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Feuerwehrfest also sollte statt

leben.

tausend Soldaten

vom Reiche trennt, die innere Deutschland eng und fest ge-

Verbindung mit blieben ist.

Ein fröhliches

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..Der Belgier hat ein mächttg Heer, doch fürchtet er die Feuerwehri"

sollten. Alter Tradition gemäß waren die Feuer­wehren aus den benachbarten Gebieten einge­laden, aus den altbelgischcn so gut wie aus den reichsdeutschen, nur daß aus Alt­belgien eine einzige -Zusage gekommen war, wäh- rend vierundvierzig Feuerwehren aus dem reichs-

nehmer stände nichts entgegen, es sei lediglich notwendig, zwei Teilnehmerlisten für die Gen­darmerie und den Zoll einzureichen, und auch das belgische Konsulat in Aachen brauche nicht bemüht zu werden, wurden gleichzeitig die Gen­darmen und Zollbeamten angewiesen, niemand über die Grenze zu lassen, der keinen Sicht­vermerk des belgischen Konsulats habe, und das belgische Konsulat aufgefordert höchstens dreihundert Personen den Sichtvermerk zu geben. Angesichts dieser offen­sichtlichen Sabotage wurde in letzter Stunde in

finden, ein Fest, bei dem wahrhaftig niemand an Politik dachte. Selbstverständlich war fürsorglich und rechtzeitig mit der dafür zuständigen belgi­schen Instanz und das ist im freien demo­kratischen Belgien die politische Polizei wegen der Einreise der reichsdeutschen Feuerwehrvertreter Verbindung ausgenommen worden und diese erteilte für die eingeladenen deutschen Feuerwehren die Einreiseerlaubnis. Doch halt, diesuretc publique machte eine Ein­wendung: Trommler- und Pfeiferkorps dürften nicht erscheinen und ebenso dürften die reichs­deutschen Teilnehmer keine Helmspitzen tragen. Diese Einwendung war zwar unver­ständlich; denn es ist nicht einzusehen, warum Pfeifen, Trommeln und Helmspihen den belgi­schen Staat gefährden können. Aber die Fest­leitung respektierte natürlich den Willen der hohen Brüsseler Behörde und nahm die Bedin­gung an. Einem schönen Festverlauf stand nichts mehr im Wege.

Nachtwächter ist wirklich I der einzige Mensch, dein wir auf dem Heimweg begegnen! Es ist, als ob die Zeit viele Jahre an dieser zau­berhaften, kleinen Stadt voriibergegangen wäre!

Der auferstandene Christus", eine Schöpfung des Münchener Bildhauers Prof. Hans Schwegerle, soll in der Nicolai-Kirche in Stralsund als Kriegsehrenmal austftstvilt werden

Alljährlich verlassen mehrere die Reichswehr, die wenn

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Versorgungsscheines eine Geldabfindung, dke bet zwölfjähriger Dienstzeit je nach dem Dienstgrad 8000 bis 9000 Mk. beträgt, wodurch ihni Gelegen­heit gegeben ist, sich eine eigene Existenz zu gründen. Allerdings wählt die Mehrzahl der ausscheidenden Soldaten, zur Zeit etwa fünf Sechstel, den Beamtenberuf. Er liegt ihnen nach Ausbildung und Erziehung näher als das freie Erwerbsleben, was ja bei der augenblicklich so angespannten Wirtschaftslage gar nicht verwunderlich ist.

Da interessiert natürlich die Vorbereitung des dienenden Soldaten auf seinen zukünfttgen Beruf. Zu diesem Zweck sind bei der Reichswehr die Heeres- und Marinefachschulen ein­gerichtet. Dies sind Schulen, die in straffem Auf­bau ihre Schüler für die verschiedensten Berufe ausbilöen und dabei noch dem militärischen Dienst Rechnung zu tragen haben. Vier Arten von Heeresfachschulen stehen dem Soldaten zur Ver­fügung: Schulen für Verwaltung und Wirtschaft, für Gewerbe und Technik, für die Landwirtschaft und für die Forstwirtschaft. Bei der Marine gibt es allerdings nur die beiden ersten Fach­schulen; dafür besitzt aber die Abteilung für Gewerbe und Technik besondere Unterhirfe für Seemaschinisten und für die Seefahrt. In der Fachschule für Verwaltung und Wirtschaft er­halten in der Hauptsache die werdenden

fand.

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Jetzt aber kommt das Rachspiel und in ihm offenbart sich nicht nur eine für einen Staat höchst unwürdige Methode, sondern auch die klare Tatsache, daß unser von Belgien annek­tiertes deutsches Grenzgebiet ein Land min­deren Rechts ist. Während die Brüsseler Behörde den Eupener Veranstaltern mitteilte, einer freien Einreise der reichsdeutschen Teil- "

behandelte ein Vortrag der Präsidenten Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und__

beitslosenversicherung Dr. Shrup. Der Redner

führte u. a. aus: Mehr als 20 Millionen Arbei-

so singen die Eupener Jungens. Was hat begeben? Das Kreisfeuerwehrfest ... Eupen stand vor der Tür. Schon prangten die Straßen unserer Stadt in Festschmuck, und wir freuten uns der Gäste, die von draußen kommen

Beamten ihre Ausbildung. Rach einer Ab- schlußprüfung sind sie berechttgt, in die gehobene mittlere Deamtenlaufbahn ausgenommen zu wer­den. Abteilung Gewerbe und Technik bildet Handwerker und Techniker aus, die von fachkundigen Handwerksmeistern unterrichtet wer­den, wobei im achten Dienstjahr die Gesellen­prüfung, nach weiterer drei- bis vierjähriger Ausbildung die Meisterprüfung abgelegt werden kann, die denen der Handwerkskammer als gleich­gestellt anerkannt werden. Reben der Ausbildung als Handwerker besteht in geringem Umfang auch eine einfache Techniker-Ausbildung, die

Arbeitslosigkeit und Kommunalfinanzen

deutschen Rheinland ihr Kommen angemeldet hatten, etwas Ratürliches, da in Eupen-Malmedh Deutsche wohnen und trotz der Zwangsgrenze, die uns politisch

Brüssel der Versuch unternommen, eine Auf­hebung der sich widersprechenden Maßnahmen, welche das ganze Fest in Frage stellten, zu er­wirken. Und auch das wieder ist für belgische Verhältnisse charakteristisch: der Vertreter des Ministerpräsidenten sagte die Aufhebung zu, aber die hohe politische Polizei beharrte auf ihrem Standpunkt. Die Festleitung zog daraufhin die selbstverständliche Konsequenz, sagte das Fest a b. Seitdem aber singen die Eupener Jungens das obige Versehen, und die Eupener, für die der Ausfall des Festes natürlich auch eine schwere wirtschaftliche Schädigung bedeutet, haben wieder einmal erfahren, daß sie im freien Belgien Staatsbürger zweiter Klasse sind und unter Ausnahmezustand

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verwaltung weise vorgesorgt hätte, nicht wüßten, was sie nunmehr beginnen sollen. Sie haben zwölf Jahre hindurch dem Vaterland gedient und verlassen Heer und Marine meist im besten Mannesalter von 30 bis 35 Jahren. Aber eben, weil für sie noch während ihrer Dienstzeit vor­gesorgt Wird, ist es ihnen verhältnismäßig leicht, sich im Zivilleben zurechtzuftnden. Zwei Wege gibt es für den scheidenk^n Soldaten: die Be­amtenlaufbahn und den Uebertritt in das freie Erwerbsleben. Will der Soldat d i e Beamten­karriere ergreifen, dann wird er während seiner Dienstzeit bei der Reichswehr genügend ausgebildet und bekommt außerdem einen Zivil­versorgungsschein, durch den er die Berechtigung erhält, bei freiwerdenden Beamtenstellen bevor­zugt behandelt zu werden. Wählt er dagegen einen freien Beruf, dann erhält er statt des

Randnoten

In der öffentlichen Meinung wird durch einen einzigen Fall wie den der Rorddeutschen Wollkämmerei mehr Schaden angerichtet, als ein Dutzend verantwortlich und erfolgreich geleiteter Großunternehmen an Sympathien für die Privatwirtschaft in jahrelanger Arbeit schaf­fen können. Die sozialistischen und kommunisti­schen Blätter schlachten selbstverständlich solche Dinge nach allen Kräften aus und suchen damit den Beweis dafür zu erbringen, daß das herr­schende Wirtschaftssystem verfault und lebensunfähig geworden ist. Ein Blick auf die übrige kapitalistische Welt zeigt, daß durch Leichtsinn, Verschwendung und Un- sähigkeit hervorgerufene Zusammenbrüche großer Unternehmungen überall vorkommen und als Ausfluß menschlicher Unzulänglichkeit mit in den Kauf genommen werden tnüssen. Das Studium der Sowjetpresse, die in solchen Angelegenheiten von geradezu brutaler Offenheit ist, beweist aber, daß unter dem sozialistischen und kommuni st ischen Regime ein Skan­dalfall dem andern folgt, obwohl ein geradezu groteskes Ueberwachungs- und De- spihelungssystem den fehlenden Antrieb des eigenen wirtschaftlichen Interesses zu ersetzen versucht.

Ein Vergleich mit dem kapitalistischen Aus­land ergibt aber für uns Deutsche eine ernste Lehre. In England hat der Bankrotteur H a t r h fünfzehn Jahre Zuchthaus erhalten, Lord K h l s o n t und der in den Fall Royal- Mail verwickelte Teilhaber M a r l a n d der füh­renden Treuhandfirma Price, Waterhouse & Co., stehen zur Zeit wegen Vergehens gegen die Handelsgesetze vor dem Strafrichter. Selbst in Frankreich, wo die politisch-wirtschaftliche cameraderie die Bestrafung des verbrecheri­schen Bankrotts sehr erschwert, sind die Schuldi­gen an den Hanau- und Oustricskandalen zur Rechenschaft gezogen worden. In Italien hat Mussolini mit der Allmacht des Diktators den betrügerischen Bankrotteur G u a l i n o in lebens­längliche Verbannung geschickt, mit der Begrün­dung, daß für dieökonomischen Cagliostros die schwersten Strafen nicht ausreichend seien".

Man hat also im Ausland ein volles Ver­ständnis dafür, daß der Ehrenschild des privat­kapitalistischen Systems rein gehalten wer­den muß. Es darf auch bei uns nicht dahin kommen, daß Verfehlungen einzelner von den zahlreichen Feinden der heutigen Wirtschafts­ordnung dazu benutzt werden, um die verant­wortungsbewußte Arbeit des deutschen Unter­nehmers und Arbeitgebers schlechthin zu diskredi- tteren. Wenn Rücksichten auf hineinverflochtene andere Unternehmungen, auf die Belegschaften, auf den Kredit ganzer Wirtschaftszweige oder der gesamten Wirtschaft genommen werden müs­sen, dann dürfen sie nicht dazu führen, daß die schuldigen Personen von dieser Rotwen- digkeit einer stillen Abwicklung irgendwie profi- tieren. Die Privatwirtschaft beruht auf dem Grundsatz, daß der einzelne für den Erfolg wie für den Mißerfolg seines Tun und Lassens ein­steht. Um der Ehre des deutschen Kauf­mannswillen muh gerade das Unternehmer­tum verlangen, daß solche Fälle wie der der Rorddeutschen Wolllämmerei, sobald die oben erwähnten allgemeinen Interessen gewahrt sind, bei dem geringsten Verdacht einer Verfehlung der beteiligten Personen der genauen Un­tersuchung durch den Strafrichter zu geführt werden.

Diese Strenge liegt im ausschließlichen Inter­esse der deutschen Wirtschaft selber, die soeben durch die große Anstrengung, wie sie das Garan- tteshndikat bei der Golddiskontbank darstellt, aufs neue bewiesen hat, zu welchen Opfern sie in dieser unendlich schwierigen und -ernsten Rotzeit bereit ist.

ter und Angestellte sind in der Welt aus dem Wirtschaftsprozeh ausgeschaltet, in Deutschland allein vier Millionen. Die Krise wirkt sich in allen Ländern mehr oder weniger stark aus. Selbst Amerika rechnet in seinem diesjährigen Staats­haushalt mi.t einem Fehlbetrag. Alle anderen Länder können aber auf vorhandene Reserven zu­rückgreifen; Deutschland, das die Hälfte seines Rationalvermögens verloren hat, sind diese Mög­lichkeiten verschlossen. Es steht im Gegenteil un­ter dem ungeheuren Druck der Repa­rationsleistungen. Die Reichsbank kann und muh bei der Vertrauenskrise auf dem Kre- ditmark jeder Gefährdung der Mark entgegen­wirken. Aber die nötigen Eingriffe der Reichs- bank gehen letzten Endes zu Lasten des Arbeits­marktes. Die Arbeitslosennot in Deutsch­land ist g r o h. Der Staat muh seinen Pflichten gegenüber den unverschuldet notleidenden Volks- genosjen nachkommen, sonst würde er sich selbst aufgeben. Es mag dahingestellt' bleiben, ob die Belastungen der Rotverordnung genau ausbalan- ziert sind. Jeder betroffene Kreis sieht bekannt­lich in erster Linie seine Opfer, die Belastung anderer Kreise würdigt er weniger. Wer die Fi­nanzlage in Deutschland klar erkennt, wird nicht bestreiten, dah das finanzielle Gesamt­ergebnis der Rotverordnung nicht

Zaungast bei Toscanini.

Der DAZ. wird von Dr. Waldemar Rosen aus Bayreuth geschrieben:

Ein grauer Regenschleier liegt über demlieb­lichen Hügel bei Bayreuth", als die Orchestermit- glieder zu ihrer ersten diesjährigen Probe mit Toscanini zum Festspielhaus hinaufpilgern. Sein grüner Lancia-Wagen steht schon oben, und Emilio, der baumlange Chauffeur, unterhält sich mit dem winzigen Seidenpinscher, der den Meister auch diesmal begleitet hat.

In der unteren Halle des Festspiel-Restau­rants, das nun sehr schön und geschmackvoll aus­gebaut ist, hat sich das Orchester hinter einem Wall aus Harfen- und Violincello-Futteralen, aufgestapelten Tischen und Stühlen eingebaut und stimmt schon eifrig. Oben im langen Speise­saal sitzt von den Mitwirkenden alles, was Rang und Ramen hat, Fremde aber werden nicht zu­gelassen,auf keinen Fall, ganz ausgeschlossen"! Ich mag Frau Wagner, auf die jetzt tausend Dinge einstürmen, nicht auch noch belästigen und geselle mich so zu der Gruppe von Musik­enthusiasten, die an einem offenen Fenster der Probe lauschen wollen. Da kommt die junge Herrin von Bayreuth auch schon selbst, dankt freundlich für jeden Gruß und nimmt mitFräu- tetn Schmidt", ihrer kleinen, energischen Sekre­tärin, an einem der weihgedeckten Tische Platz. Schon naht auch Furtwängler und setzt sich vorn an die Brüstung, ganz nahe dem kleinen Podium, das gerade Toscanini, vom Orchester laut und freudig begrüht, ersteigt.

r bebt den Stab und dasPar-

ifal -Vorspiel beginnt. Wie von aller Materie losgelöst und doch mit einer Intensität des Klanges, die unerhört ist, schwebt das Unisono

Lmangs durch den Raum, - in überirdischer klingen die Flöten in ihren gehaltenen Akkorden aus. Jetzt beim zweiten Einsatz singt er mit.Molto, molto piü molto, sforzato einen jtorten, dramatischen Akzent wünscht er aus dem H da, wo die Melodie sich nach ll-Moll "Ah, no, schüttelt er den Kopf. Aber nrnhxiter' ganzes Stück in den ersten Akt hinein, um zunächst Konnex mit dem Or­chester zu gewinnen. Dann klopft er ab und be­ginnt ganz von vorn, wieder mit dem Vorspiel und nun kommt die Kleinarbeit. '

Dieser zweite Einsatz des Themas will ihm

Oer Soda-See.

Der Reisende, der von Nairobi in der englischen Kenja-Kolonie etwa 150 km nach Westen wandert, sieht sich plötzlich einem seltsamen und einzigartigen Naturschauspiel gegenüber. Er befindet sich vor einer weiten Fläche, die wie ein gefrorener See aussieht. Ueberall ist das ganze Gelände wie von einer dün­nen Eisschicht überdeckt, und man fühlt sich versucht, sich den winterlichen Freuden des Schlittschuhlaufens oder Schlitterns hinzugeben, und das mitten im tropischen Afrika nahe am Aequator unter einem glühend heißen Himmel. Aber wer diesem trüge­rischen Eindruck nachgeben wollte, würde finden, daß diese scheinbare Eisfläche durchaus nicht glatt ist, denn es ist kein Eis, das diesen riesigenSee" bedeckt, sondern es ist der feine glitzernde Staub der mächtigen Sodablöck«, die seit vielen Jahren von den Weißen aus der Masse dieses Sees heraus­gegraben werden. Der Magadi-See so heißt dieses Naturwunder ist nur wenige Zoll tief, und diese flache Wasseroberfläche täuscht das Aeußere eines Sees vor, während es sich tatsächlich um einen Ungeheuern Block Soda handelt, der sich viele Kilo­meter ausdehnt. Die Bohrungen, die in dieser ein­zigartigen chemikalischen Ablagerung vorgenommen werden, sind trotz jahrelanger Ausbeutung nicht im­stande gewesen, den Spiegel des Sees zu senken, denn alle die großen Löcher, die in der Sodamasse gemacht werden, werden sofort wieder ausgefüllt. Der Magadi-See liegt in einer Senkung, die von rötlichen Hügeln umrahmt ist. Auf den Abhängen, auf denen nur wenige grüne Flecke zu sehen sind, verbrennt die Hitze alle Vegetation, so daß sie in kahler Nacktheit emporragen, und das ganze Gebiet ist erfüllt von einem scharfen Sodageruch. Eine un­heimliche Schwere und Schwüle lastet über dem See, und der Eindruck einer irdischen Hölle wird noch dadurch verstärkt, daß an jedem Nachmittag sich ein furchtbarer Wind erhebt, der eine halbe Stunde lang Erde und Himmel mit blendenden Wolken dieses weißlich glitzernden Staubes erfüllt. Wenn dieser Orkan, der mit ebenso rasender Schnel­ligkeit, wie er sich entfaltet, auch wieder verschwin­det, ausgetobt hat, bann liegt der Sodasee wieder im düsteren Schweigen da, brütend unter einer furchtbaren Hitze und unheimlich glitzernd.

F v r st Wirtschaftsinstitute, die nur den Iägerbataillonen angegliedert sind.

Angesichts der riesigen Erwerbslosigkeit ist es natürlich für den ehemaligen Reichswehrangehöri­gen ebenfalls sehr schwer, ein Unterkommen zu finden. Die Behörden können nicht mehr alle frei werdenden Stellen besetzen, Industrie und Handwerk nehmen zwar den Reichswehrsoldaten gern, sind aber ebenfalls durch die Ungunst der Zeit nicht in der Lage, dem Soldaten einen Arbeitsplatz zu, verschaffen. Eine Besserung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse, die hoffent­lich nicht mehr allzulange ausbleibt, wird aber auch die zur Entlassung kommenden Soldaten von einer schweren Sorge befreien, weil es chnen dann leichter sein wird, auf Grund ihrer Fähig­keiten eine Beschäfttgungsmöglichkeit zu finden.

gar nicht gefallen, wieder singt er die Stelle vor! Mit einer kleinen Violoncello-Kantilene geht es ebenso, dann mit einem Oboe-Solo. Wiekter und .wieder, bis es gelingt. Da passiert dem Oboer ein kleiner Irrtum, er bringt eine Vorausnahme ein wenig zu zeittg. Der Maestro ruft entrüstet: «Ah nonono, nonono, nononono! Und be­kümmert geht er zurück.Rit-te vierr Tak-te vohbrr... Rur wenn er unterbrochen hat und eine solche Derständigungszahl (die in seiner und in allen Instrumentalstimmen jeweils an der gleichen Stelle eingetragen ist) aufsucht, schaut er in die Partitur, sonst dirigiert er alles aus­wendig und singt übrigens mit einer netten italienisch-lockeren Stimme die jetzt in der Orchesterprobe fehlenden Gesangspartien mit: eine fast märchenhafte Gedächtnisleistung. Jede kleine Rebenstimme schließt er in seine Geste ein und holt sie zur letzten Präzision heraus. Schon ihm nur zuzusehen ist ein ästhetischer Genuß, wie er den kleinen Finger der rechten Hand delikat hebt, wie er in gewaltigem Schwung des Armes einen Akzent vorbereitet oder wie er mit der flachen Linken, gleichsam die Wogen glätten?-; abdämpft.

Deutsch spricht er noch wenig, oft gebraucht er einen der allgemein geläufigen italienischen Fach­ausdrücke, eventuell ein paar Worte Englisch, meist aber singt er vor, wie er es haben will.' Das Orchester, in dem man übrigens viele neue Gesichter sieht, klingt herrlich, die Bläser waren wohl selten so hervorragend. In der Pause wan­delt er Arm in Arm mit Frau Winifred, scherzt und lacht. Ich aber unternehme eine Entdeckungs­reise, habe Glück und gewinne einen Blick in die neuangebaute Hinterbühne, die als Probebühne ^nuht wird. Dort ein hinreißend groteskes Blld stehen acht Walküren auf dem Felsen, teils mit Probemänteln angetan, alle mit Speer unö Schild bewaffnet und mit einem weißen Plakat auf der Brust mit den sonderbaren Auf­schriften: Ort, Helm, Roß, Ger, Wal die zweck­mäßig abgekürzten Ramen der Wotanstöchter also, und das zu dem Zweck, daß der Regisseur, ^r unten sitzt, die Darstellerinnen auch aus der Entfernung leicht erkennen kann. Am Bühnen­eingang steht eine Art Schirmständer, in dem aber sechzig Schwerter sauber aufgestellt sind.

An der Mittagstafel im Restaurant werde ich neben eine liebenswürdige Rheintochter plaziert mn Rebentisch aber sitzt Meister Toscanini mit Gemahlin und seinem Freunde, Mr. Smith, einem zuvorkommenden Amerikaner mit ungemein feinen.

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Der Gesamtvorstand und Hauptausschuh des Reichs st ädtebundes beschäftigte sich kürz­lich auf einer Tagung in Mainz mit den für die Kommunen außerordentlich wichtigen Fragen der Arbeitslosigkeit und der kommuna­len Finanzlage.

Die Probleme der Arbeitslosigkeit

j den Aufstieg des Soldaten in mittlere technische I Beamtenstellen ermöglicht. Die Fachschule für Landwirtschaft soll den vom Lande stammenden Soldaten die Fähigkeiten verschaffen, nach ihrem Ausscheiden eine Dauern st eile selbständig zu bewirtschaften. Die kleinsten Schulen sind die

entbehrt werden kann. Ungewöhnlich schwer sind die Arbeitslosen selbst von der Rot­verordnung betroffen worden. Allein in der Ar- beitslosenversicherung sind die Ausgaben von 1800 Millionen um 400 Millionen gedrosselt worden. Aber nicht nur die Reichsanstall mit den von ihr in der Arbeitslosenversicherung und der Krisen­fürsorge zu betreuenden 3 Millionen Arbeitslosen steht in den nächsten Wochen und Monaten vor den schwersten Aufgaben, auch den Gemeinden fallen kaum tragbare Lasten in ihrer Wohl­fahrtspflege zu. Die geldliche Unter­stützung der Arbeitslosen ist und bleibteinRotbehelf. Alle Vorschläge zur Milderung der Arbeitslosigkeit wie die Aus­schaltung der ausländischen Arbeiter und der Doppelverdiener", die Verlängerung der Volks- schulpflicht, die Streckung der Arbeit durch Ver­kürzung der Arbeitszeit, die Schaffung zusätzlicher Arbeit und der Antrieb der privaten Wirtschaft durch öffentliche Aufträge und Arbeiten müssen nicht nur auf ihre arbeitsmarkt-politische Wir­kung. sondern auch auf ihre wirtschaftliche, finan­zielle und allgemeinpolitische Bedeutung geprüft werden. Alle ernsthaften Vorschläge zur Milde­rung der Arbeitslosigkeit enthalten sicherlich be­achtliche Gesichtspunkte, sie bringen aber keine Lö­sung des schweren Problems. Eine befriedigende und auf die Dauer haltbare Lösung hat einerseits im Innern eine Gesundung unserer Wirtschaft, unserer Finanzen und eine politische Entspannung, anderseits von außen eine starke Erleichte­rung unserer Kriegsla st en zur Voraus­setzung. Wir dürfen nicht ohne neue, auf Tat­sachen fundierten Hoffnungen in den kommenden Herbst gehen. Hoffen wir, dah uns die nächste Zeit auf dem Reparationsgebiet nicht nur ver­ständnisvolle Versicherungen, sondern Taten bringt. Der hochgesinnte Entschluß des Präsiden-

güttgen Zügen, den man bald in Deutsch, bald englisch, italienisch oder französisch mit größtem, aufrichtigen Bedauern versichern hört, dah der Maestro leider gar nicht zu sprechen sei. Der aber lebt noch gart£ in Parsifal, leise singt er eine Stelle vor sich hin. An Frau Wagners Tisch, den ein schlichter, schöner Rosenstrauß ziert, unter­hält man sich lebhaft. Das Präsidium hat Furt­wängler, neben ihm Frau Winifred und einige Bühnenvorstände, auf der anderen Seite Spring, der Oberregisseur und Kapellmeister Elmendorfs, der gerade mit noch gesträubtem Haar von einer Klavierprobe kommt. Frau Wagner zieht, ver- sichttg und witzig, zunächst einmal bei uns, die wir schon essen, Erkundigungen nach der Qualität des Schnitzels ein, dann bestellen auch sie alle das schlichte Gedeck, das mit einer Kraftbrühe nach italienischer Art eröffnet wird, eine Reve­renz des Küchenchefs vor Toscanini.

Als ich am Rachmittag durch die Stadt fahre, um Furtwängler in seinem entzückenden Bay­reuther Heim, der Villa Feustel in Friedrichstal, aufzusuchen, muß ich an einer Ecke scharf vor einem schlanken Reiter bremsen: Er selbst ist es, erholt sich gerade von der anstrengenden Probearbeit des Vormittags auf einem kleinen Spazierritt. Am Abend aber sitze ich in einer Musikantenrunde mit Herrn Pieperhoff der dieses Jahr oum 25. Male die Festspielphoto- graphie besorgt und zu diesem Jubiläum, wie einige Orchestermitglieder auch, von der Stadt Bayreuth mit einem Zinnkrug geehrt werden wird in derEule" und labe mich am Festspielbier, das nur zu gut und viel zu billig ist! Ueber mir hängen die Statuten des Künstler VereinsDerer, die nicht alle werden", die verheißungsvoll so beginnen:

§ 1. Zweck des Vereins ist Sonnabend.

§ 2. Wenn sich mehr als zwei Mitglieder ver­sammelt haben, ist auch an anderen Wochentagen Sonnabend. Wenn sich nur einer versammelt, ist fein Sonnabend.

Obwohl Donnerstag, ist auch bei uns Sonn­abend, aber trotzdem geht man allgemein um zwölf Ubr heim, denn der nächste Morgen bringt allen Mitwirkenden wieder schwere Proben, und die nimmt man hier, vom Dirigenten bis zum letzten Statisten, sehr, sehr ernst. Und das ist wohl auch ein kleiner Teil jenes Geheimnisses, das der Schöpfer dieses erhabenen Werkes im Grundstein des Hauses eingeschlossen hat.

Rur die Brunnen rauschen und ein einsamer