wieder von der Sowjetregierung geflissentlich be«, tont« Unabhängigkeit der Komintern (der tommuni- tischen Internationale) deren rücksichtslose Propa- ^andatätigkeit im Auslande mit den friedlichen Be- trebunaen der offiziellen sowjetrussischen Außen« wlitik so schlecht übereinstimmen will, rein fiktiv ist. Nichts beleuchtet dies besser, als die überragende Rolle Stalins, der für seine tatsächliche Diktatur keinerlei besonderer staatlicher Befugnisse bedarf, der jedoch der Sekretär der kommunistischen Partei ist und als solcher dank seiner starken Persönlichkeit alle Macht des Sowjetregimes, das sich eben als eine Diktatur der kommunistischen Partei dokumentiert, in seinen Händen vereinigt. Der niemals aufgegebene Gedanke an die Weltrevolution, als deren Apostel sich die Bolschewisten fühlen, fließt hier zusammen mit ausgesprochen national-russischen, rein imperialistischen Ideen aus dem geistigen Erbe des Dorkriegsvanslavismus, und dieses Gemisch macht die Bomoe so gefährlich, die das rote Moskau als Nachfolger Dschingiskhans und der weißen Zaren in den von Fiebern geschüttelten, politisch zerrissenen und zermürbten Westen zu werfen bereit ift, sobald ihm der Augenblick günstig erscheint.
Nichts vermochte ja besser diesen Fieberzustand des alten Europa zu beleuchten, als der Heimwehrputsch in Oesterreich .Es wäre allzu billig, diese törichte und unüberlegte Tat einiger politischer Dilettanten in überheblichem Tone als operettenhaften Zwischenfall, als eine politische Bagatelle abzutun. Steht doch dahinter die tiefe Der- zweiflung eines von Grund auf tüchtigen, arbeitsamen und heimatliebenden Bauernvolkes, das sich nach den furchtbaren Erschütterungen des Krieges und des Zerfalls alter staatlicher Ordnung verraten und verkauft fühlt und nicht mehr aus noch ein weiß. In dem Plan einer deutsch-österreichischen Zollunion sah man in Oesterreich weit mehr noch als bei uns den gangbarsten und schnellsten Weg einer Selbsthilfe aus der drückenden Wirt- schastsnot, der man eingekeilt zwischen die Zollmauern der Nachfolgestaaten der alten habsburgischen Donaumonarchie aus eigener Kraft nicht Herr zu werden vermochte, sah man vielleicht auch ein letztes Symbol völkischer Selbstbehauptung^ im ringsum brandenden Meer nach neuer Beute lüsterner Nationalitäten. Nimmt es da wunder, wenn di« bittere Enttäuschung über die Art, wie man in Genf diesen Versuch der Selbstbilfe abwürgte und das von neuen Krisenschlägen betäubte Oesterreich für eine zweite Finanzkontrolle des Völkerbunds kirre machte, den Gedanken aufkommen ließ, daß nur ein bewaffneter Aufstand gegen eine Regierung, die die politische Lage nicht hatte meistern können, und ein bei den Bauern der Alpenlander stets popu« larer Marsch auf Wien, den ultra-sozialistisch regier» ten Wasserkopf eines durch die Amputationen der Pariser Friedensverträge aus tausend Wunden blutenden Wirtschaftskörpers, die große Wendung zum Bessern bringen könne?
Gewiß ist es außerordentlich zu bedauern, daß eine an sich so gesunde und zukunftsträchtige Bewegung wie die Heimwehren Männern in die Hände fiä, die sich, wie der Pfriemer-Putsch erschreckend deutlich gemacht hat, in kritischen Augenblicken in keiner Weise ihrer Führerstellung gewachsen zeigen sollten, und in unkritischer Selbstüberschätzung, ohne jedes Augenmaß für die tatsächlichen politischen Zusammenhänge durch ihren unsinnigen Streich den Heimwehrgedanken für lange Zeit schwer diskreditiert haben. Kleinliche Eifersüchteleien, mehr Machtdünkel als Selbstzucht, älnduldsamkeit und Selbstgerechtigkeit gegenüber anderen politischen Gruppen deS Bürgertums hatten schon vorher die Heimwehrbewegung ihrer besten Kraft beraubt, der Pfrie- mer-Putsch hat nun unverhüllt den Mangel an Zusammenhalt, das Fehlen einer straffen Führung, die Disziplin mit politischer Umsicht paart, blohgelegt. Das ist in einem Augenblick tiefster politischer und wirtschaftlicher Depression ein besonders schmerzhafter Schlag. Jenseits der tot* weiß-roten Grenzpfähle sollte man jedoch über der Freude über das Mißlingen des Putsches, dem sich ja die österreichische Bundesregierung in erfreulichem Maße gewachsen gezeigt hat, nicht seine tieferen Ursachen vergessen. Sie liegen in der Knebelung eines Volkes, dem man mit den raffinierten Mitteln eines modernen Imperialismus alle Wege ins Freie verbaut hat. Aber wie leicht der in diesem von allen Seiten eingeschnürten Lande aufgespeicherte Zündstoff zur Explosion gelangen tarnt, hat der steirische Putsch bewiesen. Die Geschichte der letzten Jahrzehnte zeigt eine erstaunliche — man muh schon sagen beängstigende — Parallelität zwischen dem Ablauf deutschen und österreichischen Schicksals. Von Oesterreich her wurden wir in den Weltkrieg gezogen, Oesterreichs Zusammenbruch bereitete auch unsere Katastrophe vor, Inflation und Stabilisierung, Kommunismus und Heimwehrbewegung erlebt Oesterreich einige Augenblicke vor uns, dem Krach der Wiener Kreditanstalt folgt der schwarze 13. Juli bei uns, sollte nicht denen, die durch blinde Starrheit und einen gefährlichen Machtwillen die Lage so kritisch gemacht haben, diese schicksalhafte Verbundenheit der beiden Länder eine Warnung sein, den Dogen nicht zu Überspannen?
Daß die außerordentlichen politischen Spannungen auch in Ländern, die sich als .Sieger deS Weltkrieges" wähnten, ernste Sturmzeichen auslösen, zeigen die überraschenden Vorgänge auf der britischen Atlantikflotte, wo es infolge der Soldkürzungen des Sparprogramms der nationalen Regierung zu schweren Gehorsamsverweigerungen kam, die kaum anders als Meuteret bezeichnet werden können. Man wird sich davor hüten müssen, die Ereignisse schon als das Ende der britischen Seemacht zu bewerten, aber man darf sie auch nicht unterschätzen. Immerhin kamen sie doch so überraschend, daß sie der britischen Presse fast den Mund verschlugen. Aus der unerfreulichen Rolle, die unzufriedene und verhetzte Elemente unserer Kriegsmarine in der Vorgeschichte der Rovemberrevo- lution und in den düsteren Tagen des Zusammenbruches gespielt haben, wissen wir ja aus eigener Erfahrung, daß unter den auf engem Raum zu- sammengedrüngten Mannschaften der großen Schlachtschiffe Mißvergnügen und Unbotrnähigkeit am leichtesten Boden fassen können. Ob die Vorgänge auf der britischen Atlantikflotte, die durch passive Resistenz ihrer Besatzungen daran gehindert wurde, aus den schottischen Gewässern zu den beabsichtigten Manövern auszulaufen, sich als eine reine Lohnbewegung der mit der Kürzung ihres Soldes unzufriedenen Matrosen ohne jeben revolutionären Einschlag darstellt oder ob hier und da doch auch kommunistische Wühlereien mit im Spiel waren, läßt sich schwer beurteilen. Wenn gemeldet wird, daß die Matrosen ihre Gehorsamsverweigerung mit -three cheers for the Ring" begannen, um damit ihre durch den Streik
Heue NoilenabrWngsvechandlimgen in Senf.
Oie Sachverständigen Englands, Italiens und Frankreichs beraten die neuen französischen Vorschläge. - 3Rom hat wenig Hoffnung auf eine Einigung.
Genf, 18. Sept (TU.) Die Verhandlungen der Flottensachoerständigen haben am Freitag nach dem Eintreffen des englischen Sachverständigen E r a i g i e in einer gemeinsamen Beratung mit Mafsigli (Frankreich) und Rosso (Italien) begonnen. Die Sachverständigen haben vereinbart, über ihre Beratungen keinerlei offizielle Mitteilung zu machen. Von italienischer Seite wird betont, daß sich die Beratungen ausschließlich auf die letzten französischen Flaltenvorfchläge beschränken, und das von englischer Seite keinerlei neue Vorschläge vorliegen. Auf italienischer Seite beurteilt man die Beratungen pessimistisch. Man nimmt an, daß die Sachverständigenberatungen über längere Zeit ausgedehnt werden, sieht jedoch vorläufig keinerlei Aussicht für eine Einigung zwischen den drei Seemächten, da die seit -er Londoner Flottenkonferenz ofsengebliebenen grundsätzlichen Streitfragen nach wie vor bestehen und eine Ueberbrückung dieser Gegensätze vor der Abrüstungskonferenz anscheinend auch nicht als wünschenswert angesehen wird. Ls besteht vielmehr der Eindruck, daß die italienische Regierung sich ihre endgültige Haltung in der Flottenabrüstung bis zur nächstjährigen Wellkonferen; Vorbehalten will.
Nervosität in Paris.
Nationalistische Kreise befürchten voreilige Konzessionen.
Paris, 18. Sept. (CRD.) Die Nachricht von der Ankunft des englischen Flottensachverständigen S r a i g i e in Genf hat in gewissen französischen Kreisen große Erregung hervorgerufen. Der in Genf weilende Außenpolitiker
des Journal fragt, warum denn gerade immer bann, wenn zwischen Frankreich und Italien eine Einigung in Aussicht stehe, ein englischer Vermittler auftauchen müsse. Vergeblich habe Frankreich in London und Rom Mitte August ein neues Memorandum in der Floitenfrage unterbreitet, das zwar das Recht, bereits 1934 oder wenigstens 1935 die nach dem 1. Januar 1937 die Altersgrenze erreichenden Kriegsschiffe durch neue zu ersehen, aufrechterhalte, aber immerhin doch zugestehe, daß sämtliche französischen Flottenneubauten jährlich nicht den Durchschnitt der letzten neun Jahre überschreiten dürften. Vergeblich habe der französische Sachverständige Massigli versucht, auf dieser Grundlage zu Verhandlungen mit dem italienischen Sachverständigen Rosso zu gelangen. Die Italiener hätten die kalte Schulter gezeigt. Jetzt ändere sich die Lage. Reue französische Vorschläge hätten auf die Italiener einen gün- stigeren Eindruck gemacht. Das Eintreffen des englischen Sachverständigen deute wohl an, daß er an diesen Verhandlungen teilnehmen wolle. Erzähle man nicht bereits, daß Frankreich einwilligen würde, jeden Ersatzbau bis Ende 1 9 3 6 aufzugeben oder wenigstens bis au den von der Abrüstungskonferenz zu treffenden Beschlüssen? Behaupte man nicht sogar, daß Frankreich bereits eingewilligt habe, feine Un* terseeboottonnage von 97 000 Tonnen auf 75 000 Tonnen, ja sogar auf 53 000 Tonnen herabzufetzen ? Wir wollen das nicht glauben, denn wir könnten es auch nicht begreifen. Warum sollte Frankreich heute schon neueKon- z e s s i o n e n machen wollen, während es diese neuen Konzessionen noch auf der Abrüst ungs ko nferenz in Vorschlag bringen könnte.
nicht berührte Loyalität gegenüber dem obersten Kriegsherrn zu bezeugen, daß aber auf den gleichen Schiffen auch das „ßieb von der Roten Fahne" und andere kommunistische Gassenhauer gesungen wurden, so ist diese Parallelität für unsere Begriffe schwer verständlich. Immerhin scheint dies seltsame Nebeneinander nicht ohne Vorbild in der Geschichte der britischen Kriegsmarine zu sein. Die „Dossische Zeitung" gräbt eine interessante historische Reminiszenz aus an das Jahr 1797, in dem auf britischen Kriegsschiffen die rote Fahne des Aufruhrs gefetzt wurde, an Königs Geburtstag aber die roten Fahnen für 24 Stunden verschwanden und die Schiffe über die Toppen geflaggt wurden. Mit der gleichen Kriegsflotte sollte in den nächsten Jahren der große Nelson von Sieg zu Sieg eilen. Es liegt also eine gewisse Tradition in diesen Vorgängen bei der britischen Marine.
So hat auch die nationale Regierung sich vorerst gehütet, die Meuterei anders als eine Lohnbewegung zu behandeln. Die Admiralität, an ihrer Spitze Sir Austen Chamberlain, wird dafür verantwortlich gemacht, durch allzu bureaukra- tischen Schematismus die vom Kabinett in Bausch und Dogen beschlossenen Einsparungen auf die einzelnen Gehaltsklassen ungleich verteilt au haben. Sir Austen Chamberlain ist indessen In der glücklichen Lage, die Schuld daran auf seinen Vorgänger im Amt, den Labourminister Alexander, abwälzen zu können, von dem er den neuen Desoldungsplan übernommen haben will. So ist der Parlamentsopposition der Wind für irgendwelche Agitationsanträge aus den Segeln genommen und das Unterhaus ist sich schnell darüber einig, daß Härten in der Besoldungskürzung und damit der Grund für die Unzusriebenheit der Matrosen schleunigst beseitigt werden sollen. Aber wenn man auch damit, was anzunehmen ist, der Bewegung auf der inzwischen in die Heimathäfen zurückgekehrten Flotte wieder Herr werden wird, so bleibt doch vor aller Welt eine moralische Einbuße, die nach der schweren Krediterschütterung der letzten Monate besonders schwer wiegt. Die Grand fleet, die Säule der britischen Macht in allen Meeren in offener Opposition, wenn auch nicht zur Krone, so doch zur höchsten zivilen Instanz, dem Kabinett, das ist ein Faktum, das sich aus der Erinnerung der für die Schwächen des britischen Riesen sehr hellhörigen Völker in allen Weltteilen, in denen der Union 3ad weht, nicht so leicht wird wegwischen lassen. Und daß von einer Lohnbewegung zum politischen Streik, von passiver Resistenz au offener Revolte nur ein beängstigend kleiner Schritt ist, wird auch den Herren im Kabinett und Unterhaus klar sein, die heute gemeinsam bestrebt sind, das peinliche Geschehen so schnell wie möglich und so geräuschlos wie möglich aus der Welt zu schaffen. Damit klopft Moskau an die Tür des britischen Reiches. Die schweren Krankheitserscheinungen, die Mitteleuropa, den weiten osteuropäischen Raum, Australien und den südamerikanischen Kontinent befallen haben, machen auch vor dem Empire nicht halt. Flottenstreik in England, Heimwehrputsch in Oesterreich, Attentatswelle in Mitteleuropa, sie sind nur verschiedene Formen des gleichen Leidens und die heute noch sich unangreifbar dünkenden Mächte täten gut daran, sich noch zur rechten Zeit auf die Solidarität der Völker zu besinnen, die für sie ein Gebot vorausschauender Klugheit ist, wollen sie nicht auch mit dem Strudel hinabgerissen werden.
Oie kommunistische Internationale an der Arbeit.
Moskau (über Kowno), 18. Sept. (TU.) Das Präsidium der Komintern hat alle Sek- tionen aufgefordert, zum 7. November Kundgebungen in allen Ländern oorzubereiten. Alle kommunistischen Parteien sind verpflichtet, trotz polizeilicher Verbote unter den Parolen „Schutz der Räterepublik" und „Kampf für die Revolution" zu demonstrieren. Besonders sollen in denjenigen Ländern Kundgebungen veranstaltet werden, indenendie Arbeitslosigkeit zunimmt, so Deutsch- land, Amerika und England. — In Neuyork erregt die Entdeckung einer geheimen Funkstation, die in ständiger Verbindung mit Moskau steht, riesiges Aufsehen. Die Station seihst ist bisher nicht gefunden worden. Angeblich soll die Antorg (eine russische Handelsgesellschaft) mit der Station in Verbindung stehen. Eine weitere bisher verborgen gebliebene Funkstation dirigiert die Verschiffung und Landung von Rauschgiften für den japanischen Schmuggelring.
Japan besetzt Mulden.
Kritische Lage in der Mandschurei.
Tokio, 19. Sept. (WTD. Funkspruch.) Nach Mitteilung der japanischen Militärstellen haben die Japaner das Arsenal der Stadt Mukden angegriffen und sind in den Platz eingebrungen, nachdem sie das chinesische Lager nördlich der Stadt beseht hatten. Es kam im Innern Mukdens zu einigen Scharmützeln Awi- schen Abteilungen japanischer und mandschurischer Truppen. Angesichts der ernsten Lage wurde beschlossen, das Hauptquartier der japanischen Armee von Dairen nach Mukden zu verlegen. Ein neuer Zusammenstoß erfolgte bei Kuanschangtfe nördlich von Tschangtschun. Dort nahmen die Japaner die Stadt ein, die sie vorher beschossen hatten. Eine unbestätigte Nachricht aus Mukden besagt, daß das japanische Geschühfeuer die Stadt Peltajing zer stört und mehrere 100 Todesopfer verursacht habe.
In Peking glaubt man, daß die japanischen Mili- tärbehörden so unvermutet gehandelt haben, um die Chinesen zu zwingen, die Angelegenheitdes Hauptmanns Nakamura zu regeln, der dem japanischen Generalstabe angehörte und im Juni in der Mongolei ermordet wurde, angeblich von chinesischen Soldaten der Mukdener Armee. Chinas Zögern, auf die japanischen Proteste weaen der Er- morbung Nakamuras zu antworten rief große Erbitterung in den militärischen Kreisen Japans hervor. In Nanking betrachtet man die Besetzung Muk- dens durch die Japaner als die Endwirkung einer heftigen, von japanischen Militärs betriebenen Propaganda zugunsten einer festeren Politik gegenüber China. Die Japaner sollen die Absicht haben, die ganze Mandschurei zu besetzen.
Paris fürchtet die englische Schutzzollpolitik.
Paris, 19. Sept. (WTD. Funkspruch.) Die geplanten Schutzzollmahnahmen der englischenRe- gierung beschäftigen die französische Oeffentlich- keit in starkem Maße. „Journal" meint, die Maßnahmen, die eventuell in London getroffen werden, könnten katastrophal wirken. Wenn England sich jetzt hinter Schutzzollmauern verschanzt, werden Repressalien folgen. Frankreich hat im vergangenen Jahr nach England für 7 Milliarden seiner Erzeugnisse ausgeführt, davon für 3,5 Milliarden Luxus waren. Eine Desteuerung ad valorem neben den bestehenden Zollsätzen für Luxuswaren würde genügen, um unseren Export tödlich zu treffen. Unsere englischen Freunde müssen es sich also gesagt sein lassen, daß eine derartige Gesetzgebung unserseits sofortige Schutzmaßnahmen erfordern würde und daß die sehr ernsten Schwierigkeiten, die sie unserem Handel und unserer Industrie schaffen würden, jede neue finanzielle Hilfeleistung Frankreichs fast unmöglich machen wurden.
Kleine politische Nachrichten.
Reichskanzler Dr. Brüning empfing für di« Fraktion der W i r t s ch a f t s p a r t e i die Abgeordneten Mollath und Freidel zu einer einftünbigen Unterredung. Der Kanzler soll insbesondere auf dem Gebiet der Kreditoersorgung des Mittelstandes eine eingehend« Prüfung der vorgetrage- nen Wünsche zuaesagt und betont haben, daß er wie die gesamte Reichsregierung die Notwendigkeit der Erhaltung eines lebensfähigen Mittelstandes in vollem Umfange erkenn«.
Das Reichsgesetzblatt Nr. 62 veröffentlicht eine Durchführungsverordnung, nach der der § 6 der Verordnung des Reichspräsidenten über die Auszahlung von Dienstbezügen vom 18. Juli 1931 aufgehoben wird. Danach ist also in Zukunft die geteilte Auszahlung der Monatsgehälter in Privatbetrieben nicht mehr statthaft.
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Ehemalige Angehörige der „NationalsoAialistischen Kampfgemeinschaft Deutschlands" haben sich zu der „Kampfgemeinschaft Deutscher Revolutionäre" zu- summengeschlossen. Maßgebend für diese politische Neugründung war das angebliche Versagen der bisherigen Führung Strasser-Buchrucker. -Die Kampfgemeinschaft Deutscher Revolutionär« erstrebt das Ziel, die Errichtung des nationalsozialistischen großdeutschen Arbeiter- und Bauernstaates. Sie kämpft gegen Reaktion und Marxismus, gegen Versailles
und Kapitalismus, gegen Legalität und Demokrat tie, für die sozialistische Wirtschaft, den national« sozialistischen Staat und die deutsche Kultur.
Die brasilianische Regierung gibt bekannt, daß sie infolge der akuten Wirtfchafts- depression nicht in der Lage gewesen ist, in genügendem Maße Devisen aufzutreiben, um die im Oktober fällig werdenden Zinszahlungen für die Auslandsschulden zu leisten. Es handelt sich in der Hauptsache um die beiden 4,5prvzentigen Anleihen von 1888 und 1889, sowie die 5-ProAent-Anleihe von 1913, die von der Nichtleistung der Zinsbeträge am 1. Oktober betroffen werden.
Aus aller Well.
„Graf Zeppelin" Hal die Kanarischen Inseln passiert.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hat dem Luftschiffbau Zeppelin um 6 Uhr früh MEZ. folgenden Funkspruch gesandt: „27,08 Nord, 16,40 West". Damit hat das Luftschiff die Kanarischen Inseln bereits passiert.
Zwei deutsche Flieger in der Mongolei.
Die deutschen Flieger Kölner und Ratje sind in Peking eingetroffen. Sie wurden bekanntlich am 2. Juli in der Mongolei mit ihrem „Eurasia"-Postflugzeug von Mongolen abge- f ch o f s e n, wobei Kölger einen Treffer ins Knie erhielt, der die Amputation des Beines nötig machte. Die beiden Flieger wurden wegen angeblicher Spionage widerrechtlich zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Zehn Wochen haben sie unter ungeheuren Qualen in einem mongolischen Zuchthaus verbracht, wo ihre Nahrung aus Hammelfleisch, Käse und Milch bestand. Auf Betreiben der deutschen Regierung gelang es der Sowjetregierung endlich, die Freilassung der Flieger zu bewirken.
Autobandtten feuern auf offener Straße.
Ein tolles Banditenstück, bei dem ein S t r a * ßenpass ant sein Leben einbühte und mehrere andere verletzt wurden, verursachte in der Spichernstrahe in Köln große Aufregung. Ein Autodieb, der dort einen unbeaufsichtigten Personenkraftwa'gen rauben wollte, wurde dabei von der Besitzerin überrascht. Auf die Hilferufe der Frau eilte ein mit seiner Familie die Straße passierender 35jähriger Mann herbei. Der Verbrecher zog sofort einen Revolver und jagte dem Mann eine Kugel in den Kopf. Der Tod trat auf der Stelle ein. Der Autodieb floh mit einem Komplicen in dem gestohlenen Kraftwagen. Auf der Fahrt gab er noch sieben Schüsse ab, durch die zwei Männer und eine Frau verletzt wurden. Das Ueberfall- kommando nahm die Verfolgung der Banditen auf, die jedoch bisher erfolglos geblieben ist.
Lin Fassadenkletterer auf dem „Großen Michel".
In Hamburg ließ sich ein Kommunist, der den Turm der großen Michaeliskirche bestiegen hatte, von dort aus am Blitzableiter auf den ersten Absatz des Turmes herab. Unter Lebensgefahr entrollte er bann auf ber äußersten Kante eine rote F a h n e. Polizei und Feuerwehr gelang es, den Waghalsigen aus seiner gefährlichen Lage zu befreien.
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Wettervoraussage.
Da die Luftbewegung sehr gering ist, blieb die feucht-warme Luft auf dem Festlande und mit ihr auch die Nebeldecke erhalten, aus der vereinzelt sogar leichter Sprühregen niedergeht. Doch hat sich das Hochdruckgebiet im Westen enorm gekräftigt und weist über Irland Barometerstände von über 773 Millimeter Luftdruck auf. Es ist damit zu rechnen, daß sich der Hochdruck allmählich auf das Festland vorschiebt, wobei durch die absinkenden Luftmassen tagsüber die Nebeldecke zur Auslösung kommen wird. Die Temperaturen ändern sich zunächst noch sehr, wenig, allerdings dürfte später bet mehr aufheitern-- dem Himmel ihr Unterschied zwischen Tag und Nacht etwas größer werden.
Vorhersage für Sonntag: Morgens neblig und diesig, tagsüber aufheiternd, meist trocken, noch wenig veränderte Temperaturen.
Aussichten für Mont ag : Weiterhin Frühnebel, sonst meist heiter, trocken, Tempera- turgegensahe zwischen Tag und Nacht sich etwas verschärfend.
Lufttemperaturen am 18. September: mittags 17,2 Grad Celsius, abends 13,4 Grad: am 19. September: morgens 13,4 Grad. Maximum 18,5 Grad, Minimum 13 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. September: abends 15,4 Grad, am 19. September: morgens 14 Grad Celsius. — Niederschläge 0,4 Millimeter. — Sonnenscheindauer etwa acht Minuten.
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