Volksschulen auch im französischen Sprachgebiet Elsah-LotHringens die Muttersprache auch Llnterrichtssprache. Frankreich hat diesen vernünftigen Grundsatz sofort nach der Besetzung des Landes aufgegeben und den Unterricht unter Vernachlässigung der Muttersprache der großen Mehrheit der Bevölkerung völlig auf französisch erteilen lassen. Trotz der wirtschaftlichen und geistigen Schädigung der Heranwachsenden Jugend durch diese Mechode hat sich Paris bisher nicht zu der dringend nötigen Reform entschließen können.
Das Reichskabinett berät über Schieles Agrarprogramm.
Berlin, 17. Febr. (TU.) Dos Reichskabinett erledigte heute unter dem Vorsitz des Reichskanzlers laufende Angelegenheiten und nahm den Vortrag des Reichsminjsters für Ernährung und Landwirt fchaft über das künftige Agrarprogramm entgegen, wie es in ausführlichen Besprechungen mit den berufenen Vertretern der Landwirtschaft aufgestellt worden ist. An den Vortrag schloß sich eine eingehende Generaldis- kussion an. Die Beratungen werden in den näch- chen Tagen fortgesetzt.
Zu dieser amtlichen Mitteilung erfährt die Tele- graphen-Union noch folgende Einzelheiten: Obwohl die Einwendungen gegen die Agrarvorlagen, insbesondere von: Reichswirtschaftsministerium, erheblich sind, red)ritt man doch damit, daß die Beratungen des Kabinetts sehr bald abgeschlos- s e n sein können, so daß die erste Ausschußberatung im Reichsrat bereits am Donnerstag erfolgen könnte, wobei möglicherweise Reichskanzler Brüning die einleitende Begründung geben würde. Im Falle einer Beschleunigung der Beratung im Reichsrat und der Verabschiedung der Vorlagen durch das Reichsratsplenum bis Dienstag nächster Woche könnte dann bie erfte ßefung im Reichstag bereits im Anschluß an den Haushalt des Reichsernährungsministeriums, jedoch ohne jede politische Verbindung, am Mittwoch beginnen. Die Beratungen des Reichskabinetts dürften im übrigen wesentlich unter dem Gesichtspunkt zu verstehen sein, daß zwischen dem Reichskanzler und der Grünen Front bezüglich der Agrorvorlagen bestimmte Vereinbarungen bestehen.
Die Erledigung des Etats.
Keine Lchwicrigleittn für eine Erledigung
Mitte März.
Berlin, 18. Febr (ERB.) Wie das „Berliner Tageblatt" schreibt, hat die Reichsregierung sich erfolgreich bemüht, die Etatsberatungen weiter zu fördern und zu beschleunigen, so daß man hofft, den Etat schon gegen Mitte, nicht e r st Ende März in dritter Lesung verabschieden zu können. Die Regierung hat sich vergewissert, daß sie sowohl von der Deutschen Volkspartei wie auch von den Sozialdemokraten bei der Erledigung des Etats keine unüberwindlichen Schwierigkeiten zu befürchten braucht. Die Deutsche Volks- Partei ist mit der schnellen Erledigung des Etats einverstanden, nachdem ihr die Zusage einer Sparermächtigung gemacht worden ist, die der Regierung erteilt werden soll. Die Sozialdemokratie in insofern beruhigt worden, als sie davon unterrichtet wurde, daß der Dolkspartei keine Zusagen darüber gemacht worden sind, Ersparnisse a n bestimmten Stellen, insbesondere etwa vor- nehmlich am Sozialetat durchzuführen. Die Regierung wird vielmehr selbständig prüfen, wo die Ersparnisse am zweckmäßigsten gemacht werden können. Wie das Blatt wissen will, dürfte sie habet auch nicht am Wehretat vorübergehen, während auf der anderen Seite kaum zu befürchten sei, daß die Sozialdemokraten von sich aus durch selbständige Sparanträge den Wehretat in einer y Weise beeinträchtigen würden, die den Interessen des Reiches nicht dienlich wäre.
Damaschke
Über die Arbeitslosigkeit.
Berlin, 16. Febr. (TU.) Der bekannte Bodenreformer Damaschke sprach in der Landwirtschaftlichen Hochschule über „Wege zur Ueberwindung ■ der Arbeitslosigkeit". Der Vortraaende kam zu dem Ergebnis, daß heute drei Arbeitende einen vierten ernähren müßten. Im letzten Jahre seien 44000 Selbstmorde aus Grün- den wirtschaftlicher Rot begangen worden. Die Ausschaltung der volksfremden Landarbeiter würde die Zahl der Arbeitslosen um etwa 100 000, die D e r lä n g e r u n g der Schulpflicht um etwa 200 000 und die Arbeit s st r e ck u n g um etwa 350 000 verringern. Diese Zahl von 650 000 würde gegenüber der Arbeitslosenzahl von fünf Millionen nur eine geringe Linderung bedeuten. Auch die Erlassung der Reparationsleistungen, die dringend zu fordern fei, würde keine vollkommene Lösung bringen, da die Arbeitslosen jährlich einschließlich aller Reben- und Verwaltungs- kosten etwa 4,8 Milliarden kosteten. Der Vortragende wandte sich gegen falsche und übertriebene Fürsorge, die oft zu Unrecht aus- gcnutzt werde und die Landflucht fördere. Er forderte insbesondere größere Mittel für Meliorationen, Erleichterung des Instanzenweges bei landwirüchaftlichen Siedlungen, ferner das schon vielfach Beantragte Heimstättengesetz und gesetzliche Maßnahmen zur Verhinderung von Bodenspekulationen. Ferner befürwortete erdieHerausnahmeallerJugendlichen unter 21 Jahren aus der geldlichen Fürsorge und empfahl ihre Unterbringung in Baracken der Truppenübungsplätze, wo sie z u praktischer Landarbeit ausgebildet werden könnten und im Eignungsfall später Anspruch auf eine landwirtschaftliche Heimstätte hätten. Deutsches Volk und deutsches Land müßten wieder in organische Verbindung gebracht werden. Der Redner bezeichnete die Weltwirtschastskrise als einen Uebergang der Menschheit von der Uebermechani- sierung und -technisierung zur Bodenkultur und Boden st ändigkeit und bat um weitestgehende Verbreitung dieser Idee und dieses Gedankens.
Neue deutsche Schulen in Südslawien.
Belgrad, 17. Febr. (TU) Der Unterrichtsminister hat wiederum die Errichtung von zehn deutsch en Schulen bewilligt. Zur Zeit bestehen in Südslawien 150 deutsche Schulen, in denen sich jedoch starker Lehrermangel fühlbar macht. Zwisaien den Vertretern der deutschen Minderheit und dem Unterrichtsministerium
StaatsautorM und Parlamentarismus.
Oingeldey spracht über die drängendsten Aufgaben der Politik.
Berlin, 17. Februar. (ERB.) Der Führer der Deutschen Volkspartei 2lbg. Dingeldey sprach im Rahmen der „Vereinigung für Handel und Industrie bei der Deutschen Volkspartei" über „Staatsautorität und Parlamentarismus im heutigen Deutschland". Hatz und Verachtung von draußen, so führte er aus, unerträgliche Ilmgangsformen drinnen untergraben seit einiger Zeit die Autorität des Parlamentarismus. Der Versuch einer Vermählung sozialistischer Romantik und sozialistischen Machtbewuht- seins mit einer kapitalistischen Wirtschaftswelt brächte eine verhängnisvolle Vermehrung der Krisenerscheinungen hervor. Es ist unsere Aufgabe, uns von küeser Verfälschung der parlamentarischen Aufgaben frei zu machen und damit zugleich vom Begriff des Wohlfahrtsstaates. Unter den großen Problemen steht die Tribut- frage sicherlich voran. Sie ist nicht durch Demonstration und Propaganda zu lösen, ohne daß zuvor die größte Steigerung der deutschen Exporttätigkeit das Feld bereitet. Das ist zugleich der Weg zu einer Besserung der Arbeitslosenfrage. Das starre System eines „Grabenkriegs des Wirtschaft liebens" muß möglichst im Zusammenwirken mit den G e - werkschaften beseitigt werden. Es ist erfreulich festzustellen, daß Brüning und Stegerwald wirksam bestrebt sind, die beiden Parteien des Arbeitsvertrages unter Klarlegung der Realitäten an den Verhandlungstisch zu bringen. Die Arbeitszeitverkürzung als ein Mittel zur Einschaltung neuer Menschen in den Arbeitsprozeß wird in diesem Rahmen nicht nur als bloße Wirtschastsfrage, sondern als eine Frage der Ruhe und Ordnung im Staate be- deutungsvoU. — Die Rotlage großer in» dustrieller Gemeinden un.er den Wohlfahrtslasten ist ein anderes Problem dieser Art. Eine Einwirkung des Reiches ist erforderlich, um eine tatsächliche Kontrolle der F i - nanzgebarung zu schaffen. — 3n der Tri
butfrage ist die von manchen Seiten, nicht nur von den Radikalen, empfohlene Zahlungseinstellung ein Wahnwitz. Man braucht nur auf Verkettung der Tribut- mit der Kreditfrage zu verweisen, auf die fast unvermeidbare Konsequenz einer Flucht aller kurzfristigen Gelder, die den Zusammenbruch aller mittleren und kleineren Betriebe zur Folge haben wurde. Gegenüber diesem ungangbaren Weg empfehlen sich drei Dinge: Die schon erwähnte Förderung der Exportpolitik, weiter die starke methodische Propagandatatigk.it von Regierung und Wirtschaft, um die Gleichgültigkeit im Auslande zu überwinden, und schließlich die Erkenntnis, daß eine endgültige Lösung von Amerika her nur dann kommen kann, wenn die Gewißheit geschaffen ist, daß freiwerdende Gelder nicht für neue Rüstungen verwendet werden.
Das Parlament scheint gegenüber diesen außerordentlich schweren Ausgaben schon wegen der rein zeitlichen Erfordernisse leistungsunfähig, und es wäre erwünscht, daß es gelänge, ihm das Eingeständnis einer freiwilligen, etwa einhalbjäh rigen Pause zugunsten der Regierungsarbeit abzugewinnen. Ersparnisse am Etat, über die besonders von der Deutschen Volkspartei verhandelt worden ist, erfordern eine diskrete Vorbereitung und ein schnelles Handeln im gegebenen Zeitpunkt, erfordern weiter das Vertrauen zum Reichskanzler, daß er sie zur Zeit durchführt. Die Voraussetzungen hierfür sind durchaus gegeben; die Aufgabe der Reichsregierung ist, mit Energie und Verantwor- tungsfreude ihre Maßnahmen durchzuführen. Der Redner stellte zum Schluß für die Der - fassungsresorm folgende Forderungen auf: 1. Schaffung einer Ersten Kammer, 2. Stärkung der Stellung des Reichspräsidenten und der Reichsregieruirg; 3. Heraufsetzung des Wahlalters.
finden daher Verhandlungen statt, um dem Uebel- ftanb abzuhelfen. Zur Besetzung der Lehrerstellen sind nach Durchführung des deutschen Schulprogramms ungefähr lOOOLehrer nötig. Die deutsche Lehrerbildungsanstalt in Südslawien, die erst im Herbst errichtet wird, könnte erst in zehn Jahren diese Zahl von Lehrern liefern. In deutschen Kreisen wird daher der Gedanke erwogen, das Unterrichtsministerium zu ersuchen, in der Zwischenzeit Lehrer ausdem Deutschen Reich zum Unterricht in den deutschen Schulen zuzulassen.
Die Entpolitisierung der Schule.
Tas wiirttembergische Kultusministerium verbietet die öffentliche politische
Betätigung von Sck ülern.
Stuttgart, 17. Febr. (WTB.) Der Staatsanzeiger veröffentlicht eine Verordnung des württembergischen Kultusministeriums über die Aufrechterhaltung der Schulzucht, die die parteipolitische ^Betätigung der Schüler untersagt. Verboten wird jede parteipolitische Betätigung in der Schule, bei Hochschulveranstaltungen oder bei Veranstaltungen für Schüler sowie die Zugehörigkeit der Schüler zu den 3u g e n d g r u p p e n politischer Vereinigungen. Den Schülern ist es ferner untersagt, an Umzügen und sonstigen öffentlichen Veranstaltungen unter freiem Himmel teilzunehmen, die von politischen Parteien oder ihren Jugendgruppen veranstaltet werden oder an denen sich solche betätigen. Im Bereich der Schulen dürfen Druckschriften, Einladungen, Ankündigungen usw., die sich auf politische Parteien und parteipolitische Veranstaltungen beziehen, in feiner Weise verbreite t werden. Das Tragen von Abzeichen aller Art mit Ausnahme der etwa eingeführten Klassenmütze ist in der Schule und bei Schul- veranstaltungen verboten.
Das Volksbegehren des Stahlhelms.
Der neue Antrag mit 42 000 Unterschriften eingereicht
Berlin, 17. Febr. (T.H) Der 1. Dundesführer des Stahlhelms hat am Dienstagabend zurEin- leitung des Volksbegehrens auf Auflösung des Preußischen Landtages eine Sammlung von 42 207 Unterschriften mit folgendem Schreiben an den Preußischen Minister deS Innern gesandt:
„Es steht außer allem Zweifel, daß der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, weit über 100000 stimmberechtigte preußische Mi tglieder hat, die geschlossen hinter der Dundesführung und ihren Beschlüssen stehen. Bei einer sachlichen Auslegung und Handhabung des Gesetzes hätte also an sich unserem Anträge vom 1. d. M. ohne weiteres statt gegeben werden müssen. Gleichwohl überreiche ich in Ergänzung des am 1. d. M gestellten Antrages in den Anlagen eine Zusammenstellung der vom Stahlhelm allein in Brandenburg und Berlin gesammelten, von 42 207 Stimmberechtigten unterschriebenen und von den Gemeindebehörden bestätigten 2257 Zulassungsanträge.
Sollte nach Ihrer Ansicht ein neuer Antrag notwendig fein, so wird dieser Antrag vorsorglich hiermit schon jetzt gemäß Anlage gestellt. (Gez.) Seldte, Fabrikbesitzer und
1. Dundesführer des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, Magdeburg, Duvigneaustr. 4.
Goebbels über die Haltung der Rationalsozialisten.
Dortmund, 18. Febr. (ERB.) Die Rationalsozialistische Partei hielt in der Westfalen- Halle eine Kundgebung ab, in der der Reichstagsabgeordnete Dr. Goebbels ausführte, es sei eine eitle Hoffnung, wenn die anderen Parteien glaubten, daß die Rationalsozialisten eines Tages wieder klein beigeben und in den Reichstag zurückkehren würden. Dies würden sie erst tun, wenn sie eine noch größere Masse des
Volkswillens hinter sich gebracht hätten und dadurch das jetzige System auf legalem Wege verdrängen und sich allein an die Macht setzen könnten. Wenn man sage, die Rationalsozialisten könnten nur kritisieren, so mühten sie ihrerseits dem entgegenhalten, daß die Kritik dwS gute Recht jeder Widerstandsbewegung sei. Wenn das jetzige System an die Nationalsozialisten herantrete mit der Forderung, es besser zu machen, so könnten sie nur antworten: Gebt uns die Macht! Denn Politik könne man immer nur mit der Macht betreiben, da die Macht das Instrument der Politik sei. Wenn man uns jetzt verantwortungslos nennt, fuhr Dr. Goebbels fort, so müssen wir sagen, daß wir keine Verantwortung dem jetzigen System gegenüber kennen. Wir haben nur Verantwortung vor dem deutschen Volke, zu dem wir jetzt wieder zurückgekehrt sind.
Gandhi beim Vizekönig.
Befriedigendes Ergebnis einer vierstündigen Unterredung.
L o n d o n, 17. Febr. (TU.) Am Dienstagnachmittag fand die mit großem Interesse erwartete erste Unterredung zwischen dem Vizekönig von Indien, Lord Irwin, und Gandhi in Reudelhi statt. Sie dauerte vier Stunden. Dite Unterredung begann um 14.30 Uhr. Erst um 17 Uhr ließ der Vizekönig Tee kommen. Rach dem Tee scheint die Besprechung, die bis dahin allgemeinen Charakter gehabt hatte, sich auf bestimmte Einzelfragen gerichtet zu haben, älm 18.10 Ähr verabschiedete sich der Vize- könig von Gandhi mit einem „Gute Rächt". Gandhi, der einen heiteren Eindruck machte, sagte, die Unterredung werde morgen fortgesetzt werden, aber, fügte er scherzend hinzu, wenn es noch lange dauern sollte, dann toetibe er verhungern. (Der Mahatma nimmt nach Sonnenuntergang niemals Speise zu sich.) Immerhin traf ein Auto noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang vor dem Hause ein, wo Gandhi gegenwärtig wohnt. Der allgemeine Eindruck ist, daß die Besprechungen einen guten Anfang genommen haben und daß Hoffnungen bestehen, daß der Geist gegenseitiger Zugeständnisse auch morgen vorherrschen toirb.
Kleine politische Rachrichten.
Don zuständiger Seite erfahren wir, daß von einer Zuspitzung der Verhandlungen zwischen Preußen und der Evangelischen Kirche im Augenblick nicht gesprochen werden kann. Man erwartet, daß die Verhandlungen in absehbarer Zeit zu einem gutenEnde gelangen werden. Es ist gelungen, die vorhanden gewesenen Gegensätze in den Auffassungen der beiden verhandelnden Parteien zu überbrücken.
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Der Berliner Magistrat hat an sämtliche Kämmereibetriebe und an die Dezirksver- toaltungcn einen Erlaß herausgegeben, nach dem im neuen Erlaß weitere Einsparungen inHöhevonsünf Prozent gemacht werden müssen. Soweit irgend möglich, sollen die Einsparungen an den Sachkosten und nur, wo es unbedingt notwendig ist, an den Personalkosten, vorgenommen werden. Man hat jedoch vorsorglich Kündigungen von fünf Prozent der städtischen Angestellten zum 31. März ausgesprochen. Davon werden schätzungsweise 700 städtische Angestellte betroffen.
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Der 2Ibg. 5)r. Wendthausen, der in der vergangenen Woche mit drei anderen Abgeordneten der Bauernpartei den Auszug der Deutschnationalen und der Nationalsozialisten aus dem Reichstag mitgemacht hat, ist zu den Nationalsozialisten übergetreten.
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Der italienische Lustfahrminister General B a l b o und seine Flieger ließen auf ihrem Rückweg von Brasilien ihren Dampfer in Las Palmas anlaufen, um den Do. X zu besichtigen und dessen Besatzung zu begrüßen. Anschließend fand ein großer Empfang im Rathause statt, bei welcher Balbo zum Ausdruck brachte, daß er Las Palmas nur aus dem Grunde angelaufen hätte, um das gewaltige Entwicklungswerk auf feiner ersten Atlantiketappe
zu begrüßen. Er sähe ungeachtet des geringfügigen Schadens für Do. X mit großer Zuversicht in die Zukunft.
Aus aller Welt.
Das neue Fahrlenprogromm des Luftschiffes „Graf Zeppelin".
Wie der Luftschiffbau «Zeppelin GmbH, mitteilt; wird der Fährbetrieb mit dem Luftschiff „Graf Zeppelin" gegen Ende März wieder a u f gelt o m m e n werden. Es sind an größeren Fahrten für Ende April eine Fahrt nach Aegypten mit Zwischenlandung in Kairo und eine Rundfahrt über Aegypten und Palästina (Jerusalem) von etwa 12 Stunden, daran anschließend eine zweite Landung in Kairo und Rückfahrt entweder über Griechenland mit Postabgabe und -aufnahme in Athen oder über Istanbul und das Schwarze Meer oder über die Adria und den Karst geplant. Ferner sind geplant eine Fahrt nach Sevilla, von Sevilla aus eine Rundfahrt in Spanien, von etwa 36 Stunden Dauer. Die Passagiere, die diese Rundfahrt nicht mitmachen, haben einen zweitägigen Aufenthalt in Sevilla, währenddessen Ausflüge nach Granada und der Alhambra geplant sind.
Ein deutscher Arachldampfer in Brand.
Am Dienstagabend flog der IZOOEonnen große deutsche Dampfer „Leander", der sich mit einer Ladung Stückgut, darunter Del und Benzin, auf der Fahrt von Bremen nach Riga befand, bei Domenaes in die Luft. Auf dem Dampfer war aus unbekannter Ursache ein Brand entstanden. Es kam zu vier gewaltigen Explosionen. Eine Stichflamme erreichte die Höhe von etwa 100 Meter. Der Dampfer sandte sofort 8O8-Rufe aus, die in Riga, Libau und Windau aufgefangen wurden. Ein Windauer Dergunas- dampser lief sofort aus, um dem Dampfer Hufe zu leisten. Der 18köpfigen Besatzung gelang es nur mit knapper Rot, dem Feuertode zu entrinnen. Das Zuwasserlassen eines Rettungsbootes war wegen der Eisverhältnisse nicht möglich. Die Mannschaft sah sich daher gratoungen, auf das den D am Pf er umgebende Eis zu springen. Sie hatte feine Zeit mehr, sich anzuziehen. Rach einer schwierigen Eiswanderung haben die 18 Mann zum Teil barfuß die K ü ste erreicht. Der Dampfer ist sofort nach der Explosion gesunken.
Große Ueberschwemmung in Griechenland.
Wie aus Saloniki berichtet wird, ist infolge des letzten Unwetters der Fluß Mesta aus den Ufern getreten und hat weite Gebiete überschwemmt. Der größte Teil der Viehbestände wurde vernichtet. Vier Bauern sind ertrunken.
Drei Kinder verbrannt.
3n Kawalla (Griechenland) brannte ein Re-» ft aut an t vollständig nieder, in dem eine große Menge Benzin auf bewahrt wurde. 3n den Flammen kamen die drei Kinder des Restaurantinhabers um. Die verzweifelten Eltern, die mehrere Rettungsversuche unternahmen, mußten mit schweren Brandwunden ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Zwei- Schüler auf dem Life eingebrochen und ertrunken.
Beim Spielen auf dem Eise eines Teiches brach in Bottrop der zehnjährige Josef Piontek plötzlich ein und versank. Sein elfjähriger Bruder Felix sprang kurz entschlossen hinterher, um ihn zu retten, ertrank aber gleichfalls. Die Leichen der Knaben wurden durch die Feuerwehr und das Ueberfallkommando geborgen.
Rembrandts „Anatomischer Unterricht" schwer beschädigt.
Auf das berühmte Rembrandt-Gemälde „Anatomischer Unterricht", das im Amsterdamer Reichsmuseum hängt, ist ein Anschlag verübt worden. Ein Marrn im Alter von etwa 30 Jahren, anscheinend ein Handwerker, wurde dabei betroffen, wie er sich mit einem Beil an dem Gemälde zu schaffen machte. Es stellte sich heraus, daß das Bild an fünf Stellen schwer beschädigt war. Einer der Schnitte war 30 Zentimeter tief. Der Täter, ein Holländer, wurde der Polizei zugeführt. Heber seine Person und Über das Motiv der Tat besteht noch völlige Unklarheit, da der Täter bisher jede Aussage verweigert hat. Hm die Absicht eines Diebstahls scheint es sich nicht zu handeln.
Ein Riesen-Meteor in Afrika entdeckt.
Der südafrikanische Landmesser Rott hat zwischen dem Tanganyika- und Ry- assa-See den größten Meteor entdeckt, der bisher in Afrika gesunden wurde. Der Meteor ist eine feste Waffe aus Rickeleisen und hat eine Länge von etwa 4,5 Meter und einen Durch- meffer von 1,2 Meter. Er hat sich ungefähr einen Meter tief in den Erdboden eingegraben. Die meteorologische Abteilung der Witwatersand- Untoerfität wird weitere Analysen vornehmen, man glaubt, daß Rickeleisen und Chrom die hauptsächlichsten Bestandteile des Meteors sind. Der Landmesser hielt seine Entdeckung geheim und ließ sich sofort von der nächsten Regierungsstation die Bergwerksrechte für die dortige Gegend geben.
Ein Dechselfälfcher-üonforklum von der Berliner Kriminalpolizei gefaßt.
Eine bereits vor einigen Wochen besprochene Angelegenheit von Wechselfälschungen in Höhe von 1,5 Millionen Mark konnte jetzt restlos aufgeklärt werden. Im ganzen sind sieben Personen fe ft genommen worden. Das Konsortium hatte zunächst eine Liste mit 93 In- oustriegroßfirmen angefertigt, deren Namen als Giranten und Akzeptanten auf den noch anzufertigenden Wechseln erscheinen sollten. Geplant war, Wechsel in einer Höhe von insgesamt 1,5 Millionen Mark zu fälschen finb in Umlauf zu setzen. Um aber zunächst einmal bas erforberliche Betriebskapital in bie Finger zu bekommen, waren zunächst zwei Wechsel über 10 000 unb 21 000 Mark angefertigt worden, die man bei verschiedenen Berliner Großbanken loszuwerden versuchte. Aber diese schöpften Verdachr, und dadurch wurde bie Spur auf bie Fälscher gelenkt.
Der falsche Handelsattache.
Durch die Haager Polizei wurde ein internationaler Betrüger entlarvt und festgenommen. Der Betrüger, der vorgegeben hatte, Dr. Rie- deh zu heißen und Handelsattache bei der deutschen Botschaft in Paris zu sein, hatte versucht, eine Juwelierfirma im Haag um Kostbarkeiten im Werte von 7500 Gulden zu schädigen. Der angebliche Riedeh, der in Wirklichkeit ein 29jähriger Oesterreicher aus Wien ist, trat sehr dreist auf und brachte selbst einen von dem mißtrauisch gewordenen Juwelier verständigten Kriminalkommiffar einen
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• 3m ötadtze ausdemKreu Dem MarilM W gestern u unb er wuchs dem Abend ' schränkte sich 1 los aus die eine Anzahl § der verschiede, mung den ziehen sehen. 9 deren instrume nicht den Anss einigermaßen weniger einer anstaiteie an Promenade^, Paule das t übrigen sorgt zen Karneval „Rennbahn" eine andere merkbar ma Johlen und Auch eine ■ einzigen Sefl Ser ncugieri wpah. 3m ü weiterer furit micrung bie n eiet Die Hai wieder in aus, einer Konsettis gestern kaum e Seit betrachtet Sah die We vssenttichen 5 so stark wie stärker war, i auch die Ork einen Rückgc gEe Teil! ^Zivilisten" dienstags wa tung, des K des Landgenct mittag geschlo, den (Jinaiuai der Reichsbah liche Werktag, Die letzten l'ch tn der »er E Die bekan
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