Ausgabe 
16.9.1931
 
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pt Am vergangenen ndfest gefeiert. Tin durch die Ttrosien fast die gesamte Tin igesunden. Nach 2». z Lehrer Philipp- !iedervvrträge, Della- d Spiele der Schul­st sanden ein Mörchen- incn und Schulern der ilkchen, die die fikintn midt darstellien. Da, l/er Müller. Jedem tuf ben Heimweg ge-

pt. Die hiesige W- tnbötmämp't nabtnyuppe: 1. W Reis, 51 P.l 3. «half

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-ept. Unsen Tcmeinde der ganzen Wclterau. mit an der Spifiejm den edlen Apfellorten n in großen Mengen, heim, 'Baumanns .* fjleult \W" *" J ieindeobstcs auf me r bei den Landwir

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ibenfo große Mengen Obst vorhanden find, kann man sich einen Begriff von der Fülle des Obstes machen, das dieses Jahr zu ernten ist.

Ärcie Alsfeld.

U Mücke, 15. Sept. Gegenwärtig erhält die V-S trotze Grünberg Mück e 2 l S- selb in unserer Gegend eine beträchtliche Erweiterung. Cfikgen der Glätte war die Straße besonder- an Stetgungen für Zugtiere eine stete Gefahr. Verschiedene Stürze kamen vor und die FuhrwerkSbesiher entschlossen sich diese« Mißstände« wegen oft zu grotzen Umwegen. Olun werden, wenigsten« an den Steigungen, zu beiden Seiten der Strotze Rauhbahnen für den Fuhrwerlsverkehr angelegt. 6 ine ur­sprünglich vorgesehene Uebertccrung der Strotze mutz wegen zu geringer Geldmittel unterbleiben.

greis Schotten.

O Laubach, 15. Sept Am Samttag fand hier im Gasthaus .Zur Traube" ein Werbe­

abend für die Deutsche Dau- und Sied­ln n g «g e me i n s ch a f t Darmstadt statt. Lan- de«geschäft«führer Lang (Butzbach) gab eine Uebersicht über die Daufparbeweoung im allge­meinen und über die Entwicklung der D. B. S. im besonderen. Die hiesige Ortsgruppe der DBS zählt augenblicklich 20 Baufparer. von denen be­reit« 3 ein eigene« Heim erhalten haben. Da- die«jähriae Wettkegeln de« .Kegelvereins 1896 und de« Kegelklub« .Gut Holz" endete, im Gegensatz zum Vorjahre, mit dem Siege de« Ke­gelklubs .Gut Holz". Der Sieger errang 2241, der Gegner 2147 Holz.

Entdeckung eines Erzlagers an der Eder

WER. Kassel, 15. Sept. 3n der Nähe von Allendorf a. d. Eder find in einer Tiefe von etwa sechs Meter Erzlager entdeckt worden, die Schwefel Silber und Gold enthalten feilen. Der Gehalt dieser Metalle soll ziemlich beträchtllich sein.

Oie Herbsttagung der OLG.

Fortsetzung der Ausschußarbeit.

Darmstadt, 14. Sept. (WSR.) 3n 2 7 Son­derausschüssen wurden heute die Arbeiten der Deutschen Landwirtschafts-Ge­sell I ch a fl aus der Darmstädter Herbsttagung fortgesetzt. Sine Reihe von Ausschüssen, so die Sonderausschüsse sür Fleisch-Schafzucht, für Me­rino-Zucht, Landschaf-Zucht. Fleisch-Woll-Schas- zucht, für die Zucht des Landschweines, des ver­edelten Landschweines. deS Edelfchweine« und deS Derks hi re-Schweine«. berieten u. a. die De» ftimmungen der Schauordnung für die Mann­heimer Wanderausstellung (31. Mai bi- 5. Juni 1932) und nahmen eine Reihe abänbernber An­träge an. Der Sonderausschutz für Rin- der-Lelstungsprüfungen besprach die nifünftigc Gestaltung deS deutschen Rinder-Lei- ftungSbuchS und nahm den Dericht über den Stand des Kontrollvereinswesens in Deutschland entgegen. Darin wurde gesagt, datz im Jahre 1930 eine weitere erfreuliche Zunahme der Kon- trollvereine auf über 3000 sestzustellen ist. Der JahreS-Milchertraa der Kontrollkuh stieg im Mittel auf 3795 Kilo (gegenüber einem Durch- IchnittS-Milchertrog von 2220 Liter in Deutsch­land). 3m Sonderausschutz für Ziegen­zucht wurden die Erfahrungen erörtert, die mit dem ersten Zieoen-Leistungspreiswettbewerb auf der Wanderausstellung in Hannover gemacht wurden. Die Einrichtung einer Ziegenmilch-Kost­halle wurde für Mannheim wieder in Aussicht genommen. 3m Sonderausschutz für den Tabakbau wurde über daS Ergebnis der vor­jährigen Tabak-Düngungs- und Sortenversuche, sowie über den Stand der 1931 eingeleiteten versuche Dericht erstattet. 3m Sonderausschutz für Futterpflanzenzüchtung berichtete Dr. Wick über die Ergebnisse der Rotklee- und Luzerne-Versuche der lachten Versuch-Periode. Die Ergebnisse der Maissortenversuche wurden im Sonderausschutz für MaiS mitgeteilt. 3m Anschluh daran erörterte Güterdirektor Dutz (Rastatt) die Matznahmen, die für den besseren Absatz inländkschen MaiSsaatguteS zu treffen sind. Sine Reihe bemerkenswerter Fragen wurde auch im Sonderausschutz für Landarbeit behandelt. Die Wirtschaftlichkeit der Kuh-An­spannung und im Anschluh daran die Frage der Diel-Anspannung wurden aus der Grundlage der vorliegenden Erfahrungen ausführlich erörtert und die Pläne für die Landarbeitsausstellung auf der Mannheimer Wanderschau eingehend be­raten. Auch daS bauswirtschaftliche Beratungs- wesen und die mancherlei mit der Hauswirt­schaft verbundenen Bestrebungen fanden in den

Sonderausschüssen für Hauswirtschaft eingehende Besprechung.

Beginn veröffentlichen Versammlungen

Darmstadt, 15. Sept. (WSR.) Die dies­jährige Herbst tagung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft brachte heute den Beginn der öffentlichen Versammlungen mit den Beratungen der

Düngerabteilung

unter dem Vorsitz von Rittergutsbesitzer S ch u - r i a (Zeestow). Der Vorsitzende erinnert zu­nächst an die Verdienste deS grotzen Agrikultur- chennkers 3ustus von Liebig. Dann sprach Rittergutsbesitzer Honig (Karnitz) über .Er­fahrungen mit eigenen Düngungs­versuche n". 3n einjährigen Mangelversuchen, die seit zwölf 3ahren durchgeführt wurden, war die Stickstoffwirkung immer gut, die Phosphor- fäure- und Kaliwirkung unbedeutend, auch Pa­tentkali gab keine Mehrerträge. 3n einem seit acht 3ahren durchgeführten Dauerversuch zum System Aereboe zeigte sich-eine wesentliche Phos­phorsäurewirkung besonder- darin, datz auf den phosphorsäuregeoüngten Stücken der Stickstoff viel besser zur Wirkung kam.

Einen zweiten Vortrag über den .Stallmist und seine Pflege" hielt Professor Dr. Hans Wi eh mann (Harleshausen). Gr ging davon auS, dah die Erträge schon nach kurzer Zeit wegen unzureichender Dodengare zuruckgehen, wenn die Stallmistdüngung vernachlässigt wird. Anscheinend widersprechende dänische Versuche dürfe man nicht ohne weitere- auf deutsche Ver­hältnisse übertragen. Auf guten Böden würde in Ausnahmefällen auch bet uns eine Mineral­düngung ohne Stallmist Erfolge bringen. Da das aber Ausnahmen seien, müsse für zweckmäßige Behandlung deS Stallmistes durch Schuh vor Sonne. Wind und Regen gesorgt und in der Art der Aufstapelung eine Mistvorratswirtschaft betrieben werden. Am besten und billigsten wer­den diese Forderungen durch daS Kastlverfahren von Kommissar Henkel erfüllt. Bei den groben Vorzügen der lotrechten Aufstapelung des Mistes gegenüber der waagerechten empfehle es sich, bei der Reuanlage einer Düngerstätte daraus Rück­sicht zu nehmen.

3n der unter dem Vorsitz von Frau B u r g - Dörg stattfindenden Versammlung zur Förderung der

Hauswirtschaft wurde überUmstellung der ländlichen Haushaltung ohne Geldkosten" gespro­chen. Frl. Koch von der Landwirtschaftskammer

Das bißchen Erde.

Vornan von Richard Glowronnel.

Copyright by I. Engelhorns Rachf., Stuttgart

33 Fortsetzung Nachdruck verboten

.Ah nein", sagte Malte und legte die schwere Faust auf den Tisch, ,ich sehe es so klar und deutlich vor mir, wie hier die Schrift auf dem Aktendeckel!" Und er erhob seine Stimme: .Wenn das Wort in der Urkunde fehlt, dann ist diese Urkunde gefälscht!"

Der hagere Heine Mann auf der andern Seite des Schreibtisches sprang auf und sah ihn schier entsetzt an.

.Um GotteS willen, Herr Graf, daS ist eine Behauptung... Sie sprechen von Seiner Exzel­lenz dein Herrn Erblandmarschall Grasen Röm­nitz!! Dem ersten und angesehensten Edelmanne nicht nur hier unsers Kreises, sondern weit dar­über hinaus..

.3awdhl". sagte Malte nachdrücklich, .von meinem Onkel Ehristoph auf Hohenrömnitz! Der mir mein Erbe nicht gegönnt hat Dom ersten Zage, wo ich auf der Welt war. weil er mich Hatzte, wie ... nun wie meinen verstorbenen Vater nur noch! 'ne Stunde lang mühte ich 3hnen erzählen, alte Geschichten ausbubbeln, woher das alle« gekommen ist mir selbst sind erst vor kurzer Zeit die Augen aufgegangen. Aber jetzt begreifen Sie wohl, wesbalb die beiden Ab­schriften haben verschwinden müssen, die eine aus meinem Schranke in Vellahn, die andre au« den Akten? ..."

.Höchst seltsam in der Tat! Und wenn man dazuhält, dah der Herr Erblandmarschall aus seiner zweiten Ehe wirklich auf Rachkommenschaft zu rechnen hat..

.Ra dann kommen Sie", drängte Malte, »wir nehmen sofort einen Wagen und fahren nach Hohenrömnitz hinaus. Mein Onkel hat mir ja zugesichert, ich dürfte das Dokument jederzeit ent­legen ..

Der Rechtsanwalt war in der Stube auf und ab gegangen, die Hände auf den Rücken ge­schlagen. Jetzt blieb er stehen und schüttelte den Kops mit den an der Schläfe schon grau ge­erbten Haaren.

.Mein lieber Herr Graf, das dürste uns wenig helfen. Gesetzt den Fall, Sie hätten recht: die Technik ist heutzutage auch auf diesem Gebiete o weit vorgeschritten, dah uns der Herr Erb- andmarschall die Urkunde getrost zur Ansicht Erlegen dürfte! Wir würden nichts herausfinden. Falls wir aber, was ich nebenbei auch noch be­zweifle, einen Gerichtsbeschluß durchsetzen, sie zur

Prüfung durch Sachverständige für einige Zeit in die Hand au bekommen... ja dann, fürchte ich, wird sie ebenso verschwinden wie ihre beiden Ab­schriften. Der Zufälle gibt es viele auf der Welt. Weshalb sollte in Hohenrömnitz zum Beispiel nicht plötzlich mal ein Brand ausbrechen? ..

.3a dann aber, sagte Malte eifrig, .wäre doch für jeden vernünftigen Menschen die Be­weiskette geschlossen. Dann läge es doch Har auf der Hand, dah mein Onkel in seinem blinden Hatz auch vor diesem letzten Mittel nicht..

.Einen Augenblick, Herr Graf", unterbrach ihn der andre, .haben Sie vorhin bemerkt, wie entsetzt ich auffuhr, al« Sie hier 3hren Verdacht äußerten?

.Allerdings..

.Run sehen Sie, genau so wird eS dem Herrn Staatsanwalt gehen, wenn er unsre Anzeige in die Hand bekommt, ,11m GotteS willen", wird er sagen. ,daS ist ja eine ganz unerhörte Ver­leumdung gegen unfern allverehrten Herrn Erb­landmarschall! Und aus so wenig substantiierte, man könnte fast sagen, frivole Behauptungen hin leite ich ein Verfahren selbstverständlich nicht ein!' ... Also wir bekommen einen abschlägigen Be­scheid. beschweren uns beim Landgericht inWaren. Dort dieselbe Geschichte, allgemeines Entsetzen, die Beschwerde wird glatt abgewiesen... Und da möchte ich doch sagen, die ganze Sache sieht mir sehr nach einem anständigen Vergleiche aus. Wenn ich Eie vorhin recht verstanden habe, ist 3hnen von feiten Ihres Herrn Onkels für den Verzicht auf die Erbfolge das Lehnsgut Vellahn geboten worden, zu ewigem Besitz für sich und Ihre Rachkommen ...

Malte schnitt mit der flachen Hand durch die Luft.

»Diesen Vergleich habe ich schon abgelehnt. Eher verrecke ich wie ein Hund an der Straße, ehe ich aus der Hand meines Onkels ein Almosen annehme!"

.Run, wandte der andre ein, »Almosen ist wohl kaum der richtige Ausdruck. Vellahn um­faßt meines Wissens etwa viertausend Morgen guten Acker, Wald und Wiesen... Außerdem wäre da vielleicht auch noch manches andre zu überlegen. Die Frage zum Beispiel, ob das Kind, das der Herr Erblandmarschall erwartet, auch am Leben bleibt. 3n diesem Falle würde doch wieder 3 h r Erbrecht in Kraft treten?!... Und ich gehe wohl nicht fehl, dah die Gegenpartei in Anbetracht der besonderen Umstände auch zu weiteren Zugeständnissen bereit sein würde... Wenn Sie also die Unterhandlungen mit anver- traucn wollten, würde ich mich wohl anheischig machen..

Walte unterbrach ihn rauh.

.Heihen Dank, Herr Rechtsanwalt, mit meinem Herrn Onkel unterhandle ich nicht mehr. 3ch will

Kiel behandelte die zweckmäßige Ernährung auS wirttzchaftsetgenen Mitteln. Die Hausfrau müsse sich darauf umstellen, mit dem geringsten Auf­wand an Bargeld und unter bestmöglichster Ver­wendung wirllchastseigener Erzeugnisse die Er­nährung ihrer Familie auf eine gesunde Grund­lage zu stellen, ohne das Arbeitsmatz der Land­frau zu erhöhen. Hier hätten bie ländlichen Hausfrauenvereine und Hauswirtschaftsschulen eine bevorzugte Ausgabe. ..Die zeitgemäße Umstellung in der Haushaltsfüh­rung" ergänzte Frau Dr. von Strantz au« Pommritz an Hand de« FilmSWie sich die Bauersfrau die Arbeit erleichtern kann.

3n der Versammlung der

Schweinezuchtabteilung

beschäftigte man sich unter dem Vorsitz von Oekonomierat Hoffman n-Hof Güll (Kr.Gietzen) insbesondere mit der Schauordnung und dem Preisausschreiben für die Wanderausstellung Mannheim 1932. Landwirtschaftsrat Dr. Stock- kl a u S n e r - Grub sprach über die Schweinestall­hygiene. um vor allem Seuchen abzuwehren. Die hygienischen Maßnahmen mühten insbesondere durch vernünftige Zucht unterstützt werden.

3n der Versammlung der

Geraleabteilung

stand die Beratung der Mannheimer Wander­ausstellung im Vordergrund. Die Vorträge von Dr. Köhler (Greifenhagen) über Mechanisie­rungsfragen im bäuerlichen 'Betrieb und von Oekonomierat D e b I i n g e r (Weilerhos) waren auf die besonderen technischen 3ntercffcn der klei­neren Betriebe abgestellt. Unter den heutigen Ver­hältnissen werde man eine Verbilligung des Ar­beitsvorganges zunächst eher durch landarbeits­technische Maßnahmen, als durch Maschinenver­wendung erreichen können. Anschließend sprach Diplomlandwirt Steinmetz (Durlach) über die Bedeutung landwirtschaftlicher Handarbeit-geräte.

3n der Versammlung zur

Förderung der Landarbeit sprach Gutsbesitzer Wolf (Albig) über arbeit* wirtschaftliche Fingerzeige für die füd» und west» deutschen Bauern und Winzer unter besonderer Berücksichtigung der Flurbereinigung. G« wurde insbesondere hervorgehoben, daß e« gelingen müsse, die Arbeitsspitzen sowohl im Weinbau, wie im Ackerbau durch entsprechende Arbeitsvertei­lung und Arbeitsverfahren zu beseitigen. Die Ausführungen wurden ergänzt durch Diplom- landwirt Sonin au« Ludwig-burg, der daraus hinwies, dah der bei unS zerstückelte Betrieb be­sonder- grobe Ansorderungen an den Betriebs­leiter und an die mit arbeitenden Familienmitglie­der (teilen. Durch einen den Derh c.nge-

pahten Feldbau könne der große wirtschaftliche Leerlauf und der grobe Wegeanteil verringert, die Durchführung der Arbeiten erleichtert und ge­sichert werden.

Eine KolonialrKundgebung.

Den Abendvvrtrag bildete ein Referat von Dr. Arthur D i y (Berlin) über »D i e R o t w e n d i g- leit von Kolonialbesitz für bie beut- s ch e Wirtschaft, InSbesonbere b le Landwirtschas t". Der Redner erklärte, daß die hohe Bedeutung kolonialer Absatzmärkte zwar in erster Linie für die 3nbuftrie gelte, doch inter­essiere sich auch bie Landwirtschaft an kolonialem Besitz au« drei Gesichtspunkten heraus: an der Gewinnung überseeischen Siedlungsbodens für überschüssige ländliche "Bvlkskrast. an der Ver­sorgung mit Rohstossen, deren Erzeugnisse auch von der Landwirtschaft benötigt werden, und in gewissem Umfang auch an kolonialen Absatz­märkten. Die Landwirtschaft benötige Baumwolle und Sisalhanf. sowie koloniale Pflanzenfette, bereit inbuftrielle Rückstände als Futtermittel für bie Lanbwirtschaft von hohem Wert finb. Was ben Absatz auf ben kolonialen Märkten anbetrefe, so komme für bie Landwirtschaft vor allen Dingen der Absatz von Zuchttieren aller Art und von Sämereien in Betracht.

ÖJ.-fporl

Handball der Sp.-Vg. 1900.

1900 l BfC. Wetzlar I 4:4 (1:1).

Das DerbandSsplel der beiden DSB.-Vereine fiestaltete sich zu einem schnellen, in jeder Phase bannendem Kamps. Da beide Mannschaften in starker Aufstellung erschienen waren, stand das Tressen auch spielkulturell auf beachtlicher Stufe. Der VfL. ging in der Mitte der ersten Halbzeit durch einen Strafwurf in Führung. 1900 glich jedoch bald aus. Rach Seitenwechsel hielt das scharfe Tempo weiter an. Die Wetzlarer rissen erneut die Führung an sich. Durch einen unmittel­bar an ben Wiederanwurf geschickt vorgetragenen Angriff holten die Epielvereinigungsleute durch schönen Wurf von Betz den Vorsprung auf. Als dann die Gäste erneut zwei Tore vorlegten, schien das Spiel für die Einheimischen verloren. 3n- dessen schwangen sich die 1900er noch einmal zu einer Energieleistung auf. Zunächst buchte Kaiser für sie den dritten Treffer, und in der letzten Minute war es Wolf vergönnt, den Ausgleich zu erzielen. Das Unentschieden wird dem Spiel­verlauf gerecht. Das jederzeit faire Spiel hatte in Weber (Pol. Butzbach) einen ausgezeich­neten Leiter.

Iugendklubkampf SV. Wehlar gegen Sp.-Vg. 1900 Gießen 3:5.

Die 3ugenb* und Schülermannschaften waren von SD. Wetzlar zu einem Fuhball-Klubkampf eingeladen. Die 1- unb, 2.3ugenb sowie bie 1. unb 2. Schüler beteiligten sich baran unb kehrten

mit einem schönen Erfolg heim, inbem sie den Kamps mit 5:3 Gesamtpunkten zu ihren Gunsten entschieben.

Den Kamps eröffneten die 2. Schüler. ES war ein verteiltes Spiel zweier gleichwertiger Mann­schaften und endete 0:0. Au« dem darauf­folgenden Spiel der 1. Schüler wurde Wetzlar bestimmt als Sieger erwartet. 1900 schlug sich aber überraschend gut und zeigte groben Wider­stand. Das Spiel endete unentschieden 1:1.

Dann mähen die 1.3ugendmannschasten ihre Kräfte. Wetzlar stellte die wuchtigere, kräftigere Elf, dafür war 1900 technisch besser und schneller am Ball, namentlich der Sturm zeigte sich von einer sehr guten Seite. Gießen ging bald nach schöner Kombination in Führung, doch Wetzlar kann durch Handelsmeter auSgleichen. BiS zur Halbzeit zeigten die Mannschaften gute Leistun­gen im Feldspiel. Rach einem hartnäckigen Kampf erzielte beim Stand von 3:3 der Mittelstürmer der 1900er durch einen Kopfball das Siegestor. Zum Schluß trafen bie 2. 3ugendmannschaften aufeinanber, die daS dritte unentschiedene Er­gebnis, unb zwar 1:1 erkämpften Beide Mann­schaften zeigten nicht viel. DaS Spiel gefiel nicht.

Radsport.

®RD. v. 1885 RC. v. 1895 Jranffurt-Oberrab 0:3 (0:2).

Am Sonntag weilte die 1. Rasenradballmannschaft des Gießener Radfahr-Vereins von 1885 bei dem Deutschen unb Weltmeister.Radklub von 1895 Frank, furt a. M.-Oberrad zu Gast. Die Gießener Mannschaft

nichts weiter als mein Recht. Und deshalb bin ich zu 3hnen gekommen. Cs muh doch noch irgend­einen andern Weg geben, ihm ans Leder zu gehen? Richt nur durch diesen Herrn Staats­anwalt, der vor Respekt gleich zusammenklappen würde wie ein Taschenmesser!...

»O ja. gewih. bie Zivilklage. Wer bas ist eine ©ebulb- unb Geldsache mit höchst zweifelhaftem Ausgange. Ehe sie entschieden wird in letzter 3nstanz, kann 3hr ganzes Geschlecht ausgestorben sein, unb für bie Gerichtskosten würbe wohl bas Lehnsgut Vellahn nicht ausreichen in Ansehung bes riesigen Objektes. Das ist natürlich ein wenig übertrieben, fügte ber Rechtsanwalt hinzu, »aber eins bleibt jebcnfall« bestehen: ein gehörige« Stück Gelb ist zu bem Prozesse nötig!

»O weh, sagte Malte mit einem verlegenen Lächeln, »damit sieht's freilich nicht sehr festlich aus. Unter uns, ich bin ein ziemlich armes Luder. Auf dem Speicher ein paar Wispel Wei­zen und Roggen. Auherdem noch etwa achttausend Mark bares Geld in Gestalt eine« Guthabens bei der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank in Waren. 3ch fürchte, das wird für ben Prozeß nicht ganz reichen? ..

»Bei der Landwirtschaftlichen Genossenschafts­bank in Waren?

Heber das blasse Stubenhockergesicht deS Rechtsanwalts glitt ein mitleidiger Schimmer. Er reichte seinem Klienten ein Zeitungsblatt vom Tische: »Da, bitte, lesen Sie, Herr Gras!"

Malte streckte die Hand aus. Die Buchstaben tanzten ihm vor den Augen. Gerade nur die Überschrift hatte er gelesen, »Fallissement der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank in Wa­ren", bann knüllte er das Blatt in der Faust, lieh sich schwer in den Stuhl zurücksinken. »Mein Herr Onkel scheint wirklich mit dem lieben Gott in einem ganz befonbern Verhältnis zu stehen", sagte er heiser »Kaum vor vier Stunden gab er mir ben Rat, mein bihchen Geld nicht in einem Prozeh zu verplempern, und jetzt ist's schon fort..."

Der andre trat zu ihm, legte leise bie Hand auf seine Schulter.

»Es ist ein harter Schlag. Herr Gras. Wer vielleicht ist's auch ein Fingerzeig. 3ch an 3hrer Stelle würde es mir jetzt noch einmal überlegen, ob der gebotene Vergleich unter diesen Umständen einem aussichtslosen Prozesse nicht vorzuziehen wäre..

Malte sah ihn feindselig an.

»Sind Sie mein Rechtsanwalt ober ber meines Onkels?... Unb nicht ganz so schroff fügte er hinzu: »Sie können sich vielleicht in die Gedankengänge von unfereinem nicht ganz hin- einversetzen! Da wächst man auf als Erbe des

gröhten Besitzes im ganzen Lande, wird vom Schicksal hin und her geschmissen, kehrt glücklich heim mit tausend guten Vorsätzen in der Brust, und mit einem Male wankt das alle«. Heim­tückisch hat 3hnen einer den Boden unter den Fühen weggezogen. Da sucht der bedächtige Bür­gersmann wohl nach einer rettenden Planke, unsereins aber greift nach der Gurgel des Geg­ners: du oder ich, und Wenn s nicht anders geht, wir alle beide...' Er sah einen Augenblick starr geradeaus mit zusammengebissenen Zähnen... »Ra, ist gut! Was bin ich 3hnen für die Kon­sultation schuldig?

»Herr Graf', sagte der andre, »ich hätte 3hnen gerne geholfen, aber Sie haben meinen Rat ja nicht annehmen wollen. Was nun das Honorar angeht... Einer 3hrer Taglöhner, der Heinrich Fiedler, prozessiert gegen Die Vellahner GutS- Dertoaltung wegen ungerechtfertigter Lohnabzüge. Er ist unzweifelhaft im Recht, aber 3hr Verwal­ter Dergemann macht allerhand Einwendungen, die nur schwer zu widerlegen sind..

.3d) habe verstanden", erwiderte Malte, wollte ihm die Hand schütteln. Ad-r der kleine Rechts­anwalt stand schon in der Tür zum Wartezimmer, aus dem der bittere Armeleutegeruch gleich einer Wolke drang...

.Empfehle mich bestens, Herr Graf, und der Rächste, wenn ich bitten darf---

Unten im Flur muhte Malte sich ein paar Augenblicke lang gegen die Wand lehnen, ehe er wieder ins Helle binaustrat. Ein Gefühl ber Verlaffenheil und Ohnmacht war übet ihn ge­kommen, lähmte feine Knie. Drauhen, durch bie halbgeöffnete Tür beutlich erkennbar, hob sich am schmalen Ende bcs Marktplätze« bie alte Etadtkirche Ein verwitterter Ziegelbau. der nach ber Uebctlieferung aus bem vierzehnten 3ahr- hunbert stammte. Daneben ber runde Glocken­turm. ein truhiges und hochragendes Bauwerk aus unbehauenen Findlingssteinen wie ber'Burg- fried der Hohenrömnitz. Die 3ahrhunderte hatten ihm nichts anhaben können, fest und ausrecht stand et da. Ein kleiner Dackel sprang kläffend an feinem Fuhe herum... da muhte Malte fast auflachen: das wat das rechte Bild! Der feste Turm da drüben bet Herr ber Hohenrömnitz, das kleine Hündchen aber er. Et konnte soviel kläffen, als er wollte, ber Turm blieb stehen... Und da beschlich ihn wieder der alte Kleinmut: ob e« doch nicht besser wäre, demütig mit dem yorlieb- zunehmen. was er vorhin verächtlich ein Almosen genannt hatte?... Ein Grauen kroch ihm den Rücken entlang, wenn er an die Zukunft dachte..» Alles ringsum trieb ihn wieder auf ben dunkeln Weg, den er damals gemieden hatte...

(Fortsetzung folgt.)