Ausgabe 
16.4.1931
 
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Um die deutsche Kußball - Meisterschaft.

Beginn der Vorrunde 10. Mai.

Die Deutsche Fußballmeisterschaft beginnt am 10. Mai mit den Spielen der Dorrunde. Für den höchsten Titel im deutschen Fußballsport, den die Berliner Mannschaft Herth a/D S C. zu verteidigen hat, stehen als sichere Teilnehmer erst der mitteldeutsche Meister Dresdner Sport-Club und der Pokalsieger Spiel­vereinigung Leipzig fest. Südostdeutsch- land kann als ersten Vertreter seinen Meister Beuthen 09 melden, die zweite Stelle kann der Breslauer FB. 06 eistnehmen, wenn es ihm ge­lingt, den Sieger aus dem Kreis II, VfB. Lieg- nitz oder Gelb-Weiß Görlitz, zu schlagen. Berlin wird voraussichtlich Hertha/BSC. und Tennis Borussia stellen und in Borddeutschland dürften sich der Hamburger Sportverein und Holstein Kiel ihren Mitbewerbern überlegen zeigen. Ebenso sind im Baltenverband Prussia Samland und VsB. Königsberg in Front zu erwarten. 3n Süddeutschland stehen die Ent­scheidungen noch bevor. Spielvereinigung Fürth, Eintracht Frankfurt und Bayern München be­haupten in dieser Reihenfolge, nur durch je einen Verlustpunkt getrennt, die hart umstrittenen ersten drei Plätze. 3n der Trostrunde Südost ist München 1860 siegreich geblieben und wird sich mit dem VfL. Reu-Isenburg, dem fast sicheren Ersten der Abteilung Vordwest, zu messen haben. Der Sieger dieses Spiels kämpft um die dritte süddeutsche Vertreterstelle mit dem Tabellen­dritten die Meisterrunde.

Angeklärt ist auch die Lage in We st - deut sch land, wo in der WeistertVinde For­tuna Düsseldorf als Favorit gilt. VfB. Biele­feld und Alemannia Aachen haben noch nicht eingegrisfen, während der Mciderichcr SV. sein erstes Spiel, gegen Fortuna Düsseldorf, verloren hat. Als Endspielteilnehmer der Trostrunde sind Schwarz-Weiß Barmen und der Rheydter Spiel­verein festgestellt, der Sieger aus diesem Kampfe erhält nach süddeutschem Muster die Berechti­gung, gegen den Tabellendritten der Meisterrunde anzu treten.

Großes Interesse für Oeutschland-Hottcnd.

Obwohl für das am 26. April im Amsterdamer Stadion stattfindende Länderspiel zwischen Deutschland und Holland nur 33 003 Plätze zur Verfügung stehen, sind beim Holländischen Ver­band als Veranstalter bereits über 103 030 Kar- tenanforderungen eingegangen. Allein aus Deutschland liegen 18 000 Anforderungen vor, die aber ebemfalls nur zu einem Drittel befriedigt werden können. Die deutsche Mannschaft wird erst nach dem Bundespokalendspiel am kom­menden Sonntag nominiert.

Wer wird OSB.-Handballmeister.

Die Cndkämpfe der DDD.-Handballmeister- schaft setzten am Sonntag mit sieben Vorrunden­spielen ein. Alle 14 Vertreter der Landes­verbände sind beschäftigt, doch nur die Sieger der Vorrunde erhalten sich ihre weitere An­wartschaft auf den Titel, die in zwei Zwischen­runden am 3. und 17. Mai weiter ausgesiebt werden. Das Endspiel steigt am 31. Mai und dann folgen erstmalig in zwei Vorspielen am 14. 3uni und einem Endspiel am 28. 3uni die Kämpfe um die wirkliche ..Deutsche Meisterschaft" zwischen den beiden Endspielteilnehmern der Tur­ner und Sportler. Die Sonntagsspiele der Männer sind wie folgt angesetzt: Halle 96 Polizei Dcr.in, 1. Spandauer PHC.St. Georg Hamburg, Tura BarmenSpielvgg. Fürth, VfB. AachenHannover 96 Borussia Ca lowihPSV. Gotha, DD. 98 DarmfiadtSportfreunde Siegen, PSD. WeißenfelsPolizei Königsberg.

Bei den Frauen stellt, mit Ausnahme von Westdeutschland, jeder Verband nur einen Ver­treter. Die beiden vorjährigen Endspielteilnehmer, Viktoria Hamburg und SC. Charloitenburg, sind spielfrei. 3n Breslau trifft Preußen Glogau auf Asco Königsberg, und Fortuna Leipzig emp­fängt Eintracht Frankfurt.

Deutsche Waldkausmeisterschast.

Die ersten Meldungen.

Für die am 26. April in Hannover erstmalig von Turnern und Sportlern aemeinsam ausgetragene Deutsche Waldlaufmeisterschaft liegen bereits jetzt die ersten Meldungen vor. Brandenburg dürfte ne­ben dem veranstaltenden Norddeutschen Verband wohl das stärkste Aufgebot stellen. Den Einzellauf bestreitet mit besten Aussichten der DBAV.-Meister Kohn (Teutonia), ferner seine Klubkameraden, Buhk, Wolff und Riegel. Engert (BSE.), Mietzner, Kreß (Allianz) und Kloß (AEG.) Der Militär-SV. Wüns- dorf entsendet 13 Läufer, darunter den zweimaligen Heeresmeister Schönfelder, sowie Böhmert, Ohrt, Würker, v. Strohta, Behm, Gabriel, Mai, Franke, Rattke, Scheler, Kützner und Theilen. Den Mann­

schaftswettbewerb bestreiten für Berlin der neue Meister Berliner SCL, Polizei, Teutonia und drei Mannschaften des Militär-SV. Wünsdorf. Auf­fallenderweise ist der SC. Charlottenburg In beiden Konkurrenzen noch nicht vertreten.

Eine schwache Beteiligung meldete der West­deutsche Spiel-Verband. Im Einzellauf starten nur der Meister Kilp (Düsseldorf 99) und und V erbet (Schwarzweiß Essen), während ledig­lich der Düsseldorfer ÄC. 1899 mit Eilp, Linden, Koch, und Kollmann die westdeutschen Interessen im Mannschaftslauf wahrnimmt.

Geräie-Mannschaftskampf im Lahn-DünSberg-Gau.

Kinzenbach Launsbach Rodheim (Bieber).

Am Sonntag trafen sich in Kinzenbach die Mannschaften der Turnvereine vcm Kinzenbach, Launsbach und Rodheim (Bieber) zu einem Ge­rätemannschaftskampf. Der 1. Vorsitzende des Tv. Kinzenbach hielt eine kurze Ansprache; die Tur­ner -traten unter der Leitung von Gau-Frauen- turnwart Karber (Odenhausen) zu den Wett­kämpfen an. Geturnt wurde je eine Kürübung an Pferd, Barren, Reck und Mannschaftsfreiübungen von je zwei Turnern der teilnehmenden Vereine. Am ersten Gerät, dem Pferd, zeigten die Turner sämtlich gute Leistungen. Am Pferd übernahm Launsbach die Führung. Am Barren konnte sich Rodheim vor Launsbach an die Spitze setzen. Am Reck entwickelte sich ein ausgeglichener Kampf, in dem aber Rodheim weiter die Führung behaupten konnte. Kinzenbach geriet durch den Sturz eines Turners etwas ins Hintertreffen. Bei den,folgenden Mannschafts-Frriübungen ver­mochte Launsbach durch schöne Leistungen den von Rodheim errungenen Borsprung aufzuholen und sich zugleich an die Spitze der GesamtwertiHng zu sehen. Bei den zum Schluß geturnten Kürfrei­übungen gefiel besonders der Turner Beppler (Kinzenbach), der für eine Aebumg eine Werbung von 30 Punkten erhielt.

Die Ergebnisse der einzelnen Hebungen: Pferd: 1. Launsbach 166 P., 2. Rodheim 162 P., 3. Kinzenbach 156 P. Bar­ren: 1. Rodheim 184 P., 2. Launsbach 175 P., 3. Kinzenbach 171 P. Reck: 1. Rodheim 160 P., 2. Launsbach 158 P., 3. Kinzenbach 156 P. Mannschaf-tsfreiüb"ngen: 1. Launs­bach 27 P., 2. Kinzenbach 24 P., 3. Rodheim 20 P. Kürfreiübungen (je zwei Turner einer Mannschaft): 1. Kinzenbach 58 P., 2. Launs­bach 55 P., 3. Rodheim 52 P.

Das Gesamtergebnis: 1. Tv. Launs­bach 581 P., 2. Turn- und Sportgemeinde Rod­heim 578 P., 3. TurnvereinGut Heil" Kinzen­bach 565 P. Als beste Einzelturner im Vier­kampf (einschl. Kürfreiübung) erwiesen sich Otto Dender, Rodheim, 106 P.; W. Müller, Launsbach, 102 P.: K. Failing, Rodheim, 100 P.: W. Beppler, Kinzenbach, 91 P; R. Schiefer st ein, Launsbach. 91 P. Itacf) einer Ansprache des Kreisjugendpflegers, Hauptlehrer Armbrecht, Kinzenbach, nahm der 1. Vor­sitzende des Turnvereins Kinzenbach die Preis­verteilung vor.

Or. peltzer trainiert mit Ladoumögne.

Obwohl nach seiner Heirat der französische Weltrekordläufer 3ules LadvumLgue nicht mehr starten wollte, befindet er sich bereits wieder in vollem Training. Der zufällig in Paris wei­lende Stettiner Dr. Otto Peltzer ließ sich die Ge­legenheit nicht entgehen, zusammen mit seinem Rekordnachfolger im Jean Douin-Stadion einige Trainingsrund^n zu laufen.

Kurze Sportnotizen.

D ie deutsche Re i te r m an n s ch af t für die Mai-Turniere in Rom und anschließend in Florenz wird sich voraussichtlich aus den Ober­leutnants Hasse, M o m m, B r a n d t und L i p- pert zusammensehen. Die Expedition wird, wie schon in den letzten 3ahren bei Auslandstarts, unter der Leitung von Freiherrn v. Waldenfels stehen. Alm den 3taHenem eine wenigstens gleich­wertige Partie zu liefern, sollen 17 unserer besten Springpferde die Reise nach dem Süden antreten.

Die deutsche Davispokalmann­schaft absolviert am 19. April in Düsseldorf ihr erstes Training. Eingeladen wurden Dr. Land­mann, Dr. Buß, Dr. Dessart, Kuhlmann und Rourney. Der beruflich überlastete Dr. Landmann hat jedoch bisher noch keine feste Zusage gegeben, so daß das deutsche Team vielleicht nach Prenn noch eine weitere Einbuße erleidet.

Der Profi-Tennisweltmeister Ri­chards hat jetzt einen Vertrag für eine Tournee mit William Tilden abgeschlossen und wird den nicht mehr zugkräftigen Tschechen Karl Kozeluh ersetzen. Der erste Kampf zwischen Tilden und Richards kommt am 9. Mai im Neuyorker Madison Square Garden zum Austrag.

Oberheffen.

Doranschlagsberatung in Alsfeld.

M AlSfeld. 15. April. 3n der am Dienstag abgehaltenen Stadtvorstandssihungge- langte der Voranschlag der Stadt-, Hosvital- und Armenkasse für das Rj. 1931 zur Vorlage. Dieser schließt in Einnahnre und Ausgabe mit 574 986 Mark, gegenüber 573 285 Mark des Vor­jahres, ab. 3n der Vermögensrechnung sind für das Rj. 1931 keine Vorsehungen getrosten, da im Hinblick aus die allgemeinen ungünstigen wirt­schaftlichen und finanziellen Verhältnisse im Rj. 1931 keine Kapitalaufnahmen erfolgen sollen. Sofern die projektierte Kläranlage für die allgemeine Kanalisation noch im Rj. 1931 zur Ausführung kommen sollte, muß der hierfür er­forderliche Betrag von etwa 40 000 bis 45 000 Mark nachbewilligt werden. Das Gesamtergebnis des Voranschlages für 1931 kann, wie der Vor­sitzende ausführte, dahin zusammengefaßt werden, daß gegenüber den ganz erheblichen Einnahme­ausfällen bei den RubrikenWaldungen" und Anteile aus Reichssteuern" die Ausgleichung nur möglich war durch die Einführung der Bürger st euer, durch die Erhöhung der Sa« nalbenuhungsgebühr von 50 v. H. und durch Senkung der Ausgaben, insbe­sondere durch die Auswirkungen der Kürzung der Deamtengehälter. Der Voranschlag wurde nach dein Ergebnis der Beratung unverändert angenommen. Hinsichtlich der Steuersätze für das Rj. 1930 wurde beschlossen, daß die seitheri­gen vorläufigen Steuersähe als endgültige zu gelten haben, da die zugrunde gelegten Besteue­rungsgrundlagen sich um nicht mehr als 10 v. H. geändert haben. Der Vorsitzende stellte dabei fest, daß auf Grund der ermittelten endgültigen Steuerkapitalien die Stadt Alsfeld sich im abgelaufenen Jahre unter Berücksichtigung der allgemeinen Verhältnisse hinsichtlich ihrer Steuerkraft in befriedigenderWeise gehalten habe. Die Gemeindeumlagen für das Rj. 1931 wurden, tote im Vorjahre, auf 130 000 Mark und die Realsteuersätze in Höhe der Aus­gangssätze unter Abzug der vorgeschriebenen Sen- kungssähe festgesetzt. Der Ertrag aus der Bürger­steuer wurde auf 12 000 Mark angenommen. Die Anteile aus den Reichssteuerüberweisungen wur­den gegenüber dem Vorjahre um 15 Prozent ge­ringer in Ansatz gebracht. Die Ausgangssteuer­sätze betragen für je 100 Mark Steuerwert: 25 Pfennig für Gebäude und Bauplätze: 50 Pf. für land- und forstwirtschaftlich benutzte Grund­stücke: 43 Pf. vom Gewerbekapital und 180 Pf. vom Gewerbeertrag.

Außer der Voranschla^sberatung wurde noch ein Antrag der Bürgermeisterei auf Erhöhung der Wanderlager st euer angenommen. Darnach wird aus Grund des Gesetzes vom 25. Alärz 1931 zu Besteuerung des Gewerbebetrie­bes im älmherziohen ein Zuschlag von 100 Pro­zent zu der im Tarif vorgesehenen Wanderlager­steuer erhoben. Der Vorsitzende bezeichnete diese Maßnahme als notwendig im Interesse des Schutzes des einheimischen Gewerbes.

Landkreis Gießen.

# Garbenteich, 14. April. Von einem schweren Unglücksfall wurde die Familie des Schäfers Hummel betroffen. In einem unbe­wachten Augenblick stürzte das jüngste Kind, ein DLjckhriges Mädchen, kopfüber in einen mit wenig Wasser gefüllten W a s ch k e s s e l. Obwohl Hilfe bald zur Stelle war, konnte leider nur noch der Tod des Kindes festgestellt werden.

* Beltershain, 15. April. Der 80jährige Landwirt Max Münch von hier wurde in der Nacht vom 13. zum 14. April von seinen Angehörigen vermißt. Am Morgen des 14. April wurde der Greis im Reinhardshainer Teich er­trunken aufgefunden. Man nimmt an, daß der Mann am Vorabend nach seinem in der Nähe des Reinhardshainer Teiches liegenden Holz sehen wollte, daß er aber dabei in den Teich geraten ist und sich nicht mehr an das Ufer retten konnte.

* Weitershatn, 15. April. Zu dem Bericht in Nr. 83 desGießener Anzeigers" über die A b - fchiedsfeier für Lehrer Conrad ist er­gänzend bzw. berichtigend zu melden, daß die Be­grüßungsworte Lehrer Seipp sprach und die außerdem in jenem Bericht genannten Namen nicht Thom, sondern Thorn, sowie nicht Schnörbel, sondern S ch w ö b e l heißen mußten. Weiter ist nachzutragen, daß mit dieser Feier eine Ausstel - luna von Handarbeiten und Zeichnungen her Schüler verbunden war. Die Ausstellung war sehr gut besucht. Die Arbeiten der Mädchen, die unter der sorgfältigen Leitung der Handarbeitslehrerin angefertigt waren, fanden alle Anerkennung. Die Zeichnungen der Schüler der Oberstufe, sowie das Malende Zeichnen" der Unterstufe wurden viel beachtet.

Kreis Schotten.

O Dodenhausen II, 14. April. Ein Mäd­chen, das zu Ostern konfirmiert wurde, mußte noch am gleichen Tage den Tod des Großvaters erleben. Einen Tag nach dessen Beerdigung folgte die Ehefrau dem Verschiedenen im Tode nach. Ein Schlaganfall setzte ihrem Leben ein Ende. Roch in der gleichen Woche ereignete sich ein dritter Todesfall: der älteste Einwohner unseres Ortes, Herr Karl Rahn, starb im Alter von 88 3ahren.

/ Glashütten, 15. April. Am Sonntag fand im Gußmannschen Saale eine Versammlung des Kriegervereins statt, in der Schrift­steller Reuter von Dornholzhausen einen Vor­trag über seineReisen in das Gebiet der Schlachtfelder Rordfrankreichs" hielt. Der Red­ner, der besonders die Kriegergräber aufgesucht hatte, sand eine aufmerksame Zuhörerschaft und erntetete herzlichen Beifall für seine interessanten Ausführungen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

I Groß-Rechtenbach, 14.April. Die Ehe- frau des Bauunternehmers Karl Ludwig verlor im Jahre 1909, zwei Monate nach ihrer Verheira­tung, bei der Getreidernte auf dem Felde ihren Trauring. Das Grundstück, auf dem der Ring Der- loren wurde, ging während der Durchführung des Zusammenlegungsverfahrens in den Besitz eines

anderen Landwirts über. Bei der Ausführung von Frühjahrsbestellungsarbeiten entdeckte der neue Be­sitzer plötzlich den Trauring. Die Verliereri» war sehr überrascht, als man ihr den vor 22 Jahren ver­lorenen Ring wieder zurückgeben konnte.

Ein gangbarer Weg zu praktischem Vogelschutz.

Man schreibt uns: 3n dankenswerter Weise hat derGießener Anzeiger" in Rr. 83 vom 10. April seine Spalten einem Vorkämpfer für den Vogel­schutz in Hessen geöffnet. Es wurde darin der außerordentliche Wert der Vogelschuhge­höl z e betont, dem leider in der Praxis zu wenig Rechnung getragen wird. So sind auch z. B. in einer ganzen Reihe von Gemeinden bei der Feld­bereinigung Geländestücke mit der Absicht ihrer Bepflanzung als Vogelschuhgehölze ausgeschieden worden, so fehlt es doch meistens an der tatsäch­lichen Anlage. Der Hauptgrund dürfte darin zu suchen sein, daß man in der heutigen Zeit dem

Gemeindesäckel jede vermeidbare Ausgabe zu ersparen sucht. Wo einer allein die gar nicht zu großen Unkosten nicht tragm zu können glaubt, muß er nach Mitinteressenten suchen, und diese sind hier leicht zu finbtm. Das Bogelschutzgehölz ist ja nicht nur eine Schuh- und Brutstätte für unsere Singvögel, sondern in gleicher Weise für Fasanen und Rebhühner, eine Wochenstube für Hasen und bietet all diesen Wildarten zugleich auch Schuh und Futterstelle, wenn der Winter alles in Schnee hüllt. Vogelschuhgehölze, die richtig angelegt, sich mit der Zeit in ein Dorn- röschenschloh verwandeln, sind bei möglichst großer Verbreitung über eine Gemarkung von außerordentlichem Wert. So wird mit gemein­samen Kräften zur Zeit in der Gemarkung Wieseck ein Schutzgeholz geschaffen, an dessen Kosten sich Gemeinde, Obst- und Gartenbauverein und 3agdpächter beteiligen und dessen Anlage in dankenswerter Weise das zuständige Forstamt Gießen übernommen hat. Da der Weg, der hier gegangen wird, im volkswirtschaftlichen 3ntereffe

der Hebung der 3agd und der Erhaltung der Singvogelwelt sicherlich auch in manchen anderen Landgemeinden gegangen werden könnte, fei be­sonders darauf aufmerksam gemacht. Vielleicht findet man sich auch anderwärts zu gemein­samem Tun zusammen. H.

Sie Reichsversicherungsanffalt für Angestellte im Jahre 1930.

Am 31. Dezember 1930 liefen 125 576 (98 621) Ruhegelder mit 19 932 (15 858) Kinderzuschüssen, 63 557 (55 036) Witwen- und Witwerrenten und 37 233 (34 238) Waisenrenten. 3nsgesamt waren im Berichtsjahre 98 965 (96 542) Leistungsanträge zu bearbeiten. (Die eingeklammerten Zahlen sind die des 3ahres 1929.) -

Der GesamtaufwandfürdieRenten- leistungen, Abfindungen und Beitragserstat­tungen betrug im Jahre 1930 183,6 (145,3) Mil­lionen Mark. Gegenüber dem Jahre 1928 ist die Zahl der im Jahre 1930 eingegangenen Ruhegeld­anträge um 82,6 Prozent gestiegen. Diese starke Steigerung beruht zum Teil äuf der Herabsetzung der Wartezeit durch das Gesetz vvm-7. März 1929, zum Teil ist sie aber auch eine Folge der un­günstigen Wirtschaftslage, die die Versicherten mehr als in günstigen Zeiten veranlaßt, das Ruhegeld in Anspruch zu nehmen.

Die Zahl der Anträge von Versicherten auf Heilverfahren stieg auf 132862 (117 131). Hiervon entfallen auf ständige Heilverfahren 79 546 (71 919), auf nichtständige Heilverfahren (Zahnersatz ufto.) 53 -16 (45 212). Es wurden 49 047 (45 221) ständige Heilverfahren durchge­führt. Die durchschnittliche Dauer der Kuren be­trug in den Lungenheilstätten 105 (102) Tage, in den Sanatorien 30 (30) Tage und in den Bädern 29 (28) Tage. Die Zahl der Anträge auf Gewährung von Zuschüssen zu Heilverfahren für tuberkulöse, tuberkulosgefährdete und rachi­tische Kinder von Versicherten und für Waisen­rentner betrug 7182 (7366). Zuschüsse wurden in 5143 (5164) Fallen bewilligt. Für die Gesund­heitsfürsorge wurden insgesamt 27,1 (23,4) Mil­lionen Mark aufgewendet.

Die Gesamtbeitragseinnahme belief sich auf rund 385 (372) Millionen Mark. Die Beiträge machen etwa 5 Prozent des durchschnitt­lichen Monatsverdienstes aus gegen 7 Prozent in der Vorkriegszeit. Die Zahl der Versicherten wird für das Jahr 1930 auf 3,5 Millionen ge­schäht. Das Vermögen wurde nach den bis­herigen bewährten Grundsätzen auch weiter wert­beständig auf Goldmarkgrundlage angelegt, und zwar in der Hauptsache in langfristigen, zum großen Teil hypothekarisch erststellig gesicherten Tilgungsdarlehen, deren Kündbarkeit im Regel­fälle für beide Teile auf 3,5 bis 5 Jahre aus­geschlossen wurde. Der Förderung des Woh­nungsbaues wurde wiederum ganz besondere Aufmerksamkeit gewidmet. An Mitteln hierfür wurden rund 184 (154) Millionen Mark lang­fristig zur Verfügung gestellt. An versicherte An­gestellte wurden 1458 hypothekarische Darlehen für neuerstellte Eigenheime mit 9 623,531 Mk. ausgezahlt. Der Verwaltungskostenauf- toanö betrug tote im Vorjahre 2.5 Prozent der Gesamteinnahme. Cs verbleiben also 97,5 Prozent dieser Einnahme für die Zwecke der Versicherung.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt da- Pfund: Kochbutter von 1,10 Mark an; Butter 130; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 20 bis 35; Weißkraut 15 bis 20; Rot­kraut 25 bis 30; gelbe Rüben 12 bis 15; rote Rüben 12 bis 15; Spinat 30 bis 35; Unter- Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 20 bis 25; Rosen­kohl 35 bis 40; Feldsalat 120 bis 150; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 35 bis 40; Kartoffeln 5 bis 6; Aepfel 40 bis 50; Birnen 30 bis 40; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hahne 90 bis 110; Suppenhühner 90 bis 110; Rüsse 60 bis 70; das Stück: Tauben 70 bis 83; Eier 8; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 25 bis 35; Salatgurken 60 bis 100; Endivien 15 bis 35; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Sellerie 10 bis 50; das Bund: neue Rettich 30 bis 35; Radieschen 20 bis 25 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 4 bis 5; Weißkraut 10 bis 12; Rot­kraut 20 bis 25; Wirsing 20 bis 25 Mark.

Taten für Freitag, 17. April.

Sonnenaufgang 5.28 Uhr, Sonnenuntergang 19.22 Uhr. Mondaufgang 5.19 Uhr, Monduntergang 18.54 Uhr.

1774: der Erfinder der Buchdruckschnellpresie Friedrich König in Eisleben geboren; 1790: Ben­jamin Franklin gestorben.

Briefkasten ver Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

A. L. h. In Ihrem Falle ist § 912 des Bürgerlichen Gesetzbuchs maßgebend. Hat der Eigentümer eines Gebäudes über die Grenze gebaut, ohne daß ihm Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt (Ihr Vater hatte sogar die Erlaubnis zum Grenz­überbau erhalten!), so hat der Nachbar den lieber- bau zu dulden, es sei denn, daß er vor oder sofort nach der Grenzüberschreitung Widerspruch erhebt. Der Nachbar ist durch eine Geldrente nach Maß- gäbe der Paragraphen 913 ff. BGB. zu entschädigen. Für die Höhe der Rente ist die Zeit der Grenz­überschreitung maßgebend. Sie wird sich nach dem damaligen gemeinen Wert (Verkaufswert) der über­bauten Fläche zu richten haben und darf über den ortsüblichen Wert nicht verlangt werden. Die Ab- schätzung hätte durch die bei Ihnen zuständige Stelle zu erfolgen; Jrn Falle eines Erwerbes durch Kauf ist gleichfalls der gemeine Wert zugrunde zu legen. Die Vermessungskosten fallen Ihnen zur Last. Dazu kommt die Entschädigung für die seitherige Be­nutzung der Fläche.

Kirchliche Jlacbridrten.

Israelitische Gemeinden.

Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 18. April 1931. Freitag abend 7 Uhr; Samstag vor­mittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8.15. Wochengottesdienst: morgens 6.30; abends 6.30 Uhr.

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