Ausgabe 
14.7.1931
 
Einzelbild herunterladen

Aus der Provinzialhauptfiadt.

Gießen, den 13.3ult 1931.

Preisaufgaben der Landesuniversiiät.

Au- dem Zinsertrag der Osann - Beul- witz - Stiftung der Universität Dießen wer­den Reise st ipendien für S tudierende und andere wissenschaftlich - gebildete Bewerber aller Fakulfäten vergeben. Tie Bewerber müssen eine von der Pflegschaft ausgeschriebene Aufgabe bearbeitet und dafür den Preis erhalten haben.

Tie PreiSauSgoben für da- Jahr 1931/32 find folgende:

I. Für Studierende,

die mindestens im Sommer 1931 oder im Winter 1931 32 an der Universität Dießen immatrikuliert find:

AuS dem Gebiet der Theologischen Fa­kultät: »MelanchthvnS Kirchenbegriff, sein Verhältnis zu dem LutherS und feine Bedeutung für die Folgezeit."

AwS dem Gebiet der Juristischen Fakul­tät: .Tie TeilrechtSkraft."

Aus dem Gebiet der Medizinischen Fa­kultät: 1. .Tre Blutgefäße deS PeriostcS un­ter normalen Verhältnissen und bei entzündlichen Veränderungen." 2. .Die Empfindlichkeit der Kin­der gegen ultraviolette Strahlen."

Aus dem Gebiet der Veterinärmedizi­nischen Fakultät: .Die Ursachen für da- Zurückbleiben der Nachgeburt beim Rinde find an Hand der Literatur kritisch zu besprechen und gleichzeitig Vorschläge zu machen für eine erfolg- versprechende Prophylaxe und Behandlung."

AuS dem Gebict der Philosophischen Fakultät: l. .Die bisherigen Angaben über die Entsendung mitognetischer Strahlen durch tie­rische Objekte sollen möglichst vollständig gesam­melt und kritisch beleuchtet werden." 2. .Die Rolle deS Körperlichen in der altfranzölischen Literatur mit besonderer Berücksichtigung der Chansons de peste. 3. »Bestehen nähere sprachlich- Beziehun­gen zwischen Slawisch und Arisch?." 4.»S)ic sänge subjektivistisch-psychologischer Wert lehren in der deutschen Nationalökonomie."

II. Für andere wissenschaftlich gebildete Bewerber, und zwar:

1 Dozenten der Universität Gießen, soweit sie nicht Mitglieder des Gesamtsenats kraft AmteS find, die wissenschaftlichen Beamten der Universität - - Bibliothek, die Assi­stenten der Universität, soweit sie nicht Studierende sind, die Lektoren.und Repe­tenten:

2. frühere Studierende der Universität Gießen:

Aus dem Gebiet der Juristischen Fa­kultät: .Die Lehre vom (Interesse nach den römisch-rechtlichen Quellen."

AuS dem Gebiet der Medizinischen Fa­kultät: »Beziehungen von Berufsschäden im Bereich- deS Gehörorgans zu Ohrerkrankungen."

Aus dem Gebiet der Veterinärmedizi­nischen Fakultät: »Kritische Beleuchtung der diagnostischen Verfahren und Prüfung der Che­motherapie bei infektiösem Abortus deS RindeS."

AuS dem Gebiet der Philosophischen Fakultät: »Zur Geschichte der Hymnenkvmpo- sition um 1500."

Die Bedingungen.

Voraussetzung für die Bewerbung unter II ist, daß die zu 1. Genannten mindestens im Sommer­semester 1931 oder im Wintersemester 1931/32 an der Universität im Amte stehen, für die zu 2. Genannten, daß sie ihre Studien zu einem er­heblichen Teil an der Universität Gießen gemacht Habern

Die Preisarbeiten müssen in deutscher Sprache geschrieben sein und dürfen nur einen Verfas­ser haben. Die Arbeiten sind nach Wahl der Ver­fasser entweder unter Nennung des Verfassers oder in der für die Bewerbung um die staat­lichen Preisarbeiten üblichen Form vor dem 15. Mai 1932 beim Universität- - Sekre­tariat einzureichen. Frühere Studierende haben dabei den Nachweis zu liefern, daß die Voraus­setzungen der Bewerbung erfüllt find.

lieber die Zuerkennung der Preise entscheidet die Pflegschaft aus Grund von Gutachten der Fakul­täten. Sie Urteile werden bei der Jahresfeier der Universität im Jahre 1932 verkündet. Die ein­gereichten Arbeiten bleiben Eigentum der Ver­fasser.

Die Preise.

Die Preise betragen: für die Gruppe I je 300 Mark (evtl, zu erhöhen biS 400 Mark): für die Gruppe II je 600 Mark (evtl, zu erhöhen bis 1000 Mark).

Das Evangelische Dekanat Gießen 1929 und 1930.

Aus dem Bericht, den der Dekanat-ausschuß dem diesjährigen DekanatStag, am 24. 3uni in Gießen vorlegte, fei für die Oeffenllichkeit mit­geteilt: Der Prozentsatz der Kirchenbesu- ch e r bewegt sich in 1929 zwischen 47 und 6,2 v. H, in 1930 zwischen 42,64 uno 4,2 v. H. Der Prozent­satz der Abendmahlsgäste wird umgrenzt in 1929 von den Ziffern 154,3 (Burkhardsfelden) und 16,72, in 1930 von 154,8 (Burkhardsfelden) und 17,18. Der Durchschnitt der Kirchenbesucher beträgt: 15,15 v. H. (1929) und 14,11 v. H. (1930, der der Abendmahlsgäste: 57,16 v. H. und 57 v. H.

3m 3ahre 1929 wurden 1331 und 1930 1341 Kinder getauft. Don 1929 standesamtlich ge­schlossenen 54 Mischehen wurden evangelisch ge­traut: 14, 1930 von 56: 21. Kirchlich ge­traut wurden 1929 : 586 Paare bei 665 standes­amtlichen Eheschließungen. 1930 : 558 von 625. Konfi f m i e r t wurden 1929: 999 Kinder. 1930: 695. Verstorben sind 1929 1078 Evangelische, von denen 775 kirchlich beerdigt wurden: den Unterschied klärt die Tatsache der in den Kliniken verstorbenen auS anderen Dekanaten und Nicht- Hessen: bei 39 Feuerbestattungen fanden kirchliche Feiern statt. Für 1930 lauten die Zahlen: 958, 648. 43.

1929 betrug die Zahl der im Dekanat lebend Geborenen 1473 und die der verstorbenen Evan­gelischen 1078: Geburtenüberschuß also 395: in 1930 bei 1341 bzw. 958 : 383. Die See-

Zehn Jahre Gießener Siudenienhilfe.

Schlichte Feier im Studentenhaus.

Am SamStagvormittag wurde auS Anlaß des 10jährigen Bestehen- der Gießener Studentenhilfe eine Gedenkfeier in der Halle des StudentenbaufeS veranstaltet, zu der sich viele geladene Gäste eingefunben hatten. Aus dem Podium hatten die Chargierten der Verbin­dungen mit ihren Fahnen Ausstellung genommen und gaben damit der Veranstaltung eine besondere Note.

Da- collepium musicum unter der Leitung von Universität-Musikdirektor Dr TemeSvary er­öffnete die Gedenkfeier mit einer Komposition von Pergvlese für Streichmusik.

Seine Magnifizenz

-er Rektor Prof. Or. Eger

der Vorsitzende der Studentenhilfe, hielt sodann eine längere Ansprache. Er hieß zunächst die Gäste willkommen: insbesondere begrüßte er den Exrektor Prof. Dr. D r ü g g e m a n n. die Vertreter ter verschiedenen Fakultäten, Dr. Meesmann, der für den verhinderten Provinzial direktor G r ae f al- Vertreter der Hochschulgefellschast er­schien, den Vertreter der Stadt Gießern Beigeord­neten Dr. Hamm, und die Korporationen, die l'urch ihre Teilnahme bewiesen, daß die ge­samte Studentenschaft hinter der Studentenhilfe stehe und das HauS al- ihr Hau- bettachte. Der Redner gab feinem Bedauern darüber Aus­druck, daß der Staatspräsident im letzten Augen­blick am Erscheinen verhindert worden sei. Die Gedenkfeier gelte, so führte er u. a. weiter auS, rtiebt nur dem zehnjährigen Bestehen der Stu­dentenhilfe, sondern sei gleichzeitig al- die Ein­weihung des neuen Studentenhauses gedacht. DaS neue Studentenhan- fei das Ergebnis einer lan­gen Entwicklung. Die Studentenhilfe habe schwere Zeiten hinter sich. Der Redner erinnerte an die Anfänge der Tätigkeit der Studentenhilfe, an die Einrichtungen, die kurz nach der Gründung in dem allen Hause Burggraben Nr. 9 bestanden, an die mannigfachen Bemühungen um eine Aende- rung der Verhältnisse, die seinerzeit nicht mehr bedeutet hätten, als einen

prlmltloen Schuh der 5(uben(en gegen hunger und kalte.

Der Redner erinnerte weiter an die überaus schweren 3cchre der 3nflationszeit, die die Stu- identenhilfe zu erhöhter Leistung veranlaßten, seinerzeit seien verschiedene 3nftitutionen im Rahmen der Studentenhilfe geschaffen toorben, die sich als sehr segensreich erwiesen hätten: die Stu­denten bemühten sich damals um Werkarbeit und brachten sich so über kritische Monate hinweg, ttohdem dies alles nicht binbern konnte, daß der Verein in Schwierigkeiten geriet. Der Staat habe helfend eingreifen müssen und die Unterstützung nicht versagt. Für die weitere Entwicklung sei dann die Gründung der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft von ausschlaggebender Bedeutung gewesen. Die Be­schlüsse des 4. Deutschen StudententageS zu Er­langen hätten die Richtlinien, die auf eine rein wirtschaftliche Orientierung der Studentenhilfen hinausgingen, gegeben.

Die Einrichtungen der Studentenhilfe nahmen indessen an Umfang zu und manche Unterstützung aus dem 3n- unb Auslande fei den Studenten zuteil geworden. Der Redner erinnerte in diesem Zusammenhang mit herzlichem Dank an die Hilfe, die durch die Quäker in hohem Maße geleistet wurde. Da sich die Räume in dem HauS am Turggraben als unzulänglich erwiesen, wurde der Wunsch laut, Erweiterungen durchzuführen: hoch­herzige Spender ermöglichten den Ankauf der »Schönen Aussicht", die für die Bedürfnisse der Studenten umgestaltet wurde. Ein Wohnhaus wurde angegliedert. Die Studentenschaft hat man­ches Opfer gebracht und durch praktische Arbeit am Ausbau der Einrichtungen geholfen. Der Redner ging bann auf die Verhältnisse der min­derbemittelten Studenten während der 3nflation ein, schilderte das Wirken eine« Wohltäters, des Direktors Dr. H u m p e r d 1 n g k, Wetzlar, und die Maßnahmen, die der Linderung der drückend­sten Not dienten. Seine Magnifizenz erinnerte weiter an die hochherzige Einrichtung der Tuber­kulosenfürsorge und wieS dann auf die Verän­derung der wirtschaftlichen Verhältnisse hin, die im 3ahre 1924 nach überwundener Inflation Platz griffen. Die Studentenhilfe habe seinerzeit eine Qlenberung in der Wirtschaftsführung vor­genommen und von da ab nach dem Grundsatz ge­handelt,

allen Bedürftigen und würdigen individuell zu helfen,

nachdem es vorher galt, einer Masse zu helfen. 3n der Folgezeit wurden auch wieder einige Ne- benbetriebe fallen gelassen und unter Vermei­dung jeder Hcberorganifation gewirtschaftet. Schließlich wurde der Gedanke an ein größe­res Studentenheim ins Auge gefaßt. Mit Unterstützung des Reiches, die allerdings lediglich durch einen Zufall zustande kam und

lenzahl deS Dekanats betrug 1929 : 65 150 und 1930 : 65 256.

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Verhält­nisse haben auch in den 3obren 1929 und 1930 die baulichen Wiederherstellungen Fortschritte ge­macht. 3n bezug auf die S on n t a g s he i l i - gung betont der Bericht, daß die Möglichkeit eines größeres Schutzes durch die Notverordnung gegeben sei, und gibt dem Wunsch Ausdruck, daß Umzüge mit Musik auch weiterhin während der Gottesdienste unterbleiben. Don der zunehmenden Politisierung der Gemeinden erwartet man Zu­nahme der Erkenntnis, daß mit dem Materialis­mus allein die Zukunft eines Volkes und des einzelnen nicht gewonnen werden kann. Don kirch­lichen Vereinen sind die Frauenvereine im De­kanat am meisten vertreten; langsam steigt auch die Zahl der Jugendvereine.

An milben ® oben gingen aus dem Dekanat ein: Für Aeuhere Mission einschließlich Iuden- mission 1929: 7419 Mark. 1930 : 9239 Mark. Für 3rmere Mission: 20 916 Mark, 6876 Mark. Für

einem Dersehen im Reichstag zu banfcn war, wurde die Erstellung de- neuen Hause- ermög­licht. Viele hätten mitgeholsen, manche Svende fei notwendig gewesen, um alle- fv zu fügen, wie e- heute bestehe. Besonderer Dank müsse dem Baurat von der Leyen und dem Archi­tekten Emst Schmidt gesagt werden für die glückliche Gestaltung des Hauses. Es fei in dem neuen Heim jeder Luru- vermieden worden, aber überall herrsche freundliche Helle, und man forme allenthalben die Beobachtung machen, daß sich die Studenten in ihrem neuen Heim wohlfuhlen. Heute sehe die Gießener Studentenhilfe mit Zu­versicht dem zweiten Jahrzehnt ihre- Bestehen- < entgegen. Leider gelte eS nun, gegen neue Nöte anzukämpfen. Man habe der Studentenhilfe den Vorwurf ge­macht, daß durch ihre Einrichtung ein akademi­sche- Proletariat geschaffen werde. Die Stu­dentenhilfe lehne diesen Dorwurf energisch ab, denn der Zugang zur Universität dürfe nicht von den Demiögensverhältnissen deS Studieren­den abhängig sein, vielmehr müsse auch den Min­derbemittelten der Zugang ermöglicht werden.

Die Studentenhilfe werde stets bemüht fein, nur dem würdigen zu Helsen.

Die deutschen Hochschulen seien der deutschen 3fu- gend bestimmt, der 3ugent> unb den Besten deS Volke-. (Anhaltender starker Beifall.)

profeffor Or. Brüggemann beglückwünschte in feiner Eigenschaft als Exrektor die Gießener Studentenhilfe zu ihrem 10. (Jubi­läum. Die Studentenhilfe habe, so führte er u. a. aus. Großes geleistet, bedauerlich bleibe nur, daß heute, in so schwerer Notzeit, der Studentenhilfe nicht mehr Mittel zur Verfügung stünden. Die Studen tenhilf e sei ein wichtigesGlied der Verbindung zwischen Dvlk und Hochschule. Der Staat, der die ©tubentenbilfe stet- nach Kräften unterstützte, habe damit nicht nur den Studenten, sondern der Landesuniversität in i^rer Gesamtheit einen großen Dienst erwiesen. Das neue Studentenhaus werde den Kommilitonen das Empfinden vermitteln, der großen akademi­schen Familie anzugehören. Und nicht zuletzt des­halb gedenke man heute in Dankbarkeit und Freude Der Arbeit der Studentenhilfe, die ihre 10jährige Tätigkeit mit diesem Hause gekrönt habe. Ein gro­ßes Verdienst gelte aber bei alledem dem Vorsit­zenden der Gießener Studentenhilfe, Seiner Mag­nifizenz dem Qteftor Professor Dr. Eger. Ohne seine fördernde Arbeit wäre wohl manches nicht, was heute der Studentenhilfe eigen sei. 3hm ge­bühre besonderer Dank.

Für die Hochschulgesellschaft sprach so­dann im Oluf trag des verhinderten Vorsitzenden, Provinzialdirektors G r a ef ,

Syndikus Or. Meeömann.

Er gab neben den Glückwünschen der Hochschul- gesellschaft der Freude darüber Ausdruck, daß es auch der Hochschulgesellschaft vergönnt war, einen Teil zur Erstellung des neuen Hauses beizutragen. Ferner sprach der Redner den Wunsch auS, daß das neue Studentenhaus eine Stätte wahr­hafter nationaler Erneuerung sein möchte, denn die nationale Ehre, Freiheit und Wehrhaftigkeit seien die Grundpfeiler des Staa­tes. Der Studentenschaft möchte es vergönnt fein, Wege zu finden, die un- einer glücklicheren Zu­kunft entgegenführen.

Beigeordneter Or. Hamm

beglückwünschte die Studentenhilfe im Namen der Stadt. Er betonte, daß die Stadt die Entwicklung der Studentenhilfe mit großer Aufmerksamkeit ver­folgt habe und in ihrem Selbstverwal­tungskörper eine Verwirklichung der 3been des Freiherm vom Stein erblicke, in der glei­chen Form, wie es bei dem SelbstverwaltunaSkör- per der Stadt der Fall sei. Die Stadt Ave die Entwicklung der Gießener Studen­tenhilfe nicht nur mit Interesse verfolgt, son­dern auch begrüßt. Die Studentenhilfe bedürfe der weiteren Unterstützung, die Stadt könne aber zur Zeit nicht helfend eingreifen, denn sie müsse um ihre eigene wirtschaftliche Behaup­tung ringen. Was aber von Seiten der Stadt geschehen könne, werde geschehen. Möchte es der Studentenhilfe vergönnt fein, auch weiterhin unter der Initiative Seiner Magnifizenz zum Aufstieg unseres Vaterlandes ihren Teil beizuttagen.

Nachdem noch ein Student im Namen der Studentenschaft Dank ausgesprochen hatte für all das, was bisher von der Studentenhilfe getan wurde, beschloß

der Rektor

die schlichte Feier. Er betonte zum Schluß, daß er es nicht allein vermocht hätte, all das zu schaffen, was heute der Studentenhilfe eigen fei, vielmehr gebe er den Dank, der ihm ausgesprochen wurde, an seine treuen Mitarbeiter weiter.

Mit einer musikalischen Darbietung des Colle­gium musicum fand die Feier ihren Abschluß.

Gustav-Adolf-Derein: 3232 Mark, 3928 Mark. Für den Evangelischen Bund: 1468 Mark, 1872 Marl. Für die evangelische Bewegung in Oester­reich: 47 Mark, 98 Mark. Für das Diakonissen­haus Elisabethenstist: 1112 Mark, 1253 Mark. Für den Diakonieverein: 181 Mark, 99 Mark. Für Krankenpflegestattonen: 2235 Mark, 13 901 Mark. Für Anstalten des Dekanats: 190 Mark, 200 Mark. Für besondere mildtättge Anstalten und Vereine der Pfarreien: 8967 Mark, 10 594 Mark. Für sonstige christliche Vereine und Unter­nehmungen: 930 Mark, 928 Mark. Für russische Not unb anderes: 279 Mark, 89 Mark. Allge­mein erhobene Kirchenkollekten: 6515 Mark, 6292 Mark. Für die Ortsarmenpflege: 12 434 Mark, 12 828 Mark. Für svnsttge kirchliche Zwecke: 28 862 Mark. 28132 Mark. Gesamtbettag: 1929: 94 787 Mark: 1930 : 96 329 Mark. Die Durchschnittszahlen aui den Kopf der evangelischen Bevölkerung in Pfennigen bewegen sich zwischen 386 (Allendorf a. d. Lda.) und 40 in 1930. Durchschnitt 147 gegen 117 in 1927.

Daten für Montag, 13 Juli.

Sonnenaufgang 4.23 Uhr. Sonnenunteraang 20.37 Ubr Mondau'gang 1.32 Uhr, Mondun­tergang 19 34 Uhr.

1816: der Dichter Gustav Frevtag in Kreuzberg geboren; 1874: Attentat Kulimann- auf Bis­marck in Kissingen; 1876: Ende deS Berliner Kongresse-.

Vornotizen.

TageSka lender für Montan Oberhessifche Gesellschaft für Natur- und Heil­kunde Vortrag von Pro*. Dr. G. Funk. 20.30 Uhr, im Großen Hörsaal deS Zorstinstituts. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: ..Wenn die Sol­daten .,. .

Straßensperre Wegen Erneuerung de» Bohlenbelags der Brücke über die Lahn wird die Provinzialsttaße Heuchelheim A Ikendorf von heute ab bis zum 23.3uli gesperrt. Die Um­leitung erfolgt über Gießen, oder Dorlar.

Justizpersonalien Der Justizlnspek- tvr Wilhelm Pfaff beim Amt-gericht Alten­stadt wurde zum geschäft-leitenden Justizinspektvr bei diesem Amtsgericht, der Justizinspektvr Jo­hann Kredel beim Amtsgericht Schotten zum geschäft-leitenden Justizinspektvr beim Amts­gericht Nieder-Olm ernannt.

"DerOrtenbergerMädchenmörber zu lebenslänglichem Zuchthaus be­gnadigt. Da- hessische Gesamtmlnlsterium hat die vom vberhessifchen Schwurgericht in Gießen gegen den Landwirt Wilyelm Lehr au- Alten­stadt wegen Ermordung der 19jährigen Martha Peppe! erkannte Todesstrafe im Gnadenwege in lebenslängliche Zuchthausstrafe um gewandelt.

** Wohnungseinbruch. Gestern nachmittag wurde in einer Wohnung in der Frankfurter Straße ein Einbrecher von einer heimkehrenden Hausange­stellten des Wohnungsinhabers überrascht. Dav Mäd­chen lief fort, um Hilfe zu holen, mittlerweile ging aber der Einbrecher flüchtig. Soweit bisher bekannt, soll der Spitzbube einen Pelzmantel mitgenommen haben. Die polizeiliche Untersuchung ist im Gange.

Der .Hubertus", De re l n weidge­rechter Jäger, Sih Gießen, hielt. wie.man uns berichtet, am Mittwoch nach vorau-gegan- genem Schießen seine Monatsversammlung im .Schühenhaus" ab. In der Hauptfach« befaßte man sich mit der Ausgestaltung dec Feier des zehnjährigen Bestehen- de- Verein- in einem Der Zeit entsprechenden Rahmen. Man beschloß, von einem Angebot des Verkehrsvereins Gießen Gebrauch zu machen und einer am 4 Oktober auf der »Liebig-höhe" stattfindenden ObstauS- ftellung eine interne Jagdausstellung anzugliedern. Außerdem werden die für diese- Icchr vorgesehenen Jagdschießen und Hu­bertusfeier auf diesen Tag verlegt werden. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen gab Ge­heimrat Prof. Dr. 011 einen Bericht über dio Beobachtungen, die im Veterinär-pathologischen Institut im Laufe des Winter- über die Ursachen der Rehverluste gemacht worden find. Für die Praxi- wurde der dringende Rat gegeben, in allen Revieren frühzeittg und reichlich Salzlecken anzulegen.

Oie Wetterlage.

HVr

LE

Jo

>to<

<6

3&

.om

o o

Pans O 4

$A6trdeei

Ours

9 o

0 oo jiaocnt

JiööJöyirL/ \

---Äjlf 1

pvouenioi. o neuer, o naio owecn. ® vonttg G orvtcn

Schnee a graupeln. iteDel K Gewitterig)win«tine.«Q, «icnte» 0$i ^5 ea$$ige> JOdjoowesi q itoroiöcnc# nordwcii ote Piene fliegen mit dem umdt Die ov den Stationen Honenden Za!» «n gelten die Temperatur an. Pie Urnen verpindeo Orte mit gieicttca tu! «eereaniveau umoereznnetee LufUruct

Wettervoraussage.

Das ozeanische Tief ist weiter ostwärts vor- gedrungen und liegt heute morgen mit seinem ftern über Schottland. Seine Ausläufer sind bereits bis auf das Festland notgedrungen und haben vielfach Bewölkung, vereinzelt auch Gewitterstörungen her- voraerusen. Da an der Südseite der Störung bei meist westlichen Winden ozeanische Luftmassen nach dem Kontinent fließen, nimmt die Witterung wechsel- haften Charakter an. Cs ist also noch mit dem Auf­treten von vorübergehenden Gewitterstörungen, ver­bunden mit Niederschlägen zu rechnen.

Vorhersage für Dienstag: Meist wolki­ges Wetter, vereinzelt Gewitterstörungen mit Regen. Schwül, spater leichte Abkühlung.

Vorhersage für Mittwoch: Teils be­wölkt, teils aufheiternd, noch vereinzelte gewitter- artige Schauer. Kühler.

Lufttemperaturen. Am 12. Juli mit­tags 25.5 Grad Celsius, abend- 20,7 Grad: am 13. Juli morgens 19,8 Grad. Maximum 26.3 Grad, Minimum 17,2 Grad. Sonnenscheindauer 8/» Stunden.

Derantwortt. f. d. Feuilleton: i. D. Dr. Lange.

E ________250gn0.60. Tabletten0.25 U.1.50

ErhäMkh [.Apotheken tiDrogerien

Vertrieb f.USA. GlogoutCO Chicago