Jahren erfolgte Verbot des kommunistischen Rot- srontkämpserbundes.
Wie jedoch das VDZ.-Burcau von amtlicher Seite erfährt, muß die Nachricht von einem etwa geplanten generellen S. A.°Berbot fchon deshalb als falsch bezeichnet werden, weil bisher das außerordentlich umfangreiche beschlagnahmte Material noch nicht einmal von der politischen Polizei völlig durchgearbeitet werden konnte. Das Innenministerium ist zur Zeit mündlich informiert. Außerdem werde ein generelles Verbot der 6.21. wohl kaum in Frage kommen, weil es sich bei dieser Gruppe um eine Art Funktionär- körper der Nationalsozialistischen Partei handelte im Gegensatz zum Noten Frontkämpfer-Bund, der eine selbständige Organisation war, deren Teilnehmer nicht der KPD. angehören mußten. Es stehe bisher lediglich fest, daß einige lokale Abteilungen der S. A. in drei oder vier Fällen politische nVerbre- chern zur Flucht verholfen hätten, worin eine Begünstigung des Totschlages liegen könne und weiter, daß sie gewisses widerechtlich beschafftes Material a u f b e w a h r t e n , was als Hehlerei zu werten sei. Daher würden die Erwägungen des Ministeriums wohl in erster Linie darauf gerichtet sein, welche Maßnahmen gegen diese lokalen Organisationen der S.A. zu ergreifen sind.
Oer Innsbrucker (5. A.- Führer v. Maltih verhaftet.
Innsbruck, 13. Febr. (WTD.) Der im Zu- sannnenhang mit den Haussuchungen bei den Berliner Nationalsozialisten genannte Führer der Innsbrucker <5. QI., Hauptmann a.D. v. Maltitz, der in dein Verdacht steht, in Innsbruck eine V e r b in d un g s st e l le mit der Berliner S. QL zu unterhalten, wurde heute auf polizeilichen Qlntrag aus Berlin von der hiesigen Kriminalpolizei verhaftet. Zu der Verhaftung wird der „Neuen Freien Presse" gemeldet: Hauptmann v. Maltitz hielt sich seit vier Monaten in Innsbruck auf. Er war von Hitler mit der besonderen Oluf gäbe betraut worden, die bei der NSDAP, in Innsbruck bestehenden Einstimmigkeiten auszugleichen und d i e Sturmabteilungen zu reorganisieren. Als bei den Innsbrucker Behörden vor einiger Zeit die Mitteilung der Berliner Polizei eintraf, in der die Vermutung ausgesprochen wurde, daß von Maltitz den drei Berliner Nationalsozialisten Kollah, Decker und Ha usch ke, die beschuldigt werden, in Berlin in der Silvesternacht zwei Reichsbannerleute erschossen zu haben, Dorschub geleistet habe, wurde Maltih von der Innsbrucker Polizei vernommen. Er gab zu, daß Ende Ianuar ein
gewisser Decker zu ihm gekommen sei und um Arbeit gebeten habe. Er, Maltitz, habe ihm aber keine verschaffen können und Decker sei weggegangen. Wohin sich Decker gewandt habe, wisse er nicht. Auch sei ihm nicht bekannt gewesen. daß Decker eines Verbrechens beschuldigt w.rde. Kollatz und Hauschke habe er nicht gekannt: sie hätten sich auch bei ihm nicht gemeldet.
D e polilik der Landvolkpartei. Der Reichsfnhrer Höfer üacr den Auszug der Nechtsopposttion.
Weimar, 13. Febr. (TU.) Der Reichsführer der Landvolkpartei, Abgeordneter Höfer, nahm am Freitag Gelegenheit, vor der Presse seine persönliche Auffassung zu dem Auszug der Rechtsopposition aus dem Reichstag bar» zulegen. Er betrachtete diesen Auszug als nutzlose Demonstration, insbesondere deshalb, weil die Rechtsopposition Machtmittel für die Beeinflussung der Geschicke des Reichs in ihrem Sinne aus der Hand gegeben habe. Die Nachteile des Ausschc d.'ns der äußersten Rechten lägen vor allem aud> i.i oer Festigung der Stellung der Sozialdemokraten und im Abdrängen der Regierung Brüning nachlinks. Die Errichtung eines Rumpfparlaments brauche nicht ernst genommen zu werden. Höfer legte weiter die bekannten Gründe dar, die die Landvolkpartei veranlaßten, f ü r die Aenderung der Geschäftsordnung einzutreten. Mit dieser Haltung hätte sich die Landvolkpartei keineswegs außerhalb der nationalen Opposition gestellt. Er vertrat weiter den Standpunkt, daß die Opposition nicht eine solche um jeden Preis, sondern eine Opposition der Sachlichkeit sein müsse. Das stärkste Moment für den Auszug der Rechtsoppositton sei nach Meinung Höfers die Frage der Immunität gewesen. Die Immunität sollte grundsätzlich aufgehoben werden. Denn sei der Politiker für seine Tätigkeit voll verantwortlich, so werde zweifellos eine gewisse Entspannung der Lage die Folge sein. Auf den gegenwärtigen Reichstag wollte Höfer diese Forderung der Immunitätsaufhebung jedoch nicht ausgedehnt wissen, da dieser unter anderen Voraussetzungen gewählt worden sei. Im übrigen fcemerfte Hofer, daß sich das Ausscheiden der drei Abgeordneten aus der Landvolkpartei in vorbildlicher Form vollzogen habe. Die drei Qlbgeordneten hätten sich verpflichtet, beim Ausscheiden aus der Landvolk- fraktion ihre Reichstagsmandate niederzulegen.
Wirtschastsdebatte im Reichstag.
Oer Volksparieiler Albrecht gegen Hugenberg. - Außenhandelspolitik.
Mittelstand und Landwirtschaft.
Berlin. 13.Febr. (BDZ.) In der Fortsetzung der Aussprache über den Etat des Reichswirtschafts- ministeriums erklärt
Abg. Albrecht-Hannover (OBP.) seine Freunde würden dem Etat zustimmen, weil er sparsam aufgestellt sei. Es kommt darauf an, die Ursachen der Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Dabei spielt eine große Rolle das Mißverhältnis zwischen Produktion und Absatzmarkt. Die Vergrößerung des Verteilungsapparates in der Nachkriegszeit ist darauf zurückzuführen, daß das kaufende Publikum viel anspruchsvoller geworden ist. Politische Gründe tragen ^wesentlich zu unserer Wirtschaftsnot bei. Es m u ß Ja zu einer Erschütterung des ausländischen und inländischen Marktes führen, wenn die zweitstärkste -und die drittstärkste Partei des Reichstages, die 'Nationalsozialisten und die Kommunisten, offen den Umsturz der gegenwärtigen Wirtschaftsform fordern und wenn in der gestrigen Kundgebung der deutschnationale Parteiführer Hu gen berg sagte: „Die Jugend verlangt von uns, daß wir die Verhältnisse von Grund aus umkehren müssen!" Ich frage: Seit wann ist es die Einstellung des deutschen Mannes, sein Handeln nach den Forderungen von Jünglingen zu richten. (Sehr gut!) Ist etwa der Aufbau nach dem Niederbruch von 1806'1807 durch die überschäumende Jugend oder ist er herbeigeführt worden durch reife Männer wie Stein und Gneisenau? (Zurufe der Kommunisten.) Ich gehöre zu denen, die mit vor'm Feinde standen, — aber die Jugend, die heute am lautesten schreit, ist viel zu jung, als daß sie vor dem Feinde gestanden haben könnte. (Sehr gut!) In den Ausführungen des deutschnationalen Parteiführers Hugenberg zeigte sich eine zynische Leichtfertigkeit gegenüber der Not, unter der unser Volk leidet. Wir sind gegen eine völlige Abkehr von unserem gegenwärtigen Handelsvertragesystem der Meistbegünstigung, denn unter diesem System haben wir es jetzt zum größten Fertigwarenexport von allen Ländern E u - r o p a s gebracht, und wir haben damit erstmalig sogar England überholt. Ganz zutreffend hat Abg. Dessauer darauf hingewiesen, daß für die Landwirtschaft kein Volk so viel geopfert hat wie das deutsche, und daß keine Regierung so viel für die Landwirtschaft getan hat wie die jetzige. Um so bedauerlicher ist es, daß ein Vorkämpfer der Landwirtschaft wie Schiele jetzt als Landwirt- schastsminister aus dem Lager der Landwirtschaft in heftig st er und niedrigster Weise angegriffen wird. Ein Regierungsmitglied kann sich doch nicht von Parteigrundsätzen leiten lassen. Es wäre verhängnisvoll, wenn bei uns d i e Verantwortungslosigkeit ans Steuer der Regierung käme. Die kapitalistische Wirtschaftsordnung kann für die jetzige Notzeit nicht verantwortlich gemacht werden. Wir haben jetzt gar keine kapitalistische Wirtschaft, sondern ein Zwitterding unter viel zu starker Beteiligung der öffentlichen Hand. Wir haben einen politischen Lohn und ein politisiertes Arbeitsrecht. Was wir brauchen, ist die W i e d e r h e r st e l l u n g der freien Individualwirtschaft in Deutschland.
Abg. Freiherr von Thüngen (Lv.) erklärt, angesichts der Preisschere, zwischen Agrar- und Jndustrieprodukten dürfe die Preissenkungsaktion nicht auf die landwirtschaftlichen Produkte ausgedehnt werden. In den Dörfern und kleinen Landstädten sollten gewisse Ausnahmen vom Sonntagsladenschluß zugelassen werden, damft auch die Bauern ihre kleinen Einkäufe besorgen können. Wir bedauern die Radikalisierung der Land
wirtschaft, aber sie ist nur ein Symptom für den Todeskampf, in dem sich die Landwirtschaft befindet.
Abg. Drewitz (Wp.)
erklärt, es sei politisch von großer Bedeutung, daß ein starker Mittelstand vorhanden sei, der in dem scharfen Kampfe zwischen Arbeit und Kapital als Mittler wirken kann. Wenn wir nach dem Kriege sparsamer gewirtschaftet hätten, dann hätte unferm Volk die viel zu hohe Steuerlast erspart werden können, die zum großen Teil die große Arbeitslosigkeit verschuldet hat. Die erhöhte Spanne zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen ist sehr einfach zu erklären. Die Kosten für Handel und Kleingewerbe sind ganz gewaltig gewachsen durch die Steigerung der Löhne, der Soziallastem der Mieten und vor allem der Steuern. Wir wollen der Landwirtschaft Helfen, müssen aber fordern, daß die Landwirtschaft bei ihrer Absatzorganisation nicht den gewerblichen Mittelstand ausschaltet. Mit Zöllen allein ist der Landwirtschaft nicht zu helfen. Wir fordern Verbot des Zugabewesens, Aenderung der Reichsgewerbeordnung und vor allen Senkung der öffentlichen Ausgaben.
Abg. Bausch (Chr.-Soz.)
begrüßt die Zusage, daß ein Gesetz über Bausparkassen vorgelegt werden soll. Dabei dürfe aber nicht einer einzelnen Kasse eine Monopolstellung eingeräumt werden, sondern es müsse der freie Wettbewerb gelten. Lohnsenkungen sollten erst bann eintreten, wenn sich die Kaufkraft entsprechend gehoben hat, so daß nicht der Reallohn, sondern nur der Nominallohn gesenkt wird. Daneben muß eine zweckmäßige Arbeitseinteilung zur Linderung der Arbeitslosigkeit durchgeführt werden. Der stärkste Widerstand wird dem notwendigen Preisabbau entgegengesetzt durch die Kartelle und Syndikate. Sie heben das Gesetz von Angebot und Nachfrage auf. Dabei garantieren sie nicht einmal die gleichmäßige Versorgung, sondern nur gleichmäßige Gewinne. Die Regierung müßte viel mehr Gebrauch machen von der Kartellverordnung. Wer der Landwirtschaft helfen will, kann nicht den Nationalsozialisten nachlaufen, die unerfüllbare Versprechungen machen, oder Herrn Hugenberg, dessen Rettungsrezept von den berufenen Vertretern der Landwirtschaft abgelehnt worden ist.
Abg. Meyer-Berlin £D. Gip )
erkennt an, daß der Haushalt sparsam aufgestellt sei. Die Regierung müsse endlich wieder dazu kommen, gute Handelsverträge abzuschliehen. Die Meistbegünstigung dürfe nicht preisgegeben werden: denn drei Viertel der deutschen Gesamtausfuhr sei lediglich durch die Gewährung der Meistbegünstigung gesichert. Eine gute Außenhandelspolitik fei auch ein Mittel für den inneren Preisabbau. Die Regierung solle die Preis- senlungsaktion energisch durchführen, aber auch so rasch wie möglich damit Schluß machen, um zu verhüten, daß der K a u f - bedarf zurück g e h a l t en und dadurch der Arbeitsmarkt weiter verschlechtert werde.
Qlbg. Feuerbaum (D.Vp.) fordert größere Fürsorge für Handwerk und Gewerbe. Das Baugewerbe müsse von den letzten Fesseln der Zwangswirtschaft befreit werden. Die Betriebe der öffentlichen Hand müßten steuerlich ebenso behandelt werden wie das freie Gewerbe.
Der Etat des Reichswirtschaftsministeriums wird in zweiter Beratung bewilligt. Samstag zweite Beratung des Iustizetats.
Abstimmungen über den Kultusetal.
Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.
Oie Volksschulen.
Darmstadt, 13. Febr. (WHP.) Der Finanzausschuß beschloß, die im Etat enthaltenen Sau« f r e ö i t e von insgesamt 3 Millionen RM. der Regierung jetzt schon zur Verfüguna zu stellen, damit diese zur Linderung der wirtichaftlichen Notlage die Arbeitsvergebung sofort einleiten kann.
In der Abstimmung wurde das Kapitel Volksschule mit 7 gegen 2 Stimmen bei drei Enthaltungen angenommen. Aus einen Antrag der Volcspartei, einklassige Volksschulen grundsätzlich zu erhalten und in den Fällen einer Einsparung solcher Schulen die Gemeinden an den Ersparnissen zu beteiligen, ertlärt die Regierung, daß sie auch die in die Mehrstellen fallenden einklassigen Schulen möglichst erhalten wolle. Ein Landbundantrag, die Zahl der Kreis- und Stadtschulräte von 27 auf 18 zu vermindern, wird abgelehnt, ebenso der volksparteiliche Antrag, vier Schulratstellen zu streichen. Annahme findet ein Zentrumsantrag, drei Schulrats, stellen abzusetzen. Mit 10 gegen 3 Stimmen wird ein Landbundantrag, die Klassen mit erweitertem Lehrziel für das neunte und zehnte Schuljahr aufzuheben, abgelehnt. Die vom Landbund beantragte Streichung der gesamten Ausgaben für die Fortbildungsschulen wird abgelehnt. Auf Zentrumsantrag wird die Position Werkunterricht mit 7 gegen 6 Stimmen g e- strichen. Der Landbund zieht seinen Antrag, die für die Stellenbeiträge der Gemeinden vorgesehene Meßzahl von 45 auf 50 Schüler zu erhöhen, zurück.
Nie Hochschulen.
In der Qlbstimmung über die Kapitel äliti- versität Gießen und Technische Hochschule Darmstadt wird der sozialdemokratische Antrag einsttmmig angenommen die Regierung zu ersuchen, die in Gießen und in Darmstadt geführten Institute gleicher Art möglich st zusammenzulegen und nur an einer Hochschule zu führen. Die Sparcrnttäge des Landbundes werden mit der Maßgabe angenommen, daß die Regierung ersucht wird, Einsparungen in Richtung dieser An
träge insoweit vorzünehmen, als dies irgenbtoie tunlich erscheint. Das Kapitel Universität wird mit 11 gegen 2 Stimmen genehmigt.
D,e paedagogischen Akademien.
Mit 7 gegen 4 Stimmen bei einer Enthaltung wird dann folgender sozialdemokrattscher Antrag, angenommen:
„Die Zusammenlegung der pädagogischen Institute oder die Errichtung neuer pädagogischer Institute betrachtet der Ausschuß als eine Angelegenheit bet Verwaltun g."
Das Landestheater.
Auf Grund dieser Qlbstimmung zieht der Kultusminister die Vorbemerkung im Etat mit der Ermächtigung der Zusammenlegung zurück. Vor der Abstimnnmg entspinnt sich über daS Kapitel Landestheater noch einmal eine Aussprache über die Herabsetzung des Zuschusses bzw. stärkerer Beteiligung d-e^Stadt Darmstadt. Das Zentrum verlangt nochmals Beteiligung von Stadt und Staat im Verhältnis von 60 zu 40 Prozent. Die Volkspartei weist darauf hin, daß bei den heutigen Verhältnissen die Stadt Darmstadt der Srunme nach mehr leistet als die Stadt Karlsruhe, da diese Stad- fast doppelt so groß sei. Die Sozialdemokraten fordern eine stärkere Beteiligung der Stadt, da Darmstadt allen anderen helft chen Städten gegenüber unverhältnismäßig geringe Realsteuern erhebe.
Der Kultusminister erklärt: Ein Vergleich Darmstadts mit Karlsruhe sei nicht stichhaltig. Auf den Kopf der Bevölkerung leiste Darmstadt für das Theater mehr als Karlsruhe und andere Städte in ähnlicher Lage, auch wesentlich mehr als Mainz und Gießen für ihre Theater. Mit 8 gegen 1 Stimme bei 4 Enthaltungen findet ein sozialdemokratischer Antrag Annahme, für die Stadt Darmstadt eine Beteiligung von 55 Prozent vorzusehen. Das Kapitel selbst wird mit 5 gegen 2 Stimmen bei 6 Enthaltungen genehmigt.
Aus aller Well.
Das Reich als Erbe eines englischen Kapitäns.
Der 1930 verstorbene ehemalige Kapitän eines englischen Handelsschiffes, Robinson, hatte in seinem Testament bestimmt, daß fein Vermögen in Höhe von 7000 Pfund Sterling der deutschen Regierung zur Llnt erst ützung der im Weltkriege verstümmelten deutschen Soldaten zufalle. Robinson hatte diese Verfügung damit begründet, daß das „siegreiche und wohlhabende England gut in der Lage ist, für seine im Welttriege verstümmelten Soldaten Vorsorge zu treffen“. Richter Maugham vom Obersten Gericht hat nun entschieden, daß dies Geschenk an die deutsche Regierung gültig ist. Robinson hatte übrigens in seinem Testament weiter noch bestimmt, daß, falls seine Verfügung angefochten wird, General S m u t s 1000 Pfund persönlich erhalten soll, und die übrigen 6000 Pfund von Smuts unter verstümmelte Duren, di« durch den südafrikanischen Krieg gelitten haben, verteilt werden sollen. D.e Gülttgkeit dieser Verfügung war ebenso wie die zugunsten des Deutschen Reiches angefochten worden.
Zwei deutsche Offiziere
zur norwegischen Militärschule abkommondierl.
Major Diete und Oberleutnant Seiber er, beide aus München, sind zur Militärschule in Geilo in Norwegen abkommandiert worden, um dort die Verwendungs- und Bewegungsmöglich- teiten militärischer Verbände im Winterge- länbe zu studieren. Major Diete war im vorigen Jahre der Führer der deutschen Militärdelegation gelegentlich der internationalen Patrouillenskikämpfe in Oslo.
Lin politische Bluttat vor Gericht.
Nach dreitägiger Verhandlung wurde von dem Hagener Schwurgericht das Urteil in dem Prozeß gegen Zentarra und Gen. verkündet. Die Angeklagten waren beschuldigt, am 1. Dezember v. I. in Hagen den Nationalsozialisten Sanders überfallen und niedergestochen zu haben. Der Hauptangeklagte Zentarra erhiett wegen Totschlags eine Zuchthausstrafe von neun Jahren und einem Monat. Der nächst Zentarra am meisten belastete Karl O u i 11 m a n n wurde wegen schwerer Körperverletzung zu einer G e - fängnisftrafe von drei Jahren acht Monaten verurteilt, Die übrigen Angeklagten erhielten wegen Beihilfe Gefängnisstrafen von sechs Monaten bis zu zwei Jahren sieben Monaten.
Ueberfchwemmungskatastrophe in Rumänien.
Durch die Ueberschwemmungen im Donaudelta ist das Fischerdorf Valkow vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Nur der Telegraphist hält vom Dachboden des Postge- b ä u d e s unter eigener Lebensgefahr noch die Verbindung mit den benachbarten Orten aufrecht. Nach feinen Meldungen spielen sich in dem Dorf die erschütterndsten Szenen ab. Zahlreiche Gebäude sind bereits eingestürzt. Die Einwohner haben sich aus die Dächer ihrer Häuser geflüchtet und erwarten sehnsüchtig Hilfe.
Zwei Sinder im Spreuhaufen erstickt.
In Wasungen bei Meiningen ereignete sich ein schwerer Unfall, dem zwei noch nicht schulpflichtige Knaben zum Opfer fielen, während ein dritter, wie durch ein Wunder noch im letzten Augenblick gerettet wurde. Die drei Knaben waren beim Rodeln von einem Schneesturm überrascht worben und hatten in der Nähe eines Gehöftes in einem Haufen sogenannter Waldspreu Schuh gesucht. Da dieser Haufen durch QIE> tragen, schon stark ausgehöhlt war, stürzte er über den Kindern zusammen unb zwei von ihnen erstickten, ehe der Unfall bemerkt wurde.
Liu Schreinermeister zweifacher Doktor.
Ss dürste zu einer Seltenheit gehören, daß ein Handwerker das zweifache Doktorat erwirbt. Peter D e h e n aus Karthaus bei Trier hatte nach seiner Schulentlassung drei Jahre bei einem Schreinermeister in der Lehre gestanden und war anschließend vier Jahre als Gesell« an der Hobelbank tätig.' An der Trierer Hand
werkskammer legte er sowohl seine Gesellen- und Meisterprüfung ab, auch war er mehrere Jahre Mitglied der Handwerker - Prüfungskommission. Dann verlegte sich Dehen aufs Studium. Er erwarb sich nach kurzer Vorbereitung das Reifezeugnis promovierte 1927 an der Münchener Universitär zum Doktor der Philosophie und beschloß jetzt seine Studienzeit mit der Ablegung des juristischen Doktorexamens, das er mit der Note „sehr gut" bestand.
Die Detterlaae.
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Wettervoraussage.
Unter Abflachung ist die seitherige Störung südöstlich abgezogen, ohne noch nennenswerten Einfluß auf die Wetterlage zu gewinnen. Gleichzeitig hat sich der hohe Druck über dem Balttkum weiter aufgejaut und südwärts ausgedehnt. Dabei verursacht seine ausfließendc Luft teilweise über Deutschland südöstliche Winde, welche zu Tempcraturrückgang führten, der im östlichen Teil des Reiches wieder Frost von 5 bis 9 Grad brachte. Ferner hat die maritime Polarluft über den britischen Inseln ebenfalls zur Entwicklung und Kräftigung von hohem Druck gesührt, so daß es zur Entstehung einer Hochdruckbrücke kommen dürfte. In Jhrem.Dereich werden zwar vorerst d.e noch zusammenttefjenden verschiedenen Lustmassen zu Bewölkung und Dunstbildung, sowie zu vereinzelt geringen Schneefällen führen, die Temperaturen neigen mehr zu Frost und werden namentlich bei Auf klaren mehr unter Null zu liegen kommen.
Aussichten für Sonntag : Dunstig und bewölkt, Temperaturen um Null und nachts darunter, meist ttocken.
Amtliche Wintersportnochrichlen.
V o g e l s b erg, Hoherodskopf: Bedeckt, — 4 Grad, 110 cm Schnee, davon 10 cm Neuschnee, Pulverschnee: Ski und Rodeln sehr gut.
S auer land, Winterberg: Nebel, —4 Grad, 90 cm Schnee, 1 bis 2 cm Neuschnee, Firnschnee: Ski und Rodeln sehr gut
Schwarzwald, Feldberg: Schneefall. — 7 Grad, 240 cm Schnee, 6 bis 10 cm Neuschnee, Pulverschnee: Ski imb Rodeln sehr gut
Alpen, Garmisch-Partenkirchen: Schneefall, — 6 Grad, 55 cm Schnee, 3 biS 5cm Neuschnee, Pulverschnee: Ski und Rodeln sehr gut.


