Ausgabe 
18.8.1931
 
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Wirtschaft

Banknoten.

dies

ilmcritanildje Nolen.......

Belgische Noten.........

Dänische Noten Englische Noten ......

Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch-Oeklerreich, i 100 Schilling Rumänische Noten........

Schwedische Noten Schweizer Noten.........

Spanische Noten. .......

Ungarische Noten........

erfolgen.

3. Die monatlichen Gehaltszahlungen für Be­amte sind ebenso über die erste Monatshälfte zu verteilen: auch diese Zahlungen sollen also nicht an festen Kalendertagen geschehen, wie gegenwärtig noch in der Notverordnung vor­

gesehen ist.

Schweinemarkt in Gedern.

Y Gedern, 18. Aug. Zu dem heutigen Schweinemarkt waren 616 Tiere aufgetrieben. Die Preise waren gedrückt. ^Es wurden für sechs Wochen alte Ferkel durchschnittlich 8 Mk., für sechs bis acht Wochen alte 9 bis 10 Mk. und für Läufer, je nach Stärke, 12 bis 20 Mk. bezahlt. Trotzdem der Handel verhältnismäßig flott ging, blieb ein geringer Heberstand.

verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Bentenbankscheinen auf 24,3 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 525,6 Millionen Mark eine Ab­nahme um 255,0 Millionen Mark. DieDestände a n G o l d und deckunasfähigenDevisen haben sich um 10,6 Millionen auf 1682,8 Mil­lionen Mark erhöht. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 760 000 Mark auf 1365,8 Mil­lionen Mark und die Bestände an Devisen um 0,8 Millionen auf 317,0 Millionen Mark abgenom­men. Die Deckung bet Hot en durch Gold und Devisen beträgt 39,7 gegen 38,2 Pro­zent in der Vorwoche.

* Schwankende Lage in der Hanauer Diamantschleiferei. Die in Hanau und Umgebung stark vertretene Diarnantschleiferei- 3ndustrie hatte in der letzten Zeit einen lebhaften Geschäftsbetrieb zu verzeichnen, so daß einige Einstellungen erfolgen konnten und nur noch wenige Schleifer verfügbar waren. Leider be­ginnt die Lage sich bereits jetzt wieder schwan­kend zu gestalten.

' Das Ergebnis der heutigen Nord- wolle-Verhandlungen. Die Verhandlun­gen zwischen dem Konkursverwalter und den Hauptgläubigern der Nordd. Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei Bremen haben- zu einer grundsätzlichen Hebereinstimmung geführt hinsicht­lich der Gründung einer neuen Gesellschaft, in welche die Hauptwerke der Nordwolle einge­bracht werden. Die Beratungen über die Einzel­heiten dieses Projektes werden, wie WTB-Han- delsdienst erfährt, fortgeführt. Der Gläubiger- Versammlung am 21. August wird näherer Be­richt erstattet werden.

* Die Landesbank der Rheinpro­vinz nimmt ihren Betrieb wieder auf. Die Verhandlungen der Landesbank der Rheinprovinz mit den Reichs- und Staatsbe­hörden sowie mit der Reichsbank sind nunmehr zu einem günstigen Abschluß gelangt. Die Landes­bank ist daher jetzt in der Lage, ihren Betrieb wieder aufzunehmen, nachdem mit den Bankengläubigern eine Verständigung erzielt worden ist.

* D i e neuen Stickstoffpreise. Wie das Stickstoffsyndikat mitteilt, hat sich die Deutsche Stickstoffindustrie entschlossen, für das Düngejahr 1931/32 die Preise für ihre Erzeugnisse zu senken, und zwar besonders erheblich für diejenigen, die den Hauptteil am deutschen Verbrauch ausmachen. Maßgebend für diesen Entschluß war die Rück­sicht auf die ernste Lage der deutschen Landwirt­schaft. sowie die Hoffnung, daß durch eine erneute Preissenkung der Verbrauch und damit auch die Erzeugung wieder gesteigert und Arbeiterentlas­sungen vermieden werden können. Die neuen Preise konnten selbstverständlich nicht auf den Stand gesenkt werden, der sich in den offenen Exportmärkten als Folge eines wilden Konkur­renzkampfes zeitweilig darbietet. Sie sind aber für den Landwirt vorteilhafter als in irgend­einem Lande, dessen Heimatmarkt gestützt ist. Die Preise sind gesenkt je Kilogramm Stickstoff um) 2 bis 6 Pfennig, und für Nitrophoska um. 25 Pfennig je 100 Kilogramm Ware.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 7N.

Oie Weinernte 1931.

WSN. Mainz, 16. Aug. Gegenstand der Be­ratungen einer kürzlich hier abgehaltenen Sitzung von Vertretern des Deutschen Wein­bauverbandes, des Südwestdeutschen Wein­bauverbandes und des Bundes westdeutscher Weinhändlcrvereine bildeten Fragen der Verwer­tung und Finanzierung der Weinernte 1931. Man kam u. a. darin überein, angesichts der ungün­stigen Lage des Kapitalmarktes sich an die Reichsstellen um Unterstützung zu wenden, um so einen Preis st urz der diesjährigen Ernte zu vermeiden, der auch auf die Preise der alten Jahrgänge nicht ohne Einfluß bleiben würde. Mit den weiteren Fragen will man sich in einer späteren Sihung'befassen.

stadt, Ernst Krug von Nidda, wurde auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten mit Wirkung vom 1. Dezember 1931 in den Ruhestand versetzt.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

> Wißmar, 16. Aug. Die Gemeinde­vertretung beschloß, bei den diesjähr-gen Obst- versteigerungen das Obst nur gegen Bar­zahlung abzugeben. Der Gemeindevorsteher teilte mit, daß von der Regierung festgestellt wor­den sei, daß der hessische Staat bis 400 Meter un­terhalb der Lahnbrücke an der Straße Wißmar- Gießen die Hoheitsrechte über das Lahnbett habe und die Ausbaggerung der Kiesbänke an die Firma R ü b s a m e n (Gießen) verpachtet fei. Da- mit wird auch der Str ei t um die Unter­haltung des Lahnufers hoffentlich beendet sein, der schon jahrlang schwebt. Die Straße Krofdorf Wißmar soll nach dem Plane der Kreisverwaltung ausgebaut werden, um Wohlfahrtserwerbslose mit zahlreicher Familie zur Entlassung der Gemeinden zu beschäftigen. Die erforderlichen Fuhren müssen von den Gemeinden als Hand- und Spanndienste geleistet werden.

Kreis Marburg.

WSN. Marburg, 17. Aug. Reichspräsident von Hindenburg hat bei dem sechsten Sohne, der kürzlich der Familie des Landrats des Kreises Marburg, Schwebet, geschenkt wurde, die Paten­schaft übernommen und aus diesem Anlaß sein Bild­nis mit eigenhändiger Unterschrift überreichen lassen.

Zur Lage am Baumarkt.

3m Wochenbericht des 3nstitutsfürKon- junkturforschung wird geschrieben: Bereits zu Beginn des Jahres war für die Bausaison 1931 mit einer Verminderung der verfügbaren lang­fristigen Kredite um mindestens eine Milliarde Mark zu rechnen. Nach den Vorgängen der letzten Wachen muh nunmehr die damalige Schätzung als viel zu optimistisch betrachtet werden. 3m einzel­nen läßt sich zwar im Augenblick noch nicht fest- stetlen, wie stark die Leistungsfähigkeit der ver­schiedenen Quellen des Baukredits beeinträchtigt ist: immerhin wird man im ganzen eine Vermin­derung des Bauvolumens gegenüber dgm Vorjahr um m e h r als e i n D r i t t e l erwarten müssen, da schon im ersten Halbjahr 1931 nur knapp zwei Drittel des vorjährigen Bauvolumens erreicht worden sind.

Ende 3uni, also noch vor Ausbruch der akuten Kreditkrise, waren nur 43,3 Prozent der gewerk­schaftlich organisierten Bauarbeiter beschäftigt (ge­genüber 61,3 Proz. zur gleichen Zeit des Dor- fahres). Dis Ende 3uli hat sich sogar entgegen der saisonüblichen Entwicklung die Beschäftigung bereits wieder etwas verschlechtert. Der Baustoff- absah war im ersten Halbjahr 1931 um 33 Prozent geringer als in der gleichen Dorjahreszeit. Die be­kannt gewordenen Bauplanungen hielten sich um 32 Prozent unter Vorjahrshöhe: dabei ist anzu­zunehmen, daß die Finanzierungsschwierigkeiten einen erheblich größeren Teil der Dauplanungen als in den letzten 3ahren nicht zur Ausführung kommen lassen.

Die private Dautätigkeit wird durch die Stok- kung im Pfandbrief- und Sparkassengeschäft, die gewerbliche durch die Schwierigkeiten bei den Kre­ditbanken und auf den Emmissionsmärkten. die öffentliche Dautätigkeit zudem durch die Anspan­nung der Finanzlage ernsthaft bedroht. Für den Wohnungsbau kommt noch die immer drücken­der werdende Spanne zwischen Dau- und Finan­zierungskosten einerseits und dem Mieterlös ande­rerseits hinzu. Die Indexziffer der Baukosten­preise ist zwar seit 1929 um 16 Prozent zurück- gegangen. Die wach e ide A.b.itelosigkeit sowie die Senkung der Löhne und Gehälter haben aber das Einkommen so stark vermindert, daß die aus Bau­kosten und Verzinsung errechneten Mieten immer schwerer aufgebracht werden können. Die zukünf­tige Gestaltung des Daumarkles wird einmal von dem Tempo abhängen, in dem die Kreditschwie­rigkeiten überwunden werden können. Aber selbst, wenn das Kreditvolumen in seiner Gesamtheit wie­der gesichert erscheint, dürften Wohl von der Mie­tenseite her noch beträchtliche Hemmungen wirk­sam bleiben.

Zahlungskrise und Zahlungstermine.

Die Forschungsstelle für den Han­del, Berlin, gibt eine ausführliche Darstellung über die Hmsahschwankungen im Einzelhandel, untersucht ihre Ursachen und die Möglichkeiten der Milderung durch Auseinanderlegung der Zahlungstermine und Aenderung der Kaufge­wohnheiten und stellt dabei zusammenfassend fest: Die häufigen und starken Hmsahschwankungen im Einzelhandel verhindern eine volle Ausnutzung seiner Anlagen und damit eine Senkung der Vertriebskosten und Handelsaufschläge. Der Zwang der Verhältnisse und eine gewisse Lässig­keit der Konsumenten führen zu stoßweiser Be­lastung des Ladengeschästs während derFrei­zeiten" und an den Lohn- und Gehaltszahlungs­terminen. Gleichmäßigere Verteilung der Zah­lungstermine und Aufklärung der Verbraucher über die Vorteile des Einkaufs in den ruhigen Geschäftszeiten würden die Umsatzschwankungen im Einzelhandel wesentlich mildern: eine An­passung der Geschäftszeit an die Detriebsbean- spruchung und andere Maßnahmen des Einzel­handels könnten zu weiteren recht erheblichen Ersparnissen führen.

3m einzelnen wird über das Problem der Ver­legung der Zahlungstermine ausgeführt: Infolge der Stockung des Zahlungsverkehrs bereitet die Häufung der Lohn- und Gehaltszahlungen an be-

* Lombardsatz ab heute 12 v. H. Die Reichsbank hat auf Grund des Ausweises vom 15. August beschlossen, den Lombardsatz mit Wirkung von Mittwoch, den 19. August, ab auf 12 v. H. zu ermäßigen.

Hessens Kohlenproduktio n im 3 u I i. Die monatliche Kohlenproduktion für den Volksstaat Hessen weist für 3uli 1931 folgende Ziffern aus: Förderung an Rohbraunkohle 84 574 Tonnen: zu Schwelereiprodukten weiter- verarbeitet wurden 77 231 Tonnen. Hieraus wur­den gewonnen 4908.8 Tonnen Rohteer, 554 580 Liter Leichtöl aus Schwelgasen und 12 040 Ton­nen Koks.

* Erläuterungen zum Reichsbank­ausweis vom 15. August. Nach dem Aus­weis der Reichsbank vom 15. August 1931 hat sich in der zweiten Augustwoche die gesamte Kapital­anlage der Dank in Wechseln und Schecks, Lom­bard- und Effekten um 542,6 Millionen auf 3306,8 Millionen Mark verringert. 3m einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 358,7 Millionen auf 3104,0 Millionen Mark und die Lombardbestände um 67,7 Millionen auf 99,9 Millionen Mark abgenommen. Bestände an Reichsschahwechseln, die am Ende der Vorwoche 116.5 Millionen Mark betragen hatten, sind n.cht mehr vorhanden. An Reichsbanknoten und Ren­tenbankscheinen zusammen sind 144,1 Millionen Mark in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbank­noten um 138,3 Millionen auf 4237,3 Millionen Mark und derjenigen an Rentenbankscheinen um 5,8 Millionen Mark auf 403,3 Millionen Mark

stimmten Terminen jetzt auch für Geldinstitute und öffentliche Kassen erhebliche Schwierigkeiten. Man hat sich daher zunächst durch eine Zerlegung der Zahlungen für die Gehaltsempfänger der öffentlichen Körperschaften zu helfen gesucht und der Privatwirtschaft eine ähnliche Regelung ge­stattet. Diese Teillösung kann nur als Notbehelf betrachtet werden. 3hre Mängel bestehen einmal dgrin, daß nicht die anzustrebende Verlegung der Zahlungstermine, sondern eine Zerlegung der Zahlung für den einzelnen Gehaltsempfänger und damit eine Vermehrung der Zahlungstermine vorgenommen wird. Ferner sind die Zahlungen nach wie vor an feste Kalendertage gebunden, während ein Zusammenfallen mit anderen Ge­halts- oder Lohnzahlungen nur durch Festlegung auf bestimmte Wochentage vermieden werden kann. Für eine technisch einwandfreie Gesamtlösung müssen also folgende Grundsätze betrachtet werden, die die Forschungsftelle für den Handel der Oeffentlichkeit bereits unterbreitet hat:

1. Die wöchentlichen Lohnzahlungstermine sind so zu verteilen, daß innerhalb eines Wirtschafts­gebietes an jedem Wochentage etwa die gleiche Lohnsumme zur Auszahlung .gelangt, wie es bereits für Erwerbslose durch die Arbeitslosen­versicherung geschieht. Die Einteilung der Betriebe in Gruppen hat durch die 3ndustrie- und Han­delskammern im Einvernehmen mit den zustän­digen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden zu erfolgen.

2. Die monatlichen Gehaltszahlungen für An­gestellte sind auf die zweite Monatshälfte zu ver­teilen: die Zahlungen ein und desselben Betriebes haben dabei stets am gleichen Wochentage zu

tischer Geschehen zu schildern, ist in diesem Buche seiner Jugend besonders markant. Hier, wo er noch nicht, wie in den späteren großen Werken über den Weltkrieg von politischen Erwägungen und taktischen Rücksichten geleitet wird, konnte er ganz aus sich herausgehen. Und so wurde das Buch ein schönes Zeugnis der unbekümmerten Frische, mit der einst der junge Winston ins Leben hinauszog.

Kreis Schotten.

0 Ober-Seemen, 17. Aug. 3m Gegensatz zum vorigen 3ahr fällt die Himbeerernte nur dürftig aus. Durch das Fehlen der Sonnenstrahlen haben sich nur wenige Früchte entwickelt, so daß sich das Sammlergeschäft kaum lohnt. Die Auf­käufer zahlen nur 12 bis 15 Pfennig je Pfund.

Kreis Alsfeld.

u Ober-Ohmen, 17. Aug. Am Sonntag fand hier die feierliche Enthüllung des dem ersten Reichspräsidenten Fr. Ebert gewidmeten Denkmals statt. Fackelzug und Festkommers bildeten am Samstagabend den Auftakts Am Sonntagvormittag sand eine Totengedächt­nisfeier am Kriegerdenkmal statt. Dr. Gum - bei (Gießen) und der Ortsgeistliche, Pfarrer G u h m a n n, gedachten der Opfer des Welt­krieges. Am Mittag bewegte sich ein großer Fes^ug durch die Straßen unseres Dorfes zu dem an der Straßenkreuzung GrünbergHlrichstein und Ober-OhmenZeilbach gelegenen Denkmal. Hier nahm Staatspräsident Dr. Adelung die feierliche Einweihung vor. Er würdigte das Leben und Wirken des ersten Reichspräsidenten und verlieh seiner Freude darüber Ausdruck, daß es in einer Zeit wirtschaftlichen Tiefstandes und materieller Not gelungen sei, ein würdiges Zeichen der Dankbarkeit zu schaffen. So wie dieser Ge­denkstein nur durch Einigkeit und Opferwttlen geschaffen werden konnte, so mühten auch alle Volksgenossen sich verbinden und ihre persön­lichen Wünsche und Meinungen hintanstellen, wenn es das Wohl des Vaterlandes gilt. Musik­vorträge und Chöre umrahmten die eindrucksvolle Feier, die durch den Gesang des Deutschlandliedes ihren Abschluß fand. Sodann begab man sich nach dem nahegelegenen Festplah, wo Reichstagsabge­ordneter Ritzel (Gießen) und Landtagsabgeord­neter Reiber (Darmstadt) Ansprachen hielten.

Kreis Lauterbach.

ch 3lbeshausen, 18. Aug. Trotz der un­günstigen Wirtschaftslage sind d'.e Sommer­frischen gut besucht. Besonders aus der Frankfurter und Kasseler Gegend sind zahlreiche Kurgäste hier. Auch in den Nachbarorten sind zahlreiche Fremde eingetroffen, die ihre Ferien dort.verleben.

Starkenburg.

WSN. D a r m st a d t, 17. Aug. Der Präsident des hessischen Oberversicherungsamtes in Darm-

Oberheffen.

Oer Bezirksfeuerwehrtag des Kreises Schotten in Gedern.

Gedern, 17. Aug. Am Sonntag fand hier der Dezirksfeuerwehrtag statt. Zugleich war da­mit die Feier des 40jährigen Bestehens der ärret- willigen Feuerwehr Gedern verbunden. Dem Ernste der Zeit entsprechend, war von einer größe­ren Feier abgesehen worden. Am Vormittag fand in der Kirche ein Festgottesdienst statt. Hieran schloß sich das Geräteexerzieren vor dem Rathaus, dem eine größere Hebung folgte. Die Wehren von Eschenrod, Burkhards und Ober-Seemen arbeiteten mit der Gederner Wehr zusammen. Die Freiwillige Samtäts- kolvnne vom Roten Kreuz beteiligte sich eben­falls in vorbildlicher Weise. Die gesamte Hebung wurde mustergültig durchgeführt. Rach dieser Hebung begab man sich nach dem Marktplatz, wo Regierungsrat Schwan die Wehren im Na­men des Kreisamtes Schotten begrüßte und den Gederner 3ubelverein zu seinem 40. Stiftungs­feste beglückwünschte. Bürgermeister Muller rühmte in seiner Begrüßung besonders den Geist der Einigkeit innerhalb der Feuerwehr. Brand­meister Wenzel aus Gießen richtete Worte der Anerkennung an die Wehren und beglückwünschte die Gederner Wehr. Kommandant Lenz aus Ortenberg überreichte als Zeichen der Verbun­denheit der beiden benachbarten Wehren einen Fahnennagel. Für die fast vollzählig erschiene­nen Bürgermeister des Kreises Schotten sprach Bürgermeister Mangel aus Schotten von dem unbedingten Verlaß auf die Feuerwehren in Zei­ten der Not und Gefahr. 3n ähnlichem Sinne sprach der Kreisverbandsvorsitzende Stang, Schotten.

Sodann wurde die Ehrung von zehn ver­dienten Feuerwehrmännern durch Re­gierungsrat Schwan vorgenommen. Don den 15 einstigen Gründern sind noch fünf am Leben. Es sind dies Karl Simmert, Christian Reichert, Derthold Simon, Eduard Dinges und Her­mann Landmann. Sie erhielten das Ehren­zeichen für 40jährige treue Arbeit im Dienste der Nächstenliebe und Hrkunden. die von Minister Leuschner persönlich unterschrieben waren. Die Ehrenschnalle für 25jährige Mitgliedschaft konnte den Feuerwehrleuten Karl Franz IL, Richard Carl Ludwig Freymann, Arthur L a u er und 3ulius Voehl überreicht werden. Der erste Kommandant der Gederner Wehr, Chr. Braun, versprach, alles zu tun, was der weiteren Auf­wärtsentwicklung dienlich sei.

3mLöwen", der bis auf den letzten Platz ge­füllt war, folgten nun die geschäftlichen Verhand­lungen. Der Begrüßung durch Regierungs­rat Schwan folgte dann ein Vortrag des Direktors Hofmann von der Hessen-Nassaui­schen Landesversicherungsbank über Haftpflicht und Hnfallversicherung von Feuerwehren. 3n den geschäftlichen Mitteilungen wurde bekanntgegeben, daß im Lause des verflossenen 3ahres sechs neue Freiwillige Wehren im Kreise Schotten aegründet wurden, so daß sich die Gesamtzahl auf 20 erhöht hat. Die neuen Weh- . ren sind in Rebgeshain, Ober-Lais, Dusenborn, Stornfels, Einartshausen und Rainrod. Kreis- > seuerwehrinspektor Eberheim erstattete sodcmn den Iahresbericht.

Dom 1. Oktober 1930 bis 1. August 1931 wurden 42 Wehren einer Besichtigung unterzogen, deren Ergebnis als gut bezeichnet werden konnte. Aus richtige Behandlung der Hydranten und Schläuche wurde besonders hingewiesen. An Bränden waren 1931 bereits sieben zu verzeichnen. Auf Veranlas­sung des Kreisamtes Schotten fanden belehrende Vorträge durch Oberingenieur Kalweit vom Heberlandwerk Friedberg in Schotten, Laubach, Gedern und Hlrichstein statt. Eine größere Der- bandsübung fand in Einartshausen statt. Mehrere Neugründungen von Wehren stehen noch bevor. Kreisverbandsvorsihender Stang dankte Re- gierungsrat Schwan und Inspektor E b e r - heim für die große, uneigennützig geleistete Ar­beit innerhalb des Kreises. Nachdem einige all­gemeine Anfragen erledigt waren, ließ die Firma Hermann S ch e l l h o r n (Offenbach), einige Filme laufen, die für die Feuerwehr von besonde­rem 3ntereffe waren. Die Tagung nahm einen sehr harmonischen Verlauf.

Kreis Büdingen.

n. Büdingen, 17. Aug. 3mHain" des hiesigen Schloßparkes fand gestern eine Gedenk­feier der Iugend des Vogelsberger H ö h e n c l u b s für den verstorbenen Iugendob- mann Prof. Gg. Dender (Frankfurt a. M.) statt, die von dessen Nachfolger, Rektor Ludwig Dern (Offenbach a. M.) geleitet wurde. Die Gedächtnis­rede hielt Konrektor Wilh. Dörffler (Frank­furt a. M.). Die Feier wurde durch Darbietungen eines Streichquartetts des Frankfurter DHC.- Hausorchesters und des Büdinger Liederkranz- quartetts umrahmt und verschönt. Dann begab sich die Festversammlung zu dem Türkschen Hause in der Neustadt, wo Dender von 1874 bis 1880 als Gymnasiast gewohnt hatte. Mit einer An­sprache des 1. Vorsitzenden, des Berufsschullehrers N i e h (Büdingen), wurde hier eine von dem Zweigverein Büdingen gestiftete Erinne­rungstafel enthüllt, durch Rektor D e r n geweiht, der Stadtverwaltung bzw. dem Haus­besitzer zu treuen Händen übergeben und von Bürgermeister H i l d n e r übernommen. Die schön geschnitzte Cichenholztafel ist von einem hiesigen Künstler gefertigt. Am Nachmittag fand auf dem Sandhof" die Feier des 5 0. Stiftungs­festes des hiesigen Zweigvereins statt. Dr. Bruchhäuser überbrachte die Glückwünsche des Gesamtvereins, Rektor Dern die Grüße des Reichsverbandes Deutscher Gebirgs- und Wan­dervereine sowie der Sektionen Offenbach, Darm­stadt, Langenselbold, Gelnhausen, Wenings und Mainz. Konrektor Dörffler sprach für Frank­furt a. M. Einen trefflichen geschichtlichen Rück­blick bot der Lehrer Karl H e u s o h n in seiner Festrede, der Vorsitzende Rieß gab eine Reihe von Ehrungen verdienter Mitglieder bekannt. Regierungsrat Weber gratulierte dem VHC. Büdingen im Namen des Reichs Verbandes Deut­scher Jugendherbergen. Alle drei Feiern nahmen bei zahlreicher Beteiligung einen äußerst wür­digen Verlauf.

Berliner Produktenmarkt.

Berlin, 18. Aug. Das Angebot in Brotge­treide ist weiterhin klein, die Mühlen bekunden gute Konsumnachfrage nach Weizen und Roggen und auch für den Export ist Weizen verschiedent­lich gesucht. Von neuen Exportabsendungen ist dagegen heute wenig zu hören. Vereinzelt be­willigen die nur schwach versorgten Mühlen für Weizen etwas höhere Preise, im allgemeinen wer­den jedoch gegenüber gestern unveränderte Preise genannt. Am Lieferungsmarkte ergaben sich bei gleichfalls nur ziemlich geringen Hmsähen für Weizen und Roggen unbedeutende Preisverände­rungen. Das Mehlgeschäft ist stetig, bei unver­änderten Forderungen der Mühlen. Für Hafer zeigt sich weiterhin ziemlich lebhafte Konsumnach­frage so daß dieser Markt gut stetig tendiert, das unbeständige Wetter veranlaßt die Abgeber zur Zurückhaltung. Gerste ruhig. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märkischer, neue Ernte, 219 bis 221 (stetig), September 232 bis 232,50, Oktober 231 bis 231,50; Roggen, märkischer, neue Ernte, 165 bis 167 (stetig), September 176,50 bis 177,50, Oktober 178,50 bis 179,50; Futter- und Industriegerste 150 bis 160 (ruhig); Hafer, mär­kischer, neue Ernte, 146 bis 154 (stetig), September 145 bis 146 (Geld), Oktober 148 (Geld); für je 100 Kilo: Weizenmehl 27 bis 33,50 (ruhig); Rog­genmehl 23,75 bis 26,25 (ruhig); Weizenkleie 11,25 bis 11,75 (ruhig); Roggenkleie 9,75 bis 10,25 (ruhig); Raps 140 bis 150; Diktoriaerbsen 24 bis 31; Futtererbsen 18 bis 20.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 19. Aug. Es wurden no­tiert: Weizen 250 Mk., Roggen 215, Sommergerste für Drauzwecke 170 bis 175, Hafer (inl., alte Ernte) 200 bis 205 Mk. pro Tonne; Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 40,25 bis 40,75 Mk., (südd., Sondermahlung) 36 bis 36,75, (niederrh.) 40,25 bis 40,50, (niederrh., Sondermahlung) 36 bis 36,50, Roggenmehl 29,50 bis 31, Weizenkleie 10, Roggenkleie 9,75 Mk. pro Doppelzentner. Tendenz: stetig.

18. August

19.August

Amillche Notierung

Amtliche Notierung

Meld

Bries

Geld

Briet

Hclsingsorl .

10,587

10,607

10,587

10.607

Wien. . . .

59,17

59,29

59,19

59.31

Prag . . .

12,47

12,49

12,47

12.49

Budapest . .

73,43

73,57

73.43

73.57

Sofia . . .

3,057

3.063

3,057

3,063

Holland . .

169,78

170,12

169,78

170.12

Oslo....

112,49

112,71

112.49

112,71

Kopenhagen.

112,49

112,71

112,49

112,71

Stockholm .

112,54

112,76

112,54

112,76

London. . .

20,452

20,492

20,45

20,49

Buenos Aires

1,213

1,217

1,196

1,200

Neunori . .

4,209

4,217

4,209

4,217

Brüfsel. . .

58,62

58,74

58,62

58,74

Italien. . .

22,05

22,09

22,05

22,09

Darts . . .

16,495

16,535

16.495

16,535

Schweiz . .

81,92

82,08

81.82

81,98

Spanien . .

36,06

36,14

36,71

36,79

Tanzig. . .

81,67

81,83

81.67

81,83

Japan . . .

2,080

2,084

2,078

2,082

Rw de Ian..

0,264

0,266

0,259

0,261

Iugoflawiea.

7,423

7,437

7,423

7,437

Lissabon . .

18,53

18,57

18,55

18,59

Berlin, 18 Auaust

4,20

4,22

58,45

58.69

112,23

112,67

20,395

20,405

16,465

16,525

169,36

170,04

21,96

22,04

112,23

112.67

59,09

59,33

2,465

2.485

112,28

112.72

81,74

82,06

35,67

35,83

72,85

73,15