Der Mordprozeß Tetzner in Regensburg.
Llnier Anklage, einen unbekannten Wanderburschen im Auto lebendig verbrannt zu haben, um den eigenen Tod vorzutäuschen und die Versicherungssumme zu erhalten.
Dor dem Regensburger Schwurgericht begann am Dienstagvormittag der auf zwei Tage berechnete Mordprozeß gegen das Ehepaar Tetzner unter ungeheurer Beteiligung des Publikums, der Presse und aus Kreisen der Justiz. So ist u. a. der Präsident des Oberlandesgcrichts Nürnberg sowie der Oberstaatsanwalt von dort vertreten. Bereits eine Viertelstunde vor Beginn der Sitzung, während der Saal überfüllt war, werden die beiden Angeklagten hereingeführt. Beide Angeklagten sehen sich seit der Tat zum ersten Male wieder. Sie nehmen ohne Zeichen äußerer Erregung nebeneinander Platz. Der Verhandlungsbeginn selbst bringt bereits einen Zwischenfall, als Rechtsanwalt Dr. Strauß für seine Mandantin die Ablehnung des Regensburger Gerichtsarztes Dr. Dunz als Sachverständiger beantragte, da Dr. Dunz sich während der LIntersuchung gegen den Antrag Dr. Strauß' auf Beobachtung des Geisteszustandes der Frau Tetzner gewendet habe. Rach kurzer Beratung wurde der Antrag abgelehnt. Darauf folgt die Verlesung des Eröffnungsbeschlusses, der für Tetzner auf Mordversuch und Mord in Tateinheit mit gemeinschaftlich verübtem Versicherungsbetrug, für Frau Tetzner auf Beihilfe zum Morde in Tateinheit mit gemeinschaftlich verübtem Versicherungsbetrug lautet.
Oie Vernehmung
-es Angeklagten Tetzner.
Tetzner führt aus, daß er bereits die Mutter seiner Frau, deren Tod jederzeit zu erwarten war, für 10 000 Mark versichern wollte, von da ab sei sein Unglück angegangen. Energisch bestritt er, daß er seine eiaene Mutter für 15 000 Mark habe versichern lassen wollen. Tetzner gibt dann eine Schilderung seines bewegten Lebens. Als Vertreter des Pestalozzi-Verlages in München habe er in Sachsen Bücher zu vertreiben gehabt, doch habe er dabei nicht viel verdient. Seiner Frau habe er von seinen Plänen über einen Versicherungsbetrug mit seinem Auto nichts gesagt. Er habe mit seiner Frau eine gute Durchschnittsehe geführt, auch habe er ihr niemals Anweisung gegeben, wie sie sich nach dem Gelingen seines Planes verhalten solle. Er habe seine Frau niemals hypnotisiert, auch sei er selbst nie hypnotisiert worden. In der Zeit vom 22. Oktober bis 6. November 1929 habe er sich bei vier Versicherungsgesellschaften für insgesamt 145000 Mark versichern lassen. In den „Chemnitzer Neuesten Nachrichten" gab er dann die Anzeige auf, daß er einen Reisebegleiter suche. Diesen wollte er für seine Zwecke verwenden. Nach anfänglicher Zusage aber lehnte der Mann, der sich daraus meldete, wieder ab. Tetzner schildert dann ganz ausführlich den Verlauf seines U e b erfüll s auf den Handwerksburschen Alois Ertner, er kann sich an alle Einzelheiten erinnern und gibt ein plastisches Bild von dem Versuch, wie er den Wanderburschen mit einem Kragen ausstattete, damit er ihm etwas ähnlich sehe. Er schildert wie er mit einem eisernen Wagen- hcbel auf Ertner einschlug, daß dieser sich dann gewehrt habe und ihm selbst eine Verletzung am Auge beibrachte. Die Absicht, den Ertner zu töten, gibt Tetzner ohne Umschweife zu. Seiner Frau sagte er. er habe die Narbe am Auge in einer Schlägerei erhalten. So weit decken sich die Aussagen des Angeklagten mit dem, was er in der Voruntersuchung ausgesagt hat.
I Die jetzt folgende Schilderung von dem Mord- soll selbst weicht aber in Einzelheiten erheblich /"ab. Tetzner gibt an, daß er einen Handwerks- , burschen, den er nicht kenne, auf der Straße 'überfahren habe. Er habe bann den Mann, der stark verletzt war, in den Wagen hineingeschoben. Er hörte noch ein leises Stöhnen, dann sei es still geworden. Der Vorsitzende hielt ihm vor. daß er doch früher eingestanden habe, einen Menschen lebendig verbrannt zu haben, wahrend er jetzt behaupte, daß er den Wagen nur angezündet habe, um zu verschleiern, daß er einen Menschen totgefahren habe.
Trotz wiederholter Vorstellungen des Vorsit- zeirben blieb Tetzner auf diesen Angaben bestehen. Er schilderte dann weiter, daß er nach der Tat nach München gefahren sei. 3n Landshut habe er an seine Frau ein Telegramm mit der Ditte um Rachsendung von Kleidungsstücken gesandt, was das Zeichen des Gelingens der Tat war. 3n München sei er bald nach der Ankunft einer Kontoristin des Testa- Verlages begegnet, die ihn erkannte und sofort den Geschäftsführer des Verlages herb-iholte, der Tetzner schon längst sprechen wollte. Reben diesen beiden Personen trat Tetzner noch mit einem Schneidermeister in Verbindung, der ihm den Anzug reinigte. Der Schneidermeister hat auf dem Arbeitstitel das ominöse Datum festgehalten, aus dem hervorging, daß Tetzner einen Tag nach seinem angeblichen tödlichen Unfall in München war. Von dort fuhr er am Mittwoch nach Paris weiter und einige Tage später nach Straßburg zurück, wo er gelegentlich des Telephongesprächs mit seiner Frau verhaftet wurde.
Rach einer kurzen Pause wurde in
die Vernehmung der Krau Tetzner eingetreten, der der Vorsitzende erst beruhigend zuredete, bis sie sich unter heftigem Weinen zu ihrer Aussage entschloß. Sie gab im Sinne des EröfsnungLbcsHlusses vorbehaltlos zu, von den Plänen Kenntnis gehabt zu haben, will ihnen aber niemals zugestimmt haben. Ueber bte hypnotischen Fähigkeiten ihres Mannes äußerte sich Frau Tetzner, dieser habe manchmal seine Mutter durch Handauflegen beruhigt und zum Einschläfern gebracht und von sich behauptet, leben Menschen seinem Willen untertan machen zu können. Frau Tetzner versickerte immer wieder, daß sie nie in die Tat eingewilligt habe. Zugeben mußte sie allerdings, daß sie ihrem Manne vorgeschlagen habe, statt einen Mord zu begehen, sich doch zur Ausführung seines Planes eine Leiche zu beschaffen. Sie gab an, daß ihr Mann mit größter Hartnäckigkeit immer wieder mit seinem Plan gekommen sei. Sie selbst sei nervenkrank und willensschwach und habe schließlich nachgegeben. Von einer Hypnotisierung durch ihren Mann könne sie nicht sprechen, sie sei nur schwach gewesen. Es sei richtig, daß sie Pfeffer
Das halbverbrannte Auto des Kaufmanns Tetzner, wie es seinerzeit aufgefunden wurde.
gekauft habe, weil ihr Mann den Ps^ser zur Ausführung der Tat brauchte. Gegen die Komödie beim Begräbnis des unbekannten Mannes habe sie sich gewehrt, sie habe aber nur aus Aufregung und Schmerz über das unglückliche Los t>2$ unbekannten Mannes so viel Tränen vergossen.
Oie ersten Zeugenvernehmungen.
Rach der Besichtigung des verbrannten Autos wurde als Zeuge Gendarmeriehauptwachtmeister Beck vernommen. Er hatte auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft den Tatort besichtigt. Dabei habe er, wie er sagte, festgestellt, daß das Zuflußrohr zum Vergaser abgesperrt gewesen sei. Die Kapsel zum Benzin- tank habe gefehlt. Wertgegenstände habe er beim Auto nicht gefunden. Tetzner habe ihm gegenüber geäußert: „Für mich gibt es nur die Todesstrafe. Och habe mir die Suppe eingebrockt und muh sie ausfressen." Zeuge Langer aus Chemnitz erklärt, Frau Tetzner sei immer mehr in die Abhängigkeit von ihrem Mann geraten. Die
Mutter des Angeklagten habe ihm gegenüber geäußert: „Der Erich kann über Leichen gehen. Man kann seinem Willen nicht widerstehen." Regierungsrat von Griegern, der den Angeklagten in Straßburg vernommen hat, berichtete über seine damaligen Erhebungen. Danach hat Tetzner seinerzeit sofort ein Geständnis abgelegt. Er habe schon damals erklärt, daß er sein Opfer lebendig verbrannt habe. Als Grund zur Tat habe er Geldnot angegeben. Dieses Geständnis habe er auch am zweiten Sage wiederholt. Ferner habe Tetzner noch ausgesagt, daß er von feiner Frau zu der Tat angestiftet worden fei. Er habe der Frau zuerst angeboten, sich selbst umzubringen, um ihr Geld zu verschaffen. Die Frau habe jedoch erklärt, er solle einen Fremden dafür suchen. Amtsgerichtsrat Dr. ©erbt (Mülheim) hat den Angeklagten zuerst auf deutschem Boden vernommen. Auch ihm habe der Angeklagte das Geständnis gemacht, daß er den Burschen lebendig verbrannt habe.
Kleine politische Nachrichten.
Bei einer antifaschistischen Demonstration in Rauen kam es zu schweren Be- leidigungen der Polizei, die auch mit Steinen beworfen wurde. Di ePolizei griff hierauf zur Auflösung der Ansammlung. Da die Menge Widerstand leistete, und drei Beamte verletzt wurden, mußte von der Schußwaffe Gebrauch gemacht werden. Der kommunistische Stadtverordnete Fenz wurde verhaftet.
Auf der großen Landbundführer- und Kampftagung zu Weimar ernannte der größte Llntervec- band des Landbundes, der Thüringer Bauernbund, Weimar, den Reichsemäh- rungsminister Dr. Schiele als Zeichen des Dankes zum Ehrenmitglied.
Der im Befinden des ehemaligen Reichskanzlers Hermann Müller eingetretene Schwächezustand, der auf einer Herzschwäche und einer Kreislaufstörung beruht, hielt den Tag über an, so daß der allgemeine Zustand als äußerst ernst bezeichnet werden muh. Nachdem in den Vormittagsstunden durch einige Stunden Schlaf eine ganz leichte Besserung sestzustellen war, trat in den späten Nachmittagsstunden eine abermalige Störung im Kreislauf des Patienten ein.
*
Die 41. Vollversammlung der Landwirt- schaftskamm^rKassel nahm a cinge e - der Au^s -rache über die zollpolitische.i Maßnahmen der Reichsreg'.erung zum Schuhe der Landwirtschaft folgendes Telegramm an den Reichsernähru gs Minister Schiele unter großem Beifall einstimmig an: Die heute versammelte Vollversammlung der Landwirt- schaftskammer spricht dem bewährten Führer warmen Dank für unermüdliche erfolgreiche Qlrbeit zur Rettung der deutschen Landwirtschaft aus und erwartet bestes Durchhalten allen Widerständen zum Trotz für den Schuh der bäuerliche nVerelendungs- wirtschaft.
Der Erzbischof von Pisa, Kardinal Masf i, ist in der vergangenen Nacht, 73 Jahre alt, gestorben. Er trug seit 1907 den Kardinalshut und war stets für die Aussöhnung des Vatikans mit dem Staat Italien eingetreten, an deren Verwirklichung er hervorragenden Anteil hatte. Er vollzog auch im vergangenen Jahre die kirchliche Trauung des Kronprinzen von Italien mit der Prinzessin Maria von Belgien. Kardinal Masfi, der Gründer des Annunziaten-Ordens ist, hat sich ferner in der wissenschaftlichen Welt einen Namen durch Veröffentlichung zahlreicher und wertvoller physikalischer Werke gemacht.
Kunst und Wissenschaft.
Bruno Walter
Gastdirigent der Reuyorker Philharmoniker.
Mit lebhaftem Interesse wird es in der Reu- Yorker Presse begrüßt, daß nach einem soeben abgeschlossenen Abkommen Bruno Walter, der Dirigent des Gewandhausorchesters in Leipzig, für das Reuyorker Phllharmonie-Shmphonie- Orchester als Gastdirigent für die Zeit vom 14. Januar bis 28. Februar 1932 gewonnen worden ist. Für die kommende Wintersaisvn sind ferner Erich Kleiber, Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper, und Arthur To Scan in i gewonnen worden. Die Reuyorker Presse würdigt in sympathischen Artikeln die künstlerische Bedeutung Bruno Walters und knüpft an sein Gastspiel hohe Erwartungen.
Kongreß
der Deutschen ©efeüfdjaft für Innere Medizin.
Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin hält ihre 43. Tagung von Montag, 13. April, bis Donnerstag 16. April, in Wiesbaden unter dem Vorsitz des Herrn Professors o. Bergmann (Berlin) ab. Heber die Neuroregulation werden Goldstein (Berlin) und von Weizsäcker (Heidelberg) referieren. Heber Coronadurchblutung und Angina pectoris von An- rep (Kairo) und Edens (Düsseldorf). Zu einem Vortrag über dieses Thema aufgefordert ist außerdem Morawitz (Leipzig); Bürger (Osnabrück) ist zu einem Vortrag über die klinische Bedeutung des Colesterin- problems aufgefordert.
Bund angestellter Akademiker technischnaturwissen- schaftlicher Berufe.
Der Bund angeftcUter Akademiker technisch-natur« wissenschaftlicher Berufe E. V. hält seine diesjährige 12. Sprechertagung am 21. März 1931 in Berlin ab. Auf der Tagung stehen drei Hauptreferate zur Erörterung, und zwar „Wirtschaftskrise und Wirtschaftspolitik", „Das Arbeitsrecht in der Wirtschaftskrise" und „Zur Frage der gesetzlichen Neuregelung des Geheimnisschutzes".
Die vereinigten Staaten schließen sich gegen Werkstudenten ab.
Staatssekretär Doak erklärte, die zunehmende Arbeitslosigkeit werde die Aushebung von gewissen gegenseitigen Abmachungen mit ausländischen Staaten notwendig machen, auf Grund deren ausländische Werkstudenten nach Amerika kommen dürfen. umsichinJndustrieunternehmun- g e n, wo sie vorübergehend angestellt und beschäftigt werden, weiterzubilden.
Aus aller Welt.
Schwere Explosionsk^iastrophe auf einem Robbenfänger.
An Bord des Robbenfängers „W i k i n g" ereignete sich ein Explosionsunglück. In der Nähe von H o r s e - I s la n d, einer der Neufundlandküste nordöstlich vorgelagerten Insel. An Bord des Dampfers befanden sich etwa 140 Personen, von denen der größte Teil Mitglieder einer amerikanischen Filmgesellschaft sind, die in den Gisregionen an der Küste von Labrador einen P o l a r s l l in drehen wollte. Aus bisher noch unbekannter Hrsache erfolgte auf dem Robbenfänger in den Abendstunden des Sonntags eine gewaltige Explosion, durch die der Dampfer auseinandergerissen wurde. Eine zur Sprengung von Eisblöcken bestimmte D y n a m i t l a d u n g soll zu früh in die Luft gegangen fein. Eine Anzahl der gerade an Deck befindlichen Personen konnte sich trotz zum Teil schwerer Verletzungen dadurch retten, daß sie über Bord sprangen und auf dem Wege über treibende Eisschollen an die Küste gelangten.
Augenzeugen von der Horse-Jnsel berichten, daß die „Wiking" nach der Exvlosion von einer riesigen Flammensäule eingehüllt gewesen fei, was darauf schließen läßt, daß die großen an Bord befindlichen Brennstoffvorräte vor allem auch die Meirgen leicht entzündlichen Film material s Feuer gefangen hatten. Die Kleber lebenden, die die Insel More Island erreichten, vermochten infolge Erschöpfung keine zusammenhängende Auskunft zu geben, da sie acht bis zehn Merlen von Eisscholle zu Eisscholle springen mußten beim Schein des brennenden Schifsts Kapitän Kenn und 117 Mann der Besatzung sind nach vielstündigem Leiden auf dem Packeis auf Horse Island eingetroffen.
Bei Tagesanbruch wurde heute etwa fünf1 Meilen von der Küste entfernt ein kleines Fischerboot gesichtet, in dem sich sieben
Mann befanden. Von der Gesamtzahl 142Personen, die die Besatzung des Schiffes ausmacht, werden nach einer amtlichen Schätzung der Behörde n o ch 1 8 v e r m i ß t. Man hofft, daß rwch weitere Nachzügler über das Treibeis auf Horse Island eintreffen können. Der Dampfer „Deo- thic" hat in einer Entfernung von zehn Seemeilen fünf Personen auf einer Eisscholle treibend gesichtet. Der Dampfer vermag aber erst bei Tagesanbruch Hilfsmaßnahmen zu unternehmen. Die Explosion auf dem Robbenfänger scheint auf eine Unvorsichtigkeit beim Ausladen der Pulvervorräte zurückzuführen zu fein, die zu Eissprengungen gebraucht werden sollten. Ein Mann der Besatzung, der mit anderen die Aufladung des Pulvers besorgte, rauchte dabei eine Pfeife, und es ist anzunehmen, daß ein Funke von der Pfeife in die Pulvermasse übersprang, und diese zur Explosion brachte. Die Heldin des Tages ist die 16jährige Telegraphistin der Funkstation auf Horse Island, eine Miß O'Bartlett, die 24 Stunden auf ihrem Posten ausharrte, die ersten Rachrichten über die Katastrophe in die Welt hinaussandte und die Absendung von Rettungsschiffen veranlaßte.
Notlandung des Fliegers Ernst Udet in Jnnerafrika.
Der englische Flieger Campbell Black, der im Flugzeug aus England nach Nairobi zurückkehrte, berichtet, er habe beim iteberf liegen. der gefährlichen Sumpflandschaft am Nil in der^Näye von Malakal Ernst Lldet entdeckt. Dieser war während seines Fluges von Nairobi nach Europa als vermißt gemeldet, da er nicht in Chartum eingetroffen war. übet hatte wegen Brennst offmangels eine Notlandung vornehmen müssen. Der englische Flieger Black landete unter großen Schwierigkeiten und gab ilbet, bcc ohne Lebensmittel war, Biskuits und Trinkwasser, konnte ihm aber keinen Brennstoff für das Flugzeug abgeben. Black flog dann nach Juba und unterrichtete von dort die englische Flie- gerftation in Chartum, die daraufhin eine Hilfsexpedition entsandte.
Lin Lastwagenzug vom Zuge erfaßt.
Der Personenzug 71 Münster — Hamburg fuhr beim Hebergang der Provinziallandstraße Bremen—Osnabrück bei Stemshorn, Kreis Diepholz, auf einen Lastkraftwagenzug auf, der gerade die Gleise kreuzte. Der Schrünken- wärter war vorher abgelöst worden und d i s Schranke nicht geschlossen. Die Lokomotive erfaßte den Zugwagen und schleifte ihn eine Strecke von 20 Metern mit. Don den drei auf dem Wagen befindlichen Personen wurden ein Mann getötet, zwei andere schwer verletzt, die auch Brandwunden erlitten, da der Benzintank explodierte.
Sprengstofsatlenkat in Belgrad.
Vor dem im Bau befindlichen Gebäude des Ministeriums für öffentliche Arbeiten ereignete sich eine Explosion. Nachforschungen ergaben, daß ein Paket mit Sprengstoffen auf einen Hausen von Baumaterialien gelegt worben war, das dort aus unaufgeklärter Llrsache explodierte. Etwa 200 Meter davon wurde ein weiteres Paket mit Sprengstoffen aufgefunben, bas unversehrt war. Den Ermittlungen der Polizei gelang es ferner, in einer Entfernung von weiteren 100 Meter ein drittes Paket mit Sprengstoffen zu finden, das einem Sachverständigen, dem Major R e l a k o w i j zur Unier- suchung vorgelegt wurde. Dabei explodierte der Sprengstoff, so daß der Major schwere Verletzungen erlitt. Bei dem dritten Pak t wurde auch die Tasche aufgefunden, mit der die Sprengstoffe herbeigeschasft toorlen waren. Materialschaden ist nicht entstanden. Man nimmt an, daß die Täter einen Anschlag zu Demonstrationszwecken geplant hatten.
Ole Mekt-riaae
Kol
1
Val.
Lan.
Wirr'
-y
Jan Mayti
O ilMcni
DerlliK
Miet’
<3
Ä\Tj
11 tT7
mW \ o
©wolkenlos <3 neuer. ® nalt> Bedeckt. ® woikip. ® pedecki ettege^ * Schnee c> Graupeln «Mettel K Orwit'/r.©Windstille seh/ teichtr' Osi nissige» Südsüdwest q stürmische tordwesl Die Piene tlieflen mit dem tfmdt Öle Beiden Stationen stenenden Zahlen geDen die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mit gleichem auf Meeresmueau umoerechneten Luftdruck
Wettervoraussage.
Der Schwerpunkt des Hochdruckgebietes hat sich südöstlich nach Polen und den Donauländern hin verlagert. Infolgedessen drehen auch die Winde mehr nach Süden hin, und statt der seitherigen fontinen» taten Kaltluft fließen wärmere subtropische Luft- massen nach Deutschland. Der Nachtfrost Dürfte sich daher etwas abschwächen, und auch tagsüber erreichen die Temperaturen höhere Werte als seither. Das Wetter bleibt, abgesehen von einzelnen Dunstbildungen, vorerst noch heiter und trocken jedoch gewinnen mit dem langsamen Abzua des Hochs die atlantischen Tiefdruckstörungen an Raum, so daß später bei weiterer Erwärmung Bewölkung aufkommen wird.
AussichienfürDonnerstag: Stellenweise dunstig, sonst noch meist heiter und trocken, leichter Nachtfrost, tagsüber wärmer.
Aussichten für Freitag: Weitere Erwärmung und aufkommende Bewölkung wahrscheinlich.
Lufttemperaturen am 17. März: mittags 6,3 Grad Celsius, abends 0,1 Grad; am 18. März: morgens —1,5 Grad. Maximum 6,4 Grad, Minimum — 3,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. März: abends 2 Grad; am 18. März: morgens 0 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 10 Stunden.


