Starker Eindruck in Genf.
Deutjchtanv und Italien geben den Verhandlungen eine andere Richtung
Genf, 16.3an. ($11.) Die große politische Aussprache in der Eröffnungssitzung des europäischen Ausschusses hat in allen beteiligten Kreisen starken Eindruck hinterlassen. Aach den ursprünglichen Planen sollte die Frage der Zuziehung Rußlands und der Türkei, die Bildung des Präsidiums und die Behandlung der dänischen Vorschläge auf dieser 'Tagung überhaupt nicht verhandelt werden. Durch das Eingreifen von deutscher und italienischer Seite ist den Arbeiten des Ausschusses vom, ersten Tage eine andere Richtung gegeben worden und die Hauptfrage der Zuziehung Rußlands und der Türkei offiziell zur Verhandlung gelangt. Die politisch bedeutsamen Erklärungen des italienischen Außenministers werden überall auf das lebhafteste kommentiert. Die ostentativ in italienischer Sprache gehaltene Rede wird dahin ausgelegt, daß die italienische Regierung entschlossen ist, ihren Einfluß und ihre Stellung in Gens Wetter auszubauen und insbesondere sich innerhalb des europäischen Ausschusses einen maßgebenden Einfluß zu sichern. Unterstrichen wird ferner die Heber- einstiinmung der Rede des deutschen Außenministers mit den Ausführungen des italienischenMinisters. Beide wiesen übereinstimmend auf die Rotwendigkeit politischer und rechtlicher Gleichstellung sämtlicher europäischer Mächte innerhalb der europäischen Union hin, wobei der italienische Außenminister darüber hinaus im Gegensatz zu dem Standpunkt der französischen Regierung die Durchführung der Abrüstungsver- p f l i,ch t u n g e n als die einzig mögliche Lösung der Sicherheitsfrage und der Einigung Europas bezeichnete. 3m europäischen Ausschuß sind damit zum ersten Male die grundsätzlichen Forderungen der deutschen Außenpolitik auf Gleichberechtigung aller Mächte und Durchführung einer allgemeinen Abrüstung vor dem Forum sämtlicher europäischen Außemninister zum Ausdruck gelangt. Es wird allgemein festgestellt, daß es in der ersten Sitzung der deutschen und italienischen Regierung gelungen ist. einen maßgebenden Einfluß auf die Arbeiten des europäischen Ausschusses zu nehmen. Ferner wird darauf hinge- wiesen, daß der Bericht von (Soli jn, den europäischen Ausschuß nunmehr zwangsläufig vor die Rotwendigkeit stellt, sich mit den grundlegenden Fragen der europäischen Zollsenkungen zu befassen.
Widerstand der Völkerbundsbürokratie.
Noch keine Einigung über die Einladung Lowjetrutzlands und der Türkei.
Genf. 16. 3an. (TA.) Der Anterausschuh, der das Arbeitsprogramm festlegen soll, hat am Rachmittag eine kurze Geheimsihung abgehalten, in der. wie verlautet, die durch den deutschen und den italienischen Außenminister aufgeworfene Frage der Aufnahme Sowjetruhlands und der Türkei in dem Europäischen Ausschuß erörtert worden ist. Bei diesen Beratungen hat sich herausgestellt, daß die Haltung der einzelnen Mächte in dieser 'Frage st a r k geteilt ist. Der deutsch-italienische Vorschlag hat die An terstützung des englischen Außenministers Henderson gefunden, stieß jedoch aus den Widerstand einiger anderer Mächte und wurde insbesondere von den Vertretern des Völkerbundssekretariats abgelehnt. Eine endgültige Entscheidung .wurde nicht getroffen. Es wurde ledig'ich beschlossen, diese Frage in den nächsten Tagen im t Gesamtausschuß zu verhandeln.
Oie Preisbindung bei Markenartikeln.
Berlin, 16. 3an. (TA.) Das Reichs- Wirtschaftsmini st erium teilt amtlich mit:
Die Reichsregierung hat zur Förderung des weiteren Preisabbaues eine Verordnung über Preisbindungen be i Markenartikeln erlassen, die im Deutschen Reichsanzeiger bekanntgemacht wird. Als Markenartikel gelten nach der Verordnung solche Waren, die entweder selbst oder deren Umhüllung oder Ausstattung mit einem ihre Herkunft kennzeichnenden Merkmal (Firma, Wortoder Dildzeichen und anderes) versehen sind. Der Verkehr mit diesen Waren fällt aber nur bann unter die Verordnung, wenn der Lieferer dem Abnehmer durch Verpfl.ichtungs- schein (Reverse), durch den 3nhalt seiner Geschäftsbedingungen oder auf andere Weise verpflichtet hat, die Ware nur zu einem bestimmten Preise an den Verbraucher weiterzuveräuhern. Diese Preisbindungen sollen nach dem Inhalt der Verordnung dann hinfällig sein, wenn der festgesetzte Preis gegenüber dem am 1. 3uni 1930 geltenden Verbraucherpreis nicht um mindestens 10 v. H. ermäßigt ist. Einer Preisermäßigung würde es gleichzuachten zu sein wenn unter Beibehaltung des am 1. 3uli 1930 geltenden Rominalpreises eine entsprechend größere Wenge der Waren geliefert wird Dagegen würde eine Senkung des Rominalpreises unter gleichzeitiger Verschlechterung der Qualität oder Verringerung der Menge nicht als eine Preissenkung im Sinne der Verordnung gelten können.
Zur Herabsetzung der Beamiengehälier in Italien.
Zu der uns von der Pressestelle der Rational- sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, Ortsgruppe Gießen, übersandten Ro.iz bittet uns Herr Helmut von Werner mitzuteilen: „3n den 3abren 1926 29 sind 13000unmittelbareStaats- beam te entlassen worden. 3n den 3ahren I92c/1930 sind auf Grund eines Sondergesetzes le 1 euenDearnteneingestellt worben. Alle Beamten, auch bie Richter, sind jeder- ze i t absehbar. Somit sind bie italienischen Beamten auch in manchen Gebieten erheblich schlechter gestellt als die deutschen Beamten. (S Eschmcmn, Der faschistische Staat in 3talien. “
Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.
Verbilligte Baudarlehen. — Gemeinde und Wohlfahrtslasten.
Darmstadt, 16. 3an. Der Finanzausschuß überwies eine Eingabe des Hessischen Fürsorgevereins für Krüppel um einen Staats- zuschuh für die Orthopädische Uni« versitätsklinik (Krüppeleim) in Gießen der Regierung zur wohlwollenden Berücksichtigung.
Dem Ausschuß lagen dann noch eine Reihe von Eingaben um Gewährung verbilligter Baudarlehen vor, bie zusammen behandelt wurden. Es handelt sich um Klein-Bauherren, die ohne bie bestimmte Zusage auf Erhalt bes verbilligten staatlichen Baubarlehens zu bauen anfingen unb nun nachträglich Gesuche eingereicht haben. Der Ausschuß hat in ber gleichen Frage früher einen Beschluß gefaßt, daß alle berartigen nachträglich eingegangenen Gesuche nicht mehr berücksichtigt werben dürften, weil sonst in der Oefientlichkeit falsche Schlüsse gezogen werden könnten, wenn dem einen Gesuchsteller stattgegeben, dem andern aber eine Absage zuteil würde. Der Minister für Arbeit und Wirtschaft erklärt, daß er aus Rückflüssen auch nachträglich eingegangenen Gesuchen entsprochen und durchaus ohne Rebenabsichten gehandelt habe. Der Ausschuß dagegen hält an dem früheren Beschluß fest, den der Minister korrekt erfüllen müsse. Die Eingaben werden für erledigt erklärt. Das gleiche Schicksal finden einige andere Eingaben von Privatfirmen um Zuschüsse ober Nachlässe.
Eine lebhafte Aussprache entspann sich über bie sozialbernokratischen Anträge zur A r be i t s - lofenfürforge unb zur Linderung derRot- lagederStädteund Gemeinden infolge
der steigenden Wvhlfahrtslasten. Die Anträge sind auch im Reichstag eingereicht. Don Regierungsseite wird daraus verwiesen, daß viele Gemeinden und Städte in Hessen einen Wohlfahrtsetat zu erfüllen haben, der ihre gesamten Reichsüberweisungen aufzehrt, so bah ihnen für ihre sonstigen Aufgaben nichts mehr verbleibt. Den übrigen hessischen Kommunen, bei denen die Verhältnisse nicht ganz so katastrophal lägen, könne bie Regierung an ben Aeberweisun- gen nichts kürzen, um ben am schwersten bedrohten Kommunen zu helfen. Die Regierung gab baß Ergebnis ihrer Beratungen wie folgt bekannt: „Die Regierung begrüßt die Grundtendenz des Antrages, die Kommunen in der Betreuung der Wohlfahrtserwerbslosen zu entlasten, auf das lebhafteste, hat aber nach Lage der gesamten Volkswirtschaft gegen die Ausschaltung der Kommunen bei der Betreuung der Wohlfahrtserwerbs- losen große Bedenken. Sie ist darnach bereit, sich für eine wesentliche Entlastung der Kommunen bei ber Reichsregierung einzusetzen und wirb sich bet ber Beratung des Gesetzentwurfes von biefem Gebanken leiten lassen." Von bem Vertreter ber Dolkspartei unb ber Volksrechtspartei würbe erklärt, er könne dem Antrag der Sozialdemokratischen Partei in der vorliegenden Fassung nicht zustimmen, unterstütze aber die Erklärung des Kabinetts als Antrag des Ausschusses. Der Ausschuß stimmte bann einmütig ber Erklärung ber Regierung zu, wodurch die Anträge der Sozialdemokraten für erledigt erklärt wurden.
Die Etatsdebatte im Haushaltsausschuß.
Berlin, 16. 3an. (VDZ.) 3m Haushaltsausschuh des Reichstags ging am Freitag die allgemeine Aussprache über die Wirtschasts- unb Finanzlage weiter.
Abg. Dr. Stolper (Stp.)
teilte die Skepsis gegen ben Etat 1931, insbesondere auch bezüglich der Gemeinben. Run habe im letzten Reichstage bas sog. Streich Quintett wirksame Abstriche erzielt. Auch jetzt solle man versuchen, durch wirksame Abstriche den Haushalt zu sichern. Die Krise in der Welt zeigt ihren normalen Verlauf. Wir sind das einzige Land, in dem sich keine Auflockerung ber Krise zeigt. Der Grunb dafür ist das allgemeine OKiff- trauen in unsere politische Entwickln n g. Deshalb hält ber Redner die vo'kspartei- liche Drohung für unverständlich. Viel schlimmer als em ungedecktes Defizit vor einigen hundert Millionen seien andauernde und verschärfte Zweifel in die Stabilität unserer politischen Ordnung. Wiederherstellung des Vertrauens sei nicht nur notwendig zur Hebertoinbung der Krise, sondern für jeden Schritt, den wir zur Revision unserer Kreditpflichten un ernehmen tool ten. Rie wieder dürfen wir Reparationsverhanblun- gen in einem finanziellen Zustande beginnen, ber es uns nicht geflötet, in einem gegebenen Augenblick auch Rein zu sagen.
Abg. Or. Albrecht (Rats.)
griff die Finanzpolitik ber Reichsregierung auf bas schärfste an. Als er Bemerkungen fallen ließ, wie ^Was hier zwölf 3ahre lang regiert hat, fjat mit bem Wohle des Vaterlandes nichts zu tun“, ober ^Müller-Dersaillcs" unb ..Das Volk, das Sie zwölf 3ahre lang belogen und betrogen haben", bat ihn ber Vorsitzende dringend, sich ber Sachlichkeit in ben * Ausschuhberatungen anzupassen, bie zwölf 3ahre lang bie Abgeorbne- ten in bem Ausschuß geübt haben. Dr. Albrecht erklärte bann, baß er von bem Minister an der Spitze feiner Rede einen flammenden Protest gegen bie Tributverpfllchtungen erwartet habe. Die Rationalsozialisten er Hären sich auch gegen ben Plan, einen zehnprozentigen Beamten- abbau bei ben Mini sterien vorzunehmen. Wohl sei ein Beamtenabbau berechtigt, wenn er zum Besten des Vaterlandes vorgenommen werde. Die Rationalsozialisten werden rücksichtslos die Beamten abbauen, unb zwar ohne jede Pension abbauen, aber bies wirb nur alle bie- lenigen Beamten treffen, die während der letzten zwölf 3ahre auf Grund ihres Parteibuches sich in Amt unb Würde hineinge- | schlichen haben. Zum Schluß forderte er den Deichs inanzminister auf. sofort zurückzutre- t e n. Für jeden Tag, den die heute Regierenden länger im Amte bleiben, würden sie vor bem Staa tsgerichtshos des kommenden dritten Reichs sich verantworten müssen.
Abg. Or. Gereke (Ldv )
drang daraus, daß die vom finanziellen Standpunkt verständlichen Widerstände gegen eine großzügige Durchführung der Ost Hilfe aufgegeben werden. Bezüglich der Tributlasten kämpfe das deutsche Landvolk ebenso wie der Sprecher der Nationalsozialisten für eine möglichst schnelle nachhalt.ge Senkung der deutschen Leistungen. Einsparungen am Etat lassen sich vielleicht noch vornehmen, wobei aber unsere Wehrhaftigkeit nicht angetastet werden dürfte. Der Redner betonte, daß man im Interesse der Drosselung der Ausgaben auch nicht davor zurückschrecken dürfe, vorübergehend noch einmal über die 6 Prozent hinaus die Beamtengehälter zu kürzen.
Abg. Hergt (Ont.)
behandelle noch einmal das Hugenbergsche Projekt einer Reparationsabgabe. Er drückte fein Bedauern darüber aus, daß gestern der Minister bei der Ablehnung bes Vorschlages sich lediglich auf den Zeitungsartikel des früheren Reichstagsabgeordneten Dr. Reichert zurückgezogen habe. Das große Verdienst Hugenbergs liege darin, daß er der Reichsregierung hier einen Weg gewiesen habe, auf dem man auf Grund eigenen Rechtes und eigener Initiative Deutschlands zu einer Revision des Poungplanes kommen und unsere Reparationsgegner wie alle übrigen Länder an den Verhandlungstisch zwingen könne. Die Deutsch- nationale Volkspartei verlange, daß ihr Vorschlag unter solchen Gesichtspunkten gewürdigt unb als der einzige Weg zur ernstlichen Revision anerkannt werde.
Abg. Or. Cremer (OVP.)
wandte sich gegen verschiedene Mißverständnisse über die Msichten seiner politischen Freunde in bezug auf den Etat 1931. Die Volkspartei könne den sogenannten „gemäßigten Optimismus" nicht teilen. Da die Einnahmen nicht mehr erhöht werden könnten, ließen sich die Schwierigkeiten des Etats 1931 nur von der Ausgabenseite her beheben. Die Deutsche Volkspartei werde nach einem reiflich überlegten Entschluß die Reichsregierung nur bann bei der Verabschiedung des Haushaltes unterstützen, wenn bie geforderten weiteren Einsparungen von 300 Millionen Mark vorgenommen werben.
Abg. Reinhardt (Rat-soz.) erklärte, die Zu- icherung, daß keine neuen Steuern kämen, müsse tark bezweifelt werden. 3m Frühjahr werde icherlich eine neue Deckungsvorlage kommen. Es gebe nur einen Weg, aus bem Glend herauszukommen, nämlich die Auflösung des Reichstags und dadurch die Regierung der Rationalsozialistischen Partei.
Der Ausschuß vertagte dann dieWeiterberatung auf Samstag.
Aus aller Well.
Bildung einer studentischen Arbeitskonferenz in Berlin
Wie ber Rektor der Berliner Friebrich-Wil- Helm-Universität mitteilt, haben bie Verhandlungen mit den Studentenvertr. tem zur Bildung einer „Arbeitskonferenz von Vertrauensleuten anerkannter studentischer Spitzengruppen" geführt. Diese Konferenz arbeitet auf einmütigen Wunsch ihrer Teilnehmer unter dem Vorsitz des Rektors, ohne den Charakter einer studentischen Gesamtvertretung zu haben, und soll die Frage ber Schaffung einer staatlich a n - erkannten „Studentenschaft" Hären, sowie ein vertrauensvolles Zusammenarb.iten der Studenten untereinander, wie auch mit Rektor und Senat zu schaffen suchen. Die Arbeitskonse- renz besteht aus Vertrauensleuten folgender Spitzengruppen: Berliner Waffenring. Deutsche Burschenschaft. Deutsche Gruppe, Freiheit iche Studentenschaft, Ra ima'so ia irischer deutsch'r Studentenbund, Repub iranischer ©tubentenbunb Sozia.isllsche Studentenschaft, Fraktion der Studentinnen.
Ein kommunistisches Kinderheim als Funktionärschule.
(W-W.) Eine Abteilung der Pouzeiblrektion Gotha unternahm am Mittwoch eine Durchsuchung bes kommunistischen Kinder« de-ms „Mopr , in dem zur Zeit eine Bezirks« f U n k t I o n ä r f ch U l e f Ü r j U g e n d l i ch e K o m. untcr Altung des kommunistischen uniL preußischen Landtagsabgeordneten Dudbrns ° Erfurt unterhalten wird. Da man ver
mutete, daß sich dort st eckbrieflichverfolgte Personen verborgen hatten, rückten eine grobe Anzahl Beamter der Thüringer Landespolizei, Gendarmerie und Kriminalbeamte in das Gebäude ein. Der Verdacht bestätigte sich, denn man fand ben Arbeiter Karl Fischer aus Salzungen, gegen den Haftbefehl wegen Landfriebensdruchs vom Oberstaatsanwalt in Eisenach vorlag. Fischer wurde festgenommen und nach dem Amts- aerichtgefängnis Salzungen gebracht. Im Kinder« heim wird zur Zett ein Lehrgang zur Ausbildung von kommunistischen Funktionären abgehatten Da bei der Amtshandlung der dringende Verdacht her- oortrat, daß der Lehrstoff den Tatbestand einer vorbereitenden Handlung zum Hochverrat im Sinne des §86 des Reichsstrafgefetz- budjes dar stellt, wurden ein Teil bes Lehrmaterials und eine Reihe von Aufzeichnungen sowie eine dabei Vorgefundene Pistole mit scharfer Munition beschlagnahmt und der zuständigen Staatsanwaltschaft in .Ilmenau zugeleitet.
Wegelagerer.
Ein Kampf mit Pistole, Messer unb Fäusten fand a u f der Landstraße von Kreuzig .a$ n a HA lzey zwischen einem Automo- b i l l sten, ber wegen einer Panne halten muhte, und einem Landstreicher statt. Letzterer trat P1 Och? ^^ofiwagenführer heran unb forderte drohend Gelb. Als seine Forderung nicht erfüllt wurde, machte er Anstalten, die Taschen bes Automobillsten zu revidieren. Als Antwort bekam er einen wohlgezielten Boxhieb gegen den Schädel. Der lleberfallene wurde daraufhin von dem Landstre icher angegriffen und durch einen Sllch miteinemDolchindieSchul- ter verle hi. Es entspann sich ein Fcrustkamps,
in dessen Verlauf der Vagabund das Wette suchte. Als er einige Schritte feldein von dem Auto entfernt war, gab er aus einem Revolver einen Schuß ab, ber aber nur die Karosserie des Wagens traf. Der Automobilist war übel zugerichtet. Der Arzt stellte neben dem Stich in die Schulter noch einen in die Brust fest, außerdem einige schmerzhafte Prellungen. Die Rachforschungen nach bem Täter haben zu keinem Ergebnis geführt.
Aufklärung einer Bluttat.
Der politischen Abteilung des Berliner Polizeipräsidiums ist es gelungen, eine Bluttat aufzuklären, die vor einiger Zeit erhebliches Aufsehen verursachte. Am 3. Januar war die 18jährige Erna Krüger in ber Küche der Wohnung ihrer Ettern mit einem O b e r s ch e n k e l s ch u ß schwer verletzt aufgesunden worden. Das junge Mädchen sowie der anwesende Bernhard Neuberg hatten der Polizei übereinstimmend erklärt, daß ein unbekannter Mann durch die nur wenig geöffnete Küchentür den Schuß abgegeben habe, der anscheinend bem Neuberg gegolten habe. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei haben jedoch ergeben, daß Neuberg selb st den Schuß abgegeben hat. In seinem Geständnis erklärte Neuberg, daß er dem Mädchen die Waffe gezeigt habe und daß dabei der Schuß losgegangen sei. Bei einer Haussuchung wurde die Pistole auch gefunden. Die Polizei prüft die Angelegenheit nach. Neuberg wurde festgenommen.
Ein Personenauto in den Rhein gestürzt.
Ein schwerer Autounfall hat sich auf ber Rheinuferstraße, oberhalb von Caub, ereignet. Ein Personenauto aus Lorch kam infolge scharfen Bremsens, ba ihm ein anderes Personenauto entgegenkam, auf ber beschneiten Straße i n s Schleudern. Der Wagen überschlug sich unb stürzte mitbenbeiben3nsassenbie mehrere Meter hoheilfermauer hinunter in benRhein. Der Besitzer des anderen Autos eilte ben Verunglückten sofort zur Hilfe, bie glücklicherweise keine Verletzungen baoongetragen haben. Das Auto hat verschiedene Beschädigungen erlitten unb ist bereits geborgen worden. Rur bem Umftanb, daß an der Anfallstelle gegenwärtig das Wasser sehr niedrig ist, ist es zu verdanken, daß daS Anglück keine schlimmeren Folgen gehabt hat.
Fahlbusch
einer Kohlenoxydgasvergiftung jum Opfer gefallen.
Die Leiche des früheren Feldwebels August Fahlbusch wurde vor bem zustänbigen Richter bes Amtsgerichts Osterholz-Scharmbeck obduziert. Die Leichenöffnung wurde durch zwei Kreisärzte in Gegenwart des ersten Staatsanwalts von Wesermünde vorgenommen. Dio Leiche wies keine äußeren Verletzungen auf. Die Obduktion hat völlig einwandfrei ergeben, daß der Tod durch Kohlenoxydgasvergiftung eingetreten ist, als Fahlbusch in der mit diesen Gasen angefüllten Kajüte eines Motorbootes übernachtete.
Kürzung der Veamtengehätter in Argentinien.
Die argentinische Regierung beschloß, zur Ausgleichung des Budgets die Beamtengehätter um 10 Prozent zu kurzen. Durch diese Maßnahme würden 35 bis 40 Millionen Pesos einge- fpart werden.
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Wettervoraussage.
Der tiefe Druck im Norden hat sich unter starkem Barometerfall zu einem Sturmwirbel heraus entwickelt, dessen Kern in den heutigen Morgenstunden Barometerbestände von^ unter 720 mm zeigte und über der Ostsee lag. Seine Südseite brachte über Deutschland stürmisches, regnerisches unb in unserem Bezirk zum Teil mit Gewittererscheinungen beglei tetes Wetter. Durch den Abzug der Störung gelangt bie Wetterlage in den Bereich ihrer Rückseite, d.h. kalte, maritime Luft aus nördlichen Breiten, fließt zu. Dadurch gehen die Temperaturen wieder zurück. Der Witterungscharakter bleibt unbeständig. Die Böenmolken bringen vorerst noch Schauer mit sich, jedoch fängt die Bewölkung an schon zeitweise zurückzugehen, so daß vorübergehendes Aufklaren eintritt.
Aussichten für Sonntag: älnbestänbi- ges, wechselnd wolkiges Wetter mit vorübergehendem Aufllaren, läster, noch Regen- oder Schnecschauer. westliche bis nordwestliche Winde.
Lufttemperaturen am 16. Januar: mittags 3,1 Grab ©elfius, abends 4,5 Grad: am 17. Januar: morgens 3,6 Grad. Maximum 4,5 Grad, Minimum 3,4 Grob.
Amtliche Vintersportnachrichten.
_,Dog el s b e r g, H 0 h e r 0 bs k 0 p f: Klar, — 2 örab, 20 bis 25 cm Schnee, verweht: Ski und Ro- beln gut.
Sauerlonb, Winterberg: — 2 Grab, 28 cm Schnee, verharscht: Ski und Rodeln gut.
S ch w a rzwalb, Feldberg: Leichter Schneefall, — 2 Grad, 40 cm Pulverschnee) Ski und Rodeln gut.


