Ausgabe 
14.7.1931
 
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Frankfurt

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sagte Onkel Mollig zu seiner besseren Ehehälfte als er neulich durch die Ausstellungsräume der Firma J. B. Häuser ging. Einen praktischen und modernen Roeder-Herd mit Seiten­feuerung sah er dort und da er ohnedies mit dem Gedanken umging, seine alte Räucherkiste auszurangieren, so zögerte er mich nicht lange und Heß sich dieses neue Modell in seiner Wohnung aufstellen. Kommen Sie doch auch einmal in unsere Ausstellungsräume. Sie werden erstaunt sein, wieviel neue Modelle an Küchenherden Sie bei uns vorfinden. Glauben Sie nicht, daß auch Sie noch einen praktischen Küchenherd Tür wenig Geld bei uns erwerben können ? Wir erwarten Sie gern.

Nachdruck verboten.

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Jetzt ist Einmachezeit. Ich bringe morgen auf den Wochenmarkt ein. groben Posten

Die Beleidigung, die ick gegen

Herrn Otto Bevler .Heuchelheim, ausge­sprochen babe, nehme ich hiermit unter dem Ausdruck des Be­dauerns zurück. 01027 Heuchelheim, 13 7.31. Albert Rinn IV.

V.f.B.08 leicMM-Ulelli Das Training findet nach wie vor unter Leitung von Herrn AlbertBoger statt. 46520

Der Vorstand.

Bekanntmachung.

Nachstehende Bekanntmachung betreffend Straßensperre bringe ich hiermit zur Kenntnis. 4651C

Gießen, den 10. Juli 1931.

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fache aber war. daß wir beide uns gut verstau- I den haben, nicht wahr. Fritz?"

Iason unterdrückte das schadenfrohe kacheln, das sich bei Lottes Frage in seinem Gesteht brett­gemacht hatte, und beeilte sich, seiner Frau zu­zustimmen. , , r. _

Ein kurzes Schweigen entstand. Dann erhob sich Elsbeth Jason. Sie hatte das untrügliche Emp­finden, in dieser Auseinandersetzung nicht gut ab­geschnitten zu haben.

Ich habe keine Lust, mich länger mit dir her- umzustreiten. Wenn Herr Dr. Kröger dir so zu­wider ist. daß du ihn nicht heiraten kannst, dann hat es auch keinen Zweck, noch länger in Norder­ney zu bleiben! Dann fahren wir in den nächsten Tagen nach Haufe!" r. r

Sie erwartete keine Antwort und verlteß, dte verkörperte Gekränktheit, das Zimmer.

Wortlos sahen Fritz Iason und Lotte einen- der an. ~ r

Jetzt haben wir den Salat!" sagte Iason und fuhr sich mit nervöser Geste durch die stark ge­lichteten'Haare.Ietzt'können wir uns ja bald wieder in unserer langweiligen Klitsche amü­sieren!"

Meinst du. daß Mama es mit der Hetrnretse ernst gemeint hat?" fragte Lotte in jäh aufsteigen­der Angst.

Ohne Zweifel! Wenn dieser Hctratsplan. in den sie sich nun einmal sestgebissen hat, fehl­schlägt. ist sie zu allem fähig!"

Er ging, die Hände in den Hosentaschen vergra­ben, einige Male im Zimmer hin und her.

Schade!" sagte er bedauernd.Es war jetzt gerade so hübsch hier geworden!"

Er dachte an die schöne, rassige Dame, die schon mehrmals, als er allein draußen umherspaziert war, seinen Weg gekreuzt hatte. Seine forschen Micke hatte sie ziemlich deutlich erwidert, da war ihm der Mut gewachsen, heute hatte er sie ange­sprochen: anfangs war sie zurückhaltend, dann aber freundlich zu ihm gewesen. Ein amüsantes Abenteuer schien ihm da zu erblühen: und er sollte morgen oder übermorgen nach Groß-Kal- deine zurück?...

Ich gehe ja auch nicht gerne von hier fort", sprach Lotte versonnen, und der Gedanke, Paul Bertram nicht mehr zu sehen, verursachte ihr stechenden Schmerz. ________

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Sn Jasons, gutmütigen Zügen prägte sich Aer- 9CrCottc ist schließlich kein Kind mehr, das am Gängelband geführt werden muß: sie wird selbst am besten wissen, was sie zu tun hat!"

Mit höhnischem Blick maß Elsbeth Iason thren

Das sind ja niedliche Ansichten! Da brauche ich" mich über Lottes Verhalten nicht mehr zu wundern! So lange sie ober in meinem Hause ist, hat sie mir zu gehorchen. Und ich will unter allen Umständen, daß sie zu Dr. Kröger freundlich und Mvorkommend ist!"

Ich kann nicht!" stieß Lotte erregt hervor.

^Wenn du willst, kannst du es!"

Lotte lehnte sich vor: kalte, trotzige Entschlossen- heit war mit einem Male in ihren Mienen.

Ich will aber nicht! Ich will nicht immer mit diesem faden, langweiligen Menschen zusammen» sein! lind heiraten will ich ihn erst recht nicht! Lieber tot sein, als diesen Mann heiraten!

Sie brach in hemmungsloses Weinen aus: der fieberhafte Trotz, in den sie sich Hineingestelgert hatte, war jäh zusammengebrochen.

Im ersten Augenblick war Frau Iason be­troffen: dann fragte sie mit erzwungener Auhe:

Warum willst du ihn nicht heiraten?

Ich mag ihn nicht..."

Das wird sich finden."

Lotte hob das tränenbedeckte Gesicht. Wie em Phantom war Paul Dertrams Bild vor ihr auf- getaucht. . r.

Ich kann nur einen Mann heiraten, den ich lieb habe", sprach sie leise, gequält

Das sind Kindereien, über die du, wenn du ein paar Iahre älter bist, lachen wirst!"

In einer starren Frage waren Lottes große, blaue Augen auf ihre Mutter gerichtet

Hast du Papa denn nicht aus Liebe gehei­ratet?

Elsbeth Iason geriet sichtlich in Verlegenheit.

Auch das", antwortete sie stockend,die Haupt- I

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Iason zündete sich eine Zigarre an. Er paffte dicke Rauchwolken in die Luft Sein Gesicht er­hellte sich. Er trat auf Lotte zu, die in sich ver- funken dasah.

Höre mal, Lotte, ich habe eine Idee! sagte er, aus seinen Augen lachte der Schalk.Du darfst mich aber nicht Mama verraten?"

Da Lotte ihn verwundert ansah, fuhr er rasch fort:

Wir möchten beide noch eine Zeitlang in Vor- derney bleiben, du und ich! Sollen wir uns da wegen dieses blöden Dr. Kröger vertreiben lassen? Da wären wir schön dumm! Warum sollen wir nicht ein wenig Theater spielen? Du gibst dich wohl oder übel mit Dr. Kröger ab, du tust so, als ob du mit einem Male deine Sympathie für ihn entdeckt hättest: innerlich kannst du ja über ihn denken, wie du magst! Die Hauptsache ist, daß Mama beruhigt wird!"

lind wenn aus diesem Spiel Ernst wird, Pa­pa?" fragte Lotte furchtsam.

Du meinst, wenn Mama mit ihrem mütterlichen Segen herausrücken würde?" Er lachte unbeküm­mert auf.Das merken wir schon rechtzeitig, dann stoppen wir! Die Hauptsache ist, daß wir noch ein paar Tage hier herausschlagen!"

Lotte war nicht recht wohl bei diesem Plan. Der Gedanke, nun weiterhin um Kröger sein, seine Aähe, sein fades, trockenes Gerede ertragen zu müssen, hatte nichts Verlockendes für sie.

Mache doch kein so miesepetriges Gesicht, Lotte!" ermunterte Iason sie.Es ist absolut keine Gefahr bei der Geschichte. Lange genug ha­ben wir beide nach Mamas Pfeife getanzt: warum sollen wir nun nicht auch einmal tun, was uns behagt?"

Von Lotte fielen plötzlich alle Bedenken ab.

War nicht alles Unangenehme, das Zusammen­sein mit Kröger, das falsche Spiel ihrer Mutter gegenüber, leicht zu ertragen in dem Gedanken, daß sie nicht fort mußte aus Paul Dertrams Aähe, daß sie den Schauspieler täglich sehen, viel­leicht wieder einmal mit ihm sprechen konnte...

Ihre vorherige Traurigkeit war verflogen.

Ich will es versuchen, Papa! Wenn die Sache aber gefährlich wird, mußt du mich heraus­reihen!"

Darauf kannst du dich verlassen!" antwortete Iason im Brustton der lleberzeugung: sein Mut

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war immer sehr groß, wenn Elsbeth Iason nicht in der Aühe weilte.

VIII.

Werden Sie heute mit dem Bild fertig wer­den?" fragte Hanna Moest, als sie an Leupolds Seite zu den Dünen hinauswanderte.

Leupold fuhr aus schweren Gedanken empor.

Ich denke ja..

Ich freue mich^ daß das Bild so schön gewor­den ist!"

Leupcld sagte nichts darauf. Wieder spannen ihn die düsteren Gedanken ein, die ihn feit Tagen nicht zur Ruhe kommen liehen.

Immer wieder erlebte er jenen Augenblick, als Hanna Moest im Hotel den Brief erhalten hatte, bei dessen Anblick sie bestürzt, fassungslos gewe­sen war. Aur Freudiges konnte der Brief enthal­ten haben, das sagten ihm Hannas Mienen, ihr ganzes von Grund aus verändertes Wesen, das sie seitdem zur Schau trug.

Unauffällig betrachtete Leupold die neben ihm Herschreitende. Ihr Gang hatte etwas Leichtes, Beschwingtes angenommen; das Ernste, Müde war aus ihren Zügen gewichen und hatte einem leuchtenden, erwartungsvollen Ausdruck Platz ge­macht.

Was war die Ursache dieser Veränderung?

Wer hatte damals an Hanna geschrieben?

Diese Fragen kehrten immer wieder: wie ein böses Gift frohen sie sich m Leupold hinein. Eifer­sucht peinigte ihn; er kämpfte dagegen wie gegen einen unsichtbaren Feind; aber immer mehr erlag er diesem wilden, verzehrenden Empfinden.

Do wären wir wieder", sagte Hanna Moest, als sie zu der Stelle gelangten, an der Leupold sie malte.

Wie erwachend sah Leupold auf; in der Flut der Gedanken, die ihn durchtobten, hatte er des Weges nicht geachtet.

Hanna setzte sich nieder.

Ist die Haltung so recht?"

Leupold hatte die Staffelei auf gestellt.

Den Kopf, bitte, etwas nach links!"

Mit einer zähen Verbissenheit arbeitete Leo­pold. Er wollte die qualvollen Gedanken in sich niederzwingen. Er war doch, zum Donnerwetter, kein fentimentaler Iüngling, der sich von seinen Gefühlen aus dem Gleichgewicht bringen ließ!

(Fortsetzung folgt.).

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Bekanntmachung.

Wegen Erneuerung des Bohlenbelags der Brücke über die Lahn wird die Pro- mnzialstraßeHeuchelheim Allendorf" vom 13. bis 22. Juli 1931 für jeglichen Verkehr gesperrt.

Umleitung erfolgt über Gießen oder Dorlar.

Die ausgestellten Warnungstafeln find zu beachten.

Gießen, den 29. Juni 1931.

Hess. Provinzialdirektion Oberheffen.

Dienstag, den 14. Iuli 1931, nachmittags 2 Uhr, sollen imLöwen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen sofortig« Bar­zahlung versteigert werden: 4653D

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Wilh. Hebbel

Gerichtsvollzieher, Gießen, Wilhelmstraße 6 U, Telephon 4039.