Ausgabe 
16.7.1931
 
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Wird Frankreich sich an einer Hilfsaktion beteiligen?

Frankreichs große Chance.

Deutschland hat mit heroischer Selbstbesinnung den Kamps gegen die Finanzkrise ausgenommen. Die Hoffnung, daß das Ausland verständnisvoll dieses schwere Ringen unterstützen würde, hat sich wenigstens bislang nicht erfüllt. Wohl hat man uns ermutigende Worte gesagt, die Möglichkeit einer Hilfe auch ausgiebig erörtert, aber die ent­sprechenden Taten sind leider nicht gefolgt. Das europäische Solidaritätsgefühl, das früher so leb­haft gepriesen wurde, erwies sich als eine leere Phrase. Unter diesen Llmständen blieb Deutsch­land keine andere Möglichkeit, als den Versuch zu unternehmen, allein und aus eigener Kraft heraus der schwierigen Lage Herr zu werden. Die Reichsregierung ist dem deutschen Volke mit gutem Beispiel vorangegangen. Sie hat nicht verzagt kapituliert, sondern in rastloser Arbeit, die Tag und Rächt in Anspruch nahm, dem drohenden Chaos ent­gegengewirkt. Wir wissen, daß jedem einzelnen harte Einschränkungen beoorstehen, aber wir dürfen, hof­fen, daß die von der Regierung getroffenen Maß­nahmen geeignet sind, eine Sanierung der deutschen Wirtschaft herbeizuführen. Ein Volk, das entschlossen ist, sein Schicksal zu meistern und das sich ver­trauensvoll hinter seine Führung stellt, kann nicht zugrunde gehen. Die eingeleitete deutsche Selbsthilfe schafft zugleich die Möglichkeit, daß das Ausland, das sich bisher noch zögernd abseits hielt, wieder Vertrauen zu uns faßt und damit eine schnel­lere Ueberwindung der gegenwärtigen Notlage sich anbahnt.

Alle Verhandlungen, die bisher geführt wor­den sind, und alle aus dem Ausland eintref­fenden Rachrichten weisen uns immer wieder darauf hin, dah die Entscheidung über eine aus­reichende fremde Hilfe in Paris zu suchen -ist. Selbst wenn sich die Meldung bewahrheiten sollte, dah in amerikanischen Kreisen eine Aktion für Deutschland ohne französische Beteiligung erörtert wovden sei, wird man doch damit rechnen müssen, dah die anderen Staaten eine Hilfe aus 'lange Sicht und auf die kommt es für Deutschland an ohne Frankreich nicht in die Wege leiten. Gerade Paris aber hat bisher für die deutschen Schwierigkeiten wenig Der- ständnis gezeigt. Die französische Presse hat bis in die letzten Tage hinein den Eindruck zu erwecken versucht, als wenn Deutschland seine Rot mahlvs übertreibe. Es hat auch nicht an Stimmen gefehlt, die der Meinung Ausdruck gaben, dah Frankreich durch die deutsche Krise nur gewinnen könne. Man wird an­nehmen können, dah die amtlichen Pariser Stellen diesen Standpunkt nicht teilen, aber auch das offizielle Frankreich nimmt eine Haltung ein, die sich noch immer von der bei der Annahme des Hooverplanes bewiesenen Kurzsichtigkeit nicht frei zu machen vermochte. Gewiß, man hat offiziell Deutschland gegenüber keine politischen Forde­rungen gestellt, aber es ist doch kein Zweifel dar­über geblieben, dah Frankreich eine etwaige Hilfe von der Erfüllung politischer Garantien ab­hängig zu machen gedachte. Die deutsche Re­gierung muhte ein solches Ansinnen ablehnen. Es ist nicht zu leugnen, dah die deutsch-französischen Beziehungen sich dadurch verschlechtert haben und dah in Deutschland ein Gefühl starker Verbitte­rung Platz greifen mußte. Mit Sentiments allein aber ist keine Politik zu machen.

Frankreich ist eine beispiellose Chance geboten, die es ermöglichen würde, das deutsch-französische . Verhältnis auf eine ganz andere Grund­lage zu stellen. Es bedarf nur eines gewissen psy­chologischen Verständnisses in Paris, um zu der Erkenntnis zu gelangen, daß Frankreich als der glücklichere der beiden Partner den ersten Schritt zur Wendung der Dinge tun muß. Es ist dazu mühelos in der Lage. Wenn es sich heute aufrafft, um sich entschlossen an die Spitze einer Kreditaktion für Deutschland zu stellen, schafft es damit eine Atmosphäre, die nicht ohne günstige Folgen blei­ben kann. Viele Sünden der Vergangenheit würden damit gut gemacht werden können. Es böte sich die Möglichkeit zu einer wirtschaftlichen Zusammen­arbeit, die die Aussicht auf eine grundlegende Besse­rung auch der politischen Beziehungen eröffnete. Der Besuch der deutschen Staatsmänner in Paris könnte unter diesen Umständen eine Schicksalswende für Europa bedeuten.

Frankreich hat sich so oft als den Verfechter der europäischen 3dee hingestellt. Es hat jetz-t Gelegenheit, zu beweisen, daß es ihm ernst i st mit seiner Sorge um Europa. Denn nicht nur um Deutschland geht es im Augenblick. Die Schwierigkeiten, die wir gegenwärtig durch­leben, wirken sich bereits drastisch im mitteleuro­päischen Raume aus. Die letzten Rachrichten aus Oesterreich, Ungarn und Rumänien sind, wie es heißt, in Paris bereits mit Besorgnis ausge­nommen worden. Will man es dahin kommen lasten? dah ganz Mitteleuropa in einen chaotischen Zustand gerät? Es hat beinahe den Anschein, als ob es in Paris zu dämmern be­ginnt, daß ein weiteres Abseitsstehen verhäng­nisvoll wäre und dah eine entschiedene Initia­tive im wohlverstandenen eigenen Interesse Frank­reichs läge. Richt nur Deutschland, alle Welt wartet auf Frankreich. Roch ist es Zeit, das erschütterte Vertrauen wiederherzustellen, Frankreich braucht nur die große Gelegenheit zu nutzen, die ihm noch einmal geboten ist.

Stimson und Henderson in Paris.

Rege Bermittlerarbeit der beiden Außenminister.

Paris. 15. Füll. (TU.) 3n Paris früh­stückt man hinter wohlbehüteten Türen und läHt von den Tafelgesprächen hochpolitischer Ratur keinen Laut an die Oeffentlichleit dringen. 3e tiefer das amtliche Schweigen ist, um so leb­hafter schwirren die Gerüchte und um so bren­nender wird die Frage, ob Henderson tatsächlich mit einer v o rg ez e ichne ten politi­schen Marschroute nach Paris gekommen ist und die Vermittlerrolle zwischen Frank­reich und Deutschland zu übernähmen gedenkt. Ger englische Außenminister hat am Mittwoch- Vormittag prvgrammähig die Pariser Kolvnial- ausstellung besucht. 3m Anschluß daran stattete er Außenminister Br i and einen Besuch ab, mit dem er auch am Quai d'Orsay frühstückte. Qln dem Essen nahmen außerdem der Minister- präsident, der Finanzminister und der Kolonial- amnifter teil. Man vermutet, daß neben der im

Mittelpunkt stehenden Erörterung der deutschen Finanzlage die Frage der französisch-ita­lienischen Flottenverständigung eine besondere Rolle spielt. Henderlvn soll angeblich auS London einen ganz bestimmten Plan mitge- bvacht haben, der ein für beide Parteien annehm­bares Kompromiß darstellen soll. Wie ande­rerseits verlautet, habe er die Absicht, auf die französische Regierung einzuwirken, den geplanten Dau des 23 000-t-Panzcrkreuzers aufzuge­ben. um dadurch Deutschland moralisch zu verpflichten, auch seinerseits auf die Durch­führung des Flottenbauprogramms zu verzich­ten.

Der amerikanische Staatssekretär Stimson traf am Mittwochnachmittag, aus Rom kommend, in Paris ein. Auch Stimson soll angeblich mit gewissen Vorschlägen am die französische Regie­rung herantteten, die geeignet seien, eine Ver­ständigung mit Italien herbeizuführen. Da an dem vom Donnerstag vom amerikanischen Botschafter in Paris gegebenen Frühstück neben den französischen Ministern auch der englische Außenminister Henderson teilnahm, nimmt man an, daß sich bei dieser Gelegenheit die Vertreter der drei Großmächte eingehend über dieLage in Deutschland unterhalten haben, um da­bei die Möglichkeit zu erörtern, die im Augen­blick für eine Hilfsaktion besteht.

Frankreichs Bedingungen.

Finanzielle Garantieen und Besserung der politischen Atmosphäre.

Paris, 15.Juli. (WTB.) Die havasagenlur beschäftigt sich in einer Auslassung mit den Unter­redungen zwischen Staatssekretär Stimson, Staatssekretär Henderson und Ministerpräsident Laval und stellt weitere Unterhandlungen in Aus­sicht. Außerdem wird in der Auslassung darauf hin- gewiesen, daß der französische Minister- r a t, der am Freitag Zusammentritt, sich ebenfalls mit dem Problem beschäftigen wird, das der Gegen­stand der Aussprache der Minister gewesen ist, näm­lich mit der Frage einer eventuellen finanziel-

len Hilfe f ü r Deutschland. Es heißt in dieser Auslassung:

So, wie die Dinge augenblicklich liegen, wird die öffentliche Meinung Frankreichs, die weit davon entfernt ist, sich über die gegenwärtige Lage in Deutschland zu freuen und ohne die Verantwortlich­keit der Lage zu untersuchen, sich nicht wei­gern. einer eventuellen finanziellen französischen Mitwirkung ins Auge zu blicken. Die franzö­sische öffentliche Meinung verkennt in der Tat nicht, daß der Krieg eine mehr und mehr gegenseitige Abhängigkeit der Völker zur Folge ge­habt hat, und Frankreich verneint nicht die Ver­pflichtung der internationalen Soli­darität. Aber die Erfahrungen, die man in den letzten Jahren mit den Beziehungen zu Deutschland gemacht habe, dürften fatalerweise die Leiter der französischen Politik nicht dazu führen, das fran­zösische Nationalvermögen in gewagten Ope­rationen anzulegen. Deswegen kommt für Frank­reich nicht in Frage, Deutschland Kredite zu eröffnen, ohne dah es als Gegenleistung s u b st a n - zlelle Garantien gibt, welche durch ein gemeinsames Abkommen der inter­essierten Finanzmini st er festgelegl werden müssen. Die ins Auge gefaßte Operation wird tat­sächlich von solchen Ausmaßen sein, daß sie nicht ohne die Mitarbeit der amerikani­schen, englischen und französischen Banken gelingen werde, die sich zu einer gemeinsamen Anstrengung vereini­gen müßten, und die ihnen gleiche Rechte und gleiche Interessen geben würden. Es versteht sich von selbst, daß diese technischen Bedingungen nicht genügen würden, um die deutsche Währung zu retten, wenn sich nicht während der Periode der Wiederaufrichtung von einer politischen Stabilität begleitet fein werde, ohne die ein internationales Vertrauen und Kredite nicht möglich seien.

Wie wird Frankreich sich entscheiden?

Vor neuen Besprechungen.

Paris, 16.3ult. (WTB. Funkspr.) Heute, vor der Abreise Hendersons nach Berlin, wird, wie die Morgenpresse betätigt, eine be­deutsame Besprechung zwischen den bei­den angelsächsischen Ministern und Ministerpräsi­dent Laval in Anwesenheit der zuständigen Fachminister stattfinden. Es ist anzunehmen wenigstens lassen die Auslassungen der Morgen­presse darauf schließen daß alsdann die Stellung der französischen Regie­rung zur Frage einer Deutschland zu gewähren­den größeren Anleihe festgelegt sein wird, so dah der britische Staatssekretär in der Lage sein werde, die Reichsregierung über die Möglich­keiten der zu ergreifenden Maßnahmen zu unter­richten. Mehrere Blätter scheinen diesen Weg allerdings nicht für den rechten zu halten und fordern eine direkte deutsch-fran­zösische Aussprache und Verständi­gung. Schon die Agentur Havas hat in dem oben wiedergegebenen Kommunique die Be­reitwilligkeit der Franzosen, sich an einer Kreditoperation zu betätigen, festgestellt, und die Morgenpresse bestätigt diese Auffassung.

Petit Parisien" schreibt: Die Bespre­chung am Quai d'Orsay hat einem allgemeinen Meinungsaustausch über die Rotwendigkeit ge­dient, Deutschland zu helfen, falls es den aus­drücklichen Wunsch äußert und zu diesem Zweck eine günstige politische Atmosphäre schafft, ohne die das für den deutschen Kredit so unerläßliche Vertrauen nicht wiederkehren könnte. Der englische und der französische Standpunkt stimmen hierin durchaus überein. Höchstens könnte man auf die Verschiedenheit aufmerksam machen, daß die englische Regierung, wie übrigens auch die Vereinigten Staaten, die Frage der finan­ziellen Hilfeleistung und der polittschen Garan­tien mit dem Abrüstungsproblem ver­binden und so die Vorbereitung der Abrü­stungskonferenz von 1932 erleichtern müßte. Die rechtsstehenden Blätter, die der Mission Hender­son ausgesprochen mißtrauisch gegenüberstehen, verlangen eine politische Einigung zwi­schen Deutschland und Frankreich als Vorauss ehung einer finanziellen Aktion und geben zu verstehen, daß Frankreich für die Regelung seiner Beziehungen zu Deutsch­land der englischen Vermittlung nicht bedürfe.

Was sagt man in England und Amerika.

Zuversicht in Reuyork.

Reuhork, 15. 3uli. (WTB.) Die Morgen­blätter sind sichtlich bemüht, der durch die gest­rigen Rachrichten aus Europa verursachten Be­unruhigung, die in grotesken ^leberschriften der Sensattonspresse ihren Ausdruck fand, ent­gegenzutreten. Sie warnen das Publi­kum davor, unkontrollierbaren Gerüch­ten Glauben zu schenken.Rew Bork Times"' mel­det aus offiziellen Kreisen aus Washington, daß man eine gewisse Erleichterung der deutschen Krise sehe.Herold Tribüne" hebt aus der glei­chen Quelle hervor, daß die von der deutschen Regierung begonnenen Maßnahmen durchaus den Beifall der amerikanischen Ver­waltung finden. Gleicherweise wird auch aus Wirtschaftskreisen betont, die Grundlage der deut­schen Wirtschaft sei gesund, die deutsche Regie­rung sei vertrauenswürdig und das deutsche Volk sei unter normalen Verhältnissen durchaus jedes Kredites wert. Aber die deutsche Bevölkerung überlasse sich augenblicklich so sehr der Panikstimmung, daß erst ein gewisser Grad der Beruhigung erreicht werden müßte, ehe die Voraussetzungen für größere Kreditaktionen vorhanden wären.

Diese Voraussetzungen würden durch die vorge­sehenen Besprechungen der europäischen Regie­rungen sicher geschaffen werden.

Optimismus in London.

Deutschland darf nicht den Kopf verlieren.

London, 16. 3uli. (WTB. Funkspruch) Die Morgenpresse billigt einmütig die von der deutschen Regierung getroffenen Rotmaßnähmen. Morning-Post" sagt: Die deutschen Finanzbehör­den 'haben durchaus nicht ihre Bemühungen auf- gegeben, das Vertrauen wieder herzustellen. Die Rachrichten aus Deutschland zeigen erfreulicher­weise, daß die Lage, toerrn auch mit durchgreifen­den, so doch mit gesunden Mitteln behan- d e 11 wird und wenn das deutsche Publikum nur veranlaßt werden kann, den Kopf nicht zu verlieren und die Währung sorgfältig kon­trolliert bleibt, dann ist fein unüberwindliches Hindernis für eine allmähliche Besserung der Lage zu sehen. Der Berliner Korrespondent der Times" meldet: Es ist bemerkenswert, daß trotz der ©orgeir zu denen die nächste Zukunft Anlaß gibt, die allgemeine Stimmung des deutschen Vol­kes keine wirklichen Zweifel an der Zukunft des Landes erkennen läßt.

Kommunistentumulte.

Die Polizei verhindert Demonstrationen.

Berlin 15. 3uIL (WTB.) Aus Anlaß des kommunistischen Reichserwerbslosenta­ges kam es im Reich mehrfach äu Zusammen­stößen zwischen Demonstranten und Polizei. 3n Dresden wurde die Polizei bei der Festnahme eines Rädelsführers tätlich angegriffen, so dah sie von der Schußwaffe Gebrauch machte. Eine Frau und ein Angreifer wurden verletzt. Sieben Personen muhten festgenommen werden. Auch in Leipzig- Lindenau wurde die Polizei von Demonstranten angegriffen, und zwar wurde ein Polizeiauto beschossen. Die Beamten erwiderten das Feuer. Verletzt wurde niemand. 3m gan­zen wurden 40 Demonstranten zwangsgestellt. Auch 'n Breslau kam es abends im Anschluß an eine Kundgebung der Erwerbslosen gegen die Rotverordnung zur Bildung verbotener Umzüge, die von der Polizei unter Anwendung des Gummiknüppels aufgelöst wurden. Ein Polizeibeamter wurde tätlich an­gegriffen. Er mußte sich durch einen Schreck­schuß seiner Angreifer erwehren. 3n Karls­ruhe versuchten die Kommunisten in der Stadt trotz des Tlmzugsverbotes zu demonstrieren. Ra-

mentlich in der Altstadt kam es verschiedentlich zu größeren Ansammlungen, so dah die Polizei ge­zwungen war, die Menge mit dem Gummiknüppel auseinanderzutreiben. 3n Schwerte kam es zu schweren Zusammen st öhen zwischen Er­werbslosen und der Polizei. Trotz des polizei­lichen Verbots versuchte eine Anzahl Erwerbs­loser zu demonstrieren. Die Polizei schritt ein, wurde aber mit Steinen beworfen, so dah sie Schreckschüsse abgeben muhte. Jedoch bedrängte die Menge die Beamten weiter so stark, daß diese sich gezwungen sahen, scharf zu schießen. Der Arbeiter Weinhold aus Schwerte wurde tödlich getroffen, ein anderer De­monstrant schwer verletzt. Mit Hilfe des -Heber* fallkommandos aus Hagen gelang es schließlich, die Demonstranten zu zerstreuen.

Keine Putschabsichten der NSDAP.

Berlin, 15.3uli. (TLl.) Der nationalsozia­listische Reichstagsabgeordnete Hauptmann a. D. Göring, gibt folgende Erklärung ab:Unsere Gegner benutzen den derzeitigen kritischen Zu­stand, um die alten Lügenmeldungen von einem beabsichtigten gewaltsamen Putsch der ÄSDAP. wieder erneut aufzuwärmen, um da­mit LInruhe auch in die eigenen Reihen zu fragen. 3ch erkläre, daß diese ebenso gelogen

ist, wie derartige Rachrichten bisher Lügen waren, Die Partei steht nach wie vor auf depi Boden der Verfassung. Schon au8 Demunftsgründen muh sich jeder heute sagen, daß die Partei nur abzuwarten braucht, bis das Schicksal der Errettung Deutschlands die Bewe­gung rufen wird.

Minister Kränzen freigesprochen.

Berlin, 15. 3uli. (ERD.) 3n dem Prozeß gegen den braunschweigischen Staatsminister Dr. Franzen verkündete das Schöffengericht Berlin- Mitte unter Vorsitz des Amtsaerichtsrats Dr. Herzfeld, folgendes Urteil: Der Angeklagte wird auf Kosten der Staatskasse freigesprochen. Der Minister war beschuldigt, den Landwirt Guth am 13.Okt. v.3. nach einem Vergehen begün­stigt zu haben, um ihn der Bestrafung zu ent­ziehen.

Oer Hooverplan in Funktion.

Berlin 15. 3uli. (WTB.) Die deutsche Re­gierung hat am heutigen Fälligkeitstage, dem 15. 3uli 1931, an die Dank für 3nternatio- nalen Zahl'ungsausgleich von der mo­natlichen Rate der Reparatidnsverpflichtungen nur den unaufschiebbaren Teil der Annuität gezahlt, der auch die Monatsrate des Anleihedienstes der Boung-Anleihe enthält. Den Monatsanteil des Anleihedienstes der Dawes-An­leihe hatte die deutsche Regierung bereits zu An­fang des Monats gezahlt. Die B3Z. hat der deut­schen Regierung bzw. der Deutschen Reichsbahn­gesellschaft Zug um Zug gegen die Zählung einen entsprechenden Betrag zurückerstat- t e t. Damit ist die erste fällige Reparationszah­lung im Feierjahre im Sinne des Hooverplanes geregelt worden.

Oie Reichsbahn zahlt Gehälter und Löhne.

Berlin, 15. 3uli. (ERD.) Wie die Deutsche Reichsbähngesellschaft mitteilt, hat die Reichsbahn die fälligen Gehälter für die Angestellten und die Löhne für die Arbeiter aus den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gezahlt. Die Bahn hat ferner die Garantie der Ein­lagen bei den Reichsbahnsparkassen übernommen.

Aus aller Welt.

Drei Kinder lebendig verbrannt.

3n einer kleinen Ortschaft in der Rahe von Debreczin sind drei Kinder im Aller von eins bis drei 3ahren, die von den Eltern al­lein zu Hause gelassen wurden und m i i Streichhölzern spielten, in der ab­geschlossenen Wohnung bei lebendigem Leibe ver­brannt.

Lin Schnellzug überrennt einen vollbesetzten Autobus.

Der Schnellzug Bukarest-Konstanza über­fuhr bei der Station Nogosaia einen vollbesetzten Autobus, dessen Führer die Schienen überqueren wollte, weil die Schranken nicht geschlos- s e n waren. Der Autobus wurde von dem Schnell­zug erfaßt und überschlug sich. Infolge Explosion des Motors geriet der Wagen in Brand. Die Folgen waren verheerend. Es sind fünf Tote und 18 Schwerverletzte zu beklagen. Der Führer ist bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Mit dem Abzug der Kanalstörung, die sich mittler­weile nach Dänemark fortbewegt hat, bringt kühle ozeanische Lust vor. Unbeständigkeit des Witterungs­charakters, lebhafte Westwinde und mehrfache Nie­derschläge in Schauern sind die Folge. Von Süd- westen her steiat der Luftdruck kräftig an, der durch die kühle Luft seinen Weg weiter nach dem Festland findet und auch für uns später wetterwirksam wird, jedoch wird sich anfänglich noch die Rückseite der abziehenden Störung etwas auswirken, so daß wechselhaftes Wetter und vereinzelt geringe Schauer auftreten.

Aussichten für Freitag: Roch wech­selnd wolkig, jedoch mehr aufheitämd, keine oder nur vereinzelt geringe Schauer, mäßig warm.

Aussichten für Samstag: Wechselhaf­tes Wetter, nur leicht wolkig, sonst aufheiternd, wärmer.

Lufttemperaturen. Am 15.3ult, mit­tags: 19,9 Grad Celsius: abends: 15,Q Grad Cel­sius: am 16.3uli, morgens: 14,8 Grad Celsius. Maximum: 20,0 Grad Celsius; Minimum: 13,7 Grad Celsius. Riederschläge: 0,7 Millimeter. Sonnenscheindauer: 31/» Stunden.

Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 15.3ult, abends: 20,2 Grad Celsius; am 16. 3uli, morgens: 16,4 Grad CelsiuS.