Ausgabe 
17.7.1931
 
Einzelbild herunterladen

25 Schwerverletzte waren die Opfer eines eigenartigen Straßenbahnunglücks, das sich in Neuyork ereignete. Ein schwerer Wagen war aus den Schienen gesprungen und mit voller Wucht in die Schaufenster einer Drogerie gerast.

trennt Er weih, daß auch zwischen Frankreich und Deutschland mehr Mihverständnisse als Unterschiede zu beseitigen sind. Für solche Ge­danken hat bei uns das Bäuerlein im letzten Weiler ein Verständnis, derweilen Binnendeutsche und Jnnerfraruosen keinen Begriff davon haben. Wir Elsässer haben ja auch, um diese Binsen­wahrheit zu erfahren, genug Lehrgeld bezahlt.

Jaffe verlangt Wahrung unseres Volkstums im Rahmen Frankreichs. Das ist der einzige Schönheitsfehler an dem Buch. So etwas ist einem Elsässer zu verzeihen, denn er schützt sich dadurch vor der Polizei. Wir aber wollen mit friedlichen Mitteln daseuropäische Elsaß" anstreben, das ist einfach und klar. Wie weit wir*auch kommen mögen, welches auch die Resultierende aus den tausend Einwirkun­gen sein möge, wir sehen keinen anderen Weg. Dieser Standpunkt Jaffös kann uns hier nur als Höflichkeitsformel dem Rachbarstaate gegenüber gelten.

Geht nicht zur See!

Der VerbandDeutscherKapitane und Schiffsoffiziere in Hamburg veröffentticht Mitteilungen über die Berufsaussichten für See­leute. Er wendet sich besonders an die Eltern der im Herbst 1931 oder zu Ostern 1932 aus der Schule zu entlassenden Knaben und betont, daß der Kapitänsberuf überfüllt sei. Sogar an See­leuten der Mannschaftsgrade sei ein so großer Lieberfluß vorhanden, daß gesetzlich eingerichtete seemännische Annahmestellen bereits die Annah­melisten für neu sich meldende, unbefahrene junge Leute und teilweise sogar schon für befahrene Leichtmatrosen und Matrosen geschlossen hätten. Auf seinem diesjährigen Verbandstage in Ham­burg habe der Verband deutscher Kapitäne und Schiffsoffiziere eine Entschließung angenommen, in der er darauf Hinweise, daß die Stellungslosig­keit im seemännischen Beruf bereits katastrophHe Formen angenommen hätte. Auf Grund der Tat­sache. daß für die Handelsmarine der jährliche Zustrom neuer Schiffsoffiziere von den staatlichen Seefahrtschulen in großem Umfange anhalte, Müsse damit gerechnet werden, daß die Stel­lungslosigkeit noch weiter erheblich zunehmen werde, zumal der Ausbau der deutschen Handels­flotte als abgeschlossen gelten könne. Der Verband warne daher alle Eltern und ihre etwa seelustigen Söhne vor der Wahl der höheren seemännischen Laufbahn in der Handelsmarine, weil für die nächsten Jahre der Bedarf an Rachwuchs gedeckt sei und aus Unterbringung weiterer Anwärter nicht gerechnet werden könne.

Oberheffen

Gtadtrats-Gitznng in Butzbach.

Pb. Butzbach, 16. Juli. In der letzten Stadtratssihung wurde die selbstschuld­nerische Bürgschaft für ein Darlehen der Hessi­schen Landesbank an die hiesige Feldberei­nigungsgesellschaft in Höhe bis ju8000 Mark übernommen.

Für die endgültigen Gemeindeum­lagen für 1930 wurden die gleichen Ausschlag- sähe, wie sie für die vorläufigen festgesetzt waren, beschlossen.

Die Erhöhung der kommunalen Sonder­gebäude st euer für 19 31 soll auf Antrag aus Billigkeitsgründen entsprechend den vom Finanzminister für die staatliche ©on berge- bäudesteuer gegebenen Richtlinien ermäßigt oder erlassen werden, soweit nicht schon bei Feststel­lung der Steuer eine Berücksichtigung stattgefun­den hat.

Die vom Forstamt ausgestellten Wirt­schaftspläne für Stadt w a l d und Hospi- talstrauch für 1931 wurden genehmigt.

Auf eine Anfrage der sozialdemokratischen Fraktion, was der Bürgermeister zu tun gedenke, um die durch den Streik der Maurer seit Freitag voriger Woche eingestellte Arbeit an den Schuponeubauten wieder in Gang zu bringen, und weiter:Wann endlich die ge­fährliche Ecke bei Küchel beseitigt wird, erwiderte der Bürgermeister, daß die Stadtverwaltung sich zunächst in die Streikangelegenheit nicht einmischen könne, dies sei eine Sache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und müsse durch den Schlich­ter behandelt werden, die Stadt bemühe sich je­doch darum, daß die Arbeit bald wieder ausge­nommen werde. Was die Ecke Küchel betreffe, so sei der Antrag auf Einweisung nicht fristgemäß erfolgt und dadurch sei die Verzögerung erfolgt. In etwa 3 Wochen würde die Angelegenheit wohl erledigt fein.

Landkreis Gießen.

G H o lzheim 16. Juli. Die hiesige zweite und dritte Schulklasse unternahmen gestern bei günstigem Wetter ihren Iahresausslug, der die Schüler über Butzbach nach Bad-Rau­heim führte. Von Bad-Rauheim aus bestieg man den Johannisberg; auf dem Heimwege wur­den dieRosenäcker" von Steinfurth mit In­teresse besichtigt.

Kreis Friedberg.

WSR. Dad-R anheim, 16. Juli. Der Beethoven-Männerchor von Reu- York, der vor sechs Jahren auf seiner Deutsch­landreise unsere Stadt besuchte und hier ein Konzert gab, wird auch im nächsten Jahre anläß­lich des Sängerfestcs in Frankfurt a. M. wieder eine Deutschlandreise unternehmen und dabei ebenfalls Dad°Rauheim besuchen. Der Verein, der bereits 70 Jahre besteht, hat eine Anzahl von Mitgliedern hessischer Abstammung und Ge­burt. Der Ehrenpräsident und Vorsitzende des Reisekomitees. Philipp Lenges, ist geborener Darmstädter, der erste Vizepräsident Louis Ries stammt aus Grünberg. Die Reiseleitung liegt in den Händen der Firma William L. S t r a u ß & Sons, deren Senior-Teilhaber geborener Fried­berger ist und alljährlich unser Bad besucht.

Starkenburg.

WSR. Groß-Gerau, 16. Juli. Heute mit­tag ereignete sich hier ein bedauerlicher Vor­fall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel. An der Rebenstelle des Arbeitsamtes am Sandböhl kam es zwischen einem Äattonal- sozialisten, dem 24 Jahre alten Otto Stier, und einigen Kommunisten zu einem Wortwechsel, in dessen Verlauf Stier vier Schüsse abgab. Dabei wurde der 43jährige Paul Hammer aus Groß-Gerau auf der Stelle getötet, der 30jährige Hans Wehnhofer aus Duisburg schwer und der 30jährige W. Winter leicht verletzt. Wehnhöfer wurde mit einem schweren Lungenschuß, Winter mit einem Oberarmschuh ins Städtische Krankenhaus Groß-Gerau gebracht. Stter wurde sofort fest genommen.

Preußen.

Reichstagsabgeordneter Kerp f.

Berlin, 16. Juli. (WTB.) Der in weiten, landwirtschaftlichen, namentlich in genossenschaft­lichen Kreisen bekannte Reichstagsabgeordnete Peter Kerp (Köln) ist heute vormittag ge­storben. Kerp war Direktor des Verbandes Rheinischer landwirtschaftlicher Genossenschaften, Köln, und Generalsekretär des Rheinischen Bau­ernvereins.

Kreis Wetzlar.

< Wetzlar, 17. Juli. In der gestrigen Sitzung des Vorstandes und Aufsichtsrates der Vie h v e r w e r t u n g s - Genossenschaft Wetzlar wurde von 27 Bewerbern der Land­wirt Heinrich Watz, Vollnkirchen, zum Geschäfts­führer gewählt. Weiter wurde beschlossen, die Autotransportfahrten nach dem Frankfurter Schlachwiehmarkt und zu den Verladebahnhöfen zu vergeben. Der Geschäftsbetrieb soll ab 27. Juli ausgenommen werden.

^Münchholzhausen, 16. Juli. In der gestrigen gemeinsamen Sitzung des Gemeinderats und der größeren Kirchenvertretung wurde über den Bau des neuen Kirchturms beraten. Um eine Verbilligung des Kirchenbaues, der jetzt im Rohbau vollendet ist, herbeizuführen, hatte das provinzialkirchliche BauaMt die .Anregung gegeben, den alten Turm stehen zu lassen. Cs hat sich aber jetzt herausgestellt, daß der Bau mit dem alten niedrigen Turm ein sehr schlechtes Aussehen zeigt. Seit Wochen wurde daher in unserer Gemeinde der Plan erwogen, auch noch einen neuen Turm zu dem bereits fertiggestellten Kirchenschiff hinzuzubauen. Rur die Finanzierung bereitete bisher Schwierigkeiten. Der Gemeinde­rat und die größere Kirchenvertretung haben nun einstimmig den Bau des Kirchturmes beschlossen. Die Kosten werden sich auf etwa 10 000 Mk. be­laufen, die von Freunden und Einwohnern als Darlehen an die Gemeinde zu einem geringen Zinsfuß gegeben werden. Mit den Dauarbeiten will man sofort beginnen.

# Groß-Rechtenbach, 16. Juli. In der gestrigen Sitzung des Gemeinderats wurde der Waldwirtschaftsplan für ba8®e- triebsjahr 1932 beraten. Der Gemeinderat stimmte dem Hauungsplan und der Rach- weisung zur Rebennutzung zu, mit der Einschrän­kung. daß die Durchforstung des Riederwald­schlages im Distrikt Schimeck zurückgestellt wird. Es sollen 338 Festmeter Derbholz und 950 Raum­meter Reiser geschlagen werden. Mit Rücksicht auf die geringe Einnahme aus den Gemeinde­wäldern, die im letzten Jahre nach Abzug der Aufwendungen nur noch 10,3 v. H. betrugen, be­schloß der Gemeinderat, die Ausgaben des Kul- turplanes um 25 v. H. herabzusetzen.

00 Dornholzhausen, 16. Juli. In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der (Se­me i n b er a t mit der Begutachtung der F o r ft- wirtschaftspläne für das Wirtschaftsjahr 1932. Der Hauungsplan wurde mit der Ein­schränkung genehmigt, daß Lohrinde im nächsten Jahre nicht geschält werden soll. Der Wald- besih der Gemeinde beläuft sich auf 151 Hektar Hochwald und 35,9 Hektar Riederwald. Die Durchforstungsfläche beträgt 15,4 Hektar. Der voraussichtliche Ertrag an Holz ist geschätzt auf 360 Festmeter Derbholz und 1700 Raummeter Reiserholz. Der Kulturplan wurde vom Ge­

meinderat bis auf einige Abstriche ebenfalls ge­nehmigt.

O Riederklee n, 16. Juli. In der letzten Zeit ist sowohl in dem hiesigen, als auch- in dem benachbarten Jagdbezirk wieder Schwarzwild aufgetreten. Justizoberinspektor Vierheller, Butzbach, erlegte dieser (tage im hiesigen Ge­meind ewald einen Schwarzkittel. Der Pächter des benachbarten Jagdreviers Dornholzhausen schoß einen Frischling.

Kreis Biedenkopf.

T Gladenbach, 16. Juli. Pfarrer, Lehrer und Lehrerinnen des Dekanates Gladenbach 64 an der Zahl hatten sich gestern in Marburg unter dem Vorsitz von Hauptlehrer Eisbein, Fellingshausen, zu einer Religionskonfe­renz versammelt. Professor Dr. Dell vom Pvedigetseminar Herborn hielt einen Vortrag überDie philosophischen und weltanschaulichen

Grundlagen des Antttheismus". In den KreiS- kirchentag wurden als Vertreter der ßeljrer die Herren Arnold, Waldgirmes; Schmidt, Obereisenhausen, und Kunz, Dieteshausen. ge­wählt. Die nächste Tagung findet im Herbst in Gladenbach statt.

Daten für Freitag, 17. Juli.

Sonnenaufgang 4.28 Uhr, Sonnenuntergang 20.33 Uhr; Mondaufgang 6.31 Uhr, Mond­untergang 21.59 Uhr.

1787: der Industrielle Friedrich Krupp in Essen geboren; 1860: die Schriftstellerin Clara Diebig in Trier geboren; 1918: Erschießung des Zaren Rikolausll. in Jekaterinburg; 1924: der ita­lienische Politiker Riciotti Garibaldi in Rom ge­storben.

10 Lektionen Fußball.

Von Otto Nerz.

In kurzen Abständen bringen wir in den nächsten Wochen die 10 Lektionen Fußball des Bundessportlehrers des Deut­schen Fußballbundes, Otto Rerz, in der Annahme, das den Fußballmannschaften von Gießen und Umgegend diese Lektionen aus berufenster Feder von großem Rutzen sein können. Wir empfehlen die Artikel­serie der besonderen Aufmerksamkeit der Sportler. D. Red.

I.

Meisterspiel und Meisterspieler.

An allen Sonntagen und Sommerabenden mit einigermaßen erträglichem Wetter hebt auf den Sportplätzen in Stadt und Land ein eifriger Fußballbetrieb an: die . Sieben- bis Siebzig­jährigen trainieren oder veranstalten Wett­spiele ... Auch bei den kleinsten Fußball-Ver- einen und zufällig zusammengestellten Fußball- Mannschaften findet man heute soviel Sport- geist und Sportfreudigkeit, daß einem das Herz auf geht. Aber mit der Technik hapert es doch meist; selbst langjährige Fußballspieler machen noch üble Anfängerfehler, weil ihnen jede theo­retische Grundlage fehlt, sie knödeln drauf los wie am ersten Tag. Und doch läßt sich vielleicht in manchem kleinen Dorf, in irgendeinem bisher unbekannten Verein eine brauchbare Mannschaft zusammenstellen, wenn bewußt an der Fort­bildung der einzelnen Spieler gearbeitet wird! Ich will versuchen, an dieser Stelle die Mer- notigsten Hinweise zu geben.

Heute ist keine modern spielende Mannschaft auf einen bestimmten Kampfstil eingeschworen. Das war einmal anders: früher unterschied man den schottischen Stil, das Zusammenspiel neben- und hintereinander stehender Spieler mit kurzen Stößen, vom englischen, bei dem der Ball wuchtig quer über das Feld, etwa vom Mittelstürmer oder Mittelläufer zum Linksaußen gestoßen wurde. Einige süddeutsche Mannschaften sind beim schottischen Stil geblieben; aber im allgemeinen sucht man jetzt aus beiden Stilarten das jeweils Beste heraus, selbst die englischen und schotti­schen Mannschaften machen es so. Also: bloß mit Wucht, Körperkraft und Schnelligkeit kann

sich eine Mannschaft heute ebensowenig durch­setzen wie mit nur eleganter, trieft ünb kom­binationsreicher Spielweise. Die wahre Meister­elf muh beide Stilarten beherrschen und die rich- Hge im richtigen Moment anzuwenden verstehen.

Auch der einzelne Meisterspieler soll beide Möglichkeiten möglichst vollkommen in sich ver­einen: Wucht, Schnelligkeit, Stoßkraft einerseits, feines Ballgefühl und Intelligenz andererseits. Je mehr Anlagen der Spieler von Haus aus mitbringt, desto besser ist es natürlich aber deshalb brauchen die anderen, weniger Glück­lichen nicht zu verzichten: ich habe noch keinen Spieler gekannt, dessen natürliche Anlagen ihn zum hundertprozentig idealen Spieler machten. Dem einen fehlt es an Körperkraft, wenn er auch sonst behende und gewitzt ist er soll den Kopf nicht hängen lassen, sondern sein Training entsprechend einrichten, dann kann aus ihm noch Erstklassiges herausgeholt werden. Der andere ist breit und schwer, aber nicht flink und geistes­gegenwärtig genug auch bei ihm läßt sich meist noch viel verbessern. Rormale Leistungen kann man fast immer erreichen; und top schon eine durchschnittliche Veranlagung vorhanden ist, wird man bald zu überdurchschnittlichen Leistungen kommen können. Wie das Training eingerichtet werden soll, um Schwächen auszugleichen, werde ich noch zeigen.

Schwieriger zu korrigieren ist die geistige Ver­anlagung des Fußballspielers. Wenn jemand nach langer Uebung es noch nicht heraus hat, mit einem geistreichen Einfall den Gegner zu täu­schen und ihn von einem bestimmten Platz weg- zulocken; wenn jemand einfach keinen Ueberblick über den Stand des Spieles gewinnen kann, sondern ständig stur auf den Ball sieht und nicht Freund noch Feind beachtet bann nützt alles Predigen nichts. Oft handelt es sich aber um Anfängerfehler, die sich nach einiger Zeit und bei gehöriger Aufmerksamkeit legen.

Fußballspieler, die keine der angeführten Eigen­schaften haben, sind verschwindend wenige. Das deutsche Spielermaterial ist im Durchschnitt so gut, daß Deutschland mit Recht Hoffnungen auf eine Spitzenstellung im internationalen Fußball­sport haben darf. Freiwillig wird sich da nie­mand ausschließen wollen; aber vorher heißt's, noch ernsthaft an sich arbeiten, an jedem Tag und bei jeder Gelegenheit!

prominente Leichtathleten in Gießen.

10. Nationale leichtathletische Wettkämpfe der Gpielvereinignng 1900 Gießen. Glänzendes Meldeergebnis.

Arn kommenden (Sonntag veranstaltet die Spiel­vereinigung 1900 auf ihrem Sportplatz an der Liebigshohe die 10. Rationalen Wettkämpfe. Die Veranstaltung die übrigens das einzige na­tionale Sportfest darstellt, das von einem DSD.- Verein im Bezirk Hessen-Hannover in diesem Jahre veranstaltet wird verspricht auch dies­mal wieder ein sportliches Ereignis zu werden, wie es in Gießen nicht alltäglich ist. Trotz der mancherlei Hemmungen, die heute der Deranstal- tttng eines größeren Wettbewerbs entgegenstehen, darf das Meldeergebnis als sehr gut bezeich­net werden. Die günstigen Beziehungen, die die Spielvereinigung seit Jahren zu den Vereinen der Umgebung und auch zu den größeren Ver­einen in Frankfurt, Offenbach usw. unterhalten hat, dürften dafür nicht zuletzt ausschlaggebend gewesen sein. Die Meldeliste weist 25 Ver­eine mit insgesamt 123 Wettkämpfern auf. Fol­gende Vereine haben u. a. Meldungen abgegeben:

Frankfurter Sportgemeinde Eintracht Fußballsportverein Frankfurt J.-G.-Sportverein Frankfurt SC. 1880 Frankfurt

DSC. Offenbach 1899 Sportverein Wiesbaden VfB. Kurhessen 05 Marburg ATV. Marburg Casseler Turngemeinde Sportverein 06 Alsfeld Deutscher Sportverein Hannover Sportverein Hessen Frankenberg Männerturnverein Gießen ATV. Rheinfranken Gießen Deutsche Jugendkraft Gießen Dpielvereinigung 1900 Gießen usw.

Die Vereine senden nach Möglichkeit ihre stärk­sten Vertretungen. So wird am Sonntag die zur Zeit wohl stärkste deutsche 4xl00-Meter- Staffel der Eintracht Frankfurt (Eidracher, Meh­ner, Riermann, Mährlein) am Start sein. Die genannten Läufer bestreiten zugleich die 100 Meter. Reben namhaften Leichtathleten finden wir in der Hauptsache die zwei Hannoveraner Hobus und Dieckmann (Deutscher Sport­verein Hannover 1878) vertreten. Hobus, der schnellste deutsche 1500-Meter-Mann, befindet sich zur Zeit in bester Form. Dieckmann, der erst bei den kürzlich abgehaltenen Rorddeutschen Leichtathletikmeisterschaften über 5000 Meter über­zeugend Sieger wurde und außerdem den Deut­schen Rekord über 7500 Meter hält, wird auch in Gießen seine Leistungsfähigkeit nicht unschwer unter Beweis stellen. Reben ihm werden u. a. die Gießener 1900er Gerhardt und Schaaf laufen.

Gekämpft wird in drei Leistungsklassen. An Wettbewerben sind vorgesehen in der Leistungs­klasse I: 100 , 200, 400, 1500, 7500 Meter; Weit­sprung, Stabhochsprung, Speerwerfen, Diskus­werfen und eine 4X100-Meter-Sto>ffel. In der

Leistungsklasse II tritt man zu 100- und 800- Meterlauf, zu Hochsprung, Kugelstoßen und Speerwerfen sowie zu einer 3X1000-Meter°Staffel an. In der Leistungsklasse III treffen sich die Leichtathleten im 100- und im lOOO/Hleter-Cauf, außerdem im Weitsprung und in der Schweden­staffel (400, 300, 200, 100 Meter).

Während sich in der Leistungsklasse I die her­vorragenden Leichtathleten dec großen Vereine ein Stelldichein geben werden, ist in den beiden anderen Leistungsklassen mit einem außerordent­lich starken Aufgebot von guten Kräften der mittleren und Heineren Vereine zu rechnen, die sich einen harten Kampf liefern werden. D,ie Fülle der Meldungen in verschiedenen Konkur­renzen wird die Feststellung der Besten in Vor- und Zwischenläufen notwendig machen. Die Vor­kämpfe beginnen morgens um 10.15 Uhr. Die Entscheidungen fallen nachmittags ab 15 Uhr. (Siehe die heutige Anzeige.)

Auf die einzelnen Wettbewerbe kommen wir noch zurück.

Westdeutschland

bei den Frauennieisterschasten.

Aus Grund der bei den westdeutschen Frauen­meisterschaften am letzten Wochenende in Duisburg erzielten Leistungen hckt der Derbands-Athletik- Ausschuß des Westdeutschen Spielver­bandes jetzt seine Vertretung für die am 1. und 2. August stattfindenden Frauenmeisterschaften in Magdeburg wie folgt nominiert: Frl. H e u b - lein (Barmen) für Diskuswerfen und Kugel­stoßen. Frl. Werkmeister (Lennep) für den 800-Meter-Lauf, Frl. Link (Siegen) für Fünf­kampf und Speerwerfen, Frl. S ch l a r p (Köln) für Weitsprung und 100-Meter-Lauf, Fräulein Graul (Dortmund) für Speerwerfen und Frl. E r f I i n g (Duisburg) für 100« und 200-Meter- ßauf.

Kleinkaliber-Gchießspori der Llniversiiäi.

In den letzten Tagen wurden die Meister­schaften im Kleinkaliber-Schießsport an unserer Universität ausgetragen. Zunächst schossen die sich an diesem Sport beteiligenden Verbindungen und Freistudenten um die Universitäts- Mei st e r s ch a s t. Bedingung hierfür waren neun Schuß, je drei Schuß liegend freihändig, knieend, stehend freihändig ohne Anzeigen auf 50 Meter Entfernung auf die 12er Ringscheibe.

Das Mannschastsschiehen (vier Schützen) hatte folgendes Ergebnis:

Corps Silvania 275 R. (Mannschafts-Meister­schaft und Preis des Rektors); Burschenschaft Germania I 263 R.; Tumerschaft Hasso-Rassovia 214 R.; Corps Hafsia J41 R.; Burschenschaft Germania II 169 R.; Wingolf 159 R.