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LIebungsplan auf der Sanitätswache in Gießen eintraf, befand sich ein Sanitätsauto gerade auf einS? Fahrt nach auswärts. Das zweite Auto wurde sofort mit dem nötigsten Material für Vroß-älnfälle versehen und fuhr kurze Zeit nach dem Alarm mit dem Kolvnnenarzt Dr. Gros, dem Kolonnenführer Kratz und dem Zugführer Kraushaar nach der Unfall ft die ab. Bei dem Eintreffen des Wagens mit den Führern befan­den sich beide Kolonnen bereits in voller Tätig­keit zur Versorgung der angenommenen Verletz­ten. Fast zu gleicher Zeit traf auch der Kolonnen­arzt der Kolonne Leihgestern, Dr. med. Speck aus Großen-Linden, ein. Beide Kolonnenärzte besichtig en die von den Sanitätsleuten angelegten Verbände und sprachen ihre vollste Zufriedenheit über die Leistungen der Führer und Mannschaf­ten aus. Besonders hervorgehoben wurde dabei die Notwendigkeit der Veranstaltung derartiger! Hebungen zur Erhaltung der Schlagfertigkeit der Kolonnen für Ernstfälle. Die älebung wurde von dem Kolonnenführer-Stellvertreter Luch aus Gießen geleitet.

Säten für Freitag, 15 Mai.

Sonnenaufgang 4.37 Uhr, Sonnenuntergang 20.07 Uhr. Mondaufgang 3.37 Uhr, Monduntergang 17.53 Uhr.

1773: der österreichische Staatsmann Fürst von Metternich in Koblenz geboren; 1859: der Ent­decker des Radiums, der Physiker Pierre Curie in Paris geboren; 1862: der Dramatiker Artur Schnitzler in Wien geboren.

Taten für Samstag, 16. Mai.

Sonnenaufgang 4.35 Uhr, Sonnenuntergang 20.08 Uhr. Mondaufgang 3.50 Uhr, Monduntergang 19.09 Uhr.

1788: der Dichter Friedrich Rückert in Schweinfurt geboren.

Sitzung des Provinzialausschus- s e s. Samstag, den 16. d. M., 8.30 Llhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Pro- vinzialausschusses der Provinz Ob:rhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Dezirks- fürsorgeverbandes der Stadt Offenbach a. M. gegen den Dezirksfürsorgeverband des Kreises Friedberg wegen Durchführung der Fürsorge für Paul August Karl K l e n f aus Dortmund. 2. An­trag der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. auf Enteignung von Gelände zur Erweiterung des Bahnhofs Wölfersheim-Södel. 3. Klage des De- zirksfürsorgeverbandes der Stadt Gießen gegen den Dezirksfürsorgeverband des Kreises Gießen auf Erstattung von Pflegekosten für Margarethe Brück aus Daubringen. 4. Verkündung des Ur­teils in Sachen: Dienststrafverfahrens gegen den Stadtbaumeister Scherrer zu Butzbach.

** Zeitweilige Sperre der Straße Am Kugelberg". Das Polizeiamt Gießen teilt mit: Am nächsten Sonntag in der Zeit von 15 bis 17 älhr wird die StraßeAm Kugel­berg" aus Anlaß des Sportfestes des I.Datl. Inf.-Regt. 15 für den Verkehr mit Fahrzeugen aller Art polizeilich gesperrt. Den Anweisungen der Pvlizeibearnten ist unbedingt Folge zu leisten.

* EinführungvonErkennungsrnar- k en für die Hess ische K r i m in al pv l i - zei. Die Hessisch^ Amtliche Preffestelle teilt mit: Nachdem die Verstaatlichung der Ortspolizei von Mainz und Worms durchgesührt ist, werden sämt­liche staatliche Kriminalpolizeibeamte sowie die Leiter und Vorsteher der Kriminalabteilungen neben ihren Personalausweisen mit einheitlichen Erkennungsmarken ausgerüstet. Die Erkennungs- marfen, die innerhalb jedes Polizeiamts fortlau­fend numeriert sind, tragen auf der Vorderseite unter dem hessischen Hoheitszeichen die Ortsbe­zeichnung des- staatlichen Polizeiamts, auf der Rückseite die Rümmer des betreffenden Beamtem

Sie werden an einer Kutte befestigt in der Tasche getragen. Als Ausweis bei exekuttvischen Amts- handlungen gilt zukünftig die Erkennungsmarke. Der Personalausweis dient dem Kriminalbeam­ten nur in Sonderfällen, insbesondere Behörden gegenüber, mit denen er außerhalb seines Dienst­ortes in Verbindung tritt, als Ausweis.

** Freie Schul st eile. Erledigt ist eine Leh­rerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Alten-Buseck (Kreis Gießen). Woh­nung wird in Kürze frei (Dreizimmerwohnung).

** VHC. Gießen. Man berichtet uns: Alljähr­lich wenigstens einmal stattet der VHC. Gießen dem Beherrscher unserer Gegend, dem Dünsberg, einen Besuch ab. Während im Vorjahre die Ersteigung des Berges von der nördlichen Seite erfolgte, wurde diesmal die westliche Ecke benutzt. An der Heuchel­heimer Mühle vorüber ging die stattliche Wander­schar (rund 80 Teilnehmer) über Kinzenbach, wo eine kurze Frühstücksrast ftattfanb, hinauf zum Atz- bacher Wald, an dessen Rand sich bei klarer Sicht eine prachtvolle Fernsicht bietet. Durch den maien­frischen Wald, der jetzt sein schönstes Frühlingskleid angezogen hat, führte der Weg an den Schweden­schanzen vorbei über den Himberg und dessen höchste Erhebung, den Königsstuhl, wieder hinab in das Tal, das in der Röhe der Grube Morgenstern er­reicht wurde. Besonders reizvoll war die weitere Wanderung durch das liebliche Schwalbenbachtal, stets am luftig plätschernden Bach entlang, vorbei an zahlreichen blühenden Schlehdornhecken hinauf zum Großen Rothenberg, wo man sich an einer be­sonders schönen Stelle mit prächtigem Blick auf den Dünsberg einer längeren Ruhepause hingab. Der Weitermarsch führte bei strahlendem Sonnenschein mit unterwegs hübschen Blicken auf das malerisch gelegene Königsberg zum Biebertal und am Forst- Haus Bieber vorüber in bequemen Windungen zum Hauptziel des Tages, dem Dünsberg, um dort wie- berum eine angemessene Rast zu machen. Wenn auch ber Sonnennebel eine weite Fernsicht vom Turm nicht zuließ, so konnte sich boch bas Auge an ber näheren Umgebung bes Berges, namentlich an bem ausgedehnten Krofborfer Forst unb ben in­mitten blühenber Obstbäume liegenden Dörfern er­freuen. Um ben steilen Weg über die Ringwälle zu umgehen, wählte man zum Abstieg bie vor zwei Jahren angelegte weiße Strichmarkierung nach Bie­ber, von wo nach ber Schlußraft bie Heimfahrt er­folgte.

Einweihung -er Altmünsterkirche in Mainz.

WSN. Mainz, 12. Mai. Das evange­lische Mainz hat am 10. Mai einen Freuden­tag erlebt. (Heben der Christuskirche mit ihrem mächtigen Kuppelbau und der uralten Johannis- kirche mit ihrer mehr als tausendjährigen Ge­schichte hat das evangelische Mainz in der Alt- münsterkirche eine dritte evangelische Gemeindekirche erhalten. Die Kirche ge­hörte dem früheren Altmünsterlloster an, wurde 1805 in die französischen Fortifikationen einbe­zogen. 1814 wurde hier ein Hospital errichtet. Seit 1895 war die Altmünstersirche evangelische Garnisonkirche. Während der Franzosenzeit diente sie dem katholischen Gottesdienst der französi­schen Besatzung. Im Jahre 1929 geht die Kirche durch Kauf in den Besitz der evängelischen Ge­meinde Mainz über. Nachdem am Pfingstmontag 1930 die französische Besatzung den letzten Gottes­dienst in der Altmünsterttrche gehalten hatte und die evangelische Gemeinde nunmehr in den Be­sitz der Kirche eingetreten ist, fand am Sonntag, 10. Mai, die feierliche Weihe der Kirche statt. 3n Gegenwart des Prälaten der Landeskirche D. Dr. Dr. Diehl, des Vizepräsidenten D.Dah­lem, des Präsidenten des Landeskirchentages D. Herrmann, des Dekans des Dekanats Mainz Jacob, des Provinzialdirektors Dr. *

Wehner, des Oberbürgermeisters Dr. Ehr­hardt und einer Reihe weiterer Vertreter kirch­licher und weltlicher Behörden wurde von dem Superintendenten für Rheinhessen, Oberkirchen- rat Zentgraf, die Weihe der Kirche borge- nommen. Darauf erfolgte die Einführung des neuen Pfarrers der Altmünstergemeinde Karl Job, zuletzt Pfarrer in Rodheim v. d. H., vorher in Burkhards (Kr. Schotten). Der neu­ernannte Pfarrer hielt darauf die Festpredigt. In der neu eingeweihten Kirche fand am Abend eine kirchenmusikalische Abendfeier unter großer Beteiligung statt.

1/8 Millionen Fehlbetrag im Wormser Haushalt für 1931.

Die gesamten Steuereinnahmen reichen nicht aus zur Reckung der wohlfahrtslasten.

WEN. Worms, 13.Mai. Im Stadtrat fqnb gestern die Etatsberatung statt. Der Haushaltsplan weist einen Fehlbetrag von 1,8 Millionen Mark auf. Schuld an diesem Defizit tragen in erster Linie die ungeheue­ren Wohlfahrtslasten, die auf 4226000 Mark angestiegen sind. Die gesamten Steuereinnahmen von rund 4 190000 Mk. reichen nicht aus, nur die Wohlfahrts­lasten zu decken. Von der Verwaltung wurde die Wiedereinführung der Getränkesteuer, sowie Verdoppelung der Diersteuer und der Bürger­steuer vorgeschlagen. Dadurch verspricht man sich eine Mehreinnahme von nahezu 200 000 Mark, so daß dann immer noch ein Defizit von 1,6 Millionen Mark vorhanden wäre. Sämtliche Parteien lehnten diese neueSteuern ab. Oberbürgermeister Rahn stellte nach Schluß der Abstimmungen fest, daß durch die Ablehnung der Steuervorlagen der Verwaltung eine ernste Lage entstanden sei, wodurch unangenehme Fol­gen erwachsen formten.

As der Mitte der Versammlung heraus wurde alsdann folgende Entschließung eingebracht und einstimmig angenommen:Trotz aller Anstrengungen ist es auch für das Jahr 1931 nicht möglich, den Voranschlag der Stadt Worms auszugleichen. Der ungedeckte Fehlbetrag im Rechnungsjahr 1930 betrug 1,3 Millionen, der Fehlbetrag für 1931 1,8 Millionen Mark, für die Deckung nicht beschafft werden kann. Anträge des Oberbürgermeisters auf Verdoppelung der Biersteuer unb der Bürgersteuer, sowie Einfüh­rung der Gemeindegetränkesteuer mußte der Stadtrat ablehnen, weil er es für unmöglich halt, der Einwohnerschaft noch wei­tere Opfer zuzumuten. Der Stadtrat er­sucht den Oberbürgermeister, auch weiterhin bei allen in Betracht kommenden Stellen dahin zu wirken, daß die durch die älnterstützungs- l ast en verursachte Not zahlreicher Gemeinden durch entsprechende Maßnahmen des Reiches und des Landes behoben wird."

Offenbacher Haushaltsplan mit 5 Millionen Defizit.

307. Offenbach, 12. Mai. In der gestri­gen Städtratssitzung wurde der Haushalts­plan für 19 31 gegen die Stimmen der bei­den kommunistischen Fraktionen und der freien bürgerlichen Mitte verabschiedet. Die Sozialoemv- kraten, Zentrum und bürgerliche Arbeitsgemein­schaft erklärten sich für die Annahme bes Haus­haltsplanes. Mit der Verabschiedung des Vor­anschlags wurden auch verschiedene Steurrvor- lagen angenommen, wie die Grund- und die Gewerbesteuer, die in der vorjährigen Höhe er­hoben wird mit dem Abzug von 6 bzw. 12 Pro­zent, und die städtische Sondergebäudesteuer mit dem Ausschlagssatz des Vorjahres. An Gemeinde-, Bier- und Bürgersteuer werden 50 Prozent von

dem in der Notverordnung des Reichspräsidenten verzeichneten Satz erhoben werden. Der un­gedeckte Fehlbetrag beträgt nahezu 5 Millionen Mark.

Erweitertes Sezirksschöffengericht Gießen.

* Gießen, 13. Mai. Ein wegen Sittlichkeits­verbrechen mehrfach, zuletzt mit Zuchthaus vor­bestrafter Kaufmann stand erneut unter der An­klage eines Sittlichkeitsverbrechens vor Gericht. Die Verhandlung fand unter Aus­schluß der Oeffentlichkeit statt; die Llrteilsverkün- bung war öffentlich. Der Angeklagte wurde trotz seines Leugnens durch die eingehende Beweis­aufnahme überführt, sich an einem kleinen Jungen vergangen zu haben, und zwar unter genau den­selben bezeichnenden Begleitumständen, wie in einem früheren Fall. Die Strafe lautete auf zwei Jahre Zuchthaus.

Zwei weitere Fälle wurden ohne Zuziehung eines zweiten Richters verhandelt. Ein bereits in vorgerücktem Alter stehender unbeftrafter Dienst knecht erhielt wegen eines Sittlich­keitsverbrechens, das er zugestand, die gesetzliche Mindeststrafe von sech-Z-M ona ten Gefängnis, ein ebenfalls unbestrafter Wag­ner 'toegeix eines Einbruchs vier Monate Gefängnis.

Briefkasten -er Re-aktion.

(Rechtsgutachten find ohne Berbindlichkeit ber Schriftleitung.)

ß. Gr. Eine solche Vereinigung ist uns nicht be­kannt.

Aus -em Amtsverkündigungsblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt. Nr. 34 vom 12. Mai enthält: Bekämpfung der Tuberkulose. Vertilgung der Raupennester. Belehrung der Pilzsammler. Turnunterricht. Feldbereinigung Großen-Buseck. Dienstnach­richten.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bi? 12.33 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Gemeinben.

Israelitische Religionsgemeinbe. Gottesbienst in der Synagoge (Sübanlage). Samstag, 16. Mai. Vor- abenb 7.45 Uhr; morgens 8.30; abenbs 8.20 unb 9 Uhr.

Israelitische Religionsgefellschaft. Sabbatfeier ben 16. Mai. Freitag obenb 7.30 Uhr; Samstag vor­mittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 9. Wochengottesbienst: morgens 6.30; abenbs 7 Uhr.

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