Nachdruck verboten.
28. Fortsetzung
rcmbe, in ernste Gefahren — vielleicht in
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sie ihm machen molltc, daß er sich dadurch abbringen ließ von dem Gedanken, die Heimat zu verlassen. Entschlossen richtete sich Ursula aus.
.Du weißt doch, Tante, daß Beate" — Deate von Rommertz war die Freundin, an die sie gedacht-hatte, eine Kameradin au« dem Lehrkur» im Schweßernhau«, zu der sie in freundschaftliche Beziehungen getreten war — .schon längst den Plan hat, sich eine Privatklinik einzurichten. S« fehlt ihr nur an den Mitteln. Ta yabr ich nun
ragende Marga rine: „Sanella die Feine“ preiswert wie keine.
sfen» da- Gedenken an diesen Ädschied «rleich- I daß Wigand an dem Vorschlag Gefallen fand, den lern können Bun hatte fie zu aller Unbill noch " "
rigen Leden, ^ah er jetzt hinauSgeht in dir freudlose Zrc ' den Toi
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.Ausgezeichnet, - ich weiß nur nicht, ob gand detne Hilfe annehmen wird."
.Er darf selbstverständlich nicht erfahren, ich hinter der Sache stehe. Er muß denken.
liche- Wort von ihr hoffend. Daß sie ihn fo hatte gehen lassen! Sie empfand eS nur zu gewiß: Dos verzieh sie sich nie! Es würde sie quälen, ihr die Ruhe rauben in einem fort.
Aber war cs nicht noch 3cit, daS wieder gut- zumachen, überhaupt gutzumacyen, waS fie verschuldet hatte?
Hastig fuhr Ursula plötzlich herum.
»Hat dir Wigand seine Adresse gegeben?"
Tante Marie war ordentlich erschreckt über die- seS unvermutete Anrufen, aber es war ein freudiger Schreck: ilrfula bekam plötzlich Interesse an der Sache — sogar ein sehr lebhaste», wer wußte, waS da noch vor sich ging! Aber alSbald kam ein wirklicher Schreck über sie: Herrgott sein« Adresse! Danach hatte fie ja natürlich nicht gefragt.
Etwa- kleinlaut gcflanb eS die alt« Dame der Nichte ein. Nein, diese Dummheit auch! Wie sollte man ihn denn nun in der Millionenstadt ausfindig machen? llnb tief bekümmert fiel Tante Marie in ihren Seffet zurück: W«rnn nun deswegen alle Hoffnungen wieder zunichte werden sollten?
Einen Augenblick stieg auch in Ursula- Herz die Angst aus, daß an einem plumpen Zufall ihr Vorhaben scheitern sollte! Aber schnell drangt« fie die- Empfinden wieder zurück, lind wenn man auf die afghanische Gesandtschaft gehen mußt«, zu erfahren würde Wigands Adresse ja fein — nur Eite tat not, höchste Eile allerdings: denn in einigen Tagen konnte er ja schon fort sein.
Mit sich zu Rate gehend, stand Ursula einen Augenblick: da fiel ihr Auge auf ein weiße- Blättchen Papier drüben auf dem Salontisch. Schnell griff fie danach — wie lächerlich, nicht gleich daran zu denken: Wigands Bilifenkarfe! Richtig, da stand ja alle-: Kolonie Birkenkamp bei Berlin, Platanen-Allee 3.
.Run, die Sorge wären wir loS!" Hnb Urfula hielt der Tante die Karte hin. .Gott sei Dank! Aber was nun?" Mik größter Spannung blickte die alte Dame di« Richte an. Di« stand schweigend vor ihr, den Plan durchdenkend, der ihr eben durch den Kopf geschossen war. Würde er durchführbar fein? — Aber warum nicht? Es kam nur darauf an, daß die Freundin, deren Mithilfe sie dabei brauchte, völlig verschwiegen blieb, und
Daß man nicht dazu genommen Was der Kost, wie man s.ehebt, Erst die reckte Feinheit gM
eine Ide«, dir ihr und Wigand helfen kann: Ich gebe da- Geld zur Einrichtung und Unterhaltung der Klinik, bi- daS Unternehmen fich selbst erhalt. Deale übernimmt dir Leitung. Bei De- atcs ausgedehnten Deziehungrn wird sie sich bald ein volle- HauS verschossen, und Wigand- Tüchtigkeit wird da- ihre tun. Run sag', ist daS nicht eine glückliche Idee?"
Mit sreudegerötethn Wangen, die Ursula» Antlitz einen Hauch der Iugendlichkeit gaben, stand sie vor der Tante und sah diese erwartungsvoll an.
Beate aus eigenen Mitteln das Unternehmen betreibt."
.Da- ist etwa- anderes, Kind. waS für eine glückliche Idee von dir!" Ünd sich erst jetzt ihrer Freude hingebcnd — sie sah ja nun in der Zukunst noch andere, geheime Hoffnungen bereitverwirklicht — sprang die alle Dame auf und drückte frohbewegt die Richte an fich. .Aber wie willst du Wigand das brlbringen?"
.Dazu wird es natürlich einer Unterteilung bedürfen. Ich bin gefaßt darauf, daß «s auch nicht fo glatt gehen wird. Aber ich traue mit doch zu, daß ich eS zustande bringe!"
Und entschlossen ging sie jum Schreibtisch. .Ich will sofort an ihn telegraphieren."
Eilend- flog ihre Feder übst den Briefbogen. So! Roch einmal Überla» sie und mit ihr die Tante, die hinter sie getreten war, die Eilbotschast für Wigand:
„Titte dringlichst um nochmaligen Besuch. Habe Ihnen Mitteilung von größter Wichtigkeit zu machen. Ursula Drenck."
Das Mädchen wurde herbetgerufen und beauftragt, die Depesche sofort zum Postamt zu bringen. Wenn alles glatt ging, konnte Wigand noch heute nachmittag erscheinen. Ursula machte sich daher sofort zum AuSgehen fertig, um mit ihrer Freundin Beat« schon immer alles Rötige zu besprechen.
20. Kapitel.
Mit schnelleren Schritten als am Vormittag stieg Wigand in der sechsten RachmittagSstunde die Treppen zur Drenckschen Wohnung hinauf. Kaum heimgckommen, hatte er Ursula- Efepesch« erhalten. Er war betroffen. Was hatte da- au bedeuten? Eine Mitteilung von größter Wichtig-
Kreuzweg der liebe
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enmartt-reisc.
niiM DochmmarV da» 10 Utart an; Auster 130; s (10 Stück) 63 bi< 143; eihkraut 15 bi- 20; Aot« Mben 12 bi- 15; rote inat 30 bis 35; Unter* M 20 bi- 25: Losen- it 120 bis 150; Tomaten i bis 15; Meerrettich 30 35 bis 40; KartKln 5 50; Aknen 30 bis 43, xonig 40 bi- 50; W Hvenhühm bi- 11 .
bis 10; Salat V X); 5 bj».
y Lauch 5 bi-15: neue^dtipM«. . PfenmS' g *** dWraut 10 W u> S6ü25B«d eil*1’.* ... ihr Sonnenuntergang IS» Uhr, Mondunicrgang
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hie Erlaubnis^ ufber.
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>dl Und immer wieder sah fie ihn vor sich stehen, da vorhin an der Tür. ihr abgewandt, die Hand an der Klink«, auf ein letzte- freunb-
diefe letzt«, ihm vielleicht schmerzlichste, gefügt.
Unruhig fprang Ursula auf und ging an» Äenfter; fie wollte der fie g.'spannt beobachtenden Tante ihre Mienen nicht »eigen. So stand fie eine Weil« stumm, ihr abgekehrt, aber ihr« Gedanken arbeiteten um fo erregter. Immer wieder tönte ihr der unabwei-liche Borwurf au- ihrem Innern entgegen: Du bist schuld an feinem trau-
Tante Marie zerbrach sich vergeblich ihren .Jopf.
.Olein, nein", ein Seuszer entfuhr ihr unbewußt, und mit ihm halblaut die Worte: .e- ist chm doch nicht mehr zu helfen!"
Ovem ist nicht zu helfen?" Bon ihren Oloten- : Blättern aussehend, blickte Ursula erstaunt auf die alte Dame, die ihr minutenlange- Schweigen so ! nierkwürdig unterbrach.
Olun Wigand natürlich! verwunderte sich ihrerseits die Tante. An wen sollte sie sonst eben gedacht haben? Aber di« Richte war heut« sonderbar schwer von Begriff.
.Wieso denn?" fragte fie weiter. .Wie sollte i|m denn zu Helsen fein?"
Die Tante blickte sie nun wirklich erstaunt an. La. das liegt doch auf der Hand. Hat er dir Benn nicht auch erzählt, wie traurig «S ihm hier gegangen ist?"
Ursula schüttelte den Kops.
.Olein?" verwunderte sich die Tante. „3a, dann sittlich!" Und eifrig berichtete sie der Richte, wa» 'ie von ihm "feitet erfahren hatte.
Mit steigerndem Interesse hörte ihr Ursula Au 5a» war ja freilich traurig! Wenn e- nur dies Mißgeschick war, daS leidige Geld, da- ihm nicht erlaubte, in der Heimat fein Glück au sinden, fendern ihn in ein abenteuerliche- Leven in der Fremde hinaustriebl Wie bitter mußte das für einen Mann von ernstem Wollen und Können fein, gerade hieran zu fdbeitem! Und plötzlich fiel ihr ein, wie vielversprechend sich damals seine eiste Brari» ai- Bräutigam angelassen hätte: wenn da- Unglück mit Fred nicht gekommen wäre, s? hätte er heut« sicher eine glänzend« Esislenz. Uno daS alle» hatte er verloren mit durch ihr« Lchuld!
Ursula» Stirn furchte fich. Wigand- Entschluß, fett zu gehen, stand plötzlich in einem ganz anderen Lichte vor ihr. Aber warum hatte er ihr vorhin kein Wort davon gesagt?
Bitterkeit wollte in Ihr auf steigen Der Tante schüttete er fein Herz au», und ihr, di« ihm doch rin ft nahe gestanden — aber, halt! Boller Beschämung rief fie es sich selbst zu. Wie hätte er Nimm zu ihr sprechen sollen, wo sie ihn mit so gemessener Ruh«, mit so abwehrender Kühle empfangen hatteI
Olun fiel Ursula ihr Benehmen vorhin plötzlich schwer auf» Herz: Daß fie ihm, der so schwer enttäuscht der Heimat den Rücken toenben mußte, ein so frostige» Lebewohl gesagt! Mit herzlichen, teilnehmenden Worten hätte sie ihm doch Wenig
keit wollte sie ihm machen? Wa» konnte dal fein?
In Wigands Brust begann es zu wogen — wie sehr er auch grübelte, es ergab sich für ihn au» ihren Worten nur immer der eine Sinn. Aber daran wollte er nicht denken; nur nicht wieder daran rühren!
Older waS wollte fie dann von ihm? Bielleicht feinen ärztlichen Rar oder feine Hilfe al» Mensch — doch da- Io plötzlich, nach ihrem mehr al» kühlen Sichgcbcn heut am Bormittag? Olun, sei «S was sei — sie sollte nicht vergeben» nach ihm verlangt haben. Er wollte hören, wa» sie ihm zu sagen hatte. So fuhr er denn am Rachmittag wieder hinein.
Beim Eintreten sand er im Salon Ursula allein vor. Freundschastlich bot sie ihm die Hand.
„Ich danke Ihnen, daß Sie gekommen sind, und so schnell!" Ihr Ton war warm, und frei blickte ihn ihr Auge an. Sie lud ihn dann zum Sitzenein.
Mit einem wohlig durchwärmenden Gefühl nahm Wigand ihr veränderte», anmutende» Ove- sen wahr. Wie fie sich so gab. erinnerte sie ihn lebhaft an ihre Mädchenzeit. Dazu der alttxr- trautc Raum, fie beide darin wieder allein - - e» war doch gut, daß ihn ihr Trauergewand daran mahnten, daß es nicht mehr die Ursel von Cm mal» war, der er hier gegenübersaß. Und nun antwortete er ihr:
.Sie wünschten mich dringend zu sprechen: es war also selbstverständlich, daß ich sofort kam. Und womit kann ich Ihnen nun dienen?"
.Ein sonderbarer Zufall hat c» gefügt, daß unmittelbar nackdem Sie fort waren, ein« Freundin mich aufsuchte mit einer großen Reuigfeit. SS ist ein Fräulein von Rornrnertz, mit der ich zwei Iahre zusammen im Sch weste mhaufe ausgebildet worden bin."
Wigand sah sie überrascht an: .Wie — Sie al« Krankenschwester au-gebildet?" Doch Ursula fuhr fort:
.Fräulein von Rornrnertz trägt sich seit langem mit dem Plan, eine Privatklinik einzurichten. Sie ist sehr vermögend und hat beste Beziehungen, darunter solche zu ersten ärztlichen Olutoritäten. Olun ist meine Freundin durch da» Okrfügbar- werden ihres bisher anderweitig angelegten Kapital- in die Lage versetzt, den lang gehegten Gedanken endlich auSzusühren: der Plan ist von ihr schon in allen Einzelheiten erwogen worden. Pattenten sind ihr von befreundeten Aerzfen in Aussicht gestellt worden, da- Pslegerinnen- personal würde in bester Auswahl zur Stelle sein, die geeigneten Räumlichkeiten wären auch da. kurz: es sehlt nur eins noch: der behandelnd« Arzt. Fräulein von Rornrnertz hat in dieser Beziehung ganz besonder« Wünsche. Sie möchte nur mit einem schon geteilteren, erfahrenen Arzte zusammenarbeiten, einem Herrn von ernstem, sym- vathischem ODesen, der außerdem bereit- eine langjährig« Praxi- al» leitender Arzt einer Klinik oder eine» Sanatorium» mit sich bringt.
1 Fortsetzung folgt.)
Bekanntmachung.
Das neue Schuljahr beginnt für die hiesige Fortbildungsschule am TNontag, dem 20. «pril 1931. 2545C
Die Anmeldung der in die Fortbildungsschule neu eintretenden Schüler und Schill le rinnen hat an diesem Xage,^oormiltage 9 Uhr, zu erfolgen, und zwar:
a) für die gewerbliche Abteilung I und Die gewerbliche Abteilung II und die Mädchenabteilung in dem Schulhaus in der Kirchstraße,
1) für die kaufmännische Abteilung In - der Alten Klinik Liebigstraße.
Fortbildungsschulpslichtig werden mit fttginn des neuen Schuljahres alle Schüler mb Schülerinnen, die an Ostern 1931 aus ber Volksschule entlassen worden sowie die- Irrigen, die aus höheren Schulen nach e4t|äbrigcm und mehr als achtjährigem kchulbesuch, aber vor vollendetem zehnten kchuljahr ausgetreten sind. wird besonders daraus aufmerksam gemacht, daß alle h Gießen in der Lehre oder in Beschäfti- |nng stehenden Fortbildungsichulpflichti- len ohne Rücksicht auf ihren Wohnort ;um vesuche der Schule in Gießen verpflichtet pnb. Für Schulpflichtige, die in ein Lehr- Verhältnis treten, besteht die Schulpflicht unabhängig davon ob sie zunächst eine yrobcAcit durchlaufen ober nicht
ßieffcn, den 14. April 1931.
Stadtschulamt. F. V.: Fischer.
Wissensenaftiiche Werke
tionaergeoiet ue-
Brühl'scnen Druckerei
Auslieferungslager
oerb. mit (Mencraloertrleb unserer selbst» langen 5Bnft6mafdnne D.R.P., welche jeb. Duant. Wüiche in allen vorh. Wafchkcsfeln von 40- 20U L^Inhnlt ohne elektr.Strom wäscht, hu oera Erfindung ersten Ranne», vcrkauseoreis 8li)L 29.60. Elch«'bett not- wendm. Anaeb unt.H.E.617 a. d.Änn.(tro.
T. grbürniann, Düsseldorf.______2691V
Bekanntmachung.
Der ab 1. Juli d. I. anfallende Dung in Städtischen Schlacht Hof Gießen ist meistbietend zu veraeben. 2675D
Schriftliche Angebote sind bis Montag, den 27. April d. 3., vormittags 10 Uhr, bei uns einzureichen. Besichtigung nach Ein- sicht in die Bedingungen kann vorher
während der Dienststunden geschehen.
Gießen, den 14. April 1931.
Die Städtische Schlachthofverwaltung.
Bekanntmachung.
Der vom Gemeinderat durchberatene und genehmigte Voranschlag der Gemeinde Trde an der Lumda für Rj. 1931 liegt vom 17. ö. in. ab ächt läge lang auf der unterzeichneten Bürgermeisterei offen.
Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Einwendungen dagegen können innerhalb der Frist schriftlich ober mündlich vor- gebracht werden. 2687V
Treis an der Lumda, den 15. April 1931. Hessische Bürgermeisterei.
Michel.
&
Bauschule


