Ausgabe 
14.7.1931
 
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Dennoch wäre wirtschaftliche Panik

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thekenbanken, Landschaften, Sladtfchoften und dere öffentliche und private Realkreditinstitute deren Lanken bleiben in sämtlichen

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Annahme von Anzeigen für die Ingesnummet bis zum Nachmittag vorher.

Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re­klameanzeigen von 70mnc Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20'. mehr.

Chefredakteur.

Dr. Friede. Will). Lange. Verantwortlich fürPolttik Dr. Fr. Wilh. Lana«; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.

Berlin, 13. Juli. (IDIB.) Bus Grund des Ar­tikels 48 Absatz 2 der Reichsversasfung wird ver- ordnet:

81. Die Reichsregierung ist ermächtigt, Bank­et e r t 0 g e zu erklären. Sie bestimmt, für welche öffentlichen und privaten Kreditinstitute und Ein­richtungen die Bankfeiertage gelten und welche Rechtswirkungen mit ihnen verbunden sind.

8 2. Diese Berordnung tritt mit Wirkung vom 13. Juli 1931 in Kraft.

Reu deck, den 13. Juli 1931.

Der Reichspräsident (gez.): v. Hindenburg. Der Reichskanzler (gez.): Dr. Brüning.

Vie Durchführungsbestimmungen lauten:

8 1. Die Staatsbanken der Länder, die öffentlich- rechtlichen Kreditanstalten, die Sparkassen, die Kommunalbanken, die Genossenschaftsbanken, die Banken und Bankgeschäfte, die hypo-

von Tag zu Tag geringer wurde. Wir hörten da- immer lauter werdende Geraune um Zah­lungsschwierigkeiten in der Dankwelt. wir be­kamen den peinlichen Fall des Nordwolle-Kon- zerns tn einem Zeitpunkt zu spuren, der ohnehin schon die stärkste Kreditbelastung für Deutschland bedeutete kurzum, die Nerven der Nation sind auf jede nur denkbare Weise malträtiert

ländischen Niederlassungen mit ihren Geschäftseinrichtungen. Kaffen und Wechselstuben für den Verkehr mit ihrer Kundschaft, ihren Gläubigern und Schuldnern am Dienstag, den 14. Juli, und Mittwoch, den 15. Juli 1931, geschlossen. Die Leistung und Entgegennahme von Zahlungen und Aeberweifun- genandasJn-oderAusland.ous welchem Wege auch immer, find nicht zulässig. Dasselbe gilt für den Postscheckverkehr. Der handel an den Wertpapierbörsen i ff untersagt. Für die Berechnung von Fristen und Terminen für Willenserklärungen und Leistungen, die von einem jnstitut der im Absah 1 genannten Art oder ihm gegenüber zu bewirken sind, gelten der 14. und 15. Juli 1931 als staatlich anerkannte Feiertage.

Oer Treuhänder.

Berlin, 14. Juli. Vie Reichsregierung hat ge- mäß Artikel 3 Abf. 1 der Verordnung zur Durch­führung der Verordnung des Reichspräsidenten über die Darmstädter- und Nationalbank vom 13. Juli 1931 den Staatssekretär a.D. Lari Bergmann in Berlin zum 1. Treuhänder für die Darmstädter-

Ruhigere Beurteilung -er Lage.

Berliner preffestimmen. Vermehrung des Devisenbestands der Reichsbanl.

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Or. Luthers Verhandlungen in Bafel. - Erneuerung des Rediskontlredits. - Mitwirkung der BIZ an einer Behebung der Finanzkrisis in Deutschland.

sich dominierend in den Vordergrund gedrängt hätten.

Oie Stimmung gebessert.

3n den Morgenblättern des Dienstag wird die finanzielle und wirtschaftliche Lage Deutschlands bedeutend ruhiger beurteilt als gestern. Nur dieDeutsche Zeitung" malt weiter in düsteren Farben ein Bild von der Zu­kunft des deutschen Volkes und hält strikt an ihrer Forderung einer nationalen Diktatur fest. Demgegenüber warnt die® e r m a n i a" vor Debatten und Experimenten und fordert eine breite Front für die sachliche und moralische Unterstützung jener Männer, die in diesem Sturm stehen. Alles komme darauf an, dah die Not­standsarbeiten der Reichsregierung v 0 m V 0 l k e her mit allen Kräften der Einsicht, der Vernunft und der ruhigen Ner­ven gestützt werden, denn niemandes Besitz sei irgendwie gefährdet. Eine kaltblütig berech­nende und handelnde Negierung und ein Volk, das in dem Glauben an Deutschlands unzerstör­bare Zukunft seine Nerven behalte, sei es, was Deutschland jetzt vor allem not tue.

Sehr optimistisch äußert sich heute früh auch der Berliner Lokalanzeiger (Hugen- berg), der darauf hinweist, daß der Nun auf die Kreditinstitute erfreulicherweise Momente in sich berge, die eine gewisse Konsolidierung der Verhältnisse von selbst anstreb- t en. Das Blatt sagt voraus, daß die jetzt ab­gehobenen Mittel vielfach schneller wieder in den Kassen angelangt seien, als mancher zu vermuten geneigt wäre. Es werde zweifellos eine gewisse Geschäftsbelebung eintreten, was eine er­höhte Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zur Folge haben werde, dre angesichts der Ver­knappung der Geldmittel nur zu begrüßen sei. Die Deutsche* Allgemeine Zeitung (Volks- Partei) beurteilt die Lage im Gegensatz zu gestern abend bedeutend ruhiger. Das Blatt weist darauf hin, daß die deutsche Handelsbilanz in ihrer Aktivität sehr bald gewaltig gesteigert wer­den würde. Eine weitere erhebliche Ver­mehrung der Devisen, deren Bestand die Reichsbank gestern zum ersten Male habe an­reichern können, wäre sicher, und damit die W i e- derherstellung eines normalen Zah­lungsverkehrs.

Die Arttkel 3 bis 5 enthalten die Pflichten und Rechte der oder des Treuhänders, die außer­ordentlich weit gehen. Alle Handlungen und Willenserklärungen hängen von der Zustimmung des Treuhänders ab Auch in die innere Organi- satton der Dank habe er weitgehende Eingriffs­möglichkeit. Artikel 6 bis 8 sprechen ein tatsäch­liches Moratorium für die Bank bis zum 31.3uli 1931 aus. Für Handlungen aus dem Wechselrecht und Scheckrecht laufen die Fristen bis zum 6. August. Das Moratorium wird auch auf das Vermögen der persönlich haftenden Ge­sellschafter ausgedehnt. Mit Ausnahme der Ver­bindlichkeiten aus eigenen Akzepten dürfen bis zum 31. 3uli Au Szahlungen nur nach Wei­sung eines der Treuhänder geleistet werden.

Dienstag und Mittwoch Bankfeiertage

Banken, Sparkassen und Börsen für jeden Verkehr geschlossen.

Erich«»ni fäglid),außer sonntags und Feiertag» Beilagen: vi« Illustriert«

Wtefeener Famllienblättei Henn al im Bild Die Scholle

Konals-BejBgsorets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träge» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelner Nummern Infolge höherer Gewalt.

zernfprechaulchlüße enterSammebmmmer2251. Anschrift für Drahtnach­richten 3nelaer Gieße».

poAlchfckkoitto: zrantturl ae Main 11686.

feiner Beurteilung der Situation befragt wurde, lehnte kategorisch nähere Auskünfte ab, doch war aus feinen Aeußerungen zu entnehmen, daß die Lage nach wie vor sehr ernst fei und daß noch mehr geschehen müsse, als bisher ge­schehen fei. Es fei ein undenkbarer Zustand, daß laufend Zahlungen von Deutschland ver­langt würden und daß auf der anderen Seite man mit der tatsächlichen und wirksamen f> i l f e zögere. Ls werde darauf hingewiesen, daß dadurch das deutsche Volk immer mehr verarme, und daß letzten Endes nicht nur Deutschland allein den Schaden zu tragen haben werde, sondern die ganze well, da Deutschland immer weniger In der Lage sein werde, seinen Bedarf an Lebens­rnitteln, Rohstoffen usw. im Auslande zu kau­fen. Die Folgen müßten sich dann diejenigen zu- schreiben, die die jetzige Lage Deutschlands nicht er- könnt und den Erfordernissen der Lage keine Rech­nung getragen hatten. Das deutsche Finanzproblem müsse heute vor allen anderen Fragen den Vorrang haben.

Or. Luther verlaßt Basel.

Bafel, 14. Juli. (IDIB. Funkspruch.) lieber die heule vormittag geführten Besprechungen des Reichs­bankpräsidenten Dr. Luther erhält das IDIB. fol­gende offizielle Mitteilung: Bevor Reichsbankpräsi­dent Dr. Luther heute vormittag Bafel Im > Flugzeug verließ, hat er den Präsidenten der Bank für internationalen Zahlungsausgleich, Mac (Barraß, nochmals gesprochen und eine eingehende Unterhaltung geführt, in der auch im Hinblick auf die gestrigen Beschlüsse des Verwaltungsrats die in Betracht kommenden Pro­bleme durchgesprochen worden sind.

Oie Mitwirkung

-er Bundesreservebank.

Beteiligung an einer neuen 300«9Jlitlionen= Tollar-Anleihe.

London, 14. Juli. (IDIB. Funkspruch.) Der Neuyorker Korrespondent derMorning Poft mel­det: Die Beamten der Bundesreservebank haben es zwar abgelehnt, sich zur deutschen Krisis zu äußern und Gerüchte über eine neue Anleihe zu bestätigen ober in Abrede zu stellen, aber es ist ein offenes Geheimnis, daß alle Pläne für eine Be­teiligung der Bundesreservebank an einer neuen Hilfsaktion der europäi­schen Zentralbanken fe digge ft eilt find. Mährend des Mochenendes sind Konferenzen abge­halten worden, in denen Omen 5 0 u n g und der vormalige Generalagent für Reparationen, Parker Gilbert und verschiedene Bankiers teilnahmen, hierbei wurde die Rolle der Bundesreservebank be­sprochen. Der stellvertretende Schahamtssekretär Mills und der Vorsitzende der Bundesreservebank Lugen Meyer waren aus Washington herüberge­kommen, um an den Beratungen teilzunehmen. Jn Wallstreet glaubt man, die neue Anleihe werde 3 0 0 Millionen Dollar befragen. Sicher ist, daß praktische Forderungen gestellk werden, damit Deutschland die Kreditbeschränkungen ver-

Selbstdisziplin.

Die 311iquidität eines der größten deutschen

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stimmung oder gar ihre Ummünzung in Akte der politischen Demonstration das Schlimmste, waS das deutsche Volk sich gegenwärtig selbst antun könnte. Das würde saft unserem natio­nalen Selbstmord gleichkommen.

Wie es kam die Frage stellen, heißt, die Schuldsrage aufwerfen und damit so ungefähr das Müßigste zu tun. was nur getan werden kann. Selbstverständlich müssen die Lehren aus einem so weithin sichtbaren Einzelvvrgang, wie ihn die Zahlungsschwierigkeiten der Danatbank darstellen, gezogen werden. Wir müssen lernen, die ver­führerischen Angebote kurzfristiger Kredite zurück­zuweisen, und wir müssen vor allem begreifen, daß unsere Volkswirtschast, wenn sie aus eine ge­sunde Basis gestellt werden soll, auf einer erheblich schmäleren Grundlage re­organisiert werden muß, als sie bisher be­stand. Auf diese Dinge aber kommt es im Augen­blick nicht an, ihre Erörterung würde nur Kräste- verbrauch an der falschen Stelle und die Der- I geudung kostbarster Zeit sein.

Unter billiger Ausnutzung unserer wirtschaftlichen und finanziellen Ohnmacht wird die deutsche Außen Politik von Frankreich her unter schärfsten Druck genommen. Die hier schlummernden nationalpoliti- schen Gefahren müssen klar erkannt werden. Und es muß gelingen, eine Einheitsfront durch das ganze ; Volk zu ihrer wirksamen Bekämpfung aufzurichten. Ob es dazu notwendig ist, wie vorgeschlagen wird, ein Konzentrationskabinett zu bilden, oder ob man etwas schafft, wie den Burgfrieden, den die Par­teien des Reichstags bei Kriegsbeginn schlossen, ist praktisch gleichgültig. Nur muß durch die Gesamt- nation die Ucberzeugung Raum gewinnen, daß es besser ist, durch das tff^efeucr finanzieller Schwie­rigkeiten zu gehen als die politische Zukunft Deutschlands um ein Linsengericht zu ver­kaufen. Ist die Nation von solchem Willen durch­drungen, bann wird sie auch die Mühen auf sich nehmen, die.der Neuaufbau unseres Wirlschastsge- füges auf einer schmäleren aber soIi - deren Grundlage erfordert. Und man wird dann auch der Erkenntnis Raum schaffen können, daß die gegenwärtigen Schwierigkeiten, so hart sie den einzelnen treffen mögen, nicht den Zusam - m e n b r u ch bedeuten, sondern zu einer Reini­gung des deutschen Wirtschaftskörpers von den gefahrdrohenden Fremdkörpern unserer kurzfristi­gen Auslandverpflichtungen führen. Ohne ft r a f f ft e Selbstdisziplin wird das nicht zu schaffen fein. Das deutsche Volk aber hat in den vier Kriegs­jahren und den ersten Jahren eines Elendsfriedens Größeres an Entsagungen vollbracht. Und vergessen wir nicht: erst wenn die Nation den Willen zur Selbstbehauptung sichtbar vor aller Welt dokumentiert, wird auch das Ausland bereit sein, uns ohne politische Gegenleistungen die Hilfe zu bringen, die wir von ihm fordern.

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Berlin, 13. Juli. (CNB.) Die sich überstürzen­den Ereignisse der letzten 24 Stunden haben in der Berliner Presse stärksten Widerhall gefunden. Die finanzielle und wirtschaftliche Lage Deutschlands wurde am Montag von den Blättern durchaus nicht einheitlich beurteilt. Während manche Zeitungen, so z. B. dieDAZ.", ein außerordentlich niederdrückendes, in schwarzen Farben gemaltes Bild von der deutschen Zukunft entwerfen, betonen andere Blätter, voran dieGermania" und die Berliner Börsenzeitung", daß die Lage der deut­schen Banken an sich durchaus gesund sei und nur durch Unbesonnenheit ver- s ch l i m m e r t werden würde. Die Maßnahmen der Reichsregierung werden von den Zeitungen, auch von denen, die bisher in scharfer Opposition zur Re­gierung standen, kaum kritisiert. Nur dieDAZ." erhebt den Ruf nach einem großen, nationalen Konzentrationskabinett, das das Ver­trauen wieder herstclle und die Panik im In- und Ausland meistere.

Oie Frage

nach den Verantwortlichen.

Einen breiten Raum in den Erörterungen der Blätter nimmt die Behandlung der Frage, wie es zu einem solchen Zusammenbruch kommen konnte und wer die Verantwortung dafür trage, ein. DerGermania" schreibt:Wir gehen nicht fehl, wenn wir den Ausbruch dieser deutschen Ver­trauenskrise in starkem Maße auf die politische und wirtschaftliche Unvernunft der innerdeutschen extre­men nationalsozialistischen und kommunistischen Opposition zurückführen", die durch Kampfbeschlüsse, Aufrufe und Presseagitation Unruhe und Pa­nikstimmung in die Massen hineingetrogen hätten. Demgegenüber weist dosBI." darauf hin, die durch die Hooveraktion ausgelösten Hoff­nungen hätten bewiesen, daß die deutsche Finanz­krise von den maßgebenden Instanzen zunächst d i - latorisch behandelt worden sei. Aber es wäre ungerecht, fährt dos Blatt fort, den verant­wortlichen Persönlichkeiten, die noch immer an den Erfolg der internationalen Stützungsaktion glaub­ten, Vertuschung vorzuwerfen. Sie hätten ehrlich aeglaubt, der Loge zuletzt doch noch Herr zu werden. Der letzte Grund für das wilde Tempo, das die Ent­wicklung angenommen habe, liege darin, daß d i e politischen Gesichtspunkte d i e rein wirtschaftlichen beiseitegeschoben und

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schärst und Maßnahmen trifft, die eine Hilfsaktion rechtfertigen.

Oie Neichsgarantie für die Oanaibank.

Bankinstitute hat, wie nicht anders zu erwarten war, einen Ansturm auf alle Danken und Zahl­stellen der Sparkassen im ganzen Reiche aus­gelöst DaS Reich erlebt heute schmerzlich am eigenen Leibe. waS Oesterreich vor etwa zwei Basel, 13. Juli. (OB.) Reichsbankpräsident Monaten durchmachen mußte und was inzwischen Dr. Luther ist kurz vor 16 Uhr auf dem auch Ungarn zu spüren bekommen hat. Mit den Flugplatz Basel gelandet und hat sich so- Schrecken des DermögensversallS während der for( jn das Verwaltungsgebäude der B J Z. begeben, 3nslationszeit in der Erinnerung sucht heute jeder um an den kommissionsberatungen des vermal- durch schleunige Ablösung seiner Dankguthaben zu tungsrats teilzunehmen. Vie Verhandlungen gingen retten, waS zu retten ist. Lind er treibt damit erff gegen 23 llhr zu Ende. Die Bankleitung hat ein alles in allem gesehen doch nureine Politik abschließendes Lommunique verössentlicht, das aus kurze Sicht. 3e mehr sich der Ansturm folgenden Wortlaut Hal: heute aus einer Panikstimmung heraus auf die Der Berroaltungsral hat von der Darstellung deutschen Finanzinstitute auswirkt, um so gc- Kenntnis genommen, die der Präsident der Reichs­ringer muß notwendigerweise das effektive bank Dr. Luther von der Situation in Deutsch- Zohlungsvermögen der Danken sein, während die |anö und von der deutschen Wirtschaft»- und Finan;- ous Sorge vor etwa mangelnder Vertrauens- (Gge gegeben Hal, die trotz der durch die Ab­würdigkeit einkassierten Beträge heute nutzlos in t ü g c von in Deutschland angelegten geheimen Sparstrümpfen verborgen sind. kurzfristigen Kapitalien heroorgeru-

Werden die Dinge auf den völligen wirtschaft- fene Krise befriedigend ist Jn Anbetracht ließen Zusammenbruch in Deutschland hinaus- des Umstandes, daß sich die deutsche Regierung an laufen? Das ist in erster Linie eine Frage die verschiedenen Regierungen wegen finan- der Nerven. Man kann sicherlich von einer zieller Unter st Ühung an ihren entsprechen- Nation, die seit zwölf Jahren von außen her den Märkten gewandt hat, erklärt sich der verwal- gequält und gedemütigt wird und der man lungsrat überzeugt von der Not wendig- die Schrecken der Inflation zugemutet hat. nicht keit einer solchen Unterstützung und verlangen, daß sie kühlen BluteS zusieht, wie unter den gegenwärtigen Umständen bereit, an sich die des Hei denen, eben erst wieder erwor- dieser Hilfe mit, uwirken und sie mit allen den denen Vermögenswerte erneut verflüchtigen. Zentralbanken jur Verfügung flehenden Mitteln zu Wohl aber kann man erwarten, daß sie p o l i - starken. Jn der Zwischenzeit hat der verwaltungs- ttsche und wirtschastliche Disziplin rat den Präsidenten ermächtigt, tn Uebereinstim- hält. Denn Vas ist beim heutigen Stand der mutig mit den anderen beteiligten jnstitulen die Dinge die einzige Möglichkeit, wie sie Beteiligung an dem der Rcichsbank selbst zur Sanierung Deutschland- beitragen kann, kürzlich gewährten Rediskontkredit Zugegeben, daß dem deutschen Volke in den zu erneuern.

wenigen Wochen seit dem 5.3unt Unerhörtes Reichsbankpräsident Dr. Luther, der bei dem zugemutet worden ist. Es kam die Notverordnung. verlassen des Bankgebäudes der B JZ. von den an- c- kamen die politischen Belastungsproben der | wesenden in- und ausländischen Pressevertretern nach Hoover-Verhandlungen in Paris, wir erlebten, wie sich der große Gedanke des amerikanischen Präsidenten zusehends verflüchtigte und sein Wert durch die rücksichtslose Finanzpolitik Frankreich-

Berlin, 13. 3uli. (TU.),Für die Verordnung des Reichspräsidenten über die Darmstädter und Nattonalbank liegt bereits dir Durchführungs­verordnung vor. Sie bringt lediglich nähere Aus­führungen zu der bereits ins Einzelne gehenden Verordnung. 3m Artikel 1 werden die einzelnen Verbindlichkeiten, für die das Reich die Ausfall­bürgschaft übernimmt, aufgeführt; danach kommen sämtliche Arten von Verbindlichkei­ten für die Bürgschaft in Betracht. Ausge - nomm e n-sind lediglich solche Verbindlichkeiten, für die eine Aufrechnung wegen Gut­haben der Bank möglich ist, weiter Ver­bindlichkeiten gegen persönlich haf­tende Gesellschafter und gegen Tochter- Unternehmungen, schließlich solche aus Rechts­handlungen, die einer Anfechtung unterliegen könnten. Weiter ist Vorsorge dafür getroffen, daß unter Umständen in der Zukunft liegende

Verbindlichkeiten ausgeschaltet werden können. > und Nattonalbank bestellt.

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