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wr Vereinheitlichung der Gesetzgebung der beiden Länder unternommen wurden, seien nicht dazu angetan, die auftauchenden Besorgnisse zu zer­streuen. Die Oesfentlichkeit habe aus diesem Ver­fahren den peinlichen Eindruck gewonnen, daß man sie vor eine vollendete» Tatsache stellen wolle. Dieser Eindruck habe sich nur zum Teil dadurch zerstreut, dah die deutsche und die österreichische Regierung öffentlich ihre Absicht bekundeten, das Verfahren des Völkerbundsrates anzunehmen. Die Politik der vollendeten Tat­sache ist die Regierung der wesentlichen Grund­sätze, auf denen der Friede beruht, der sich nur in der Achtung der Verträge behaupten kann; wenn die vollendete Tatsache durchdringen sollte, was würde aus jenem Vertrauen, das für Europa so notwendig ist, damit es mit Cnb- schwssenheit den ernsten Verhandlungen entgegen­sehen kann, die im kommenden Iahre bevor­stehen?

Deutschland nimmt den Kampf auf.

Genf, 18.Mai. (SU.) Die de u tsche Del e- g a t i on ist von den Argumenten der französischen Denkschrift nicht überrascht. Sie können den Stand­punkt der deutschen und der österreichischen Re-, gierung in keiner Weise erschüttern. Das franzö­sische Memorandum verschiebt die Erörterung der Fragen aus der juristischen in die politische und wirtschaftlicheSphäre, deren Erörterung der englische Antrag dem Döl» kerbundsrat ersparen wollte. Die deutsche und österreichische Regierung haben bei Abfassung des Wiener Protokolls am 19. März 1931 sich gewis­senhaft alle Bestimmungen der geltenden Verträge vor Augen gehalten und sie in jeder Hin­sicht respektiert. Die Unabhängigkeit Oester­reichs wird weder durch das Wiener Protokoll in seiner Gesamtheit, noch in seinen Einzelheiten beeinträchtigt. Die mechanische Art, in der das Problem der Annäherung zweier Wirtschafts­gebiete behandelt wird, vernachlässigt vollkommen, daß sich durch die Zollunion die Arbeitsbedingun­gen der österreichischen und der deutschen Wirt­schaft einander a n p a s s e n müssen.

Der entscheidende wirtschaftliche vorteil für Oesterreich liegt doch gerade darin, daß die österreichische Industrie, die entstanden ist auf der Grundlage des Binnenmarktes einer Groß­macht, nun von neuem einen breiten Binnen­markt, der ihr gerade gestattet, ihre eigenen Exi­stenzbedingungen zu erfüllen, erhielt. Durch diese Verbreiterung des österreichischen Binnen­marktes auf das vielfache seines bisherigen Um­fanges gewinnt die österreichische Industrie d i e Konkurrenzfähigkeit des Expor­tes, welche sie seil Iahren in wachsendem Maße einbüßt. Darin aber erblicken die beiden Regierungen auch den entscheidenden Gewinn der Zollunion vom europäischen Standpunkt, denn offenbar werden auch die Ab- fahinteressen der anderen Märkte in dem Maße gewahrt, als die österreichische Bevölkerung a n Kaufkraft gewinnt.

Wenn das französische Memorandum sich jetzt gegen Regional Verträge ausspricht, so steht das in schroffem Gegensatz zu den Ideen, die gerade die mittel- und osteurv- päischenDerbündeten Frankreichs in den letzten Monaten nachdrücklich propagiert und zu verwirklichen versucht haben. Deutschland und Oesterreich haben diese Ideen von Anfang an mit Sympathie ausgenommen. Ob schließlich die deutsch-österreichische Zollunion zu Störungen im europäischen Handelsvertragssystem führt, hängt lediglich davon ab, ob ihre Vertragspartner die Handelspolitik allein von politischen Motiven bestimmen lassen wollen.

Die pariser klatschen Beifall.

Briand der Held des Tages. Die belgische Neutralität.

Paris, 17. Mai. (TU.) Die Aussprache im Europaausschuß am Samstag wird in der Pariser Presse als ein großer Sieg Vriands ge­feiert. Ein Teil der Sonntagsblätter erörtert die Zurückweisung der französischen Schönfärberei durch Curtius, der die wahren Gründe feststellte,

die Frankreich seinerzeit veranlaßt hätten, von einem französisch-belgischen Zollab­kommen abzusehen. Man findet keine andere Antwort, als die Angelegenheit ins Melodrama- sische zu ziehen und von der angeblich ver­letzten Reutralität Belgiens im Iahre 1914 zu sprechen, die dadurch wieder in das Gedächtnis aller Verhandlungsteilnehmer zurückgerufen worden sei. Pertinax sagt, es sei geradezu unglaublich, daß die »Männer des Pa- piersetzcms" heute die Achtung der belgischen Reu­tralität für ihre eigenen Zwecke auszunuhen versuchen. Das »Iournal" spricht von einerz e r- schmetternden" Antwort Briands an Curtius und begrüßt die Ausführungen Grandis als eine vorzügliche Einführung des französischen Planes zur wirtschaftlichen Organisierung Euro­pas. Der »Petit Parisien" begrüßt es, »daß die begonnene Schlacht dank des von Briand ausgehenden Lichtstrahles sich nunmehr in voller Klarheit abwickeln werde". Die Verur­teilung der deutschen These geht bis weit in die

linksgerichteten Blätter. Die radikalsozialistische Ere Rouvelle" stellt den Standpunkt Curtius' als süßlich einschmeichelnd und ver­schlagen hin, während die französische Antwort direkt, klar und entschlossen gewesen sei. Der »Temps" wirft Curtius ebenfalls seine An­deutung über das französisch-belgische Zollab­kommen vor. Es sei unglaublich daß Cursius theoretische Verhandlungen in die De­batte ziehe, die während einer Tagung in Lüttich zwischen belgischen und französischen Industriellen stattgefunden und keinerlei amtlichen Charakter getragen hätten. Die Verantwor­tung der französischen Regierung könne daher auch in keiner Weise hiermit in Zusammenhang gebracht werden. Curtius müsse wissen, daß es die elementar st e politische Schicklich­keit jedem Deutschen verbiete, jemals in einer internationalen Besprechung auf die belgische Reu­tralität hinzuweisen, die Deutschland im Iahre 1914 zynischvergewaltigt habe.

OieLanötagswahlen in Oldenburg

Schwierige Mehrheitsverhältnisse im neuen Landtag.

Oldenburg, 18. Mai. (TU.) Das vorläufige nichtamtliche Wahlergebnis aus dem gesamten Frei­staatgebiet Oldenburg lautet:

Landtag Landtag Reichstag

1931 1928 1930

DVP. 5 796 (1) 41 113 (5)* 13 431

SPD. 57 536 (11) 67 005 (15) 66148

Staatspartei 8 983 (1) 24 711 (5) 13 579

NSDAP. 101410 (19) 17 457 (3) 76 215 KPD. 19 389 (3) 8 490 (1) 13 933

Wirtschaftspartei 4 525 (0) 11 763 (2) 10 029

Landvolk 5 427 (1) 14 450 (3) 12 756

Chr.-Soz. Dd. 3 000 (0) 1 343 (0) 3 054

Zentrum 46 295 (9) 39 602 (9)e 47 733

DNDP. 13 529 (2) (4)* 14 203

Weyand (Volksp.) 5 194 (1) (0)

Unabhängige 254 (0) (0)

Die Ziffern in Klammern bezeichnen die Mandate. Bei der Auflösung des Landtages waren die Na­tionalsozialisten durch fünf Abgeordnete vertreten, da je ein deutschnationaler und ein Landvolkabgeord­neter sich der Lc.ndtagsfrättion der NSDAP, an- geschlossen hatte. Die DNVP. war demnach durch drei

* Bei der Landtagswahl 1928 gingen Deutschnatio- nale und Deutsche Volkspartei zusammen.

und das Landvolk durch zwei Abgeordnete im auf­gelösten Landtag vertreten.

tu dem Wahlergebnis bemerkt das Wolffbureau, die Nationalsozialisten trotz ihres Ge­winnes ihr eigentliches Ziel, nämlich die Erringung der absoluten Mehrheit im Landtag, nicht erreicht haben. Auch mit den Deutschnationalen zu­sammen ist diese Mehrheit nicht vorhanden. Die Situation im neuen Landtag ist immerhin für die Regierung einigermaßen prekär, da ungefähr 24 Abgeordnete der im Reiche in Opposition stehen- den Parteien etwa 24 Abgeordnete der übrigen Par­teien gegenüberstehen. Die Opposition setzt sich aus den Nationalsozialisten, den Deutschnationalen und den Kommunisten zusammen. Die D e u t s ch natio­nalen befinden sich in einer schwierigen Lage, da sie seinerzeit selbst das jetzige Kabinett mit- ae wählt und noch im letzten Wahlkampf erklärt hatten, daß besonders das Kabinett, das mit Erfolg regiert habe, unterstützt würde. Auf der anderen Selle liegt aber auch die Erklärung vor, daß die Deutschnationalen auf keinen Fall eine Spaltung in dem nationalen Gesamtblock.(Hitler, Seldte, Hugen- berg) herbeiführen würden. Die Entscheidung wird wohl bei der D V P. und bei den Abgeordneten des Landvolkes liegen. Man nimmt an, daß das Kabinett nicht zurücktritt, sondern die Entscheidung des Landtags abwarten wird.

Kommunisten überfallen einen Gesangverein.

Schwerer Landfricdensbruch in der Mark.

Berlin, 18.QEat (CRB.) In Liebenau bei Schwiebus in der Mark feierte in der Rächt zum Sonntag ein Gesangverein in einem Lokal am Marktplatz sein Stiftungsfest. Plötzlich erschienen kurz vor Mitternacht meh­rere Autos, voll besetzt mit Kommu­nisten. In wenigen Augenblicken bildete der sonst so stille Marktplatz daS Bild einer wüsten Tummelei. Die Kommunisten mach- ten* dnen furchtbaren Lärm, rissen Steine aus unt> schlugen damit fast sämtliche Fensterscheiben der am Marktplatz gelegenen Häuser ein. Dann zertrümmerten sie die Eingangstür zu einem Friseurgeschäft und demolierten die Auslage.

Ehe noch die Landjägerei erschienen war, be­setzten die Kommunisten sämtliche Zugänge zu der Gastwirtschaft, in der sich der Gesangverein auf­hielt. Mit Knüppeln, Stöcken und Rie­men schlugen dann die Kommunisten auf die Fest­teilnehmer ein. Die Mitg.ieder des Gesangvereins wehrten sich mit Stühlen und Diergläsern so gut sie konnten. Darauf gaben die Kommunisten meh­rere Schüsse ab.

Rachdem das Lokal ineinTrümmerfeld verwandelt worden war, und drei Schwer­verletzte und fünf Leichtverletzte bewußtlos liegen geblieben waren, verließen die Kommunisten mit ihren Autos das Städtchen in rasender Fahrt. Ein Parteigenosse, der ebenfalls schwer verletzt

worden war, mußte in Liebenau zurückgelassen werden. Sämtliche Verletzte, insgesamt acht Per­sonen, wurden in das Krankenhaus nach Schwie­bus übergeführt. Bei einigen der Verletzten be­steht Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft hat sofort eine Untersuchung der Angelegenheit eingeleitet. Verhaftungen stehen unmittelbar bevor.

Drei französische Militärflug­zeuge landen in Schweinfurt.

Angeblich auf dem Wege von Lyon nach Straßburg verflogen.

Schweinfurt 17. Mai. (TU.) Am Sams­tagabend um 18 Uhr sind auf dem Flug« platz in Schweinfurt drei französische Flugzeugegelandet. Sie waren m i t M i - litärpersvnenbesetzt, und zwar mit einem Leutnant, einem Feldwebel und einem Korporal. Iede Maschine hatte zwei Maschinenge­wehre an Bord, dagegen keine Photoappa­rate. Die Insassen wurden verhaftet und die Flugzeuge beschlagnahmt. Die Verhafteten wur­den im Hotel »Bayerischer Hof" interniert und noch am gleichen Abend einem eingehenden Verhör durch Vertreter des Reickswehr- und des Reichsverkehrsministeriums unterzogen. Das Reichswehrministerium hatte Offiziere Stand­ortes Rürnberg mit der Vernehmung beauftragt

Die Verhafteten geben an, in derRähevvn Lyon zu einem größeren Strecken­

DerMrderDimitn Karamasosf.

Lichtspielhaus Bahnhofstraße.

Dies ist der stärkste und künstlerisch reifste Film, den wir seit langem hier gehabt haben; einer der wenigen Filme unter typisch russischer Regie, die man bei uns zu sehen bekommt. Es handelt sich um eine Inszenierung von solcher Ausdruckskraft und solchem Fingerspitzengefühl für die Möglichkeiten des tönenden Films, wie sie in gleicher Vollendung nur wenige Werke der deutschen Spitzenproduktion auf­bringen; von den Amerikanern zu schweigen.

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Die Handlung ruht auf Motiven aus D o st o - l e w s k t j s berühmtem Roman; das Buch schrieb der Dichter Leonhard Frank mit Fedor Ozep und Victor Trioas. Man kann nicht sagen und wird nach der Vorlage auch kaum erwarten daß ine Fabel im mindesten erfreulich oder gar erhei- -r/"? wäre; sie ist unheimlich und melancholisch; sie ist hoffnungslos und menschlich erschütternd; dabei aber (was vielleicht überraschend erscheint) rein theatralisch ungemein wirksam, von einer stellenweise atemversetzenden Dramatik und einer bis in die letzte ©jene hinein nachzitternden Spannung. Man folgt den Vorganaen wie einem Kriminalfilm was der Karamasosf" ja auch ist; obwohl das Kriminelle hier nie um feiner selbst und der unbestreitbaren Publikumswirkung willen aufgefaßt und darge- stellt wurde.

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Dimitri Äaramafoff, der Offizier, verläßt feine £raut um einer Dirne willen, der er bei der ersten Begegnung rettungslos verfallen ist. Er hat sie aus­gesucht, um seinen Vater aus ihren Händen zu be= treten, der sich sinnlos in das Mädchen verliebt hat. Limitri will sich aus der heillosen Verstrickung durch eine Gewalttat lösen; er ist innerlich bereit, den Jäter zu töten. Der fällt aber von der Hand feines Dieners, welcher den reichen alten Liebhaber be­rauben will. Dimitri verwundet nur auf der Flucht c,1!lc" ondern Diener feines Vaters, wird jedoch, da alle Indizien gegen ihn sprechen, verurteilt und nach Sibirien verschickt. Gruschenka, die Geliebte, folgt ihm freiwillig in die Verbannung.

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Dies sind nur die ganz groben Umrisse einer mit bewundernswerter Kunst ausgesponnenen, inein­

ander verflochtenen und in Szene gesetzten Hand­lung. Die Regie von Fedor Ozep besticht vor allem durch die vollkommene Uebereinftimmung, den absoluten Zusammenschluß von Ton und Bild, von Gebärde und Handlung. Sie ist bis in kleinste Ein­zelheiten hinein auf das Wesen und die technischen Voraussetzungen des Films eingestellt. Sie bringt nichts, was überflüssig, nichts, was nicht in irgend­einem Sinne notwendig, zugehörig zum Ganzen, bedeutsam oder beziehungsvoll wäre.

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Sie beherrscht nicht nur die Szene, die Darsteller, einzeln, in Gruppen, in Massen sie bemächtigt sich auch in einer zuvor kaum erlebten Weise der stummen und toten Dinge und läßt sie gewissermaßen mitspielen. Ein Signalmast am Bahnhof, eine Baumgruppe, eine Hausfront, ein dunkelwerdendes Fenster, eine niedergebrannte Kerze, ein wehender Vorhang: man muß beobachten, mit welcher Kunst und welcher inneren Begründung diese win­zigen Teilaufnahmen in den Gesamtablauf der Bil­derfolge wie zufällig oder nebenbei hineinkpmpo- niert sind.

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Man könnte den Regiestil als lyrisch ober male­risch bezeichnen; aber das würde nicht zutreffen, weil dergleichen die Handlung nicht etwa aufhält oder verlangsamt, sondern verstärkt und vertieft; weil auf diese Art, im Vorübergehen gleichsam und ohne alle Sentimentalität, eine Stimmung ange­beutet, eine Lanbschaft, ein Schauplatz charakterisiert wirb unb Atmosphäre bekommt.

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Die innere Dramatik ber Fabel ist allenthalben in Bewegung umgesetzt, wie es ber Film verlangt. Die Regie arbeitet impressiv, mit schnellem Bild- wechsel, umfpringenb, oft inbireft: mit Spiegelaus- nahmen ober einem Dialog, besten Sprecher unsicht­bar bleiben; mit Großaufnahmen, welche dem Blick immer wieder die für die Handlung wichtigste Rich- tung weisen, und welche die Schauspieler möglichst konzentriert in ihrer mimischen und sprachlichen Ent­faltung zur Geltung kommen lassen.

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Dimitri Karamasosf ist Kortner; wer außer ihm könnte die Rolle so spielen? Mit einer so ver- bissenen Intensität des Gefühls, mit solcher Prä­gnanz des Tonfalls, ber Geste, ber Haltung so

eingefühlt in biese Gestalt, ihren russischen Umkreis und ihre seelischen Voraussetzungen. Eine groß­artige Leistung, um berentroiüen allein schon der Film sehenswert wäre.

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Als Gruschenka sieht man Anna Sten, deren ungewöhnliche Begabung sofort ausfiel, als sie zum erstenmal in einem deutschen Film auftauchte; ein Pikantes und rassiges Gesicht, das stellenweise über- raschend an Marlene Dietrich erinnert, und ein katzenhaftes Temperament machen sie für die Rolle überaus geeignet. Mit sicherem Gefühl für scharfe Kontrastwirkungen wurde ihr als Dimitris verlas­sene Braut Hanna Waag gegenübergestellt, welche die knappen unb vorwiegend stummen Szenen ber Katja bei aller sympathischen Verhaltenheit einbring- lich, pointiert unb abgerunbet umreißt.

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Den Diener Smerbjakoff gibt Fritz Rasp mit einer unheimlichen Verschlagenheit; Max Pohl als alter Karamasosf unb Bernharb Mine11i (früher am Lanbestheater in Darmstabt) als Iwan finb aus bem Ensemble noch zu nennen.

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Der Film läuft feit Samstag im Lichtspielhaus; sein Besuch sei nachbrücklich empfohlen.r

Können Sie Tee kochen?

Natürlich! Aber die beste Methode ist noch immer nicht allgemein bekannt und gebräuchlich. Hören wir, was Hans D e t h g e im Maiheft von Delhagen & Klasings Monats­heften rät: Das Wasser muß sofort aufgegossen werden, sobald es sprudelt; Wasser, das sich totgekocht" hat, wie man sagt, vermindert die Güte des Getränkes beträchtlich. Man rechne auf jede Tafle einen halben flachen Teelöffel voll Teeblätter, die man in eine erwärte Kanne aus Porzellan oder Steingut tut. Man gießt nun zunächst nur ein wenig kochendes Wafler in die Kanne, nur so viel, daß der Tee darin gerade bedeckt ist. Dieses Wasser wird ganz schnell wieder abgegossen, und nun erst gießt man die eigentliche Menge Wafler in die Kanne hinein, das heißt gerade so viel, daß auf jeden Trinker eine Tasse kommt. Das Getränk zieht zwei Minuten (oder etwas länger, je nach der Sorte des Tees) und wird dann in die Porzellan-

f lug gestartet au sein. Sie wollten nach Um­wegen in Straßburg landen, hätten sich aber in der Richtung geirrt und seien zur Landung auf dem Flugplatz Schweinfurt gezwungen ge­wesen. Diese Angaben klingen sehr unglaubwür­dig, da Schweinfurt Hunderte von Kilo­metern vondemBesti m'm ung8ort ent­fernt i st.

Auf Rückfrage bei der Flugüberwachungsstelle Dahern-Rord wird mitgeteilt, daß die Unter­suchung abgeschlossen ist. Ueber das Er­gebnis werden von der zuständigen Stelle keine näheren Angaben gemacht. Die Entscheidung über die Freigabe der Flugzeuge liegt beim ReichS- wehrministerium.

Eröffnung des Instituts für Dölkerpädagogik in Mainz

WSR. Mainz, 16. Mai. Don dem In­stitut für Völkerpädagogik, das die Stadt Mainz auf der ehemaligen Zitadelle er­richtet, sind nunmehr das Lehrmittelhaus und zwei Ga st Häuser siertiggestellt. Diese wurden im Rahmen einer schlichten Feier der Oesfentlichkeit übergeben. *-

Staatspräsident D r. Adelung, als Mitglied des Vorstandes des Instituts, begrüßte die Erschienenen und führte nach einer Erin­nerung an die militärische Vergangenheit der Zitadelle u. a. aus: Diese Stätte, über die feilt Iahrtausenden viele Kämpfe und Kriegsstürme dahingingen, soll jetzt dem geistigen Kontakt der Völker dienen, soll dem Gedanken der Ver­bundenheit aller Menschen Wege öffnen, indem sie dem wichtigsten Problem aller Rationen, der Erziehung der Iugend, Impuls und Anregung vermittelt. Dieser historische Ort soll der Welt auch Zeugnis geben von deutscher Art und deutschem sittlichem Wollen in einer Zeit tiefster wirtschaftlicher Rot. Möge er eine Stätte friedlicher Zusammenarbeit und gegenseitigen Verstehens der Kulturvölker werden.

Oberbürgermeister Dr. E r h a r d t sprach der hessischen Regierung für das große Entgegenkom­men bei der Durchführung des Projekts herz­lichsten Dank aus und dehnte diesen Dank aus auf Direktor Dr. Feldmann, den Leiter des Mainzer Pädagogischen Instituts, der den Plan zum völkerpädagogischen Instttut ausgestellt hat.

Der Leiter des Instituts, Schulrat Niemann, gab einen Ueberblick über den Plan unb bie Anlage des Instituts. In bem Institut für Völkerpäbagogik solle ein Haus entstehen, bas uns unb unseren Nach­barn bie Möglichkeit gibt, vergleichenbe Er­ziehungswissenschaft mit wirklichem Er­folg zu ftubieren. Zu biefem Zwecke werben aus ben einzelnen Länbern alle erforderlichen Anschauungs­objekte erworben unb Sachoerftänbige zu gemein- famer Aussprache herangezogen. Lehrpläne und Schulbücher, Statistiken unb Tabellen neben ben Er­gebnissen ber Schularbeit sollen in Dauerausstellun­gen aufgebaut werben. In etwa 30 Säten werben vom Kindergarten bis zum Gymna­sium Ausschnitte unb Arbeiten gezeigt. Pädagogen des Nordens unb bes Sübens, ber Alten unb ber Neuen Welt, sie alle sollen wissen, baß sie hier in ber alten Kulturstabt Mainz eine Stätte finden, wo alle, bie guten Willens finb, jeberzeit herzlich will- kommen finb.

Erfolgreicher Protest.

Berlin, 16. Mai. (TU.) Die Vereinigung ber Stublerenben an ber Berliner Tierarzt- l i d^e n Hochschule hatte für Samstag eine Protestkunbgebung gegen ben feit bem 1. Mai an bem Institut für Parasitenkunbe angestell- ten wissenschaftlichen Hilfsarbeiter Dr. Kurt O b i tz einberufen, bem D e u t s ch f e i n b l i ch k e i t unb Polenfreunblichkeit vorgeworfen wirb. Das gegen Dr. Obitz vorgebrachte Material ist so be- lastenb, baß ber preußische Lanbwirtschaftsminister sich zu ber Mitteilung veranlaßt sieht, baß Dr. Obitz wegen seiner außerbienstlichen beutschfeinblichen Be­tätigung, die erst jetzt bekannt geworben sei, ent­lassen werben wirb.

taffen gegossen, die vorher erwärmt fein müssen. Das ist die klastische Teezubereitung. Die be­nutzten Blätter sind für eine zweite Zubereitung (bei der dann natürlich der erste schnelle Ab­guß fortfällt) Durchaus geeignet, zumeist gewähren sie sogar ein schmackhafteres Getränk als die frischen Blätter. Ein drittes Mal sind sie nicht zu verwenden. Der Tee wird bei uns gottlob fast immer in Porzellanschalen serviert, aus ihnen mundet er am besten. Tee in Gläsern zu servieren ist eine Unsitte, die in Petersburg ihren Ur­sprung hat.

Zeitschriften.

In der Iuninumrner von WestermannS Monatsheften nehmen zu den brennendsten Problemen der Gegenwart zwei Artikel Stellung: TormannKonjunktur und Krisen" und Philipp Spionage in Handel und Industrie". Ernst Wiechert bringt seine flott hingeworfene Rovelle Demetrius". Die vielen Besucher der Schweiz wird die Beschreibung von Land und Leuten Graubündens interessieren. Dr. William Cohn bringt einen mit Bildern geschmückten Artikel über die moderne japanische Malerei.

Unter bem TitelWohin bieses Jahr?" hat bie LeipzigerI l l u st r i r t e Zeitung" (Verlag I. I. Weber) eine vielseitige Reise-Sondernummer herausgebracht. Die Frage erscheint in ben jetzigen schweren Zeiten befonbers aktuell; benn bie Mittel finb überall beschränkt, aber Reise unb Erholung bennoch wichtiger als je. Ein Artikel aus ber Feber Ossip Kalenters hanbelt über ben Sinn ber Sommer- rischen, Lubwig Bato läßt ben Leser seines Auf- atzesDas Problem des Reisens" Rückschau halten n bie Vergangenheit unb zieht Vergleiche zur Heu-' tigen Art des Reisens. Ausgezeichnet ist ber zum Teil mehrfarbige Bilbfchmuck. Ein reichhaltiger Mobs, unb Unterhaltungsteil, eine ausführliche Bild- berichterstattung über bie Tagesgeschichte erweitern ben Inhalt.

Lochfchulnachnchten.

Professor Dr. Bruno Bloch in Zürich hat den an ihn vor einiger Zeit ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der Dermatologie an der Universität Berlin als Rachsolger des ver­storbenen Professor G. Arndt abgelehnt.