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Aus aller Welt.

Die Beisetzung deS Tsingtau-Flieger-.

Die Beisetzung der beiden Qkrunglüdten deut­schen Feuerland-Flieger Gunther Plüschow und Ernst D r e b l o w auf dem L*chterfelder Park- iriedhof gestaltete sich zu einer erhebenden Trauer­feier. Bach der Trauerrede des evangelischen Feldprvbstes der Armee und Marine, Pfarrers Dr. Schlegel widmete für die ehemaligen Tsingtau-Kämpfer Admiral B e t h k e den Flte- gern einen ehrenvollen Bachruf. Der R e t ch s - Präsident hatte fein Gedenken in eener pracht­vollen Kranzspende zum Ausdruck gebracht. Die Urnen wurden von Fliegerkameraden unter Trommelwirbel zur Urncnstätte getragen, wah­rend einige Flugzeuge aus der Luft den toten Fliegern die letzten Grütze entboten. Bachdem die Kapellen das Lied vom guten Kameraden ange­lt immt und die Fahnen sich gesenkt hatten, wurden Gunther Plüschows und Ernst Dreblows sterb­liche Ueberreste der Heimaterde anvertraut.

Lin schwedisches Flugzeug abgestürzl.

Am Samstagmittag ereignete sich in der Bähe von Dästeras ein Flugzeugunglück, bei dem drei Menschen ums Leben kamen. Ein Flug­zeug, das aus dem Wege nach Dofors war, stürzte aus 100 Meter Höhe ab, wobei die Maschine vollkommen zertrümmert wurde. Zwei der Insassen waren sofort tot. Der Führer des Flugzeuges, Fahnenjunker Svensson, der seiner­zeit an der Rettungsexpedition für Bobile teil­nahm, wurde schwer verletzt ins Krankenhaus ge­bracht und" ist dort seinen Verletzungen erlegen. Die Ursache des Unglücks konnte noch nicht fest­gestellt werden.

Fallschirmabsprung

einer Fliegerin aus 4400 Meter höhe.

Die Kunstfliegerin Lola Röter-GoreS- cou hat beim Grotzflugtag in Leipzig^Mockau mit ihrem Flugzeug durch einen Fallschirmab­sprung aus 4400 Meter Höhe ihre eigene Höchst­leistung für Frauen von 2600 Meter, die sie im Jahre 1929 aufgestellt hat, bedeutend Überboten. Der Absprung gelang planmäßig. Sie legte dabei in der Luft eine Strecke von 20 Kilometer zurück.

Auloabstur; am Herkules.

Ein mit drei Insassen besetzter Personenkraft­wagen kam bei der Abfahrt vom Herkules auf der zum Wilhelmshöher Schloß hinabführenden steilen Serpentinstraße der Rennstrecke des Herkules» Lergrenncns in der ersten Kurve, der sog.h a a r- nadelkurve, aus der Fahrbahn und sauste den steilen Abhang hinunter, wobei er sich mehrfach überschlug und schließlich auf der etwa 50 Meter tiefer gelegenen nächsten Serpentine liegen blieb. Die Insassen wurden in schwerverletz­tem Zu st and vom Sanitätsauto in das Rote- Kreuz-Krankenhaus geschafft, wo einer der Der- letzten seinen Verletzungen erlag, wäh- renb der zweite Schwerverletzte qpe Sonntagvor­mittag noch immer bewußtlos war, so daß auch seinetwegen Besorgnis herrscht. Der dritte Insasse ist dagegen mit leichteren Verletzungen davongekom- men. Der Kraftwagen wurde vollständig zertrüm- wert.

kiirchenraub in Prag.

In der berühmten Prager Tein-Kirche auf dem Altstädter Platz wurde ein dreister Raub verübt. Der Täter verwüstete die herrliche, aus dem Jahre 1770 stammende Monstranz, indem er kostbare Teile aus ihr herausbrach. An Marienbildern wur­den Ohrgehänge, Armbänder und Kreuzchen an (Soldketten, Goldherzen usw. geraubt. Auch mehrere Opserstäcke wurden erbrochen. Der Gold- und Silber­wert der gestohlenen Gegenstände beträgt gegen 4000 Kronen, der ideelle Wert aber ist unschätzbar. Don dem Räuber fehlt bisher jede Spur.

Schwere Feuersbrünste in Japan.

In Akita im nördlichen Japan find durch eine Feuersbrunst über 600 Häuser in Asche gelegt worden. Der Brand wurde durch starken Wind begünstigt und wütete mehrere Stunden. Man befürchtet, daß ihm zahlreiche Menschenleben zum Opfer gefallen sind, jedoch sind Einzelheiten hierüber noch nicht be­kannt. Es handelt sich um den vierten großen Brand, der in einem. Zeitraum von etwas über einer Woche japanische Ortschaften hrimgrsucht hat. Zwei neue Großfeuer haben Sonn­tagfrüh gewütet, das eine in Niigata, wo 70 Häuser zerstört und neun Feuerwehrleute schwer und 12 leicht verletzt worden sind, weil eine Dampfspritze in den Fluß gestürzt ist, das andere brach während Seideipnarkles in Kanekomachi im Bezirk »Gumma aus. 14 Personen sind in den Flammen ums Leben zekommen, 30 Schwer- und 130 Leichtverletzte sind zu beklagen. Das Feuer entstand in einem Lichtspielhaus während der Vorstellung, der rund 800 Personen, und zwar zumeist Frauen und Kinder, beiwohnten. Es brach eine Panik aus. bei der viele zu Boden getreten wurden.

Line Lokomotive slürzi auf die Straße.

Am Samstag entgleiste am Bahnhof Essen- Bord auf der Lleberführung Stoppenberger Straße eine Rangierlokomotive, die mit dem Per­sonal, dem Lokomotivführer und dem Heizer, von ber etwa vier Meter hohen Lieberführung auf ben Bürgersteig der Straße stürzte. Lokomotivführer und Heizer wurden getötet. Ein Kind erlitt durch den ausströmenden Dampf erhebliche Verbrühungen. Beim Entgleisen brückte die Lokomotive in der im ersten Stock­werk des an der Lleberführung liegenden Hauses ein Fenster und daS Mauerwerk in einem Aus­maß von etwa drei Quadratmeter ein und beim Sturz auf die Straße wurden mehrere Schau- sensterscheiben des im Erdgeschoß liegenden Mö­belgeschäfts zertrümmert und erheblicher Schaben «mgerichtet. Glücklicherweise hatte wenige Sekun- ben vorher eineStraßenbah ifbie Llnglücks- ftelle passiert, so daß weit größeres Llnglück ver­mieden wurde.

360 Schafe verbrannt.

Auf der Eschwege benachbarten Domäne Bieder­hohne brach in dem großen Schaf stall ein Feuer aus, das sich mit rasender Geschwindigkeit ousbreitete und den Stall, in dem sich 360 Schafe befanden, vollkommen vernichtete. In­folge der großen Hihentwicklung des prasselnden Feuers konnten die im Stall befindlichen Tiere , nicht befreit werden, so dah alle 360 Schafe in Öen Flammen umkamen.

Aus der provinzialhauptfiadt.

Gießen, den 18. Mai 1931.

Oer Blumenschmuck am Zensier und Balkon.

Wenn wir bei Beginn der wärmeren Jahres­zeit uns auch in diesem Jahre an die Bürgerschaft mit der Ditte um Schmückung der Fenster undDalkonemitBlumen wenden, so ver­hehlen wir uns keineswegs die Schwierigkeiten, mit denen mancher Geschäftsmann und manche Familie zu kämpfen hat. Anderseits ist nicht zu verkennen, daß blühendes Leben, vom Sonnen­schein geweckt und genährt, stille Freude über feine Umgebung zu verbreiten vermag, die über sorgenvolle Stunden hinweghilft und die Kinder zu finniger Beschaulichkeit erzieht. Wo die Ein­richtungen von früheren Jahren her vorhanden sind, vielleicht auch die Geranien gut durch den Winter kamen, bleiben nur die Ausgaben für frische, brauchbare Erde. Auch das Pflanzmaterial ist gegenüber den Preisen früherer Jahre wie­derum billiger geworden.

Die alte Erde aus den vorjährigen Kästen und Töpfen wieder verwenden zu wollen, wäre ver­kehrt, denn diese ist erst nach zweijähriger Lage­rung von neuem zu gleichem Zweck verwendbar. Eie mutz darum erneuert werden. Am einfachsten ist es, sie in der nächsten Gärtnerei zu kaufen. Wer daS nicht kann, stelle sie sich aus gesiebtem Kompost, etwas Torfmull, Sand und fein zer­riebenen verwesten Rasenschvllen zusammen. In allen Fällen rechnet man auf den Eimer Erde einen gehäuften Eßlöffel voll feiner Homspäne, die mit der Erde innig vermischt werden müssen. Mineraldünger lasse man am besten ganz fort. Dafür dünge man später von Ende Juni ab wöchentlich in flüssiger Fomn.

Die dankbarsten Dlüher find und bleiben Ge­ranien. Petunien in hellroten, leuchtenden Farben sind als gleichwertig zu betrachten, dabei billiger. Für ein gewöhnliches Fenster genügen fünf Stück ä 20 Pf. Man wähle, namentlich für windige Stellen, nicht die langwerdenden Sorten, sondern niedrig bleibende, deren Ranken nicht vom Winde zerzaust werden: auch nicht die violettroten, welche ihre Umgebung selten aufzuhellen im­stande sind. Am vorteilhaftesten nehmen sich die frischrosa und farminroten Farbentöne, vielleicht mit Weiß vermischt, oder für sich allein aus. Für schattige Lagen, wo die Sonne wenig oder gar nicht hinkommt, find Hortensien, in Kasten ausgepflanzt, ein vornehmer und dauerhafter Schmuck. Knollenbegonien eignen sich für halb­schattige Lagen. Sie sind sehr schön, jedoch ohne Fernwirkung, und darum nicht geeignet, wo es ?iilt» dem Hause einen äußeren Schmuck zu ver- eihen. Don Schlinggewächsen ist neben Dlumen- bohnen und Winden die Glockenrebe oder Cobaea zu empfehlen.

Wer sich neue Fensterkästen anfertigen lassen möchte, nehme sie nicht zu groß und schwer. Eine Länge von 80 Zentimeter bei 18 Zentimeter äußerer Höhe und Dreite ist gerade noch trans­portabel, wenn eine vorübergehende Fortnahme, etwa wegen einer Reise, in Betracht kommt, wo man sie einfach in den Garten stellt und jemand mit dem Begießen beauftragt.

Wer mehr wissen möchte, wende sich an die Gärtnerei, bei welcher er feinen Bedarf bisher kaufte. Die Inhaber werden im eigenen, Wie im Intercffe unserer Stadt gern jedes mögliche Ent­gegenkommen erweisen. R.

Junge Mütter unterhalten sich ...

Wie geht es Ihrem Bubi denn? Er ist ja auch elf Monate alt, wie meiner?

Danke, so leidlich."

Läuft er schon?"

Leider noch nicht. Läuft Ihrer schon?"

Ba und ob! Der läuft im ganzen Haus umher! Hat Ihr Bubi auch .schon neun Zähne, wie unserer?"

Bein, er hat erst zwei. Mit dem Zahnen hapert es etwas bei ihm."

Da spricht er auch wohl noch nicht viel?" Ganz wenig. Er fängt jetzt erst an.

Da sollten Sie unfern mal sehen! Der schwätzt alles. Aber auch alles, sage ich Ihnen! Er redet über alles, was er sieht und hört.

Gestatten Sie mir eine Frage: Rasiert sich Ihr Bubi mit dem Messer, oder gebraucht er noch einen Sicherheitsapparat? Puck.

Blumenschmuckwettbewerb.

Wie der Verkehrs- und Derschönerungsverein im heutigen Anzeigenteil bekanntgibt, soll auch in diesem Jahre wieder ein Blumen schmuck- toettbetoerb stattsinden. Der Wettbewerb soll dazu dienen, noch mehr als seither auf die Be­pflanzung von Fenstern, Ballonen und Vor­gärten zur Belebung und Verschönerung des Straßenoildes hinzuwirken und der S.adt da­durch ein freundlicheres Aussehen zu geben, als dies bei Häuserfronten ohne jeglichen Blumen­schmuck der Fall ist. Insbesondere trifft dies für die inneren Straßenzüge zu. Es ist zu hoffen, daß dem Wunsche und den Bestrebungen des Vereins, dem Fremden ein freundliches Stadt­bild zu zeigen und dadurch den Fremdenzuzug zu heben, in weitestem Maße Folge geleistet wird.

Vornotizen.

Tageskalender für Montag. Ge­neralsuperintendent D. Zöllner, 20 Uhr, Jo- hannessaal, Vortrag »Jirche und Staat". Haus- besitzeroerein Gießen: Steuer-Protestversammlung, Redner Professor Dr. H o r n e f f e r , Gießen, 20.15 Uhr, Cafs Leib. Gießener Freiwillige Feuerwehr: Hauptübung 20 Uhr. Freiwillige Gailsche Feuer­wehr: Hauptübung, 20.15 Uhr. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der Mörder Dimitri Karamasosf".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Dienstag, 19. Mai, 20 Uhr, letzte Vorstellung im Dienstag-Abonnement. Erstauffüh­rung des Altwiener-SingspielsBrüderlein fein" von Leo Fall und der komischen. OperDie schöne Gala- thee" von Franz von Supp6. Beide Werke kommen in voller Neuinszenierung unter der Spielleitung Heinrich Hubs und der musikalischen Leitung Fritz Cujss zur Aufführung. Als Gäste für die Auffüh­rung wurden verpflichtet Meta Liebermann von Staocheater Mainz, Hertha Greef, ebenfalls Stadt-

thcater Mainz^ Opernsänger Kurt Richter, Gießen. Die übriaen Mitwirkenden sind Mitglieder des hie­sigen Ensembles.

Volkshochschule. Die Teilnehmer des KursesGrundlagen der Radiotechnik" werden dar­auf aufmerksam gemacht, daß der Kurs morgen wegen Verhinderung des Kursleiters ausfallen muß. Der nächste Kursabend findet erst nach den Pfingst- ferien, am Dienstag, 2. Juni, statt. Siehe heutige Anzeige.

Kasperletheater in Gießen. Am Mittwoch, 20. Mai, nachmittags, wird Kasperle nach seinem Winterschlaf wieder seine tollen Streiche aus­führen. Wer für 15 Pf. zwei frohe Stunden verleben will, der komme. Man beachte die morgige Anzeige.

Straßens perrung, mitgeteilt vom Ober- hessischen Automobil-Club E. V. (A. v. D.) Gießen: Wegen Ausführung von Brückenbauarbeiten wird die Provinzialstraße Nieder-Wöll st adt Okarben am 20. und 21. Mai von 9 bis 14 Uhr für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über IlbenstadtBurggräfenrodeGroßkarben- Kloppenheim und umgekehrt.

** Benefiz vor st ellung der Mitglie - der des Gießener Stadttheat^rs. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Mitglieder des Stadttheaters veranstalten an Stelle des in diesem Winter ausgefallenen Künstlerfestes am Samstag. 30. Mai, 20 Uhr, eine Benefizvorstel- hing. Zur Aufführung gelangt der SchwankDas Lumpenparadies".

' Achtung, Kautivnsbetrüger! An­fang Mai wurde durch eine Anzeige in Gießen ein Tankwart gesucht, von dem u. a. Angaben über die Kautionshöhe gefordert wurden. Wie die Gießener Kriminalpolizei festgestellt hat, wurde die Anzeige von einem angeblichen Dr. Börner aus Frankfurt a. M aufgegeben, der es lediglich auf die zu stellende Kaution abge­sehen hat. Die Polizei warnt, sich auf diese Sache einzulassen, und ersucht Geschädigte, sich um­gehend bei der Kriminalpolizei, Zimmer 27, zu melden.

** Ermäßigung der Fleischbeschau- gebühren in Hessen. Der Minister des In- nern hat mit Wirkung vom heutigen Tage die Ge­bühren für die Ausführung der Trichinenschau wie folgt festgesetzt: für das Fleisch eines ganzen oder halben Tieres 0,85 Mark, für einzelne Fleischstücke (Schinken, Speckstücke usw.) je 0,45 Mark.

' ßetbbragoner-Sagung zu Pfing- ft en in Gießen. Man schreibt uns: Anläßlich der Wiedersehensfeier Iber ehern. Hess. Leibdragoner, verbunden mit dem 10. Stiftungsfest des Ver­eins Gießen, findet am ersten Pfingstfeiertag um 15 Llhr auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 ein Fußball-Blitzturnier um den Pokal der ehern. Hess. Leibdragoner statt, an dem sich fünf Sportvereine beteiligen werden. Um 19 Uhr wird ein Begrüßungskonzert in der Turnhalle mit Überreichung des Pokals an den siegenden Verein stattfinden. Am zweiten Feiertag, 10 Uhr, Festgottesdienst auf Oswaldsgarten, anschließend eine historische Festquadrille daselbst. Um 15 Uhr folgt die Feier selbst, unter Mitwirkung des Turnvereins 1846. der Spielvereinigung 1900 und des Quartettvereins Gießen. Außerdem ist ein Festzug vorgesehen, der folgende Straßen passie­ren soll: Beustadt, Bahnhofstraße, Westanlage, Südanlage, Bleichstrahe, Ludwigstrahe, Beuen Bäua Sonnenstraße, Brandplah. Ostanlage, *2?» lor'.rafte Schu strahe S)nnenstrahe, S l er> toeg, Westanlage, Oswaldsgarten (Auflösung). Zu diesen Veranstaltungen wird die Einwohner­schaft in einer Anzeige vom vorgestrigen Samstag besonders eingeladen und gebeten, die Häuser zu beflaggen.

** Kraftfahrzeug st euerpslicht für La st kraftwagenan Hänger. Unter dieser Überschrift ist in den von Steuershndikus Herrn. Will zu Gießen herausgegebenenAktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Br. 10) zu lesen: Bach den Bestimmungen des Kraftsahrzeugsteuer- aesetzes in der Fassung vom 16. März 1931 unter­liegen auch die Anhänger von Lastkraftwagen einer besonderen Besteuerung neben der des Last­kraftwagens selbst. Die Steuer beträgt auf die Dauer eines Jahres für eine Steuerkarte, die zum Mitführen eines Anhängers berechtigt, 100 Mk., für eine Steuer!arte, die zum Mitführen zweier Anhänger berechtigt, 200 Mark. Für einachsige Anhänger ermäßigt sich die Steuer auf die Allste (§ 10 beS Kraftfahrzeugsteuergesetzes). Die Be­stimmung ist in weiten Kreisen noch unbekannt. Ihre Beachtung empfiehlt sich.

" Verkehrsunfall. Gestern gegen 12 Uhr stürzte in Klein-Linden der etwa 30 Jahre alte Wilhelm Dorfe 1 d von Klein-Linden an der stark abschüssigen Stelle der Straße Grohen- Linden und Klein-Linden innerhalb des Klein- Lindener Dorfbereiches von seinem Fahrrad und trug dabei Schädelverletzungen und Hautabschür­fungen davon. Der Bedauernswerte wurde nach erster ärztlicher Hilfeleistung von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen der Chirurgischen Klinik zugeführt, wo sein Be­finden heute morgen den Umständen nach gut war. Lebensgefahr besteht erfreulicherweise nicht.

(Sfraffommer Gießen.

* Gießen, 15. Mai. Mitte Dezember 1929 kam es an der Straße GrünbergReiskirchen zu erst wörtlichen und dann tätlichen Ausein­andersetzungen zwischen einem mit dem Gegen von Drainageröhren beschäftigten Handlungs­gehilfen und einem vorbeiradelnden Handels­mann, beide aus der Gegend. Letzterer zeigte den ersteren wegen Beleidigung und Körper­verletzung an; ersterer erhob gegen seinen Gegner Privatklage wegen Beleidigung. Das Amtsgericht Grünberg erachtete nur für erwiesen, daß der Handlungsgehllfe den Handelsmann angegriffen und geschlagen habe; es verurteilte ihn deshalb zu 25 Mark Geldstrafe. Im übrigen sprach es beide mangels Beweises frei. Bach eingehender Beweisaufnahme bestätigte das Berufungsgericht das Urteil.

In einer Iuninacht vorigen Jahres waren in Dad-Bauheim von einem Vergnügen friedlich nach Hause gehende junge Leute mit ihren Damen von dem heutigen Angeklagten und seinem be­reits rechtskräftig abgeurteilten Freund grund­los belästigt und geschlagen worden. Das Amts­gericht Dad-Bauheim hatte ihn zu 1 Monat

Gefängnis wegen Körperverletzung und 20 Mark wegen Sachbeschädigung verurteilt. Auch in der heutigen Verhandlung bestritt der Angeklagte jegliche Schuld, so dah eine ganze Reihe von Zeugen vernommen ^Derben muhte. Das Gericht sprach ihn bezüglich der Sachbeschädigung man­gels ausreichenden Beweises frei. Die Strafe wegen Körperverletzung wurde auS sachlichen Erwägungen auf 10 Tage Gefängnis er­mäßigt.

Spielplatt der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag, 17. Mai, von 11.30 bis gegen 13 llhr: Tanzmatin6e Biddy Impe­koven; von 19.30 bis gegen 22.30 älhr: älnbint Montag, 18., von 20 bis nach 22 älhr: Wozzeck. Dienstag, 19., von 20 bis nach 21.30 älhr: Sa­lome. Mittwoch, 20., von 20 bis gegen 23 älhr: Simone Doccanegra. Donnerstag, 21., von 20 bis gegen 23 älhr: Ünbine. Freitag, 22., von 20 bis nach 22.30 älhr: Die Dohöme. Samstag, 23., von 19.30 bis 22.30 Llhr: Die Fledermaus.

Schauspielhaus. Sonntag, 17. Mai, von 11 bis gegen 13.30 älhr: Szenenaufführung mit Orchester der Opernschule; von 20 bis nach 23 Ufrr: Der Hauptmann von Köpenick. Montag, 18., von 20 bis gegen 23 Uhr: Erstes Gastspiel Elisa­beth Dergner mit Ensemble: Die heilige Johanna. Dienstag, 19., von 20 bis gegen 23 Uhr: Zweites Gastspiel Elisabeth Dergner: Wie es Euch ge­fällt. Mittwoch, 20. Mai, von 20 bis nach 22.30 Uhr: Drittes Gastspiel Elisabeth Dergner: Amphitryon 38. Donnerstag, 21., von 20 bis nach 22.30 Uhr: Viertes Gastspiel Elisabeth Dergner: Der Kreis. Freitag, 22., von 20 bis nach 22.30 Uhr: Fünftes und letztes Gastspiel Elisabeth Derg­ner: Amphitryon 38. Samstag, 23., von 20 bis gegen 23 Uhr: Fenster.

Vriefkasien der Redafffon.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schrlftleitung.)

Konkurs. 1. Für ben Fall, dah ein Vater der Erbe seines Sohnes geworden ist, kann der Vater wegen eines erbschaftlichen Vermögenszuwachses nach vorangegangener Vermögenslosigkeit belangt werben, es sei denn, dah er die Erbschaft aus­schlägt oder rechtzeitig ausgeschlagen hat. 2. Die Frage der Verjährung richtet sich nach dem Schuldgrund. Ein Darlehen verjährt beispiels­weise erst in dreißig Jahren. Lesen Sie hierüber ben Abschnitt über die Verjährung, §§ 194ff. des Bürgerlichen Gesetzbuchs nach.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die kühle Luft der Kanalstörung, welche mittler» weile ihren Kern nordöstlich nach Dänemark ver­schoben hat, brachte über ganz Deutschland schon Temperaturrückgang. Von den britischen Inseln bringt noch weiter Luft aus höheren Breiten vor, in deren Begleitung schauerartige Niederschläge auf­treten, welche vorerst auch bei uns zu erwarten sind und dabei zu etwas wechselhaftem Wetter führen, lieber der Biskaya ist eine neue Störung im An- marsch, deren Warmluft unter Umständen nördlich zum Vordringen kommt und Anlaß zu Gewitter­störungen geben kann.

eAussichten fürDienstag: Wechselnd wol- kig mit einzelnen schauerartigen Niederschlägen, auch aufheiternd, noch kühl.

Lufttemperaturen am 17. Mai: mittags 22 Grad Celsius, abends 13,1 Grad; am 18. Mai: morgens 13,7 Grad. Maximum 22,7 Grad, Minimum 11,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Mai: abends 18,2 Grad; am 18. Mai: morgens 14,6 Grad Celsius. Niederschläge 1,2 mm. Sonnenscheindauer 2% Stunden.

Kirchliche Nachrichten.

Katholische Gemeinden.

Dienstag, den 19. Mai.

Gießen. 20 Uhr: Maiandacht.

Mittwochs den 20. Mai.

Hungen. 7.15 Uhr: Messe.

Freitag, den 22. Mai.

Gießen. 20 Uhr: Maiandacht.

Sogar Kettenraucher schätzen sich

durch J/VÄJViW vor Katarrh und nach Tabak riechendem Atem!