932 statt geb. 21 Mk. 18 Mark, für Abonnenten ber Deutschen Juristen-Zeitung geb. 16 Mark. (448.) — Die Verfasser bieten unter Verwertung aller Ergebnisse von Gesetzgebung, Rechtsprechung unb Schrifttum nach neuestem Stanbe in gebrängtefter Weise einen bennoch tiesgehenben Kommentar bieses wichtigsten beutschen Gesetzbuches von runb 2600 Paragraphen im Rahmen eines hanblichen einbänbigen Werkes. Diese ungeheure Menge von Auslegungsstoff konnte nur baburch beroäligt werben, baß bie Erläuterungen im Telegrammstil, aber auch für Saien leicht
Derftänblid) abgefaßt würben, ferner burch straffe, systematische Zusammenfassung unb eine ausgeklügelte Druckanorbnung. Mit biefem Soeningschen BGB., bas sich an alle Juristen, Gerichte unb Be- hörben, Justizbeamten, an /»anbei, Jnbustrie unb beren Verbände wendet, bieten Verlag und Verfasser einen für die gegenwärtige wirtschaftliche Notlage nötigen vollwertigen Ersatz für die großen unb kostspieligen Kommentare, vor allem auch für junge Juristen, Stubenten unb Referenbare, für bas Studium unb zur Examensvorbereitung.
— Sita zu Pu11 itz, Aus dem Bildersaal meines Le den s. Koehler & Amelang, Leipzig. 311. Ganzl. 6,80 Mk. (442.) — Cs ist ein reicher Dildersaal, ber sich in diesen Erinnerungen einer altpreußischen Aristokratin, Tochter und Schwester der bekannten Karlsruher und Stuttgarter Theaterintendanten, vor uns auf tut. Ob die Verfasserin ihr Elternhaus in Karlsruhe oder im märkischen Nehin, ob sie die Großen dieser Welt, ob Fürsten des Geistes oder der Kunst schildert, immer weih sie mit einigen wenigen Strichen das Charakteristische hervorzuheben, dem Leser ein einprägsames und farbenprächtiges Bild vor Augen zu führen. Enge freundschaftliche Beziehungen verbanden sie vor allem mit der Königin Viktoria von Schweden und deren Mutter, der Großherzogin Luise von Baden, Tochter Kaiser Wilhelms L, mit dem Hohenzollernhause und der Gesamtheit des märkischen Adels. Sie ist eine typische Vertreterin preußischen Junkertums, die bei aller Schönheit ferner Länder, die bei dem an Kunst und Anregungen so reichen Karlsruher Leben nie von der Sehnsucht nach der heimischen Prignih, nach märkischem Sand und märkischer Kiefer frei wird, die über Weltkrieg und Inflation hinweg sich heute noch als Vertreterin altpreußischer Tradition fühlt, die bereits manchem veraltet erscheint, nach deren Stil und Gröhe sich aber doch manche nach den Erlebnissen der letzten Jahre zurücksehnen.
— Arthur Schubart, Meergeschich- t e n. Verlag von Adolf Donz & Comp., Stuttgart. Geh. 4 Wk., Leinen 5,80 Mk. (479.) — Ein vielseitiges Buch, das die Schönheit und Romantik des Meeres, die fesselndsten Abenteuer und Konflikte, Naturereignisse und Menschen schildert, das von Ambra und Perlenfischern. Leuchttürmen, Seeräubern und Eisbergen, Haien, Hummern und Schildkröten, Bären, Affen, Katzen und Schwänen, vom Fliegenden Holländer und dem Klabautermann spannend erzählt.
Schach-Ecke.
Bearbeitet von W. Orbach.
Alle für die Redaktton bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers".
Problem Nr. 307.
Don E. Darain, München.
Schwarz.
8
6
5
7
4
3
2
a
b
h
8
7
6
5
4
3
2
b c d e f g
MM
g h
Weiß zieht und seht in drei Zügen matt.
Weiß 4 Steine: Kf7; Db8; Tdl; Lf6.
Schwarz 5 Steine: Kc4; 8kl; Be3, e4, e5-
Partie Nr. 228.
Unregelmäßig.
In der ersten Runde des internationalen Turniers zu Tl:d mußte sich G.cßmeister Niinzowitfch die folgende vernichtende Niederlage gefallen lassen.
Weih: Nimzowitsch.
Schwarz:
Pive (3u
igoflatoien).
1.
Sgl-f3
1.
Sg8-f6
2.
c2-c4
2.
c7 —cb
3
b2-b3
3.
d7-d5
4.
Lcl-b2
4.
e7-e6
5
Ddl-c2
5.
Lf8-d6
6.
Sbl — c3
6.
0-0
7.
e2-e3
7.
a7 —a6
8
d2-d4
8.
Sb3-d7
9
Lf 1 — e2
9.
Dd8-e7
10.
0-0
10
TfS- e8
11.
Tal - dl
11
d5Xc4
12.
Le2 x c4
12
b/-b5
13.
Lc4-d3
13
Ic8-b7
14.
Sc3 - e4
14
Slöxe4
15.
Ld3xe4
15.
f 7 — f5
Schwarz hat die Eröffnung ausgezeichnet behandelt und ist aus derselben mit klar überlegener Steilung hervorgegangen: Schlecht postierte weiße Same- sowie Turmstellung, dagegen schwa.ze Durchbruchsmöglich.eiten beginnend mit c5 und e5.
16 Le4-d3
17. e3-e4
18. 1 b2xd4
19. Ld4-b2
20. 5f3-u2
16. c6-c5
17. c5Xd4
18. e6-e5
19. Sd7-c5
Die Deckung des Punktes e4 ist erzwungen, da 20. exf5, nach e4 eine Figur kosten würde. 20. ... 2O Ia»-d8
Hiernach hat Weiß keine ausreichende Verteidigung mehr. Es droht unter anderem 21..... Lc7l wonach mindestens der Bauer e4
verloren geht. Ein Fehler wäre natürlich der Deckungsversuch durch 21. f3 wegen 21. ..., Sxd3 nebst 22..... Lc5 + usw. Mit dem Textzug
stürzt sich Nimzowitsch in ein Abenteuer. ba$ für ihn katastrophal endet.
21. e4xf5 21. e5-e4
22. 15 - f6 22 g7xf6
23. Ld3-c2 23 Sc5-d3
Schwarz hat nun einige auf der Hand fegende, rasch entscheidende Züge.
24. Le2xd3 24. e4xd3
25 Dc2-bl
Natürlich nicht 25. Dxd3?
25. ... 25.
26. g2-g3 26.
27. Lb2-d4 27.
wegen Lxh2-f-! ufto.
De7-g7
Dg7-g6
Te8-e2
28. Ld4-b6 28. Ld6xg3!
und Nimzowitsch gab auf, da nach 29. f oder hXg3, Dh5 entscheidet. — Eine von Pive vortrefflich behandelte Partie.
Lösung des Problems Dr. 303.
Don H. Eichstädt, Kreuzburg.
1. Da6-d6l (Droht 2. Df4 matt). 1. ..., Kf5-e4. Dd6-d5+!l, Ke4xd5 oder Le6xd5. 3. Lh5-f3 ober — g6 matt. 1..... Le6xc4. 2. Lh5-g6+,
,Kf5xg5. 3 h2-h4 matt. 1. ..., Kf5xg5. 2. Dd6 xe6, beliebig. 3. De6-g5 oder -15 matt.
Losung des Endspiels Dr. 92.
Tschigorin (Schwarz) am Zuge, erzwang den Gewinn durch 1..... ihä-hl-H 2. Sg3xhl Le5
-h2+! 3. Kglxh2, Td8-h8. 4 Kh2-g3. (4. Kgl?, Txhl matt). 4. ..., Se7-15+. 5. Kg3-f4 (g4), Th8-h4 matt.
Aus der Schachwelt.
Der Schluhstand des internationalen Turniers SU Bled war folgender: 1. Aljechin, -j-20'/2l; 2. Bogoljubow, +15; 3. Nimzowitsch, 4-14; 4. bis 7. Stoltz, Vidmar, Flohr und Kashdan, ie -r 13Vz; es folgen: Tartakover 4-13, Kostitsch und Spielmann je 121/2, Maroczh 4-12, Colle 4-10'/-, Asztalos 4"91/2, Pive 4-8V2. — Der Weltmeister hat somit einen Vorsprung von 51/« Punkten erzielt, eine Leistung, die wohl in der Schachgeschichte einzig dasteht. Mit Recht kann man daher behaupten, daß der Weltmeister eine Klasse für sich bildet und für die nächsten Jahre den Titel behaupten wird.
Beim Einladungsturnier des 10. Saarländischen Schachverbandes siegte Weißgerbcr mit 4-7 (aus 10 Partien); 2. wurde Engels, Düsseldorf, 4-6'/,; 3. Rellstab, Berlin, 4-5; 4. Haas, Tischbach, 4~ 4'/$; 5. Hussong, Ludwigshafen, 4-4; und letzter Frhr. v. Holzhausen, Magdeburg, -s- 3.
Im Rheinmeisterturnier für 1931/32 siegte Michalowski, Düsseldorf, 4-9'/2 aus 11 Partien, vor Loose, Düsseldorf, 4~8.
Die Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom RedaktionStisch.
Rundfunk-Anekbote.
Der Berliner Runkfunk-Jntenbant Flesch sitzt mit einem Freunde beisammen. Ein junger Mann fixiert Flesch. Der Freund fragt; „Kennst du ben jungen Mann, ber bich so anstarrt?"
„Wer ist benn bas?"
«Kennst du ben Walzer ,An ber schönen blauen Donau?"
„Natürlich."
„Ser i st jetzt von ihm!"
Lokalpatriotlsmus.
Die Amerikaner, bie bekanntlich ihre Heimat für «Gottes eignes Sand" halten, finb nicht minber stolz auf ben Ort, an bem sie geboren wurden, unb geneigt, in ihm bas Paradies auf Erben zu erblicken. Ein Beispiel dafür ist die Unterhaltung zweier Yankees in einem Zug zwischen Neuyork unb Philabelphia, bie ber englische Komiker Großsmith belauschte. Ich bin aus Pottsville", sagte ber eine, „ber schönsten Stabt in Illinois." „Unb ich komme aus Smith- v.lle , ertoiberte ber anbere; „bas ist bie blühendste unb aufstrebendste Stabt bes mittleren Westens. „Smithville?" meinte ber anbere gedehnt. „Das Nest kenne ich gut, unb ich habe nicht Besonderes dort gefunden." „Wirkfch? Wann waren Sie benn zuletzt dort?" Vor zwei Wochen." „Vor zwei Wochen! Zwei ganzen Wochen!" prahlte ber Sotalpatriot. «Da haben Sie gar fein Urteil, mein Sieber. Da müßten Sie Smithville heute sehen, heute!"


