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FRIIW
Nachdruck verboten.
10. Fortsetzung.
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Elsbeth von dem gefährlichen Gesprächsthema abgelenkt wurde.
Dr. Kröger, in feiner Hagerkeit im Badeanzug keine sonderlich vorteilhafte Erscheinung, kam auf die beiden zu. ~ „
„Wo ist Lotte?" fragte Elsbeth Iason rasch.
„Das gnädige Fräulein ist vor einer Weile wieder ins Wasser gegangen."
Suchend blickte Elsbeth Iason hinaus; sre konnte aber ihre Tochter nicht entdecken. Plötzlich gewahrte sie Lotte inmitten einer Schar von Badenden, die unter lautem Geschrei und Gelächter mit einem großen Ball spielten.
In diesem Augenblick sah Lotte herüber. Beim Anblick ihrer Mutter warf sie den Ball, den sie gerade in den Händen hatte, ihrem Rachbar zu und kam eilends herbei.
„Wo treibst du dich denn umher?" fragte Frau Iason wütend.
Lotte schien anfangs verlegen zu sein; dann aber lachte sie ünbekümmert auf.
„Ich kam gerade aus dem Wasser, da flog mir der Ball an den Kopf. Ich warf ihn weiter, bekam ihn wieder zurück; plötzlich war ich mitten im Spiel!"
Frau Iason wollte etwas erwidern, Lotte tadeln; diese lieh sie aber nicht zu Worte kommen.
„Es ist so lustig! Ihr müht einmal zusehen! Man kommt aus dem Lachen nicht heraus! Lind die Bewegung tut so wohl!"
Sie wandte sich Dr. Kröger zu.
„Wollen Sie nicht mitspielen. Herr Doktor?"
Er lächelte überlegen.
„Derartige Ballspiele sind nicht mein Fall, gnädiges Fräulein!"
Sie warf ihm einen zärtlichen Blick zru
„Mir zuliebe könnten Sie ober am Spiel teil- nicHmen, lieber Herr Doktor! Sie würden sich sicher glänzend amüsieren!"
Donnerwetter! dachte Fritz Iason, die Lotte ist ja eine ganz gefährliche Komödiantin! Wirft mit Blicken um sich, als sei sie bis über beide Ohren in Dr. Kröger verliebt! Wenn Elsbeth jetzt nicht mit ihr zufrieden ist, soll es mich wundern!
„Spielen Sie ruhig weiter, liebes Fräulein Lotte!" sagte Dr. Kröger, von Lottes freundlichem Wesen sichtlich entzückt. „Ich werde mich derweilen hier von der Sonne bräunen lassen!" Um) zu Elsbeth Iason gewandt, in gönnerhaftem Tone: „Man mutz die Iugend sich austoben lassen; wir haben es ja. als wir in Fräulein Lottes Alter waren, ebenso gemacht, nicht wahr, gnädige Frau!"
Fritz Iason machte ein Gesicht, als zweifle er lebhaft an Dr. Krögers ausgetobter Iugend. Auch Elsbeth Iason war, zumal was ihre eigene Iugend betraf, nicht ganz derselben Meinung wie Kröger; da sie diesen aber in so guter Stimmung sah, wollte sie ihm nicht widersprechen. Sie unter- drückte auch ihren Aerger, als Lotte sich mit einem scherzenden Wort wieder entfernte.
Mit langen, übermütigen Sätzen eilte Lotte Iason zu der Schar der Spielenden zurück. Ihr war so froh zumute, datz sie am liebsten gesungen hätte. Was war mit ihr geschehen? Hatte sie bisher in tiefem Schlaf gelegen, nun war sie erwacht? War ihre Iugend, die sie noch nicht erlebt hatte, in diesen Sommertagen erwacht?
Sie hätte ihren Zustand Nicht erklären können. Sie fühlte nur, wie alles in ihr dem Leben zujauchzte; in einem Glanz, den sie vorher nicht besessen hatten, leuchteten ihre Augen. Es war so schön, zu leben!
Was lag daran, datz man sich verstellen, datz man der Mutter und Dr. Kröger diese Komödie Vorspielen muhte! Wie leicht wog dieses Opfer gegenüber dem Glück, Paul Bertram täglich sehen, manchmal mit ihm sprechen zu dürfen!
Sie stellte sich wieder in den Kreis der Spielenden, unmittelbar an Bertrams Seite.
„Da bin ich wieder!" rief sie ihm zu.
Er bekam gerade den Ball und warf ihn ihr mit so starkem Schwünge zu, datz sie taumelte.
„Haben Sie es darauf abgesehen, mich umzuwerfen?" fragte sie lachend.
„Keineswegs, gnädiges Fräulein!" antwortete Bertram mit verkniffenem Gesicht.
Er hätte den Ball lieber anderswohin geschleudert, dorthin, wo Eva mit Hanna Moest und Stefan Helbing im Sand lag. Wie ausgiebig sich Eva wieder mit diesem Herrn Helbing untere hielt! Datz Frau Moest sich dies gefallen lieh, war ihm unverständlich! /
Ihm wurde die Sache allmählich zu bunt. Wenn Eva an Helb'Ng mehr Gefallen fand als an ihm. so sollte sie es ihm sagen! Er würde ihren: Glück nicht im Wege stehen!
In einer trotzigen Auflehnung kehrte er, nls das Spiel zu Ende war und die Damen und Herren sich zerstreuten, nicht zu Eva zurück.
„Gehen wir ins Wasser?" sagte er zu Lotte Iason, die bei ihm stehen geblieben war.
Lotte sah zu der Stelle zurück, wo sie ihre Eltern und Dr. Kröger zurückgelassen hatte; nur Dr. Kröger war noch dort. Run entdeckte sie ihre Eltern in einiger Entfernung auf der Strandpromenade; sie schienen sich wieder ins Hotel zurückzubegeben.
Da brauchte sie sich ja nicht zu beeilen; Kröger konnte noch eine Weile auf sie warten!
„Ich wäre dafür, datz wir uns nach den Strapazen des Spiels ausruhten!" antwortete sie Bertram.
Sie legten sich in den Sand, der von der prallen Mittagssonne glühend heih geworden war.
Man tauschte anfangs einige belanglose Redensarten; dann verstummte die Unterhaltung.
Lieber Lotte Iason kam ein großes Wundern. War es nicht seltsam, datz sie nun an der Seite des Mannes weilte, an den sie so oft dachte? Ob er etwas davon ahnte, wie sehr ihre Gedanken immer mit ihm beschäftigt waren?
Llnauffälig betrachtete sie Bertram. Ein finsterer Ausdruck war in seinem Gesicht. Starr waren seine Augen auf eine Stelle gerichtet.
Lotte Iason folgte seinen Blicken. In einiget Entfernung entdeckte sie Eva Willer im Gespräch mit einem Herrn. Sie verstand nun das Finstere in Bertrams Zügen; es schmerzte sie, weil er in ihrer Gegenwart an Eva Willer dachte, dennoch frohlockte etwas in ihr, datz er nun bei ihr weilte und nicht bei der anderen.
Der Wunsch, alles Trübe, Schmerzliche von Paul Bertram hinwegzunehmen und ihn frohzu «machen, rauschte übermächtig in ihr auf. Ihr ganzes Wesen drängte dem Manne neben ihr entgegen.
Elsbeth Iason sah ihren Gatten überlegen an.
„Meinst du, ich hätte das nicht auch schon bedacht? Lotte kann sich Zeit lassen; wir sind ja noch mehrere Wochen hier, Herr Dr. Kröger, wie er mir gestern sagte, ebenfalls. Die Hauptsache ist, daß die Verlobung vor unserer Abreise perfekt wird!"
„Daran ist nicht zu zweifeln!" antwortete Iason ernst, während er wieder ein spöttisches Lächeln unterdrückte.
Sie machten sich dann auf den Weg züm Badestrand, wohin Lotte sich bereits vor einer Stunde mit Dr. Kröger begeben hatte.
Als sie kaum einige Schritte gegangen waren, kam ihnen eine Dame entgegen, bei deren Anblick Fritz Iason tödlich erschrak. Am liebsten wäre er umgekehrt, aber er fand in seiner Aufregung nicht gleich einen passenden Dorwand dafür.
Blitzschnell überlegte er, während sich starke Berlegenheit in seinen Zügen ausbreitete, wie er sich verhalten solle. Konnte er es wagen, in Elsbeths Gegenwart die Dame zu grüßen? Sollte er tun, als ob er sie nicht sehe?
Run war die Dame, eine zierliche, betont elegante Erscheinung mit pikantem Gesicht und schwarzen Haaren, nur noch wenige Schritte von ihm entfernt. Sie schien Iason längst gesehen zu haben und warf ihm einen verttaulichen Blick zu...
Da blieb Iason nichts anderes übrig, als den Hut zu ziehen.
„Wer war denn das?" fragte Elsbeth Iason scharf, während die Dame noch in Hörweite war.
„Das weih ich selbst nicht..
„Du mutzt sie doch kennen, sonst hättest du sie nicht gegrüßt!"
Fieberhaft suchte Iason nach einer harmlos erscheinenden Erklärung.
„Es ist eine sehr flüchttge Bekanntschaft... als ich neulich durch den Ort spazierte, redete sie mich an... sie war erst am Tage zuvor nach Rorder- ney gekommen und kannte sich in den Straßen noch nicht aus... da fragte sie mich nach dem Weg zum Kurhaus..."
„Ausgerechnet dich!" unterbrach Frau Iason ihren Gatten. „Mir scheint, es würde sich empfehlen, wenn ich dich künftig bei deinen Spaziergängen begleite!"
„Aber Elsbeth! Auf was für Gedanken kommst du gleich!" begehrte Iason auf.
Sie beachtete feine Worte nicht, sondern drehte sich um und sah der fremden Dame nach.
„Eine schöne Bekanntschaft hast du da gemacht, lieber Fritz!" sagte sie hämisch. „Dieses geschmacklose Kleid am frühen Morgen! Und diese geschminkte Larve! Ihr Männer fallt doch auf jeden Kitsch herein!"
Iason hütete sich, etwas zu entgegnen. Er war froh, als sie den Badestrand erreicht hatten und
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„Sie sollen nicht so düster schauen, Herr Ber^ kram", sprach sie zaghaft.
Er wandte sich ihr zu und lächelte gezwungen!.
„Düster? Keine Ahnung! Ich bin in glänzender Stimmung!"
Lotte sah zu Boden.
„Sie sind traurig..kam es leise über ihre Lippen.
„Traurig?"
Langsam hob Lotte die Blicke zu ihm empor. Wie unter einem Zwange sagte sie, die Worte tönten schwer:
„Ich kann Sie nicht traurig sehen..."
Bertram durchfuhr es siedend' heih. Er sah Lotte an, als erblicke er sie zum ersten Male.
Mit einem scherzenden Wort wollte er ihr erwidern; aber er fand den leichten Ton, den er suchte, nicht. Gebannt sah er in das Mädchen- antlih, das blaß geworden war; die Züge schienen mehr und' mehr zu verschwinden, nur dis Augen sah er, aus denen eine unberührte Seels ihm gläubig entgegenschaute.
Seltsame Ergriffenheit bemächtigte sich Bertrams. Wortlos streckte er Lotte die Hand entgegen, in die sie zögernd ihre Finger legte.
Dunkel Rot stieg jäh in ihre Wangen. Wie erschreckt zog sie ihre Hand zurück.
Sie sprang empor. -*•
„Auf Wiedersehen!" rief sie hastig und eilte hinweg.
XII.
Eva Willer saß in der beim Seesteg gelegenenl Lesehalle. Sie hatte eine Modezeitschrift vor sich liegen, war aber nur sehr oberflächlich damit be- schäfttgt. Immer wieder sah sie erwartungsvoll zum Fenster hinaus.
Ob Herr Helbing wohl kommen würde?
Als sie vorhin die Hoteltreppe herabgekommen war, hatte er in der Halle gestanden und sie gegrüßt. Eva hatte den Eindruck gehabt, daß er sie gerne angesprochen hätte; sie war aber mit kurzem Reigen des Kopfes an ihm vorübergegan- gen. Wenn Helbing daran gelegen war, mit ihr sich zu unterhalten, konnte er ihr ja folgen.
Sie hatte sich nicht verrechnet.
Mit raschen Schritten kam Helbing näher. An der Ecke blieb er stehen, blickte die Straßen, die hier zusammentrafen, entlang; dann betrat er die Lesehalle, in der sich nur Eva Willer befand. Sie war über ihre Zeitschrift gebeugt, deren Inhalt sie lebhaft zu interessieren schien.
Helbing trat hinter die junge Dame.
„So eifrig bei der Lektüre?" fragte er.
11 eberrasch t fuhr Eva herum.
„Herr Helbing!... Sie haben mich schön erschreckt!"
„Störe ich Sie?"
Eva schob die Zeitschrift zurück.
„Ich habe bereits gelesen, was mich interessierte."
Sie erhob sich.
„Und nun?" fragte Helbing.
„Ich hatte die Absicht, etwas zu bummeln!" „Rehmen Sie mich mit?“
„Wenn Sie Lust haben, gerneI"
lFortsetzung folgt.)
Eva am Strand
Vornan von Hermann Weick.
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Die Kunst, einen guten Kaffee zu bereiten
„Man nehme“ — so heißt’s ja im Kochbuch. Was für eine Kaffeesorte man nimmt, das gibt natürlich den Ausschlag für den Geschmack des Aufgusses.
Wer Qualität wünscht, nehme Kaffee Hag. Es gibt keinen wohlschmeckenderen Kaffee als den feinen und milden Kaffee Hag, der edle Hochgewächse aus 4 — 5000 Fuß Höhe enthält. Man braucht von Hag nicht mehr zu nehmen, als von anderem guten Bohnenkaffee. Fein mahlen, frisch kochendes Wasser aufgießeo, umrühren, nach 8 —10 Minuten klar abgießen.
Kaffee Hag muß wie jeder Kaffee frisch sein. Für längere Aufbewahrung gibt es Hag in Vakuumdosen (luftleer gepackt). Erst kurz vor Gebrauch mahlen.
Wichtig vor allem.- der coffeinfreie Kaffee Hag ist vollkommen unschädlich. Er schont Herz, Nerven und Nieren und kann keine Schlafstörungen verursachen.
Aber der echte Kaffee Hag muß es sein. Hüten Sie sich vor Nachahmungen! Coffeinfrei und Hag - darauf kommt's an!
Karl Stammel Elisabeth Stammel, geb. Baum Vermählte
Gießen, 18.3ulf 1931
Grabenstraße 6 Wetzlarer Weg 67
Trauung 2 llhr Zohanneskirche
04070
Obst- und Gartenbauverein GieOen
Sonntag, den 19. d. M.
Besuch der Rosenfelder in Steinfurth
unter Führung von Herrn Schultheis Steinfurth.
Abfahrt 6 Uhr 35 mit Sonntagskarte nach Bad-Nauheim.
Wir machen unsere Mitglieder darauf aufmerksam, daß die
Liste zum Bestellen von Torfmull zum verbilligten Preise im Samenhaus Hahn aufliegt und am 1. August geschlossen werden muß. 4752D
Im 1. Halbjahr 1931 4A
Baugeld zugeteilt 10,3 Millionen RM.
in 61k Jahren 176,7 Millionen RM.
Die Gemeinschaft der Freunde als älteste, größte und erfolgreichste deutsche Bausparkasse hat 11755 Eigenheime finanziert; sie verschafft billige, unkündbare Darlehen zum Bau und Kauf von Ein- und Mehrfamilienhäusern, sowie zur Ablösung teurer Hypotheken. Verlangen Sie bitte noch heute die kostenlose Druckschrift K 8- von der Bausparkasse
Gemeinschaft der Freunde Ludwigsburg/ Württemberg
Auskunft durch: Ingenieur Theodor Hickel, Gießen, Neustadt 32, Telephon 4330 Geschäftsstelle: Frankfurt a. M., Kaiserstraße 2, Telephon Hansa 27871 4761 v
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Rund um Schotten!
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Karten- und Programm-Vorverkauf bei:
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Fahrpreis einschl. Versicherung hin und zurück 91k, 3.00.
Abfahrt Ludwigsplatz 7.30 Uhr. — Karten und Programme bei Germer & Wagner. Neuen weg 50, Tel. 2559. 04092
Kraftverkehr Hoos, Tel. Gießen 3646.


