Ausgabe 
14.10.1931
 
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Oberheffen.

Landkreis Gießen.

Q Heuchelheim, 13. DH. Die von der Ge­meinde neu angeschaffte Brückenwaage ist vor der Bürgermeisterei eingebaut und zur allgemeinen Benutzung sreigegeben worden. Der Straßen- ausbau in der Wilhelm st raße ist nunmehr beendet. Dieser Ausbau bringt eine Reihe oerkehrs- technischer Verbesserungen mit sich, die allgemein be­grüßt werden.

00 Klein-Linden, 13. DH. Vor einigen Tagen drang nachts ein Marder oder ein Wiesel in den Hühner st all eines außerhalb des Dorfes wohnenden Geflügelzüchters und tötete 18 Hühner. Wenige Tage vorher hat anscheinend dasselbe Tier einem anderen in der Nähe wohnen­den Einwohner zwei Hühner totgebissen.

Großen-Linden, 13. Oft. Der Ortsgeist­liche, auf dessen Anregung hier die Obst- und Kar- tosfelsammlung durchgeführt wurde, heißt nicht, wie am Montag irrtümlich berichtet wurde, Schneider, sondern Schultheiß.

I Watzenborn-Steinberg, 13. Oft. Zu einem gutbesuchten Gemeindeabend im Saale derKrone" zu Steinberg gab der Besuch der Spielschar der Mädchenvereini­gung dcrMatthäusgemeindeGießen Veranlassung. Pfarrer S t a u b a ch hielt eine kurze Begrüßungsansprache. Die Gäste brachten sodann ein Lustspiel aus Lessings frühesten Wer­kenDie alte Jungfer" zur Aufführung. Die flotte Darstellung fand lebhaften Beifall. Mit gewohnter Sicherheit brachte der Kirchengesang- vcrein einige Lieder zu Gehör. Klavier-, Violin- und Flötenvorträge hiesiger und Gießener Herren schufen reiche Abwechslung, ebenso die sehr bei­fällig aufgenommenen humoristischen Dorträge von Herrn cand. med. Aohl (Gießen).

z Rödgen, 14. Oft. Am heutigen Mittwoch nimmt der hiesige Leseverein seine Winter­arbeit wieder auf. Jeden Mittwochabend werden, nun wieder Bücher ausgegeben. 3m vergangenen Winter hotte die Bücherausgabe gegenüber frü­herer Jahre eine wesentliche Steigerung erfahren. Es waren insgesamt 730 Bände entliehen worden.

: (Beuern, 13. Oft. Bei der hiesigen Bür­germeisterwahl am Sonntag wurde der Landwirt Johann Karl B e l l o f f mit 342 Stim­men gewählt. Bürgermeister Linden st ruth erhielt 329 Stimmen. Insgesamt wurden 686 Stimmen abgegeben. Rund 96 Proz. der Stimm­berechtigten haben von ihrem Stimmrecht Ge­brauch gemacht. Don den Gesangvereinen wur­den dem neugewählten Bürgermeister die üblichen Ehrungen dargebracht.

Mrciö Büdingen.

y. Ridda, 13. Oft. Am Sonntagnachmittag unternahm die älteste Tochter des Justizinspek- tors Baer von hier auf dem Motorrad eine Fahrt nach Altenstadt. Am Ortseingang von Stammheim verlor sie anscheinend die Herrschaft über das Kraftrad und fuhr gegen eine Hauswand, so daß sie stürzte und erhebliche Verletzungen an Armen und Beinen erlitt. Rach erster ärztlicher Hilfeleistung wurde die Berun- glüdte in das elterliche Haus zurückgebracht.

* Borsdorf, 13. Ott. Mehr als 3000 Zentner K e l t e r o b st wurden in letzter Zeit durch Lastautos von hier nach Frankfurt a. M. befördert. Das Tafelobst wurde auf den Bahn­höfen von Ober°Widdershbim und Ridda ver­laden. Großhändler ans Bochum, Dortmund, Essen und Gelsenkirchen kauften alles auf und zahlten 4 bis 6 Mk. pro Zentner, während das Schüttelobst für 1 Mk. pro Zentner verkauft werden mußte. Reuerdings hat man sich auch darauf eingestellt. Private mit gut sortiertem Tafelobst, das in Einheitslisten verpackt wird, zu versorgen. Dafür wurden weit bessere Preise gezahlt. Im ganzen dürften nahezu 6000 Zentner Ob st in unserem kleinen Dorfe ab­gesetzt worden sein.

Preußen.

St reis Biedenkopf.

* Fellingshausen, 13. Oft. Der im 66. Lebensjahre stehende Zimmermann Georg Wagner von hier wird seit dem 30. September vermißt. Obwohl die Einwohnerschaft von Fellingshausen und den Rachbargemeinden eif­rig an der Suche nach dem Mann beteiligt war, konnte er bis jetzt nicht ermittelt werden.

Kreis Wetzlar.

I Hochelheim, 12. Oktober. Im Alter von 80 Jahren starb einer der ältesten Einwohner unteres Ortes, der Land- und Gastwirt Johannes Eckhardt. Der Derstorbene hat während des Krieges die Gemeindevorsteherge'chäfte unseres Ortes längere Zeit vertretungsweise geführt und gehörte früher der Bürgermeistereiversammlung der Bürgermeisterei Rechtenbach als Mitglied an; er war Kriegsveteran von 1870.71.

Riedcrkleen, 12. OH. Gestern nach­mittag fuhr ein Motorradfahrer aus Wetz­lar mit feinem Klein-Kraftrad in der gefährlichen Kurve am Schneiderberg scheinbar dadurch, daß er die Herrschaft über die Maschine verlor, gegen eine Hausmauer. Der Fahrer stürzte und erlitt Derletzungen am Kopfe. Auch das Fahrzeug wurde beschädigt.

Große Strafkammer Gießen.

Gießen, 6. Oft. Ein älterer oberhessischer Auszügler war beschuldigt des Darlehnsbetrugs in einem Falle, des Scheckbetrugs in vier Fällen, sowie einer Wechselsälschung. Das erweiterte Schöffengericht hat ihn in allen Fällen für schul­dig befunden und zu einer Gesamtstrafe von einemGefahrzwei Monaten Gefäng- n i s verurteilt. Gegen dieses Urteil legte der An­geklagte, um feine Freisprechung zu erreichen, Be­rufung ein. Die umfangreiche Beweisaufnahme er­streckte sich bis in die Rachmittagsstunden. Sie er­gab insbesondere, daß der Angeklagte mit unge­deckten Schecks gearbeitet bat. Der Staatsanwalt beantragte wegen dieser Scheckbetrügereien die­selben Strafen wie in erster Instanz; wegen des Darlehnsbetrugs stellte er die Entscheidung ins Ermessen deS Gerichts, während er wegen der Wechfelfälschung trotz bestehender Zweifel Derur- teilung beantragte. Das Berufungsgericht erkannte wegen Scheckbetrugs in vier Fällen auf insgesamt sechs Monate Gefängnis; von der An- klage der Wechfelfälschung wurde der Angeklagte mangels ausreichenden Beweises freigesprochen; der Fall des Darlehnsbetrugs wurde zu noch­maliger besonderer Verhandlung und Entscheidung abgetrennt, es soll noch eine wichtige Zeugin ver­nommen werden.

Ein auswärtiger Metzger war wegen strafbarer Handlungen an einem Mädchen unter 14 Jahren

in zwei Fällen zu fieben Monaten ®c< f ä n g n i 0 verurteilt worden. Er focht dieses Urteil mit Berufung an, die aber verworfen wurde. Das Gericht beließ es bei der früheren geringen Strafe, da der Angeklagte einschlägig noch nicht vorbestraft war.

Amtsgericht Gießen.

Ein Arbeiter verübte an der Kläranlage allerlei Unfug, lediglich zum Aerger der dortigen Anwoh­ner, so auch durch Veranlassung eines übermäßi­gen Geknatters seines Motorrades und durch all- zustarke Rauchentwicklung. Zeugen sagten aus, der Angeklagte habe sein Rad grundlos auf Doll­gas laufen lassen und einen außerordentlichen Lärm verursacht, ferner habe er eine gewaltige Rauchfahne dem Auspufftopf entströmen lassen, dies alles trotz vorheriger Warnung. Er erhielt eine für ihn recht empfindliche Geldstrafe, einmal wegen des oben angedeuteten Straferschwerungs­grundes, dann aber, weil zur Abwehr des über- handnehmcnden Motorenlärms scharfe Maßnah­men erforderlich sind. Ein außerhalb eines Rachbarortes wohnender Fabrikdirektor soll sich für einen längeren Zeitraum zum Rachteil des Staates der Hundesteuerentziehung schuldig ge­macht haben; er befaß schon zirka l1 2 * 4/? Jahre einen Wachhund, ohne ihn angemeldet zu haben und erhielt deshalb durch die Steuer­behörde einen Strafbescheid über 120 Mark, verlangte aber gerichtliche Entscheidung und Verhandlung. In dieser kam es, da die Richtanmeldung zugegeben wurde, nun auf die Feststellung an, ob eine Hinterziehung beabsichtigt war. Diese Feststellung gelang nicht; wohl aber wußte der Angeklagte eine Reihe von Umstän­den darzutun, die eine derartige Absicht nicht ein­mal als wahrscheinlich erscheinen ließ. Der Rich­ter stellte sich im Gegensatz zu dem als Reben­kläger anwesenden Dertreter der Steuerbehörde auf den Standpunkt, ein völlig schlüssiger Beweis, daß dem Angeklagten eine Hinterziehungsabsicht nicht innegewohnt habe, könne diesem nicht zuge­mutet werden, und verurteilte ihn nur zu einer immerhin nicht unerheblichen Ordnungsstrafe we­gen fahrlässiger Weise unterlassener Anmeldung. Der Angeklagte hatte sich u. a. darauf berufen, er habe früher in Preußen gewohnt und dort hätten fog. Abseitswohnende für Wachhunde keine Steuer zu zahlen brauchen, er habe geglaubt, dies gelte auch für Hessen; zudem trage er eine der­artige Steuerfülle, daß es ihm auf Zahlung der Hundesteuer, die übrigens wohl auch seine <£irma

übernommen hätte, gewiß nicht angekommen wäre. Eine politische Qkrfammlung in einem hiesigen Lokal hatte auf der Straße ein Rachspiel. Dort gerieten Einberufer der Versammlung und An­dersgesinnte hintereinander. Es wurden gegen erstere offenbar zu diesem Zwecke mitgenommene Steine geschleudert. Einzelne wurden niederge­worfen und getreten. Auch in diesem Falle war es mangels einwandfreier Zeugen und wegen des damals tobenden Strahentumults dem Gericht nicht möglich, sich ein klares Bild über die Vor­gänge zu verschaffen. Rur ein Zeuge hatte einen seiner Gegner den Angeklagten gekannt und unter Eid ausgesagt, dieser habe aus kurzer Ent­fernung gegen ihn den Arm, bzw. die Hand er­hoben. dann fei eine Wurfbewegung desselben unverkennbar gewesen, und fast in demselben Augenblick sei er von einem Stein schwer am Kopf getroffen worden. Der Richter erklärte, es bestehe zwar eine große Wahrscheinlichkeit für die Täterschaft des Angeklagten, aber ein unumstöß­licher Beweis sei für sie nicht erbracht, da erwie­sen sei, daß zur nämlichen Zeit auch noch von anderer Seite Steinwürfe in derselben Richtung erfolgten. Der Angeklagte wurde daher wegen mangelnden Beweises freigesprochen.

Kunst und Wissenschaft.

Der Begrünter der welteislehre f.

Am Montag ist in Mauer bei Wien der Inge­nieur Hanns Hörbiger nach langer Krankheit im 71. Lebensjahr gestorben.

Hörbiger wurde am 29. Rovember 1860 in Atz- gersdorf bei Wien geboren. Er entstammt einem alten Tiroler Bauerngefchlecht. Trotz seiner Mit­tellosigkeit gelang es ihm, die Technische Hoch­schule in Wien zu absolvieren. Mit 31 Jahren war er als erster Konstrukteur einer Maschinenfabrik tätig. Drei Jahre später erfand er fein reibungs­freies, selbsttätiges Ventil, mit dem unzählige Gebläse und Kompressoren auf der ganzen Welt arbeiten. Bald darauf gründete er eine selbständige Firma. H. ist bekannt geworden durch feine um­strittene Welteistheorie, nach der Eis- meteorite sich in großen Mengen im Weltenraum bewegen sollen, die, gelegentlich in die Sonne stür­zend, die Bildung der Sonnenflecken bewirken und auch früher die Ursache der Ablösung der Planeten von der Sonne gewesen fein sollen. Einer feiner Söhne ist der auch durch den Tonfilm bekannt ge­wordene Schauspieler Paul Hörbiger.

GJl.-fpovt

VfB.-Gießen.

BfB. £iga VfB. ßurhessen Marburg 1:4.

Das sonntägliche Spiel gegen den langjährigen Verbandsspielgegner VfB. ..Kurhessen" Marburg mußte mit fünf Mann Ersah bestritten werden. Trotz alledem schlug sich die Mannschaft recht tapfer. Die VsB.-Elf zeigte dabei spielerisch wieder mehr als der Gegner. Die Mannschaft: Balser; Bingel, Hetzel; Post. Knaus, Kreß I.; Wlodareck, Sauer. Haupt, Leutheufer, Fehling.

Das Spiel glich genau den beiden voraus­gegangenen Treffen gegen 03 Kassel undGer­mania" Marburg. VfB. ging zuerst in Führung und war auch während des ganzen Spiels mit kurzen Unterbrechungen recht offensiv. Marburg war sehr schnell und insbesondere der Sturm äußerst schußfreudig. In der VfB.-Mannschaft machte sich das Fehlen der alten Kämpen bemerk­bar, es tat jedoch jeder seine Schuldigkeit. Im Sturm haperte es wie immer. Der beste Spieler der Gießener war der Mittelläufer.

Zum Spielverlauf: Das Spiel begann für Gießen vielversprechend. In der 15. Minute verwandelte Haupt einen Strafstoß unhaltbar zum Führungstreffer. Rach verteiltem Spiel zog Marburg durch einen haltbaren Schuß des Mittelläufers gleich. Auf beiden Seiten boten sich Torchancen und nach einem von Fischer ein­geleiteten Vorstoß fiel zwei Minuten vor Halb­zeit für Marburg das zweite Tor. Gleich zu Beginn der zweiten Spielhälfte vergab Fehling, frei vor dem Tor stehend, den Ausgleich. Das

Spiel des Sturmes war nun nicht mehr planvoll und durch einen anfechtbaren Elfmeter, der zum dritten Tor für Marburg verwandelt wurde, ließen sich die VfB.er ganz aus dem Konzept bringen. Die letzte Viertelstunde gehörte denn auch dem Gegner, der noch einen vierten Treffer anbringen konnte.

BfB. Ligareserve SpfL Niedergirmes-Wetzlar II 1:2.

Die VfB er konnten trotz zeitweiser ilcterlegcn- beit das Spiel nicht gewinnen. Es fehlte dem Sturm an Schußfreudigkeit. Bei Halbzeit stand die Partie 0: 1 verloren. VfB. glich dann aus und kämpfte tapfer um die Führung. Es wollte jedoch nichts gelingen.

Jugenbfpiele.

BfB. 1. Jugend BfB. Kurhessen Marburg 3:3 (0:3).

Rach dem Spiel der Ligamannschaften trugen die beiden ersten Jugendmannschoften ein Freund­schaftsspiel aus. Die Gießener gewannen das Vorspiel 4:0. Auch im sonntäglichen Treffen waren sie besser als der Gegner. Ueberrafchender- weise stand die Partie nach kurzer Spieldauer bereits 0:3. VfB. setzte sich jedoch durch und holte den Vorsprung des Gegners durch Pracht­tore auf.

Die 2 Jugend hatte auf dem Waldfportplatz die 1 Jugend von Leihgestern zum Gegner. Die eifrigen VfB.er rangen den weit kräftigeren Gästen ein Unentschieden (2:2) ab. Auf jeder Seite fiel ein Tor durch Elfmeter.

Bataillon Spielvereinigung 1900.

Die Spielvereinigung 1900 veranstaltete -- wir berichteten bereits darüber am Sonntag einen Sport - Werbetag, der vor etwa 1600 Zu- schauern einen glänzenden Verlauf nahm. Unter den zahlreichen Gästen befand sich auch der Ba­taillonskommandeur Oberstleutnant K l e p k e. Der Einmarsch der Mannschaften war ein schöner Auf­takt; die Reichswehrkapelle unter der Leitung des Obermusikmeisters K r o u ß e konzertierte. Die leichtathletischen Wettkämpfe, die sehr flott abge­wickelt wurden, füllten den größten Teil des Rach- mittags aus und verliefen sehr spannend. Inter­essant waren auch die beiden Wettspiele der Fuß- und Handballmannschasten. Das Programm war etwas zu reichhaltig. Außerdem begannen die Wettkämpfe etwas verspätet. Beides hätte ver­mieden werden müssen. Die Organisation ließ im allgemeinen nichts zu wünschen übrig. Der Zwei­kampf endete mit einem Sieg der 1900er. Mit vier Punkten Unterschied (67:63) blieben die Blau­weihen siegreich.

Oie Ergebnisse her Wettkämpfe.

Leichtathletik.

Wcitsprung: 1. Weil (1900), 6,37 Meter;

2. Michel (D.). 6,15; 3. Jung (1900). 5,87 ; 4. Welker (B.), 5,60 Meter. Weil blieb erwartungs­gemäß Sieger.

Kugelstoßen: 1. Mohl (B), 12,89 Meter, 2. Müller (1900), 12,27; 3. Lipp (1900), 12.09;

4. Gugel (D.), 11,98 Meter. Die gezeigten Lei­stungen find nicht außerordentlich. Gugel erwies sich hier als wenig gut in Form.

4 X 150 0 - Meter - Staffel: 1. Spiel­vereinigung 1900 (Linsemann, Peters, Daumstie- ger, Gerhard), 18:24.3; 2. Bataillon (Poetz. Schneider, Büttner, Reitz). 18:27,5 Minuten. Ein interessantes Rennen. Linsemann verlor etwa 20 Meter, die Peters wieder aufholte. Büttner fiel gegen Daumstieger stark ab und Gerhard lief die 'hm doch ziemlich fremde Strecke zuverlässig für feine Mannschaft nach Haufe

100 Meter: 1. W. Müller (1900), 11,5 Sek.: 2. Salz CB.), 12; 3. Koch (1900), 12.1: 4. Rehren CB ». 12,6 Sekunden. Müller war hier nicht zu schlagen und führte auf der ganzen Strecke; feine Konkurrenten konnten ihm nicht ernstlich gefähr­lich werden. Zwischen Koch uno Salz ergab sich ein schöner Endkampf.

Epcerwurf: 1. Diester (B.), 40,45 Meter; 2. Hopfenmütter (1900). 39,95; 3. Bachmann (1900). 39,32 ; 4. Dietz CB.). 39,02 Meter.

110 - Meter - Hürden: 1. Krämer CB.), 19.1 Sek.; 2. Jung (1900), 19.5; 3. Hopfenmütter (1900). 19,9 Sekunden. Salz (B.) schied aus, Krä­mer landete mit drei Meter Vorsprung im Ziel. Salz, der ziemlich aussichtsreich lag, umging die letzte Hürde.

Hochsprung: 1. Weil (1900). 1,75 Meter;

2. Welker (B.), 1,58, 3. Lehr CB,). 1,55; 4. Schlarb (1900), 1,53 Meter. Weil erzielte hier die beste Leistung des Tages. Er ließ feine Konkurrenten weit hinter sich.

5 0 0 0 - Meter - Laus: 1. Schaaf (1900), 16:27,1 Minuten; 2. Gerhard (1900), 16.42.3 ; 3. Hammcssahr (B). 18:27 4. Timpe (B), 18:45 Minuten. Schaaf lief das Rennen erwartungs­gemäß unangefochten nach Haufe. Gerhard hielt sich wieder sehr gut. Hammesfahr und Timve waren den beiden 1900cm nicht gewachsen. Sie wurden beide überrundet.

10 X 100 Meter: 1. Bataillon 2:00,1 Min.

2. Spielvereinigung 1900 2:01,5 Minuten. Din Rennen, das den 1900cm durch einen schlechten "Wechsel verloren ging, nachdem sie bereits beim 6. Wechsel mit 20 Meter führten. Schwaab verlor den Stab und die 1900er verloren dadurch den Vorsprung und weitere 20 Meter. Allerdings wurde wieder einiges aufgeholt. Mütter lief etwa 9 Meter hinter dem Schlußmann des Ba­taillons ins Ziel. Es wurde verschiedentlich sehr schlecht gewechselt.

Diskuswerfen: 1. Gugel CB.), 36,85: 2. Mohl ( B ). 32.82; 3. Völsing (1900). 3020; 4 Wolf (1900), 30.06 Meter. Hier zogen die 1900er das kürzere Ende. Gugel revanchierte sich für den 4. Platz im Kugelstoßen und ließ selbst feinen Ka­meraden noch um über vier Meter hinter sich.

Olvmpifche Staffel (800. 200, 200 . 400 Meter): 1. Spielvereinigung 1900 (Bepperling, Koch. Mütter, Jung). 3:55.0 Min.; 2. Bataillon (Reitz, Rehren, Becker Büttner). 3:56,9 Minuten. Auch hier ergab sich ein schönes Rennen. Die 1900er hielten stets die Spitze und ließen sich den Sieg nicht nehmen. Rach diesem letzten leicht­athletischen Wettkampf war das Punktverhältnis 59 51 für die Spielvereinigung Die Entscheidung brachten also nun die beiden Spiele. Es stand aber

von vornherein fest, daß die Blauweihen den Kampf nicht mehr verlieren tonnten.

Selbst dann, wenn beide Spiele (Fuß- und Hand- battfpiel) verlorengegangen wären, hätte sich im­mer noch ein Unentschieden von 65:65 Punkten ergeben.

Die Spiele:

Spieloereinigung 1900 Bataillon 1:2 (0:0fr Fußball.

Obwohl die 1900er die komplette Digamann- schäft zur Stelle hatte und auch in den Reihen ter Bataittonsmannschaft einige bewährte Ligafvieler mitwirkten, zeigten die beiden Mannschaften doch nichts Besonderes. Beide Parteien führten ein zwar flottes, aber reichlich zerfahrenes Spiel vor, tn dem jeder klare Aufbau fehlte. Torlos wurden die Seiten gewechselt. In der zweiten Spielhälfte; wurde auf beiden Seiten nachdrücklicher auf Er­folg gespielt. In ter 10. Minute fiel das erste Tor für 1900, vier Minuten später folgte ter Ausgleich. Einige Minuten vor Schluß gelang oen Soldaten ein zweiter Treffer, der ihnen Sieg und sieben Punkte brachte Es ergab sich somit ein Punktverhältnis von 62:58 Punkten für 1900.

Spieloereinigung 1900 Bataillon 1.1 (1:1) Handball.

Die 1900er, denen man zu diesem Spiel gegen den Bataittonsmeister (Mannschaft der 2. Komp.), keinerlei Chancen einräumte, überraschten nach der angenehmen Seite. In einem sehr flott ge­führten Kampfe griffen beide Mannschaften wech­selnd an, bald war das eine und bald das andere Tor in Gefahr. Die Torhüter mußten oft rettens eingreifen, entledigten sich aber ihrer Ausgaben mit großer Sicherheit. In der 4. Minute fiel be­reits das erste Tor für 1900. dem erst kurz vor Halbzeit der Ausgleich folgte. Die zweite Hälfte des Spieles verlief torlos. fo daß man sich brü­derlich in die Punkte teilte.

Für die 1900er bedeutete der Ausgang dieses Kampfes den Sieg. Der Kampf in feiner Gesamt­heit zeigt deutlich, daß die Leichtathleten der Spielvereinigung durch spezieller trainierte-Kön­nen (hauptsächlich in den Laufwettbewerben) den Sieg zu erringen vermochten. Die Soldaten da­gegen dürften durch vielseitigere körperliche Bean­spruchung hinsichtlich der allgemeinen Körperaus­bildung überlegen fein. Der entsprechende iln- terschied trat schon beim Aufmarsch eindrucksvoll zutage. Die gesamte Veranstaltung war ter Ausdruck einer sportlichen Karne- r ad schäft, die auch zwischen Sportverein und Militär bestehen, gepflegt und ausgebaut werden kann.

Da» Radballspiel, das im Rahmen dieser Veranstaltung eine beson­dere Rote trug, war nicht nur für die unmittel­bar beteiligten Sportler von hohem Interesse, son­dern auch für das Publikum. Der Weltmeister RCl. Frankfurt-Oberrad 1895 und der Radfah­rerverein 1885 Gießen bestritten mit ihren 6er Mannschaften den Kampf. Das Wettspiel, dessen Verlauf verschiedene geradezu artistisch anmu­tende Leistungen brachte, entschieden erwartungs­gemäß die Frankfurter mit 4:2 Toren für sich, obwohl sie nicht verhindern konnten, daß das erste Tor bereits in der ersten Minute die Gießener erzielten. Der Ausgleich fiel aber bereite drei Minuten später und in der Folge vermochten die Gäste noch ein weiteres Tor zu erzielen. Halb­zeit 2:1 für Frankfurt Bei wechselnden, rasch und geschickt vorgetragenen Angriffen auf beiden Sei­ten verging die zweite Halbzeit, die den Weltmei­stern noch zwei weitere Tore brachte, denen die Gießener nur noch eines entgegenzufehen vermoch­ten. Das Spiel, das sehr fair ausgetragen wurde, erbrachte den Beweis, daß auch ter Gießener Radsport auf einer beachtlichen Höhe steht.

Polizeihundvorführungen in Wieseck.

Am Sonntag fand in Wie'eck eine Werbe- beranftaltung des Schutz- und Po­lizeihundevereins Wieseck 1 9 2 6 und der Rachbarvereine Gießen. ©rofjcn-Bu- f e d und Lollar statt, die mit sehr gutem Hundernaterial beschickt war. Zur Konkurrenz war von jedem Verein in jeder Abteilung ein Hund zugelatten. Am Vormittag wurde die Such- arbeit der Hunde vorgesührt, während der Rachmittag auf dem Sportplatz den Gehor­sams- und Gewandtheitsübungen, sowie der Mannarbeit gewidmet war. Hier konnten sich die sehr zahlreichen Zuschauer von den vorzüglichen Leistungen der einzelnen Tiere überzeugen. Die Veranstaltung auf dem Sport­platz fand ihren Höhepunkt m einigen Sonder- vorführungen, die als gut gelungen anzusprcchen waren Die erste Vorführung zeigte die Llnzu» verlättigkeit des kleinen Haushundes, und im Gegensatz hierzu stand die zweite Vorführung, den Polizeihund bei einer eindrucksvollen Schutz­übung. Die betreffende Vorführung wurde von Ajax von der Batenburger Hohl (Besitzer Hcinr. Andermann. Wieseck) ausgeführt. Die.dritte Eondervorführung dcs'clten Hundes zeigte einen Ueberfall auf ein Auto. Das Tier wirkte dabei maßgebend bei der Festnahme des Verbrechers mit. Zum Schluß zeigte Eilla vom Bufcdcr Tal (Besitzer Wild Bier au) die Entfesselung ihres Besitzers. Starker Beifall belohnte die vorzüg­lichen Arbeiten.

Die Bewertung ter Tiere durch Herrn Pitt- ha n-Offenbach hatte folgendes Ergebnis.

Sucharbeit: Gießen: Carmen v. Mönch« wörthof PH. (Rienhardt) 55 P.; Wieseck Cillv v. Duseckertal PH. (Wilh. Bierau» 44 P.; Dollar: Asra aus ter Stephansmark (L. Eckhardt) 4c P.; Großen-Bufeck: Claus v. Buiecker Schloß Sch H (Karl Pfeiffer) 42 P

Gehorsam» und Gewandtheitsübun­gen: Gießen: Bruno v d. Gänsmühl PH- (Seng-Gießen) 86 P Wic'eck: Baron v. Kobl- weg Sch.H. (K Rahm) 77 P; Lollar: Eilla (K Schnaubt) 77 P Großcn-Buseck: Dolf v. Bufecker Schloß (H. Zecher) 68 P.

Mannarbeit: Gießen: Schäferhündin Lotte (Frl. v. Hüttenberger) 85 P. Wieseck Bär­tel v. d. Gänsmühle PH. (K. Erb) 86 P. Dollar: Bertt) v. d Dumdamündung PH. (Wilh. Erbe) 79 P. Großen-Bufeck: Edwin v. Busecker Schloß (Alfred Hahn) 77 P.

Gesamt -Bewertung: 1. Gießen 226 P» 2. Wieseck 207 P.. 3. Dollar 202 P.. 4. Großen- Bufeck 187 Punkte.

Gießen erhielt zu dem 1. Preis noch einen Wan­derpreis.

Taten für Mittwoch, 14 Cftober.

1066: Sieg Wilhelms des Eroberers über König Harald bei Hastings, 1806: Siege Napoleon» L und Davouts über die Preußen und Sachsen bei Jena und Auerstädt; 1813: Beginn der Schlacht bei Leipzig; 1919: Notifizierung des Versailler Vertrags durch Frankreich;