Ausgabe 
13.2.1931
 
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Aus der Provfnzi'ashaupifladi.

Stehen, den 13. Februar 1931.

Landgerichtsdirektor i. X Wilhelm Bücking.

2lm heutigen 13. Februar feiert unser allver- ehrter Mitbürger, Landgerichtsdirektor L R. Wtlheim Bückings seineil 75. Geburts­tag. So wie wir den Jubilar in feiner ragenden Gestalt kennen, verbinden und verbünden sich in ihm Körper und Seele zu einer bewunderns­werten Einheit des wahrhaft deutschen Mannes, ausgezeichnet durch den Adel eines vornehmen Charakters und einer unerschöpflichen Pflicht­treue in allen Dingen des privaten und des amt­lichen Lebens, überall auch ein treuer Diener am Wohle der Allgemeinheit. So ist Wilhelm Bücking eine Zierde des Juristen- und des Richterstandes im besonderen, der ihn mit Freude und berechtigtem Stolz den Seinigen nennt.

Wilhelm Bücking ist der Sproß einer alt­hessischen Familie, die noch in vielen Zweigen blüht, und ein Soyn unserer Stadt Giehen. Seine Eltern errichteten im Jahre 1887 eine namhafte Stiftung für (Siebener Stadtarme und ein künst­lerisch wertvolles, von ihnen gestiftetes Kirchen- fenfter hält in der Johanneskirche ihr Andenken wach. Die dankbare Stadt Giehen benannte zu ihrem ehrcnoen Gedächtnis eine StraheDücking- straße".

Der Jubilar besuchte das Gymnasium zu Giehen, bas er an Ostern 1874 mit dem Zeugnis der Reise verlieh. Gr studierte an den Universitäten Giehen, Heidelberg, Berlin und Leipzig. An seine Schul- und Hochschutteit, während letzterer er als slottsr Student den Korps Hassia In Giehen und Guestphalia in Leipzig angehörte, erinnert er sich mit Freuden und gedenkt Im Freundeskreise noch gerne voller Pietät, die ein ©runbaug seines We­sens ist, derer, die in ihm die Grundlagen für fein reiches Allgemein- und Fachwissen legten.

Im Jahre 1877 verlieh Wilhelm Bücking nach sehr gut bestandenem Fakultätsexamen die hei­mische Hochschule, um sich nunmehr als Gerichts- akzessist in der juristischen Praxis auszubilden. Er begann seinen Akzeß im Mai 1877 am da­maligen Hosgericht der Provinz Oberhessen, war dann am Stadtgericht Giehen und am Kreisamt Giehen tätig, bestand dann im Juli 1879 bestens das große juristische Staatsexamen, genügte seiner Militärpflicht als Einjährig-Freiwilliger Im 11. Hessischen Infanterieregiment Rr. 116, und war dann in Giehen bei dem damaligen Rechtsanwalt m Giehen und späteren Hessischen Justizminifter Dr. Dittrnar als Vertreter in dessen anwaltlicher Praxis tätig. Seine erste staatliche Verwendung sand der Jubilar im Jahre 1881 als Amtsanwalt in Giehen, war dann als solcher in Friedberg gleichzeitig für die Amtsgerichte Butzbach, Dad- Rauheim und Vilbel tätig, wurde in Vilbel erstmals richterlich verwendet, wirkte dann wieder als Amtsanwalt in Bingen, war auch eine zeit- lang als Sekretär am Landgericht Mainz beschäf­tigt und wurde bann durch Dekret vom 1. März 1885 zum Amtsrichter in Mainz und durch Dekret vom 11 Mai 1888 zum Staatsanwalt daselbst ernannt. Am 15. Dezember 1892 wurde er Land­richter und am 25. Juli 1894 Landgerichtsrat in Mainz. Durch Dekret vom 29. Rovernber 1899 wurde der Jubilar mit Wirkung vom 1. Januar 1900, dem Tage des Inkrafttretens deS Bürger­lichen Gesetzbuchs und seiner Rebengesetze zum Landgerichtsdirektor in Giehen befördert.

Landgerichtsdirektor D ü d i n g war allzeit ein rechter und gerechter Richter, ein treuer Be­kenner dessen, was er einmal als wahr erkannt hatte. Wenn einst ein angesehener Gießener Verteidiger den dem Eingeweihten verständlichen Sah prägte:Wäre ich einmal selbst angefiagt und schuldig, so möchte ich vor das Schwurgericht kommen, wäre ich aber unschuldig, vor die (mit Derufsrichtem bcfc©tc) Strafkammer", so legte dieses Wort eines Juristen, Denen Beruf die Wahrung gefährdeter Interessen vor Gericht war, Zeugnis ab für die Unparteilichkeit der Rechts­pflege. Wilhelm B ü d i n g diente dem Rechte ob als Staatsanwalt, ob als Richter stets ohne Ansehen der Person. Jedes Urteil wurde pein­lichst erwogen. Er verkündete es vor der Dcffent- lichkeit in geistig scharfer, in der Beweisführung lüdenlofer, niemals verletzender Weise und in einer klassischen Form der Sprache. Es nimmt nicht wunder, baß sich dieser überparteiliche Mann beim rechtsuchen en Publikum und besonders im Kreise der Rechtsanwaltschaft besonders ungeteil­ter Wertschätzung erfreute.

Am 5. Rovernber 1910 trat Landgerichtsdirektor Büdingunter Anerkennung seiner bisher gelei­steten treuen und vorzüglichen Dienste" in den Ruhestand. Aber in der Rot des Vaterlandes stellte er sich wieder freudig diesem zur Ver­fügung und trat an die Spitze einer Ausbildungs­kompanie im nahen Alsfeld. Auch heute noch stehen seine Kräfte der Allgemeinheit zur Ver­fügung, so wie er sie ihr während des Welt­krieges im Heimatdienst zur Verfügung stellen durfte.

Seit nal)ezu 8 Jahren teht er als Vorsitzender an der Spitze des Obcrhes ischen Kunstvereins Um die Forientwickluna dieser ur die Kunst im ganzen Hessenlanbe bebeullamcn Vereinsorganisation durch die Veranstaltung von zahlreichen wertvollen Aus­stellungen hat sich der Jubilar trotz der in diesen Jahren besonders schwierigen Verhältnisse große Verdienste erworben Dank seiner hingebenden, rastlosen Schaffensfreude sind die Ausstellungen des Kunftverems tm Turmhaus am Brandplatz allezeit gern besuchte Mittelpunkte des künstlerischen Lebens in unserer Stadt geblieben Don ebenso hoher Be Deutung war seine stets warmherzige und eifrige Förderung der hessischen Künstler, für die er gerade In den letzten Jahren mit ihrer steigenden wirtschaft­lichen Rot ein hochgeschätzter wirtschaftlicher Weg-

6ereil« wurde. Von seiner weiteren ehrenamtlichen Tätiakeit £ci an dieser Stelle die Mitwirkung im hessischen Finanzgericht hervorgehoben, dem er schon feit einer Reihe von Jahren als Mitglied angehort, ebenso sei daraus hingewiesen, daß der Jubilar in den Kriegsjadren ein eifriger Mitarbeiter der Gie­ßener Kriegsfürsorgearbeit gewesen ist Seit mehre­ren Jahren gehört er auch als Mitglied der erroei» terten Brandoersicherungskammer un, in der er gleich­falls in reger Weise seine Mitarbeit den Belangen ber Allgemeinheit cmgebeihen läßt.

3m politifcycn Leven i|t -Wilhelm Büding - ein Freund der Heimat und wahrer Freund aller Volkskreise niemals hervorgetreten. Aber gerne pflegt er im Freundeskreise edle Gesellig­keit. Mit Liebe hegt er heute noch seinen Garten, einen der schönsten unserer Stadt. Er ist ein nimmer müder Wanderer in der Sektion Ober- Hessen deS Deutschen und Oesterrcichischen Alpen- vereins, ein eifriger Schwimmer in der Lahn und im Städtischen Dolksbad. Seine Gestalt ist eine markante Erscheinung im Bilde unserer Vater- ftabt

Mögen dem verehrten Jubilar daS otium cum dignitate, die wohlverdiente Muße dem ver- ehrungSwürdigen, mit Burgertugenden geschmück­ten, um daS Staatswohl hochverdienten Manne, der trotz seines vornehmen, bescheidenen Wesens heute doch mit Freude und Stolz auf ein köst­liches Leben voll von Mühe und gerne ge­tragener Arbeit zurückbliden darf, noch lange Jahre in ungeschwächter Gesundheit im Kreise seiner Familie beschieden sein!

5 Jahre Krafipostlinie GiehenKrofdorf.

Am 17. Februar ist die P o st a u t o I i n i c Gießen Krofdorf fünf Jahre im Betrieb. Die Bestrebungen, eine direkte Fahrtverbinbung zwischen Gießen unb Strofborf einzurichten, gingen bis ins Jahr 1907 zurück Damals wollte man un­ter finanzieller Beteiligung ber Bürgerschaft ber Gemeinbe ftrofborf eine Automobtl-Omnibus-Ge- fellfchaft grünben. Das geplante Unternehmen fchei- terte an bet Gelbfrage, ber Betrieb wäre zu teuer geworben. Es würbe bann ber Bau einer elektri­schen Bahn geplant Rach langen Bemühungen des bamaligen Bürgermeisters Braun war man Im Sommer 1914 so weit, baß die ministerielle Genehmigung für eine ooUfpurlge, den Personen- unb Güterverkehr umfassende elektrische Straßen- bahn vorlag. Nun sollte mit bem Bau begonnen werben. Da brach ber Krieg aus unb von ber Aus­führung bes Straßenbahnprojektes mußte Abstand genommen werden.

Während der folgenden Kriegs- und Jn- flationsfahre war nicht daran zu denken, bas Pro­jekt zu verwirklichen Im Jahre 1925 würbe ber Wunsch nach einer günstigen Fahrtvekbinbung Krofdorf Gießen laut Das Straßenbahnprojekt mußte der hohen Kosten wegen verworfen werden, und so kam man aus den Gedanken der Ein­richtung einer Automobillinie zurück. Förster M o l l e r - Krofdorf als Vertreter bes er­krankten Bürgermeisters führte zunächst ble 93er- hanblungen, bann nahm Bürgermeister Brock- meier, ber seit April 1925 in Krofbors amtiert, ble Sache in ble f)anb. Man er­wog zuerst ble ©rünbung einer gemeinsamen Autolinie mit Wieseck. Inzwischen hatte sich aber bie Reichspost bereit erklärt, die Linie zu betreiben. Die Gemeindevertretung hielt dies für bie beste Lö­sung unb so kam eine Einigung mit ber Reichspost über bie Eröffnung einer Kraftpostlinie zustande.

Am 15. Februar 1926 sand bie offizielle Probefahrt statt unb am 17. Fevruar 1926 würbe bie Ljnie in Betrieb genommen. In ber ersten Zeit würbe bie Fahrt bis Fellingshausen burchgesührt-, biefe Strecke war aber unrentabel unb würbe im Oktober 1927 wieder eingestellt. Seit April 1930 ist der Betrieb durch Anschluß der Orte ßounsbad) unb Wißmar wieber erweitert worben.

Der Verkehr war bisher sehr rege In ben ersten brel Jahren würben jährlich runb 200 000 Personen befördert, in bem Betriebsjahr 1929 30 flieg biefe Zahl noch um einige Prozent, unb im jetzt laufen- ben Jahre ist durch bie Ausdehnung ber Fahrten nach Launsbach unb Wißmar auch wieber mit einer größeren Inanspruchnahme zu rechnen, wenngleich in ber letzten Zeit burch bie allgemeine Wirtschafts­not auch hier ber Verkehr etwas ziirückgegangcn ist. Die Fahrpreise, insbefonbere für bie Wochenkarten, sind so niedrig gehalten, baß roohl kein anberes Unternehmen die Linie zu bleiern Preise ober gar billiger betreiben könnte. Ohne Zweifel stellt bie Omnibuslinie eine Einrichtung dar, deren Zweck­mäßigkeit allgemein anerkannt wirb unb ble heute niemand mehr missen möchte

Daten für Laniölag 14. Februar

Sonnenaufgang 7.13 Uhr, Sonnenuntergang 17.21 Uhr Mondaufgang 6.31 Uhr. Monbuntergang 13 28 Uhr

1468 Johannes Gutenberg, ber Erfinber der Buch brueferfunft in Mainz gestorben, 1766. ber eng­lisch Nationalökonom T R Malthus geboren, - 1779 ber englische Seefahrer James Cook auf Hawai ermorbet

Eine Frage an die Brandve sicherungskammer.

Man schreibt uns. Soeben gelangte seitens des Finanzamtes Gießen der Vrandversicherungsbei- trag für 1930 zur Anforderung, zahlbar bis zum 15 Februar 1931, alfo fast unverzüglich Wird der Beitrag verspätet eingezahlt, so sind vom 1 März anzehn Prozent Verzugszinsen zu be­zahlen, andernfalls die rückständigen Beträge an­gemahnt, durch Postnachnahme eingezogen oder im Verwaltungswege zu Unlostenlasten des Schuldners belgetrieben werden. An diese Veitrei- bungsbestimmungen ist der Steuerzahler gewöhnt Offen bleibt dagegen die Frage, toamm die Brandverficherungskammer in Darmstadt in der

lehigen Zeit, m der von allen staatlichen Be­hörden mit Eifer eine Zins- und PreisfenkungS- aktion betrieben wird, für ihre Beiträge einen Derzugszinsfatz von ausgerechnet zehn! Prozent in Ansatz bringt und auch nicht von vornherein Zielzahlungcn gestattet, obwohl das amtliche For­mular sogar zwei Zielzahlungen im Vordruck vorfieht.

Winterhilfe 1930/31.

Man schreibt uns. Lim einigermaßen die große und unverschuldete Aot weiter Kreise lin­dern zu helfen, haben die Verbände der freien Wohlfahrtspflege sich zu einer Arbeitsge­meinschaft .Winterhilfe 1 930/3 1 zusammengeschlossen und bitten die Gesamtbevöl- kcrung des Hcssenlandes um ihre Mithilfe! Der Herr Minister deS Innern bat bis zum 15. März eine Haussammlung genehmigt, deren Ertrag dazu bestimmt ist, die Rot lindern zu helfen. Auch der Kreis Gießen soll bei dieser Sammlung nicht vergessen sein und die Kreisverbände der freien Wohlfahrtspflege appelieren an die Hilfs­bereitschaft der Bewohner unseres Kreises und bitten herzlich und bringend. die Sammlung ^Winterhilfe 1930/31 nach Kräften unterstützen zu wollen. Die große Rot möge alle Volks­schichten zu gemeinsamer Abwehr geeint finden! (RähereS im heutigen Anzeigenteil.)

Bornotizcn.

Tageskalender für Freitag. Etadttheater: .DaS öffentliche AergerniS, 20 bis 22.30 ühr. Allgemeiner Deutscher Frauenver­ein Vortrag von Dr. Mcesmann über wirtschaft­liche Zusammenschlüsse. 20.30 ilbr, Restaurant Hindenburg. Rationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei: Kundgebung. 20.30 ilbr, Turn­halle am OswaldSgarten. Lichtspielhaus. Dahn- bofftraßc; .Stürme über dein Montblanc". Astoria-Lichtspiele:Die Straße der verlorenen Seelen" und »Hast du geliebt am schönen Rhein"

Aus dem Stadttheaterbureau wird unS geschrieben: Heute. 20 Uhr. Erstaus­führung des dreiaktigen SchwankesDas öffent­liche AergerniS" von Franz Arnold. Spiellettung Heinrich Hub. Mitwirkende: Damen: Doering. Jahn, Dubelsky, Leutholf, Schubert-Jüngling. Walther-Lederer: Herren: Hauer. Hub, Link­mann. Wesencr.

Volkshochschule. Den Hörern des Kur­se- für Staatsbürgerkunde wird be­kanntgegeben, daß wegen Verhinderung deS Re­ferenten Oberregierungsrat Ritzel der zweite Teil des Kurses (Aufbau und Arbeitsweise der Selbstverwaltung) nicht durchgeführt werden kann. Rähcres in der heutigen Anzeige.

** Universitäts-Gottesdienst. Am Sonntag, 15. Februar, 11.15 Uhr, findet in der Reuen Aula Universitäts-Gottesdienst statt. Die Predigt hält Professor 0. Bertram.

** Justizpersonalien. Oberjustizinspek­tor Ludwig Steller vom Amtsgericht Vilbel wurde zum geschäfts eilenden Oberiustizinspektor beim Amtsgericht Gießen ernannt. Justizinspek­tor Friedrich Klein vom Amtsgericht Michel­stadt wurde zum geschäftsleitenden Justizinspektor am gleichen Gericht, Justtzinspektor Wilhelm Stet ter vom Landgericht der Provinz Ober- Hessen wurde zum geschäfts eitenden Justizinspek­tor des Amtsgerichtes Wald-Michelbach und Oberjustizsekretär Wilhelm Hardt vom Amts­gericht Butzbach wurde zum Oberjustizsekretär beim Landgericht der Provinz Oberyesfen er­nannt.

** Oberhessische Gesellschaft für Ratur- und Heilkunde. 3m Anschluß an den Vortrag des Direktors des Raturhistorischen Museum- zu Mainz, Pros. Dr. Schmidtgen. wurde in der geschäftlichen Sitzung Prof. Dr. He n n e - berg zum ersten Vorsitzenden der Gesellschaft gewählt.

** Die Vermietung der Marktlauben In dem neu errichteten Marktlaubengebäude betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil. Interessenten werden besonders darauf hingewicsen.

** G u t daoongekommen. Ein Verkehrs- Unfall, bei bem bie betroffene Person zum Glück verhältnismäßig gut baoonkain, ereignete sich ge­stern gegen 10 Uhr in ber Frankfurter Straße nahe bes ..Hessischen f)ofcs" Dort würbe ein Reisenber von auswärts von einem Auto angefahren unb un­mittelbar vor ein anderes Auto zu Boden geschleu- bert Wie burch ein Wunber trug ber schwer gefähr- bete Mann nur einige leichtere Verletzungen unb Prellungen davon Er wurde alsbald nach Der Chi­rurgischen Klinik verbracht, konnte aber von dort wieder nach seinem fiotcl zurückgehen und seine Berufstätigkeit aufnehmen

** Freie Lehrer st eilen. An den Volks- schulen zu Ulrichstein und Sellnrod (Kreis Schotten) ist je eine Stelle für einen evangelischen Lehrer freigeworden. Dienstwohnungen sind vorhanden.

Bogeioba ger Jjotjcii-Q.iub 3n einer Versammlung des VHE., Ortsgruppe Gie­ßen. hielt Geheimrat Prof. Dr. Sommer einen Vor: rag über Rennwege und alte Heerstraßen in Deutschland, Oesterreich und Ungarn, besonders über den Rennsteig des Thüringerwaldes. Der Redner gab eine Ueberlicht der von ihm er­forschten ältesten Dertehrswege, deren Kenntnis Io führte er aus, für das Verständnis der Rassen- Mischungen und der deutschen Stämme von größter Bedeutung sei. 3m Anschluß an sein Buch über Zamilienforschung Dererbungs- und Rassenlehre wies er den Verlauf dieser Wege in Mittel-. Rord- und Süddeutschland nach und berücksich­tigte dabei besonders die von ihm dargestellten Ribelungenwege von Worms durch den Oden­wald zur Donau, dann über Passau nach Wien und übet Hainbutg an der Donau zur Etzelsburg. Der mittlere Teil dieses Weges an der Donau war bisher bekannt, die Kenntnis des westlichen und östlichen Teils beruht auf den Studien des

Vortragenden. Eine Aethe von Diapositive* (Karten- und Städtebilder) erläuterten den Vor­trag. Den Mittelpunkt der Ausführungen> bete die Darstellung des thüringischen Renn­steiges und deS sagenumwobenen HörselbergeL, Eine große Sammlung von Bridern, xpidnen und Funden aus der DenuS- und Tannhäuser-Höhl« am großen Hörselberg, die den Zuhörern gezeigt wurden, forderte daS Verständnis für den inter­essanten beifällig ausgenommcnen Vortrag.

Oie Wetterlage.

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* Schnee a Qreupein. s Nebel K Oewntfr,(§)win<jjtilte.<s seh» lichter O$i nasuoer Sudiuawest 'S sturmijcnei nordwesi

Oie Pfeue fliegen mit dem Winde. Pie oeiden Stationen stenenden lat* «en gehen die Temperatur an. Pie Linien verOindeo Orte mit Qicichcn> auf neerejmveau umoerechnete» Luftdruck

Wettervoraussage.

Die Wetterlage wird weiter von der Nordsee» ftörung beherrscht, welche ihren südöstlichen Weg bei» behalten hat, so daß ihr Kern heute morgen mehr über Dänemark lag. Der Kaltlusicinbruch an ber Rückseite hält an unb setzt sich weiter burch Dabei wirb bie geacnwärtig noch zufließenbc etwas milder« ozeanische Luft weggerollt unb burch maritime Po­larluft ersetzt. Der Witterungscharakter behält seine Unbestänbigkeit bei, weitere Schneeschauer treten auf, bie jeboch später mehr vereinzelt erscheinen werben, unb bie Temperaturen sinken stetig weiter.

Vorhersage für Samstag: Roch tinbe» ftänbiges,. wechselfrostiges Wetter mit Aufklärer», Schneeschauer langsamer Tempcraturrückgang, nord­westliche Winde

Vorhersage für Sonntag: Uebcrgang z, beständigerem Wetter, neblig, wolkig und aufhei­ternd. Mett trocken und vielfach Frost.

Lufttemperaturen am 12. Februar: mittags 3,3 Grab Celsius, abenbs 1,9 Grab, am 13. Fevruar: morgens 0,9 Grab Maximum 4 Grab, Minimum 0,2 Grab. Erbtemperaturen in 10 cm liefe am 12. Februar: abenbs 0,2 Grab: am 13. Februar: morgens 0 Grab. Rieberfchläge 3,6 mm. Son- nenfchelnbauer 254 Stunben

Amtliche Dinkerfportnachrichken.

Vogelsberg, Hoherodskopf: Rebel, 5 Grad. 100 cm Pulverschnee, Ski und Rodeln sehr gut. Herchenhainer Höhe: Rebel3 Grad, 40 cm Pul­verschnee, Sh und Rodeln sehr gut.

Sauerlanb. Winterberg: Schneetreiben,4 Grad. 90 cm Pulverschnee, SN und Rodeln sehr gut

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bif 12.33 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschloffen

2tn]eibenaufträgc sind lediglich an ble Geschäfts st eile zu richten

Jür unverlangt eingesanbte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen.

VMSlelMMW im neuen MM!

Rur eigenhändiger unb vollständiger Ein­trag In bie Haus- unb Firmeniliten schützt vor ben peinlichen Nachteilen mangelhafter Aufnahme in bem wichtigen Nachschlage­werk ober vor gänzlicher Ausschaltung. Die Sicherheit richtiger (Einträge m ble einen kann von ben Hausbesitzern ober Ihren Stellvertretern wesentlich geförbert roe-b-n durch bte Überwachung ordnungsmäßigen Umlaufs der Listen, Überprüfung ber Ein, träge, sowie rechtzeitige Bereitstellung zur Abholung.

Wem ble Hausliste nicht oorgelegt wurde, ober wer ble Firmenllste nicht erhalten hat, wolle seine Rechte wahren durch Meldung beim Adreßduchvertag, Schulstraße Nr. 7, ober durch Anruf mit Fernsprecher Nr 2251

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