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Rudolf Stammler.
Geheimrat Professor D. Dr. Rudolf Stammler, der hervorragende Rechtsgelchrte der Berliner Uni« versität, feiert am 19. Februar feinen 75. Geburtstag. Stammler ist geborener Alsfelder, er hat in Gießen von 1874 bis 1877 studiert. 1884 wurde er hier auch Ordinarius, lieber Halle kam der Gelehrte 1915 nach Berlin Stammlers Lebensarbeit galt der Rechts- Wissenschaft, deren tiefsten philosophischen Problemen er sich zuwandte, nachdem er feine früheren Schriften vornehmlich der Methodik des juristischen Unterrichts gewidmet hatte.
" Einführuhg von .Abrechnungsbescheiden-'. Wir lesen in den von ©teuer- syndikus Herrn. Will zu Gießen herausaegebe- nen „ Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Rr. 4) folgendes: Richt selten bestehen zwischen dem Steuerpflichtigen und dem Finanzamt Meinungsverschiedenheiten darüber, ob eine Steuer- Aahlungspflicht erloschen ist. Rach einem durch Die neue Rotverordnung in die Reichsabgabenordnung neu eingefügten § 103a hat in derartigen Fällen das Finanzamt dem Steuerpslichtigen auf Antrag einen schriftlichen „ Abrechn ungs- befcheid" zu erteilen. Dieser Bescheid wird als Steuerbescheid im Sinne der Aeichsabgabenord- nung nicht anzusehen fein, da es sich nicht um die erstmalige Anforderung einer Steuer handelt (§ 220 RAO.). Einwendungen werden daher nur im Wege der Beschwerde erhoben werden können.
*• 40 2ahre bei der Reichsbahn. Der Reichsbahnsekretär Eberhard Schmidt konnte heute aus eine 40jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden ihm vom Dienststellenleiter, Amtmann Dörr, Glückwunschschreiben des Reichspräsidenten, des Generaldirektors der Reichsbahngesellschast und des Präsidenten der Reichsbahndirektion Frankfurt überreicht. 3m Anschluß daran würdigte Amtmann Dörr die Derdienste des treuen Beamten im Lause seiner 40jährigen Tätigkeit. Der Jubilar, der heute im 56. Lebensjahre steht, kam mit 16 Jahren zur Reichsbahn. Seit 28 Jahren wirkt et am Gießener Bahnhof.
** Gebäudeabbruch. Das durch Tausch in den Besitz der Stadt übergegangene Wellersche Gebäude in der Wetzsteingasse 13 wird seiner baulichen Mängel wegen niebergelegt. Mit diesem Gebäude fällt zugleich ein Verkehrshindernis, denn das Haus ragte nicht nur über die Straßenflucht hinaus, sondern behinderte auch die Bewegungsfreiheit auf dem Bürgersteig und der Fahrbahn. Durch diese Niederlegung ergibt sich eine wesentlich bessere Uebersicht über die Wetzsteingasse und Wetzsteinstraße. Zur weiteren Verbesseruna der Verhältnisse wäre auch eine Regelung am Ausgang der Kirchstraße wünschenswert.
Die Llnterschlagung von Kirchensteuern in Frankfurt.
Weitere Verfehlungen aufgedeckt.
WSR. 5 r a n t f u rt a. M., 17. Februar. Die genaue Nachprüfung der Kirchen st euer- b ü ch e r der Frankfurter evangelischen Landeskirche, die durch die Unterschlagungen des Kaufmanns Friedrich Hagel in den Jahren 1924 bis 1929 veranlaßt wurde, hat ergeben, daß Ragel auch im Jahre 1930 weitere Kirchensteuerbeträge unterschl agen hat, so daß sich die Summe des unterschlagenen Betrages von 136 700 Mark noch beträchtlich erhöht. Die Höhe der weiter unterschlagenen Gelder kann aber noch nicht angegeben werden.
Die weiteren Unterschlagungen Ragels nach dem 3ahre 1929, nachdem also bereits eine schärfere Kontrolle ixt Geldeingänge erfolgte, waren dadurch möglich, daß Ragel gcg:nüber früher eine neue Methode der Unterschlagung anwandte. Er ließ nämlich die Belege über die Eingänge von Kirchensteuergeldern mit dem letzten Tage eines Quartals abschliehen, während die Beträge von den einzelnen Steuerzahlstelten für dieses Quartal auch noch einige Tage nach dem Quartalsende einliefen. Diese Beträge hat Ragel dann unterschlagen und die Listen, die für die nachträglich einlaufenden Beträge angelegt wurden, später vernichtet.
Das Nachspiel in der Stadtsynode.
Die Vereinigte Stadtsynode der Evangelischen Landeskirche Frankfurt a. M. trat heute abend zu einer außerordentlichen Tagung zusammen, um einen Bericht über die Unterschlagungen des Kaufmanns Nagel, des bisherigen Vorsitzenden des Kirchensteuerausschusses, entgegenzunehmen. Die Versammlung, die außerordenllich stark besucht war, nahm mit großer Erregung Kenntnis von weiteren Unterfd)lag ungen Nagels im Jahre 1930, die die Nachprüfungen der Bücher jetzt ergeben haben. Hierauf teilte der Vorsitzende der Synode, Oberlandesgerichtsrat P f i tz n e r, mit, daß er sein Amt als Borsitzender niederlege:
die Untersuchung der Vorgänge im Falle Nagel habe zwar ergeben, daß den Gesamtvorstand der Stadtsynode keinerlei Schuld treffe, sondern daß vielmehr die Organisation der Kirche, die zu sparsam und vertrauensselig ausgezogen gewesen sei, die Verfehlungen Nagels ermöglicht bade: trotzdem könne er aus prinzipiellen Gründen sein Amt nicht weiter ausüben. In der lebhaften Aussprache wurde dem seitherigen Vorstand z. T. eine Schuld zugesprochen, teilweise wurde die Vertrauensseligkeit zu der Amtsführung Nagels bedauert. Zum Ausgleich der Schäden wurde anheimgestellt, der geschädigten Kirche mit einem freiwilligen außerordentlichen Opfer zur Seite zu treten. Verlangt wurde eine vollständige Neuorganisation der kirchlichen Verwaltung und eine Trennung von Kasse und Buchhaltung. Zum neuen Vorsitzenden wurde der Stadtkassendirektor Blum gewählt und der weitere Vorstand im übrigen in seiner bisherigen Zusammensetzung im Amte bestätigt. Der neue Vorsitzende nahm sein Amt an und versprach, für eine Reorganisation der Verwaltung zu sorgen.
Blutige Kommunistenkrawalle in Marburg.
Warburg, 17. Fcbr. (5A1.) Am Montag- abend kam es in einer Nationalsozialistischen Bersammlung int Stadtsaal zu schweren Zusammenstößen. 3m Saale anwesende Kommunisten machten solchen Lärm, daß der Redner nicht zu Worte kommen konnte. Es entstand eine große Schlägerei, bei der Messer und Stuhlbeine als Wasfe dienten. Die Polizei entfernte die Kommunisten aus dem S^ il. Diese zogen lärmend durch die Stadt, drangen in eine Erwcrbs- losenspeiseanstalt ein und holten die Erwerbslosen heraus. Zwei Schwer- und acht Leichtverletzte wurden festgestellt.
Oer Schraubenschlucker.
WSR. Frankfurt a.M., 17. Febr. Der 26- jährige Maler Wilhelm Häusler, der 22 Fahrraddiebstähle beging, wurde vom Kleinen Schöffengericht zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. 3n der ^Intersuchungshast hatte der Angeklagte nicht weniger als 18 Schrauben von der Ture usw. gelöst und verschluckt in der Hoffnung, nun ins Krankenhaus xu kommen und dort Gelegenheit zur Flucht zu erhalten. Aber er hatte die Rechnung ohne Vie Diät bc Handlung gemacht, die jetzt bei ihm Platz griff, und siehe, es gelang, ohne Operation die Schrauben aus seinem Körper zu entfernen.
Oie Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Die gestern über der Rordfee gelegene Störung hat sich wesentlich abgeflacht und weiter südwärts nach Südfrankreich hinbewegt. Ein kleiner Wirbel lag heute morgen über unserem Bezirk und hat uns in der letzten Rächt starken Schneefall gebracht. 3m Rorden hat sich eine Hochdruckbrücke herausgebildet, die sich von den britischen 3nseln in nordöstlicher Richtung nach dem Kerngebiet über Skandinavien erstreckt, worin Barometerstände über 770 Millimeter herrschen. Die daraus ausfliehenden Kaltlustmassen werden vorerst bestimmend für unser Wetter fein, so daß die Temperaturen wieder vielfach unter den Gefrierpunkt xu liegen kommen. Mit dem Auftreten vereinzelter Schneefälle ist dabei noch zu rechnen.
Aussichten für Donnerstag: Reblig- bewölkt, vorübergehend auch aufklarend, Temperaturen um den Gefrierpunkt, nachts Frost, vereinzelte Schneefälle.
Lufttemperaturen: Am 17. Februar, mittags, 2,7 Grad Celsius, abends 0,5 Grad Celsius: am 18. Februar: morgens — 0,4 Grad Celsius. Maximum 3.1 Grad Celsius, Minimum — 0,7 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 23/t Stunden. Riederschläge 3,6 Millimeter. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: Am 17. Februar, abends, 0,2 Grad Celsius, am 18. Februar, morgens, 0,2 Grad Celsius.
Amtliche Dintersporlnachrichten.
Vogelsberg, Hoherodskopf: Witterung bedeckt, — 5 Grad, 120 cm Schnee, davon 20 cm Neuschnee, Pulverschnee: Ski und Rodeln sehr gut.
Augenblick dadurch in Verwirrung, daß er ihm einen angeblich von dem deutschen Botschafter in Paris v.Hoesch unterzeichneten offiziellen Ausweis vvrzeigte. Rach Rücksprache mit der deutschen Gesandtschaft im Haag ergab sich jedoch, daß die Unterschrift zwar gut nach- «ahmt war, daß das Dokument jedoch gefälscht war, da die Unterschrift „v. Hoesch" (outete, während der deutsche Botschafter in Paris stets mit seinem vollen Ra men Leo- vold v. Hoesch zu unterzeichnen pflegt. AIS die Polizei ferner bei dem angeblichen Dr. Rio detz noch zwei gefälschte Pässe und zwar «nen österreichischen und einen tschechoslowakischen vorfand, legte der Verhaftete endlich ein ^ständnis ab. Er machte der Haager Polizei sogar ein Kompliment darüber, daß ihr die Aufdeckung seines Betruges so schnell gelungen fee, während ihm angeblich die gleichen Tricks m anderen Ländern wiederholt gegluckt leien.
Aus der provinualdaupistadt
G i e ß e n. den 18. Februar 1931.
Faschings-Ausklang.
Die gegenwärtige Rotzeit kam auch im F a - schingstreiben zum Ausdruck. 3m Gegensatz ■u früheren Jahren hatte diesmal eine Anzahl Vereine auf die Veranstaltung von Maskenbällen verzichtet, die Gießener Karnevalgesellschaft trat i der Haupt nicht in Erscheinung, die Zahl der Kappenabende ging merklich zurück und auch im Stcaßenbild der beiden letzten Faschingstage war am Rosenmontag kaum etwas von Masken zu sehen, während der gestrige FaschingSdienStag ebenfalls nichts besonderes im Masken treiben brachte.
3m Stadtzentrum, besonders im Seltersweg, auf dem Kreuzplatz, in der Mausbura und auf dem Marktplatz, teilweise auch in der Schulstraße war gestern nachmittag der Verkehr sehr lebhaft, und er wuchs immer stärker an, je mehr die Zeit dem Abend entgegenging. Am Rachmittag beschränkte sich das Maskentreiben fast ausnahmslos auf die 3ugend, erst gegen Abend konnte man eine Anzahl erwachsene junge Leute kostümiert in der verschiedensten Art in froher Faschingsstim- irung den Gießener Bummel hinaus- und herab- ziehen sehen. Eine improvisierte Karnevalskapelle, deren instrumentale 11 ebercinft immun g allerdings -richt den Ansprüchen eines musikalisch auch nur einigermaßen anspruchsvollen Gehörs und noch weniger einer zünftigen Kritik entsprach, veranstaltete an mehreren Straßenecken kostenfreie Promenadenkonzerte, bei denen besonders die Pauke das beherrschende 3nstrument war. 3m adrigen sorgte diese Garde Sr. Tollität des Prin- ,z,en Karneval für musikalischen Klimbim auf der „Rennbahn" im Seltersweg, wobei sich auch noch eine andere Musikbande in edlem Wettstreite bemerkbar machte und als Umrahmung allerlei Zohlen und frohes Geschrei die Straße füllte. Auch eine Anzahl „Meistersinger" mit ihrem einzigen Text „die Bäume schlagen aus" machten der neugierigen Menge der „Zivilisten" viel Spaß. 3m übrigen gab es eine ganze Anzahl weiterer kurioser Typen zu sehen, deren Kostümierung die merkwürdigsten Gedankengänge »erriet. Die Rarrenpritsche regierte auch diesmal ! wieder in ausgiebigem Maße, dagegen war von einer Konfettischlacht, wie man sie früher erlebte, gestern kaum etwas zu bemerken. 3n der Gesamt- iteit betrachtet kann der Zeitchronist vermerken, daß die Menschenmenge in den Straßen des öffentlichen Faschingstreibens gestern mindestens 'o stark wie früher, vielleicht sogar noch etwas stärker war, daß aber die Zahl der Masken und auch die Originalität des Aufzuges gegen früher einen Rückgang aufzuweifen hatte, der weitaus größte Teil der Fafd)ingsbummler eben nur aus
Zivilisten" bestand. Anläßlich des Faschingsdienstags waren die Bureaus der Stadtverwal- mng. des Kreisamts, der Provinzialdirektion, i des Landgerichts und des Amtsgerichts am Rach- inittag geschlossen, während bei den Reichsbehör- den (Finarrzamt und Versorgungsamt) und bei der Reichsbahn, sowie bei der Reichspost der üb-
: liebe Werktagsdienst durch geführt wurde.
Die letzten Ausklänge des Faschings spielten '* sich in der verflossenen Rächt in den Gaststätten ub. Die bekanntesten Lokale, Hotels und Cafes irn Stadtzentrum, mußten gestern schon vor 21 Uhr wegen Hebcrfüliung der Gasträume ihre Türen schließen. 3m Verlaufe der Rächt trat dann mehrfach eine „Umgruppierung" ein, nach deren Durchführung die Türen wieder geschlossen werden mußten, um eine allzu große Heber- fLllung zu verhüten. Wie man uns berichtet — aus eigener Kenntnis der Dinge können wir hier | nicht sprechen— soll der Betrieb bis in die frühen 1 Morgenstunden hinein bei Musik, Tanz und Ge- | sang sehr flott im Gange gewesen sein. Die durch das festliche Treiben erhitzten Gemüter i werden heute früh beim Heimmarsch aber schon unmittelbar nach dem Verlassen der Lokale eine gehörige Abkühlung empfangen haben, denn überraschenderweise hatte im Laufe der Rächt der Dinier wieder seinen Einzug gehalten und uns > einen sehr starken Schneefall gebracht, dessen leuchtendes Weiß vielleicht auch manchem stark verkaterten Faschingskopf die graue Farbe des Aschermittwochs etwas weniger trifte gezeigt Öabcm mag.
Als erfreuliche Bilanz des Faschingstrubels vom gestrigen Tage und der letzten Rächt ist noch Die Tatsache zu registrieren, daß weder die Polizei, noch die Sanitätskolonne Anlaß zur Betätigung fand.
Taten iür Donnerstag, 19. Februar
Sonnenaufgang: 7.08 Uhr, Sonnenuntergang: 17.21 Uhr. — Mondaufgang: 8.03 Uhr, Mond- untergang: 1929 Uhr.
1473: der Astronom Rikolaus Kopernikus in Thom geboren. — 1731: Frau Rat Goethe in Frankfurt a. M. geboren.
Preisaufgaben her Universität Gießen für das Jahr 1931/32.
Von der Pressestelle der Landesuniversität wird mitgeteilt:
Für das Jahr 1931/32 werden folgende Preis- a u f g a b e n gestellt:
Don der Theologischen Fakultät:
1. Für den akademischen Preis: Der Bcariff „Sünde" im griechilchcn Alten Testament. (Eine Untersuchung zur Entfaltung von Frömmigkeit und Sittlichkeit im Hellenistischen Judentum.)
2. Für den Leydheckerpreis: Das neue Verständnis von Mission in der evangelischen Missionsliteratur der Nachkriegszeit.
Von der Juristischen Fakultät:
Die Förderung der Prozeßbejchleunigung und die Bekämpfung der Prozcßverschleppung in geschichtlicher und rechtsvergleichender Dar- stellung
Von der Medizinischen Fakultät: Untersuchungen über die klinische Bedeutung der Harnsarbstoffe.
Von der Veterinärmedizinischen Fakultät:
Die neueren Verfahren zum Nachweis der „offenen Tuberkulose" des Rindes sollen einer vergleichenden Prüfung und kritischen Beurteilung unterzogen werden.
Wenn Ihre
Empfehlungsanzeige
in der Freitags- oder in de> Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattunß
werben soll
dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der beschäftsstelle aut
Von der Philosophischen Fakultät:
1. Aus dem Gebiet der griechischen Philologie: Sprache und Stil der Jamata von Epidauros.
2 Aus dem Gebiet der Archäologie: Welche Werke können wir auf Grund des von Amelung rekonstruierten myronischen Athleten Myron zuschreiben oder nehmen, und was ergibt sich daraus für unsere Kenntnis Myrons und der griechischen Kunst um 450 v. Ehr ?
3. Aus dem Gebiet der Alten Geschichte: Politik und Staatsgedanke in Augustus' autobiographi- schen Schriften und in der Augusteischen Dich- tung.
4. Aus dem Gebiet der Physik: Quantitative Untersuchung der Uneinheitlichkeit der Geschwin- digkeitsoerluste von Elektronenstrahlen beim Durchgang durch Materie.
5. Aus dem Gebiet der Chemie: Sind aliphatische Ketone imstande, Alikalimetalle zu addieren, d. h. Metallketyle zu bilden?
Wer sich um einen Preis bewirbt, muß mindestens in einem der beiden auf die Stellung der Aufgabe folgenden Semester an der Universität Gießen immatrikuliert gewesen sein.
Jede Bewerbungsschrift darf nur einen Verfasser haben.
Die Bewerbungsschrift ist in der Sprache abzufassen, in der die Ausgabe gestellt ist. Auf dem Titel ist ein Kennwort anzubringen.
Die Bewerbungsschrift ist vor dem 1. April 1932 einzusenden unter Beifügung eines verschlossenen, mit dem Kennwort der Arbeit versehenen Briefumschlags, der die Aufgabe des Verfassers und seine Adresse enthält. Die Sendung ist an die Fakultät zu richten.
Beim Iahresfest der Universität am l.Juli 1932 verliest der Rektor die Urteile und verkündigt die Namen der preisgekrönten Bewerber.
Piornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater Gießen: „Marius ahoi": von 20 bis 22.30 Ufjr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße „Der Weg nach Rio".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 llljr, als Abonnementsvorstellung für Dienstag das Volksstück „Marius ahoil" von Marcel Pagnol unter der Spielleitung von 3ntendant Dr. Prasch. — Rächste Erstaufführung am Freitag, ein Werk Molicres: „Der Misanthrop" in einer freien Bearbeitung von Walther Bäuerle, der auch die Spielleitung hat.
— Der Goethe-Bund hat, wie man uns schreibt, zu seinem vierten Dichterabend den hervorragenden Dichter Edwin Erich D w i n g e r zu einer Vorlesung aus seinem großen Kriegsbuche „Zwischen Weiß und Rot" nach Gießen verpflichten können. Dwinger ist der Verfasser der Werke „Die Armee hinter Stacheldraht' und „Zwischen Weiß und Rot". Das Kriegsschicksal und Kriegserlcbnis dieses Dichters während seiner zwölfjährigen Kriegsgefangenschaft in Ruh- stand, das ihn Zeugen eines der größten und ent- fcheidungsvollsten Geschehnisses der Weltgeschichte werden ließ, steht in seiner Art einzig da. Von der auswärtigen Presse werden die Vortragsabende dieses Dichters als eines der stärksten literarischen und kulturellen Ereignisse dieses Vortragswinters bezeichnet Der Goethe-Bund wird mit dieser Veranstaltung den Gießener Literatur- freunden etwas Besonderes bieten. (Siche heutige Anzeige.)
— Sie Hausfrauen-Beratung veranstaltet am morgigen Donnerstagabend im „Andres" einen Vortrag über zeitgemäße Ernährung. Vortragender ist Dr. med. Malech. Zu der Vevanstaltung haben auch Gäste Zutritt. (Siehe gestrige Anzeige.)


