Ausgabe 
18.8.1931
 
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Ergebnisse:

Der

Tennlswettkamps

deutschen Industrie borgen wollten, beanspruchten hohe Preise Da» Kreditrisiko wurde ausgeschla- aen. Unb Deutschland lehnte ab Inzwischen haben sich die Importeure, di« andere al» ameri­kanische Baumwolle nach Deutschland verkaufen, bei dem Präsidenten Hoover über sein "Angebot beschwert Deutschland könnte jetzt die Baum­wolle billiger bekommen Ader der Sturz der Kurse ist dennoch auch für die deutschen Damm- wollinteressentcn schlimm, denn sie haben noch ziemlich grobe Lager, die nun weniger wert sind.

ein zu Gewandtheit und Ausdauer erziehende» Spiel immer mehr in Ausnahme kommt. Die ebenbürtigen Gegner lieferten sich recht ansprechende, an span­nenden Momenten reiche Spiele. Es gab dabei sol-

nicht mehr weit. Sicher wird die jetzt vorgenorn- mene Zahlung von 1931 den alten Stand von 1912 nicht mehr entfernt erreichen. -ner.

Werbespieltag im Turngau Hessen (DT.)

Abschluß der Zaustballsaison. - Beginn der Handballrunde.

Deutsche Rudermeifterschasten 1931.

Die Deutschen Rudermcisterschaften in ®- nau waren von schönstem Wetter begünstigt. Die beiden Spitzenvereine, Berliner Ruderclub und Amicitia Mannheim, hatten wie erwartet den Löwenanteil an den Erfolgen, aber auch die ausländischen Gäste. Triton Wien, legten auf die Meisterschaft im Riernen-wei« Beschlag. Der Berliner RE. sicherte sich nicht weniger al» drei Meistertitel, und zwar im Vierer mit Steuer­mann. im Doppelzweier und durch Duntz im Einer. Amicitia Mannheim verteidigte ihre Ti­tel im Achter und Bieret ohne Steuermann er- folgreich.

Deutsche Faltboot-Langstrecken- Meisterschaften.

Die Deutschen Faltboot-Langstrecken-Meister- schaften wurden am 9- August in Düsseldorf aue- getragen. Die einzelnen Rennen verliess bei glänzender Organisation einwandfrei. Der heftige Gegenwind und hohe Wellen stellten allerdings grobe Anforderungen an die Fahrer. Han» . Aein, Düsseldorf, der Titelverteidiger, holte sich in einem prächtigen Rennen unter 15 Bewerbern I

terten die steile Leiter abwärts. Frau Guts^'c wies auf eine Stelle des Fußbodens.

Was ist das?" fragte sie.

Das? Hm! Darf ich's sagen?"

3a, natürlich!"

Es ist Dogelmistl"

Richtig! Ich kam vorbei, um ein paar Wasaiestucke zum Trocknen aufzuhängen. Ich sah das hier und wußte Bescheid. Es ist von ihm. Er hat es durch die Luke fallen lassen."

Wer? Der Zeppelin?" .

Der Zeppelin? Was wollen Sie denn mit dem Zeppelin? Ich spreche von meinem Kanarienvogel, der mir heute morgen weggeflogen ist."

Da sagte ich etwas Unhöfliches zur Witwe Gutschke und stieg die Leiter wieder empor. Eben verschwand derZepp" hinter den fernen Dächern.

anfangen foH. Jetzt kam die Aachricht. daß di« Aeuernte noch besser geraten ist. 15 Millionen Ballen kommen dazu, da» sind zu« lammen 24 Millionen, und es besteht nicht Aus­sicht. mehr al» 11 oder höchsten» 12 Millionen Ballen zu verkaufen. Da kam di« amerikanifche Regierung auf einen Ausweg: wenn die Deutschen die Baumwolle nicht bezahlen können, sollen sie die überflüssige Ware auf Kredit «halten. Damit wäre zwar der WeltmarÜ nicht geregelt, aber eine gewisse Menge wäre unt«gcbrad)t. Doch die Amerikaner, die die Baumwolle der

die Deutsche Meisterschast im Einer-Falt­boot. Ein grober Vorteil war für ihn seine grobe Strornkenntni». Die Meisterschaft im Zweier-Faltboot wurde von den Münche­nern Decher-Ltzkam knapp gegen die Berliner Horn-Flemming gewonnen. Die Favoriten Kalisch- Steinhub«. Oesterreich» Meister, verloren viel Raum dadurch, daß sie den Stromstrich ver­paßten und den Anschluß an die Spitzengruppe nicht mehr finden konnten. Die Rennen für Reichswehr. Marine und Polizei fielen an Ham­burg und München.

Steuer Zeltplatz an der Lohn.

Für Wasserwand«er ist wissenswert, daß der Deutsche Kanuverband bei Lahn-Kilometer 105.2 links unterhalb Laurenburg (kurz vor der Schleuse Kalkofen) einen neuen Zeltplatz geschaffen hat. der sich wegen seiner herrlichen landschaftlichen Lage und der Rähe eine» Bauernhöfe» auch sehr gut zum Daueraufenthalt eignet. Lahnfahrer haben jetzt in kurzen Abständen die Zeltplätze Dadenburg" bei Gießen.Dodensteiner Lei" unterhalb Villmar.Daubach" unterhalb Zachin- gen undBrunneburg" bei Laurenburg zur Ver­fügung.

In Butzbach fand am Sonntag der diesjährige Werbespieltag des Turngaues Hessen statt. Der Dor- mittag gehörte dem Faustball, der Nachmittag dem Handball. Erstmals kam auch ein Tennis-Wettkampf zum Austrag. Sämtliche Spiele nahmen unter Lei­tung von Gauspielwart Seibert (Wetzlar) und Faustballobmann Loh (Gießen) vor einer lebhaft interessierten Zuschauergemeinde einen reibungslosen Verlauf. Bon der (Bauleitung nahm der zweite Gau- Vertreter Schneider (Butzbach) an der Deranstal- tung teil.

ImFaustball wurde in Meister- und ^-Klasse gespielt. In der M e i st e r k l a s s e standen sich nur I. u. Sp. Butzbach I. unb T. u. Sp^ Marburg I. gegenüber. Butzbach gewann das Treffen 57:49 (20:20) im wesentlichen durch seine schärferen An- schlage unb erkämpfte sich damit den Aufstieg in die Gausonderklasse.

In der A-ÄIaffe waren drei Bezirke mit ihren Destmannschaften vertreten. Turnverein Hörns­heim stellte die technisch beste Fünf, die in sehr schönen Spielen ihre Gegner sicher schlug und nach- stes Jahr in der Meisterklasse des zweiten Bezirks gewiß eine Rolle spielen wird. Tv. Hörnsheim schlug To. Holzheim 47:29 (16:17) und T. u Sp. Mar- bürg II 57:28 (23:17). Das Spiel Holzheim gegen Marburg gewannen die Holzheimer Fünf überlegen.

Die Engländer sagen Ehristentum und meinen Kattun", behauptete vor ein paar Jahrzehnten ein bekannter Rationalökonom. Diese hatte Kritik de» britischen KolonialimperiallSmu» zeigt, welche Bedeutung die Baumwolle, der Kattun, in ber englischen Wirtschaft unb darüber hinau» in der Weltwirtschaft besitzt. In den großen Fluh- Niederungen der Vereinigten Staaten wurde und wird die Baumwolle angebaut, an- dere Länder, vor allem Indien und Aeayp- t e n. steuern grob« Massen dieser Spinnfasern bei und die Ernten werden dann auf den großen Baumwollbörsen der Welt verkau.t. Die wich­tigsten Handelsplätze sind Reuorleans und R e u h o r k. Dort wurden stets die großen Spekulationskämpfe ausgefochten, Oort begaff­ten sich die englischen Importeure ihre Ware, die sie dann aus den Börsen von Liverpool und Manchester an die Spinner verkauften. Liverpool ist der wichtigste Platz de» europäi­schen Bremen de» deutschen Baumwollhandels. Die Baumwollbörsen erlebten jetzt stürmische Tage. Sin große» Unglück ist der Menschheit wider­fahren: e» gibt zuviel Baumwollel DaS klingt widerfinnig, entspricht aber dennoch voll- kommen der Wahrheit. Grob« Vorräte bruden ben Prei». verursachen Konkurse, führen zur vnll- legung von Betrieben, erhöhen die Arbeitslosig­keit. verschärfen die Krise. .

In einem alten Teile Liverpools, auf ein paar Hügeln, von denen au» die 10 Kilometer langen Dock» diese» Hafens zu übersehen sind, befindet sich da» Baumwollviertel, dessen wichtigste- Ge­bäude sieben Millionen Mark gekostet hat. Es ist die mächtige Baumwollbörse, in einem nicht ganz verstandenen Renaissancestil «baut, ein Rervenzentrum deS englischen Wirtschasts- organismus. Morgen» um halb zehn wird es im Börsengebäude lebendig. Im Dörsensaal gibt eS drei Abteilungen. Jede ist ringförmig angeorbnet. in jeder wirb eine anbere Ware gehandelt. Der wichtigste Ring ist für die amerikanische Baumwolle bestimmt, der zweite für die ägyp­tische ber britte für Ware auS anderen Ländern. Im Mittelpunkt jebes Ringes steht ein Börsen- beamt«, ber bie Zuruse der Händler aufnimmt. Dr mub gut aufpassen, denn es herrscht ein furcht­barer Lärm. Was man ihm zugerufen hat. spricht er in ein Telephon, unb nun werben bie -Aufträge von ben Maklern notiert. Mittag- wirb es ruhiger, aber nachmittag- um brei Uhr kehrt bas Leben zurück, erreicht der Betrieb einen neuen Höhepunkt. Denn nun ist in Reuhork bie Frühbörse zusammengetreten, und da bie beiben Baumwollbörsen biesseits unb jenteil» de- Atlantik durch ein eigene» Kabel verbunden sind, weih man in Liverpool sofort, wie in Reu- yvrk bie Stimmung ist. Und am Dien-tag unb Freitag werben bie amerikanischen Äabelmeltmn- gen sofort nach Manchester weitergeleitet, wo sich alle Großinbustriellen, bie etwas mit der Tertilinbustrie zu tun haben, in der ungeheuren Dörsenhalle ein Stelldichein geben. 5000 Men­schen finden dort Platz. Die älteren Kaufherren kommen noch mit dem Zylinder. Aber die Würde, die diese« Kleidungsstück verleiht, hat nicht ver­hindern können, bah in bieten Tagen auch bie vornehmsten Kaufleute von Manchest« ben Kopf verloren haben. Zuviel Baumwollel Die Lager find entwertet, ber Zusammenbruch steht vor der Tür.

Das Pfund Baumwolle natürlich das eng­lische Pfund von 454 Gramm kostet kaum noch 28 Pf. Bor ein paar Tagen zahlte man 36 Pf. AIS Hoover vor ein paar Wochen das Repara- tion-seierjahr verkündete, schöpften die Baumwoll­kaufleute Mut und bewilligten 48 Pf für das Pfund. Aber Mitte 1927, in ber Zeit ber Hoch­

Abschied vom Giorch.

Volkszählung bei Adebars.

Während in vielen Gegenden des Deutschen Reiches. Deutsch-Oesterreichs, der Schweiz und Frankreichs b« Storch bereits sehr selten ge­worben ist. hat da» nordöstliche Deutschlanb noch gröh«e Mengen bieseS nützlichen Zugvogels auf- zuweisen. Trohbem stellt man auch bort mit Be­sorgnis eine von Jahr zu Jahr stärker werdende Abnahme b« Langbein- Familie fest. Der Ober- präsikvnt von ber Provinz Ostpreußen läßt gegenwärtig in Zusammenarbeit mit der Provin­zialstelle für Raturdenkmalpflege in Ostpreußen und mit der so bekannt gewordenen Vogelwarte Rossitten durch die Polizei ber einzelnen Ortschaf­ten eine Art amtliche Zählung ber Störche durchführen. Es soll dabei festgestellt w«den. wie groß ber Rückgang der Storchenzahl gegen­über früheren Jahren ist, und es sollen weit«e Rückschlüsse auf bie Gründe des Rückganges gezogen werden.

Der .Amtliche Storch-Fragebogen 1931 für die Provinz Ostpreußen enthält Fragen, die sich auf den Standort der Rest« beziehen. Die Poli­zisten und Landjäger müssen zum Beispiel ganz genau ermitteln, wie die Störche wohnen, etwa auf Häusern, Bäumen, Ziegeldächern. Weich­dächern. weiter wird nach dem Vorhandensein von künstlichen unb vom Storch selbst gebauten Nestern gefragt Es muß das Alt« ber bestehen­den Ewrste ermittelt werben, damit ber Anteil an .Reubauten" von Storchnestern m den letzten

Gn Erfolg, der zu spät kam.

Der vor kurzem erschienene RomanRed Ikc" eines bisher unbekannten englischen Schrift­stellers Jonathan M. Denwoob ist rasch zu dem Erfolgsbuch dieses Sommers geworden. Die englische Buchgesellschaft wählte daS Werk für feine Mitglieder zur Verteilung im Juni, und es find schon 30 000 Stück verkauft. Aber der Ruhm und fiingenbe Lohn, die _ sich nun in reichem Maße auf ben Verfass« häufen, kommen Sspät. Der Dichter, ein 62jährig« Mann, liegt wer krank in einem Häuschen zu Eockermouth in Eumherland und hat auf eine Einladung, an einem Festessen in einem London« literarischen Klub zu seinen Ehren teilzunehmen, folgender­maßen geantwortet:Ich danke auS ganzem Herzen für bie Einladung, ab« ich kann nicht kommen. Ich habe mein Leben unter Entbehrung unb Mühen lange Zeit gefristet und bin jetzt am Ende. Ich bin so krank unb schwach, daß ich mich nicht mehr über bas Glück freuen kann, daS mit so plötzlich zuteil wirb. AIS Schlächt«lehrling. Auswanderer, herumziehend« Hausierer und Wilderer habe ich mich stets mit Wenigem be­gnügen müssen. Ich, der ich so hart gearbeitet habe wie irgendeiner, habe mich niemals mehr als ein wenig über den Stand der Armut «- hoben. Ab« in den letzten beiden Jahren, als mein Roman von Verleger zu Verleg« wanderte und von neun Firmen abgelehnt wurde, brauchte ich zum erstenmal in meinem Leben dringend Geld, und zwar für die Behandlung mein« Krankheit, die durch gute Pflege unb ärztliche Hilfe hätte beseitigt werden können. Run ist eS zu späri Richts kann für mich mehr geschehen. Sie schrei­ben mir, daß 30 000 Exemplare deS DucheS feit dem Juni verkauft worden find. Wären eS 300 000 Stück, so würde das für mich keinen Unterschied machen. SS ist jetzt zehn Jahre h«. daß ich mitRed Ike begann: ich vollendete da» Buch am darauffolgenden Weihnachtsabend. Al» ich eS Hugh Walpole zeigte, konnte « kaum glauben, daß es in so kurzer Zeit geschrieben war. Zeigen Sie diese- allen, die so freundlich waren, mich einzuladen. Sie fönnen eS auch drucken lassen, damit es die Welt liest, wenn Sie wollen. Ich schere mich den Teufel darum!*

Der Zusammenbruch des Vaumwottmarlles.

Am Ende eines englisch-amerikanischen Wirtschaftskrieges. - Die Folgen guter Ernten Katastrophe an den Baumwollbörsen.

Don Dr. Zgnaz Sauer.

konjunktur. kostete ein Pfund Baumwolle beinahe 1 ant! Richt einmal ein Drittel toUl man heute für dieselbe Menge entrichten. Es ist kein Preisrückgang, es ist ein Kurssturz, em Zusammenbruch!

Baumwolle war stets em SpekulattonSobiett- Man konnte an dieser Ware in kurzer Zeit em Vermögen verdienen, man konnte auch ein arm« Mann werden. Jetzt entsinnt man sich ber heftt- gen Dörsenkämpse. die im Jahre 1904 vor allem ber Amerikaner Sullh ausgefochten hatte. Mit anb«en Spekulanten zusammen versuchte er. bie Baumwolle zurückzuhalten, an ben Börsen bie freie Ware aufzukaufen unb dadurch bie Preise zu steigern. Er hatte Erfahrung in solchen Ge­schäften. « hatte basfelbe Manöver mehrmals ausgeführt. Ab« plötzlich reichte sein Atem nicht, bas Angebot wurde zu groß, eine Flut von Daumwollballen, bie auf ben Markt geworfen würbe, fegte ihn von der Börse hinweg. Andere Spekulanten wurden dadurch nicht abgeschreckt. Was 1903 und 1904 mißlungen war. konnte 1910 glücken. Diesmal war es nicht Sully, sondern sein Kollege Brown, der 1904 rechtzeitig nach­gegeben hatte und nun eine Hausse entfachte, bei der sich die erregten Makler in der Reuyork« Börse als Faustkämpfer gegenüberstanden. Am 29. August 1910 war nach Schluß ber Börse ber Kampfplatz mit abgerissenen Schlipfen, zer­tretenen Hüten unb zerfetzten Rotizbüchern bebedt.

Die WirtfchaftSepoche. bie kurz vor dem Krieg begann unb mit mancherlei Schwankungen bis zum Anbruch ber jetzt herrschenden Krise dauerte, ist dadurch ausgezeichnet gewesen, daß man die Pro­duktion auf allen Gebieten ständig steigerte. Solange steigerte, bis die Völk« nicht mehr in der Lage waren, die Flut der Güt« aufzu­nehmen. Der Baumwollanbau in den Vereinigten Staaten wurde ausgedehnt, aber auch in anderen Ländern versuchte man, Baumwolle anzupflanzen. Vor allem bemühten sich die Engländer, ihren Rohstoffbedarf im eigenen Kolonialreich zu decken. Indische Baumwolle ist nicht viel w«t: sie genügt für die indische Textilindustrie und für die anspruchslosen Japaner. Der ägyptische Anbau konnte nicht mehr bedeutend ausgedehnt werden. Aber im Sudan war es möglich, neue Daumwollplantagen anzulegen. Koloniale Kämpfe entwickelten sich deswegen. Die Amerikaner mischten sich in die inneren Angelegenheiten Abessiniens, um zu verhindern, daß die Engländer das Wasser des Tana-See» benutzten, um damit neue afrikanische Plantagen zu schaffen. Als im Jahre 1927 das Mississippi-Gebiet durch Ueberschwemmungen verheert wurde, unb bie Baumwollpreise stiegen, weil bie Ernte vernichtet war. glaubten bie Engländer, eine günstige Ge­legenheit gesunden zu haben, ihre eigenen An­lagen zu erweitern. MahloS stieg die Baumwoll- Produktion ber Welt.

Unb dann kam die Krise. In Englands Textilbollwerk Manchester, wo fast jeder irgend etwas mit bet Baumwolle zu tun hat. wo Lastautos mit roher ob« verarbeitet« Baum­wolle durch die Straßen fahren, stand alles still. Die Kolonien kauften nicht. Indien wollte keine englischen Textilien, der Weltmarkt war verstopft. Auch Deutschlands Verbrauch ging zurück, und die Amerikan« hatten nicht einmal die Möglichkeit, ihre eigenen Spindeln im Gang zu halten. Ab« die Ernten fielen gut aus! Im vergangenen Jahr konnte der Ueber- fluh nicht abgelebt werden, über neun Millionen Dallen blieben in den Vereinigten Staaten liegen. Ein Drittel nahm die Regierung auf, die den I Farmern Helsen wollte und sich bemühte, die Preise zu stützen. Es mißlang, unb nun weiß I bie Regierung nicht, was sie mit der Baumwolle

Damen-Doppel: Gießen (Frl. Hüttenberger unb Schmidt) gegen Butzbach (Frl. Plitt unb Lappe) 0:6, 0:6.

Herren-Doppek: Gießen (Maus unb Pfef­fer) gegen Butzbach (Flach unb Schwarz) 6:1, 6:0.

Damen-Einzel: Gießen (Frl. Lübers) gegen Butzbach (Frl. Plitt) 2:6, 2:6.

Herren-Einzel: Gießen (Peffer) gegen Butzbach (Schwarz) 6:2, 6:3.

Gemischte Doppelspiele: Gießen (Frl. Lübers, Herr Maus) gegen Butzbach (Frl. Lappe, Herr Flach), 6:3, 3:6, 3:6. Gießen (Frl. Schmidt. Herr Pfeffer) gegen Butzbach (Frl. Plitt, Herr Schwarze) 6:4, 6:1.

Um die Sommer- unb Winterspiele zusammen auf einen Platz zu bringen unb zusammen für beide Spielarten zu werben, fanden nachmittags die ersten Punktspiele im Ha n d b a l l statt. Es gab z. T. recht überraschende Resultate. In der Meisterklasse schlug T. u. Sp. Butzbach die Gießener Sp.Dg. 1900 5:1 (4 .0). In der A - Klasse errang die zweite Mann- schäft von Pol.-Spv. Butzbach einen verdienten 7:4 (4:2)-Sieg über die gleiche Mannschaft des Lokal- rivalen T. u. Spo. Butzbach, während sich die Jugend von T. u. Spv. Butzbach der Jugend der Tgm. Fried- berg 6:4 (3:2) beugen mußte.

Diskussion auf dem Dach.

Don Georg Mühlen-Schulte.

Ich stieg auf das Dach unseres Hauses, um nach dem Zeppelin zu gucken.

Als ich oben war, entdeckte ich hinter einem Schornstein die Witwe Gutfchke. Die Witwe Gutschke wohnt im ersten Stock: sie ist einundsiebzig Jahre alt und schon ein bißchen drollig. Ihr Salzund- pfefser-Dutt verrät, daß sie von der Aera des Bubi- kopfs unbeeindruckt geblieben ist.

Die Witwe Gutschke saß hinter dem Schornstein. Sie sah bekümmert aus.

,3u spät!" seufzte sie, als sie mich sah.

Wieso zu spät, Frau Gutschke?"

Er ist weg." r , ew

Donnerwetter! Haben Sie ihn fliegen sehen?

Ja. Ganz dicht ist er oorbeigeflogen; ich hätte ihn fast greifen können." .

Zu ärgerlich? Dabei habe ich höchstens drei Mi- nuten gebraucht, um von meiner Wohnung hier heraufzukommen. Er flog wohl sehr schnell?"

Pfeilschnell! Wenn ich ihn nicht genau kennen würde, bann hätte ich gedacht, cs ist eine Schwalbe."

Ra. mit einer Schwalbe ist er ja nun wohl nicht zu verwechseln, Frau Gutschke."

Rein, so leicht nicht. Er ist tausendmal schöner als eine Schwalbe. Außerdem ist er gelb."

Silbergrau, Frau Gutschke."

Rein. gelb. Bloß an der Unterseite ist er ein bißchen heller."

Er ist überall silbergrau. Frau Gutschke."

Gelb, lieber Herr, gelb."

Silbergrau, Frau Gutschke. Sie werden sich^ ge­täuscht haben. Sie sind noch erstaunlich frisch, Frau Gutschke, beinahe ein Backfisch, aber mit den Augen hapert es doch wohl schsn ein bißchen, was?"

I wo! Ich sehe wie ein Adler. Das habe ich von meinem Baier. Mein Vater war Oberförster. Der hatte einen Blick, sage ich Ihnen. Er hat einmal mitten in stockdunkler Nacht eine Blaumeise vom Baum geschossen."

Aber gezielt hat er nach einem Rehbock, nicht wahr?"

Nein, er hat nach der Blaumeise geziell. Ich weiß, was ich sage, mcfii Herr. Ich bin eine alte Frau, aber ich kann gucken. Bitte, kommen Sie mit!"

Wo denn hin, Frau Gutschke?"

Kommen Sie mit, ich will Ihnen etwas zeigen." Wir zwängten uns durch die Bodenluke und klet-

zwischen Tv. 1846 Gießen unb T. u. Sp. Butzbach, ber von P. Hoppenau (Butzbach) als Schiedsrichter sachkundig geleitet wurde, warb eindringlich sirr den schonen Tennissport, der neuerdings in der DT. als

"3^^nMtdufteI(en^ist. Anzugeben ist ferner die Zahl d« Iungstörche im Jahre 1930 unb ber Be­stand von 1931, bamit bie Dermehrungsziff« er­mittelt werden kann. Es hat sich gezeigt, baß sich die Zahl der Restiungen regelmäßig äntart In feuchten unb bah« ungezieferreichen Jahren ist bie Zahl ber Iungstörche in der Regel großer als in trockenen Jahren. Oft hat sich herausgestellt daß in manchen Jahren viele Störche überhaupt nicht brüten. Weitere Fragen beziehen sich aus bie Beobachtung von Storchkämpsen, auf das Herunterfallen von Iungstörchen aus dem Horst, was in nahrungsarmen Jahren als Selbsthilfe gegen bas Hungern der ganzen Brut häufig« vorzukommen scheint, auf bie Beobachtung schon beringt« Störche, auf Storchensammlungen zur Brutzeit (.Raubstörche"). Ansammlungen vordem Abzug (.Etorchgerichte"), Ueberwinterungsver- fuche usw. .. r,,

3n Gebieten großer Meliorationen ist bte -Lv- nahme besonders stark. Hochspannungsleitungen in der Industrie verschärfen bie Verluste. Die größte Gefahr ist jebvch augenscheinlich bte Wm- t«reise in ben Süden. Wohl achttausend Kilo­meter weit zieht d« Storch aus dem östlichen Deutschland über Rumänien, Kleinasien, Palä­stina Das Rilgebiet und Ostafrika meist in da- östliche Südafrika. Als nützlich« .Heuschrecken­vogel" wird bort der Storch von den Einwohnern gepriesen. Alljährlich ab« werden durch Ver­giftung, Hagelschläge und Untoett« Hunderte von Störchen vernichtet, und gerade zu Beginn des Rückfluges nach Deutschland in diesem Jahre konnte man lesen, daß Tausende von Störchen in Rcttal (Südafrika) einem furchtbaren Hagelsturm zum Opfer gefallen seien. Trotz eines strengen Verbotes in Deutschland werden leid« hin und Wied« imrn« noch Störche abgeschossen.

Die ostpreußischr Volkszählung d« Störche gilt neben der wissenschaftlichen Ausbeute vor allem dem Gedanken des Raturschutzes. .Es soll t>er- hindert werden, daß einmal auch für Ostpreußen jene Zeit kommen mag, wo man den Storch als etwas Desond«es und Seltenes bestaunt, denn eine gewaltige Abnahme hat seit Jahrzehnten stattgefunden und dauert jetzt noch an. In Frank­reich fehlt der Storch als Drutvogel b«eit» völlig. Straßburg hatte 1870 noch fünfzig bis sechzig Storchnester in seinen Mauern, 1928 verlor es fein leNtes. In Ostpreußen wurden 1905 noch 15 445 Rest« davon 13 565 besetzt gezahlt. 1912 war die Zahl d« besetzten Rester um fünf- tausend gefallen. Der Weg bis zur Ausrottung ist