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Eine Aotverordmmg in Preußen.

LtarteLparmaßnaßmen in der Verwaltung.

Berlin, 15. De;. (£7123.) Die der Sozialdemo­kratische Pressedienst meldet, hat sich die preußische Staatsregierung In der Nacht vom Doulag zum Dienstag bi» 4 Uhr morgens m i t Sparmaß­nahmen befaßt, die srühesteus in der nächsten Doch« aus dem Wege der Notverordnung verwirk­licht werden sollep. Die Beratungen des Kabinett» über den Inhalt der Verordnung sind abgeschlossen. Die Ausarbeitung der einzelnen Maßnahmen wurde den Ressort» übertragen.

Dle neue preußische Notverordnung sieht vor allem entsprechend der letzten Notverordnung der Reichsregierung eine Kürzung der Gehälter usw. vor Außerdem sind zahlreiche Maßnahmen zur Herabsetzung der Verwaltungsaus­gaben in Aussicht genommen. 1L a. werden oier- zig Oberförster abgebaut. Geschlossen werden sämtliche Staatstheater bis auf da» Opernhaus und da» Schauspielhaus in Berlin, sämtliche pädagogischen Akademien bi, auf sechs. Außerdem werden 3 0 b l s 4 0 kleine Amtsgerichte zusammengelegt. Die anfänglich geplante Herabsetzung der Altersgrenze der Beamten von 65 auf 62 Jahre ist fallen gelassen worden. Auch die gemeldete Aufteilung zahlreicher Land­kreise hat da» Kabinett nicht beschlossen. Zu­nächst soll der preußische Innenminister prüfen, welche Kreise ohne wirtschaftliche Gefahren aufgelöst und mit anderen Landkreisen verschmolzen werden können. Die S ch l a ch t st e u e r hat bis jetzt eben­falls noch nicht die Zustimmung des Ka­binetts gesunden, vielmehr wurde der Zlnanz- mlnlsler beauftragt, darüber zunächst noch bestimmte Erwägungen anzustellen.

Zitier antwortet aus die Äund- sunlrede des Reichskanzlers.

München, 16.Dez. (CNB. Funkspruch.) Eine als Sondernummer desVölkischen Beobachters" veröffentlichte Antwort Hitlers auf die Rundfunkrede des Reichskanzlers Dr. Brüning geht davon aus, daß die Richtigkeit oder Unrichtigkeit einer geistigen Stiftung ankniipsend an die Bemerkung Brünings vom Gegensatz zwischen gewissenhaften Arbeiten und bloßem Reden nur durch den wirklichen Verlauf der Ereignisse bewiesen werden. Der Rurs des heu­tigen Systems, so heißt es darin, habe nur den kritischen Rednern recht gegeben. Hitler erklärt dann, die Partei sei jederzeit bereit, vom Redenabzugehen unddieVerantwor- tu n g zu übernehmen. Hitler gibt dann zu, daß cs in seiner Partei einzelne Führer gegeben habe, die mit seiner Legalitätsauffas- sung nicht überein st immten, erklärt aber, daß solche Männer aus der Partei entfernt worden ^eien. Hitler richtet dann an den Reichskanz­ler die Frage, ob es außenpolitisch richtig und klug sei, eine Bewegung, die nationalpoli- tisch gesehen, den einzigen Aktivposten Deutschlands für eine wirkliche nationale Außenpolitik Überhaupt darstelle, planmäßig der Welt gegenüber als eine illegale und verderbliche Räuber­bande vor ft eilen zu lassen, ohne aber auch nur im geringsten den Sieg dieser Bewegung verhindern zu können.

Hitler richtet an den Reichskanzler die Frage, ob er glaube, daß es den Wesensgedanken der De­mokratie entspreche und damit dem innersten Sinn der Weimarer Verfassung nahe komme, wenn eine Regierung bleibe, obwohl sie wisse, daß der Aus- , gangspunkt ihrer Gewalt, nämlich das Volk, sich schon längst von ihr gewendet habe. Die Ra- tionalfoAialiftcn respektierten die Verfassung in ihrem Kamps um die politische Macht und hoff­ten, daß es ihnen möglich sein werde, dem deut­schen Volke eine neue und ihres Erachtens eine gesündere Verfassung zu geben. Er verspreche aber schon jetzt, daß sie ihre jeweils gültige Verfassung auch dem Sinne nach treuer respektierten, als daS heutige System die von Weimar. Der Vor­wurf träfe nicht die Rationalsozialisten, sondern zu allererst daS heutige System. Die deutsche Innen« und Außenpolitik der letzten 13 Jahre sei Illusion gewesen. Die Meinung, 2* Milliarden an jährlichen Tributen und 2'/2 Milliarden an jährlichen ZinSlcistungen aufbringen zu können, sei eine Illusion, genau so wie es eine Il­lusion sei, zu denken, daß man für solche Lln- möalichkeiten auf die Dauer im Innern die poli­tische Deckung finden kann.

Die neue Rotverordnung werde sich in den Hoffnungen, die man an sie knüpfen müsse, als eine Illusion erweisen. Er habe keine Veranlassung, diese seine Aussassungen einem System gegenüber zu begründen, das von sich lelbst überzeugt sei, 1)ic sachliche Vernunft $u verkörpern, während man die Opposition als m Traum» und Wunschbildern befangen hinstellt. Gr habe noch viel weniger Grund zu einer solchen eingehenden Widerlegung, als ec ja seit vielen Monaten erleben müsse, wie wenig die sogenannte sachliche Vernunft die heutige Regie­rung davon abhalte, von Zeit zu Zeit in Den Phantasie- und Traumgarten der Opposition ein- zubrechen, um dann bic erst als vergiftet ver­schrieenen Früchte in amtlicher Packung als harm­lose Kostproben dem erstaunten Volke als neue Erkenntnis des sachlichen Denkens vorzusehen.

Seit der Reichskanzler auf dem Rotverordnungs- weae den inneren Frieden gegen Gewalt- Maßnahmen und Terrorakte in Schutz zu nehmen begonnen habe, sei unglücklicherweise der Terror unerträglich geworden Die t£ntrooifnungsbeftim- munqen würden niemals die Unanständigen von Angriffen zurückhalten, und noch niemals habe der Unanständige die Waffen abgegeben, sondern immer nur der Anständige. Auch die Wirkung dieser Rot- Verordnung werde, obwohl niemals gedacht, mithel- fen, seiner Partei den Sieg zu verleihen.

Senkung der Schiffahrtsabgaben.

Berlin,.Dez. iWTD. Amtlich.) Die SchiffahrtSabgaben auf den Reichsbinnen­wasser st raßen und in den reichSeige- nen Binnenhäfen sind mit Wirkung vom 16.Dezember 1931 um mindestens 10 v.H. gesenkt worden. Auf den mitteldeutschen ReichSwasserstraßen ist der Abgabenlay für die im Linien-Silgüterverkehr beförderten Stückgüter sogar von 14 Pfennig je Sonne auf 11 Pfennig je Tonne und HebesteNe ermäßigt, für die Schisfahrtsechgaben aus den westdeutschen Kanälen gelten wieder die A gaben- lätze aus der Zeit vor der Erhöhung von 1*28. Darüber hinaus ist auf diesen Kanälen der

Erregte Moratormmsdebatte im amerikanischen Kongreß.

Scharfe Angriffe gegen Hoover und die deutschen Bankiers in Aeuyorl. Man vergleicht die Rüstungsausgaben mit den Schulden der Alliierten.

Washington 16. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die Schulden an Amerika im Gesamtbeträge von 31 Millionen Dollar als Abzahlung auf die Schuld- betrage und 92 Millionen Dollar Zinsen sind nicht bezahlt worden. Die Regierung der Vereinigten Staaten betrachtet indessen die Schuldner deswegen nicht in Verzug befindlich. Dafür tobte eine um so heftigere Reoeich'acht hierüber im Bundeskongreß, besonders im Repräsentantenhaus, wo der Abgeord­nete Mac Fadden, der gegen die Ratifizierung des Hoover-Moratoriums agitiert, sich in maßloser Weise gegen Präsident Hoover und dieprodeutschen Bankiers in Reuyork" ausließ. Mac Fadden, der leit dem Zusammentritt des neuen Kongresses als Re­publikaner und Mitglied der Minderheit nicht mehr Vorsitzender des Bankierausschusses ist, diesem aber noch angehört, schrie:

Hoover habe feinen Amtseid ver­letzt, al» er mit fremden Regierungen ein Moratorium beschloß. Die Schuldenabkommen mit den Alliierten seien keine internatio­nalen vertrage soweit Amerika in Jrage komme, sondern Zinanzgesehe Amerika», und die könne Hoover nicht an- tasten, wenn nicht die deutschen internationalen Bankiers in Reuyork, nämlich Kuhn, Loeb & Co., Seligmann und Paul Warburg, schon lange die Streichung der alliierten Schulden irn deutschen Zntcrc'fe geplant hätten, so wäre Hoo­ver nie zum Präsidenten gewählt worden.

Mac Faddens Fraktionskollege Chiperfield wies diese unerhörten Beschuldigungen zurück und ließ die Bemerkung fallen, Mac Fadden sollte der Nachwelt als abschreckendes Beispiel oorgehaltcn werden, wie tief ein Abgeordneter sinken könne. Unterschatzamtssekretär Mills erklärte, es wäre

eineewige Schande" für Amerika, wenn der Son» areß das Moratorium ablehnte, da im Juni 27 6 Parlamentarier, darunter mehr als Zweidrittel Senatoren, dem Präsidenten Hoover auf dessen Anfrage ihre Zustimmung zu feinen Plänen erklärt hätten.

Rach Ansicht der FraltwnSfühcer ist daS Mo­ratorium deswegen in eine so feindliche Atmo­sphäre geraten, weil es in der Sonderbotschaft des Präsidenten mit der Frage einer weiteren Reduzierung oder Verzögerung der alliierten Zahlungen verknüpft worden sei. Die Majorität des Kongresses und der öffentlichen Meinung habe volle Sympathie für Deutschland, aber man sehe nicht ein. warum man auf Kosten der amerikanischen Steuerzahler den Alliierten helfen solle, die so ge­waltige Summen für Rüstungen a um­gäben. DieWashington-Post" veröffentlicht hierüber eine Zusammenstellung deS KriegSamteS. Danach Hütten 1930 für Rüstungen ausgegeben. Großbritannien 608, Frankreich 547. Italien 322, Polen 123, Rumänien 67, Jugoslawien 47, Bel­gien 23, Tschechoslowakei 41 Millionen Dollar. Dieser Lumme von 1779 Millionen Dollar ständen die Schuldbeträge dieser Staaten an Amerika mit insgesamt 243 Millionen Dollar gegenüber.

Man gäbe 1 779 Millionen Dollar jür Kriegsrüstung au» und wolle 2 4 3 Millionen Dollar Schulden nicht bezahlen, und Frankreich, da» 22 Prozent seines Gesamtbudgets für kriegs- rüffung ausgebe, bringe sich mit sich selbst in Widerspruch, wenn es feinen Premierminister nach Washington sandte in der Absicht, die kosten des europäischen Kriege» dem amerika­nischen Steuerzahler aufzuhalsen.

Oer Sonderausschuß prüft die Finanzlage der Reichsbahn.

Basel. 15. Dez. (WTB.) lieber die Lage der Reichsbahn erstattete Reichsbahndirektor Dr. Hornberger in der Sitzung des Beratenden Sonderausschusses ein Referat, in dem er u. a. ausführte: Die Einnahmeergebnisse der Reichsbahn sind bis 1929 auf rund 5,4 Mil­liarden gestiegen, fielen dann aber erheblich in den Iahren 1933 und 1931. Für dieses Iahr beträgt die Schätzung 3,86 (1,5) Milliarden, das sind 28 Prozent weniger als 1 9 29. Trotz Anpassung des Betriebes an den gesun­kenen Verkehr und trotz Einsparungen auf allen Gebieten kann die Reichsbahn diesen Einnahme­rückgang durch Ausgabensenkung nicht auffangen, da es voraussichtlich nicht gelin­gen wird, die persönlichen und sachlichen Aus­gaben um mehr als 18 Prozent gegenüber 1929 zu senken. Die Einschränkung des Verkehrs­umsangs beruht in erster Linie auf der Wirt­schaftskrise. ist aber auch auf den zu­nehmenden Wettbewerb der anderen Verkehrsmittel, insbesondere des Kraft­wagens. zurückzusühren. Deutschland hat zwar als erstes Land eine gesetzliche Regelung über das Verhältnis Eisenbahn Kra'twagen durch- gesührt; außerdem hat die Reichsbahn durch grundlegende Umgestaltung des Bahnspcditions- wesenS eine Verbilligung der Roll'uhrgebühren und Ermöglichung eines Verkehrs von Haus zu Haus erreicht. Trotzdem ist mit einem weiter zu­nehmenden Wettbewerb des Kraftwagens zu rechnen. Angesichts der Preissenkungsmaß­

nahmen der Reichsregierung rechtfertigt sich die neue Tarifsenkung im Ausmaß von 330 Millionen, die sie zum größten Teil durch Minderausgaben auf persönlichem und sachliche G.b ei ausgleichen wird. Dcs-Iahr 1931 wird mit einem erheblichen Fehl­betrag abschliehen, der voraussichtlich auch durch die volle Inanspruchnahme der Ausgleichsrücklagen und Dividendenrück­lage nicht ganz abgedeckt werden kann. 3m Iahre 1932 werden zwar alle Maßnahmen der neuesten Rotverordnung der Reichsregierung auf dem Gebiet der Kostensenkung zur Aus­wirkung kommen: trotzdem scheinen die Aus» sichten nicht günstig.

Der Beratende Sonderausschuß hat sich nach Entgegennahme des Berichts bis auf w e i - teresvertagt. Es wurde ein Unterkomi- tee für die Reichsbahnfragen unter Vorsitz von Rydbeck (Schweden) und ein anderes Hnterfomitee für die Fragen des R e i ch S e t a t - unter Vorsitz von Colijn eingesetzt. Die Vor­sitzenden dieser llnterkomitees werden dem Aus­schuß nach Beendigung ihrer Arbeiten Bericht er­statten. Der Vorbereitende Ausschuß, der unter dem Vorsitz von Professor Beneduce (Italien) die Vorfragen für die Ausarbeitung des Berichts zu prüfen hat, hat seine Tätig­keit ausgenommen. Professor Deneduce hatte dies­bezügliche Besprechungen mit Dr. Melchior (Deutschland), Rist (Frankreich) und Layton (England).

Schlepplohn für leere Kähne in den hauptsächlich in Betracht kommenden Verkehrsbeziehungen um 26.6 v. H.. für beladene Kähne um 12.9 bis 17,7 vom Hundert in den verschiedenen Güterklassen gesenkt worden. Reben der allgemeinen Senkung bleibt der bereits bestehende Lebensmittel­nottarif, der eine Ermäßigung von 10 v. H. vorsieht, weiter in Kraft.

Aus aller Welt.

Eine Aeujahrsbotschast des Reichs­präsidenten im Rundfunk.

Reichspräsident v. Hindenburg wird, wie wir erfahren, zum Jahreswechsel eine Rund­funkansprache a n da» deutsche Volk rich­ten. Der genaue Zeitpunkt wird noch sesigeseht werden.

Wird Mainz Erzbistum?

Unter großer öffentlicher Teilnahme, in An­wesenheit der gesamten badischen StaatSregie- rung, von Vertretern des Reiches und Preußens und zahlreicher Bischöfe und Aebte wurde der verstorbene Freiburger Erzbischof Dr. Karl Fritz vor dem Sakramentsaltar im Liebfrauenmünster b e i g e f e tz t. Die Einsegnung wurde vomM a i n- zer Bischof vorgenommen.

In der Presse wird die Möglichkeit einer Ver­legung der erzbischöflichen Residenz von Freiburg nach Mainz erörtert. Dazu wird von maßgebender Seite milgeteilt, daß eine solche Verlegung schon aus verwaltungsr technischen Gründen nicht in Frage komme. Es sei verschiedentlich erwogen worden, ob i m Rahmen eines oberrheinischen Kon­kordats. zu dem Hessen, Württemberg und Baden gehören sollten, dem Bischof v o^i Mainz die Würde eines Titularerz» difchvss gegeben werden soll, toü aber an der bisherigen Regelung nichts g.u uert hätte, sondern lediglich eine Titelfrage ge­wesen wäre. Dagegen wird ernstlich damit ge­rechnet, daß der Bischof von Mainz, Dr. Ludwig Maria Hugo, auf den Srzbtfchofstuhl von Freiburg berufen wird.

Ein Freund Hindenburg» einem Schlaganfall erlegen.

Generalmajor Hans Ritter von Hemmer, her Freund des Reichspräsidenten, der feit Jahren I jeden Sommer den Au'enrhalt des Reichspräsidenten

in Dietramszell mit ihm teilte, wurde in München auf offener Straße während eine» Ge­spräches von einem Schlaganfall getroffen. Man brachte ihn in ein nahegelegene» Haus, wo fein Tod eintrat. Ritter von Hemmer, der 62 Jahre all ge­worden ist, war während des Krieges Chef des Ge- neralftabes des Korps Bothmer. Er war Ritter des Miltär-Max-Joseph-Ordens, des höchsten bayerischen Kriegsordens.

Entgleisung de» Schnellzuge» WarschauWien.

In der Rähe von Rogow in Kongreh-Polen entgleiste der Schnellzug Warschau, doch gelang es dem Lokomotivführer, den Zug so schnell an- Inhalten, daß ein größeres Ünglüd ver­hütet werden konnte. Einige Personen wurden durch herabfallende Gepäckstücke und eingedrückte Fensterscheioen stricht verletzt. Die älntersuchung ergab, daß die Schienen an der älnglückSstelle von verbrecherischer Hand losge­schraubt worden waren. Bei Rogow sind in den letzten Iahren in wiederholten. Fällen Eisen- bahnzüge aus ungeklärter Ursache entgleist./

Schwere» Einsturzunglück bei Bordeaux.

In der Rähe von Bordeaux sand in einem Kaffee­haus in einem unteren Saal eine geschlossene Hochzeitsfeierlichkeit statt, während die Gäste deS Kaffeehauses über dem Saal im ersten Stockwerk Platz genommen hatten. AIS die Hochzeitsgäste gerade dabei waren, eine Quadrille aufzusühren. stürzte plötzlich die Decke unter furchtbarem Getöse ein und be­grub die Tanzenden und die Gäste der ersten Stage unter ihren Trümmern. Es wurden nicht weniger als fünfzig Verletzte geborgen. Der größte Teil von ihnen hat schwere Kn achenbrüche erlitten. Zehn von ihnen muhten sofort in ein Krankenhaus überführt werden, wo man bei eini­gen der Schwerverletzten jede Hoffnung aufgege­ben hat.

Iragifche Folgen einer Fahrlässigkeit.

3n Heilbronn hantierte ein 28 Jahre alter lediger Sattler in der Wohnung (eines Freunde» mit einem Kleinkalibergewehr in fo unvorsichtiger Weise, daß sich ein Schuß löste, der die 29 Fahre alte u r a u feines Freunde» in den Hinterkopf traf. Die Frau war auf der Stelle tot. Mit derselben Waffe hat der Sattler sich sodann durch einen Schuh in die rechte Schläfe getötet.

Großangriff der Ratten.

In der nordfranzc fischen Hafenstadt FL camp kam e» zu einer wahren Rattenschlacht.

Taufende von Ratten überfielen in geschloffene« Reihen daS Hafenviertel und drohten die in den Lagerschuppen aufgespeicherten Wären zu vernichten. Die Bevölkerung und die Hafenbehör- den wußten kein anderes Mittel, die Ratten zu vertreiben, alS eine ganze Meute von Hun­den auf sie loSzulasfen, die nach langem Kampfe die Eindringlinge in ihre Verstecke zurückjagten. Hunderte von Ratten blieben auf dem .Sch'.acht- fclbe zurück. Man. befürchtet, daß sich die Tiere von ihrem ersten Mißerfolg nicht abhalten lassen werden, einen zweiten Vormarsch zu ver­suchen.

Grohfeuer auf dcrn Umbau der Bank von England.

Auf dem Umbau der Dank von England ent­stand kurz vor Schluß der Arbeitszeit ein Droß- feuer. DaS Feuer brach in dem Maschinenhaufe eines KranS aus und ergriff sofort daS ganze Gerüst, das für den Umbau der Dank von England ausgestellt ist. DaS Gerüst stand kurz darauf lichterloh in Flammen. Tau­fende von Menschen stauten sich vor dem Dank­gebäude. Dald waren sie in schwere Rau<y- schwaden gehüllt, die vom Winde in die benach­barten Straßen herübergetrieben wurden. Bren­nende Dalken und Derustteile stürzten herunter, so daß zeitweilig Gefahr für ein ilebergteiien deS DrandeS auf das Vankgebäude, in dem die Bankgeschäfte gegenwärtig abgewickelt werden, bestand. Rachdem die Feuerwehr viele Tonnen von Wasser in die Flammen geschüttet Hatte, ge­lang es ihr endlich, den Brand einzudämmen.

Deutsche Interessenten wollten Labrador pachten?

Die Regierung von Neufundland hat der kana- dischen Regierung ein Derkaufso ngeb ot für Labrador unterbreitet Der Kaufpreis soll 100 Millionen Dollar betragen. Sir William Coaker, Mitglied de» Neufundländischen Kabinett», teilte mit, daß vor kurzem von deutscher Seite ein Pachtangebot für Labrador auf 99 Jahre unter etwa den gleichen Bedingungen eingegangen fei, wie sie der jetzige Vorschlag Reu- fundlands an Kanada enthalte. Die Regierung von Neufundland ziehe jedoch eine Ueberlaffung an deutsche Interessenten nicht in Betracht und werde nur einer Ucbcrtragung der Hoheitsrechte in Labra­dor an Kanada zustimmen. Labrador besitzt rie­sige Wälder und große Bodenschätze. Auch sind Flüsse mit starkem Gefälle vorhanden, die die Anlage größerer Kraftwerke ermöglichen.

Ihealerbrand in Kopenhagen.

Im Roerrsbro-Thcater brach einige Stunden nach Schluß der Abendvorstellung Feuer aus. DaS Gebäude wurde b i S auf den Dühnenraum vernichtet. Personen kamen bei dem Drande glücklicherweise nicht zu Schaden.

Drei Hirten von einer Granate In Stücke gerissen.

Auf einer Wiese bei Losonc in der Rähe von Prehburg in der Slowakei forderte eine furchtbare Granaterplosion drei Menschen­leben. In den letzten Tagen veranstaltete daS Militär auf der Wiese eine älcbung, bei der eine Handgranate verloren ging. DaS Militärkommundo setzte für die Ausitndung der Granate eine Belohnung von 25 tschechischen Kro­nen aus. Vier Hirten sanden die Granate und untersuchten sie am offenen Feuer. Sin 19iähriger Hirte fchleuderle die Handgranate plötzlich inS Feuer. Im nächsten Augenblick erplo- vierte die Granate und riß den Werfer und zwei weitere Hirten in Stücke.

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Wettervoraussage.

Die nach Rußland ab ziehende Störung verursachte einen MaUluftetnbrud), der sich auch über Deutsch'.ond ausdehnt. Die Windc drehen nach Norden au, unb in nördlichen und östlichen leiten des Reiche» liegen die Temperaturen bereit» um Null und darunter. Ucber den britischen Inseln ist der Luft­druck weiter angestiegen, so daß dort ein abgeschlos'e- ncs Hochdruckgebiet lagert. Der Hochdruckeinfluß wird sich auch bei uns durchsetzen und wetterwirk­sam werden. Dabei wird weitere Kallluft und Au'.laren Frost verursachen. Mit der ansanglich noch austretenden Bewölkung sind gant vereinzelt ge­ringe Schneeschauer nicht ausgeschlosten.

Aussichten für Donnerstag: Uebergang zu Frostwetter, wolkig mit Aufheiterung, trocken oder nur vereinzelt leichte Schneeschauer, nördlich« bl» nordöstliche Winde.

Ausfichten, für Freitag: Frostzunahm« wahrscheinlich, leicht wolkig und mehr aushestern^ trocken.

Lufttemperaturen. Am 15. Dezember: morgen» 5,8, abend» 3,9 Grad Celsius, am 16. Detemben morgen# 2,9 Grad Celsius. Maximum 5,9, Minimum 2,7 Grad Celsius. Niederschläge 0,1 Millimeter. Erdtemperaturen In 10 Zentimeter liefe. Am 15. Dezember: abend» 4,5; am 16. Dezember: mor­gens 2,4 Grad Celsius.