Ausgabe 
18.6.1931
 
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Die 40-Gtunden-Woche.

Verhandlungen mit den Behörden-

Angestellten

Berlin. 17. Juni. (CNB.) Wie der Gewerk- schastliche Pressedienst mitteilt, hatte die Reichs- regierung für heute vormittag die A n g e - stelltenorganisationen zu einer Bespre­chung wegen Einführung der in der Not­verordnung vorgesehenen 4 0 stündi - gen Arbeitszeit bei den Reichsoerwaltungen und -betrieben eingeladen. An der Besprechung nahmen noch teil der Vertreter Preußens und der Vertreter des Arbeitgeberverbandes deutscher Ge­meinden.

Der Sprecher der Regierung erklärte eingangs, daß das Reich auf Länder und Gemeinden einen Druck ausüben werde, damit sie sich dem vor­gehen des Reiches anschließen. Die Einführung der 40stündigen Arbeitswoche solle eine ent- sprechende Gehaltskürzung nach sich ziehen. Die hierdurch sreiwerdenden Mittel sollten für die Einstellung von Angestellten verwendet werden.

Möglich sei es, daß dort, wo die Zahl der Beamten gegenüber den Angestellten sehr gering ist, eine entsprechende Arbeitszeitverkürzung für die Beam- ten erfolgt. Im allgemeinen solle aber die Ar­beitszeit der Beamten nicht verkürzt werden.

Rach eingehenden Erörterungen gaben die An­gestelltenorganisationen, wie wir vom Gewerkschafts­bund der Angestellten erfahren, die Erklärung ab, daß sie mit Rücksicht auf die am 22. Juni im Reichs- arbeitsministerium stattfindende Besprechung mit den Spitzenorganisationen wegen Festlegung von Ausführungsbestimmungen zu der in der Notverord­nung vorgesehenn Arbeitszeitverkürzung heute bin­dende Erklärungen nicht abgeben könnten. Folgende Gesichtspunkte wurden besonders herausgestelll: 1. Zunächst einmal Durchführung der 4 8 st ü n d i g e n Arbeitszeit in den öffentlichen Verwaltungen und Betrieben ohne weitere Gehaltskürzung. 2. Eine weitere Arbeitszeitverkürzung auf wöchentlich 40 Stunden darf nicht auf die öffentlichen Verwaltungen und Betriebe be­schränkt bleiben. 3. Die Herabsetzung der Ar­beitszeit für die Angestellten muß sich auch auf die Arbeitszeit der Beamten auswirken. 4. Die Kürzung auf 40 Stunden darf keine wei­tere Geyaltsverminderung nach sich ziehen. 5. Zwang zur Neueinstellung von Angestell­ten muß ausgeubt werden. 6. Erwerbslose Ange­stellte sind bei der Neueinstellung zu bevorzugen.

Die nächsten Verhandlungen finden am 2 9. Jun statt.

Hessische Politik.

Landtags-Zusammentritt am 7. Juli.

WSR. Darmstadt, 17. Sunt Auf Wunsch des Gesehgebungsausschusses, der mit feinen Ar­beiten noch im Rückstand ist, wird der Hessische Landtag erst am 7. Juli zu einer kurzen Sommertagung einberufen werden.

Neue Regierungsvorlagen.

WHP. D a r m st a d t, 17. Juni. Der Mini­ster tag Innern legt dem Landtag den Entwurf eines Gesetzes über den Erlaß einer Verord­nung zur Einstellung vvn Kraftfahr­zeugen entsprechend den zwischen dem Reich und den Ländern getroffenen Richtlinien vor. In der Begründung wird erklärt, daß es sich als notwendig erwiesen habe, die in den Ländern be­stehenden Vorschriften über die Beschaffenheit und die Benutzung der Einstellräume für Kraft­fahrzeuge für das ganze Reichsgebiet zu ver­einheitlichen.

Der Minister des Innern unterbreitet weiter -eine Abänderung des Gesetzes zur ''Schlachtvieh- und Fleischbeschau. Da­nach ist vorgesehen, daß für Gemeinden mit Schlachthauszwang durch eine Verordnung ange- vrdnet werden kann, daß die Personen, welche in Gemeindebezirten das Schlachtgewerbe oder den Handel mit frischem Fleisch als stehendes Ge­werbe betreiben, innerhalb des Gemeindebezirkes das Fleisch von Tieren, die nicht in dem öffent­lichen, für die Gemeinde errichteten Schlachthaus, sondern in einer anderen, innerhalb eines fest- zusetzenden Kreises gel.genen Schlachtstätte ge­schlachtet sind, nicht feilbieten dürfen.

Die Unruhen in Mainz.

« Der amtliche Bericht.

WSR. Mainz, 17. Juni. Heber die gestri­gen Unruhen in Mainz, über die teilweise übertriebene Rachrichten verbreitet worden sind, wird amtlich mitgeteilt:

Wie irt andern Städten, versuchten auch gestern in Mainz kommunistische Elemente, die von auswärts Verstärkung erhalten hatten, die öffentliche Ordnung gewaltsam zu stören.

Es war zweifellos zu erkennen, daß dieser plan wohlvorbereitet war und die Gruppen, die sich innerhalb des hauptgeschäflsviertels von 16 Uhr ab bildeten, systematisch geleitet worden sind.

Den Auftakt bildete das Einwerfen von Fenster­scheiben in drei Im Städtpark liegenden Villen. Der größte Teil der an dem Werfen beteiligten Hebeltäter, von denen einer mit einem Dolch bewaffnet war, konnte noch in der Rähe des Tatortes von einer Polizeistreife betroffen und in Gewahrsam genommen werden. Innerhalb der Stadt, und zwar auf dem Münsterplatz, Schiller- Platz, Höfchen, sowie in der Schuster- und Stadt­hausstraße kam es später zu größeren Ansamm­lungen, die jedoch zunächst keinen aggressiven Charakter erkennen liehen. Erst kurz vor Ge- schästsschluß versuchte eine stärkere Gruppe in der Schusterstrahe in ein Lebensmittelgeschäft einzudringen. Sofort eingesetzte Polizeikräfte ver­hinderten dieses Vorhaben und gingen gegen die Menge, die der Aufforderung zur Räumung der Straße keine Folge gab, mit dem Gummi­knüppel vor. Die Demonstranten wurden gegen den Markt abgedrängt und nach kurzer Ver­folgung zerstreut.

Zu Plünderungen von Lebensmitlelgeschäflen, auf die es zweifellos abgesehen war, ist es auch später durch die vorbeugenden Maßnahmen der Polizei nicht gekommen.

Defriedungsfahrten stellten alsbald die Ordnung wieder her. Erst nach geraumer Zeit kam es wieder zu größeren Ansammlungen auf dem Markt und dessen Umgebung, die wieder durch polizeilichen Einsatz auseinandergetrieben werden mußten. Da­bei kam es nochmals zu einigen Festnahmen. Der-

Schweres Llnweiier in Westfalen.

Ungeheurer Wirbelsturm im Kreise Altena.

Plettenberg. 18. Juni. (MTV.) von einem furchtbaren Unwetter wurde gestern abend das L l z e t a l zwischen Herscheid und Holthausen betroffen. Mit großer Gewalt streifte plötzlich ein w i r b e l st u r m mit ungeheurer Geschwindigkeit über das bei Herscheid liegende Tal der Elze ent­lang in Richtung Holthausen bei Plettenberg, trug Häuserdächer durch die Luft, Dachziegel und Sparren wirbelten umher, Bäume wurden entwurzelt, Mauern und Giebelwände stürzten ein und schwere Balkenstücke stürzten zu Boden, Türen und Fensterscheiben wurden ein­gedrückt. Auf dem Bahnhof Plettenberg-Oberstadt wurde ein Güterschuppen dem Erdboden gleichgemacht. Lin schwerer Eisenbahn- waggon wurde aus den Schienen ge­schleudert. Line in etwa 100 Meter Entfernung stehende Fabrik wurde ebenfalls v o l l k o m - men zerstört. Man beziffert den Schaden dieser Fabrik auf 20 000 bis 25 000 Mark. Bedauerlicher­weise sind neben dem hohen Sachschaden drei Menschenleben zu beklagen. Bei dem Bahnhof

Plettenberg-Oberstadt wurde ein Mann durch einen Balken auf der Stelle erschlagen. In Holthausen begrub eine einstürzende Mauer einen Schuh suchen­den Mann unter sich. Er erlag seinen schweren Ver­letzungen im Krankenhaus. Insgesamt haben etwa 40 Personen mehr oder minder schwere Verletzungen durch einslürzende Mauern und umherfliegende Steine und Balken davongetragen. Die Ortschaft Holthausen litt am schwersten unter dem Wirbelsturm.

Gewitter über Köln.

Köln, 17.Juni. (TU.) heute nachmittag entlud ich über Köln ein heftiges Gewitter mit chwerem Hagelschlag und Platzregen. Obgleich das Inwetter nur kurze Zeit dauerte, ist der Schaden e h r g r o ß. Viele Fensterscheiben wurden zertrüm­mert und Dachziegel entfernt. In den Straßen und auf den Dächern lagen die Hagelkörner in kurzer Zeit fußhoch. Viele Keller wurden unter Wasser gesetzt. Die Feuerwehr wurde über 200mal gerufen. Auch in der Umgebung ist der Schaden sehr groß.

Kulturkampf in Spanien?

Scharfer Konflikt zwischen der neuen Regierung und dem Vatikan.

Kardinalprimas Segura (Mitte), Spaniens höchster Geistlicher, der von der Regierung aus Spanien ausgewiesen wurde. Die Ausweisung des Kardinalprimas Segura aus Spanien hat zu einem schweren Konflikt zwischen Vatikan und spanischer Regierung geführt. Der Vatikan hat in Madrid gegen die Aus- - Weisung scharfen Protest erheben lassen.

Zu den Streitigkeiten des Vatikans mit der italienischen Regierung und den Litauern ist nun auch noch ein sehr ernster Konflikt mit Spanien hinzugetreten. Bisher hatte der heilige Stuhl es für ratsam gehalten, zu den Feind­seligkeiten gegenüber der spanischen Kirche in Spa­nien beide Augen zuzudrücken und abzuwarten, ob die kirchenfeindliche Welle sich nicht binnen kurzem wieder von allein verlaufen würde. Das ist nicht der Fall gewesen. Vielmehr hat die Madrider Re­gierung eine scharfe Kampfstellung eingenommen und durch die Ausweisung des Kardinal­primas Segura auch nach außen hin sehr ein­deutig zum Ausdruck gebracht, daß man in Madrid keine Neigung habe, die katholische Kirche nach wie vor in ihrer herrschenden Stellung zu belassen. Diese offene Kampfansage hat nun den Vatikan veran­laßt, mit der Madrider Regierung die Klinge zu kreuzen. Viel wird bei diesen Auseinandersetzungen für Rom wohl nicht herausspringen, weil sich der Papst nur darauf beschränken kann, papierne Pro­teste zu erheben. Das bisherige Verhalten der neuen Männer in Spanien hat aber gezeigt, daß sie ledig­lich eine Trennung von Staat und Kirche anstreben, nicht eine völlige Entrechtung der katho­lischen Kirche, auf die man vor einigen Jahren in Mexiko hinaus wollte, ohne daß das aefteckte Ziel erreicht werden konnte. Man weiß sehr gut, daß ein allzu scharfes Vorgehen einen Stimmungsum­schwung in der Bevölkerung auslösen könnte. Aber die bei aller Gegnerschaft gegen die Kirche geübte

Zurückhaltung der amtlichen Stelle wird der katho­lischen Kirche schließlich doch wieder zum Vorteil gereichen, weil sie sehr anpassungsfähig ist und, sobald erst einmal eine Beruhigung wieder ein­gezogen ist, über kurz oder lang doch wieder maß­gebenden Einfluß auf die inneren Verhältnisse des Landes gewinnen wird.

Verhandlungen in Madrid.

Madrid, 17. Juni. (WTV.) Der Minister des Austvärtigen hat den apostolischen R u n t i u s in Madrid empfangen, der ihm eine Rote des Heiligen Stuhls überreichte. Heber den Inhalt der Rote wurde keine Mit­teilung an die Presse gemacht.

Der Vorsitzende der vorläufigen Regierung hat den Bischof vonMadrid empfangen, der im Ramen der spanischen Kirchenfürsten gegen die Art und Weise protestierte, wie der Kar­dinalerzbischof von Toledo und Primas von Spa­nien festgenvmmen und ausgewiesen worden ist.

Generalstreik.

Paris, 18. Juni. (WTD.) Havas meldet aus G e r o n a (Katalonien), daß die dorttgen G e - werkschaften, die die Enthaftung eines ihrer Mitglieder, der bei einem Angriff auf die Dank von Bilbao beteiligt war, gefordert hatten, den General st reik erklärten, gls der Gouverneur ihrem Verlangen nicht nachkam. Der Belage­rung s z u st a n d ist verhängt worden.

suche, in den späten Abendstunden an mehreren Stellen das Straßenpflaster aufzureißen, wurden alsbald vereitelt. Erst nach wiederholtem Einsatz von starken Polizeistreifen waren Ruhe und Ord­nung gegen Mitternacht endgültig wieder herge­stellt. Die Ruhe ist auch in der Rächt weiter nicht gestört worden. Die Stadt Mainz zeigt heute wie­der das altgewohnte Stratzenb'.ld.

Aburteilung durch den Schnellrichter.

Mainz, 17. Juni. (WSR.) Bei den gestrigen Unruhen war von der Polizei eine größere An­zahl Personen festgenommen, die nach der Ver­nehmung bis auf fünf wieder entlassen wurden. Von den fünf der Staatsanwaltschaft vorgeführten Personen wurden zwei weitere freigelassen, wäh­rend die übrigen drei sich vor dem Schnell- r i ch t e r zu t>eranttoorten hatten. Wegen Sach­beschädigung und verbotenen Waffentragens bzw. Widerstandes gegen polizeiliche Anordnungen er­hielten zwei fünf Monate bzw. zwei Mo­nate und eine Woche Gefängnis, wäh­re n d der dritte zu35MarkGeldstrafe ver­urteilt wurde.

Forderungen der Aerzie.

Köln, 17. Juni. (ERB.) Die hier tagende Hauptversammlung des Verbandes der Aerzte Deutschlands (Hartmann-Bund) nahm in ihrer heutigen Sitzung eine Reihe wich­tiger Entschließungen an, welche gegenüber den Rotverordnungen des vergangenen Jahres eine Reform der Krankenversicherung in der Durchführung der Arzthilfe als Sachleistung und

in der Ermahnung der Versicherten zu größter Sparsamkeit erblicken. Die in den Rotverordnun- aen vorgeseheneBesteuerung der Krank­heit" müsse abgelehnt werden. Der Hartmann- Bund müsse die von den Krankenkassen aufge­stellte Behauptung, daß die Ausgaben in der Krankenversicherung von der Zahl der dabei tätigen Aerzte beeinflußt werden, als nicht zu­treffend ablehnen. Er fordere mit allem Rach­druck erneut die Abschaffung aller Ge­setze, durch welche der ärztlicheRachwuchs entrechtet und pro le tarifiert werde. Rur die Aufrechterhaltung des Grundsatzes der freien Arztwahl, durch eine eigene Stan- desvertretung kontrolliert, sichere gleichermaßen die Interessen von Versicherten und Aerzte- schaft, sowie die des Rachwuchses. Eine Anzahl von Spezialausführungen zu diesen Resolutionen, darunter solche, die zur Schaffung der Voraus­setzungen für die Möglichkeit der Durchführung der Forderung nach freier Aerztewahl dienen, fand gleichfalls einstimmige Annahme.

Aus aller Well.

Probefahrt des Schienen-Zeppelin von Altona nach Berlin.

Berlin, 17. Juni. (ERB.) Der unter dem Ramen Sch ienen z e p p e lin bekannte Pro- pe'llerwagen, der bereits im vergangenen Herbst auf der Strecke HannoverCelle auspro- biert worden ift, wird, wie wir von unterrichteter Seite der Reichsbahn erfahren, in der Rächt vorn Samstag zum Sonntag auf der Strecke

AltonaBerlin eine neue Proben fahrt unternehmen, bei der es im wesentlichen darauf ankommt, die Eignung des Wagens für das Durchfahren von einer kurv enr eichen Strecke zu erproben. Für die Dauer der Fahrt, die bei einer Durchschnitts geschwindig- feit von 200 b i s 220 Kilometer aus eine Dauer von l3/< bis 2 Stunden be­rechnet ist, wird die ganze Strecke für jeden Eisenbahnverkehr gesperrt werden. Sämtliche Schranken, auch die automatisch vetriebenen, werden für diese Rächt mit Per­sonal besetzt werden und nur wechselseitig für den Durchgangsverkehr geöffnet.

vergeblicher Startversuch desDo X ln JlafaL

Paris, 17. Juni. Wie Havas aus Rat al berichtet, hat das Flugboot DoX heute ver­geblich au starten versucht. Wahrschein­lich wird seine Weiterreise aufgeschoben werden.

Der Backbordmotor

desNautilus" wieder in Ordnung.

Washington, 17. Juni. (WTD.) Der Dackbvrdmvtor des 11-Doot es »Rau­ti l u s , der in Unordnung geraten war, ist wieder in Tätigkeit. Der KreuzerWyoming" schleppt das Doot mit acht Knoten Geschwindigkeit in Richtung Queenstown ab. Die Eätfernung. die noch zu überwinden ist, beträgt 700 Meilen.

Ein Flugzeug der Verkehrsfliegerfchule gesunken.

Warnemünde, 17.Juni. (WTB.) Das Flug­zeug D 1689 der Deutschen Verkehrsflie­gerschule Warnemünde mußte beim Adler­grund-Feuerschiff heute nachmittag zu Wasser gehen. Dabei wurde das Flugzeug beschädigt und versank im Meer. Die Besatzung wurde von dem Feuerschiff übernommen.

An einem Tage von London nach Rom und zurück.

London, 17. Juni. (WTB.) Der amerikanisch« Pilot Hawks, der heute vormittag 5.30 Uhr in London gestartet war, landete um 10.10 Uhr ohne Zwischenlandung auf dem Flugfeld in 9t o m. Nach über zweistündiger Fahrtunterbrechung stieg er um 12.15 Uhr zum Rückflug nach London auf. Er landete bereits um 17.56 Uhr wieder in London«

Verhaftung eines hohen Wiener Polizeibeamteu.

Wien, 17.Juni. (ERD.) DasReue Wiener Extrablatt" erfährt, daß ein hoher Polizei- beamtet im Zusammenhang mit Diebstäh­le n, die sich seit längerer Zeit inderPolizei- direktion ereignet haben, seinesDiensteS enth oben worden ist. Der Rame des Beamten wird nicht genannt, doch wird mitgeteilt, daß er sich durch zahlreiche Umstände verdächtig gemacht habe. Er soll, wie festgestellt wurde, sich in schwie­riger sinanzieller Lage befunden haben.

Brand eines Ozeandampfers.

R e u h v r k, 17. Juni. Der im Hafen von Ha» milton auf den Dermudasinseln vor Anker sie­gende 19 000 Sonnen große Furneß- Passa­gierdampferBermudas", eines der größten Motorschiffe der Welt, ist einem Rie­sens euer zum Opfer gefallen. Der Brand brach in den frühen Morgenstunden des Mittwochs im Bug des Schiffes aus. Zahl­reiche Mitglieder der Besatzung flüchteten, um sich zu retten, notdürftig bekleidet, an Land. Das Feuer wütet weiter. Das Schiff ist völlig ausgebrannt und dann gesunken.

Erdbeben in Afghanistan.

Peschawar, 17.Juni. (WTB.) Etwa 60 Mei­len nördlich von Kabul ereignete sich heute früh ein Erdbeben. 15 Personen wurden dabei ge­tötet und etwa 50 Häuser zum Einsturz gebracht.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Ein Ausläufer des im Norden liegenden Tiefdruck, systems, das sich feit gestern wesentlich stärker ent­wickelt hat, ist in den gestrigen Abendstunden über unseren Bezirk hinweggezogen und hat durch den damit verbundenen Einoruch kühler Luft verbreitete Gewitterstörungen hervorgerufen. Im Bereich der jetzt entstandenen Westströmung nimmt das Wetter einen wechselhaften Cyarakter an, so daß weiterhin bei mäßigen Temperaturen Regenfälle zu erwarten sind, die aber mehr als Schauer auftreten und zum Teil von Gewitterstörungen begleitet sein dürften. Da über Frankreich allerdings kräftiger Barometer­anstieg angesetzt hat. ist später wieder mit ruhigerem und besserem Wetter zu rechnen.

A u sjichtenfürFreitag: Zunächst wechsel­haftes Wetter, wolkig mit Aufheiterung, vereinzelte Niederschläge, mäßig warm.

Aussichten für Samstag: Wieder Besse­rung wahrscheinlicy.

Lufttemperaturen am 17. Juni: mittags 28,1 Grad Celsius, abends 19,5 Grad: am 17. Juni: morgens 15,3 Grad. Maximum 30,6 Grad, Minimum 14,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 17. Juni: abends 26,8 Grad: am 18. Juni: morgens 21 Grad Celsius. Niederschläge 1,4 mm. Son­nenscheindauer 12% Stunden.